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Full text of "Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft"

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Zeitschrift 



der 



Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 



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Herausgegeben 



von den Gesohäftsführern, 

in PI alle Dr. Pischel, in Leipzig Dr. Fischer, 

Dr. Praetorins, Dr. lYindlsch, 

unter der verantwortlichen Redaction 

des Prof. Dr. E. Windiscb. 



Fünfandfünfzig^ister Band. 



Leipzig 1901, 

in . Coinmission bei F. A. Brockhaus; 



I n h a. 1 t 

des fÜDfondfüiifzigsten Bandes der Zeitschrift; der Deutschen 

Morgenländischen Gesellschaft;. 

Seite 

Nachrichten üher Angelegenheiten der D. M. O I 

Personahiachrichteu . IV XXIU XXXIII XLVII 

Verzeichnis der für die Bibliothek eingegangenen Schriften u. s. w. 

V XXIV XXXIV XLVIII 
Allgemeine Versammlang der D. M. G. zu Strassburg XXXI 

Verzeichnis der Mitglieder der D. M. G. im Jahre 1901 . . . VIII 

Verzeichnis der gelehrten Körperschaften und Institute, die mit der 

D. M. G. in Schriftenanstansch stehen XXI 

Protokollarischer Bericht über die zu Strassburg abgehaltene All- 
gemeine Versammlung ........ XLI 

Extrakt aus der Rechnung über Einnahme und Ausgabe bei der Kasse 

der D. M. G. 1900 XLIV 

Verzeichnis der auf Kosten der D. M. G. veröfifentlichten Werke . LIII 



Der Teztus simplicior der J^ukasaptati in der Recension der Handschrift A. 

Von Richard Schmidt . 1 

Zu den Tables alphab^tiques du Kit&b al-AgAni. Von Faul Schwarz . 45 
Noch einmal Heinrich Thorbeckes handschriftlicher Nachlass. Von 

A. Fischer 66 

Tabarl's Ihtiläf alfuqah»'. Von F. Kern .61 

Tabarl's sogenannte Catechesb Mahometana. Von C H. Becker . 96 

l^V^ Von O, BöhiUngk 98 

Verzeichnb der tibetischen Handschriften der Königlichen Bibliothek zu 

Dresden. Von Berthold Laufer 99 

Das Wörterbuch ^^Ül (al-'Hftwi) des Gaon (Schulhauptes) Hai (gestorben 

1038). Von Moritz Steinschneider 129 

Christlich-Palästinisches. Von B. Jacob . .135 

Koptische Spuren in der ägyptisch-arabischen Grammatik. Von Franz 

Praetorius 145 

Der Name Zaitvna. Von A. Fischer 165 



Zur Geschichte der hebräischen Accente. Von P. Kahle .167 

Über einige neuere Arbeiten zur babylonisch-persischen Chronologie. Von 

F, H. Weissbach . 195 

Ein arabischer Bericht über Malta. Von C, Brockelmann .221 

Alt- und Neuelamitisches. Von F, Jensen 223 

Jüdbch-Persisches aus Buchara. Von W, üacher 241 

Zu Hira^yakesin Grhy. I, 11, 1. Von Hermann OUienberg . . 258 

Zur Ezegese und Kritik der rituellen Sutras. Von W. Caland .261 

Kgyeda VI, 1—20. Von Hermann Oldenberg 267 

Zu Payne-Smith Thesaurus Syriacus Fascic. IX u. X. Von Siegmund 

FVaenkel 331 

Uigurisches. Von J, H. Mordtmann 335 

Zu B. Jacob's Aufsatz S. 135 ff. Von Friedrich SchuUhess . .337 



Zu Zeitschrift 64, 8. 661 ff. Von CL Huart 

Kuthbi, die Hebräerin. Von Eberhard NesÜe 

The inherent vowel in the aiphabet of the ayesta-language. By L, H. MüU 

Berichtigung. Von F. Praetorius 

Berichtigung. Von W, Bacher ........ 



Sei 
34 
34 
34 

3fi 



Zur hebräischen und aramäischen Grammatik. Von Frana Praetorius 35 

MSldivische Studien II. Von Wilh. Geiger 37 

Das Neujahrsfest der Jezidis. Von C Brockelmann .38 

Zur Spruchkunde. Von M. Wolff , . .39 

Einiges zur Kritik der MufaddalijjAt. Von J, Barth .40 

Theorie der ursemitischen labialisierten Gutturale. Von Hubert Grimme 40 
Zwei Erzählungen aus der Bonner Hitopadesa-Hs. Ch. Von Johannes 

Hertel 48 

Der äthiopische „Senodus". Von /. Guidi .49 

,^äulenmänner" im Arabischen. Von Ignaz Goldziher . .50 

Zur altporsischcn Inschrift NR d. Von Willi/ Foy .50 

Christian Palestinian. By Agnes Smith Letvis 51 

Über präna und apäna. Von O. BöhtUngk 51 

Bulüqjä. Von Josef Horovitz 51 



Das Äpastamba-Sulba-Sütra. Von Albert Bürk 

Zu Friedrich Sctiulthess Besprechung S. 337 ff. Von B. Jacob 

Zu Hai Gaons Kitäb al-Häwi. Von Samuel Poznanski 

Zu Cl. Huart's Bemerkungen. Von Enno Ldttmann 

Das Tji-venda'. Von Carl Meinhof .... 

Zur Geschichte der Omayaden. Von Theodor NöldeJce 

IliUlt und MillTt. Von Eberhard Nestle 

Nachträge zu 8. 489 ff. Von Johannes Hertel 

Zwei grammatische Bemerkungen. Von «/. WelUiausen . 

Pinehas — Mansur. Von Eberhard Nestle . 



54 
59 
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69 
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Anzeigen : Ibn Sa'id, Kitäb al-Mugrib fi hulä Rl-Ma*;rib, Buch IV, Text- 
ausgabe nach der originalen einzig vorhandenen Handschrift zu Kairo 
und Deutsche Bearbeitung mit Anmerkungen und Registern , nebst 
einem Auszug aus al-Kindi's TaVilj Mi^r, von Dr. Knut L. Tallquist, 
angezeigt von M, «/. de Goeje ....... 

— — Griechische und lateinische Lehuwörtor im Taliuud, Midrasch 
und Targum von Samuel Krauss. Mit Bemerkungen von Immanuel 
Low. Preisgekrönte Lösung der Lattes^schen Preisfrage. Teil II, an- 
gezeigt von Siegmund Fraenkcl 

— — Beiträge zur Assyriologie und vergleichenden semitischen Sprac' 
Wissenschaft, herausgegeben von Friedrich Delitzsch und Paul Ilau] 
angezeigt von Fritz Hommel. — Rev. Albert Kropf, D. D., Supi 
intendent of the Berlin Mission, A Kaffir-English Dictionary, angezei 
von Carl Meinhof 

— — Le Li vre de la Creatiun et de THistoire d'Abou-Zeid Ai.r 
ben Sahl el-Balkhi, publik et traduit d'apr^s le Manuscrit de 
stantinople par M. Cl. Huart, angezeigt von /. Goldziher 



Nnnion- und Sachregister 



Nachrichten 



über 



Angelegenheiten 



der 



Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 



lU 



Zur Beachtung. 



Die Mitglieder der Deutschen Morgenl&ndischen Gesellschaft werden 
von den Geschäftsführern ersucht: 

1) eine Buchhandkmg zu bezeichnen , durch welche sie die Zu- 
sendungen der Gesellschaft zu erhalten wünschen, — falls sie 
nicht vorziehen y dieselben auf ihre Kosten durch die Fast^) 
zu beziehen; 

2) die resp. Jahresbeiträge an unsere Commissions-Buchhandlung 
F. A, Brockhaua in Leipssig entweder direct portofrei oder 
durch Yermittelung einer Buchhandlung regelmässig zur Aus- 
zahlung bringen zu lassen; 

8) Veränderungen und Zusätze für das Mitgliederverzeichnis, na- 
mentlich auch Anzeigen vom Wechsel des Wohnortes nach 
HaUe a, d. Saale, an den Schriftführer der Gesellschaft, Prof. 
Praetcriua (Lafontainestrasse 7), einzuschicken; 

4) Briefe und Sendungen, welche die Bibliothek und die ander- 
weitigen Sammlungen der Gesellschaft betreffen, an die ^BibHo- 
thek der Deutschen Morgenländiachen OeaeUachaft in Halle 
a, d, Saale'^ (Friedrichstrasse 50) ohne Hinzufügung einer 
weiteren Adresse zu richten; 

ö) Mittheilungen für die Zeitschrift und für die Abhandlungen 
für die Kimde des Morgenlandes an den Bedacteur, Prof. 
Dr. Wiadisch in Leipzig (Universitätsstr. 15) zu senden. 



Freunde der Wissenschaft des Orients, welche durch ihren 
Beitritt die Zwecke der D. M. Gesellschaft zu fördern wünschen, 
wollen sich deshalb an einen der Geschäftsführer in Halle oder 
Leipzig wenden. Der jährliche Beitrag ist 15 ^., wofür die 
Zeitschrift gratis geliefert wird. 

Die Mitgliedschaft für Lebenszeit wird durch einmalige 
Zahlung von 240 %AC. (= <. 12 = 300 frcs.) erworben. Dazu 
für freie Zusendung auf Lebenszeit in Deutschland und Österreich 
15 t/Ä., im übrigen Ausland 30 *AC, 



*) Znr VereinfachüDg der Berechnung werden die Mitglieder der D. M. O., 
welche ihr Exemplar der Zeitschrift direkt durch die Post beziehen, er- 
sucht, bei der Zahlung ihres Jahresbeitrags zugleich das Porto für freie Ein- 
sendung der yier Hefte zu bezahlen, und zwar mit 1 Mark in Deutschland und 
Österreich, mit 2 Mark im übrigen Auslande. 



IV 



Personalnachrichten. 

Als ordentliche Mitglieder sind der D. M. O. beigetreten für 1901: 

1312 Herr Stud. Camillo Mob las in Leipzig. 

1313 „ Dr. Friedr. Giese in Constantinopel. 

1314 „ Lic. theol. AladÄr HornyÄnszky in Pressburg. 

1315 „ Dr. K. V. Zetterst^en, Privatdocent a. d. Universität in Land. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft ihre ordentlichen Mitglieder: 
Herrn Kurz in Bern. 

„ Krenkel in Dresden, f 10. Febr. 1901. 
„ Heer in Basel, f 19. Febr. 1901. 

Ausgetreten Herr Schmutzler. Dagegen liegt dem Bd. 54, S. 3 
gemeldeten Austritte des Herrn Buhl ein Missvorst&ndnis zu Grunde. 



Terzeiclmis der Tom 11. Janaar bis 27. Febmar 1901 für 
die Bibliothek der D. M. 6. eingegangenen Schriften u. s. w. 

I. Fortsetzungen. 

1. Zu Ae 45. Rendiconti della Reale Accademia dei Lincei. Classe di 
scienze morali, storiche e filologiche. Serie quinta. Vol. IX. Fase. 7^ — 8^. 
Roma 1900. 

2. Zu Ae 165. 4®. Sitzungsberichte der Königlich Preossbchen Akademie 
der Wissenschaften zu Berlin. XXXIX— LIII. Berlin 1900. 

3. Zu Af 124. Proceedings of the American Pbilosophical Society held 
at Philadelphia for promoting useful knowledge. Vol. XXXIX. No. 163. 
Philadelphia 1900. 

4. Zu Ah 20. Jahres- Bericht des jUdisch-theologischen Seminars Fraenckel-' 
scher Stiftung. Breslau 1901. (Vom jüdisch-theolog. Seminar.) 

5. Zu Bb 750. Journal, The, of the Royal Asiatic Society of Great Britain 
& Ireland. January, 1900. London. 

6. Zu Bb 755. Journal, The, of the Bombay Branch of the Royal Asiatic 
Society. Elxtra Number. [Cunha, J. Gerson da, The Origin of Bombay.] 
Bombay 1900. 

7. Zu Bb 760. Journal of the Ceylon Branch of the Royal Asiatic Society, 
1899. Volume XVI. No. 50. Colombo 1900. 

8. Zu Bb 790. Journal Asiatique .... publik par la Soci^t^ Asiatique. 
Neuvi^me S^rie. Tome XVI. No. 3. — Novembre — D^cembre 1900. Paris. 

9. Zu Bb 818. al-Masriq. Al-Machriq. Revue catholique Orientale bimen- 
suelle. Sciences -Lettres-Arts. [Bairüt] 1901. No. 1. 2. 3. 

10. Zu Bb 901. Tijdschrift voor Indbche Taal-, Land- en Volkenkunde, 
Q^tg^even door het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- 
schappen. Deel XLIII. Aflevering 1 en 2. Batavia | 's Hage 1900. 

11. Zu Bb 901 d. Notulen van de Algemeene en Bestuurs-Vergaderingen 
van het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wetenschappen. Deel 
XXXVm. — 1900. Aflevering 2. Batavia, 's Gravenhage 1900. 

12. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 
Vierundfiinfzigster Band. IV. Heft. Leipzig 1900. 

13. Zu Bb 935. 49. Zeitschrift für afrikanische und oceanische Sprachen. 
Mit besonderer Berücksichtigung der Deutschen Kolonien. V. Jahrgang, 
3. Heft. Beriin 1900. 

14. Zu Bb 945. Zeitschrift, Wiener, flgr die Kunde des Morgenlandes. 
XIV. Band. — 3. 4. Heft. Wien 1900. 

15. Zu Bb 1242. Mitteilungen der Vorderasiatbchen Gesellschaft. 1900. 
3. 4. 5. 5. Jahrgang. Berlin. 



TI Vern, der für dieBihliothek der D. M. G. eingeg, Schriften u. 9. vc. 

16. Za £b 890. 4^ HrishikeSa ä&stri and Siva Chandra Oni, A 
Descriptive Catalogue of Sanskrit Manoscripts in the Library of the CalentU 
Sanskrit College. No. 13. CalcutU 1900. 

17. Zn £d 1237. 4^ Ararat. 1900, 12. Wahu^apat 

18. Zn Ed 1865. 4^ Hand es amsoreay. 1901. 1. Wienna. 

19. Zn Ha 200. Revue de Thbtoire des religions. Tome XLL No. 3. 
Tome XLU. No. 1. Paris 1900. 

20. Za la 140. Zeitschrift des Deutschen Palaestina- Vereins. Band XXIU, 
Heft 3 u. 4. Leipzig 1900. 

21. Zu Ic 2290. Proceedings of the Society of Biblical Archaeology. 
Vol. XXn. Part 9. [London] 1900. 

22. Zu Mb 135. 4^ Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. 
Nr. 210. 211. V. Band. (Nr. 13. 14.) Jänner. Februar 1901. 

23. Zn Na 325. Revue arch^ologique. Troisi^me S^rie. — Tome XXXVII. 
Novembre — D^cembre 1900. Paris 1900. 

24. Zu Nk 805. [SchuUtey Theodor]. Pfungst, Arthur, Ein deutscher Buddhbl 
(Oberpräsidialrat Theodor Schnitze). Biographische Skisse. Zweite ver- 
mehrte Auflage. Mit Bildnis. Stuttgart 1901. (Vom Verf.) [Nk 805*.; 

25. Zu Oa 42. HsBtcTix HMnepaTopciiaro PyccKaro reorpa<i>H<iecKarc 
06mecTBa. Tomi XXXVI. 1900. BunycKi III. IV. V. C-Üerep« 
6ypri 1900. 

26. Zu Oa 151. Journal, The Oeographical. 1901. Vol. XVU. No. 2. 

27. Zu Oa 255. Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berll 
Band XXVII. — 1900. — No. 9 u. 10. Berlin 1900. Band XXVI! 
— 1901. — No. 1. Berlin 1901. 

28. Zu Oa 256. Zeitschrift der Gesellschaft fUr Erdkunde tu Ber 
Band XXXV. — 1900 — No. 4. Berlin 1900. 

29. Zu Oc 175. 4^ Journal, The, of the Anthropological Institute of < 
Britain and Ireland. Vol. XXX, (New Series, Vol. UI) 1900. Jai 
to June. London. 

SO. Zu Oo 1000. Mitteilungen der Gesellschaft für jUdisehe Volkskon 
herausgegeben von M. Grunwald. Heft VII. Hamburg 1901. 

II. Andere Werke. 

11181 F. Miracles of the Blessed Virgin Mary, The, and the Life 
(Saint Anne), and the Magical Prayers of 'AhiSto Mikäel. Tb 
texts edlted with English translations , etc., by E. A. Wal 
With oue hundred and eleven coloured plates. London 1900 
Meux Manuscripts Nos. 2 — 5.] (Von Lady Meux.) Df 

11182. Millou6, L. de, Petit guido illuströ au Mus^e Guimet. 
recension. Paris 1900. (Vom Musee Guimet.) 

11183. Herona von Alexandria Mechanik in der arabischen Üb 
/Costa ben Luka mit deutscher Übertragung herausgegebe 
X^ix. [— Heron» von Alexandria Mechanik und Katr 
gegeben von L. Nix und W. Schmidt «■ Heronb Alf 
quae supersunt omnia. Vol. II. Fase. I.] Leipzig 190 
Dr. Nix.) 

11184. [Tan h um Jerusalml.] Poznanski, Samuel, Tanhoi 
et son commentaire sur le llvre de Jonas. Paris V 
fasser.) 



Verz, der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg, Schriften u. s, vj. TU 

11185. 'Äbdtdhaqq Pämid, TSriq jaljod Andalus fethi. [Konstantinopel] 
1296. * * Fa 2586. 

11186Q. Prediker, De, en hetHooglied, in het Boegineesch vertaald door 
B. F. Matthes, Amsterdam 1900. (Vom Übersetzer.) Ib 2957. 4^ 

11187 Q. Prediker, De, en het Hooglied in het Makassaarsch vertaald door 
B. F. Matthes, Amsterdam 1900. (Vom Übersetzer.) Ib 8023. 4^ 

11188. Chrestomathia Turcica szemelv^nyek az i\jabb Török irodalomböl. 
Szerkesztette Kunoe Ign&cz. Budapest 1899. (Vom Verf) Fa 2553. 

11189. Harrassawüz, Otto, Antiquarischer Catalog 256. Grammatiken. Lexica 
und Chrestomathien von fast allen Sprachen der Erde. Leipzig 1901. 

Ac 183 g. 

11190. Lütmann, Enno, Die äthiopischen Handschriften im griechischen Kloster 
zu Jesusalem (A. aus Zeitschrift f. Assyriologie, XV). [Weimar 1900.] 
(Vom Verf.) Dg 60. 

11191. Gregario, Giac. De, e Seybold, Chr. F., Sugli elementi arabi uel dia- 
letto e nella toponomastica dell' isola di Pantelleria. [Estratto dal 
II vol. degli Studi glottologici italiani diretti da Giaeomo De Gregorio.] 
o. O. u. J. (Von Herrn Prof. Dr. Seybold.) Eh 225. 

11192. Posmanski, Samuel, Beiträge zur Geschichte der hebr. Sprachwissen- 
schaft. I. Eine hebräische Grammatik aus dem XIII. Jh. Zum ersten 
Male herausgegeben, mit Einleitung und Anmerkungen versehen. Berlin 
1894. (Vom Herausgeber.) Dh 9050. 

11193. Isak b, Ekuar Halevi't Einleitung zu seinem Sefieit jeter. Heraus- 
gegeben von Samuel Poznanski, Breslau 1895. (Vom Herausgeber.) 

Dh 5409. 

11194. Poznafiski, Samuel, Mose b. Samuel Hakkohen ihn Chiquitilla nebst 
den Fragmenten seiner Schriften. Ein Beitrag zur Geschichte der 
Bibelezegese und der hebräischen Sprachwissenschaft im Mittelalter. 
Leipzig 1895. (Vom Verfasser.) Dh 9051. 

11195. Poznanski, Samuel, Aboul-Faradj Haroun ben al-Fara^ le grammairien 
de Jerusalem et son Monschtamil. Eztrait de la Revue des Etudes 
Juives. Ann^e 1896. Paris 1896. (Vom Verfasser.) De 2699. 

11196. Jacob, Georg, Türkische Volkslitteratur. Berlin 1901. (Vom Verfasser.) 

Fa 3166. 



yin 



Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Morgen- 
ländischen Gesellschaft im Jahr 1901. 

I. 

Ehrenmitglieder^). 

Herr Dr. Theodor Aufrecht, Professor a. d. UniTersitftt Bonn, Baumscholer 
AU^e 33 (67). 

• Dr. R. G. Bhandarkar, Prof. am Deccan College, in Pana in Indien (63). 

- Dr. O. von Böhtlingk Exe, kaiserl. russ. Geheimer Ratb, der kaberl. 

Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg Ehrenmitglied mit 
Sitz und Stimme, in Leipzig-R., Hospitalstr. 25, II (35). 

- Dr. Edw. Byles Co well, Prof. des Sanskrit an der Universität zu Cam- 

bridge, Engl., 10 Scrope Terrace (60). 

- Dr. V. Fausböll, Prof. an der Universität zu Kopenhagen (61). . 

- Dr. M. J. de G o e j e , Interpres legati Wameriani u. Prof. an d. Universität 

in Leiden, Vliet 15 (43). 

- Dr. Ignazio Guidi, Professor in Rom, via Botteghe oscure 24 (58). 

- Dr. H. Kern, Professor an der Universität in Leiden (57). 

• Dr. Ludolf Krehl, Geh. Hofrath, Prof. an der Univ. in Leipzig, Schiller- 

strasse 7 (65). 

Sir Alfred C. Lyall, K. C. B. etc. Member of Council, in London SW India 
Office (53). 

Herr Dr. Theod. Nöldeke, Prof. an der Univers, in Strassburg i/Els. , Kalbs- 
gasse 16 (64). 

- Dr. Julius Oppert, Membre de VInstitut, Prof. am College de FrancOt 

k Paris, rue de Sfax 2 (55). 

- Dr. Wilhelm Radioff Ezcellenz. Wirkl. SUatsrath, Mitglied der k. Akad. 

der Wissenschaften in St. Petersburg (59). 

- Dr. S. L. Reinisch, Hofrat und Professor a. d. Univ. in Wien VUI, 

Feldgasse 3 (66). 

- Dr. Em. Senart, Membre de Tlnstitut ä Paris, rue Fran^ois I^r 18 (56). 

- Dr. F. V o n S p i e g 1 , Geh. Rath u. Prof. in München, Königinstr. 49, I (5 1). 

- Dr. Whitley S tokos, früher Law-member of the Council of the Govemor 

General of India, jetzt in London SW, Grenville Place 15 (24). 

- Dr. Wilh. Thomson, Prof. an der Universität in Kopenhagen, V, Gamle 

Kongevei 150 (62). 

- Graf Melchior de Vogü^, Membre de Tlnstitut ä Paris, 2 rue Fabert (28). 

- Dr. Albrecht Weber, Prof. an der Univ. in Berlin SW, Ritterstr. 56 (54). 

n. 

Correspondierende Mitglieder. 

Herr Lieutenant- Colonel Sir R. Lambert Playfair, 18, Queens Gardens 
in St. Andrews, Grafsch. Fife (Scotland) (41). 

- Dr. Edward E. Salisbury, Prof. in New Haven, Conn., U. S. A. (32). 



1) Die in Parenthese beigesetzte Zahl ist die fortlaufende Nummer und 
bezieht sich auf die Reihenfolge, in der die betrefifenden Herren zu Ehren-, 
resp. correspondiereuden Mitgliedern proclamiert worden sind. 



Verzeichnis der Mitglieder der D, M, Gesellschaft. IX 

ni. 

Ordentliche Mitglieder^). 

Herr Dr. W. Ahlwardt, Geh. Regierungsrath , Prof. d. morgenl. Spr. in 
Greifswald, Brüggstr. 28 (578). 

- Dr. Herman Almkvist, Prof. der semit. Sprachen an der Universität in 

Upsala (1034). 

- Dr. C. F. Andreas in Schmargendorf bei Berlin, Heiligendammstrasse 7 

(1124). 

- Dr. Theodor Arndt, Prediger an St. Petri in Berlin C, Friedrichsgracht 53 

(1078). 

• Dr. Carl von Arnhard in Konstanz in Baden (990). 

- Dr. Wilhelm Bacher, Prof. au der Landes-Rabbinerschule in Buda- 

pest VII, Elisabethring 26 (804). 

- Joh. Baensch-Drugulin, Buchhändler und Buchdruckereibesitzer in 

Leipzig, Königstr. 10 (1291). 

- Lic. Dr. B. Baentsch, Professor an der Universität in Jena, Lichten- 

hainerstr. 3 (1281). 

• Dr. Friedrich Baethgen, Consistorialrath, Professor an der Universität zu 

Berlin in Bensheim, Auerbacherstr. 69 (961). 

- Willy Bang, Professor an der Univ. in Löwen (1145). 

- Dr. Otto Bardenhe wer, Prof. d. neutest. Exegese a. d. Univ. in München, 

Sigmundstr. 1 (809). 

• Dr. Jacob Barth, Prof. a. d. Univ. in Berlin N, Weissenburgerstr. 6 (835). 

- Wilh. B ar t h o 1 d , Privatdocent an der Universität in St Petersburg, Wassili 

Ostrow, 5te Linie 30, Quart. 24 (1232). 

- Dr. Christian Bartholomae, Professor an der Universität in Giesseu, 

Asterweg 34 (955). 

- Ren^ Basset, Directeur de TEcole sup^rieure des Lettres d*AIger, Corre- 

spondent de l'Institut, in L'Agha (Alger-Mustapha) , Rue Michelet 
77 (997). 

- Dr. A. Bastian, Geh. Regierungsrath, Director des Museums für Völker- 

kunde und Professor an der Universität in Berlin SW., König- 
grätzerstr. 120 (560). 

- Dr. Wolf Graf von Baudissin, Prof. an d. Univ. in Berlin (704). 

- Dr. A. Baumgartner, Professor a. d. .Univers, in Basel, am Schänzlein 

bei St. Jakob (1063). 

- Dr. Anton Baumstark z. Z. in Rom (1171). 

- Dr. phil. C. H. Becker in Gelnhausen, Villa am goldnen Fuss (1261). 

- Lic. Dr. phil. Georg Beer, Professor an der Universität in Strassburg, 

Ingweilorstrasse 17 (1263). 

- Dr. G. Behrmann, Senior und Hauptpastor in Hamburg, Kraien- 

kamp 3 (793). 

- Dr. Waldemar Belck in Frankfurt a. M., Wöhlerstr. 18 (1242). 

- Lic. Dr. Immanuel G. A. Benzinger, Privatdoc. a. d. Univers, zu Berlin, 

in Friedenau bei Berlin, Beckerstr. 11 (1117). 

- Dr. Max van Berchem, Privatdocent an der Universität in Genf, auf 

Chftteau de Crans, pr^s Celigny, Canton de Vaud, Schweiz (1055). 

- Dr. Kurt Berghold, Dresden A., Burkhardtstr. 12 (1292). 

• Aug. Bernus, Professor in Lausaune (785). 

- A. A. Bevan, M. A., Professor in Cambridge, England (1172). 



1) Die in Parenthese beigesetzte Zahl ist die fortlaufende Nummer und 
bezieht sich auf die nach der Zeit des Eintritts in die Gesellschaft geordnete 
Liste Bd. U, S. 505 ff- . welche bei der Anmeldung der neu eintretenden Mit- 
glieder in den Nachrichten fortgeführt wird. 



X Verzeichnis der Mitglieder der D, M. Gesellschaft. 

Herr Dr. Carl Bezold, Prof. a. d. Univ. in Heidelberg, Brückenstr. 45 (9*0). 

• Dr. A. Bezzenberger, Geh. Re^^ierungsrat, Professor , an der Universität 

in Königsberg i/Pr., Besselstr. 2 (801). 

- Dr. Gust. B ick eil, Prof. a. d. Univ. in Wien VIII, AUerstr. 25, 2. Stiege, 

I. Stock (573). 

- Christoph Reichsfrhr. v. Biedermann, Räcknitz b. Dresden (1269). 

- Dr. Th. Bloch, Indian Musenm, in Calcntta (1194). 

• Dr. Maurice Bloomfield, Prof. a. d. Johns Hopkins University in 

Baltimore, Md., U. S. A. (999). 

- Dr. Louis BUmenthal, Rabbhier in Danzig, Heil. Geistgasse 94 I (1142). 

- Dr. Alfr. Boissier in Le Rivage pr^s Chambdsy (Suisse) (1222). 

- A. Bourgu in, jetziger Aufenthalt unbekannt (1008). 

- Dr. Edw. Brandes in Kopenhagen, Kronprinsessegade, 50 (764). 

- Dr. Oscar Braun, Professor in Würzburg, Sanderring 6,111 (1176). 

• James Henry Breasted, Prof. in Chicago, 515-62nd Street, Englewood 

(1198) 

- Rev. C. A. Briggs, Prof. am Union Theol. Seminary in New York (725). 

• Dr. Karl Brockelmann, Prof. a. d. Universität zu Breslau, Mauritius- 

strasse 24 (1195). 

- Dr. Paul Brönnle, London W., Fopstone Mansions, Earls Court (1297). 

- Ernest Walter Brooks in London WC, 28 Great Ormondstr. (1253). 

- Dr. Karl Brugmann, Prof. a. d. Universität in Leipzig, Auenstr. 4 (1258). 

- Dr. Rud. E. Brünnow, Prof. in Vevey, Canton de Vaud, Chalet Beauval 

(Schweiz) (1009). 
Dr. th. Karl Budde, Pi>ofessor an der Universität in Marburg (917). 

- E. A. Wallis Budge, Litt.D. F. S. A., Assistent Deputy Keeper of Egyptian 

and Oriental Antiquities, Brit. Mus., in London WC (1033). 

• Dr. Frants Buhl, Prof. a. d. Univ. in Kopenhagen, Oesterbrogade 28 E (920). 

- Dr. Moses Buttenwieser, Prof., Hebrew Union College in Cincinnati O. 

U.S.A. (1274). 
Don Leone Caetani, Principe di Tcano, in Rom, Palazzo Caetani (1148). 
Herr Dr. W. Ca Und in Breda i/HolIaud, Seeligsingel ö (1239). 

- Freiherr Guido von Call, k. u. k. Österreich -ungar. Gesandter in 

Sofia (Bulgarien) (822). 

• Rev. L. A. Casartelli, M. A., St. Bede*s College, in Manchester, Alexandra 

Park (910). 

- Alfred Caspari, Königl. Gymnasial-Professor a. D. in Erlangen, Östliche 

Stadtmauerstr. 14 (979). 

- Abb^ Dr. J. B. C habet in Paris, rue Claude Bernard 47 (1270). 

- Dr. D. A. Chwolson, w. Staatsrath, Exe, Prof d. hebr. Spr. u. Litteratur 

an der Univ. in St. Petersburg (292). 

- M. Josef Cizek, Pfarrer in Einsiedl b. Marienbad (1211). 

• Dr. Ph. Coline t, Professor des Sanskrit und der vergl. Grammatik an 

der Universität in Löwen (1169). 

- Dr. Hermann CoUitz, Professor am Bryn Mawr College in Bryn Mawr Pa. 

bei Philadelphia, Pennsylvania, U. S. A. (1067). 

- Dr. August Conrad y, Professor an der Universität in Leipzig, Grassi- 

strasse 23, II (1141). 

- Dr. Carl Heinr. Cornill, Professor an der Universität in Breslau, Mon- 

hauptstrasse 12 (885). 

- Dr. James A. Crichton, Parish Minister, Annan. Dumfriesshire (Schott- 

land) (1310). 

- Dr. Sam. Ives Curtiss, Prof. am theol. Seminar in Chicago, Illinois, U. S. A., 

81. Ashland Boul (923). 

- P. Jos. Dahlpiann, S. I. in Exaeten bei Roermond, Limburg, Holland 

(1203). 

- T. Witten Davies, Prof. of Semitic Languages, Baptist College and 

University College in Bangor (North- Wales) (1138). 



VerzeichfiiB der Mitglieder der D, M. Gesellschaft, XI 

Herr Dr. Alezmnder Dedekind, k. u. k. Custos der Sammlang ägyptischer Alter- 
thfimer des österr. Kaiserhauses in Wien XVIII, Staudgasse 41 (1188). 

- Dr. Berthold D e 1 b r fi c k , Prof. an d. Vuiv. in Jena, Fürstengraben 1 4 (753). 

- Dr. Friedrich Delitzsch, Prof. a. d. Univ. zu Berlin, in Charlottenburg, 

Knesebeckstr. 30 (948). 

- Dr. Hartwig Derenbourg, Membre de Tinstitut, Professor an der Ecole 

speciale des Langues orientales Vivantes und am College de France 
in Paris, Avenue Henri Martin 30 (666). 

• Dr. Paul D e u s s e n , Professor a. d. Univers, in Kiel, Beseler AlUe 39 (1 132). 

• Dr. F. H. Dieterici, Geh. Kegierungsrath, Prof an der Universität zu 

Berlin in Charlottenburg, Hardenbergstr. 7 (22). 

• Dr. Otto Donner, Prof. d. Sanskrit u. d. vergl. Sprachforschung an d. 

Univ. in Helsingfors, Norra Kogen 12 (654). 

- Rev. Sam. R. Driver, D. D., Canon of Christ Church in Oxford (858). 

- R. C. Dutt, C. I. £., J. C. S., Aufenthalt s. Z. unbekannt (1218). 

• Dr. Rubens Duval, Prof. am College de France in Paris, Rue de Sontay 11 

(1267). 

- Dr. Rudolf Dvof&k, Professor a. d. böhmischen Universität in Prag HI, 44 

Kleinseite, BrUckengasse 26 (1115). 

- Dr. Karl Dyroff, Konservator am Antiquarium, Privatdocent an der 

Universität in München, Schraudolphstr. 14 HI (1130). 

- Dr. J. Eggeling, Prof des Sanskrit an der Univ. in Edinburgh, 15 Hatton 

Place (763). 

- Dr. J. Ehni, Pastor emer. in Genf, Chemin de Malagnou 7 bis (947). 

- Dr. Karl Ehrenburg, Privatdocent 'der Geographie in Würzburg, 

Paradeplatz 411 (1016). 

- Dr. Adolf Er man, Professor an der Univ. in Berlin, Steglitz, Friedrich- 

strasse 10/11 (902). 

- Dr. Carl Hermann Ethä, Prof. am University College in Aberystwith, 

Wales, Marine Terrace 575 (641). 

- Waldemar Ettel, Pfarrer in Falkenrehde. Reg.-Bez. Potsdam (1015). 

• Dr. Julius Euting, Professor an der Univ. und Direktor d. Universitäts- 

n. Landes-Bibliothek in Strassburg i/Els., Schloss (614). 

- Edmond Fagnan, Professeur k TEcole sup^rieure des Lettres d' Alger, 

k Alger (963). 
Dr. Wlnand Fell, Prof an der Akademie in Münster i. W., Stemstr. 2 a (703). 

- Dr. Rieh. Fick in Neuendorf b. Potsdam (1266). 

- Dr. Louis Fi not, Directeur de la Mission archöologique dlndo-Chine in 

Saigon (Cochinchine) (1256). 

- Dr. August Fischer, Professor au der Universität zu Leipzig, Lampe- 

strasse 9 II (1094). 

- Dr. Johannes Flemming, Kustos an der Universitäts-Bibliothek in Bonn, 

Amdtstr. 35 (1192). 

• Dr. Karl Florenz, Prof an der Univ. in Tokyo, Japan, Koishikawa-Ku, 

Kobina Suido Mach 87 (1183). 
• - Dr. Willy Foy, Assistent am Königl. ethnogr. Museum in Dresden, 
Grunaerstr. 49 (1228). 

- Dr. Siegmund Fraenkel, Professor an der Univ. in Breslau, Freiburger- 

Strasse 13 I (1144). 

- Dr. R. Otto Franke, Professor an der Univ. in Königsberg i/Pr., Schön- 

strasse 2 ni (1080). 

- Jakob Frey, Kaufmann, z. Z. Assistent a. d. Getreidepreis- Warte b. d. 

Universität in Freiburg in der Schweiz (1095). 

- Dr. Ludwig Fritze, Professor und Seminar-Oberlehrer in Köpenick bei 

Berlin (1041). 

- Dr. Alois Ant. Führer, Prof of Sanscrit, zur Zeit unbek. Aufenthalts (973). 

- Garabed Effendi Caracache, Conseiller k la Cour des Comptes 

in Constantinople, Pera, Rue AUeou 20 (1290). 



XU Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellsehaft. 

Herr Dr. RIehjurd Garbe, Professor an der Unirerdtlt in Tfibingen, 1 
Strasse 14 (904). 

• Ut. Lncien Gaatier, Professor in Genf^ 88 Ronte de Ch^ne (8^ 

• Dr. Wilhelm Geiger, Prof. a. d. Univ. in Erlangen, Löweniehstr. 2 

• Cand. tbeol. J. P. P. Geis 1er, CooTent de St. Etienne in J 

z. Z. unbekannten Aufenthalts (1255). 

• Dt. H. D. van Gelder in Leiden, Plantsoen 31 (1108). 

• Dr. Karl Geldner, Professor an der Universität in Berlin NW, 

Strasse 15 (1090). 

- Ut. H. Gelxer, Geheimer Hofrath, Professor an der Universitlt 

Kahlaische Strasse 4 (958). 

• Direktor C. G. Gern an dt in Stoekholm, StrandvXgen 43 (1054) 

• Dr. Rudolf Geyer, Scriptor a. d. k. k. Hofbibliothek und Pri^ 

an der Universität in Wien VI/1, Magdalenenstrasse 10 (1( 

- N. Geyser, Pfarrer in Elberfeld (1089). 

• Dr. Hermann Gies, Dragoman bei der kab. deutschen Botschaft 

stantinopel, Pera (7 CO). 

- Dr. Friedr. Giese, Lehrer an der deutschen Schule in Consta 

nie koumbaradchi (1313). 

- D. Dt. f. Giesebrecht, Professor in Königsberg i. Pr., Ziegebtr. 1 1 1 

• Dr. Eduard Glaser, Arabienreisender, in München, Theresienstr. 91 

- Dt. Ignaz Goldziher, Professor an d. Univ. und Secretär der 

Gemeinde in Budapest VII, Hollö-utcza 4 (758). 

- Dr. Richard J. H. Gottheil, Professor an der Columbia Univ 

New York, Nr. 169 West, 93r<l Street (1050). 

- S. Buchanan Gray, M. A., Mansfield College in Oxford (1276). 

• Dr. Louis H. Gray, Unterbibliothekar und Privatdocent an der Ut 

in Princeton, N. J., 53 Second Ave., Newark, N. J. U. 8. A. 
' Dt. George A. Grierson, B. C. S., care of Grindlay & Co., 54 Parliao 
London, S.W. (1068). 

• Dr. Julius Grill, Professor a. d. Univ. in Tübingen, Olgastr. 7 

• Dr. H. Grimme, Prof an der Universität in Freiburg i. d. Schwel 

• Dr. Wilh. Grube, Prof. a. d. Univ. und Directorialassistent am Kgl. 

fUr Völkerkunde zu Berlin, in Haiensee bei Berlin S.W 
Wilhelmstr. 17 (991). 

- Frhr. Werner von Grünau in Karlsruhe, Gartenstr. 19 II (If 

- Dr. Max Th. Grünert, Professor an der deutschen Univ. f 

Sokolstrasse 68 (873). 

• Dr. Albert Grünwedel, Prof., Directorialassistent am Kgl. ! 

Völkerkunde zu Berlin in Gross- Lichterfelde b. Berlin, Vi 
(1059). 

- Lic. Dr. Herm. Guthe, Prof. a. d. Univ. in Leipzig, KÖmerplats 

• Johannes Haardt, Pastor in Wesel (1071). 

- Dr. med. et philos. Julius Caesar Haentzsche in Dresden 

Strasse 9 (595). 

• P. Anton Haitzmann S.J., Prof. am kathol. Seminar in Saraje 

(1236). 

- Stud. Orient Pf emysl H Äj e k in Berlin NW.. Schumannstr. 1 

• Dr. J. Hal^vy, Maitre de Conferences k TEcoIe pratiquf 

^tudes k Paris, Rue Aumaire 26 (845). 

- Dr. Ludwig Hallier, Pfarrer in Diedenhofen (1093). 

• Dr. F. J. van den Harn, Prof an d. Univ. in Groningen 

- Dr. Edmund Hardy, Prof. in Würzburg, Sanderringstr. 20 

• Dr. A. Harkavy, kais. russ. Staatsrath und Prof. der < 

Orients an der Univ. in St. Petersburg, Puschkarsk% 

Professor Dr. Martin Hartmann, Lehrer d. Arabischen a; 

Orient. Sprachen zu Berlin in Charlottenburg, Schillei 

- Dr. J. Hausheer, z. Z. in Zürich V, Bergstr. 187 (1125) 



Verzeichnü der Mitglieder der D, M. Gesellschaft. Xm 

Herr P. Dr. Joh. Heller, Professor in Innsbruck, Universitätsstr. 8 (965). 

- Dr. Joh. Hertel in Zwickau, Friedrichstrasse 8 (1247). 

- Dr. G. F. Hertzberg, Prof. an d. Univ. in Halle a/S., Louisenstr. 4 (359). 

- Dr. David Her sog, Rabbiner in Ung. Ostra in M&hren (1287). 

. A. Hensler, V. D. M. in Berlin SW, Tempelbofer Ufer 25 UI (1156). 

- Dr. H. Hilgenfeld, Priratdocent an der UniversitJit in Jena, Fürsten- 

graben 7 (1280). 

- Dr. A. Hillebrandt, Prof. a. d. Univ. in Breslau, Monhauptstr. 14 (950). 

- Dr. H. V. Hilprecht, Professor a. d. Universität von Pennsylvania 

in Philadelphia (1199). 

- K. Himly, kab. Dolmetscher a. D. in Wiesbaden, Stiftstr. 5 (567). 

- Dr. Val. Hintner, Professor am akad. Oymnasium in Wien (806). 

- Dr. Hartwig Hir Sehfeld, Privatdocent an der Universität in London W., 

Maida Hill 105, Warwick Read (995). 

- Dr. Herm. Hirt, Prof. a.d. Univers, zu Leipzig in Gohlis, Äussere Hallesche 

Strasse 22 (1293). 

• Dr. Friedr. Hirth, Professor in Mfinchen, Leopoldstr. 59 (1252). 

- Dr. G. Hob er g, Professor an der Universität in Freiburg i. Br., Dreisam- 

strasse 25 (1113). 

- Dr. A. F. Rudolf H o e r n 1 e , Oxford (England), 40 St. Giles. 

- Dr. Adolf Holtzmann, Prof. am Gymn. u. an d. Univ. in Freiburg i. B., 

Moltkestr. 42 (934). 

- Dr. H. Holzinger, SUdtpfarrer \n Ulm (Württemberg) (1265). 

• Dr. Fritz Hommel, Professor an d. Univers, in München, Schwabinger 

Landstr. 50 (841). 

- Dr. Edw. W. Hopkins, Professor am Yale College in New Haven, Conn., 

U. S. A., 235 Bishop Str. (992). 

- Dr. Paul Hörn, Professor an der Univ. in Strassburg i/Els., Lessingstr. 21 

(1066). 

- Lic. theol. Alad4r Horny&nszky in Pressburg (1314). 

- Dr. phil. Josef Horovitz, in Frankfurt a/M., Börsenplatz 16 (1230). 

- Dr. M. Th. Houtsma, Professor d. morgenländ. Spr. an der Univ. in 

Utrecht (1002). 

• Clement Huart, franz. Konsul, Secr^taire - interpr&te du gouvemement, 

professeur ä VEcole sp^c. des langues Orient. Vivantes, 43 rue Madame 
in Paris (1036). 

- Dr. Emil Hubert, Assistent am Archiv des Ung. Nationalmuseums in 

Budapest (1298). 

- Dr. H. Hubs eh mann, Prof. an der Univ. in Strassburg i/Els., Ruprechts- 

auer AlUe 31 (779). 

- Dr. Eugen Hultzsch, Govemment-Epigraphist in Ootacamund (British 

India), z. Z. in Dresden, Wartburgstr. 18 (946). 

- Dr. Georg H u t h , Privatdocent an der Universität in Berlin , Schützen- 

strasse 76 III (1202). 

- Dr. A. V. Williams Jackson, Professor am Columbia College, Highland 

Avenue, Yonkers, in New York, U. 8. A. (1092). 

- Dr. Georg K. Jacob, Prof. an der Universität in Erlangen (1127). 

- Dr. Hermann Jacobi, Prof. an der Universität in Bonn, Niebuhrstrasse 29a 

(791) 

- Dr. G. Jahn, Professor an der Universität in Königsberg i/Pr., Altstadt. 

Langgasse 38 (820). 

- Dr. P. J e n s e n , Prof. an der Univ. in Marburg i/H., Frankfurterstr. 21(1118). 

- Dr. Julius JoUy, Prof. an d. Univ. in Würzburg, Sonnenstr. 5 (815). 

- Dr. Ferd. Justi, Geheimrath imd Prof. a. d. Univ. in Marburg i/H., Bar- 

füsserthor 32 (561). 

- Dr. Th. W. JuynboU, in Leiden (1106). 

- Dr. Adolf K a e g i , Professor a. d. Univ. zu Zürich in Hottingen, Kasinostr. 4 

(1027). 



XIY Verzeichnis der Mitglieder der D, M. GeeelUchaft. 

Herr Dr. Paul K«hle in Wittenberg, Predigerseminar (1296). 

- Dr. Oeorg Kamp f f m ey e r , Priratdocent a. d. Universität lu Marbori 

(1304). 

- Dr. Adolf Kamphausen, Prof. an der Univ. in Bonn, Weberstr. t7 

- Dr. Emil K a u t z s c h , Prof. an der Univ. In Halle a/8., Wettiner Str. 32 

- Dr. Alezander von K^gl, Outsbesitxer in Pussta Ssent Kirily, 

Laczhiza, Com. Pest-Pilia, Ungarn (1104). 

- Dr. Charles F. Kent, Professor of Ribllcal Literaiore and History at ] 

University in Providence R.J. (1178). 

- Dr. Frdr. Kern in Charlottenburg, Rankestr. 13 (1285). 

- Lic. Dr. Konrad Kessler, Professor der Orient. Sprachen an d. Ui 

Greifswald, Langestr. 10 (875). 

- Dr. Franz K i e l h o r n , Geh. Regieruugsrath and Prof. an der Univ 

in Göttingen, Hainholzweg 21 (1022). 
Leonard W. King, of British Museum, Department of Egyptiaj 
Assyrian Antiquides, in London WC (1191). 

- Dr. Johannes Klatt, Bibliothekar a. D. an der Kgl. Bibliothek in 1 

Westend, Charlottenbnrg, Linden Allde 8/10 (878). 

• Dr. G. Klein, Professor, Rabbiner in Stockholm, Strandvägen 49 
. Dr. P. Kleiner t, Prof d. Tbeol. in Berlin W, Schellingstr. 11 (49i 

- Dr. K. Klemm in Gross-Lichterfelde b. Berlin, Verlängerte Wi 

Strasse 28 A (1208). 

- Dr. Heinr. Aug. Klostermann, Konsistorialrath und Prof. d. Th< 

in Kiel, Jägersberg 7 (741). 

- Dr. Friedrich Knauer, Professor an der Univ. in Kiew (1031). 

- Dr. Kaufmann Kohl er, Rabbiner in New York (723). 

- Dr. Samuel Kohn, Rabbiner und Prediger der braelit. Religionsgei 

in Budapest VII, HolI6-utcza 4 (666). 
Dr. George Alex. Kohut, Rabbiner und Prediger in Dallas, Texas 1 
No. 141, Pocahontas Street (1219). 

- Dr. Paul V. Kokowzoff, Privatdocent a. d. Universität in St. Pe 

3 Rotte Ismailowsky Polk, H. 11, Log. 10 (1216). 

- Dr. phil. et theol. Eduard König, Prof. a. d. Univ. in Bonn, Schlossstr 

- Dr. Alexander KovÄts, Professor der Theologie am röm.-kathol 

in TemesvÄr, Ungarn (1131). 

- Dr. phil. F. Oswald Kram er, Pfarrer in Gerichshain bei M 

Sachsen (1303). 

- Dr. J. Krcsm&rik, k. Oberstuhlrichter in Szarvas, Bök^sf 

Ungarn (1159). 

• Dr. Johannes Krengel in Breslau, Neue Oderstr. 13 d (128 

- Theod. Kreussler, Pastor in Ursprung b. Ober-Lungwitz i. Ei 

(1126). 

• Dr. E. Kuhn, Prof an der Univ. in München, Hossstr. 3 (7 

- Dr. Franz Kühn ort, Privatdocent an der Univ. in Wien 

gasse 7 (1109). 

• Dr. Joseph K u h n e r t , Kaplan b. St. Matthias in Breslau, Ritterp 

- Dr. Ignaz K u n o s , Direktor der orientalischen Handelsaka«' 

pest V, Alkotmäny-utcza 11 (1283). 

- Dr. Geza Graf Kuun von Osdola, Excellenz, Kaiserl. u. ] 

rath auf Schloss Maros-Neroeti, Post D^va (Ungarn) 

- Dr. S. Landauer, Prof. u. Bibliothekar an der Univ. in S 

Ehrmannstr. 1 (882). 

- Dr. Carlo Graf von Landberg, k. schwed. Kammerherr un 

Agent z. D., München, Akademiestrasse 11 (1043). 

- Dr. Carl Lang, Direktor am Kgl. Seminar in Boderkesf 

- Dr. Charles R. Lau man, Prof. of Sanskrit in Hi 

9 Farrar Street, in Cambridge, Massachusetts, U. i 

- Dr. M. Lauer, Geh. Regieruugsrath u. Schulrath in S 



Verzeichnü der Mitglieder der D, M. Gesellschaft, XY 

Herr Dr. Berthold Läufer in Köln a. Rh., Hohestrasse 125 (1308). 

• Dr. S. Lefmann, Professor an der Universität in Heidelberg, Plöck» 

Strasse 46 (868). 

• Dr. jar. et phil. Carl F. Lehmann, Privatdocent an der Universität in 

Berlin NW, Louisenstr, 51 (1076). 

- Dr. Oscar von Lemm, am Asiat. Museum d. K. Ak. d. W. in St. Peters- 

burg, Wassili Ostrow, Nicolai-Qaai 1 (1026). 

- Paul Lergetporer, Aufenthalt unbekannt (1100). 

• L. Leriche in Mogador, Maroc (1182). 

- Dr. Ernst Leumann, Prof. a. d. Univ. in Strassburg i /Eis., Stern wartstr. S 

(1021). 

- Dr. Mark Lidxbarski, Privatdocent in Kiel, Lomsenstr. 57 (1243). 

- Dr. Bruno Lieb ich, Professor an der Universität in Breslau, Ohlauufer 1& 

(1110). 

- Dr. Emest Lindl, Presbyter in München, Theresienstr. 39 I (1245). 

- Dr. Bruno Lindner, Professor an der Univ. in Leipzig, Egelstr. 8 (952). 

• Dr. phil. Enno Littmann, Princeton U. S. A. (1271). 

- Warmund Freiherr Loef feiholz von Colberg in München, Mars- 

strasse la/4 (1294). 

- David Lop es in Lissabon, R. da Escola Polytechnica, 61 (1284). 

- Dr. Wilhelm Lotz, Professor der Theologie in Erlangen, Landwehrstr. 11 

(1007). 

• Dr. Immanuel Low, Oberrabbiner in Szegedin (978). 

- Dr. Alfred Ludwig, Professor an der deutschen Universität in Prag,. 

Königl. Weinberge, Krameriusgasse 40 (1006). 

• Jacob Lütschg, Secretair d. kais. russ. Consulats in Chaborowsk (865). 

- C. J. Lyall, B.S. C, in London SW, 78 Cornwall Gardens (922). 

- Dr. J. F. Mc Curdy, Prof. am Univ. College in Toronto, Canada (1020). 

- Dr. Arthur Anthony Macdonell, Professor des Sanskrit a. d. Univ. in 

Oxford, 107 Banbury Road (1051). 

- Norman M^Lean, Fellow of Christ's College and Lectnrer in Cambridge 

(EngUnd) (1237). 

- Dr. Eduard Mahler in Budapest, Nationalmuseum (1082). 

- Dr. Oskar Mann, Hilisbibliothekar an d. Kgl. Bibliothek in Berlin N., 

Weissenburgerstr. 58 UI (1197). 

- David Samuel Margoliouth, Fellow of New College and Laudian Pro- 

fessor of Arabic in the University of Oxford (1024). 

- Dr. Karl Marti , Professor der Theologie an der Universität in Bern, Marien- 

Strasse 25 (943). 

- Michael Maschanoff, Professor an der geistl. Akademie in Kasan (1123). 

• Dr. B. F. Matthes, Agent der Amsterd. Bibelgesellschaft im Haag, 

Bilderdijkstr. 102 (270). 

- Dr. A. F. von Mehren, Professor in Fredensborg b. Kopenhagen (240). 

• Dr. Bruno Meissner, Lehrer am Oriental. Seminar zu Berlin, S. W. 

Belle-Alliancestr. 47 (1215). 

- Dr. A. Merz, Geh. Hofrath, Professor d. Theologie in Heidelberg, Bunsen- 

strasse 1 (537). 

- Dr. Ed. Meyer, Professor a. d. Universität zu Halle a/S., in Giebichenstein 

b. Halle, ReUstr. 88 (808). 

- Dr. Leo Meyer, k. russ. wirklicher Staatsrath, ord. Honorarprofessor in 

Göttingen, Haussenstr. 9 (724). 

- Dr. tbeol. L. H. Mills, Professor of Zend Philology in the University 

of Oxford, Norham Road 19 (1059). 

- Ut, phU. Eugen Mittwoch in Schrimm, (Prov. Posen) (1272). 

• Stod. phil. Camino Möbius in Leipzig, Stern wartenstr. 40 (1312). 

- Dt, O. F. von Möllendorff, kaiserlich deutscher Consul in Kowno 

L Bussland (986). 

- P. G. von Moellendorff, Commiss. ofCustoms in Ningpo (China) (690). 



XVI Verzeichnit lUr Mitglieder der D, M. Gesellschaft. 

Herr Dr. George F. Moore, Professor of Theology in Andover, Mass., U. 

(1072). 

- Dr. J. H. Mordtmann, kaiserl. deutscher Konsul in Salonik (807) 
-, Mubarek Ghalib Bey, Exe, in ConsUntinopel, Cantardjüar (1170) 

- Dr. Ferd. Mühlau, kais. russ. wirkl. Staatsrath u. Professor d. The 

der Universität in Kiel, Niemannweg 36 II (565). 
Sir William Muir, K. C. S. I., LL. D., in Edinburgh, Denn Park House ( 
Herr Dr. D. H. Müller, Professor an der Universität in Wien VIII, 

gasse 10 (824). 

- Dr. Friedrich W. K. Müller, Hil&arbeiter am Königl. Museum für V< 

künde zu Berlin in Steglitz b/Berlin, Düntherstr. 9 (1101). 

- Dr. Ed. Müller-Hess, Professor in Bern. Effingerstr. 47 (834). 

- Dr. C. A. Nallino in Neapel, R. Istituto OrienUle (1201). 

- Dr. med. Karl Narbeshuber in Sfakes, Tunisien (1275). 

- Dr. Eberh. Nestle, Professor am theol. Seminar zu Maulbronn (80 

- Dr. W. A. Neumann, Prof. a. d. Univ. in Wien IX, Gamisongas 

(518. 1084). 

- Dr. George Karel Niemann, Professor in Delft (547). 

- Dr. Ludwig Nix, Privatdocent an der Universität in Bonn, Roonstr. 13(1 

- Dr. W. Nowack, Professor an der Univers, in Strassburg i/Els., Th 

gasse 3 (853). 

- Dr. Heinrich Nützel, Directorial -Assistent bei den Kgl. Muse< 

Berlin N, Elsasserstr. 31 (1166). 

• Dr. J. Oestrup, Privatdocent in Kopenhagen, N. Norrebrogade 42 (1 

- Dr. H. Oldenberg, Prof. an der Univ. in Kiel, Niemann^weg 92 ^ 

- Rob. Olsen, luther. Pfarrer in Hjörundtjord (Norwegen) 1286. 

- J. van Oordt, in Leiden, Oude Ryn (1224). 

- Dr. Max Freiherr von Oppenheim, beim deutschen Generalconi 

Kairo (1229). 

- Dr. GusUv Oppert, Prof. in Berlin W., Bülowstr. 55 I (1264). 

• Dr. Conrad vonOrelli, Prof. a. d. Univ. in Basel, Bernoullistr. € 

- Dr. C. Pauli, Professor am Kantonslyceum in Lugano (Cant. 

Casa Monti. Viale Carlo Cattaneo 94 (987). 

- Dr. Felix E. P eiser, Privatdocent an der Universität in Königsbei 

Schönstrasse 18 a (1064). 

- Dr. Felix Perl es, Rabbiner in Königsberg i. Pr., Hintere Vorstadt 42 

- Max Pesl, München, Klenzestrasse 58 (1309). 

- Rev. John P. Peters, Prof. an der Episcopal Divinity School ) 

delphia, Pennsylvania, U. S. A. (996). 

- Dr. Norbert Peters, Prof. der alttestamentlichen Exegese i 

theolog. Facultät in Paderborn (1189). 

- Dr. Arthur Pfungst, Fabrikant in Frankfurt a. M., Gärtnerweg 

- Dr. Friedr. Wilh. Mart. Philippi, Professor an d. Univ. li 

Schröderstr. 46 (699). 

- Dr. Bernhard Pick, in Albany, New- York, 393 Washington S 

- Dr. Richard Pietschmann, Professor, Direktor der Kgl. Univ. 

in Greifswald, Knopfstr. 13 (901). 

- Theophilus Goldridge Pinches, Department of Eg}'ptian an 

Antiquities, British Museum; 36, Heath Str., Hampstead in L 
(1017). 

- Dr. Richard Pischel. Prof. a. d. Univ. in Halle a/S., Schiller 

- Dr. Samuel Poznan ski in Warschau, Tlomackie 7 (1257). 

- Dr. Franz Praetori US, Prof. a. d. Univ. in Hnlln n/S., Lafonta* 

- Josef Prasch, Sparkassen-Beamter in Graz (Steiermark) 

Strasse 59 (1160). 

- Dr. Eugen Prym, Prof. an der Univ. in Bonn, Coblenzerst 

- Lic. Dr. Alfred Rahlfs, Professor a. d. Univers, in Götting« 

Chaussee 19 (1200). 



Verzeichnu €ier Mitglieder der D. M. Geseüschaft, XYII 

Frau Dr. phil. Emma Bauscbenbusch-Clough in Ongrle, Madras Presidency, 

India (1301). 
Herr Dr. H. Reckendorf, Professor a. d. Univ. in Freiburg i. B., Maximilian- 

Strasse 34 (1077). 

- Dr. Hans Reichelt in Baden b. Wien, Neugasse 23 (1302). 

- Dr. theol. und phil, C. Reinicke, Professor in Wittenberg (871). 

- Dr. J. N. Reuter, Docent des Sanskrit und der vergl. Sprachwissenschaft 

an der Universität in Helsingfors, Högleersgatan 25 (1111). 

- H. Routher, Verlagsbuchhändler, Berlin W., Köthenerstr. 4 (1306). 

- Dr. Charles Rice, Chemist Department Public Charity & Corr., Bellevue 

Hospital, in New York (887). 

- P. Dr. Joseph Rieb er, Prof. der Theologie an der deutschon Univ. in 

Prag III, Carmelitergasse 16 (1154). 

- Dr. Fr. Risch, Pfarrer in Heuchelheim, Post Ingenheim, bei Landau, 

Rheinpfalz (1005). 

- Paul Ritter, Lektor a. d. Univ. zu Charkow, Instrumentalstr. 3 (1295). 

- Dr. James Robertson, Prof. of Orient. Languages in Glasgow, 7, the 

University (953). 

- Dr. Job. Roediger, Director der Königl. Universitäts-Bibliothek in Mar> 

bürg i/H., SchwanalWe 7 (743). 

- Dr. Robert W. Rogers, B. A., Professor am Drew Theological Seminary, 

in Madison, New Jersey, U. S. A. (1133). 

- Dr. Albert Rohr, Docent an der Univ. in Bern (857). 

- Gustav Rösch, pens. ev. Pfarrer in Biberach a. d. Riss (932). 

• Baron Victor von Rosen, Prof. an der Universität und Akademiker in 

St. Petersburg, Excellenz, Wassili-Ost row, 7te Linie, 2 (757). 

• Dr. Arthur von Rosthorn, Legationsrat in Peking (China), K. u. K. 

österr.-ungar. Gesandtsch. (1225). 

- Lic. Dr. J. W. Rothstein, Professor an der Universität in Halle a/S., 

Karlstr. 4 (915). 

- Dr. Max Rottenburg in Vizsoly, Ungarn (1212). 

- W. H. D. Rouse, M. A., Fellow of Christ's College in Cambridge, Eng- 

land (1175). 

- D. F. Rudioff, Superintendent in Wangenheim bei Gotha (1048). 

- Dr. Franz Rühl, Prof. a. d. Univ. in Königsberg i/Pr., Königsstr. 39 (880). 

- Dr. theol. und phil. Victor Ryssel, Professor an der Univers, in Zürich, 

Fluntem« Plattenstr. 45 (869). 

- Dr. med. Lamec Saad, Sanitätsarzt in Jaffa (Syrien) (1046). 

- Dr. Ed. Sachau, Geh. Regierungsratb, Prof. an der Univ. in Berlin W, 

Wormser Str. 12 (660). 

• Carl Salemann, Exe, Wirkl. Staatsrath, Mitglied der kais. Akad. d. W., 

Direktor des Asiatischen Museums in St. Petersburg, Wassili-Ostrow, 
Haus der Akademie (773). 

- Archibald Henry Sayce, M. A., Prof. a. d. Univ. in Oxford (762). 

- Dr. Wilhelm S c h e n z , Geistl. Rath u. königl. Lycealrector in Regensburg 

(1018). 

- Dr. Lucian Scherman, Privatdocent au der Universität in München, 

Giselastr. 8 (1122). 

- Celestino Schiaparelli, Prof. des Arab. an der Univ. in Rom, Lungara 10 

(777). 

- Gregor Heinrich Schils, Pfarrer in Fontenoille (Ste C^cile), Belgien (1056). 

• A. Houtum-Schindler, General in persischen Diensten, General-Inspector 

der Telegraphen in Teheran (1010). 

- Dr. EmilSchlagintweit, k. bayr. Regierungsratb in Zweibrücken (626). 

- Dr. Nivard Schlögl. O. Cist, Prof. der Theol« gie in Stift Heiligenkreuz 

bei Wien (1289). 

- Dr. Johannes Schmidt, Geh. Rath u. Prof. an der Univ. in Berlin W, 

Lütaower Ufer 24 (994). 

b 



XYm Verzeichnü der MUgUeder der D, M. Gesellschaft. 

Herr Dr. Richard Schmidt, Privatdocent a. d. Universität in Halle, Lessing- 
Strasse 17 (1157). 

• Dr. Nathaniel Schmidt, Professor, Comell University, Ithaca N. J. 

(1299). 

- Dr. Leo Schneedorfer, Prof. der Theologie an d. deutschen Universität 

in Prag I, Aegidigasse (Dominicaner-Kloster) 9 (862). 

- Dr. H. Schnorr von Carolsfeld, Oberbibliothekar der kgl. Univers- 

Bibliothek in München, Leopoldstr. 33, I (1128). 

- Dr. George H. Schodde, Prof. a d. Capital University in Columbus, Ohio, 

452 Keniball Place, ü. S. A. (900). 

- Dr. Eberhard Schrader, Oeh. Regierungsrath , Prof. an der Univ. in 

Berlin NW, Kronprinzen-Ufer 20 (655). 

- Dr. Friedr. Schrader in Konstantinopel (1152). 

- Dr. W. Schrameier, kaiserl. deutscher Vice-Cousul a. i. am kaiserl. 

deutschen Consulat in Tsintau, China (976). 

• Dr. Martin Schreiner, Docent an der Lehranstalt für Wissenschaft 

des Judenthums in Berlin N, Ziegelstr. 13 1 (1105). 

- Dr. Paul Schröder, kaiserl. deutscher Generalkonsul für Syrien in 

Beirut (700). 

- Dr. Leopold v. Schroeder, Prof. an der Univ. in Wien, Maximilians- 

platz 13 U (905). 

- Dr. Friedrich Schulthess, Professor an der Universität in Göttingen, 

Friedländerweg 38 (1233). 

- Lic. Dr. Fr. Schwally, Professor an der Univers, in Strassburg i/£lsass, 

Lessingstr. 3 (1140). 

- Dr. Paul Schwarz, Privatdoc. a. d. Uni vors, in Leipzig, Waldstr. 29 II 

(1250). 

- Dr. Jaroslav SedlÄ^ek, Professor an der k. k. böhmischen Universität 

in Prag; Smichow, Hussstrasse 13 (1161). 

- Dr. Ernst Seidel, prakticierender Arzt in Leipzig - Reudnitz , Grenz- 

strasse 19 II (1187). 

- Dr. Chr. F. Seybold, Professor der somit. Sprachen an der Uuivers. in 

Tübingen, Hechingerstr. 14 (1012). 

- Henry Sidgwick, Fellow of Trinity College in Cambridge (632). 

- Otto Siegesmund, Pfarrer in Gross-Mirkowitz bei Stempuchowo (Bez. 

Bromberg) (1246). 

- Dr. K. Siegfried, Geh. Kirchenrath, Prof. der Theologie in Jena, W.-G.- 

Bahnhofstr. 12 (692). 

- Dr. Richard Simon, Privatdocent an der Universität in München, Neu- 

Pasing U bei München (1193). 

- David Simonsen, Oberrabbiner in Kopenhagen, Skindergade 28 (1074). 

- Dr. Rudolf Smend, Prof. an der Univ. in Göttingen, Bühl 21 (843). 

- Dr. theol. Henry Preserved Smith, Prof. Amherst College in Amherst, Mass. 

(918). 

- Dr. Christian Snouck Hurgronje, Professor in Batavia, Java (1019). 

- Dr. phil. Moritz Sobernheim in Berlin W., Bellevuestr. 18A (1262). 

- Dr. J. S. Speyer, Professor an der Universität in Groningen (1227). 

- Dr. W. Spiegelberg, Professor an der Universität in Strassburg i/E., 

Vogesenstr. 22 (1220). 

- Jean H. Spiro, Prof. ä l'Universit^ de Lausaiyie ä Vufflens-la-Ville, Cant. 

de Vaud (Snisse) (1065). 
• Dr. Reinhold Baron von Stackeiberg, Docent am Lazarew*schen Institut 
in Moskau (1120). 

- Dr. phil. Freih. Alexander v. Stael-Holstein in Petersburg (1307). 

- R. Steck, Prof. d. Theol. an der Universität in Bern (689). 

- Dr. Aurel Stein, M. A., Principal, Oriental College, and Registrar, Paiyab 

University, in Labore (1116). 

- Dr. Georg Steindorff, Prof. a. d. Univ. in Leipzig, Haydnstr. 8 HI (1060). 



Verzeichnis der Mitglieder der D, M. Gesellschaft, XIX 

Herr P. Placidus Steininger, Professor der Theologie in der Benediktiner- 
Abtei Admont (861). 

- Dr. M. Steinschneider, Prof. in Berlin O, Wallner-Theaterstr. 34 (175). 

- Kev. Dr. T. Steuhouse, in Stocksfield on Tyne, North umberland (1062). 

- Dr. £dv. Stenij, Adjunkt an der theologischen Fakultät der Universität 

in Helsingfors (1167). 

- J. F. Stenning, M. A., Wadham College in Oxford (1277). 

- Dr. Josef Stier, Prediger und Rabbiner der braelit. Gemeindein Berlin N, 

Oranienburgerstr. 39 (1134). 

- Dr. Theod. Stockmayer, in Stuttgart, Fenerseeplatz 14 (1254). 

- Dr. Hermann L. Strack, Professor der Theologie an der Universität zu 

Berlin in Gross-Lichterfelde, Ringstr. 98 (977). 

- A. W. S trat ton Pui\iab University in Labore (1305). 

- Dr. Max Streck in Berlin (1259). 

- Arthur Streng, M. A., Lecturer in the University of Cambridge in London, 

SW Westminster, 36, Grosvenor Read (1196). 

- Dr. phil. Hans Stumme, Professor an der Universität in Leipzig, Funken- 

burgstrasse 4 m (1103). 
Georges D. Surso ck , Dragoman des k. deutschen Consulats in Beirut (1014). 

- .Dr. Heinrich Suter, Professor am Gymnasium in Zürich, Kilchberg 

b. Zürich (1248). 

- Aron von Szil4dy, reform. Pfarrer in Halas, Klein-Kumanien (697). 

• Dr. Jyun Takakusu, Nr. 4 Shiroyamacho, Shiba in Tokjro, Japan (1249). 

- A. Tappehorn, Pfarrer in Vreden, Westphalen (568). 

- Dr. Emilio Teza, ordentl. Prof. an der Universität in Padova (444). 

- G. W. Thatcher, M. A., B. D., in Oxford (1107). 

- Dr. G. T h i b a u t , Principal Muir Central College in AlUhabÄd, Indien (781). 

- Dr. C. P. Tiele, Professor an de- Universität in Leiden (847). 

- W. von Tiesen hausen, Exe. kals. russ. wirkl. Staatsrath in St. Peters- 

burg, Kaiserl. Eremitage (262). 

- Dr. Tsuru-Matsu Tokiwai, pr. Adr.: Baron G. Tokiwai in Isshinden, 

Province Ise, Japan (1217). 

- Dr. Fr. Trechsel, Pfarrer in Spiez, Canton Bern (Schweiz) (755). 
Fürst Esper Esperomtsch Uchtomskij, Durchl. , Kammerherr Sr. Maj. des 

Kaisers v. Russland in St. Petersburg, Schpalemaja 26 (1235). 
Herr Rud. Uli mann, Pfarrer in Altenmuhr bei Gunzenhausen in Mittolfranken 
in Bayern (1150). 

- Dr. J. Jacob Unger, Rabbiner in Iglau (650). 

• Dr. J. J. Ph. V aleton, emer. Prof. d. Theol. in Amersfoort (Niederlande) 

(130). 

- Dr. Herm. VÄmb^ry, Prof. an der Univ. in Budapest , Franz- Josephs- 

Quai 19 (672). 

- Dr. B. Vandenhoff, Privatdocent in Münster i/W., Bergstr. 8 (1207). 

- Cand. phil. Friedrich Veit, in Ostdorf b. Balingen i/ Württemberg (Schwarz- 

waldkreis) (1185). 

- Albin Venis, Principal Sanskrit College in Henares (1143). 

- Dr. G. van Vloten, Adjutor Interpretis Legati Warneriani in Leiden, 

Gangetje 1 (1119). 

- Dr. H. Vogelstein, Rabbiner in Stettin, Falken walderstr. 127 (1146). 

- Dr. Hermann Vogelsteiu, Rabbiner in Königsberg i/Pr., Burgstr. 10. 

(1234). 

- Dr. Hans Voigt, Gymnasial-Oborlehrer in Leipzig, Hauptmannstr. 4 (1057). 

- Dr. Wilh. Volck, kais. russ. w. Staatsrath und Prof. der Theol. in Rostock 

(536). 

- Lic. Dr. K. Völlers, Professor an der Universität in Jena, Oberer Philo- 

sophenweg 17 (1037). 
< Dr. Jakob Wackernagel, Professor an der Universität in Basel, Garten- 
strasse 93 (921). 



XX Verzeichnis der Mitglieder der D, M, Geeeüschaft, 

Herr Oscar Wassermann in Berlin C, Borgstr. 21 (1260). 

- The Venerable Archdeacon A.William W a tk i n s, The College, in Dorham (827). 

- Dr. F. H. Weissbach, Assistent an der Universitätsbibliothek und 

Privatdocent a. d. ünivers. za Leipzig in Gautzsch b. Leipzig (1173). 

- Dr. J. Wellhausen, Geh. Kegierungsrat und Professor an der Universität 

in Göttingen, Weberstrasse 18 a (832). 

- Dr. J. G. Wetzstein, königl. preuss. Consul a. D. in Berlin N, August- 

strasse 69 (47). 

- Pfarrkandidat K. Weymann in Hagsfeld bei Karlsruhe i. B. (1279). 

- Dr. Alfred Wiedemann, Prof. a. d. Univ. in Bonn., Königstr. 2 (898). 

- Dr. Ulrich Wilcken, Professor an der Universität in Würzburg (1206). 

- Dr. Eug. Wilhelm, Professor in Jena, Wagnergasse 11 (744). 

- Dr. Hugo Win ekler, Privatdocent an der Universität zu Berlin, in 

Wilmersdorf bei Berlin, Bingerstr. 80 (1177). 
Dr. Ernst W i n d i s c h , Geh. Hofrath, Prof. des Sanskrit an der Univ. in 
Leipzig, Universitätsstr. 15 (737). 

- Dr. Moritz Winternitz, Prof. i. Prag, Kgl. Weinberge, Manesgasse 4(1121). 

- W. Witschel, Oberlehrer um Louisenstädt. Realgymnas. in Berlin S, 

Planufer 39 (1226). 

- Dr. M. Wolff, Rabbiner in Gothenburg (263). 

- Rev. Charles H. H. Wright, D. D., M. A , Ph. D. in Birkenhead, Chester, 

44 Rock Park, Rockferry (553). 

- W. Aldis Wright, B. A. in Cambridge, England, Trinity College (556). 

- Dr. C. Aug. Wünsche, Professor u. Oberlehrer an d. Rathstöchterschule 

in Dresden, Albrechtstr. 15 (639). 

- Dr. Th. Zachariae, Prof. a. d. Univ. in Halle a/S., Häudelstrasse 29 (1149). 

- Dr. Joseph Zaus, Docent der Philosophie an der k. k. deutschen Uni- 

versität in Prag I, Karisg. 174 (1221). 
. - Dr. K. V. Zettersteen, Privatdoc. a d. Univ. in Lund, Grönegatan 32 (1315). 

- Dr. Heinr. Zimmer, Geh. Regierungsrath , Professor au der Universität 

in Grei&wald, Karlsplatz 13 (971). 

- Dr. Heinr. Zimmern, Prof. a. d. Univ. in Leipzig, Johannisallee 11 (1151). 

- Dr. Jos. Zubaty, Prof. a. d. Prager böhmischen Universität in Smichov 

b/Prag, Hussstrasse 539 (1129). 



In die Stellung eines ordentlichen Mitgliedes sind eingetreten ') : 

Das Veitel-Heine-Ephraim'sche Both ha-Midrasch in Berlin (3). 
Die Königl. Bibliothek in Beriin W, Opernplatz (12). 

„ Königl. und Universitäts-Bibliothek in Breslau (16). 

„ Königl. und Universitäts-Bibliothek in Königsberg i/Pr. (13). 

„ Bibliothek des Benedi ctinerstifts St. Bonifaz in München (18). 
La Biblioth^que Kh^diviale au Caire (Egypte) (32). 
Die Bodleiana in Oxford (5). 

„ Grossherzogliche Hofbibliothek in Darmstadt (33). 
Die K. K. Hofbibliothek in Wien (39). 
St. Ignatius-Collegium in Valkenburg (Holland) (35). 
Das Fürstlich HohenzoUern'sche Museum in Sigmaringen (1). 
Tlie New- York Public Library, Astor Lenox and Tilden Foundations, in 

New- York, 40 Lafayette Place (44). 
The Owens College in Manchester, England (30). 
Das Rabbiner-Seminar in Berlin. (Dr. A.Berliner, Berlin C, Gipsstr. 12 a) (8). 



1) Die in Parenthese beigesetzte Zahl ist die fortlaufende Nummer und 
bezieht sich auf die Reihenfolge, in der die betreff. Bibliotheken und Inatitute 
beigetreten sind. 



Verzeichnis d, Mitgl, u. d. gelehrten Körperschaften und Institute. XXI 

TheRector of St. Francis Xavler's College in Bombay (9). 

„ Union Theological Seminary in New York (25). 
Die Stadtbibliothek in Hambarg (4). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek in Amsterdam (19). 

„ Universitftts-Bibliothek in Basel (26). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek iu Berlin NW, Dorotheenstr. 9(17). 

„ Königl. Universit&ts-Bibliothek in ChrUtiania (43). 

„ Kaiserl. Universitäts-Bibliothek in Dorpat (41). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek in Erlangen (37). 

„ Orossherzogl. Universitäts-Bibliothek in Freibnrg i/B. (42). 

„ Grossherzogl. Universitäts-Bibliothek in Giessen (10). 
Königl. Universitäts-Bibliothek in Greifswald (21). 
Grossherzogl. Universitäts-Bibliothek in Jena (38). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek in Kiel (24). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek „Albertina'* in Leipzig, 
Beetbovenstr. 4 (6). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek in Marburg i/H. (29). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek in München (40). 

„ Kaiserl. Universitäts-Bibliothek in St. Petersburg (22). 

„ K. K. Universitäts-Bibliothek in Prag (14). 

„ Grossherzogl. Universitäts-Bibliothek in Rostock (34). 

„ Kaiserl. Universitäts- u. Landes-Bibliothek in Strassburg i/Els. (7). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek in Utrecht (11). 

„ Königl. Universitäts-Bibliothek in Würzburg (45) 



II 



Verzeichnis der gelehrten Körperschaften nnd Institute^ 
die mit der D. H. Gesellschaft in Schriftenaustansch stehen. 

(Nach dem Alphabet der Städtenamen.) 

1 . Das Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wetenschappen in B a t a v i a. 

2. Die Königl. Prenss. Akademie der Wissenschaften in Berlin. 

3. Die Gesellschaft für Erdkunde in Berlin SW, WUhelmstr. 23. 

4. Das Seminar fUr Orientalische Sprachen in Berlin C, Am Zeughaus 1. 

5. Die Zeitschrift fiir afrikanische und oceanbche Sprachen in Berlin, W, 

Potsdam erstr. 22 a. 

6. Die Redaction des Al-Machriq, Revue catholique Orientale i. Beyrouth (Syrien). 

7. The Bombay Brauch of the Royal Asiatic Society in Bombay. 

8. La Soci^tä des BoUandistes, 14, rue des Ursulines, k Bruxelles. 

9. Die Magyar Tudomänyos Akad^mia iu Budapest. 

10. Die Redaction der Ethnologischen Mittbeilungen aus Ungarn, in Budapest. 

11. Die Orientalische Handels-Akademie in Budapest V, AlkotmÄuy utcza 11. 

12. Le Minist^re de l'Instruction publique k Caire (Egypte). 

13. The Royal Asiatic Society of Bengal in Calcutta. 

14. The Ceylon Brauch of the Royal Asiatic Society in Colombo. 

15. Das Real Institute di Studj superiori in Florenz, Piazza S. Marco 2. 

16. Studj italiani di filologia indo-iranica in Florenz. 

17. Societä asiatica italiaua in Florenz, Piazza San Marco 2. 

18. Die Königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen. 

19. Der Historbche Verein fQr Steiermark in Graz. 

20. Das Koninkl\jk Instituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde van Nederlandsch 

Indie im Haag. 

21. Die Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. 
]S2. Die Finniseh-Ugrische Gesellschaft in Helsingfors. 
23. Das Curatorium der Universität in Leiden. 



XXII Verzeichnis der gelehrten Körperschaften und Institute, 

24. Die Redaetion des T^oung-pao in Leiden. 

25. Der Deutsche Verein zur Erforschung Paliistinas in Leipzig. 

26. Das Anthropological Institute, London W., Hanovor Square 3. 

27. The Society of Biblical Archaeology in London WC, Bloomsbury, 37, 

Russell Street. 

28. The Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland in Londc 

22, Albemarle Str. 

29. The Royal Geographical Society in London W, 1, Savile Romt. 

30. Das Athönöe oriental in Löwen. 

31. Die Königl. Bayer. Akademie der Wissenschaften in München. 

32. The American Oriental Society in New Haven. 

33. DieEcole speciale des Langues oriontales Vivantes in Paris, Rue de 

34. Das Musöe Guimet in Paris. 

35. Die Revue Archöologique in Paris, Rue de Lille 2. 

36. Die Socidte Asiatique in Paris, Rue de Seine, Palais de l'Institu 

37. Die Society de Geographie in Paris, Boulevard St. Germain 184 

38. Die Soci^t^ Acaddmique Indo-chinoise in Paris. 

39. Die Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. 

40. Die Kaiserl. Russ. Geographische Gesellschaft in St Petersbur 

41. Die Society d' Archäologie et de Numismatique in St. Petersba; 

42. The American Philosophical Society in Philadelphia, No. 10 

Fifth Street. 

43. The American Journal of Archaeology in Princeton, New Jersey 

44. Die R. Accademia dei Lincei in Rom. 

45. Die Direzione del Bessarione in Rom, S. Pantaleo 3. 

40. Die Direction du Service local de la Cochinchine in Saigon. 

47. Die Ecole franQaise d'Extreme-Orient in Saigon. 

48. The North China Brauch of the Royal Asiatic Society in Sha 

49. The Tokyo Library of the Imperial University of Japan in Tökj 

50. The Asiatic Society of Japan in Tokyo. 

51. Die Königl. UniversitäUbibliothek in Upsala. 

52. The Smithsonian Institution in Washington. 

53. The Bureau of Ethnology in Washington. 

54. Die Kaiserl. Königl. Akademie der Wissenschaften in Wien. 

55. Die Numismatische Gesollschaft in Wien I, UniversitÄtsplatz 

56. Die Mechitharisten-Congregation in Wien VII, Mecbitharister 

Ex officio erhalten je 1 Expl. der Zeitschrift 

Se. Hoheit Prinz Moritz von Sachsen- Altenburg in Altenburg. 

Das Königl. Ministerium des Unterrichts in Berlin. 

Die Privat-Bibliothek Sr. Majestät des Königs von Sachsen in £ 

Se. Ezcellenz der Herr Staatsminister von Seydowitz in Dresd 

Die eigene Bibliothek der Gesellschaft in Halle a/S. (2 Exemp 

Die Königl. Universitäts-Bibliothek in Halle a/S. 

Die India Office Library in London SW, Whitehall, Downing 

Die Königl. öffentliche Bibliothek in Stuttgart. 

Die Königl. Universitäts-Bibliothek in Tübingen. 



xxm 



Personalnachrichten. 

Als ordentliches Mitglied ist der D. M. G. beigetreten fUr 1901: 
1316 Herr Dr. phil. Carl Philipp, Berlin NW. Lessingstr. 15. 

Dnrch den Tod verlor die Gesellschaft ihr Ehrenmitglied: 
Herrn Geh. Rat Prof. Dr. Lud. Krehl, f 15. Mai 1901, 
das correspondierende Mitglied: Herrn Dr. Salisbury, f 5. Febr. 1901, 
sowie die ordentlichen Mitglieder: Herren Dr. Ch. Rice and P. G. y. MölleU' 
dorff. 



c 



XXIT 



Yerzeichnis der TOm 28. Februar bis 80. Hai 1901 für die 
Bibliothek der D. H. 6. eingegangenen Schriften n. s. w. 

I. Fortsetsungen. 

1. Zu Ab 360. GnHcoR'b RHHT'b, npio6piTeHHHxi BH6iioTeKOD Hxnepa- 
TopcKaro G.-neTep6yprcKaro FHEBepCHTeTa bi 1900 roxy. No. 2. Gi 
1 Idia no 31 JI,eKaopii. G.-Üerepoyprb 1901. 

2. Zu Ae 5. 49, Abhandlungen, PhilosophiBche und historische, der 
Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus den Jahren 1899 
und 1900. Berlin 1900. 

3. Zu Ae 30. Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissen- 
schaften zu Göttingen. Philologisch-historische Klasse. 1900. Heft 3. 
Geschäftliche Mittbeilungen. 1900. Heft 2. Göttingen 1900. 

4. Zu Ae 45. Rendiconti della Reale Accademia dei Lincei. Classe di 
scienze morali, storiche e filologiche. Serie quinta. Vol. IX. Fase. 9^ — 10^. 
11«— 12®. Vol. X. Fase. 1«— 2®. Roma 1900. 1901. 

5. Zu Ae 65. 49, Bulletin de l'Acadömie Imperiale des Sciences de St.- 
P^tersbourg. V« S^rie. Tome XII. No. 2—5. Tome XHI. No. 1—3. 
St-P^tersbourg 1900. 

6. Zu Ae 165. 4^, Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie 
der Wissenschaften zu Berlin. I— XXII. Berlin 1901. 

7. Zu Ae 185. Sitzungsberichte der philosophisch - philologischen und 
der historischen Classe der k. b. Akademie der Wissenschaften zu München. 
1900. Heft IV. V. Inhaltsverzeichnis der Sitzungsberichte der philosophisch- 
philologischen und der historbchen Classe der k. b. Akademie der Wissen- 
schaften. Jahrgang 1886—1899. — 1901. Heft I. München 1900. 1901. 

8. Zu Ae 190. Sitzungsberichte der philosophisch -historischen Classe der 
Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Band CXLI. CXLII. Jahrgang 
1899. 1900. Register zu den Bänden 131 bb 140 der Sitzungsberichte . . . 
XrV. Wien 1899. 1900. 

9. Zu Af 116. Müssen, Le. Etudes philologiques, historiques et religieuses. 
Fondä en 1881 par Gh. de Harlez, Nouvelle S^rie. — Vol. I. No. 3—4. 
Louvain 1900. 

10. ZuAfl24. Proeeedings of the American Philosophical Society held 
at Philadelphia for promoting useful knowledge. Vol. XXXIX. No. 161. 164. 
Philadelphia 1900. 

11. Zu Ah 5. Analecta Bollandiana. Tomus XX. — Fasel. Bruxellb 1901. 

12. Zu Bb 606. Bessarione. Pubblicazione periodica di studi orientali. 
nn. 53—54. 57—58. Roma 1901. 

13. Zu Bb 608. Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde van Neder- 
landsch-Indic. Zesde Volgreeks. — Achtste Deel (Deel LH der geheele 
Reeks.) — Eerste en Tweede Aflevering. 's-Gravenhage 1901. 



Verz, derfOrdie Bibliothek der D. M. G. eingeg, Schriften u, s. w. XXF 

14. Zu Bb 790. Journal of the American Oriental Society. Twenty-first 
Volume, Second Half. New Haven 1901. 

15. Zu Bb 750. Journal, The, of the Boyal Asiatic Society of Great Britain 
& Ireland. April, 1900. London. 

16. Zu Bb 790. Journal Asiatique .... publik par la Soci^tä Asiatique. 
Neuvi&me Sirie. Tome XVII. No. 1. — Janvier^F^vrier 1901. Paris. 

17. Zu Bb 818. al-Machriq. Revue catholique Orientale bimensuelle. 
Sciences-Lettres-Arts. [Bairüt] 1901. No. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 

18. Zu Bb 901. Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde, 
uitgegeven door het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- 
schappen. Deel XLIII. Aflevering 3 en 4. 5. Batavia | 's Hage 1901. 

19. Zu Bb 905. 4®. T'onng-pao. Archives pour servir & l'^tude de Thistoire, 
des langues, de la g^ographie et de l'ethnographie de l'Asie Orientale. 
U. S^rie. Vol. IL No. 1. 2. Mars. Mai 1901. Leide 1901. 

20. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 
Fünfundfünfzigster Band. I. Heft. Leipzig 1901. 

21. Zu Bb 945. Zeitschrift, Wiener, für die Kunde des Morgenlandes. 
XV. Band. — 1. Heft. Wien 1901. 

22. Zu Bb 1200, s, 180. Gahge^a UpädJiyäya, Tattva-CintSmani. Edited 
by Pandit Kämakhyä-Näth Tarka- VägUa. Part IV. Vol. II. Fase. XI. 
Calcutta 1900. [:= Bibliotheca Indica. New Series, No. 975.] 

23. Zu Bb 1200, s, 505. Nägesabhatta, MahfibhS.syapradIpoddyota by 
Nägega Bhatta, Edited by Pandit Bahuvaüabha ^ästri. Vol. I, 
Fasciculus Vli. Calcutta 1900 [= Bibliotheca Indica. New Series, 
No. 974]. 

24. Zu Bb 1200, s, 610. Pingala, PrSkrita-Paingalam. Edited by Chandra 
Mohana GhosJia. Fasciculus II. III. Calcutta 1900 [= Bibliotheca Indica. 
New Series, No. 972. 976]. 

25. Zu Bb 1200, s, 700. SatapathabrShmanam. The Qatapatha BrSh- 
ma^a of the White Yajurveda, with the Commentary of Säyana Äcärya, 
Edited by Pandit Satyavrata Sämagrami. Vol. I, Fasciculus II. Calcutta 
1900 [= Bibliotheca Indica. New Series, No. 973]. 

26. Zu Bb 1200, s, 720. Siddharai, UpamitibhavaprapancS kathS. The 
Upamitabhavaprapancha Katha of Siddharshi. Edited by Peter Peterson, 
Fase. UI. Calcutta 1900 [« Bibliotheca Indica. New Series, No. 971]. 

27. Zu Bb 1240. 2®. Mittheilungen aus den Orientalischen Sammlungen 
[der] Königliche[n] Museen zu Berlin. Heft IX. Berlin 1901. (Von der 
Generalverwaltung der Königl. Museen.) 

28. Zu Bb 1243. Orient, Der alte. Gemeinverständliche Darstellungen 
herausgegeben von der Vorderasiatischen Gesellschaft. 2. Jahrgang. Heft 4. 
[Landau, Wilhelm Freiherr v., Die Phönizier.] Leipzig 1901. 

29. Zu Ca 9. Sphinx. Revue critique embrassant le domaine entier de 
rÄgyptologie pubUöe ... par Karl Piehl. Vol. IV. — Fase. lU & IV. 
Upsala, Leipzig, London, Paris o. J. 

30. Zu Eb 692. Haraprasäd Cästri, Notices of Sanskrit MSS. Second 
Series. Volume I, Part III. Calcutta 1900. 

31. Zu Eb 4435. 4^ JStaka, The, or Stories of the Buddha's former Births. 
Translated from the PSii by Various Hands under the editorship of E. B. 
Cotvell, Vol. IV. Translated by W. H. D. Rouse. Cambridge 1901. 

32. Zu Ed 1237. 4^. Ararat 1901, 1. 2. 3. Walarsapat. 

33. Zu Ed 1365. 4^ Handes amsoreay. 1901. 2. Wienna. 



XXTI Verz, der für dieBibliothek der D. M. G. emgeg. Schriften «. 9,w. 

34. Za Eg 419. "Enetrinig. Erog s\ ^iXoloyixog JSvXXoyog Tlagpaeeog 
Ev A^rivaig 1901. 

35. Za Fa 76. Szemloi Keleti .... Revue Orientale poor les Stades onralo- 
alta'iqaes. II. ^vfolyam. 1901. 1. sz4m. Badapest. 

36. Zu Fa 3987. KamaHoe^f H., Boctoibu 6H6iiorpa4)iii- [A. ans ^ijn«A. 

1900. Nb. 10. 11. 12. 1901. No. 1. 2.] [KasaHL 1900. 1901.] (Vom 
Verf.) 

37. Za Fi 80. C6opBHRi MaTepiaiOBi xi' onncaHiji MicTBOcrefi h 

lueMeHl KaBRasa. BHnyCR'b IX. XXVI. Th<|)1HCI 1890. 1899. (Von Herrn 
Oberbibliothekar Dr. Kreisberg.) BsiiyCRi XXVIU. Th4)IHCI 1900. (Von 
Herrn Geheimrat Janoffsky). 

38. Za la 140. Zeitschrift des Deutschen PaUestina- Vereins. Band XXIV, 
Heft 1. Leipzig 1901. 

39. Zu la 173. 4^ Eneyclopaedia Biblica. A Gritieal Dictionary . . . . 
edited by T. K. Cheyne and J. Sutherland Black. Volume II. £ to K. 
London 1901. 

40. Zu le 259. 4®. Sedldlek, Jaroslay V., Vyklad posvätnych zalmu a bib- 
lickych chvalozpeyfi breviäfe. Dil U. V. Praze 1901. (Vom Verfasser.) 

41. Zu Ic 2290. Proeeedings of the Society of Biblical Archaeology. 
Vol. XXIIL Part 1. 2. [London] 1901. 

42. Zu Mb 135. 4®. Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in "Wien. 
Nr. 212. 213. 214. V. Band. (Nr. 15. 16. 17.) März. April. Mai. 1901. 

43. Zu Mb 245. Zeitschrift, Numismatische, herausgegeben von der Numis- 
matischen Gesellschaft in Wien durch deren Redactions-Comit^. 32. Band. 
Erstes und Zweites Semester. 1900. Wien 1901. Mit Atlas. 

44. Zu Na 325. Revue arch^ologique. Troisiime S^rie. — Tome XXXVIU. 
Janvier— F^vrier 1901. Mars— Avril 1901. Paris 1901. 

45. Zu Nb 145. 2®. M^moires publik par les membres de la Mission ar- 
ch^ologique fran9ai8e au Caire. Tome XIX. — Fascicule lU. Paris 1900. 
(Von Herrn Dr. Max van Berchem.) 

46. Zu Nf 452. 49, Epigraphia Indica and Record of the Archaeological 
Survey of India. Edited by E. HuUzsch, Part lU. (Vol. VI.) July 1900. 
Calcutta. 

47. Zu Ng 1185. Plakaatboek, Nederlandsch-Indisch , 1602—1811, door 
J. A. van der Chijs. Zeventiende Deel. Systematisch Register. Batavia | 
's Hage 1900. 

48. Zu Nh 170. Archiv für österreichische Geschichte. Band 87. 88. 89, 1. 
Wien 1899. 1900. 

49. Zu Nh 171. Fontes rerum Austriacarum. Oesterreichische Geschichts- 
Quellen. 2. Abtheilung. Diplomataria et Acta. XL VIII. Band. Zweite 
H&lfte. XLIX. liand. Zweite Hälfte. Wien 1896. 1899. 

50. Zu Nl 415. OrqeT'b o coctoühIh h xiüT&ibHOCTH HMneparopCRaro 
C.-neTep6yprcRaro YHiBepcHTeTa sa 1900 roxi» cocTaBjeeHHfi H. R, 
MappoMi. Ci npHjioxeHieM'& pi^H JI. B. XoxcRaro. G.-neTep6ypri> 

1901. (Von Herrn Dr. Kreisberg.) 

51. Zu Oa 43. Othbti HiinepaTOpCRaro PyccRaro reorpa4t>H9ecKaro 06- 
n^ecTBa sa 1900 roxi. G.-IIeTep6ypri> 1901. 

52. Zu Oa 151. Journal, The Goographical. 1901. Vol. XVII. No. 3. 4. 5. 

53. Zu Oa 255. Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
Band XXVllI. — 1901, — No. 2. 8. Berlin 1901. 



Verz, der für die Bibliothek der D. M. G, eingeg, Schriften u, s. w, XXYII 

54. Zu Oa 256. Zeitschrift der Gesellschaft fiir Erdkunde su Berlin. 
Band XXXV. — 1900 — No. 5. 6. Berlin 1900. 

55. Zn Ob 2780. 4^. Dagh- Reg ister gehenden int Casteel Batavia vant 
passerende daer ter plaetse als oyer geheel Nederlandts-India. Anno 1637. 
Uitgegeven . . . onder toezicht van H. T. Colenbr ander, 's-Gravenhage 1899. 

56. Zu Ob 2845. 4^ lAth, P. A. van der, en SneUeman, Joh. F., Ency- 
clopaedie van Nederlandsch-Indle. Afl. 24. 25. 's Gravenhage-Leiden. 

57. Zu Oe 175. 4^. Journal, The, of the Anthropological Institute of Great 
Britain and Ireland. Vol. XXIX,'(New Series, Vol. II) 1900. Nos. 3, 4. 
Containing the Papers read before the Institute firom November 7th to 
December 12 th, 1899. London. 

58. Zu Oc 2030. 4^. Fatkanov , S., Die Irtysch-Ostjaken und ihre Volks- 
Volkspoesie. n. Teil. Ostjakische Texte mit deutscher und russischer 
Übersetzung nebst Erläuterungen. St. Petersburg 1900. 

59. Zu Oc 2380. 4^ Powell, J. W., Seventeenth Annual Report of the 
Bureau of Ethnology to the Secretary of the Smithsonian Institution 1895 
—-96. Part 2. Washington 1898. 

II. AndereWerke. 

11197 Q. CarakasaiphitS. . . . CakrapS^dattakrtatlkSsambalitft kavirijasri- 
Harinäthamääradena saipäodhits. Khanda 1—19. KalikStft sakSbdSh 
1814 ff. Eb 2485. 4°. 

11198 Q. Vägbhata, The AstÄngahridaya [sie] . . . With the Commentary of 
Aru^adatta. Kevised & coUated by Anna Moresvar Kunte. Second 
revised edition. Bomby 1891. Eb 3590. 4<>. 

11199. Huartj Clement, Notice sur trob ouvrages en Türe d*Angora imprim^ 
en caractöres grecs. Eztrait du Journal Asiatique. Paris 1901. (Vom 
Verf.) Fa 3155. 

11200. Mevlud Serif. Stambul 1303. Fa 2876. 

11201 F. Girkh Mna^orda^ est hnagoyn hay thargmanovthean zafadzinn ae 
i loys G rigor ffalatheanc, Moskwa 1899. [:= TpyÄH no Bocto- 
KOBtAtHlD, HaxasaexHe JlasapeBCRiuii HHCTHTyTOMi Boctohhhxi 
.flasKOBi. BsnycK'b I.] (Von Herrn Oberbibliothekar Dr. Kreisberg.) 

Ib 2029. 2«. 

11202. B(icu,ihee7, f A. A., BssaHTifl h ApaÖu. IIoiHTHHecKiji OTHomemfl 
BHsaRTlH H Apa6oBi 3a spenH AMopificRofi XBHacTiH. C-Üerep- 

öypnb, 1900. (Desgl.) Ng 846. 

11203Q. MuAAcph, BceB., Oqeps'b <|)0HeTHKH eBpeficRO-TaTCKaro Hapi^ifl. 
[= TpyxH no BocTOROBiA^niio, HSAasaeMHe JlasapeBCRHMi HncTHTy- 

TOM'b BOCTOHBEIXI ){3HR0B1>. BUDyCRl III]. MoCRSa 1900. Fl 97. 4^ 

11204 Q. MarepiajiH no KaaaR-KHprHscROMy asHsy co6paHHHC H. Jan- 
meeuM^, [= TpyxH no BocTOKOB^X'i^Hii) HSAaBaeMHe jIa:)apeBCRHMx 
HHCTHTyTOM'b BocToqBHX'b AsHROBi». BsnycK'b II.] MocRsa 1900. 
(Desgl.) Fa 4066. 4^ 

11205Q. MeAtopaHCKÜit 11. M., IlaifflTHHRi b-b necTb Kdil TerHna. C.-IIeTep- 
Öypn 1899. (Desgl.) Fa 3855. 4«. 

11206 Q. TtMewaysem, B., HenpiypOHeBHHft AHpzeMi. [SA. aus den Schriften 
der Moskauer Numismatischen Gesellschalt.] [MocRBa 1900.] (Vom 
Verf.) Mb 605. 4^. 

11207 Q. Ihn FadUn Ahmad. Tuseuiayaem, B., Bi san^HTv n6H'b-$aAiaHa. 

[Oi'A^i. OTT. HB-b „3anHC0Ri> BocTOiH. Otä^jt. Hmh. PyccR. Apxeojor. 

06m,.** Tom* XIII.j, C.-UeTepöypr'b 1900. (Vom Verf.) De 6216. 4«. 



XXYm Verz, der für die Bibliothek der D. M. G, eingeg. Schriften u. «. w. 

11208. [G[rierson]f Q, A.] Cenaas of India, 1901. Indexes of Langaages. 
London 1901. Bb 1455. 

11209. Kamphausenf Adolf, Isaiah's Prophecy concerning the Major-domo of 
King Hesekiah. [A. ans dem American Journal of Theology, January 
1901.] (Vom Verf.) Ic 7U. 

11210. Butler, Howard Crosby, Report of an American Archaeological Ex- 
pedition to Syria, 1899 — 1900. [A. aas American Journal of Archaeology, 
Second Series. Journal of the Archaeological Institute of America, 
Vol. IV (1900), No. i.] o. O. 1900. (Von Herrn Dr. Littmann.) Nd 70. 

11211. Abu Zakarijä al-Hassär. Suter, Heinrich, Das Rechenbuch des 
Abu Zakarijä el-Hassär. [A. aus der Bibliotheca Mathematica. 
3. Folge, n. Band. 1. Heft.] Leipzig o. J. (Vom Verfasser.) De 2970. 

11212. HtUh, Georg, Die Entzifferung der Mahaban-Inschriften. [SA. aus SB A. 
1901. IX.] Berlin 1901. (Vom Verfasser.) Fa 3842. 

11213 Q. Huth, Georg, Erste Probe der Entzifferung der Mahaban-Inschriften. 
BerUn 1901. (Desgl.) Fa 3843. iP, 

11214. [Vimuäarman]^ Das Pancatantram (Textus omatior). Eine altindische 
Märchensammlung. Zum ersten Male übersetzt von Richard Schmidt, 
Heft 1. 2. Leipzig 1901. (Vom Übersetzer.) Eb 3771. 

11215. Legenden, Zwei, des Milaraspa von Berthold Laufer, SA. aus dem 
Archiv für Religionswissenschaft FV. Band, 1. Heft. Tübingen und 
Leipzig 1901, (Vom Herausgeber.) Ff 1485. 

11216. Sa bdag klu gnan gyi byad grol bzugs. Ein Sühngedieht der 
Bonpo. Aus einer Handschrift der Oxforder Bodleiana. Von Berthold 
Lauf er, [SA. aus Denkschriften d. K. A. d. W. in Wien. Philoso- 
phisch-historische Classe. Band XLVI. VIL] Wien 1900. (Vom 
Herausgeber.) Ff 1590. A^, 

11217. K*yun po Bio gros rgyal mts*an [und] K*yun po rGhjal ba t*od 
dkar, Rgyal rabs bon gyi obyuü gnas. Laufer, Berthold, Über ein 
tibetisches Geschichtswerk der Bonpo. SA. aus T'oung-Pao, S^rie II, 
Vol. II, no. 1. Leiden 1901. (Vom Verf.) Ff 1480. 

11218. Proc^s-verbaux des s^ances de TAcad^mie Imperiale des Sciences 
depuis sa fondation jusqu'ä 1803. Tome I. 1725 — 1743. Tome II. 
1744—1770. Tome III. 1771—1785. C.-neiepÖypri 1897. 1899. 
1900. 3 voll. (Von der Acadömie Imp. des Sciences de St.-Pöters- 
bourg.) Ni 425. 

11219 Q. MarepiajiH no HsyieHii) lOKarEpcuaro üSHsa h (t)OJbRj[opa , co- 
6paHHHe Bi KozHMciLOM'& OKpyrt B. H. loxeAhcoHOMz. HacTB I-aü. 
C.-nerepöypri, 1900. (Desgl.) Fk 680. 4«. 

11220 Q. MaTepiajiH no HsyqeHiD HysoTCsaro Ji.iHRa h 4>oJi>KJiopa, co- 
6paHHHe Bi KozHMCKOMi OKpyrt B. F. EoiopaaoMi. 4acTb I-aü. 
06pa3uu HapoxHoft cjiOBecHOCTH ^yKO^'b (TeKCTu ci nepeBOXOMi h 
nepecKasH). C.-HeTepöyprb 1900. (Desgl.) Fk 1230. 4* 

11221Q. XpecTOMaTifl, MoHroiLCuaii , x^i^ nepBOHaqajiBHaro npenoiaBamfl 
cocTaBjeBHaü A. noadniheeuMh. Ci npexHCjiOBieM'b H. H. BeceAOQ- 
CKaw, CaHKTneTep6ypri> 1900. [= Haxaeiü ^aKyjibTeTa Boctoibuxi 
JTsHKOB'b HiinepaTopcKaro C.-neTep6yprciLaro yRSBepcHTexa. No. 7.] 

(Desgl.) Fa 2055. 4«. 

11222. Pancatthiyasamgahasuttaqi. II Compendio dei cinque elementi 
(Pancatthiyasaipgahasuttam) [herausgegeben von] P. E. Pavolini. l Testo. 
Firenze 1901. [SA. aus Giomale della Societä Asiatica Italiana. Vol. 
XIV.] (Vom Herausgeber.) £b 4733. 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G, eingeg. Schriften u. s. to. XXIX 

11223. [Reusch] Mayor, John £. B., Franz Heinrich Iteuach. Cambridge 
1901. (Vom Verfasser.) Nk 713. 

11224Q. [Su^ruta], SusrutasamhitS { mahfimati-palyanScIryyakrta-Niyandhasam- 
grahäkhya-tTkft[-]sahitS kaviräJa-sriAvinSsacandra-kaviratnena annväditS 
sainsodhitS ca. Part I To XXXIV. KalikStfi o. J. Eb 3533. 4®. 

11 225. Clair-Tisdall , W. St., The Sonrces of Islam. A Persian Treatise. 
Translated and abridged by Sir William Muir. Edinburgh 1901. 

Ec 1645. 

11226 Q. Expedition, Südarabische. Band I. Die Somali-Sprache von Leo 
Eeinisch. I. Wien 1900. Bb 1429. 4<>. 

11227 F. Herz Bey, Max, La mosqn^e du sultan Hassan an Cidre. Le Caire 

1899. Qb 50. 2«. 

11228. Juices, A. , Dictionary of the Jatki or Western Panj&bi Language. 
Labore 1900. Eb 6075. 

11229. Lacauperie, Terrien de, Beginnings ofWriting in Central and Eastem 
Asia, or Notes on 450 Embryo -Writings Bud Scripts. London 1894. 

Ba 445. 

11230. Streck f Maximilian, Die alte Landschaft Babylonien nach den arabbchen 
Geographen. I. Teil. Leiden 1900. Ob 1585. 

11231. Goeje, M. J. de, Memoire sur la conqaete de la Syrie. [== M^moires 
d'histoire et de göographie orientales. No. 2. Seconde edition.] Leide 

1900. Ne 196. 

1 1232. Dedekind, Alexander, Altägyptisches Bienenwesen im Lichte der modernen 
Welt-Bienenwirthschaft. Berlin 1901. P 69. 

11233. Arnold, £. Vernon, The Rigveda. [«> Populär Studios in Mythology, 
Romance & Folklore No. 9.] London 1900. Eb 1612. 

11234 Q. Bulletin de l'Ecole Fran9aise d'Extr^me-Orient. Tome 1«^, no. 1. 
Hanoi 1901. Bb 628. 4». 

11235 Q. Geyer, Rudolf, [Anzeige von Hartmann, Martin, Lieder der libyschen 

Wüste]. [= Allgemeines Litteraturblatt Nr. 2. X. Jahrgang.] Wien 

1901. De 7992. 4«. 

11236 Q. Schwally, Fr „ [Anzeige von Hartmann, Martin, Lieder der libyschen 

Wüste.] [= Orientalistische Litteratur-Zeitung. 3. Jahrgang, No. 12.] 
Berlin 1900. De 7995. 4». 

11237. Ihn Qutaiba 'Abd AUäh b. Muslim ad-Dainawarl. Ihn Kutaiba's 
Adab-al-Kätib. Nach mehreren Handschriften herausgegeben von Max 
Grünert, Leiden 1900. De 6856. 

11238. Alberte j Otto, Der Dichter des in uigurisch-türkischem Dialekt ge- 
schriebenen Kudatku bilik (1069 — 70 p. Chr.) ein Schüler des Avicenna. 
[SA. aus dem Archiv für Geschichte der Philosophie.] [Berlin 1901.] 
(Vom Verf.) Fa 3954. 

11239. Harraescfwitz, Otto, Antiquarischer Catalog 258. Eranische, kaukasische, 
finnisch-ugrische und türkisch-tatarische Sprachen und Völker. Leipzig 
1901. Ac 183i. 

11240. Harrassauntz , Otto, Antiquarischer Catalog 259. Chinesische, indo- 
chinesische, ostasiatische und polynesisch-malayische Sprachen und Völker. 
Leipzig 1901. Ac 183 k. 

11241. Harrassovntz, Otto, Antiquarischer Catalog 260. Aegyptische Sprache 
und Geschichte. Koptisch. Leipzig 1901. Ac 183^. 

11242. Leroux, Emest, Publications 1872—1896. Paris o. J. Ac 261. 



TYY Venf, der für die Bibliothek der D, M. O, eingeg. Schriften u. s. w, 

11243. MtiUer, Frederic, Catalogae. Asie. Histoire. Geographie. Voyages. 
Amsterdam o. J. Ae 315. 

11244. Spirgatis, M., Verseichniss 83. Arabisch, Persisch, Türkisch. Leipzig 
1901. Ac 418. 

11245 Q. Bogaerde de Heeswijk, Baron van den. Catalogue de mannscrits 
et de livres provenant des collections Baron van den Bogaerde de 
Heetwijkf J. P. iSix, M. L. Hardenberg, A. J. Lamme, Boymane. 
Partie I. II. Amsterdam 1901. Ac 40. 4^ 

11246. Quaritch, Bemard, A Catalogae of Works on Oriental History, Lan- 
gnages and Literature. No. 205. Part I. London 1901. Ao 371. 

11247 F. Häraprasad Shäetri, MahSmahopftdhyäya , Report on the Search 
of Sanskrit Manuscripts. (1895 to 1900.) Calcatta 1901. (Vom 
Government of Bengal.) Eb 385. 2^. 

11248. KatJiavate, Abigi Vishna, Report on the Search for Sanskrit Manuscripts 
in the Bombay Presidency daring the Years 1891—92, 1892—93, 1893 
—94, and 1894—95. Bombay 1901. (Vom Curator, Central Book Dep6t, 
Bombay.) Eb 412. 

11249. Eamanoeit H. 9., Othcti o noisxKi, coBepmeHHofi i^tomi 1898-ro 
roxa no nopy^eniD HcTopHKO-^HioiorHqecKaro ^^asynTera HMnepa- 
Topcsaro KasaHCKaro yeHBepcHTeTa bi y(|i)HMCKyD ryöepeii). KasaeB 
1900. (Vom Verf.) Ob 2424. 

11250. Kamauon, H. 9., OT^erb o noiaxKi B'& MHHycHHCKift yisxi EeHcefi- 
CKofi ry6epHiH, coBepmeBHofi no nopy^em» ncTopHKo-4^HJOiorH- 
HecRaro vaRyjiLTeTa HMnepaTopCKaro KaaaecKaro yoEBepcHTeTa. 

JI^TOM'b 1899 roxa. KasaBL 1900. (Vom Verf.) Ob 2425. 

11251. KamaHoe^f H. 9., OnscaHie oxHoro MeTauHHecKaro sepsaia ci 
apa6CK0D HaxnHCBD. KasaHL 1898. (Von Herrn Prot Dr. Hom.) 

De 12630. 

11252. IIOKpOeCKiÜ, H., BopTHH^eCTBO (n^eiOBOACTBO) KaRl OAHHl» H31 BHXOBl 

HaTypaibHaro xosjificTBa h npoMHCjia Giesb KasaBH bi XVI — XVII bb. 

(SA.) 0. O. u. J. (Von Herrn Dr. Katanov). P 245. 

11253. HoemlCj A. F. Rudolf, An Epigraphical Note on Palm-leaf, Paper and 
Biroh-bark. Beprinted from the Journal, Asiatic Society of Bengal, 
Vol. LXIX, Part I, No. 2, 1900. (Vom Verf.) P 120. 

11254. Karst, Josef, Aussprache und Vokalismus des Kilikisch- Armenischen. 
Erster Teil einer historisch-grammatischen Darstellung des Kilikisch» 
Armenischen. [Diss.] Strassburg 1899. (Von Herrn Prof. Dr. Hom.) 

Ed 270. 

11255. Joseph Bechor Schor, Der Pentateuch-Commentar des, zum Buche 
Numeri . . . herausgegeben . . . von Jacob Neumann, [Diss.] Breslau 
1899. (Von Herrn Prot Dr. Hom.) Dh 5310. 

11256. GhaUb, Mubarek Bey, Müzei humäyun. Meskükät qadimei islSmiyye 
qatalü^y qism taut. Konstantinopel 1318. (Vom VerC) Mb 344. 

Zu B. 

3 Münzen aus äem Nachlasse Flebchers. (Von Herrn Prof. D. Mühlau). 
7 Münzen aus dem Nachlasse August Müllers. (Von Frau Prof. Müller.) 
[Nähere Beschreibung bleibt vorbehalten.] 



XXXI 



Allgemeine Versammlung 

der D. M. 6. am 3. Okt. 1901 zu Strassburg i. E. 



Die diesjährige Allgemeine Versammlung findet statt 
in Verbindung mit der 46. Versammlung deutscher Philologen 
und Schulmänner, die vom 1. — L Oktober zu Strassburg i. E. 
abgehalten wird. 

Für unsere geschäftlichen Verhandlungen haben wir den 

« 

3. Oktober angemeldet. Die Sitzung soll um 9 Uhr beginnen 
und in einem Auditorium des Universitätsgebäudes stattfinden. 

Halle und Leipzig, im Mai 1901. 

Der Oeschäftsf&brende Vorstand. 



xxxni 



Personalnachrichten. 

AU ordenüiche Mitglieder sind der D. M. G. beigetreten für 1901: 

1317 Herr Dr. J. Pollak, Prag, Sme^kagasse 26. 

1318 „ Dr. J. Fb. Vogel, Arcbaeological Surveyor, Dharmsala (Indien). 

1319 „ U. Wogibara, stud. pbil., z. Z. Strassburg, Stern wartstr. 3 I. 

In die Stelle eines ordentlicben Mitgliedes trat ein für 1902: 
Die Princeton University Library zu Princeton NJ., USA. 

Durcb den Tod verlor die Gesellschaft die ordentlicben Mitglieder: 
Herrn Prediger Tb. Arndt in Berlin, f 2. Juli 1901. 

Geb. Rat Prof. Dr. Job. Scbmidt in Berlin, f 4. Juli 1901. 
„ H. Sidgwick in Cambridge. 

Ibren Austritt erklärten die Herren: 
Breasted, Haitzmann und Siegfried. 



XXXIV 



Yerzeichnis der Tom 31. Mai bis 31. Juli 1901 fUr die 
Bibliothek der D. H. 6. eingegangenen Schriften n. s. w. 

I. Fortsetzungen. 

1. Zu Ae 30. Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissen- 
schaften zu Göttinnen. Philologisch-historische Klasse. 1901. Heft 1. 
Geschäftliche Mittheilungen. 1901. Heft 1. 

2. Zu Ae 45. Ren di conti della Reale Accademia dei Lincei. Classe di 
scienze morali, storiche e filologiche. Serie quinta. Vol. X. Fase. 3^ — 4^. 
Roma 1901. 

3. Zu Ae 45 a. 4<>. Atti della R. Accademia dei Lincei anno CCXCVIII. — 
1901. Rendiconto doli' adunanza solenne dei 2 giugno 1901 onorata 
dalla presenza di S. M. il Re. Roma 1901. 

4. Zu Af 54. Report, Annual, of the Board of Regents of the Smithsonian 
Institution, showing the Operations, Expenditures, and Condition of the In- 
stitution for the Year ending June 30, 1898. Report of tho U. S. National 
Museum. Washington 1900. 

5. Zu Af 116. Mosöon, Le. Etudes philologiques, historiques et religieuses. 
Fondö en 1881 par Ch. de Harlez. Nouvelle S^rie. — Vol. IL No. 1, 
Louvain 1901. 

6. Zu Ah 5. Analecta Bollandiana. Tomus XX. — Fase. IL Bruxellis 1901. 

7. Zu Bb 10. Bibliographie, Orientalische, .... bearbeitet und heraus- 
gegeben von Luciau Scherman, XIV. Jahrgang. Erstes Halbjahrsheft. 
1. 2. Lieferung. Berlin 1901. 

8. Zu Bb 606. Bessarione. Pubblicazione periodica di studi orientali. 
nn. 59—60. Roma 1901. 

9. Zu Bb 725. Journal of the Asiatic Society of Bengal. Vol. LXIX, 
Part I, No. 2. — 1900. Vol. LXX, Part III, No. 1. — 1901. Calcutta 
1901. 

10. Zu Bb 725c. Proceedings of the Asiatic Society of Bengal. Nos. IX 
— XIL 1900. No. I. IL 1901. CalcutU 1900. 1901. 

11. Zu Bb 750. Journal, The, of the Royal Asiatic Society of Great Britain 
& Ireland. July, 1901. London. 

12. Zu Bb 790. Journal Asiatique .... publik par la Soci^t^ Asiatique. 
Neuvifeme Sörie. Tome XVU. No. 2. — Mars — Avril 1901. Paris. 

13. Zu Bb 818. al-Machriq. Revue catholique Orientale bimensuelle. 
Sciences-Lettres-Arts. [Bairüt] 1901. [IV,] No. 10. 11. 12. 13. 14. 

14. Zu Bb 901. Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde, 
uitgegeven door het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- 
schappen. Deel XLIII. Aflevering 6. Batavia | 's Hage 1901. 

15. Zu Bb 901 d. Notulen van de Algemeene en Bestuurs-Vergaderingen 
van het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wetenschappeu. De«l 
XXXVIII. — 1900. Aflevering 3. Batavia | 's Gravenhage 1900. 



Verz,der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u.s.w, XXX F 

16. Zu Bb 905. 4®. T'oung-pao. Archive» pour servir & Tdiade de l'hUtoire, 
des langues, de la göographie et de Tethnographie de TAsie Orientale. 
11. S^rie. Vol. 11. No. 3. Juillet 1901. Leide 1901.- 

17. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 
Fünfundfünfzigster Band. II. Heft. Leipzig 1901. 

18. Zu Bb 1200, s, 172. Gadädhara Räjaguru, Gadädbara Paddhatau KS- 
lasira edited by Sadägiva Migra of PurT. Vol. I, Fasciculus II. Calcutta 
1901. [» Bibliotheca Indica, New Series, No. 981] 

19. Zu Bb 1200, s, 180. Gangesa üpädhyäyay Tattva-CintSmain. Edited 
by Pandit Kämäkhyä-Näth Tarka- Vä^^a. Part IV. Vol. II. Fase. XII. 
Calcutta 1900 [sie]. [» Bibliotheca Indica. New Series, No. 977.] 

20. Zu Bb 1200, s, 230. Govindänanda Kavikankanäcärya , Varsakriya- 
kaumudi. Edited by Pandita Kamalakrsna Smrtibhüsana. Fasciculus I. 
Calcutta 1901. [= Bibliotheca Indica. "New Series, No. 982.] 

21. Zu Bb 1200, s, 460 [MahSde vftnanda] AdvaitacintS Kaustubha. Edited 
by Babu Girlvidranätha Datta, Fasciculus I. Calcutta 1901. [= Biblio- 
theca Indica. New Series, No. 985 ] 

22. Zu Bb 1200, s, 505. Nägeiabhatta. MahfibhS.syapradIpoddyota by 
Nägega Bhatta, Edited by Pandit Bahuvallabha Cästrt, Vol. I, Fasci- 
culus Vm. Calcutta 1901 [= Bibliotheca Indica. New Series, No. 978]. 

23. Zu Bb 1200, s, 610. Pingdla, PrSkrita-Paingalam. Edited by Chandra 
Mohana Ghoaha. Fasciculus IV. V. Calcutta 1901 [«» Bibliotheca Indica. 
New Series, No. 979. 980]. 

24. Zu Bb 1200, s, 700. SatapathabrShmariain. The (^atapatha Brih- 
mai^a of the White Yajurveda, with the Commentary of Säyana Acärya, 
Edited by Pandit Satyavrata Sämagrami. Vol. I, Fasciculus III. Calcutta 
1901. [= Bibliotheca Indica. New Series, No. 984]. 

25. Zu Bb 1242. Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft. 1901. 
1. 2. 6. Jahrgang. Berlin. 

26. Zu Ca 9. Sphinx. Kevue critique embrassant le domaine entier de 
r^gyptologie publice . . . par Karl Fiehl. Vol. V. — Fase. I. Upsala o. J. 

27. Zu Ca 15. 4^. Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Alterthums- 
künde. Herausgegeben von A, Erman und G. Steindorf, Band XXXVIII. 
Zweites Heft. Leipzig 1901. 

28. Zu De 1570. 2^ Smäh, R. Payne, Thesaurus Syriacus. CoUegerunt 
Stephanus M. Quatremere Georgius Henricus Bernstein G. W. Lorsbach 
Albertus Jac. Arnoldi Carolus M. Agrell F. Meld Aemilius Roediger. 
Auxit digessit ezposuit edidit R. Payne Smith, Fasciculi X Pars II. 
Oxonii 1901. 

29. Zu De 4446. 4^. Diwan aus Centralarabien Gesammelt, übersetzt und 
erläutert von Albert Socin, Herausgegeben von Hans Stumme, 111, Theil: 
Einleitung. Glossar und Indices. Nachträge des Herausgebers. Leipzig 1901. 

30. Zu Eb 10. 2®. Assam Library. Catalogue of Books for the quarter 
ending 30th September, 3 Ist December 1900. 

31. Zu Eb 50. 2^ Bengal Library Catalogue of Books for the Second, 
Third, Fourth Quarter . . . 1900. 

32. Zu Eb 225. 2*^. Catalogue of books, registered in Burma during the 
quarter ending the 30th of June, 30th of September, 31st of December 1900. 
Rangoon 1900. 1901. 

33. Zu Eb 295. 2®. Catalogue of Books registered in the Punjab . . . 
during the quarter ending the 30th September, 3 Ist December 1900. 
[Lahore 1900]. 

d* 



XXXTI Vers, der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg, Schriften u . #. tr. 

34. Zu £b 465. 4^. Kutija Vihäri Nyäyabhüsana , Catalogue of Printed 

Books and Manuscripts in Sanikrit belonging to the Oriental Library of 
the Asiatic Society of Bengal. Fasciculus III. Calcatta 1901. 

35. Zu £b 485. 2®. Memorandum of Books registered in the Hyderabad 
Assigned Districts during the quarter ending SOth September [and] 3 Ist De- 
cember 1900. 

36. Zu £b 765. 2^. Statement ofFarticulars regarding Books and Periodicals 
published in the North- Western Provinces and Oudh, registered . . . during 
the Third [and] Fourth Quarter of 1900, First Quarter of 1901. 

37. Zu £b 3771. [ Vi^pusarman.] Das Paficatantram (Textus omador). 
£ine altindische Märcbensammlung sum ersten Male übersetzt von Richard 
Schmidt. Drittes Heft Leipzig 1901. (Vom Übersetzer.) 

38. Zu £d 1237. 4^ Ararat. 1901. 4. WaUrsapat. 

39. Zu £g 330. 4*. Xqovixu, Bv^avtuva. Tokios tßdoiLOS- Tsvxos y 
[xal] ^. CaBBTnerepdypn 1900. 

40. Zu Fa 60. 4^ Journal de la Sociötö Finno-Ougrienne. XIX. HelsingissX 1901. 

41. Zu Fa 76. Szemle, Keleti .... Revue Orientale pour les ^tudes ouralo- 
alta'iques. II. ^vfolyam. 1901. 2. sz&m. Budapest. 

42. Zu Fa 2288. 4«^. Radioff ^ W., Versuch eines Wörterbuches der Türk- 
Dialecte. Dreizehnte Lieferung. Dritter Band, erste Lieferung. St.-Peters- 
bourg 1900. 

43. Zu Fa 3951. 2^.' Jüeuf ffäss-Jfägib. Das Kudatku Bilik des Jusuf 
Chass-Hadschib aus Bälasagun. Theil II. Text und Übersetzung nach den 
Handschriften von Wien und Kairo herausgegeben von W. Radioff. 
I. Lieferung: p. 2 — 95 der Wiener Handschrift. St. Petersburg 1900. 

44. Zu Mb 135. 4®. Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. 
Nr. 215. V. Band (Nr. 18.) Juni 1901. 

45. Zu Mb 1266. Hül, George Francis, Catalogue of the Greek Coins of 
Lycaonia, Isauria, and Cilicia. [es A Catalogue of the Greek Coins in the 
British Museum.] London 1900. 

46. Zu Na 325. Revue arch^ologique. Troisifeme Sörie. — Tome XXXVIII. 
Mai— Juin 1901. Paris 1901. 

47. Zu Nf 452. 4^. £pigraphia indica and Record of the Archaeological 
Survey of India. Edited by £. HultzscK Part IV. (Vol. VI.) October 
1900. Calcutta. 

48. Zu Oa 151. Journal, The Geographical. June, 1901. Vol. XVIL No. 6. 
July, 1901. Vol. XVIII. No. 1. London. 

49. Zu Oa 255. Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
Band XXVIII. — 1901. — No. 4 u. 5. 6. Berlin 1901. 

50. Zu Oa 256. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
Band XXXVI. — 1901 — No. 1. 2. Berlin 1901. 

51. Zu Ob 1937. Streck, Maximilian, Das Gebiet der heutigen Landschaften 
Armenien, Kurdbt&n und Westpersien nach den babylonisch-assyrbchen 
Keilinschriften. (Schluas.) [A. aus Zeitschrift für Assyriologie , Band XV] 
[Leipzig 1901.] (Vom Verf.) . . 

52. Zu Oc 175. 4^. Journal, The, of the Anthropological Institute of Great 
Britain and Ireland. Vol. XXX, (New Series, Vol. UI) 1900. July to 
December. London. 

53. Zu Oc 2380. 4^ Powell , J. W., Seventeenth [and] Eighteenth Annual 
Report of the Bureau of Ethnology to the Secretary of the Smithsonian 
Institution 1895—96. Part I. 1896—97. Part. I. Washington 1898. 1899. 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G, eingeg, Schriften u, s. w, XXX VH 

II. Andere Werke. 

11257. Poznanski f Samuel, Miscellen über Saadja. III. Die Berechnung des 
Erlösungsjahres bei Saadja. Berlin 1901 [SA. aus: „Monatsschrift fUr 
Oeschichte und Wissenschaft des Judenthums". 44. Jahrgang, Heft 9 
und 11/12. (Vom Verf.) Dh 7794. 

11258. Lütmannf Enno, Zur Entzifferung der Saf^-Inschriften. Leipzig 1901. 
(Vom Verf.) De 12653. 

11259. Schattenspiele, Arabische, von Enno Littmann, Mit Anhängen von 
Georg Jacob. Berlin 1901. (Von Herrn Dr. Littmann.) De 10381. 

11 260 F. BurgeaSf Jas., The Muhammadan Architecture of Ahmadabad. Part I. 
-> A. D. 1412 to 1520. London 1900. [« ASI. New Imperial Series, 
Vol. XXIV = ASWL, Vol. VII.) (Vom Secretary of State for India.) 

Nf 452 (24). 2». 

11261. Oedichte, Indische. Aus dem Sanskrit Übertragen von Johannes 
Hertel. Stuttgart 1900. J. G. Cottasche Buchhandlung Nachf. (Vom 
Verleger und Übersetaer.) Eb 2655. 

11262 Q. Hertel, Johannes, Offener Brief an Herrn Dr. Hermann Oldenberg, 
ord. Professor des Sanskrit a. d. Universität Kiel. Zwickau 1901. 
(Vom Verf.) Eb 2656. 4«. 

11263 Q. WickremasinghSf Don Martine de Zilva, Catalogue of the Sinhalese 
Manuscripts in the British Museum. London 1900. (Von den Trusteei 
of the Briüsh Museum.) Fk 1092. 4^. 

11264. Buttentpieser, Moses, Outline of the Neo-Hebraic Apocalyptic Literature. 
Cincinnati 1901. (Vom Verf.) 

11265 Q. Guidi, Ignazio, Vocabolario Amarico-Italiano. Roma 1901. (Vom 
Verf.) Dg. 671. 4». 

11266. Oriente, L'. Bivbta trimestrale pubblicata a cura dei professori del 
R. Istituto Orientale in Napoli. Volume I. 1894. Volume U. N. 1—2. 
1895. Roma-Napoli 1894. 1895. Hb 842. 

11267. Oumontf Franz, Catalogue sommaire des monuments figur^s relatifs au 
culte de Mithra. [SA. aus Revue Archöologique , Troisieme Sdrie, 
Tome XX.J Paris 1892. Bb 1869a. 

11268. Marqah, Des Samaritaners Marqah Erzählung über den Tod Moses'. 
Nach einer Berliner Handschrift herausgegeben, übersetzt und mit Noten 
und Anmerkungen versehen von E. Munk. Berlin 1890. De 702. 

11269. Funk, Salomon, Die Haggadischen Elemente in den Homilien des 
Aphraates, des persischen Weisen. Wien 1891. De 1646. 

11270. Eusebius von Caesarea, Lohmann ^ Ernst, Der textkritische Wert 
der syrischen Uebersetzung der Kirchengeschichte des Eusebius. [Diss.] 
Halle 1899. De 2013. 

11271. Seidel, A., Praktisches Handbuch der arabbchen Umgangssprache 
ägyptischen Dialekts. Beriin o. J. De 1398. 

11272. al-Färäbl, AlflLräbl's Abhandlung der Musterstaat .... herausgegeben 
von Friedrich Dieterici. Leiden 1895. De 4617. 

11273. as-Sujütu ÖalM al-din al-Suja^i'» al-Samäri^ fi *ilm al-ta'rfl) „Die 
Dattelrispe über die Wissenschaft der Chronologie". Herausgegeben 
von Chr. Fr. Seybold. Leiden 1894. De 10530. 

11274. Lippert, Julius, Studien aus dem Gebiete der griechisch-arabbchen 
ÜbersetzuDgslitteratur. Heft I. Braunschweig 1894. De 13008. 

11275. Bardowicz, Leo, Studien zur Geschichte der Orthographie des Alt- 
hebrfibchen. Frankfurt a. M. 1894. Dh 239. 



XXXVUI Verz. der für die Bibliothek der D. M. G, eingeg, Schriften u. s. tr. 

11276. ^aZ2, Arthur, Hebrew unveiled. $ome afSnities of the Hebrew Language, 
selected with Special Reference to Letter „A" of the English Vocabulary. 
London 1894. Dh 534. 

11277. Feschke, Eduard, Hebräische Syntax für Gymnasien. Leipzig ld92. 

Dh 945. 

11278. Abrabanel, Jehuda b. Isaak. Zimmels, B. , Leone Hebreo. Nene 
Studien. Heft L SA. aus ,Die Neuzeit*' (30. u. 32. Jahrgang). Wien 

1892. Dh 3835. 

11279. Goldachmidtf Lazarus, Lacrima Sionis. Carmina in lingua Hebreomm. 
Berolini 1891. Dh 4708. 

11280. MidrSschlm. Sammlung zehn Icleiner, nach Zahlen geordneten 
Midraschim, als Hochzeitsgabe seinem Freunde Herrn Wilhelm S. Poserif 
hier gewidmet und herausgegeben von Chaim M. Horatcitz, Frank- 
furt a. M. 1888. Dh 6515. 

11281. Michaelf Heimann Joseph, (Or ha-Chajim). Umfassendes bibliogra- 
phbches und literarhistorisches Wörterbuch des rabbinischen Schrift- 
thums aus dem literarischen Nachlasse Heimann Joseph MichaeTs 
znm Drucke befördert von dessen Söhnen. Frankfurt a. M. 1891. 

Dh 8990. 

11282. Bloch, A., Phoenicisches Glossar. Berlin 1890. Di 21. 

11283. ühlenbeck, C. C. , Handboek der Indische Klankleer, in Vergelijking 
met die der Indogermaansche Stammtaal. Leiden 1894. £b 1198. 

11284. ScerbOf Francesco, Radici Sanscrite. Firenze 1892. Eb 1269. 

11285. Sadvim9abrShmana, Das, mit Proben aus Sfiya;>as Kommentar. 
Nebst einer Übersetzung herausgegeben von Kurt Klemm, Prapä- 
thaka L Gütersloh 1894. Eb 1770. 

11286. Jolianason, Karl Ferdinand, Der dialekt der sogenannten Sh&hbSzgarhi- 
redaktion der vierzehn edikte des könig^ A^oka. U. teil. Upsala 1894. 

Eb 4088. 

11287. Ingraham, I. H., Die Feuersäule oder Israel in der Knechtschaft. Über- 
tragen von O. Brandner, Dresden 1892. Ef 470. 

11288. Pekotschf Leopold, Praktisches Übungsbuch zur gründlichen Erlernung 
der osmanisch - türkischen Sprache sammt Schlüssel. Erster Theil. 
Wien 1894. Fa 2372. 

11289. Schleicher, A. W., Afrikanische Petrefakten. Berlin 1891. Fd 70. 

11290. Neubauer, L., Die Sage vom ewigen Juden. Zweite» durch neue Mit- 
teilungen vermehrte Ausgabe. Leipzig 1893. G 162. 

11291. Torma, Sofie von. Ethnographische Analogieen. Ein Beitrag zur Qe- 
staltungs- und Entwicklungsgeschichte der Keligionen. Jena 1894. 

Ha 296. 

11292. Ahmed Moukhtar Pacha, Ghazi, La r^forme du calendrier. Tradnit 
de Toriginal Türe avec Tautorisation de Tauteur par O. N. E. Leyde 

1893. Fa 2597. 

« 

11293. dl-GazzäU, Beer, Tjitze de, Die Widersprüche der Philosophie nach 
al-Gazzäll und ihr Ausgleich durch Ihn Rosd. Strassburg 1894. 

De 5009. 

11294. Teqaf lAristotSlIs. Das Gedicht Tcqaf lAristotSlTs als Beitrag zur 
syrischen Original-Lexicographie und -Grammatik zum 1. Male . . . . 
ediert. Übersetzt und kommentiert von Salomon Samuel, Heft I. 
(Einleitung, Text und Übersetzung.) Halle a. S. 1893. De 2649. 



Verz. der für die Bibliothek der D, M. G, eingeg. Schriften w. ». w, XXXIX 

11295. J?a«mt«««6»t, Harald, 0sterlandsk Mystik efter Persiske Digtere. Keben- 
havn 1887. Hb 945. 

11296. LdppeUf Ernestus, Quae fuerint Justini Martyris Ajto^iVTWUiVBv^ucta 
quaque ratione cum forma Evangeliorum Syro-Latina cohaeseriut [Diss.]. 
Halis Saxonum 1901. la 313. 

11297. He noch, Das Buch, aus dem Aethiopischen in die ursprünglich 
hebräische Abfassungssprache zurückübersetzt, mit einer Einleitung und 
Noten versehen von Lazarus Goldschmidt, Berlin 1892. Ib 631. 

11298. KtUna, S. N., Die Schoepfungslehre der Mosaischen Urkunde innerhalb 
der Orenzen der blossen Vernunft. Przemysl 1892. Ic 385. 

11299. NiebtJir, Carl, Versuch einer Rekonstellation des Deboraliedes. Berlin 
1894. Ic 574. 

11300. Liebmann, Ernst, Der Text zu Jesaia 24 — 27. [Diss.] Leipzig 1901. 

Ic 729. 

11301. Euringer, Sebastian, Der Masorahtext des Koheleth kritisch untersucht. 
Leipzig 1890. Ic 1710. 

11302. Cornill, C. H., Einleitung in das Alte Testament. Freiburg i. Br. 
1891. Id 215. 

11303. Elhorat, Hendrik Jan, De Profetie van Micha. Academisch Proefschrift. 
Amhem 1891. Id 1155. 

11304. Schwarz, Wilhelm, Der Schoinos bei den Aegyptem, Griechen und 
Römern. Eine metrologische und geographische Untersuchung. [= 
Berliner Studien für Classbcbe Philologie und Archaeologie. 15. Band.] 
Berlin 1894. Mb 1610. 

11305. Lewin^ Louis, Rabbi Simon ben Jochai, ein historisches Zeitbild aus 
dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Nach den Quellen dargestellt. 
Frankfurt a. M. 1893. Nd 356. 

11306. Ijuther, Bernhard, Die israelitischen Stämme. Erster (Allgemeiner) 
TeU. [Diss.] Halle a. S. 1900. Nd 361. 

11307. Billerbeck, A., Susa. Eine Studie zur alten Geschichte Westasiens .... 
Eingeführt von Friedrich Delitzsch. Leipzig 1893. Nf 558. 

11308. Harn, Paul, Das Heer- und Kriegswesen der Grossmoghuls. Leiden 
1894. Ng 498. 

11309. Daghbaschean , H., Gründung des Bagratidenreiches durch Aschot 
Bagratuni. Berlin 1893. Ng 651. 

11310. Strakosch- Grassmann , Gustav, Der Einfall der Mongolen in Mittel- 
europa in den Jahren 1241 und 1242. Innsbruck 1893. Nh 990. 

11311. ScharUng, Henrik, Hauran. Reisebilder aus Palästina. Mit Genehmigung 
des Verfassers aus dem Dänbchen übersetzt von P. J. Willatzen, 
Bremen 1890. Ob 1536. 

11312 F. Survey , Ethnographie, of India in connection with the Census of 
1901. Government of India. Home Department. Nos. 3219—3232. 
Extract from the Proceedings of the Government of India in the Home 
Department (Public), — under date Simla, the 23rd May, 1901. (Vom 
Government of India.) Oc 1660. 2". 



XU 



Protokollarischer Bericht 

Aber die am 3. Oktober 1901 zu Strassburg abgehaltene 

Allgemeine Yersammlnng der D.H. 6.^) 

Sitzung 

Donnentag, den 3. Oktober, Vormittag 8^/4 Uhr. 

Die Versammlung der D. M. O. warde von dem Vorsitzenden der Orien- 
talischen Sektion der Allgemeinen deutschen Philologenversammlang , Professor 
Nöldeke, eröffiiet. Die Versammlung ernennt denselben zum Vorsitzenden, 
Professor Euting zum stellvertretenden Vorsitzenden. Zu Schriftführern werden 
gewfthlt Dr. Kampffmeyer und Professor Schwally. 

Zur Einleitung entwirft Professor Nöldeke einen Rückblick auf die 
Geschichte der Gesellschaft, berührt die ausserordentliche Entwickelung der 
semitischen Sprachwissenschaft und hebt hervor, dass das Arabische wie seither, 
so auch in Zukunft im Centrum der semitischen Studien zu stehen habe. 

Professor Praetorius glpbt den Geschäftsbericht als Schriftführer^ der 
Gesellschaft und verliest sodann den Bibliotheksbericht Professor Pi seh eis.*) 

Professor Fischer verliest den Kassenbericht^) und den Redaktions- 
bericht des Professor Windisch. 

Als Kassenrevisoren werden die Herren Professoren Kuhn und B r ü n n o w 
bestellt. 

Nachdem die vorjährige Allgemeine Versammlung beschlossen hatte, die 
Abstimmung über den Antrag Kautzsch, die Register zur Zeitschrift den Mit- 
gliedern umsonst zu liefern, der Allgemeinen Versammlung von 1901 zu über- 
lassen, beschliesst die heutige Versammlung, die Sache unentschieden zu lassen, 
bis die Frage wieder akut geworden sei, d. h. für die nächsten 8 bis 9 Jahre. 

In den Vorstand werden die statutenmässig ausscheidenden Herren Prae- 
torius, Pischel, Zimmern und Fischer wiedergewählt. 

Als Ort der nächsten Allgemeinen Versammlung wird Hamburg bestimmt. 

Die Konstituierung der Sektionen für den nächsten internationalen Orien- 
talisten-Kongress wird dem engeren und weiteren Vorstand der Gesellschaft über- 
lassen. 

Im Hinblick auf die grosse Zahl der mit dem Jahresbeitrag rückständigen 

Mitglieder wird der geschäftsführende Vorstand beauftragt, in angemessener 
Weise Schritte zu thun. 

Mit Rücksicht auf den bei der vorjährigen Allgemeinen Versammlung von 



1) Das Verzeichnis der Anwesenden s. unten Beilage A. 

2) Siehe Beilage B. 3) Siehe Beilage C. 
4) Siehe Beilage D. 



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XLn Protokollar, Bericht über die Aügem, Versammlung zu StrcLssburg, 

Dr. Jacob gestellten Antrag, dass die Orientalbche Bibliographie in grösserem 
Umfange als bisher die orientalischen Drucke verzeichnen möge, hebt Profeisor 
Kuhn die grossen bestehenden Schwierigkeiten henror und stellt den Antrag, 
die Allgemeine Versammlung möge sich dahin aussprechen, es erscheine wünschens- 
wert, dass befähigte Gelehrte an orientalischen Pl&tzen selbständig über orien- 
talische Drucke in der Weise berichten möchten, wie ihrer Zeit beispielsweise 
die Herren Mordtmann und Hartmann im Literaturblatt für orientalische 
Philologie. Der Antrag wird angenommen. 

Dr. Kampffmeyer hält hierauf seinen Vortrag über die Sprachverhält- 
nisse Marokkos. 

Um 10 Uhr wird die Sitzung auf Nachmittag 5^/^ Uhr vertagt. 

Die Nachmittagssitaung wird 5^/^ Uhr eröffnet durch einen Vortrag des 

Herrn Professor Leu mann über eine indische Satyre. 

Die Herren Revisoren beantragen für den Herrn Kassierer Decharge , mit 

der die Versammlung einverstanden bt. 

Schwally. Kampffmeyer. 



Beilage A. 

Liste der Teilnehmer an der Allgemeinen Versamm- 
lung der D. M. G. am 3. Oktober 1901 in Strassburg. ^) 

1. Th. Nöldeke, Strassbnrg. 16. H^bschmann, Strassburg. 

2. A. Fischer, Leipzig. 17. Jacob, Erlangen. 

3. J. Euting, Strassburg. *18. K. Watanabe, Tokyo. 

4. S. Landauer, Strassburg. 19. U. Wogihara, Tokyo. 

5. C. J. Lyall, London. 20. A. F. Rudolf Hoernle, Oxford. 

6. Philipp, Berlin. 21. P. Hörn, Strassburg. 

7. W. Nowack, Strassburg. 22. A. Kaegi, Zürich. 

*8. E. Schwyzer, Zürich. 23. Barth olomae, Giessen. 

9. C. Bezold, Heidelberg. 24. C. F. Lehmann, Berlin. 

10. E. Kuhn, München. 25. H. Jacobi, Bonn. 

11. R. Brünnow, Heidelberg. 26. Ernst Leumann, Strassburg. 

12. F. Schwally, Strassburg. *27. Murtitsch Gasarian, Kars. 

13. G. Kampffmeyer. Marburg. *28. B. Poertner, Strassburg. 

14. G. Beer, Strassburg. 29. Praetorius, Halle. 

15. Hillebrandt, Breslau. 



Beilage B. 

Bericht des Schriftführers für 1900/1901. 

Seit dem vorjährigen Bericht sind der Gesellschaft 14 ordentliche Mit- 
glieder beigetreten, darunter 3 noch für 1900 (Nr. 1309 — 1319, dazu Herr Dr. 
H. Kurz in Tübingen, Herr Pastor P. H oll er in RAJahmundry, Indien, Herr 
Dr. Felix Ka uff mann in Frankfurt a. M.). Wiedereingetreten ist fUr 1901 
Herr Dr. Joh. Hertel in Zwickau. In die Stelle ordentlicher Mitglieder sind 



1) Die Teilnehmer, die nicht Mitglieder der D. M. G. sind, sind durch 
einen Stern kenntlich gemacht. 



Protokoüar, Bericht über die AUgem. Versammlung zu Strasaburg, XLIII 

eingetreten die Kgl. Universitfitsbibliothek su Würzburg und diePrinceton 
University Library (letztere von 1902 ab). — Dagegen traten 14 Herren ans der 
Gesellschaft aus (ausser den in den Personalnachrichten bereits genannten, noch 
die Herren Klatt, Schils und Zimmer). Mehrere Mitglieder werden wir 
voraussichtlich demn&chst aus unseren Listen streichen müssen. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft die beiden Ehrenmitglieder Herren 
Max Müller und Krehl, das korrespondierende Mitglied Herrn Salisbury 
und 10 ordentliche Mitglieder, die Herren Arndt, Haentzsche, Heer, 
Krenkel, Kurz (Bern), v. MöIIendorf, Rice, Joh. Schmidt, Sidgwick 
und V. Sowa. 

Die Gesellschaft trat in das Jahr 1901 ein mit 418 persönlichen ordent- 
lichen Mitgliedern und 37 Instituten in der Stelle von ordentlichen Mitgliedern , 
zusammen 455 ordentlichen Mitgliedern. 

In Schriftaustausch getreten ist die Gesellschaft mit der Orientalischen 
Handelsakademie in Budapest, welche uns die von Künos und Munk&csi 
redigierte Keleti szemle, Revue Orientale sendet; femer mit dem Anthropo- 
logical Institute in London. Gemäss dem von der vorjährigen Allgemeinen 
Versammlung geäusserten Wunsche, mit dem Seminar für Orientalische 
Sprachen in Berlin in einen erweiterten Schriftenaustausch zu treten (Bd. 54, 
S. XXXVII), sind die entsprechenden Verhandlungen geführt worden und haben 
zu dem gewünschten Ergebnisse geführt. 

Der Kaiser- Wilhelm-Bibliothek in Posen senden wir regelmässig die Zeit- 
schrift und die Abhandlungen (vgl. Bd. 53, S. XXVI). 

Die Gesellschaft unterstützte gemäss firüheren Beschlüssen, im Berichtsjahr 
die 2. Hälfte von Guidi*s Tables alphab^tiques du Kitäb al-Ag&ni mit 750 M.; 
ausserdem die laufenden Bände der Orientalischen Bibliographie und der Ägypt. 
Zeitschrift mit 500 M. bez. 400 M. — Für das kommende Jahr wird, abgesehen 
von den beiden genannten Zeitschriften, auf die Unterstützung von Brönnle's 
Kitäb elmaqsür walmamdüd und von Rat's Übersetzung des Musta^raf mit je 
400 M. zu rechnen sein (vgl. Bd. 53, S. XXVI). Ausserdem ist nur noch ein 
Beschluss des Gesamtvorstandes vom Herbst 1892 zu erledigen, A. Fischers in 
Aussicht genommene Ausgabe des WäqidT auf Kosten der Gesellschaft zu 
drucken. 

Vom 54. Bande der Zeitschrift wurden abgegeben 482 Exemplare an Mit- 
glieder der Gesellschaft, 56 Exemplare an gelehrte Gesellschaften und Institute; 
140 Exemplare wurden durch den Buchhandel vertrieben. Zusammen 678 Exem- 
plare (9 mehr als im Vorjahre). Der Gesammtabsatz unserer Veröffentlichungen 
ergab einen Ertrag von 4904,38 M. (wovon in Abzug zu bringen sind 1014,70 M. 
Provision der Firma F. A. Brockhaus). ^) 

Das Fleischerstipendium wurde in Höhe von 400 M. am 4. März 1901 

Herrn G. Kampffmeyer in Marburg verliehen. 

F. Praetorius. 



Beilage C, der Bibliotheksbericht, befindet sich auf S. XLVI. 



1) Im vorigen Jahre 4150,33 M., wovon die entsprechende Provision in 
Abzug zu bringen. 



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Einnahmen u. Ausgaben der D. M. G, 1900. 



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XLTI Protohoüar. Bericht über die Aügem, Versammlung »u Strassburg, 

Beilage C 

Bibliotheksbericht für 1900—1901. 

Die Bibliothek hat sich, ausser darch die regelmässigen Fortsetftimgen, uro 
189 Werke (11132—11320) vermehrt. Ausgeliehen wurden 690 Bände and 
53 MSS. an 63 Entleiher. Von der Bibliothek Socin sind zwei Drittel katalo- 
gisiert, vorwiegend durch Herrn Professor Jacob, der durch seine Benifonfc 
nach Erlangen Ostern 1901 aus seiner Stellung als Buchwart schied. An seine 
Stelle trat vorläufig Herr Privatdocent Dr. Richard Schmidt; von Oktober 
1901 an wird Herr Privatdocent Dr. Kampffmeyer das Amt übernehmen. 
Die Verzeichnung der semitischen Handschriften ist von Professor Praetor lus 
in Angriff genommen worden. Im April 1901 hat S. Ebccellenz der preussische 
Kultusminbter Dr. Studt in Begleitung des vortragenden Rates Oeheimrat 
Naumann die Bibliothek besucht und lebhaftes Interesse fUr die Gesellschaft 
gezeigt. Es steht daher zu hoffen, dass die Wünsche der Gesellschaft, neue 
Bibliotheksräume zu erhalten, in absehbarer Zeit erfüllt werden. Ein Bauplan 
für dieselben ist entworfen. R. Pischel. 



XLTH 



Personalnachrichten. 

Als ordentliche Mitglieder sind der D. M. G. beigetreten für 1901: 

1320 Herr Dr. Felix Kauffmann in Frankfurt o. M. 

1321 „ Bev. P. Hol! er in Ri^'abmundry (Indien). 

1322 „ Dr. Hermann Kurz, Predigamtskandidat in Tübingen, Neckarhalde 7, 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft die ordentlichen Mitglieder: 
Herren Haentssche und Pauli. 

Ihren Austritt erkl&rten die Herren: 
Klatt, Schils und Zimmer. 



XLTIII 



Yerzeichnis der yom 1. August bis 31. Oktober 1901 fOr 
die Bibliothek der D. H. 6. eingegangenen Schriften u. s. w. 

I. Fortsetzungen. 

1. Ac 209. Imprimerie Catholique. Catalogue special de rimprimerie 
Catholiqae k Beyrouth (Syrie). Beyrouth 1902. 

2. ZaAelO. 4^. Abhandlungen der philosophisch-philologiichen Classe 
der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 21. Bandes 
3. Abtheilung. MUnchen 1901. 

3. Zu Ae 24. Almanach, Magyar Tud. Akadömiai, polgiri is esillagiszati 
naptArral MDCCCCI-ra. [Budapest] 1901. 

4. Zu Ae 30. Nachrichten von der Kdnigl. Gesellschaft der Wissen- 
schaften zu Gtöttingen. Philologisch-historische Klasse. 1901. Heft 2. 

5. Zu Ae 45. Bendiconti della Reale Accademia dei Lincei. Glaase di 
scienze morali, storiche e filologiche. Serie quinta. Vol. X. Fase. 6® — 6®. 
Roma 1901. 

6. Zu Ae 74. Calendar, The. The Kyoto Imperial University. (Kyoto 
Teikoku Daigaku.) 2560—61. (1900—1901.) Kyoto 1901. 

7. Zu Ae 96. Ertekezdsek a nyelv- is sz^ptudom&nyok köröbol 

Szerkeszti Gyülai PÄl. XVU. kötet. 6. 7. 8. szÄm. Budapest 1900. 1901. 

8. Zu Ae 115. 4^. [Gelegenheitsreden und -Schriften der k. b. Akademie 
der Wissenschaften zu München.] Lipps, Theodor, Psychologie, Wissenschaft 
und Leben. Festrede . . . München 1901. 

9. Zu Ae 130. Közlem^nyek, Nyelvtudom&nyi. XXX. kötet UI. IV. 
fUzete. XXXI. kötet I. II. füzete. Budapest 1900. 1901. 

10. ZuAel65. 4^. Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie 
der Wissenschaften zu Beriin. XXIU— XXXVIII. Berlhi 1901. 

11. Zu Ae 185. Sitzungsberichte der philosophisch - philologischen und 
der historischen Classe der k. b. Akademie der Wissenschaften zu München. 
1901. Heft II. Uh München 1901. 

12. Zu Ae 196. Szüpf C, Rapport sur les travaux de TAcad^mie hongroise 
des Sciences en 1900. Budapest 1901. 

13. Zu Af 54. Report, Annual, of the Board of Regents of the Smithsonian 
Institution, showing the Operations, Expenditures, and Condition of the In- 
stitution for the Year ending June 30, 1897. Report of tho U. S. National 
Museum. Part II, . . . for the Tear ending June 30, 1899. Report of the 
U. S. National Museum. Washington 1901. 

14. Zu Af 116. Musdon, Le. Etudes philologiques, historiques et religienses. 
Fondd en 1881 par Ch. cU Harlez, Nouvelle Sörie. — Vol. II. No. 2 — 3. 
Louvain 1901. 

15. Zu Af 124. Proceedings of the American Philosophical Society held 
at Philadelphia for promoting usefiil knowledge. Vol. XL. No. 165. 166. 
Memorial Volume I. Philadelphia 1900. 1901. 



Vefcz, derfikrcUe BibUothek der D, M. G, eingeg. Schriften u. s. w. XLIX 

16. Zu Af 160. 8^ Transactions and Proceedings of the American Philo- 
logical Association. 1900. Volame XXXI. — Boston, Mass. 

17. Zu Ah 5. AnalectaBollandiana. Tomas XX. — Fase. III. Bruzellis 1901. 

18. Zu Bb 500. Seshagtri Saatriy M., Report on a Search fbr Sanskrit and 
Tamil Manuseripts for the year 1893—94. No. 2. Madras 1899. 

19. Zu Bb 606. Bessarione. Pubblicazione periodica di stndi orientali. 
Serie II. Vol. I. Fase. 61. Anno VI. Roma 1901. 

20. Zu Bb 608. Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde van Neder- 
landsch-Indie. Zesde Volgreeks. — Achtste Deel. (Deel LH der geheele 
Reeks.) — Derde en vierde Aflevering. Negende Deel. (Deel LIII der 
geheele Reeks). Eerste en tweede Aflevering. 's-Qravenhage 1901. Dazu: 
Register op te eerste 50 Deelen (1853 — 1899) van de „Bijdragen tot 
de Taal-, Land- en Volkenkunde van Nederlandsch-Indie" . . . 's-Graven- 
hage 1901. (Bb 608 a.) 

21. Zu Bb 608e. Naamlijst der Leden op 1 Juni 1901. Koninklijk In- 
stituut voor de Taal-, Land- en Volkenkunde van Nederlandseh-Indie. 
o. O. u. J. 

22. Zu Bb 628. 4<>. Bulletin de TEcole Franfaise d'Extrdme- Orient. Tome Jer, 
no. 2. Hanoi 1901. 

23. Zu Bb 720. Journal of the American Oriental Society. Twenty-second 
Volume, First Half. New Haven 1901. 

24. Zu Bb 750. Journal, The, of the Royal Asiatic Society of Great Britain 
& Ireland. October, 1901. London. 

25. Zu Bb 755. Journal, The, of the Bombay Brauch of the Royal Asiatic 
Society. No. LVI. Vol. XX. 1900. Bombay 1901. 

26. Zu Bb 790. Journal Asiatique .... publik par la Socidtä Asiatique. 
Neuvifeme Sörie. Tome XVH. No. 3. — Mai— Juin. Tome XVIU. No. 1. 
Juillet— Aoüt 1901. Paris. 

27. Zu Bb 818. al-Machriq. Revue catholique Orientale bimensuelle. 
Sciences-Lettres-Arts. [Bairüt] 1901. [IV,] No. 15. 16. 17. 18. 19. 

28. Zu Bb 825. Mittheilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 
an der Königlichen Friedrich Wilhelms-Universität zu Berlin. Jahrgang IV. 
Berlin und Stuttgart 1901. 

29. Zu Bb 901. Tijd Schrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde, 
uitgegeven door het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- 
schappen. Deel XLIV. Aflevering 1. BaUvia | 's Hage 1901. 

SO. Zu Bb 905. 4^. T'oung-pao. Archives pour servir k l'ötude de l'bistoire, 
des langues, de la göographie et de l'ethnographie de l'Asie Orientale. 
II. Sörie. Vol. IL No. 4. Octobre 1901. Leide 1901. 

31. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 
FünfundfÜnfeigster Band. lU. Heft. Leipzig 1901. 

32. Zu Bb 935. 4®. Zeitschrift für afrikanische und oceanische Sprachen. 
Mit besonderer Berücksichtigung der Deutschen Kolonien. V. Jahrgang, 
4. Heft. Berlin 1900. 

33. Zu Bb 945. Zeitschrift, Wiener, für die Kunde des Morgenlandes. 
XV. Band. — 2. und 3. Heft. Wien 1901. 

34. Zu Bb 1180a. 4<>. Annales du Mus^e Guimet. Biblioth&que d'l^tudes. 
Tome IX. Paris 1901. 

35. Zu Bb 1243. Orient, Der alte. Gemeinverständliche Darstellungen 
herausgegeben voa der Vorderasiatischen Gesellschaft. 3. Jahrgang. Heft 1. 
[Weberf Otto, Arabien vor dem Islam.] Leipzig 1901. 



L Verx. der für die BütUothek der D, M, Q. eingeg. Schriften u. 8. w. 

36. Zu Bb 1250. 4«. (IV, 13.) ^Ahd ar-Bahmän h. *Abd AUah b, *Imran 
b, *Ämir CL8-Sa*diy Tarikh es-Soudan. Traduit de TArabe par O. Haudas, 
Paris 1900 [« P^ILOV. IVe S^rie. — Volume XUI]. 

87. Zu Bb 1250. 49. (IV, 17.) Abu Zaid Ahmad b. Sohl aUBoLHi, Le 
Livre de la Cröation et de THistoire publik et traduit . . . par Cl. Huart, 
Tome II. Paris 1901 [« P^LOV. IVe Sörie. — Vol. XVII]. 

38. Zu Bb 1250. 4^. (IV, 20.) Tadkirat an-nisjSn fl ahbär mulük as-Südän. 
Documents arabes relatifs ä Thistoire du Soudan. Tedzkiret en-nisiSn fi 
akhbar molouk es-Soudän. Traduction fran9aise par 0. Houdas, [= PELO V. 
IV. Sörie. — Vol. XX.J Paris 1901. 

39. Zu Bb 1250. 4^. Bonet, Jean, Dictionnaire Annamite-Fran9ais. Tome 
second. N—X. Paris 1900. [P^LOV.] 

40. Zu Ca 9. Sphinz. Revue critique embrassant le domaine entier de 
r^gyptologie publice . . . par Karl fiehl. Vol. V. — Fase. II. Upsala o. J. 

41. Zu Da 88. Bommel, Fritz, Au&fttze und Abhandlungen II. Inhalt: Nr. 5. 
Die südarabischen Altertümer des Wiener Hofmuseums. Nr. 6. Noch ein- 
mal die min. Inschrift Hai. 535 (Gl. 1155). Nr. 7. Der Ursprung des 
Tierkreises. III, 1. Inhalt: Nr. 8. Vier neue arabische Landschaftsnamen 
im A. T. nebst einem Nachtrag Über die vier Paradiesesflüsse in alt- 
babylonischer und altarabischer Ueberlieferung. Nr. 9. Das babylonische 
Weltbild. Nr. 10. Die Astronomie der alten Chaldäer. (Vom Verfasser.) 

42. Zu De 20. Chaumn, Victor, Bibliographie des ouvrages arabes ou relatifs 
auz Ajrabes publids dans l'Europe chr^tienne de 1810 k 1885. V. Les 
Mille et une nuits. (Deuxi^me partie.) Li^ge | Leipzig 1901. (Vom Verf.) 

43. Zu Dh 4362. Braun, Israel, Sefer bet Jisrftel. Cheleqll. Paks 1901. (Vom Verf.) 

44. Zu De 10764. at-Tabari Abu Ga^far Muhammad b. Garir, Annales 
quos scripsit Abu Djafar Mohammed ibn Djarir at-Tabari cum aliis edidit 
M. J. de Goeje, Introduotlo. Lugd. Bat. 1901. (Vom Herausgeber.) 

45. Zu Eb 10. 2^. Assam Library. Catalogue of Books and Pamphlets for 
the quarter ending the 31st March 1901, the 30th June 1901. 

46. Zu Eb 50. 2^ Bengal Library Catalogue of Books for the First 
Quarter ending 3 Ist March 1901. [CalcutU] 1901. 

47. Zu Eb 225. 2^ Catalogue of books, registered in Burma during the 
quarter ending the Slst March 1901. Rangoon 1901. 

48. Zu Eb 295. 2^ Catalogue of Books regbtered in the Punjab under 
Act XXV of 1867 during the quarter ending the 31st March 1901. [Labore 
1901]. 

49. Zu Eb 390. 4<^. Hrishikeäa ässtri and Siva Chandra Gui, A 
Descriptive Catalogue of Sanskrit Manuscripts in the Library of the Calcutta 
Sanskrit College. No. 14. CalcutU 1901. 

50. Zu Eb 485. 2®. Memorandum of books registered in the Hyderabad 
Assigned Dbtricts during the quarter ending 30th June 1901. Akola 1901. 

51. Zu Eb 1435. Pischel, Richard, und Geldner, Karl F., Vedische Studien. 
Dritter Band. Stuttgart 1901. (Von den Verfassern.) 

52. Zu Eb 4068. 2<^. HuUzsch, E., [Annual Report for July 1900 to June 
1901 forwarded to the] Government of Madras. Public. G. O., <ßc., Nos. 762, 
763, 25th July 1901. July. Epigraphy. (Von Herrn Dr. Hultzsch.) 

53. Zu Eb 4495. 4®. Reden, Die, Gotamo Buddho's aus der mittleren Samm- 
lung M^ijhimanikSyo des PSli-Kanons zum ersten Mal übersetzt von Karl 
Eugen Neumann. Zweiter Band. Fünfte Lieferung. Leipzig, 1900. 

54. Zu Ed 1237. 4^. Ararat. 1901. 5. 6. 7. 8. WaVarsapat. 



Verz. der für die Bibliothek der D, M, G. eingeg, Schriften u. s, w. LI 

55. ZvL Ed 1365. 4^ Hände s amsoreay. 1901. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. Wienna. 

56. Zu Fa 61. 4^. M^moires de la Soci4U Finno-Ougrienne. XVI, 1. 
Helsingfors 1901. 

57. Za Fb 1050. 4^. Tuuk, H. N. van der, Kawi-Balineesch-Nederlandsch 
Woordenboek. Deel III. Batayia 1901. (Vom Ministerium der Nieder- 
ländischen Kolonieen.) 

58. Zu Fg 100. Tr an s ac t io n s of tbe Asiatic Society of Japan. Vol. XX VIII. 
0. O. 1900. 

59. Zu Ha 200. Revue de l'bistoire des religions. Tome XLU. No. 2. 3. 
Tome XLUI. No. 1. 2. Paris 1900. 1901. 

60. Zu la 140a. Mittbeilungen und Nachrichten des Deutschen Palaestina- 
Vereins. Herausgegeben . . . von H. Guthe, 1900. Nr. 2. 

61. Zu Ic 2290. Proceedings of the Society of Biblical Archaeology. 
Vol. XXUI. Part 3. 4. & 5. [London] 1901. 

62. Zu Mb 135. 4^. Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. 
Nr. 216 und 217. 218. 219. V. Band (Nr. 19 und 20. 21. 22.) JuU und 
August. September. October 1901. 

63. Zu Na 325. Revue arch^ologique. Troisifeme S^rie. ~ Tome XXXIX. 
JuiUet— Aoftt 1901. Paris 1901. 

64. Zu Nf 452. 4^ Epigraphia Indica and Record of the Archaeological 
Survey of India. Edited by E. Hultzsch. Part V. VI. (Vol. VI.) January. 
April 1901. Calcutta. 

65. Zu Nf 452. 2^ Inscr iptions, South-Indian. Edited and translated 
by E. Hultzsch. Volume III. Part I. Madras 1899. 

66. Zu Oa 42. HsBicTiji HMnepaTopcKaro PyccKaro reorpa({)H9ecKaro 
06mecTBa. Tomi XXXVI. 1900. BmiycKi VI. Tom XXXVII. 1901. 
BiinycKi I. II. III. C.-neTep6ypn 1900. 1901. 

67. Zu Oa 151. Journal, The Oeographical. Vol. XVIII. No. 2. 3. 4. 
London 1901. 

68. Zu Oa 255. Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
Band XXVIH. — 1901. — No. 7. Berlin 1901. 

69. Zu Oa 256. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
Band XXXVL — 1901 — No. 3. Berlin 1901. 

70. Zu Ob 2845. 4^ Lith, P. A. van der, en SneUeman, Job. F., Ency- 
clopaedie van Nederlandsch-Indie. Afl. 26. 's Gravenhage-Leiden. 

71. Zu Oc 175. 4^ Journal, The, of the Anthropological Institute of Great 
Britain and Ireland. Vol. XXXI, 1901. January to June. London. 

72. Zu Oc 1000. Mitteilungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde . . . 
herausgegeben von M. Grunwald, Heft VIU. Hamburg 1901. 

73. Zu P 150. 4^ Journal, Tbe, of the College of Science, Imperial 
üniversity of Tokyo, Japan. Vol. XV., Part I. II. Tokyo, Japan. 1901. 

II. Andere Werke. 

11313. Mimkdcsit Bernit, Arja i» KaukÄzusi elemek a Finn-Magyar nyelvekben. 
I. kötet. Budapest 1901. Fa 240. 

1 1 3 14 Q. A c t e s du douzi^me Congr^ international des OrientaUstes. Rome 1999. 
Tome Premier. Florence 1901. Bb. 991. 4^ 

11316. [Heer] Zum Andenken an F. Justns JETeer, Dr. pbil. — Geb. 8. Juni 
1872. — Gest. 19. Februar 1901. Wintertbur 1901. (Von Herrn 
Prof. Dr. Jacob.) Nk 415. 



Ln Vera, der für die Bibliothek der D, M, O, eingeg. Schriflen u. 9, to, 

11316. Ibn Däntjälf Hahamroad, Al-Hutaijam, ein altarabUchds Schauspiel für 
die SchattenbQhne bestimmt von MoAammad ibn D&nlj&L Erste Ifit- 
teilang über das Werk von Georg Jacob. Erlangen 1901. (Von Herrn 
Prof. Dr. Jacob.) De 6171. 

11317. Weymann, Karl Friedrieb, Die aethiopische und arabische Übersetxang 
des Psendocallisthenes. Eine literarkritische Untersuchung. Kirchhain N.-L. 
1901. (Vom Verf.) Da 1060. 

11318. WaUes , J. , Studier öfver den Judiska färsamlingens uppkomst ander 
det Persiska vSrldsrikets tid. Upsala 1900. Nd 620. 

11319 Q. Wüatenfeld, F., Fachr ed-din der Drusenftirst und seine Zeitgenossen. 
Aus dem 33. Bande der AKGWO. Göttingen 1886. Ne 626. 4®. 

11320. Jacob f G., Schattenspiel-Bibliographie. Erlangen 1901. (Vom Verf.) 

Na 134. 

11321. Vyäsaf srlMahäbharatam { srTmanmaharsiVedavyisaviracitaqi | Ädiparva | 
Varddhamftna sakäbdSh 1784. £b 3811. 4<^. 

11322. Hommelt Fritz, Ein neuer babylonischer König. [»» Sitsungsberichte 
der königl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften.] Prag 1901. 
(Vom Verf.) Nc 71. 

11323. Hommel, Fritz, Der Gestimdienst der alten Araber und die altisraeli- 
tbche Ueberlieferung. Vortrag. MUnchen 1901. (Vom Verf.) Hb 690 

11324. Hommel, Fritz, Die Insel der Seligen in Mythus und Sage der Vorzeit. 
Vortrag. München 1901. (Vom Verf.) 6 104. 

11325. Huart, Clement, Histoire de Bagdad dans les temps modernes. Paris 
1901. (Vom Verf.) Nd 290. 

11326. Huartf Cl., L'accentuation en Türe Osmanli. Eztrait des M^moires de 
la Soci^t^ de Linguistique de Paris, tome XII. [Paris 1901.] (Vom 
Verf.) Fa 2316. 

11327. Ahmad Zakl, Etüde bibliographique sur les Mausü'St al-'ulüm al-'ara- 
blja Encyclop^dies arabes wa-bah^ 'alä Rasfi'il Ihwfin as-Saffi'. BülKq 
1308. 1. Druck. (Vom Verf.) De 3060. 

11328. Schmidt, Richard, Beiträge zur indischen Erotik. Das Liebesleben des 
Sanskritvolkes nach den Quellen dargestellt. I. Leipzig 1902. (Vom 
Verf.) Eb 4243. 

11329. Aufrecht, Theodor, Katalog der Sanskrit-Handschriften der Universitftts- 
Bibliothek zu Leipzig (= Katalog der Handschriften der Universitftts- 
Bibliothek zu Leipzig. I. Die Sanskrit-Handschriften.) Leipzig 1901. 
(Von Herrn Geheimrat Windisch.) Ab 86. 

11330. 4^ Kanga, Kavasji Edalji, A Complete Dictionary of the Avesta 
LauguagCy in Guzerati and Enj^lish. Bombay 1900. Ec 283. 4^. 

11331. Tales, Some Persian, from various sources. With introduction , notes, 
and appendix, by W. A. Clouston, Glasgow 1892. Ec 2416. 

11332. Ketakar, V. B., JyotirganiUm. Fünft 1898. Eb 3024. 4^ 

11333. Transactions of the Korea Brauch of the Royal Asiatic Society. 
Vol. I. — 1900. Seoul. Bb 908. 

11334Q. Sievers, Eduard, Metrbche Studien I. Studien zur Hebräischen Metrik. 
Erster Teil: Untersuchungen. Des XXI. Bandes der AKSGW. No. 1. 
Leipzig 1901. Dh 1342. 4^ 

50 



Lin 



Yerzeichnis der anf Kosten der Deutschen Morgen- 
ländischen Gesellschaft yeroffentlichten Werke. 

Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Herausgegeben von 
den Geschäftsführern. I— LV. Band. 1847—1901. 758 M. (I. 8 Af. 
n— XXI. k 12 M. XXn— LV. k 15 M.) (Für Mitglieder der D. M. G. 
505 M. 50 Pf.) 

Früher erschien und wurde später mit obiger Zeitschrift vereinigt: 
Jahresbericht der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft für das Jahr 
1845 und 1846 (Ister und 2ter Band). 8. 1846—47. 5 M. (1845. 
2 Af . — 1846. 3 M.) Die Fortsetzung von 1847—1858 findet sich in 
den Heften der „Zeitschrift" Bd. IV— XIV verteilt enthalten. 

Register zum I.— X. Band. 1858. 8. 4 M. (Für Mitglieder 

der D. M. G. 3 M.) 

Register zum XL— XX. Band. 1872. 8. 1 M. 60 Pf. (Für 



MitgUeder der D. M. G. 1 M: 20 Pf.) 

Register zum XXI.— XXX. Band. 1877. 8. 1 M, 60 Pf. 



(Für MitgUeder der D. M. G. 1 M. 20 Pf.) 

Register zum XXXL— XL. Band. 1888. 8. 4 M. (Für Mit- 



gUeder der D. M. G. 2 M. 50 Pf.) 

Register zum XLl.— L. Band. 1899. 8. 4 M. 50 Pf. (Für 



Mitglieder der D. M. G. 3 M.) 

Bd. 2, 3, 8—10, 25 — 27, 29—32 können einzeln nicht mehr ab- 
gegeben werden, sondern nur bei Abnahme der gesammten Zeitschrift, und 
zwar auch dann nur noch zum vollen Ladenpreise. Vom 21. Bande an 
werden einzelne Jahrgänge oder Hefte an die MitgUeder der Gesellschaft 
auf Verlangen , unmittelbar von der Commissionsbuchhandlung 
F. A. Brockhaus in Leipzig, zur Hälfte des Preises abgegeben, mit Aus- 
nahme von Band 25—27, 29 — 32, welche nur noch zum vollen Laden- 
prebe (ä 15 Af.) abgegeben werden können. 
Supplement zum 20. Bande: 



WissenschaftUcher Jahresbericht über die morgenländ. Studien 1859 — 

1861 , von Dr. Bich. Gosche, 8. 1868. 4 M. (Für MitgUeder der 
D. M. G. 3 Af.) 

Supplement zum 24. Bande: 



WissenschaftUcher Jahresbericht für 1862—1867, von Dr. Rieh, Gosche, 
Heft I. 8. 1871. 3 Af. (Für MitgUeder der D. M. G. 2 M. 25 Pf.) 
Heft U hiervon ist nicht erschienen und für die Jahre 1868 bis October 
1876 sind keine wissenschaftl. Jahresberichte publiciert worden. 
Supplement zum 33. Bande: 



WbsenschaftUcher Jahresbericht für October 1876 bis December 1877, 

von Dr. Ernst Kuhn und Dr. Albert Socin, 2 Hefte. 8. 1879. 8 M, 

(Für MitgUeder der D. M. G. 4 M.) 

(NB. Diese beiden Hefte werden getrennt nicht abgegeben.) 
WbsenschaftUcher Jahresbericht für 1878, von Dr. Ernst Ktüin und Dr. 

Albert Socin. I. Hälfte. 8. 1881. — U. HäUte. 8. 1883 (1. & H. Hälfte 

complet: 6 Af. (Für MitgUeder der D. M. G. 3 Af.) 



LIV Verzeichnis der auf Kosten d, D, M, G, veröffentlichten Werke, 

Zeitsohrift der Deutschen Morgenl&ndischen Gesellschaft. Supplement cum 
33. Bande: • 

Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1879, Yon Dr. Ernst Kuhn und Dr. 
August Müller. 8. 1881. 5 M. (Für MitgUeder der D. H. G. 8 M. 
50 Pf.) 
Supplement zum 34. Bande: 

Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1880, von Dr. Ernst Kuhn und 
Dr. August Müller. 8. 1883. 6 A/. (Für Mitglieder der D. M. G. 8 Af.) 

Wissenschaftlicher Jahresbericht fUr 1881. 8. 1885. 4 M. (Ffir Mit- 
glieder der D. M. G. 2 A/.) 

Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes, herausgegeben von der Deutschen 
MorgenUndischen Gesellschaft. I. Band (in 5 Nummern). 1857 — 1859. 8. 
19 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 14 M. 25 Pf) 

Die einseinen Nummern unter folgenden besondem Titeln: 

[Nr. 1. Mithra. Ein Beitrag zur Mythengeschichte des Orients von 
F. Windischmann. 1857. 2 A/. 40 Pf. (Für Mitglieder der D. M. O. 

1 M. 80 Pf.) Gänzlich Tergriffen. 

Nr. 2. AI Kindi, genannt „der Philosoph der Araber". Ein Vorbild 
seiner Zeit und seines Volkes. Von G. Flügel. 1857. 1 M. 60 Pf. 
(Für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 20 Pf.) 

Nr. 3. Die fünf G&th&s oder Sammlungen von Liedern und Sprüchen 

Zarathustra's, seiner Jünger und Nachfolger. Herausgegeben, übersetzt und 

, erläutert von M. Haug. 1. Abtheilung: Die erste Sammlung (G&thA 

ahunavaiti) enthaltend. 1858. 6 M. (FUr Mitglieder der D. M. O. 

4 M. 50 Pf) Yergrriffen bis auf l Exemplar. 

Nr. 4. lieber das (^atrunjaya MAh&tmyam. Ein Beitrag zur Geschichte 
der Jaina. Von Albr.Weber. 1858. 4 M. 50 Pf. (Für Mitglieder der 
D. M. G. 3 M, 40 Pf.) 

Nr. 5. lieber das Verhftltniss des Textes der drei syrischen Briefe des 
Ignatius zu den übrigen Recensionen der Ignatianischon Litteratur. Von 
Rieh. Adlb. Lipsius. 1859. 4 A/. 50 Pf (Für Mitglieder der D. M. G. 

3 M. 40 Pf) 

— n. Band (in 5 Nummern). 1860—1862. 8. 27 A/. 40 J*f. 

(Für Mitglieder d. D. M. G. 20 M. 30 Pf.) 

Nr. 1. Hermae Pastor. Aethiopice primum edidit et Aethiopioa Utine 
vertit Ant. dAbbadie. 1860. 6 M. (Für Mitglieder der D. M. G 

4 M, 50 Pf.) 

Nr. 2. Die fünf GAth&s des Zarathustra. Herausgegeben, übersetzt und 
erläutert von M. Haua. 2. Abtheilung: Die vier übrigen Sammlungen 
enthaltend. 1860. 6 Af. (Für Mitglieder der D. M. G. 4 M, 50 Pf.) 

Nr. 3. Die Krone der Lebensbeschreibungen, enthaltend die Classen der 
Hanefiten von Zein-ad-din K&sim Ihn Kutlfibugä. Zum ersten Mal heraus- 
gegeben und mit Anmerkungen und einem Index begleitet von Cr. Flügel. 
1862. 6 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 4 M. 50 Pf.) 

Nr. 4. Die grammatischen Schulen der Araber. Nach den Quellen be- 
arbeitet von G. Flügel. 1. Abtheilung: Die Schulen von Basra und 
Kufa und die gembchte Schule. 1862. 6 A/. AO Pf. (Für Mitglieder 
der D. M. G. 4 M. 80 Pf.) 

Nr. 5. Kathä Sarit S&gara. Die Märchensammlung des Somadeva, 
Buch VI. Vn. Vni. Herausgegeben von H. Brockhaus. 1862. 6 M. 
(Für Mitglieder der D. M. G. 4 M. 50 Pf.) Uerabgesetxt auf 8 M,. 
für MitgUeder 2 M. 

UI. Band (in 4 Nummern). 1864. 8. 27 M. (Für MitgUeder 



der D. M. G. 20 M. 25 Pf.) 



Verzeichnü der auf Kosten d. D, M. G. veröfentUcfUen Werke, LT 

Abhandlangen für die Kunde des Morgenlandes. III. Band. 

Nr. 1. Sse-schu, Schu-king, Schi-king in Mandsohuischer Uebersetzung 
mit einem Mandschu-Deutschen Wörterbuch, herausgegeben von H, Conon 
von der Gabelentz. 1. Heft Text. 1864. 9 M, (Für Mitglieder der 
D. M. G. 6 M. 76 Pf.) 

Nr. 2. 2. Heft. Mandschu-Deutsches Wörterbuch. 1864. 6 M. 

(Für MitgUeder der D. M. G. 4 M. 60 Pf.) 

Nr. 3. Die Post- und Beiserouten des Orients. Mit ' 16 Karten nach 
einheimischen Quellen von A. Sprenger. 1. Heft. 1864. 10 M. (Für 
MitgUeder der D. M. G. 7 M. 60 Pf.) 

Nr. 4. Indische Hausregeln. Sanskrit u. Deutsch herausg. von Ad. Fr. 
Stenzler. 1. Ä9valAyana. 1. Heft. Text. 1864. 2 M. (Für Mitglieder 
der D. M. G. 1 M. 60 Pf.) 

IV. Band (in 6 Nummern). 1866—66. 8. 18 M. 20 Pf. 

(Für MitgUeder der D. M. G. 12 M. 90 Pf.) 

Nr. 1. Indische Hausregeln. Sanskrit u. Deutsch herausg. von Ad. Fr. 
Stenzler. I. A9valäyana. 2. Heft. Uebersetzung. 1866. 3 M. (Für 
MitgUeder der D. M. G. 2 M. 26 Pf.) 

Nr. 2. ^äntanava's Phitsütra. Mit verschiedenen indischen Commentaren, 
Einleitung, Uebersetzung und Anmerkungen herausg. von Fr. Kieüiom. 
1866. 3 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 2 M. 26 Pf.) 

ISt. 3. Ueber die jüdische Angelologie und Daemonologie in ihrer Ab- 
hängigkeit vom Parsismus. Von A. Kohut. 1866. 2 M. (Für MitgUeder 
der D. M. G. 1 M. 50 Pf.) 

Nr. 4. Die Grabschrift des sidonischen Königs Eschmun-^zer übersetzt 
und erklärt von E. Meier. 1866. 1 M. 20 Pf. (Für MitgUeder der 
D. M. G. 90 Pf.) 

Nr. 5. Kathä Sarit Sftgara. Die Märchensammlung des Somadeva. 

Buch IX — XVin. (Schluss.) Herausgegeben von H. Brockhaue. 1866. 

16 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 12 M.) Herabgesetzt auf 9 M., 

für MitgUeder 6 M. 

V. Band (in 4 Nummern). 1868—1876. 8. 31 M. 10 Pf. 

(Für MitgUeder der D. M. G. 22 M. 86 Pf.) 

Nr. 1. Versuch einer hebräischen Formenlehre nach der Aussprache 
der heutigen Samaritaner nebst einer darnach gebildeten Transscription der 
Genesis mit einer BeUage von H. Fetermann. 1868. 1 M. 60 Pf (Für 
MitgUeder der D. M. G. 6 M. 66 Pf.) 

Nr. 2. Bosnisch-türkische Sprachdenkmäler von O. Blau. 1868. 9 M. 
60 Pf (Für Mitglieder der D. M. G. 7 M. 20 Pf.) 

Nr. 3. Ueber das Sapta^aUkam des Häla von Albr. Weber. 1870. 
8 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 6 M.) Herabgesetzt auf 2 M., 
für MitgUeder 1 M. 

Nr. 4. Zur Sprache, Literatur und Dogmatik der Samaritaner. Drei Ab- 
handlungen nebst zwei bisher unedirten samaritan. Texten herausgeg. von 
Sam. Kohn. 1876. 12 M. (Für MitgUeder d. D. M. G. 9 M.) 

VI. Band (in 4 Nummern). 1876—1878. 8. 39 M. (Für 



MitgUeder der D. M. G. 29 M. 26 Pf.) 

Nr. 1. Chronique de Josu^ le Stylite, öcrite vers Tan 616, texte et 
traduction par P. Martin. 8. 1876. 9 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 
6 M. 76 Pf) 

Nr. 2. Indische Hausregeln. Sanskrit und Deutsch herausgeg. von Ad. 
Fr. Stenzler. H. P&raskara. 1. Heft. Text. 1876. 8. 3 M. 60 Pf. 
(Für MitgUeder der D. M. G. 2 Jl/. 70 Pf.) 

Nr. 3. Polemische und apologetische Literatur in arabischer Sprache, 
zwischen MusUmen, Christen und Juden, nebst Anhängen verwandten 
Inhalts. Von M. Steinschneider. 1877. 22 M. (Für Mitglieder der 
D. M. G. 16 M. 60 Pf.) 



LYI Verzeicknis der auf Kosten d, D. M. G. veröfmUUehten Werke. 

Abhandlangen für die Kunde des MorgenUndeB. VI. Band. 

Nr. 4. Indische Haasregeln. Sanskrit und Deutsch herausg. von AijL F¥, 
Stenzler. U. P&raskara. 2. Heft. Uebersetzung. 1878. 8. 4 M, 40 Ff, 
(Für Mitglieder der D. M. G. 8 M. 30 Pf.) 

Vn. Band (in 4 Nummern) 1879—1881. 8. 42 M. (Für 

MitgUeder der D. H. G. 29 M. 60 Pf,) 

Nr. 1. The Kalpasütra of Bhadrabfthu, edited with an Introdnction 
Notes, and a Pr&krit-Samskrit Glossary, by H. Jacobü 1879. 8. 10 M. 
(Für MitgUeder der D. M. G. 7 M. 50 Pf.) Herabgesetzt auf 6 M., 
für MitgUeder 4 M. 

Nr. 2. De la M^trique chez les Syriens par M. l'abb^ Martin. 1879. 
8. 4 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 8 M.) 

Nr. 3. Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer. Uebersetst 
und durch Untersuchungen zur hbtorischen Topographie erläutert von Georg 
Hoffmann, 1880. 14 M, (Für MitgUeder der D. M. Q. 10 M. 60 Pf.) 

No. 4. Das Sapta^atakam des Häla, herausg. von Albr. Weber, 1881. 
8. 32 M, (Für MitgUeder der D. M. G. 24 M.) Herabgresetlt auf 
18 J/, für MitgUeder 12 Af. 

Vm. Band (in 4 Nummern) 1881—1884. 8. 27 M, 60 Pf. 



(Für Mitglieder der D. M. G. 19 M. 60 Jy.). 

No. 1. Die Vetälapancavio^atikä in den Recensionen des QivadAsa und 
eines Ungenannten, mit kritischem Commentar herausg. von Heinrich ühle. 
1881. 8. 8 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 6 M.) Herabgesetzt 
auf 6 M., für MitgUeder 4 M. 

No. 2. Das Aupapätika Sütra, erstes Upänga der Jaina. L TheU. Ein- 
leitung, Text und Glossar von Dr. Ernst Leumann, 8. 1883. 6 M, 
(Für MitgUeder der D. M. G. 4 M. 60 Pf.) 

No. 3. Fragmente syrischer und arabischer Hbtoriker, herausgegeben 
und übersetzt von Friedrich Baethgen. 1884. 8. 7 M. 50 Pf. (Für 
Mitglieder der D. M. G. 5 M.) 

No. 4. The BaudhäyanadharmasiLstra , ed. E. Hultzsch. 1884. 8. 
8 M, (Für MitgUeder der D. M. G. 6 M.) 

rX. Band (in 4 Nummern) 1886—1893. 8. 33 M. 50 Pf. 



(Für MitgUeder der D. M. G. 23 M, 50 Pf.) 

No. 1. Wörterverzeichniss zu den Hausregeln von Ä^valAyana, Päraskara, 
Qftnkhftyana und Gobhila. Von Adolf Friedrich Stenzler, 1886. 8. 
4 M. 50 Pf, (Für Mitglieder der D. M. G. 3 M.) 

No. 2. HistorU urtis grammaticae apud Syros. Composuit et edidit 
Adalbertua Merx. 1889. 8. 15 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 
10 M.) 

No. 3. Säqikhya-pravacana-bh&shya, Vijnänabhikshu's Commentar zu den 
Sämkhyasütras. Aus dem Sanskrit übersetzt von Richard Garbe, 1889. 
8. * 10 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 8 M.) 

No. 4. Index zu Otto von Böhtlingk's Indischen Sprüchen. Von August 
Blau, 1893. 8. 4 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 2 M. 60 Pf.) 

X. Band (in 4 Nummern) 1893 — 1897. 8. 24 M, 80 Pf. 



(Für MitgUeder der D. M. G. 16 M. 20 Pf.) 

No. 1. Die Qukasaptati. Von Eichard Schmidt, 1893. 8. 9 Äf. 
(Für Mitglieder der D. M. G. 6 M.) 

No. 2. Die Ävasyaka- Erzählungen, herausgegeben von Ernst Leumann. 
1. Heft. 1897. 8. 1 M. 80 Pf. (Für MitgUeder der D. M. G. 1 M, 20 Pf.) 

No. 3. The Pitrmedhasütras , ed. by W, Caland. 1896. 8. 6 M. 
(Für Mitglieder der D. M. G. 4 M.) 

No. 4. Die MarStbl-Uebersetzung der Sukasaptati. Mari^bl und deutsch 
von Richard Schmidt, 1897. 8. 7 M. 50 Pf, (Für MitgUeder der 
D. M. G. 5 Ai.) 



Verzeiehfiü der auf Kosten d. D. M. G. veröfentUohten Werke. LYU 

Abhandlungen f&r die Kunde des Morgenlandes. XI. Band. 

No. 1. Wörterbuch der Dialekte der deutschen Zigeuner, zusammen- 
gesteUt Yon Rudolf von Sowa, 1898. 8. 4 M, 50 Pf. (Für Hitglieder 
der D. M. G. S M.) 

No. 2. Grundriss einer Lautlehre der Bantusprachen nebst Anleitung 
zur Aufnahme von Bantusprachen. Anhang: Yerzeichnb von Bantnwort- 
stftmmen von Carl Meinhof 1899. 8. 8 M, (Für Mitglieder d. D. M. G. 

6 Af.) 

No. 3. Lieder der Libyschen Wüste. Die Quellen und die Texte nebst 
einem Exkurse über die bedeutenderen Beduinenstttmme des westlichen 
Unterägypten von Martin Hartmann, 1899. 8. 8 M. (Für Mitglieder 
der D. M. G. 6 M,) 

Yergleichungs-Tabellen der Muhammedanischen und Christlichen Zeitrechnung 
nach dem ersten Tage jedes Muhammedanischen Monats berechnet, herausg. 
von Ferd. Wüstenfeld. 1854. 4. 2 M. (Für MitgUeder de^ D. M. G. 
1 M. 50 Pf.) Gänzlich Ter^iffen. 

Fortsetzung der Wüstenfeld'schen Vergleichungstabellen der Muhammedanischen 
und Christlichen Zeitrechnung (von 1300 bis 1500 der Hedschra). Heraus- 
gegeben von Dr. Eduard Mahler. 1887. 4. 75 Pf. (Für Mitglieder 
der D. M. G. 50 Pf.). 

Biblioteca Arabo-Sicula, o^a Raccolta di testi Arabici che toccano la geografia, 
la storia, le biografie e la bibliografia della Sicilia, messi insieme da 
Michele Amari. 3 fascicoU. 1855—1857. 8. 12 M. (Für Mitglieder 
der D. M. G. 9 M.) Herabgesetzt auf 9 M., für Mitglieder 6 M. 

Appendice alla Biblioteca Arabo-Sicula per Michele Amari con nuove anno- 
tazioni critiche del Prof. Fleischer. 1875. 8. 4 M. (Für Mitglieder der 
D. M. G. 3 M.) Herabgesetzt auf 3 M., für MitgUeder 2 M. 

Seconda Appendice ella Biblioteca Arabo-Sicula per Michele Amari. 1887. 
8. 2 M. (Für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 50 Pf.). Herabgesetzt 
auf 1 M. 50 Pf, für Mitglieder 1 M. 

Die Chroniken der Stadt Mekka, gesammelt und auf Kosten der D. M. G. heraus- 
gegeben, arabisch und deutsch, von Ferdinand Wüstenfeld. 1857 — 61. 
4 Bände. 8. 42 M. (Für Mitglieder der D. M. G. 31 M. 50 Pf.) 
Herabgesetzt auf 30 Jf., für Mitglieder 20 M. 

Biblia Veteris Testament! aethiopica, in quinque tomos distributa. Tomus II, 
sive libri Regum, Paralipomenon, Esdrae, Esther. Ad librorum roanuscrip- 
torum fidem edidit et apparatu critico instruxit A. Dillmann. Fase. I. 
1861. 4. 8 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 6 M.) 

Page. II, quo continentur Libri Regum m et IV. 4. 1872. 

9 M. (Füt MitgUeder der D. M. G. 6 3f. 75 Pf.) 

Firdusi. Das Buch vom Fechter. Herausgegeben auf Kosten der D. M. G. 
von Ottokar von Schlechta-Wssehrd. (In türkischer Sprache.) 1862. 
8. 1 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 75 Pf.) 

Subhi Bey. Compte-rendu d'une d^couverte importante en fiait de numismatique 
musulmane pubUä en langue turque, traduit de Toriginal par Ottocar de 
Schlechta-Wssehrd. 1862. 8. 40 Pf. (Für Mitglieder der D. M. G. 
30 Pf.) 

The KiLmil of el-Mubarrad. Edited for the German Oriental Society from the 

Manuscripts of Leyden, St. Petersburg, Cambridge and Berlin, by W. 

Wright. XII Parts. 1864—1892. 4. 96 M. (Für Mitgl. der D. M. G. 

72 M.) Ist Part. 1864. 4. 10 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 

7 M. 50 Pf.) nd— Xth Part. 1865—74. 4. Jeder Part 6 M. (Für 
MitgUeder der D. M. G. ä 4 M. 50 Pf.) Xlth Part (Indexes). 1882. 4. 
16 A/. (Für MitgUeder der D. M. G. 12 M.) XUth Part (Critical notes) 
besorgt von Dr. M. J. de Goeje. 1892. 4. 16 M. (Für MitgUeder 
der D. M. G. 12 M.) 

f 



LTIII VtrMeiehHi8 der auf K&gtm d. D, M, G. veröfentliehten Werke. 

Jacut's Geographisches Wörterhnch ans den Handschriften su Berlin, St. 

Petersburg, Paris, London und Oxford auf Kosten der D. M. G. herausg. 

von Ferd. WiUtenfeld. 6 Bände. 1866—73. 8. 180 M. (Für Mit- 

gUeder der D. M. G. 120 M.) 
I.— IV, Band in je 2 Halbbäuden. 1866—1869. 8. Joder 

Halbband 16 M, bO Pf, (Ffir MitgUeder der D. H. G. je 11 M.) 

. V.Band. 1873. 8. 24 3f. (Für Mitglieder der D. M. G. 16 Af.) 

VI. Band. I. AbtheUung. 1870. 8. 8 M. (Für MitgUeder 

der D. M. G. 5 M. 80 Ff) 

VI. Band. IL AbtheUung. 1871. 8. 16 M, (Für MitgUeder 



der D. M. G. 10 M, 70 Ff.) 

Um Ja'ls Commentar zu Zamachsari's MufSttssal. Nach den Handschriften su 
Leipsig, Ozfbrd, Constantinopel und Cairo herausgeg. von G. Jahn. 2 Bände 
1876—1886. 4. 117 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 78 M.) Henb- 
gesetltt auf 72 M., für MitgUeder 48 M. 

L Band. I.Heft. 1876. 2. und 8. Heft. 1877. 4. Heft. 1878. 

5. Heft. 1880. 6. Heft. 1882. 4. Jedes Heft 12 M. (Für MitgUeder 
der D. M. G. je 8 M.) Herabgresetxt auf 7 M. 50 Ff., für MitgUeder 
5 Af. 

IL Band. 1. Heft. 1883. 2. Heft. 1885. 3. Heft. 1885. 



Jedes Heft 12 M. (Für Mitglieder der D. M. G. je 8 M.) Herab- 
gesetzt auf je 7 M. 50 Ff., Hir Mitgl. je 5 M., 4. Heft. 1886. 4. 9 M. 
(Für Mitglieder der D. M. G. 6 M.) Herabgresetxt auf i M. bO Ff , 
für Mitglieder 3 M. 

Chronologie orientalischer Völker yon AlbSrünS. Herausg. von C. Kd. Sachau. 

2 Hefte. 1876—78. 4. 29 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 19 M.) 
Herabgesetxt auf 15 M., für MitgUeder 10 M. 

Heftl. 1876. 4. 13 M. (Für Mitglieder der D. M. G. 8 ilf. 50 /y.) 

Herabgr^Setzt auf 6 üf., für MitgUeder 4 M. 
Heft2. 1878. 4: 16A/. (Für Mitglieder der D.M. G. 10 3f. 60 iy.) 

Herabgr^setxt auf 9 M., für MitgUeder 6 M. 

Malavika und Agnimitra. £lin Drama KaUdasa's in 5 Akten. Mit kritbchen 
und erklärenden Anmerkungen herausg. von /V. BoUensen. 1879. 8. 
12 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 8 A/.) Herabgesetzt auf 6 Ji/., 
für Mitglieder 4 M. 

MäitrHyan! Samhit4, herausg. von Dr. Leopold von Schroeder. 1881 — 1886. 
8. 36 AI. (Für MitgUeder der D. M. G. 27 M.) 

^ Erstes Buch. 1881. 8. 8 3f . (Für Mitglieder der D. M. G. 6 If.) 

Zweites Buch. 1883. 8. 8A/. (Für Mitglieder der D.M. G. 6 A/.) 

Drittes Buch. 1885. 8. SM. (Für MitgUeder der D.M. G. 6 A/.) 

ViertesBuch. 1886. 8. 12 Af. (Für Mitglieder der D.M. G. 9 If.) 

Die Mufaddal^ät. Nach den Handschriften zu BerUn, London und Wien auf 
Kosten der deutschen morgenländischen Gesellschaft herausgegeben und mit 
Anmerkungen versehen von Heinrich Thorbecke. Erstes Heft. Leipsig, 
1885. 8. Text 56 S., Anmerk. 104 S. 7 M. 50 Ff. (Für Mitglieder 
der D. M. G. 5 M.) 

Katalog d. BibUothek der Deutschen morgenländ. Gesellschaft. I. Drucke. 2. Auf- 
lage. 1900. 8. 10 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 5 M.) 

II. Handschriften, Inschriften, Münzen, Verschiedenes. 1881. 8. 

3 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 1 M. 50 Ff.) 

Nöldeke, Th. Ueber Mommsen's Darstellung der römischon Herrschaft und röm. 
PoUtik im Orient. 1885. 8. 1 M. 50 Ff. (Für Mitglieder der D.^M. G. 
1 Af. 15 Ff.) Yergrriffen bis auf 5 Exemplare. 

Teuffei, F., QueUenstndien zur neueren Geschichte der Chänate. Separatabdruck 
aus der Zeitschrift der D. M. G., Band 88. 1884. 8. In 15 Exemplaren. 

4 M. (Für MitgUeder der D. M. G. 3 M.) 



Verzeichfus der auf Konten d, ü, M. G, vrröfentUchten Werke. LIX 

Catalogus Catalogornm. An Alphabetical Register of Sanskrit Works and Authors 
hy Theodor Aufrecht. 1891. 4. 36 Af. (Für Mitglieder der D. M. G. 
24 M,) 

Part II. 1896. 4. 10 M, (Für Mitglieder der D.M.G. 6 M.) 

Goldziher, Ign. , Der Diwiin des öarwal b. Aus Al-HatejV (Separatabdruck 
aus der Zeitschrift der D. M. Q., Band 46 und 47.) 1893. 8. 6 M, 
(Für Mitglieder der D. M. G. 3 M,) 

Huth, Georg, Die Inschriften von Tsaghan Baisin. Tibetisch-mongolischer Text 
mit einer Uebersetzung sowie sprachlichen und historischen Erläuterungen. 
1894. 8. 3 M, (Für Mitglieder der D. M. G. 2 M.) 

Die Deutsche morgenländische Gesellschaft 1845 — 1895. Ein Bückblick ge- 
geben von den Geschäftsführern in Halle und Leipzig. 1895. 8. 1 M, 
(Für Mitglieder der D. M. G. gratis.) 

Bacher, W., Die Anßtnge der hebräischen Grammatik. (120 S.) Leipzig 1895. 

8. 4 M. 50 Pf. (Für Mitglieder der D. M. G. 3 M.) (Separat-Abdruck 

aus der „Zeitschrift, Bd. 49" in 60 Exemplaren.) 
Kä^hakam. Die Samhitä der Ka(ha-<2äkh& , herausgegeben von Leopold von 

Schroeder. L Buch. Leipzig 1900. gr. 8^. 12 M, (Für Mitglieder 

der D. M. G. 9 3f.) 



Zu den für die Mitglieder der D. M. G. festgesetzten Preisen können 
die Bücher nur von der Commissionsbuchhandlung, F. A. Brock- 
haus in Leipzig, unter Francoeinsendung 'des Betrags bezogen wer- 
den; bei Bezug durch andere Buchhandlungen werden dieselben nicht 
gewährt. 



Der Textus simplicior der Sukasaptati in der 
Recension der Handschrift A. 



Von 

Richard Schmidt. 



XX. 

irfm: I mffNrr f«T:^tfr ^fi^vj ^rfefr TT^R^^rnrni i 

T^rac ?raT^ ifl^^ «i^ffl I ^r^ 'R^ T^ nfcf^riifia I 
tflg^i^rMU i i TTiTT ^npTTf^rr: i ^nrt ^wt ^r^ ^nvi 



2) ^irap^ I 9) infr I 13) i^lj^i^MUi i I 

Bd. LV. 



2 Schmidt, Texhu simplicior der i^ukasaptctU, Rec. d. Hh, A, 

XX. XXI. 

^ IHR ^»s^wT^ f^sam ifrfwn ?m: i 
^ih ww^ ^ I wTRTft I ^ wj wt ^rftrar i 'in* ^- 

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22) om. Tf I 



Schmidt, TextiLS simplicior der Sukasaptati. Rec, d. Ha, A. 3 

XXI. XXII. 

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ö) ^ I ö) oirft* I 8) H^inrfTT I 9) •ANRITT I 



4 Schmidt^ Textus simpUcior der äukasaptati, Rec, d. Hs, A. 

xxiL xxm. 

wTRnft I iftr TTf ^ftr I ^thN ii^ra i ^rf^ ^T5^ w 

vAi ^ ^: ^rnraftr ir[t ^iiSt f^<i*i4^fii crtt ^f*r wrr 
TTTWTT^ I 'rf^ ^rwT Tnft ^ Mffi^ggl ^Wrg: ^im 1 ^wiir 



vi^ rfj ^iftni: ^m f^(«renrt fwm firanr^ ^ irn 1 
w^T ^Rtfipf^ TRT irwfiraT I Trat: ^rrlN ^iP«rr wrm i?^- 



2) •t^r^f^: I 5) ^Tft I 7) ^TR I 15) ^ I om. 

irfl^ ?* HT« I 18) om. ^Tirr I «^ I 19) ^piwrft 1 •tri i 
20) om. ^Riirr I 21) ^itt^T^r« I 



ScTunidt, Textus gwipUcior der ^ukasaptati. Eec. d. Hs. A. 5 

XXIII. 

^f*<i*iffl **«0<0 *^<*'IQ<I '^Si^ I flrMfii: ^rrlN tirat 



TTlfr H^K^ ^(f^'M W^^ ^rf^TOT iRR^T^ f%fi©^TOT- lO 







8) om. ^rf^ I 10) ^f^o I 12) ^frt I 1*) f«r- 

fftfr I 15) ^^<^4irM I 16) iRTT^n'J: I 19) vif^- 

fror I 21) nf^ M^iH^i^l I 



it TeiTtuf unnplicior der äukasaptati. Rec. d, Hs, A, 

XXIII. 

Ali ^W^'f^ ^T^ I lOT^ ^ft W^ ^% ni^KHn«rt CT^ I 

Ht ift^ ^'f^ ^WTf I ^ vüTftr I ^rf^ ^rnr* ifTft 



13) om. ^r^T I U) ^^ I 18) ^jfpR 

f^T^* I 23) fir^fWr ^tt: I 




Schmidt, Texttta simplicior der Sukasaptatu Rec. d. Hs, A. 

xxin. xxiy. 

^^Nät t^rerfH ^gfii^ rf^ ^m: ^5w: n 

* 

iwr^ ^ nkf^iTK^i I ^ TTt "^flr 1 ^wt^ ^sw^i i 
tri: h^ ^ ^TOT ^iRm: firaft fff 1 ^^ rt ^5t: i ^^ 

« 

iiit ^?rr twrwT^ ^nii*M4) ^^^^1 1 



5) ^R[T I 8) sju: I 14) ^r^T ^fwm: 1 is) om. 






8 Schmidt f Textiu simplicior der SukaaaptaU, Rec, d, Hs, A. 

XXIV. XXV. 

^K^l ^ff^Wi^ I n-if^T ^ ^ 'ft?!! ^^ifflf ini^ irrt 

fK^Ä^^*^^«! wt nTT^wt ^^ ififcT ^itiprt fwre irfiw- 
^ErraFW ''Rf^ wnft wl: 'flipft i ^rrft ^i\ti ^nrr ^uni- 
TT^TO vsÄj«ft*iii!fii %^ irwT ^ntr^ •j^J^'q i ^f!f^ ^rr 

^If^^l l,<*i^i WfTH I ^ ^'W TT^ 'TOT ^Wf^ B^ 

^i«i ^5tiprt H^Bi ^rwT ft^ fufir i ^* ^rfH* ^ rf'? ^ 
^^rtwr j^^rnnt <?i***^ i ^nr: ^rt^rft <fl*40i irni 



7) ^l^Tflft I 8) ^ER^nt® I 11) ftrfin( hinter ^^1 wiederholt 

20) m irarer: i 



Schmidt, Textua simplictor der oukasaptati. Rec. d. Hs. A. 9 

XXV. 

^ftiw TW I im: I 
w^ I ^ ^ I 

^ >srit f WPrfiff ^fliljf f*RtV TTPt I 

^'Wt: 51WT TT^wnl fTRnrf^: 1 



16) in^ I 17) fiT ^rrt I 



1 SchmüU, Textus nimplicior €ier bvkasapiati. Rec. d, Hs. A. 

XXV. 

^Rft I ?nr ^ T^ ^«fftpit ^5p^ • • • iTiN Tnit tri 5^ 

10 ft[^ ^^ 41111^ I iv^ ^fin^i ^ int iWTPrti wftt yt 
^BTTO ntlnrr ^tfu m*ii^<H 1 ^Pf^t^ iinrrgii inral 



15 



^rr^ f*nnfft?t ^fHi^ f*iOffli m 



8) iif^^Tra: I 10) ^ ^RTT 5^ I 12) •wrn* 1 

U) ^ipk I 15) ^rf^Rft HT^ I 



Schmidtf Textus simplicior der Sukasaptati, Rec. d, Hs, A. H 

XXV. 

^WT f'ra iNNf <i^(d<i I i[f7f ^?rr ^nwnnft 1 ^rni: irro- 
^f^fvrfwr ^^wrft t^ 1 twt üt Ort tt^t 5t t% ^ 



7) ^^Nro I 8) o?|^jnrro , o H i eTi J u f ^fa : u^ipmi^ 

irifVin I 9) om. ir I fifffint I 10) HfS^ I 11) ft- 

^I%T« I 16) JHT^l I 19) WiTTf^ I 20) •Ht^RO I 



12 Schmidt, Textus simplicior der Sukasaptati, Rtc. d. Hs. A. 

XXV. 



'w^ iRBTwr^ VT^^ wni: i ?nTt tt^ innt f^rnit ^- 

iflf^fif: 'I^T^ ^^^^IfUIH I ^rrf^ ^T^^TT f^Pirf^ %f^ ^- 

IT wPJTT^ f «iHni i«mi*in: ?Rrnn(T rtpnn: 
'it wt 4^«i^if|<if| ^rt?m: %^ ^rm: jtp^ n 



3) ^refTO» I 4) iTfrt I 5) m^^f^ I 14) ^. 

VT I 16) ^^» I 



Schmidt, Textua timpUcior der bukasaptati, Rec. d. Hs, A. 13 

XXV. 

*i^ i <^a I TOTT ^Brftppg^ T^rr f^ni^ irr? i ^ rf^ ttot- 
T^nr^rr^ figw: i ini: iWRf?T ^^^rr ^r^^ ^T^: ^?r?r 

tif I ^WWre '^ ^rot 'f?[^ I IWR^ft I ^ TTf %^ I 

is^mrWT OTT I 'w^ I Tw: ^411^^144^1 'TRT iL^«ii^ I 

Y^: I %^wrr ^urr 1 irt^ ^ i?!^ 1 int im^ irt^ 



1) ?nnir 1 10) ^fV^ 1 ifH^rnin 1 n) «^ 1 



14 Schmidt, Textua simpUcior der Sukaaaptati. Rec. d. Ha. A. 

xxy. XXVI. 

^^tohI' ^m 5^ 4ft tu: i ^Hii^fli^*i ^^n ^wrRift 
5 ^ Tran: Mi^^rt: ^f?nn i i;^^ *fä**ii i t^ ^ w^ ^ 

^^ HfT Yl^TRH ^rt^ *fg*«IT^ 'fV^T TT^ ^rffTTT 4Y- 

10 ''rt^: ^^jfiii '^f^nfT iwi^irfl ^ iTTf I ^T ifwrfif 
fTT^TT'i I 'raf "^ftr v!f^ fw^ ^«i«n^^^< 11^ % ^[^nc- 

^^ I ^: I ^ ^ftr I ^rf^ ^^y< TW WTTi^ I 7n qjij- 
TTift TR ^rwvn;: i tw tt^ ti^'TV tw t^^^t^ctt i 

j^raf^ I cf^ ^ffiB^^c^rrra gfTSTTWTrf*!^ f*r:^wi 

T^irarrvt TTT^^nftr: ^J^frwrrf^: i v:^ ^rf^Mwrr 

20 7T^ ^vii(ii(ii:^?fir 5rt|^Tr i v:^ ^wr^rr ti^'TV ^fiiTr 

irnfTT TT^- iwr^rfTT tt 15^ ^^5> 1 ^stt Tfi[ % *jf«ifki 1 

Wrnnft I ^ TTt TTTrfif I ^Tf%^ ^JTT I ^^ T^T^ T 



3) om. ^ I WÄlfTTr I 5) om. TTipff: I 7) Y;^WTO- 

VJ I 10) om. ^ ITTf I 12) om. HT | 16) ^fl|f^« | 

17) <JWl«Ji7^ I 18) ftl^ I 19) o^o I 



Schmidt, Textus simplicior der äukctsaptati. Rec. d, Hs. A. 15 

XXVI. XXVII. 

%9^m flWf'ft' ^tTHTT W^ WrT'W^TT^ l^RtlRTT ^SIP^T^ 

^fT^i^ I kirnet rf^ ^< tu: 11 

^nf^ ^ff^r ^nj^ ^iTt ^wT f'fin^ 'ftr^TR ^Nft- 

^: I ^ ^ft I ^rf^ ^RT% "^^mO TR f T^ I inr ftnr- 

^J^TRflpiTT'T: I TW TRTT THS f'n^ rf\>i?i I ^R?^ ^rf^Tl 



f^Cift I 14) om. ^ I lö) ^: I 18) o^it^: I 



16 Schmidt f Textus simplicior der bukasaptctti. Rec, d. Us. A, 

xxvn. xxvin. 



w^ anwäre* ^*ii<R ^r%WT ^i^iftiOiiia: i v:^ ?Nt ^nr- 
^TTt <(^ wt 7T^ Ä^: I 7T^ ^iY'irnft ftn^roft fvi^Hi 

^nft I 'ftr 'irr t<st^^ i ftw^ wwi i ^: i ^ ^f'i i 

15 wt^^ ^"^t yf\rwn\ I iRi^ ftg5^ TTff^ I iRrRrnft 
^ftr I vlf^ irfiT: H^rraTTTt tiM^^i f*r:^rrf^7ft ^f idi^^* 



2) ^R$ I 6) TTEit I 12) %rr»ft I 13) irnRuf^ i 
^^re^ I 17) ir %fqo ir irrftr i i8. i9) irmuft ^- 
^i^^^i^ I 19) irr^nift i 20) v^ \ 21) ^^rf^ir^ 1 




Schmidt f Textu9 gknpUcior der StikasaptaÜ. Rec, d, H$, A. Yl 

XXVIII. XXIX. 

'HB! 4ii4i^Mi4 it ^ iranr wKk^ ^^wwc i wt ^5^ jfin 1 

^^ ifj ^i^f'Ki yTOftnrr iwr^ ^prorf 1 ^SH 

^nrrftr 1 iwr^nft 1 ^ftr 'irr ^ ^tf'ft 1 'jft^: wft f*r- 1^ 

^H'ft ^in5f ifti^ I ?Ri w^ 'Efttf'ft I Tnrot ^^^ TR? 
Y^: ^BT^rty 'iff^hrt t^ i fl<^rfl««i ^rf^rN f'rftirr ^- 

t^ f^^: I iwr^ 7T^ fts ^nct^j fTT'it ftf^: 1 ?Bt 



Bd. LV. 



18 SchmüÜ, Textvs simplicior der &uka$aptati, Rec, d, Hs, A. 

XXIX. XXX. 

"^m ^^fT T^n fw(\ I ^^ ^WT ^r^nif^ K#r iWRrnr: 

^^ ifj fi^fKi y«iflftifli iwr^Tft ^i*nf I irwTfiT 
^TT^TTOT ^f^'iRn wft?ni I ^ ^ ^ ^f^ I ^ wr- 

^5^ ^r^ T^ I 'nrt ^r: irft rf^ Trarr: w^ ^w^fii i 
^ 'iwrftr ^f^f nÄfif f I iRi^ ^m: ^rt j[w^ i ^- 

^wr ^tinrn i ^ int f*r^ ft»^^ fiif^ i ^Nft^m ^ 
^^ I ^ TTt ^^ I "irfw^ ^nrpN irf^: I ^: I 



6) iitTf^ I 18) 7m: I 20) o^tz^ I 



Schmidt, Textus simplictar der Stikatiaptati. Rec. d, Hs. A» 19 

XXX. XXXI. 

^rar f^rt^TO^ I ^ i^\t ^"rf^TTT I Tfif ^(wi wrt f^wr 
^»fVwT ^ ^ n 10 

Xfii ^*lflH«(l M^Tl*j ^WPrtl ^*IIH*i II 90 B 

^Rx; ifj ^^rftnrr iwr^Tft ^j^wif 1 'iiH w^'^nr 1 ?wf 

^^ ^ ^-^O I ^^ «iK^^i inrn 1 «ii^ra ^m ^ft^^in 1 i» 
'j^: I '^m ^f^ I vTn!% il^y^ tw ^rrat rf^ 1 ?nr 
Trrenft tr? «n^f iO i ^w w^t ^^t^ tw i Tnft ^ffV 

TW TTT' ^^ 'rff^ f'nir^ Tft ^[iftlWl' T^ I ^w^ 

^ ^if^wRr I "^ w[t ^^ t^f^4'rt<fL I ^^^ ^^^ 1 20 



u) f(?^ »t uf^ I ir irnrrflr 1 

2» 



20 Schmidt f Texttu simplicior der äukasaptcUi, Rec, d. He, A, 

XXXI. XXXII. 

ö ^RUTT ^ ^irarrt ftf^in I ^3^?rtit w^ ^wr Tnft ^?!t 




15 ^ ij^^ ^<rfl I T^*^ ^rwt f^TwiTt w^nrt i«fi*n^ irrFt 

Tft 'J^WTWt ^[TNI[^^ ^Ulfll^ H ^^ H 



1) wi I 2) ni^ ^r^T ^* ^*?t ^brW I 4) irr- 
ftrt I ö) f*r*^ I 8) sju: I 12) HT^h^ i 

17) f^f^if^ I 



Schnädty Textus stmplicior der öukasaptati. Rec, d. Ha, A, 21 

XXXIIL XXXIV. 

imw^ ^ n^rfir i ^Wrft ^iw HfiinT: 1 tw H\w*i 1 'ft 
irftr I 'ftr TnJ ^ftr 1 ^^r^ 'i^rt i ^: 1 ?!^ fH^^r 

^w I ^Tirt ^^T ^[?rr iwRift h 

i[f?T ^^rarTTOt ^rof^nn^rt i^i*i**( h ^3 11 20 
vi^ z%f^ ^^ifKi ^T^fwr iWT'nft ^^raif 1 'rafi- 



14) iRfT »t. if^ I 18) t;^^ I 



22 Schmidt, Textus simpUcior der Sukasaptati, Rec, d. Ha, A. 

XXXIY. XXXY. 

IhT 3^ TT?!: ^Ptf^ITRH I TW THIt TTf^Wft TR ^^Wl" I 

cft TTTPnit n^f^^ ^ww?n% WTT vftr: i Trft ^nf^ t^- 

TTnrRTT ft^r^wr ^rf^^tz'i warr 'fV^rr ^wfr^^t ^fTr^rm i 

10 v;^ ^: ifrzt wtzftwT ^WTRnHfir ttt^t^ ^: i "^ 

'•Tsr I fti^^ ^Rfr^rf^ TT ^: I ^T TTf ^^ I ^fTPhr 

15 TT ^S^fUI^I I ffir f^fTNJ ^TTT^ ^I^TTf I TRT: ^ftTft ^ 

f| ^wfr ^mt Tin ^rfrrr^Tr i JtA ^ '^nf^ ^^: ^inrfT- 

^ll*ilBt ^Tirt ^^T ^^IM ^ftR: ^TT H 
1[f?f ^yHTJTOt T^jf^TW* ^TRii^ n ^8 H 

\ft Trftnft T;fti*[^iii< *^*n«<Tftr i imi^ i m tt 



2) 5t I 5) ^^ I ^ft I ») f^riraTr i lo) ^. 

^ I '^ttX I 15) ^^o I IC) ^^ I 



Schmidt, Textus simpUcior der Sukcuaptati. Reo. d. Ha. A. 23 

XXKY. 

wm inftni: i tto ^rnSr Tfwrr ^iprr ^^wft ^uro jJht i 
^rnl ^rfijiJ ^rarr: ^BRTRrnr: 1 ^fq^i^S^M xnr ^'j'ih^ f^: 1 

cf^'RTt 'rar ^r#f rf^ ^«üt Htftm: 1 tt^ irt^rnrrwr ^- 
^«ifvR ^r3f ift ifi ^TOT^sffRTT f^:^jm: 1 tw* W^^ 



1) ^ I 3) oiraTfw:w^vhr: I *) f*nir^ 1 

17) m^ 4 ffn I 



24 Schmidt, Textus timpUcior der tsukasaptaU, Rec, d. Hs. A. 

XXXT. XXXTI. 

wiT^ fiiRrTf^ <<ii*i i faw vjwfm^ I 

^«iMHufi^^ 4iM^«}ai ^flnrr inn^cft ^^^^i^ i ^ftr 

15 f^wrr ^^Mi TTOift ^WYinrwtvTT ^ct i cit ^^ ^^«iif^s: 
20 -m \ MKÜ ifYwr '^fwr ^w^fi i ^ni: ^^ '^f^ ^ f?fir: 



13) oirro I 14) «T^^ I 24) wrnrrff i in^^r^ i 



Schmidt^ Textuß simpUcior der ^uJeasaptati. Rec, d. Hs. A, 25 

XXXTI. XXXTH. 

fiPTRi ^wf^?fT I ftw: ^wrri} wftt ^tt^ 51^^^^ ^Ei^rnrt 
^wr Tnft ^^m h 5 

^^ ^ H'^* ^r^^TTT ^fwr TWfnft ^3^wtw i ^w 

irt TR ^i^ I fiwnftTft irwt 'fftPHTDsrinftn'T^TR i 



^ipft^wr: I irrt "^ i n^i^ ^n^ i %w ^rrfsr i t ^- 20 



8) om. umiftr I 10) iffirw: ? 16) irm 1 



26 Schmidt, Textus aimplicior der SukasapUUi, Rec. d. Es. A. 

XXXYH. XXXVIII. 

irffTT: I rt ^wrftwi I jp^ ^^f\\^ ifrt wvA m^ 



ffif ^pre?wt ¥?rf^tipfnt ^i^rnrm^ « ^^ n 
vM^iI^«: jT^fwr TWWTft ^3* iTTf I ^iVr äflwrfir Ht* 
^^r: I ^wrftr ?^^r^ ^frtrt ^Nri^ ^ ^ * i it(un^^f<M 



wTwift I 'üH ^ Tranft 



ft^fif I #T TTf ^^ I ^r^'l ^n^ I ^ Vlf^ T^T^- 

T^ I T ^n^T^fif I ^ ^f%T I ^m %t^ I Trai wr ^nur: i 



3) ^ I 5) ^rfnr^^Tf I 12) om. W[V^ I 18) *^- 

ik I 19) ^^* I 21) ^ f#^ I ^1^^: I 



Schmidt f Texttu simplicior der Sukasaptati, Rec, d. Ha, A, 27 

XXXYIII. XXXIX. 

«ifti^M-ft ^FT Tnh" ^%'r H 5 

^R^ rfy 4!^f-KT jT^fwr iwnnft ^piwTf 1 ^t 

iTRi: I w^ ^[O TR ^^r^^: TPiifTftr«ii: 1 ?r8i tjijf tw 
frf^: ^^pärtTRjj irawi 1 'TO ^?fi«ra^ ^^ wrjf^ tw 

"iTftnj'T %^nr5^ ^t^ nw^ ^^11 1 cn^^ Hf^wfif 1 ^r^ 

T^ ?CTrs[T i,«j?!k^i*v I ftrwt f%R^ 11^^ I ffir ^wf^- 
%zTRr 4jpqO^Q ^5^ ^fL I TT?! 'w ^fqri T^rnr^ ^ir- 20 



1) ff I Htur» I 14) fTftm ^« I 15) iqnfr I 

^6) ^:^ I 18) ^n[T vor ^fV^ wiederholt. 20) »^ZTraT I 

21) ^ I 



28 Schmidt, Textus simpUcior der l^asapUxtL Rec. d. He, A. 

XXXIX. XL. 

^^ ^ S'f: Wf^lfTTT ^fwr WTWlft ^piWTf I iftr 

ftw ^>|rft*i4 ^n^ I ?nft ^t^ ^T ftfiinTT ^ wt 
15 fw5t I irart ^ ^ HT^ i ^ frt ^ftr i ^m^ ?ro^ i 




6) ^rnpR I 'W I 7) *%C* I 8) 

13) ^wt I 



Schmidt, Textus simplicior der Sukcuaptati. Bec. d. Ha, A, 29 

XL. XLI. 

^ni^ ^ft'T ^: ^^f-KT ^flnrr iwr^nft ^piwTf i 'ÜH 

ftflpwft vft ^[TOT vft ^TT^^pirninift: 1 10 

^i^ ^ TjirRrnwit ^rnr: • • • ^rrf^iw <!<*t 1 ?Ntwi 1 

^rrcBrt ^^ I mt ifh: %tlT i htrJ'i ?ro^ i ^fqi*i< t iö 

*i<i41 ^rfSpfurr t*i^* I ^rei ?[n?R^m t*i^J 1 ^rf^^^- 
^rrapi: ^t 'w 3T« ^^ l^^ 1 H'^^'S^ ^TT^irr^ ^?^ 
Tfwirr ^nPBR^ t^R^Rr: ^nw^ ^rr^ 1 

6) om. ^ I 11) ^M^ I 13) 5|%ir I 

23) om. X^ I 



30 Schmidt, Texttts simpUcior der ^ukaaaptati, Rec, d, Hn, A. 

XLL XLII. 

^^ ^ftf ^Wreiro M*1fll^<1l TWWnT 'J^ISTTf I *tT 

TTr^TTTTTTT^ffT ^nnw i ?nr ^T^ ^ett^ ^^U k«i ^ ^rnrr- 
10 aa^<ni^mi<^^fg'S(iti*n< ^^* i ft[^t^: ^^: ^< i g4. : h^^w 

20 fp^ I ^Rir ^rf^ ^ Trai w^ cnft' ^im ti^ 5t flrwt 'HTTHrt 
flnrr t'nn^^ 7t ^ 'wr ^iro^ ^ 'ft^rr fir* f'ßt?} irr- 



8) 'ftr: I ^^ I 1^) W^T I 15) ^sTHT I ^^ I 



Schmidt, Textua simplicior der SukasapUiti, Rec. d. Ha, A. 31 

XML XLIII. 

^t^wt: I ^ ^f^ I ij^iHi «11*11 ^^ftnfc w^Jtwtz ^s^rrt 

'WTrf^ 5t{^Mr<^*n f^RW f'fi^rtft' Trf?nTT i ^^fii^^Hi- 5 

^^ ^w flTWt fvwt ^%^ ^j^^ f'ft^nf^ I iT^ ^- 
Rj^*j«iM I ^irbrt *it««*h flrwt fvwt ^fH ?f^ ^?[H 

f«NWt H 10 

^Tirt ^^TT ii^rrwnrt «ifoi^M^ MTr^wr 1 

Tfif ^^wTWt ^Mi^ir<^Ti4< ^iirnn* ^*iiH*i h 8^ n 

?ni ^ft ^rf^ ^rtfe fti^^fl{r*i 'T^'^ I TWWTft I 'fhc 'ft 1^ 

^if^ VTT^ ^^ TW yc^ I irr ii^'!^ wm jjwi i 

irrf'iwÄ^ratT^rw ^nft^ l«^* «i^f lO* 'wrnfSii: 1 xfH 

Jmi TTITT Trf^ f^rtiBWt 'RT^ ^ I ^: ^ rf^ iW 20 

ift Twrnft ft[^Rn^nrr: ^: i tot ^ «iit^i ^ftnt fir- 
iw*: I wi^ fnmt^ ?^^niT mIvü*!!^: ^ ^^ft^ 1 ?nr 



3) •*?* I ö) ^^ETO I 17) ?pi St. inr I 19) ^:^- 
^ I 20) ^riitfl I 21. 22) ^ftifr I 



32 Schmidt f Texhu nmplicior der äukasapUUi, Rec. d. Hs. A, 

XLIU. XLIY. 



vmztfn 






1) IRTT I 3) iKürhT^ I 6. 7) om. ir ^T«!*l^® bis iTTf I 

13) ^w?f« I 19) om. wmrftr i 20) ^rar ^^ 1 21) ^ 1 



om. 



Sehmidif Textu» shnpUcior der Sukasaptatt, Rec, d. He, A, 33 

XLIT. XLY. 

^l^nt *if^g 'c^vt ^^fTfw ^rrf^: i ^ *^1^ fti ^wnr i 
frow ^'TOt ^TR^ ipr ^irmfn ftpiWt rf^ irnift i ^ 



^R^ ^ff*r ^: ^ ^If y <^^ I ^f^^ WliqeH ^piTTf I 

'^snrt im I w^ ftw ^ «tiivi^dO 'T^T ^1^^ Ter: i 



1) ^^ I 5) o^rr^o I . 6) om. ^ I ^nhft: i 

^'> ^ I 19) ^rrwm{^ i 21) Twt 1 

Bd. LV. 3 



34 Schmidt, Textu» nmplicior der SukasapUUi, Rec. d, Hb, A, 

XLY. XLYI. 

frr ^ w^ ^[CT ^n?t ^ift T^ ^swfV ^i^^ ^ntf ^n- 

^muiqui ««qn! «iqtn I u^^^i ^f^ynTniT ^Tre: i wir 
^f%^ cnft ft fwni% wasr^ ^r^Rift ft ^w i vi^* ft 

*liHI«ln*lfl*i I lUniT W?fT ^Tm 'nu 'Ci VTHl ^ ^^TW- 

inrnt ?tot ff ^n^^ifrnftf^ i 7!?ft wr fww iwätt- 



1) om. ^iftnt I 3. 4) l|[%li| ij Hf^^ I 5. 6) Tf^T^V- 

^iTTw^iTT fnrr i lo) it^ i i5) i«f^ i 



Schmidt^ Textus iimpUcior der l^ukataptati. Reo. d, Hs, Ä, 35 

XLYI. XLYn. 

TP'il'r inÄ'^ fflni: i 'HTwrrOtH wi ^tot T^T'flf wT^rr i 
^ni^ ^^ ^^f'Ki <ifiii*M4) ^T^fwr ^ iTTf 1 15 



r. I *) ^: I 6. 7) ^l^^^ \ «) ittwi^ i 

10) fii^<i<i I 20) om. nmufm I 



8* 



36 Selunidt, Textus »implicior der äukaiaptati. Reo. d. H*. A. 

XLTII. 

ö ^^ wf^: irfiff ?i^ VM ^^* I fftniT nifiifti*n ^Mi^n^^i 

imi^ ^ ftvTEr Y?^ ftp* f%:^K*nf*t i S'»^ 'W'lft 



9) iHWR*? lö) Tren I 19.20) fwnwf?! i 

20) ft[irt7rt I 21) ijw^'R I 



Schmidt, Textu» gimfUcior der äukasapkUi. Ree. d. B». A. 37 

xiyn. xLTin. 

f^irY ^v«rr fifc incV^ i 'ww i 'ftr thJ %fw i ^^n^N 



'Traf I ^ifj'ft ^wt ^?fi!?TT w^wft frf^HrffT I wiT'nirr im- 

^rr FT lljifTT I ^W HAT w* I fifc ^iz^ I ^nrt'Ri^ fifc 

wm fRTi 1 ^^ ^Tipift ^(XjO ^^ * '^ '^rrtr *<JKi 15 

^ Tm TT8IT I 7T^ wir ^'I^M*H «*flO ^M*n^«!4jMfll I 



19) om. im I ^[TtW^ I 20) 5M?|in 1 2I) ofqiq^ I 



38 Schmidt, Textus nmpUdar der äukasaptati. Rec. d. Ha, A, 

XLVIII. 

nf : I iHu ^pf 'W ?5^fn FT wnrr ^nnTUfm \ ^<tt tti 
^imflr wtftre ^Nfr ^ ^jt^ f^ '^ ^ ^ • 



3) TRHRTf I ^filHt I ö) ^^f^ I 6) lTf?f^ I 

9) om. X^ \ 12. 13) «RTirTTra^ ^ ^[T^T^ IT^ R f ^liTtMl 

TR 'g;TR I ^iinitiir wt¥^ ^rtirtT \i ^p^ fti 'nc Tflf ^ i 
15) ;OTwiY* I 18) fimt I 



Schmidt, Texius nmpUeior der Sukcuaptati. Rec. d, Hs. A. 39 

XLIX. L. 

nÄ ^fw I iwR^ I 'ftr ^ I ^T» ^ ^Nfe ^iftw ^ift: 

^ I if^ ^7Tf*RifwSftr hRi^ %^ ^wr *i4«i*i<miI^i*ii- 
^ flHjOiM^ ^WT Twr irj^ ^jtff'raff^ ilq^i^iKiiii^ 

TTff^irnnft Tnft^^^Tr^f^ i f^ wunJ Trf'irt 'rapH lo 



11) y^o I nf^nr^ I ir^ I 23) om. *%f7^ 1 



40 Schmidt, Textus nmplicior der äukcuapUxti, Rec, d. Ha. A. 

L. 

^: ipiiZTfir: i 'fti^ OrtN: im: i ^: i ^ ^ \ ^ 
nvrf^niRniiiro: *i*jn^fli ^wl" ^prr ^n^!^ 

Ulf: ^ 4,lW|g*^I Pfj^^ ^InW'^^t^** TTUPt *^^W^I 



1) 'it I 3) n^^iHiijo I 5) ^^ui^fi I 6) om. rt^ 

tf I 8) om. ^WT I 9) ^rfXT^tlT ^tffm: I 11) TT«** I 

16) inft I 18) ^fCT50 I 20) IJlrf^ I 



Schmidt, Textus rimpUdor der Sukasaptati. Rec. d. Hs. A, 41 

L. 

^^«i* ^rtwr ^^: ^^JT^ftT: ftTi%^« W^nr^ ^WSt: f^M 
^ranT^ i|i*«iiii4jS TnwRuf ^jfnir^ ^^sif^nrN yi««i- 
^e4 ^f i^il ^1^4^44 iTCTRt %^^ ^^pis^ ^4*wi ^- 10 
^v^ ^n^^^ ^RTPnt j'wi^ Trfiirwr irrf^rt^rf^frti ^tttW^*. 

^1(1*4 ^ftwnwS 'wn^fT ^rrf^nTTCTT ^^tit^tt nt^Rwr- 15 



1) ^^prr I 2) inrpw* 1 



42 Schmidt, Textus simpliciar der äukasaptaU, Rec, d, H$, A, 

I. II. 

^fWT ^ I il^ffJifa ^Tnrt fwfhr i init ^fir ^ ttitt ^* 

5 iiltifi I ijPN: TTt ^Iftr I 'WW 'WTW ^imOi ^T'l I ^- I 

wTRgwt tirlrtj I init wift TT^ *<Tg«4ftfc ••i^<*ifl, i ^g^n- 

T^T ^yWTTWt MI|IK^4) ^WR* ^*IIH*i II MO » 

^w^ ^ff*r FT xw^tlnrr iwRnfV i ^w ^fi ^rf^ ir^ 

üiRT I inrrftr 'ftipj^ i 'j^ ^fr i ^ifii^"1 iffWiT: i ?hf 

^rnnTftrti irrfiptft^ i ^ fiiT thi: ^RTRrt Twr irr^ ^t^- 
fiwT ^(s^mi 'wfipR'it ^ inn ^^ ^n^ (?) irwW ttwt 

mq^n^v « I ^BrfTf ^(<MiM^ irt ^R<Wt Inline: I 'rarr 

20 ^IS4||€|I frtW ^ I Wu ^T^ W^ WPTiifi WWT I ^pi TTf 

^^ I ^iTf'N iiRr I w ^rr^Tfif irn^n^i i ^* i ^ 



7. 8) ^rfiTTraRTT* I H. lö) i^ir rq^t* I 16. 17) ift- 

liirf^wn I 17) ^RTfi[^ I 18) int I 



Schmidt, Textus sünpUcior der ^vkcuaptati. Reo. d. Hs, A. 43 

LI. IIL 

^R^ ^ff*r ^iBPjifTCT ^T^ftnn iwr^ i 'ftr ^rarftT i 

^^^^^^^^^^^^^^^^^A ^^^^^B^^^^^^Mi^^^^^^^^^^^^^^^^^^^L ^^^^^^^^^^^^^^B^^^^^^^^^^^^K ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^ ^^^^H^^^^^^^^^^^M^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^M^ ^^B^^^Bi^kl^h^^^^^^B 

^f^ (?) iR^ I f^FW^ ftwir ^ ^ 5< HIHTi: I IT^ 

H^«n^i WHflK I 'TOT fr ^fTmwT iTf^fWi ^' I iPf- 
^ ^ ipnt <l4lini I ^nit 'TOT TPH^T^ I ^TftsrWT T^^'ftTfc 



2) J[^ I 8) om. irf^ I 9. 10) »V^ ^" Tf gan« 

UDsieber! 13) ^^X[^ unsicher! 16) ^^%|i||^ I IB) TT^- 



44 Schmidt, Textus nmplicior der SukasaptcUi, Rec, d, Hs, A. 

LH. 



• • • 






Zum Schlüsse will ich noch ausdrücklich bemerken, dasd ich 
den Text ganz so gegeben habe, wie das MS. ihn bietet; alle 
Absonderlichkeiten des Stiles, falsche Formen, Verstösse gegen den 
Sandhi und gegen die Syntax sind also dem Texte und nicht etwa 
mir anzurechnen. 



45 



Zu den Tables alphab^tiques du Kitäb al-Agäui, 

Von 

Paul Schwarz. 

Bei der Benutzung des Werkes, durch das der hochverdiente 

römische Gelehrte Guidi im Verein mit bewährten Mitarbeitern die 

reichen Fundgruben des Kitäb el-Agäni erst wahrhaft erschliesst, 

haben sich mir einige Nachträge und Verbesserungen ergeben, die 

wohl auch anderen Fachgenossen von Nutzen sein können. Der 

Bedeutung und dem Werte der Arbeit durch meine Bemerkungen 

zu nahe zu treten liegt mir fem. Der überaus grosse Umfang der 

Aufgabe, die dadurch bedingte Notwendigkeit der Arbeitsteilung, 

die räumliche Entfernung zwischen den Mitarbeitern und vom 

Druckorte waren gewiss grosse Hindemisse für ein einheitliches 

Arbeiten. Guidi's persönliche Akribie ist über jeden Zweifel sicher 

gestellt durch seinen Dichterindex zu den vier dickleibigen Bänden 

der ^izänet el-adab. 

S. 2 Col. a vorletzte Zeile ist hinzuzufügen die Stelle IV, 72 

(3 V. u.). 

S. 2 Col. b ^. 2 unter (j^öp-^t ist VIII, 48 zu streichen. 

S. 3 Col. b Z. 4 ^\^yXxi\ j^yt 3Ö. Es fehlt I, 110. 113. 

I>as Gedicht I, 110, 7 wird Seite 113, Z. 1 f . diesem Dichter zu- 
geschrieben. 

S. 6 Col. b Z. 2 JV, 54 • lies IV, 53. 54. Ag IV, 53, 28 wird 
^t ^Ij nicht die Erzählung des Hudailiten fortgesetzt, sondern, 
^lerdings etwas unvermittelt, Gerlr selbst als sprechend eingeführt. 

^^ vcUi^Jo folgt Z. 30 vi.s.:^:uas und Z. 31 das Gedicht des 6enr. 
^a der Dichter in geschickter Erfassung des Augenblickes sogleich 
Qeu Hauptteil seiner Kaside vorträgt, so wird die kunstgerechte 
*^leitung dazu, der Nesib, nachträglich verlangt. Dieser wird 
^t jj-:>. JLfts S. 54, 4 eingeführt und so entsteht der Schein , als 
^1 das Vorhergegangene nicht dem 6enr zuzuweisen. A^ VII, 66 
Ht jedoch jeden Zweifel und zeigt, dass auch jenes thatsächlich 
'^orte des öerlr sind. 



46 Schwarz, Zu den Tahlea cdphahiUgues da Küdb al-Agdnt, 

S. 12 Col. a Z. 4 J^J^t XVni, 131 1. XVIII, 131—133. 

S. 14 Col. a Z. 4 V. u. ^^y^:>^\ Aaä ^ l5j^^- ^^ ^®^* ^^® 
Stelle: XVm, 199 (Zeile 18 ff.). 

S. 14 Col. b. Unter ^ e)'""'*'"^ C7^ CT^*'^ '■'^ O^ »J^^^*- 
vi>oLS ist nachzutragen IV, 121. Vgl. dort Z. 19 f. 

S. 20 Col. a Z. 4: ^j^ ^ äJÜI Aac ist verwiesen auf I, 85. 

Aus dem Zusammenhange ergiebt sich, dass der Dichter ein Zeit- 
genosse des *ümar ihn ab! rebl*a war, also mit ^Abdallah ('übaid- 
alläh) ihn Kais ar-rukaijät identisch ist. Die Stelle ist deshalb 
auf S. 21 Col. b unten nachzutragen, ebenso die Stelle A^ I, 50 
(Zeile 13 ff.). 

S. 22 Col. b unter ,y>ytJt fehlt Ag Vü, 145. 146. Die Verse 

auf S. 146 werden durch den Kontext el-*ArgI zugeschrieben. 
Gemlla nimmt den nach Medina geflohenen ^Argl nicht bei sich 
auf, lässt ihn aber auf sein Bitten zu el-A^iwas bringen, und Ton 

dort aus sendet er ihr die Verse 'JüLä ^t. GemTla singt diese Worte, 
nachdem el-Atiwas sie gebeten hat Verse von el-*Argi für den 
Vortrag zu wählen. 

S. 25 Col. 1 unter Kjlu^ ^\ ^^ j^ ist die Stelle IX, 101 
hinzuzufügen, vgl. dort Z. 19. 

S. 27 Col. a nach Z. 5 wäre vielleicht: xÜf Jue ^ ^ytl\ 

-jUaJt ^aaao Q-?t zu erwähnen gewesen als angeblicher Verfasser 

von Ag 4, 118, 29 f (vgl. ebenda S. 119, 2), obwohl *A1I el-Isfahäni 
die Überlieferung für unrichtig erklärt. 

S. 35 Col. a unter JJ[f ^\ ist die Stelle IV, 165 nachzu- 
tragen, t js^ auf Zeile 26 dort geht weder auf Ibn Kais ar-ru^aijät 
noch auf ^Umar ibn abl rebfa, sondern auf den Begleiter des 
Sprechenden, eben Ibn el-Maulä. Den Beweis liefert Ag m, 89: 
»^M^Ail ^J^t ^t «AAili und dann folgen dieselben Vei*se. 

S. 35 Col. b Z. 13 ist zu ^LpÜt in Klammem gesetzt Ju^ 

^L<«w>- ^ ^^y^^^\^ wodurch der Anschein entsteht, als sei dies 

der eigentliche Name des Dichters. An den citierten Stellen 
A^ 12, 73 und 76 ist nur gesagt, dass 'Abdarraf^nän ibn ^assän 
auf Verse des Nag^T anspielt 

S. 37 Col. b Z. 14 wird ein Dichter el-Welld ibn Jezid von 
den Banü Ma^züm aufgeführt. Von einem solchen ist andei-weit 
nichts bekannt, seine Existenz auch sehr unwahrscheinlich, wenn 



Schwarz f Zu den Tablea alphcUf^tiques du Kitab dl-Agdnt 47 

man den Zusammenhang der einzigen citierten Stelle Ag VI, 126 
ins Auge fasst. 

Da wird dem selbst als Dichter wohlbekannten ümai jaden 
el-WelTd ibn Jezid eine (unfreie) Sängerin zum Kaufe an- 
geboten; sie singt zur Probe ein Lied nach freier Wahl, und als 
der Umaijade darauf nach dem Verfasser des Textes fragt, antwortet 
ihm der Verkäufer : ^^iäI^ Ju^ ^ ^^^ if^^) d- !»• nicht: 
von einem Manne, Namens el-Welld ibn Jezid aus dem Teilstamme 
Ma^züm der J^uraiS, sondern: von dem Manne, der unter den 
Ma^üm ein anderer Welid ibn Jezid war, mit dem angeredeten 
ümaijaden verglichen werden konnte. Der einzige Mahzümit nun, 
der unter den umaijadischen Chalifen eine gewisse politische Macht- 
stellung erlangte und gleichzeitig in der Dichtkunst sich versuchte, 
war el-Härit ibn I^älid. Dieser wird auch ausdrücklich als Dichter 
der Vei-se genannt A§ 6, 112, 8. 

S. 39 Col. b „ Jwo^ XIII, 91. XIV, 91.« 1. ^^y^ J^^ (bei 
beiden Gitaten). 

S. 44 Col. b Z. 7 b^ L b^ wie Text 1. c. 



S. 44 Col. b Z. 4 V. u. lies bytitj , entsprechend dem im Verse 
voraufgehenden ^»yüt JL^j. 

S. 45 Col. b J^U' vor Z. 5 ist einzufügen I, 83 Liä. 

S. 46 Col. a s^M^ »^VI, 43 bb^ " es ist nachzutragen das 
Citat I, 93 (Zeile 27). 

S. 49 CoL b Z. 3 JII, 110 y^-l? *. Von den drei Versen 

des citierten Gedichtes weisen Vers 1 ^) and 3 auf u als Beimvokal 

L>y^ (;Jüt ^1) und ^^ (^^ :5t . . 8.U . . ^\ji »J^). 

Demgegenüber ist der Ausgang von Vers 2 v^^jjo mit dem Beim- 

vokal i wohl als I^wä aufzufassen und das Oedicht danach auf 
S. 56 Col. a einzutragen. 

S. 51 Col. b Z. 3 V. u. II, 75 ^l^i und 

S. 52 Col. a Z. 7 V. o. VII, 85 -iiJat verweisen auf dasselbe 
Gedicht. 



o « o 



1) In der ersten Hälfte von V. I wird man statt v^^^i^ wohl w«^jt (°^i^ 



o «« 



Beibehaltung des Hil&vokals im Anlaut) zu lesen haben, da n«»aX wenig zum 
Folgenden passen würde. ' 



48 Schwarz, Zu den Table» olphahiHqaes du Küdb al-AjAnt, 

S. 53 Col. b Z. 3 fehlt I, 89 (vgl. dort Z. 13), femer ist dort 
hinzuzufügen nach Z. 3: I, 94 II 128 (i^lJs^) v-^LÜb, 

S. 53 Col. b Z. 15 Vm, 111 \J[J gehört demselben Gedichte 

an, das Z. 4 derselben Columne mit \^bC»*Jd! citiert wird (A§ 8, 
11, 3 = 1, 128, 18). 

S. 53 Col. b Z. 7 V. u. „XH, 60. XHI, 20 yjU5Ü!\ Die 

beiden Citate beziehen sich nicht auf dasselbe Gedicht, die Stelle 
XIII, 20 ist hier ganz zu streichen, da der Beimvokal u ist: 

oLÄ)üi (LiÜI Jüjj) u. s. f. und S. 59 Col. a einzuordnen. 

S. 54 Col. b Z. 13: VII, 173 JJi. Der Sinn verlangt den 

Genetiv: ^^^^ ^i^ UuJd ^ vi5ü^ ^\j^ 

die Stelle ist also von hier auf S. 47 Col. a zu übertragen. Vgl. 
auch die Ausgabe des A^t^ S. 24, Z. 4. 

S. 55 Col. a Z. 11 V. u. „X, 151 y^**- ^^^ ^^^^ Vokali- 
sation hätte der Vers fa^ilun als Ausgang, für ^&wl\ eine ün- 

möglichkeit, es ist zu lesen \^JL(^), 

S. 55 Col. b Z. 9 np\f^ XV, 124 y^'* konnte fortbleiben^ 
da auf Z. 12 der vollständige Vers von derselben Seite des Text^ss- 
belegt wird. ( -iyii im Text Z. 25 begi-ündet keinen ünterschi©^, 

sondern ist Fehler für Lä^ Z. 13). 

S. 66 Col. a Z. 8 V. u. 1<^J^, Es ist hinzuzufügen I, lOö 
(Zeile 10). Das darauffolgende Citat XI, 17 L>j bezieht sich a 
einen Vers desselben Gedichtes, vgl. Ag 1, 124, 14. 

S. 68 Col. a Z. 10 erregt ^yJLo Bedenken, es liegt näher ^. 

als Verkürzung von Li^uLo zu lesen, obwohl bei Freytag, Arabische 
Verskunst S. 239 für den Ausgang des Ramal magzü' nur f(täun^ 
nicht faHlun belegt ist. 



t> ^ y o « . 



S. 69 Col. b o Juji: »VI, 164 ja:5\Jr 1. J<kS\l\ als n. pr. 
einer südarab. Stadt. 

S. 69 Col. b Z. 3 V. u. sind nachzutragen die Stellen I, 92 
und X, 124. 

S. 70 Col. a Joy^ J, 141 tjJ^« 1. tjJiI, 

S. 75 CoLa Z. 13 ,XVII, 61, 62 jjj*. Das steht nicht im 



Schwarz, Zu den TahUs cUphabäiquea du Kitäb aUAgdnt 49 

Einklänge mit den weiteren Reimen des Gedichtes Juij^ ^JoJLj 

n. s. f., es ist also JoumI zu vokalisieren (vgl. die Originalwörter- 

bücher zu dieser Namensform) und die Stelle S. 76 Col. a vor Z. 3 
einzufügen. 

S. 77 Col. b Z. 19. Das Citat XIH, 153 ist von den beiden 
anderen besser zu trennen, nur im Reimworte besteht die Überein- 
stimmung. 

S. 78 Col. b Z. 11: ^^.^y^ J^LT I, 75 Jo^^f es ist zu 
streichen ^^^j da es sich um die zweite Art des Kämil handelt 



(katalektische Tripodie). 

S. 78 Col. b Z. 8 V. u.: ,IV, 54, 55 jJiliiJr lies {f^) 

jou*#il! als Plural zu Jocm.. 

S. 79 Col. b Z. 4; 1. HI, 3. XI, 134 oSji^iS V, 131 ot^9t 

die erstgenannten Stellen verweisen auf Verse von el-Aswad ihn 
Ja'fur, an der anderen Stelle wird ein ganz anderer Vers von A^jimed 
ihn Ibrahim citiert. 

S. 79 Col. b Z. 8 1. oL^:^ü, nach der gewöhnlichen Kon- 

struktion von ^ mit \^ und dem Infinitiv. 

S. 87 Col. b Z. 7. ' Das Citat Ag 11, 8 ist zu trennen von 
II, 92, 93, 95, 99 einerseits und VII, 26 andererseits, ebenso Z. 11 : 
Ag VII, 119 von X, 50, 52 und Z. 13: A^ IX, 108 von XIX, 31. 

S. 89 Col. b Z. 16 ,Xm, 161 \^^ ües nach TA^ 3, 333, 18 

( juo) \ju>o^ der Vers gehört zu dem im Index ebenda Z. 10 

citierten Gedicht und ist dort ebenfalls zu vermerken (= Ag VI, 
154, 21 und 157, 9). 

S. 92 Col. b Z. 5 fehlt VH, 190 ^t. 

S. 94 Col a Z. 5 sind nachzutragen : A^ 1, 60. 61 jfJO^ und 
Ag 1, 93 ^. 

S. 98 Col. a vor Z. 15 ist nachzutragen unter ^\S : ^.Joo I, 78. 

S. 98 Col. a Z. 18 ^^ß\}> erregt Bedenken, trotz VIEL, 137 
»jUJu, die übrigen Stellen haben »jLääj, setzen also entsprechend 
dem folgenden L^ den Plural J'j voraus. Man wird deshalb auf 

Bd. LV. 4 



50 Schwarz, Zu den Tables alphabitigues du Küäh al-Ägdnt, 

die Herstellung eines Binnenreims in diesem Verse verzichten müssen 
umsomehr als III, 108 und VllI, 137 die Lesai-t Jo (ohne ^) 

erscheint. Ebenda Z. 20 -»ü. gehört demselben Gedichte an, vgl. 

A^ 3, 100, 1, vielleicht läge es näher y^^\ als Plural von .Ui»- 
zu lesen. 

S. 102 Col. b. Bei I, 189 '^\ ist die Stelle XV, 156, die S. 103 

ordnungsgemäss citiert ist, hinzuzufügen, nur das R^imwort des 
ersten Verses ist an beiden Stellen verschieden. 

S. 103 Col. b Z. 13 ,V, 133 ^1^1 *. Das Citat ist hier zu 

tilgen, es ist zu lesen ^LiLii ( JLJÜt (^rS>l), entsprechend dem 

Reime des folgenden Verses JLL (,jio.), und das CitAt S. 94 
Col. b einzuordnen. 

S. 104 Col. a Z. 3 V. u.: XX, 122, 125 yLi:^, es ist zu lesen 
-iUU (coordiniert dem voraufgehenden ^L»* [J^])* 

S. 105 Col. a nach Z. 16 einzufügen: yjjt I, 79 (Zeile 9 ff.). 



iO , 



S. 107 Col. b Z. 6 V. u. „XXI, 170 ^\ Der hier nach dem 
Endreim citierte Vers erscheint schon oben Z. 15 unter dem Binnen- 



reim 



__ ^ ^j ^ 

S. 117 Col. a Z. 7 unter LääL ist nachzutragen die Stelle 
XIX, 64 (Z. 4 V. u.). 

S. 118 Col. b Z. 10 „Ijuii^" wohl besser passiv (UtU vüJ: ^) 

S. 128 Col. a Z. 14 \s^ 1. Uib-. 

• S. 138 Col. b Z. 2 Jax.*^. Es fehlt: I, 54, 6 ^L^ und 
I, 95, 29 bLii. 

S. 139 Col. a Z. 5 V. u. und das folgende Citat beziehen sich auf 
dasselbe Gedicht. ^^b>Ju ist Binnenreim, ^L^**Ö Reim des Versschlusses, 
ausserdem fehlt das Citat I, 83 (dort Zeile 20 ff.) 

S. 140 Col. b Z. 11 und f. Die unter bL^^ und ^\^ ge- 
gebenen Verweisungen beziehen sich auf Verse desselben Ge- 
dichtes. 



ßehwarz. Zu den TdbUa alphahitiques du Küdb at-Agänt, 51 

S. 140 Col. b DÄch Z. 14 fehlt: I, 95 t^Ls^. 

S. 140 Col. b Z. 8 V. u., f.: ,1, 47. 48 iü^ I, 54 t^^*. 

Beide Gitate beziehen sich auf denselben Vers (Endreim und 
Binnenreim). 

S. 142 Col. b ^V, 14 jJoIjIjV Es sind hinzuzufügen die 

weiteren Stellen X, 99 und 100, die auf Seite 143 Col. a Z. 2 
besonders angeführt werden. 

S. 142 Col. a Z. 4 V. u. ist hinzuzufügen VEL, 102; ebd. vor 

Z. 3 V. u. einzuschieben: I 51. 52, II, 133. 134, VH, 102 (^() J^. 

S. 142 Col. a Z. 3 V. u. J^*^ ist nachzutragen die Stelle VII, 102, 

die Col. b unter dem Reimworte des zweiten Halbverses aufge- 
führt ist. 

S. 143 Col. a Z. 5. ' Die Citate sind zu trennen. Es beziehen 
sich auf denselben Vers die Citate XETI, 30 und 31 , dagegen hat 
XI, 36 nur dasselbe Reim wort. 

Ebenso haben auf der folgenden Zeile die Stellen XI, 86 und 
XILL, 56 nur das Reim wort gemeinsam. 

S. 144 Col. a vor Z. 7 v. u. fehlt I, 76 JJt^. 

S. 144 Col. b Z. 7 Jo^! und Col. a 1. Z. beziehen sich auf 
dasselbe (Jedicht. 

S. 149 Col. a Z. 4 V. u. JH, 87 J^ji« wohl besser ^^'p 
— Aj). 

S. 150 Col. b nach Z. 15 ist einzufügen I, 78 Jo^^i, I, 94 

S. 150 Col. b Z. 5 V. u. ,XVIU 170* 1. 171. 

S. 152 Col. a Z. 4 V. u. ,XV, 119» 1. 120. 

S. 152 Col. b Z. 2 ist zu streichen und S. 144 einzuordnen. 

Der Reimvokal ist i\ jL*o als Apodosis von JiÄftj, entsprechend 

dem ^jiju des ersten Satzes, und J^JJ als Apposition von v-;L<:u*^(j). 

S. 158 Col. a 7 V. u.: I, 57 Il^li (Schlussreim) und Col. b 

o - - o -« 

Z. 1 : \TI, 140 *,ä:>! (Binnenreim) beziehen sich auf denselben Vers. 

S. 160 Col. a Jo^ fehlt: VIII, 144 LoL^' ^1 (verschieden von 
dem unter VIII, 143 aufgeführten mit dem Rw. UykoÄs). 

4* 



52 Schwarz^ Zu den Tahlea alphabäiquea tiu KUäh al-Agäni. 

S. 160 Col. b Z. 7 V. u. ,XX, 5 UiL'* lies Uxk!i vgl TA 



s. 



S. 162 Col. a ^^ fehlt I, 134 (Zeüe 6 f.) uIj. 

S. 163 Col. a Z. 2 XIX, 157 UäXj ist Mutakärib, nicht 
5afif. 

S. 163 Col. b Z. 6 V. u. ,1, 63 ^^LT • ist zu streichen. Es 

ist zu vokalisieren : ^jJL/ (jj^aaÜ) Danach ist aber der Vers 
nicht auf S. 159 des Index nachzutragen, sondern der I, 63 un- 
mittelbar vorhergehende, mit ^ endende Vers zeigt, dass nur ä 

reimi Die Verse finden sich auch Ag 8, 55, 14 ff., die Stelle 
Ag I, 63 ist deshalb S. 41 Col. b Z. 4 beizufügen. 

S. 169 Col. b j^^ fehlt I, 76 ^JlIJ, 

S. 170 Col. b. Die Citate Z. 6 v. u. 3 v. u. und 1. Z. beziehen 
sich auf Verse desselben Gedichtes, ebenso 

S. 171 Col. a Z. 5 V. u. und Z. 3 v. u. und S. 171 CoL a 
Z. 4 V. u. und Col. b gleiche Zeile (»»»Lfc ist ein Fehler des Agänl- 
druckes för *;Lc). 

S. 174 Col. a ist unter i^ VHI, 146 vermerkt. Das gründet 
sich wahrscheinlich auf die eigene Angabe des *AlI el-Isfahänl ebd. 
Z. 13: -. i^l ^ ^"^j^ ^^^ passt auch auf den ersten Vers, nicht 
aber auf die weiteren: Vers 2 A 1 und 2, 3 A 1 und B 1, 4 B 1 
erweisen mafa*ilun als Vertretung von mufa^latun, das Gedicht ist 
also als Wäfir auf S. 173 Col. a zu vermerken^). — Der Verfasser 
des Kitäb el-a^äni hat auch an anderen Stellen metrische Irrtümer 
sich zu Schulden kommen lassen, so A^ 2, 135, 5, wo der arabische 
Herausgeber am Rande das .Madld*^ des Textes richtig in ,Ramal' 
ändert, während Ag 15, 130, 7 v. u. ?tj j^-Jt ^ ^^^5?^ unbeanstandet 
geblieben ist, der Index bietet diese Stelle richtig unter 'QaM, 



1) Umgekehrt weist Cheikho in den Su'arä nasrSnTja II, 625, 8 ein Gedicht 
dem W&fir za, das nur mafli'Ilan and sehr häafig (das im WSfir seltene) mafa'Tla 
zeigt, also wohl als Heze^ zu betrachten ist. Der einzige Vers, der sich diesem 
Metrum nicht fügen würde, wäre S. 626 Z. 14 B. Das ist aber auch kein Wfifir. 

Die Schwierigkeit löst Ag 3, 10, 23 wo statt Cheikho's (j^Lj steht ^j«sjy 
d. h. (mu»-J, wodurch regelrechtes Heze^metrum erzielt wird. 



Schwarzy Zu den Tables alphabitiques du Kitdb (U-Agäni. 53 

S. 175 CoL a Z. 19 »juJLj* kann trotz des vorhergehenden ^J, 

in völligem Gleichklang mit den folgenden Reimen x^^^mJCa^ und 

fc»A^^ als jlJLj gelesen werden ; beim vierten Reime, dem perfectischen 
«ully fehlen mir direkte Parallelen für die gleiche Vokalisation. 

S. 176 CoL a Z. 6 ,^^Jajij* 1. i^^I^^ ™ Sinne von Jl^ als 
Gegensatz zu dem im gleichen Verse vorkommenden «^, 

S. 176 Col. a unter Ramal fehlt ^^L^! Ag 1, 81 (Zeile 24). 

S. 176 Col. a Z. 7 fehlt das Citat I, 81. Statt ^ySy^ ist zu lesen 
(y^j^f entsprechend dem voraufgehenden coordinierten Juu;. und 
den folgenden Reimen ^^y^J^ und ^^y^\. 

S. 176 Col. b Z. 9 1. I, 110, 113. 

S. 176 Col. b vorl. Z.: zu tilgen ,— 19«. 

S. 179 Col. b nach Z. 8 fehlt I, 82 



M« > 



^ o « s, , j ^ 

als 



S. 179 Col. b Z. 9 ,UuJls> XVI, 40, 43 ^yü^ « 1. ^^läJ^: , 

Daan uns zu trinken gab unsem Ti-ank und uns Lieder vortrug*. 
A^uch die übrigen Verse des Liedes gehen auf fa*ilätun aus, fu*ülun 
^^ Versende ist im tripodischen 'Qafii nicht gestattet. Das Ver- 
üben ist durch die Randbemerkung a. a. 0. veranlasst, der den 
ersten Halbvers schliessende Eigenname ^j^ Jö sei zu vokalisieren 

Tri ''*' 

^Jj^^ *^ ^y^9 ^® Analogie der übrigen Verse und das 
Metrum verlangt aber auch hier ^jIj^). 

8. 179 Col. b nach Z. 15 ist einzufügen: I, 86, 87 LuJLfcUail 




S. 179 CoL b vjUflT» Vm, 87 Lij^! und XIH, 135 Ü^^ 
gehören demselben Gedichte an. A^ VIII, 87, 5 = Xm, 135, 18. 



« > 



S. 179 CoL b Z. 8 V. u. XVHI, 27 Lü/Jü 1. XVEI, 26. 



1) Eine Bestitigang dieser Annahme fand ich naohtr&gUoh im TA ..jj 
^1 146, 26 wo es heiaat: ^\yi\ f^^ ^LJ! ^^^^ Ü^ xjö \^\yaj\^ 



54 Schwarz, Zu den TcUfles alphabitiques du Küdh (d-Agänt 



S. 182 Col. b Z. 11: „VH, 101 ^.,y>t^jjr. Die folgen- 
den Reime und der ZusammenhaDg weisen darauf hin zu lesen: 

^y> t^JJl (^). 

S. 182 Col. b Z. 16 „X, 172 ^** lies: ^T (vyjJl »p^), 
es folgen die Reime ..^JJt und (jvyL*4!. 

S. 184 CoL b Z. 14 ,VII, 122 ^^ULi!«* 1. VH, 121—122. 



> ». 



S. 186 Col. a 1. Z. , XVIII, 7 ^näri*. Es ist zu lesen per- 



fectisch JUaiÜj, als Nachsatz zu oJ^Ö 131, die masculine For: 
für das begriflEliche Feminin wird auch im darauffolgenden, V 
festgehalten »JLm-, xa-^, vi^-Ä^. ^^^ Vokal vor dem Reimbuchstab^^ 

wechselt in diesem Gedichte , a erscheint ausserdem noch in V. : 
und 5. 

S. 186 Col. b s^suss> J, 56 ^UT** lies I, 57 und füge hin:^: 
I, 43 (dort Zeüe 29). 

S. 187 Col. b Z. 14: X, 90 ^JJj lies ^JJj. 
S. 188 Col. a Tawll ist J^tiA:^ XIH, 30. 32 zu stfeich«^: 
Eine Infinitivform .^^L« von ^io^^ ist sonst nicht bekannt, es 3J 

zu lesen ..^J<j>. als Dual und Sifa zu ...Läx»^: »Wenn mein H^^ 

sich von ihr trennen will, so hindern das zwei Fürsprecher ^ 
meinem Herzen, die für sie wacker eintreten." Überdies %^^^ 

A^ Xni, 32 der zweite Vers auf L^ aus. Danach ist ^^^y^^ 
auf S. 181 Col. a zu vermerken. ' ' " 

S. 209 Col. a Z. 10 V. u. lies Mugammi^ wie der Vers an <i^ 
citierten Stelle (IV, 48, 4) beweisen dürfte, vgl. auch Wellhaus^«^ 
Reste 1 152. — Hamäsa ed. Freytag S. 343 Z. 6 v. u. zeigt ^^ 

Namensform %^ , dagegen hat die Bülaker Ausgabe Bd. ^ 






55 



Noch einmal Heinrich Thorbeckes handschrifthcher 

Nachlass. 

Von 

A, Fischer« 

Bd. 49, S. 695 ff. dieser Zeitschrift habe ich das Ergebnis 
einer Revision des von August Müller ibid. Bd. 45, S. 467 ff. ge- 
buchten Inventars des handschriftlichen Nachlasses Thorbeckes ver- 
öffentlicht. Zu NrNr. 43. 50. 68. 69 und 82, b. c. der Müller sehen 
Liste (= Mss. Th. A 30: AäSä; 36: Suljaira sAbd Bani '1-Hashäs; 
^3. 54: Du 'r-ßumma; und 62, b. c: Ibn Qutaiba, Adab al-kätib) 
konnte ich mich damals nicht äussern, weil sie ausgeliehen waren 
^^d sich somit meiner Kontrolle entzogen (vgl. S. 696 meines Auf- 
satzes, oben). Ich hole das jetzt hier nach und verbinde damit 
eine kurze Mitteilung über fünf weitere , bei der fortgesetzten 
Katalogisierung des Nachlasses zum Vorschein gekommene Thor- 
heckiana, die, obschon Druckwerke, wegen der Fülle der in ihnen 
enthaltenen handschriftlichen Bemerkungen notwendig unter die Mss. 
aufgenommen werden müssen. 

Nr. 43 (Ms. Th. A 30) umfasst: a) die Assä-Handschrift des 
E&corial (s. H. Derenbourg, Les manuscrits arabes de TEscurial, 
^- I, p. 187 , no. 303) in photographischen Abzügen: 268 Bl. 8^, 
darunter einige Blätter in mehreren, durch die Signaturen a, b etc. 
von einander unterschiedenen Exemplaren, einzelne auch in* der 
M^itte (zu welchem Zweck, ist nicht ersichtlich) durchschnitten; 
^) ein Zettelconvolut mit Verscitaten und biographischen Notizen : 
272 Bl. 40 und 8«; c) eine Abschrift der Hs. Strassburg Spitta 28 i) 

(^e ihrerseits eine Kopie der Hs. Kairo »aW c .^ olf ^ .^, Fihrist 
IV, S^ ^^^ darstellt), mit einer Kollation der Hs. Leiden 2025 
(A^nain 302; s. de Goeje et Houtsma, Catalogus, Nr. DLXVHI), 
sonstigen Glossen, Schollen und Citaten: Bl. 273—353. 4« und 
^) Zuschriften von D. H. MüUer, Jahn, Spitta, Geyer: Bl. 354—366. 
^\ c) und d) sind von A. Müller mit durchgehender Blattzählung 



1) Vgl. Köldeke, Die arab. Hss. Spitta's, diese Zeitschrift, Bd. 40, S. 313. 



56 Fischer, Noch einmal Heinrich ThorbeoJees handechr, NaeKUue. 

versehen worden und bilden die von ihm a. a. 0., S. 473 erwähnten 
,366 Bl. 40. Beilagen« i). 

Nr. 50 (Ms. Th. A 36) lies: «Abschrift nach Hs. Leipzig, 
Ref. 33, fol. 56r— 67v " 

Nr. 68 (Ms. Th. A 53) zeigt neben , zahlreichen Citaten* auch 
allerlei, meist kürzere, Glossen aus dem Mugmed ^) des Ibn Färis, aas 
Cod. Ref. 354, fol. 105r— 126v (siehe imten S. 57, 3), aus Ibn Ginnl's 
ffa^ä'i^j al-OaQäliql's J§arh Adab al-kätib und namentlich Ibn as- 
Sikklt's I^läh cU-manfiq. 

Nr. 69 (Ms. Th. A 54) enthält nicht, wie A. Müller angiebt, 
eine Qa§lde aus Hs. Leiden 287, sondern zwei; nämlich erstens: 

„Bleibe wohlbehalten, Lagerstätte, deren Spuren bereits verschwinden; 
mögest du getränkt werden mit dem Erguss des aus dichtem Gewölk 
herniederstürzenden Frühregens* 

^t die sich z. T. mit Nr. XXI des Leidener Diwans deckt, 

und zweitens: 



Cm £ 



*)JaaÄl! ^Ui*- ey^t Ur UU^ tSr J^- tUt iäUxii vi>JLt> j^yü! 

,Hat wegen des Anblicks der Lagerstätte dein Auge, in Wasser ver — 
wandelt, den ganzen Tag über Thränen vergossen in Tropfen (di^^ 
einer nach dem andern herabrinnen), wie die unter einander ab — 
wechselnden Perlen eine der andern folgen*. 



1) Ich yerdanke diese Angaben einer gütigen Mitteilung Geyers, i 
dessen Händen sich Thorbeckes AgSs-Materialien z. Z. noch befinden. 

2) Tborbecke schreibt Mugmü\ vgl. aber meine Kotis Gott geL Ans. 
1895. Nr. 5, 8. 876, Anm. 2, und schon Goldiiher, Beiträge z. Geschichte d^ 
Sprachgelehrsamkeit b. d. Arabern (SA. a. d. Sitznngsber. d. Wiener Ak. d. W. ., 
Bd. LXXUI), III, S. 42, Kachtrag. 

3) Glosse: ^l^tJ^^'l ^\^\ \^yo SüTJ/ ^ iüt täUJL Ju^. 

4) Glosse : jj^' (^^Uj j^^t ^lij*i vi>Ib i^Uac ^^ vXjj^ 
fjkXi lyu^t. Zu ^2^Ä^t vgl. den Knüttelvers: 

^yhffJl iy>t ^y» SOJLLiä ^ ^yC^' ^-8*^ e5>^ e>^ 
(Jabn's Sibauaih, I, 2, S. 80, und SaliSh, LisSn, Tag al-:iarus, Muhr( al-mublf 

und Aqrab al-maufirld sub i^v^) »iAls wäre der Lauf ihrer, eine nach der 
andern herabrinnenden, Thränen ein Stück der besten Baumwolle". 



Fiaeher, Noch einmal Heinrich Thorbeckes handachr. Nachlass. 57 

;äJ|, zu der im Leidener Diwan jede Parallele fehlt. 

Nr. 82, b (Ms. Th. A 62, b): Für , Auszug aus Hs. Leipzig, 
Ref. 354 fol. 105 r* lies: „Excerpte aus Cod. Ref. 354, fol. 105 r 
bis 126 V*. Das Mscr. beginnt, Thorbeckes Abschrift zufolge: 

• . . xjuJÜ ^it (sie) v^lüüt vjfiUn^ jii..JÜ (vgl. gäggl gallfa, I, 

Nr. 338) und endigt . . . ^Ut A^ä (sie) ^'l^ül v^t iüU^ ^yi ^. 

Nr. 82, c (Ms. Th. A 62, c): Das Fascikel umfasst in Wirk- 
lichkeit 355 S. Bei Blätterlage 10 ein Notizenblatt 8^. 



H. Dozy, Supplement aux dictionnaires arabes, 

tome L n, Ms. Th. B 38 : Durchschossen ; auf den Einschussblättern 

'Pie auf den Rändern und zwischen den Zeilen des Textes zahlreiche 

handschriftliche Nachträge und Glossen, darunter, mit der Sigle FL, 

sfixntliche von Fleischer in seinen „Studien über Dozy 's Supplement** 

veröffentlichte Berichtigungen und Bemerkungen. 

Socin, der Bd. 45, S. 483 fr. dieser Zeitschrift, im Anschluss 
a*!^ A. Müllers oben citierten Aufsatz, über die lexikalischen 
S&rDmlQngen Thorbeckes berichtet hat, hat dabei Thorbeckes Dozy 
völlig übersehen. Er kommt zwar in seinen Ausfährungen wieder- 
holt auf Dozys Supplement zusprechen; merkwürdigerweise ist ihm 
^V>er dabei nirgends der Gedanke gekommen, dass Thorbecke einen 
Teil seiner lexikalischen Findlinge, nämlich vorzugsweise das mittel - 
^*^d spätarabische Sprachgut, in seinem Dozy geborgen haben, und 
^^ mithin neben dem Freytag und den Zettelsammlungen auch 
^eser zu berücksichtigen sein dürfte. So erklärt es sich, dass er 
^ a. 0., S. 485, Mitte, schreiben konnte: „daneben fehlt jedoch 
Manches neuere, wie Cuche-Belot, ja selbst Berggren . . . .* Seine 
Auszüge aus Berggrens , Guide* und verwandten Werken hat Thor- 
"€cke eben, wie natürlich, vorzugsweise in seinem Dozy thesauriert. 

Es scheint mir verlorene Liebesmühe, Thorbeckes lexikalische 
°^mlungen nach Umfang und Art genau zu untersuchen, solange 
^iemand ernstlich daran denkt, diese Schätze zu heben. Die Zeit 
^ aber hoffentlich nicht mehr zu fem, da auch die Arabisten, nach 
^em Vorgang der Latinisten, Ägyptologen etc., ihre Kräfte auf die 
^griffiiahme eines , Thesaurus linguae*, sei es auch nur zunächst 
^08 .Thesaurus linguae veteris* konzentrieren und zu diesem 
Zwecke die bereits von abendländischen Gelehrten zusammenge- 
^enen lexikalischen Materialien kritisch sichten und würdigen 
werden. Dann ¥mrd, wie ich nicht zweifle, neben Quatremöres und 
^eischers Sammlungen in erster Linie Thorlseckes lexikalischer Nach- 
^ eingehende Würdigung und ausgiebige Verwertung finden Ich 



58 Fischer, Noch einmal Heinrich Tharbeckes handachr. Nßchlass. 

beschränke mich infolgedessen hier darauf zu konstatieren, dass in 
Thorbeckes Eintragungen in seinen Dozy nicht nur die arabischen 
und europäischen Schriftsteller und Sammelwerke, die Socin a. a. 0. 
S. 487 flf. zusammengestellt hat, grossenteils wiederkehren, sondern 
dass auch eine beträchtliche Anzahl anderer erscheint. So begegnen 
allein zu den ersten 100 Seiten des ersten Bandes folgende neue 
Namen: 

SAli az-Zaibaq s. Ihn sAbd Allah al-Mi§rl. 
Brill, Gatalogue p^riodique. 

D[aix.] Reflexions historiques et politiques sur l'empire ottoman, 
suivies de notes du p^re Sicard, missionnaire, sur les antiquites 
de l'Egypte, par C.-L. D. [Charles- Louis Daix], interprfete de 1« 
langue fran^aise pour les langues orientales. Paris, Belin, 1802. 8 

Dieterici, Chrestomathie ottomane. 

de Goeje, Bibliotheca geographorum, pars IV. 

Hartmann, R., Reise des Freih. Ad. v. Barnim durch Nordostafrik 

1859—60. Berlin 1863. 
Jaubert, Elements de la grammaire turke. 
Ibn sAbd AUäh al-Misri, Qissat al-muqaddam SAli az-Zaibaq. 
Ihn Kamäl-paSa, at-Tanblh Salä ralati al-gähil ^ 'n-nablh, ed. Lau. 

berg und Cod. München Nr. 892, fol. 145 ff. 
Journal asiatique. 
Journal of the R. Geogr. Soc. of Lond. 

Karabacek, Der Papyrusfund von el-Faijüm. 

Kasem-Beg, Allg. Grammatik der türk. - tatarischen Sprache . 

übersetzt . . . von Zenker. 
Landberg, Proverbes et dictons. 

Marcel, Dictionnaire fran^ais-arabe. 

Memoiren einer arab. Prinzessin s. Ruete. 

Moritz, lieber seine Reisen in Syrien, Verh. d. Ges. f. Erdk. z. Berl 

1886, Nr. 3. 
ders., Zur Geographie und Ethnographie von Süd-Mesopotamien, Ä. 

1888, No. 4 und 5. 
Pertsch, Verzeichniss d. pers. Hss. d. K. Bibl. z. Berlin. 
Proverbes et dictons s. Landberg. 
Prym-Socin, Der neu-aramaeische Dialekt des Tür 'Abdin. 

Quarante vizirs, par Belletöte. 

R^flexions bist, et pol. sur l'emp. ottom. s. Daix. 

Reinaud, Description des monumens musulmans . . . 

Rohlfs, Meine Mission nach Abessinien. 

Roland de Bussy, L'idiome d' Alger. 

Rückert, Ergänzungsblatt d. Hall. Literaturzeitung, 1829. 

[Ruete, Emily,] Memoiren e. arab. Prinzessin. 

Sabbäf, Grammatik. 

Sachau, Reise in Syrien und Mesopotamien. 



Fischer f Noch einmal Heinrich Thorbechea handachr^, N.achlaae, 59 

Sitzungsberichte d. bot. Vereins v. Brandenburg. 
Spitta, Grammatik. 

Wallin, De praecipua inter hodiemam Arabum lingnam et antiquam 

dififerentia diss. 
ders., ZDMG., Bd. VI. 

Zeitschrift f. ägypt. Sprache und Alterthumskunde. 
Zenker, Türkisch-arabisch-persisches Handwörterbuch. 

Ledlwän deNftbiga Dhobyanl — par Hartwig Deren- 
bourg, Paris 1869, Ms. Th. B 39: Durchschossen; auf den Ein- 
schussblättem , z. T. auch auf den Rändern der Seiten allerlei 
Zusätze, Verbesserungen, kritische Fragezeichen,* Varianten und 
Verweise. Am reichlichsten strömen diese Glossen bei den arabischen 
Partieen des Buches, besonders bei der der Gamkarat aäSär al-Sarab 
entlehnten QasTde p. 257 £f., die eine vollständige Kollation der 
Oxforder. Hs. MCCXCVIII des alten Bestands (s. Catalogus Bibl. 
Bodl., I, p. 268) und der Hs. add. no. 19403 des Brit. Mus. 
(s. Catalogus, II, p. 481) aufweist. Das Gros der Notizen Thor- 
beckes zu den Gedichten an^Näbifa's findet sich jedoch nicht hier, 
sondern in Ms. Th. B 4 (Ahlwardt, The divans of the six 
ancient Arabic poets) und Ms. Th. B 5 {ffamsa dayLäy.m min ctäiär 
aUarab, Kairo 1293). Ms. Th. B 4 enthält eine Fülle von Be- 
legen zu den einzelnen Versen, und den Näbifa- Abschnitt in der 
Ausgabe des Amin b. Sümar Zaitüna ^) hat Thorbecke auf Grund 
einer Kollation mit der Wiener Hs. Flügel, I, S. 430, Nr. 446 
sorgfältig durchkorrigiert. Vgl. Socin, a. a. 0., S. 675: „Diese 
Emendationen sind grösstentheils das Ergebniss einer CoUation meiner 
mit W. nochmals verglichenen Abschrift , welche ich gemein- 
schaftlich mit meinem Freunde Thorbecke anstellte, 
um den Text des Druckes zu verbessern**. 

Al-Mufassal, opus de re grammatica Arabicum, auctore 

Zama^^ario . . . edidit J. P. Broch,Christianiae 1859, Ms. Th. B 40: 
Durchschossen. Bei jedem Paragraphen (Juwas) steht ein Hinweis auf 

den entsprechenden Abschnitt bei Ihn laSlS. Vom ersten Siebentel 
des Buches sind auf den Einschussblättem ganze Stücke, darunter 
vollständig die Dtbäga (ffußä)^ wörtlich übersetzt. Sonst finden 
sich noch allerlei kurze Glossen aus gedruckten und ungedruckten 
Werken (zu nennen hier namentlich der Münchener Cod. 693 



1) Socin, diese Zeitschrift, Bd. 81, S. 667 ff. und nach ihm Prym und 
Thorbecke (das. passim) nehmen an, dass Amin, der sich selbst im Kolophon 
seines Machwerks xS^Ju: y^^ ^ cr^^ schreibt, xS^Ju: irrtümlich für ^c^y^.r^^ 
gesetzt habe und nennen ihn infolgedessen Amin az-Zaitünl. Aber dass ein 
Mann wie Amin, der doch allerlei gelernt hat (s. Socin selbst a. a. O., S. 673), 
nicht im Stande gewesen sei, seinen Namen richtig zu schreiben, scheint mir 
auf Omnd meiner eigenen Erfahrungen mit Orientalen kaum glaubhaft. 



60 FUcheTf Noch einmal Heinrieh Thorbeckes handschr. Nachlass. 



Ju^l JLfc v^'-^ O^^ rj^ ^\^ und die gasais des Ihn Ginni), 
vereinzelte Textemendationen und zahlreiche Belege zu den Versen, 
zu denen Thorbecke, soweit sie bei az-Zama^Sari anonym erscheinen^ 
meist auch den Namen des Dichters gesetzt hat. In den oLu^t v^>^-^ 

LX^L^ty p. fJ S.j hat Thorbecke, offenbar vor dem Erscheinen der 

Fell'schen „Indices*, sämtliche äaytähid aus Fleischers Bai^ä^T ein- 
getragen. 

^»-?^Ju*»t Lo j«-?^ V'^j ^*® geographische Wörter- 
buch des ... el-Bekri ... herausgegeben von Ferdinand 
Wüstenfeld, Bdd. I. II, Ms. Th. B 41: Am Rande, namentiich 
zu den poetischen Stellen, zahlreiche Textverbesserungen , kritische 
Fragezeichen imd Belege. 

Jacut's geographisches Wörterbuch . . . heraus- 
gegeben von Ferdinand Wüstenfeld, Bdd. I— VI, Ms. Th. 
B 42: Am Rande zahlreiche Emendationen , darunter z. T. die 
Berichtigungen, die Fleischer zu Bd. V beigesteuert hat, femer 
Verweise und gelegentliche kurze Glossen aus andern SchriftsteUem. 
Bei Bd. IH, S. vfv em Blatt Notizen S». 



61 



TabarTs Ihtiläf alfuqahä*. 

Von 

F. Kern. 

Von der ansehnlichen Litteratur über die ^Meinungsverschieden- 
beiten der Rechtsgelehrten • ^) sind bisher nur späte Werke , wie 
Ba^mat al'nmma von Muhammad b. ^Abd-arral^än AddimiSql (be- 
endet 780) und Almizän alkubra von Sa^ränl f 976, gedruckt worden. 
Es ist jedoch noch eine grosse Anzahl älterer Werke erhalten. 

In einem gewissen Sinne könnte man das Muwatta* als ältestes 
erhaltenes I^tiläfwerk ansehen, namentlich den Auszug, den der 
^aiiafit Saibäni daraus unter Hinzufugung der Ansichten seiner 
Schiile gemacht hat Zu einer Specialbehandlung ^) dieser Materie 
^t vielleicht Säfi*l durch seine kleinen I^tiläfbücher ^ z. B. k. i^t. 
Al*iräqijain angeregt, Teile seines k. al'umm (Kairo Ell, 264, voll- 
ständige Kopie aus Medina). Besonders scheint sie in der zweiten 
"Älfte des 3. Jahrhunderts in Aufnahme gekommen zu sein. Das 
^teste der auf uns gekonunenen *) I^tilafwerke dieser Zeit ist Ihtiläf 



1) Cf. Goldziher, Zfthiriten S. 37 Anm., und seinen Artikel ZDMG. 38, 
* 669 ff. 

8) Im Oegensatze zu Werken Über ihtilKf assahKba oder iht. in den usul, 
^l^or zu den zahlreichen Büchern und Kommentaren über fiqh und hadit, die 
^ ^ohl nicht eigens zur Erlftuterung des iht. alfuqahft' geschrieben, ihm doch 
*^^ viel Platz einräumen. Dazu gehören von Werken über fiqh z. B. kitSb 
^^^bls des Schafiiten Ihn AlqSss A^tabarl (Brockelmann I, 180; Darstellung der 

^^ Lehre mit Angabe der abweichenden Ansichten der Hanafiten), von HadTt- 
^'ken z. B. der ^Smi' des Tirmidi, von gemischten z. B. k. alistidkBr des 
J**^ten Ihn *Abd-albarr 368—463 (Br. I, 367/68), attahqTq fl ahsdlt alhilif 

^ Hanbaliten Ibn Al^auzT (Br. I, 499—506) und viele andere. 

3) Fihrist r]. . 

4) Von vor TabarT gestorbenen Zeitgenossen sind verloren: iht. des P&risl 
1^06, Wüstenfeld Schafiiten no. 73; iht. alfuqahfi' des SSgl t 307 , no 77 
^^te daraus Nawawl, Tahdlb ed. Wüstenfeld S. 66 und 68); iht. des Ibrähim 
°>6lbir235 — 310 no. 79. Erhalten sind von im 4. Jahrhunderte Gestorbenen : 
^^erke des Schafiiten Abu Bakr Muh. b. Ihr. b. Almundir t 318 (?) (Br. I, 
^^f W. Schaf, no. 90. Mit seinem k. al'igmK* (wal'isrKf) in Constantinopel 
^ wohl k. al'isr&f 'als mad&hib ahl aHlm Kairo I, 262 und III, 193 identisch. 
^^*f^en ist Gk>tha 1149 nicht sein k. almabsüt, sondern ein Teil der hilja des- 



62 Kern, Tabari's I/^läf alfuqaha', 

alfuqaha' von Tabarl 224 — 310. Von diesem Buche, das ursprüng- 
lich sehr umfangreich gewesen sein muss, sind leider nur noch 



^ ,v 



SftsI s. u. — IhtUftf alfaqahS' des Hanafiten TahfiwT 229—321 (Br. I, 173/74). 
Es ist nur der 2. Band erhalten. Nach dem Fihrist (tTo) war das Werk nicht 
vollendet, und es existierten etwa 80 Bticber ,4n der Ordnung der I^tilfifbficher^ 

hintereinander. Das Inhaltsverzeichnb des erhaltenen Bandes lautet: v^yo 

gi\y^ »M^J K3y^^ J^r^' f>!^ Jf^'^^ ^.^ s^KJAt. v.^» 

^j^UUl. oLlyiJt^ ^LuLJ! obi)!^ adüJLit x*.^ ^^^ iJLftjCU 
^äÜ oljLi>5 oLj LjLaöj \J^}/^ v^'lXl! oblj^t x^tyC^ 

.^^v3Ul. Nach HS^T Haifa no. 256 hiess das Werk iht. arriwSjftt und hatte 

130 und etliche Bftnde. Bei Ibn HallikSn no. 24 heisst es iht al*ulamr. — 
K. attawassuf des Ibn Alqftss Attabari 8.yAnm. 2, Catalog Landberg-Harrassowitx 
1900 no. 314 („VermittelunK zwischen SSfi'I und seinem Schüler MnzanT, wo 
letzterer in seinem Muhtasar [Br. I, 180] von seinem Lehrer abweicht. Ein 
gleichnamiges Werk über denselben Gegenstand vom Schaf. Abu Ishäq Almar- 
wazi, W. Seh. no. 122, ist verloren). — Femer; K. atta|;rld des Han. Qudürl 
362—428 (Br. I, 144/45) (Widerlegung der Ansichten der Schafiiten) — TasTs 
annazar des Han. DabusI f ^30 (Br. I, 175). Wie wir gesehen haben, ist er 
Jedoch nicht der Begründer des *ilm alhilSf , der er nach Flügel , Classen der 
^an. Rechtsgelehrten S. 274 u. 300 sein soll, ja nicht einmal des *ilm alhilif 
in dem späteren auf die Unterscheidungen der Han. und Schaf, beschränkten 
Sinne (^Shiriten 1 c). Auch schreiben andere dies Verdienst dem Schaf. Abä 
'All Alhasan b. Alqäsim A^tabarl f 350 W. Seh. no. 147 za. — AlhilSfljSt des 
Seh. Baihaql 384—458 (Br. I, 363) Kairo UI, 226 (nur die 2. HiOfte). — 
AlwasS'il fl farüq almasä'il des Seh. Abu-lhair Salfima b. IsmS'Il Almaqdisl, 
genannt Ibu Öamä'a f 480 (W. Seh. no. 469) Catal. Brill 1889. — Mab- 
tasar alkiffija fi-tjtilSf alfuqaha' des Seh. Abu-lhasan 'AlT b. Sa'Id b. 'Abd-ar- 
rahmfin Al'abdarl t 493 W. Seh. no. 513, Landberg no. 558 (H. H. no. 10802 
Alkifftja fr mas&'il alhilSf). — HUjat al'ulamS' fi-htilSf alfuqahS' des Seh. Assill 
(Br. 1, 390/91). Dazu gehört auch Gotha 1149. Das Buch ist übrigens keine 
Darstellung der schafiitischen Lehre mit Abweisung der anderen madShib; es 
werden zwai; die Ansichten vieler Schafiiten bis herab auf die Lehrer des Ver- 
fassers (Br. I. c.) herangezogen, aber auch die anderer Rechtslebrer von der 
ältesten Zeit an, u. a. auch oft die Ansicht des DSwüd AzzähirT. — Die maa- 
züma des Han. NasafI (Br. I, 427, auch Ref. 171). — A^tarlqa arradawlja des 
Han. Radl-addln AssarahsT t 544 (Br. I, 374/75; ein Auszug oder Fragment 
München 330). — Ein Werk des Hanbaliten Jahjä b. Muh. b. Habaira f 560 
(oder 555) (I. Hall. no. 817), Vezirs des Chalifen AlmuqtafT (Verf. des Buhäri- 
comt. afifsSh fi ma'Sni-ssahäh [Br. I, 138 unten no. 2]), AHsräf *alfi madähib 
al'asräf Kairo III 192/93 = AlihtiläfTjSt walij^timäTjät Landberg 141 u. 315 
= Al'ifsfih (Verw. mit dem Comt.) fi-lhiläf Brit. Mus. 1603. — Taqwim annazar 
des Seh. Muh. b. 'All Addahhan t 589 (Br. 1,392). — Arisärät fi-lfurü* von 
einem unbekannten Han. Kairo 111,5 (beendigt 595). — TarTqa fi-lhilSf von 
einem unbek. Schaf. Kairo III 243 (beendigt 606). Dies ist ein sehr beliebter 
Titel; es giobt z. B. eine $. des Han. 'AmTdr f 614 (615) (Br. I, 439 no. 19) 
und eine des Han. HasIrT 546 — 636 (Br. I, 380 no. 36). 



Kern, TabarVs IbtUäf alfuqaha\ 63 

geringe Beste erhalten, die ich abschreiben Hess, um sie heraus- 
zugeben. 

Auf fabarfs Werk machte mich Herr Prof. Goldziher in der 
Hoffnung aufmerksam, dass daraus viel über das madhab des Ver- 
fassers zu entnehmen wäre. Dies ist leider nicht der Fall. Immer- 
hin erfahren wir verschiedenes über einige Punkte seiner bald 
vergessenen Lehre, über die des SufjSn Attaurl, die noch schneller 
verschollen zu sein scheint, die des Auzä*l^), die einst in ganz 
Syrien herrschte und zu T^^^ris Zeit noch nicht völlig verdrängt 
war, die des Abu Taur, nach der^ noch zur Zeit des Fihrist {VW) 
die Richter von Armenien und Adarbaigän urteilten , und ver- 
einzeltes über andere alte Rechtslehrer. Aber auch für Einzel- 
heiten der Lehren des Abu Hanifa, Malik und Säfi^I hat es noch 
Wert, zumal da von der ältesten Litteratur dieser drei madähib 
das meiste noch nicht gedruckt ist (z. B. die Werke des Saibänl 
[bis auf al^ämi, assa^r und k. aVätär], die mudauwana des ^Abd 
arra];^män b. Alqäsim , das k. al'umm des oäfi^I und der mul^tasar 
des Muzani u. s. w.). 

Das ms. (Kairo III, 3, früher in der Moschee Muf^arram efendl 
Elkurdi) besteht jetzt aus 113 Bll. 26X16 72 cm. mit 22—26 Zeüen 
auf der Seite. Das Papier ist fest, dick, ursprünglich gelblich, 
fol. 1 — 58 leicht, 59 — 113 stärker gebräunt (hier auch etwas 
brüchig). Die Schrift ist die des 5. 2) Jahrhunderts, mittelgross, 
nicht dünn, deutlich; viele Punkte fehlen, Vokale sind selten. 
Die Titel der Bücher sind in grosser steifer archaistischer, fast 
kufischer Schrift^), die ersten Zeilen der Überschriften von Ab- 
schnitten grösser als der übrige Text. Unterabteilungen der Ab- 
schnitte sind teils durch und Absatz, teils nur durch © (einige - 
male durch /.) angedeutet. Wie man aus dem Erhaltenen sieht, 
zerfiel das ms. in viele einzelne Bücher von sehr verschiedenem 
Umfange, die jedes für sich ein abgeschlossenes Ganze bildeten, 
so dass sie mit einer neuen kurräsa begannen und event. mit 
einer unvollständigen endeten. Auf der ersten Seit« stand nur 
der Titel; in den erhaltenen Büchern schliesst der Text auf der 
vorletzten Seite, so dass die letzte leer bleibt. Einige Bücher 



1) Biographie des Auzä'I von einem unbekannten Verfasser Berlin 10120. 

2) Der Schreiber hiess Muh. b. Ahmad b. IbrShIm Arimäm. In der ersten 
Hälfte des 5. Jahrhunderts, in die Herr Hofrat Karabacek die Abschrift setzen 
möchte, lebten mehrere Gelehrte des Namens M. b. A. b. I. 

3) Vielleicht sind sie erst später hinzugefügt, nach Goldzihers Vermutung 
möglicherweise erst in der Mamelukenzoit. Die bekannte Erscheinung, dass häufig 
der Titel fehlt, erklärt sich vielleicht zum Teil aus dem jetzigen, aber wohl sehr 
alten , Aberglauben , dass wenn man den Titel vor Beendigung der Abschrift 
hinsetzte, diese nicht fertig würde. Es scheint mancherlei Schreiberaberglauben 
zu geben ; u. a. schneidet man den unteren Knoten des Schreibrohres fort, weil 
darin, wie man sagt, der Teufel steckt. 



64 ^erfiy TabarVa Ibtääf alfuqahä\ 

scheinen dann wieder in Unterabteilungen zerfallen zu sein, die 
ohne besonderes Titelblatt auf derselben kurräsa fortgeschrieben 
wurden (so fol. 26). Die Bücher waren wohl wieder zu Bänden 
zusamm engeheftet. 

Von diesen Büchern sind erhalten: 1. Vom kitab almudabbar 
die erste kurräsa 1 — 10 und die äusserste Lage der zweiten (und 
letzten) 11 — 12. 2. Vom k. albujü^ was§arf wassaiam eine kuiräsa 
bujQ^ 18 — 22 und die beiden letzten, enthaltend den Schluss des 
sarf 23 r. — 26 r. und den ganzen salam 26 v. — 42. 3. Von almu- 
zära^a walmusäqät die erste kurräsa 43 — 52. 4. Vom k. algasb die 
äusserste Lage der ersten kurräsa 58 — 54 und die zweite (und 
letzte) 55—58. 5. Fol. 59—113 handeln von der kafala. Während 
12 r., 26 r., 42 r. in der Unterschrift der Titel des Buches und der 

Name des Schreibers angegeben ist, steht 118 r. nur v-^LäjüI ^', 

Zumal da noch von späterer Hand hinzugesetzt ist aU Jc^Jl^ ikjl-3 

^uJu OlX£, scheint es fast, als ob die Vorlage des Schreibers hier 

wirklich zu Ende gewesen wäre. Jedoch erwartet man am Schlüsse 
des ganzen Werkes, ja selbst eines Bandes davon, eine Datierung, 
event. auch Angabe des Ortes der Abschrift, mindestens aber der^ 
Namen des Schreibers, der ja sogar am Schlüsse der einzelne: 
Bücher steht. 

Die Bemerkung des Fihrist t*t*¥ zu diesem Werke 3- ^^ J<-*^ 

iuuc (leider sind in der Lücke nach diesen Worten die Namen d^ 
betreffenden Bücher verloren gegangen), wonach das Werk unvol 
endet geblieben wäre, steht die ausdrückliche Angabe von Tabj 
Schüler Abu Mu^. *Abd-alläh b. Aljmad Alfar^äni^) entgegen, dj 

Xabarl es vollendete (Liajt ^^y Nach der (zum grössten Te:m-1 
ausgekratzten, jedoch nach den Spuren und mit Hilfe eines Gothas* ^ 
ms. wieder herzustellenden resp. zu ergänzenden) Stiftungsurkund^^^ * 

fol. Ir. waren 797 noch mehrere Bände vorhanden (xma U^ JJL:^=^^' 
o! JsJIäII ..yo). Fol. 1 r. ist in dem freien Räume zwischen den^ 
Titel des Buches (-jOUt v^La^>, darunter L^ääJI \Ji:iXs>\ ^) unci 



1) Goldziber in WZKM. IX ,364 Z. 5. Näheres über ihn (nach güüger 
Mitteilung des Herrn Prof. de Goeje) in der Einleitung zu den Annalen pag. XX, 
Die in seiner (leider verlorenen) Fortsetzung dieses Werkes enthaltenen Nach- 
richten über seinen Lehrer scheinen fast allen Biographien zu Grunde zu liegen. 
Im ms. Berlin 9852 (Auszug aus dem 3. Teile von JSqüt's k. ahl al'adab) wird 
un& eine eigenhändige i^&za Alfargfinl's über eine Anzahl von Werken Tabarfs 
mitgeteilt (die er teils gehört, teils selber durch i^Sza erhalten hatte), welche 
Jäqüt auf einem Bande des tafsir fand, s. Anhang no. II. 

2) Siehe Anhang no. I. 



Kern, TabarVa Ibtüaf atfuqahcT. 65 

« 

der Angabe des Verfassers von späterer Hand bemerkt: Jic «juJ!^ 

^JLJ!» wuLäJ!, darunter: »Li'u-^U xcJj^W, darunter: y^/u^Jl^ 

jUmmJü!^. was dem jetzigen Zustande entspricbt (das letztere ist 

offenbar eine Verlesung der nachtr. Überschrift fol. 59r. ljU-^oj fu_ v? 
..UjkaJLl). Die zweite Hälfte (59 — 113) ist wohl aus einem anderen 

Bande, ihre Schrift von derselben Hand, aber etwas verschieden. 
Von anderen Büchern werden erwähnt: (itq) lOr.: ^ JJL*i!j 

^;o lXxäJI j ^;;vyftJLÄji:uJÜ LJULju iLjAx^i jCJL^jt aJ^ ^ j*^^iÄi>t 
^•JOJtj ^Uj^I V^^ vj ä^J^l^-^t »^ H*^ 4/^ 'Aäj. 53 V,: 



> o > 



JÜJ^ ^j. 64 V.: j^jü! ijjil] j iüOjxÄ ^^! v^Juo ^ !Ä*^ 

~üi"l ^j *Ät Li/Ö. 94v.: ^y. oUJÜt vJ^f ^ ÜL ,yJ! ädL«U 

iJp: ^^f sowie: JJsb JUI ^y ^^aä» ^.jUö Jj j^ lIL JÜ5 U 

(möglicherweise bildeten aber ^awäla, 4^°^^ ^^^ kafala ein Buch). 
Sonstige Mitteilungen über die verlorenen Teile des Werkes habe 
ich nur bei ^Abbäd! (Br. I, 386) in seinen ta^aqät der Schafiiten 
gefunden 1) (ms. Berlin 10033). 

Bei so geringen Resten lässt sich kaum sagen, wie die Reihen- 
folge der Bücher gewesen sei könnte, und wie das Vorhandene ein- 
zuordnen ist. 

Der Titel von Taban's Iljtiläf wird verschieden überliefert. 
Der Fihrist nennt es i^tiläf alfuqahä', ebenso Ibn Aratlr (Kämil ed. 
Kairo VHI, 45/46)^. Dagegen ist i^t. aPulama durch die Stiftungs- 
urkunde bezeugt , sowie durch *Abbädi , }J. ^. no. 256 , Subkl gr. 
tabaqät ms. Leiden (so auch Ibn A^^i1;^na [am Rande des Kämil 
Vin, 101] und Sujüti tabaqät almufassirln ed. Meursinge). Endlich 
nennen es i^t. *ulamä' al'amsär Alfar^änl (bei Ibn *Asäkir und Jäqüt 
[mu^^m ahl al'adab]) und ms. Berlin 9906^). An keiner Stelle 
des Werkes kommt das Wort fiqh oder eine andere Ableitung dieser 
Wurzel vor , dagegen beginnt die Überschrift des kitäb assalam : 

. , . ^UJutSt \S^ki>s>\ ,^3v3, und es finden sich Ausdrücke wie: 
Läx^j>- ^UL*i! jc-»^! oder: 'iMS xIjLfc ,.yA iciüi. 

1) Siebe ADhang no. III. ^ 

2) Sollte Abulfeda Ann. U, 344 nicht ;:LjääJ! vJ^^Ui>l xaä {^SS) \JjS 
za ergänzen sein? 

3) Band Muhammad einer Gelehrtengeschichte (von einem Schüler Dahabls?). 

Bd. LV. 5 



66 -^«•w. TabarVs JlßOäf dlfuqahä\ 

Diese Gelehrten sind meistens : Mälik, Auzä*l, (Sui^än b. Sa*icl) 
Attaurl, Säfi*l, Abn Hanifa mit »seinen Genossen* (Abu Jüsuf [Ja*qüb] 
und Muhammad [b. Alfiasan, i. e. Saibänl]) sowie Abu Taur, die in 
dieser Reihenfolge aufgeführt zu sein pflegen. Von älteren Rechts- 
gelehrten werden zu einzelnen Fragen herangezogen: Masruq b. 
Alagda* (f 62 oder 63), äurai^i alqädi (f 78 oder später), Sa^ld 
b. Almusaijab (f 93 oder 94), Abu Salama b. *Abd arrahmän (b. 
*Auf t 93 oder 94 oder 95), Ibrahim Annafea^i (f 96), '*A^* b. 
Abi Rabat (t 101 oder später), CAmir b. §arähü) A5Sa*bi (t 103 
oder später), Bukair b. *Abd allah b. Al'aSa^g (f 120 oder später), 
Jahjä b. Abi Katir (f 126), CAbd allah) Ihn Subruma (72—144), 
(Muhammad b. *Abd arrahmän) Ihn Abi Lailä (74 — 148). Ihn Hanbai 
wird nirgends erwähnt, wie es heisst, weil faban ihn nicht for 
einen faqlh, sondern nur für einen Traditionarier ansah ^). Er ist 
ja auch noch viel später nicht von allen als gleichwertig mit den 
andern drei Imamen, ja selbst deren Schülern erachtet worden'). 
Jedenfalls erkennt ihn Taban nicht als juristische Autorität an 
(ebenso seinen eigenen Lehrer Dawüd A?zähin^. Bekanntlich 



1) H. H. 1. c. Ibn Aratlr I. c. Ibn Assihna 1. c. Abulfeda 1. c. 

2) Namentlich scheinen dies die Hanafiten gethan za haben; so ignorieren 
ihn TahSwT, Dabüsl, NasafI, Farahl (Br. I 381), Abu-lbarakit AnnasafI t 710(?) 
(k. ilwkfl Br. II, 196) und die unbek. Vff. von Berlin 4870, 4872 und Riea 326. 
Dabüsl, die beiden NasafI sowie Berlin 4870 erw&hnen ausser Abu Jüsuf und Sai- 
bänl sogar Zufar, während 4872, Farähl und Rieu 326 nur die drei grossen Imame 
behandeln. Auch der MSlikit Ibn *Abd-albarr (Br. I, 367/68) überging ihn, indem er 
ein k. alintiqä' fl fad&'il attalSta alfuqahS' schrieb Br. I, 368 (cf. auch Bibl. arab. 
hisp. IX, 28). Ausser auf diese Stelle machte mich Prof. Gk>ldziher auf B. a. h. 
VII / VIII [FaradI ed. Codera] 208 aufmerksam, wo ein k. addalS'il 'als ummahit 
almasS'il des Bu^lü'Iüberlieferers Abu Muh. 'Abd-allfih b. Ihr. Al'asTlT, ebenfalls 
eines MSlikiten, vorkommt, in dem auch nur die drei Imame genannt werden. 
Auch Ibn Qutaiba (k. alma'&rif) und MuqaddasI (ed. de Goeje pag. 17) ignorieren 
das madhab des Ibn Hanbai (^Shiriten S. 4). In dem anonymen Oeschichts- 
werk 'Umdat al'Srifln (Berlin 9492) wenden fol. 217 v. als Imame der vier 
madfthib Abu Hanifa, MSlik, SuQSn und SSfi'I genannt. In der vita des SuQSn 

Attaurl 223 r. heisst es: J^-iP^ ^^ vi^^ ^ vJyiJ* v,^joo iJ ^^^^^^ 

»^S^^ v^Joo xSUNN^i- y^ ^^^\ KxJLÜt wUl ^\^ j ^}S U* 

3) Vielleicht liegt iht. alfuqahS' fol. 85 v. eine Polemik gegen dessen An- 
sicht vor, dass iijs allgemeine Geltung habe und stets „so oft" bedeute (ohne 



Kern, TabarVa IbJtüäf alfuqdhä\ 67 

brachte dies die Hanbaliten im höchsten Grade gegen ihn auf, und 
als er starb, beschuldigten sie ihn ein Räfi4it gewesen zu sein^). 
Seine eigene Lehrmeinung legt 7^^^^ &^ häufigsten und ausfuhr- 
lichsten in der kafäla dar, während er sie in den anderen Büchern 
teils kurz andeutet, teils gamicht erwähnt. Anonyme Juristen: 

.^,^Jyi*s äü^{ ^\^ (Annafea'l) ^yl U^ ;v_ä)uJ! jy> ^cUs- ^ 

Xabarl hat nicht seine sämtlichen Lehrer und Gewährsmänner 
genannt, die ihm die Aussprüche der Kechtsgelehrten überlieferten, 

sondern giebt nur folgende t^^nq: Mälik meist: ^^^Jju ^uX^> 
jüLt w^^ ^\ *) ^& KT^y^. '^), ®*^^^ seltener : ,j*J^ ^) ^^ Jo ^^u jL> 
2ufc i_v^t^) ^.yc (beides mit Varianten). Anzahl meist: 
jufc L>u^^(^) ^ li^Äj (einmal: ^JU^ ^ Os^y^\^) ^ si>ouX5>5 
J^)yi\ vi>JL. jLä), einigemale: ^ (j^Loiit^) ,i5üJo ^y^'Ai^ 
«-Lc iuu!^, zweimal: xJLc Js.>-(^t lX-«^ ^ ^4^^) ^^ ii5üt\j vi>:as 



•• > 



•. * 



-t i 



jedoch seinen Namen zu nennen). Wenigstens argumentiert er, ähnlich wie 
Fahr-addln ArrSzI (!(^ähiriten S. 50), dagegen mit einem Beispiele aas der Ehe- 
seheidaog, dass wenn jemand zu seiner Frau sagt: wenn du in das Haus gehst, 
bist da geschieden; sie hinein, dann hinaus, dann wieder hinein geht, sie nicht 
<)ui zweites Mal geschieden ist, weil id& nur fttr die Zeit ihres ersten Eintrittes 
«>Jt, s. im Anhange XVI. 

1) Doch mögen die Berichte darüber übertrieben sein. Die Erzählung 
^^ ms. Berlin 9906 (s. im Anhange IV) ist wohl eine Anekdote. Nach einer 
äderen Version in SiJu'ütl's Uhdir alhawäss (Goldziher M. St. II, 168) waren 
f &icht die Hanbaliten, mit denen Tabarl wegen des hadlt al^ulüs 'ala-1'ars 
^ Streit geriet, sondern der Pöbel wurde gegen ihn aufgebracht, weil er gegen 
^0 Auslegung von Sure XVII, 81 in dieser Weise protestierte. Nach einer dritten 
^«Tsion war der Streit im Jahre 313! zwischen Hanbaliten und Pöbel. Dagegen 
^ es wohl Thatsache, dass sie ihn des rafd beschuldigten, cf. Ihn Al'atlr 1. c. — 

^'»H, b. Ishäq b. Huzaima (223—311 Wüst. Schaf, no. 83) sagte: ^t \ 

(c*'- Ibn *Asäkir und SubkT). 

2) Tabarl's Lehrer Jünus b. 'Abd-alVlä 170—264. 

3) 'Abd-alläh b. Wahb. f 197. Die zahlreichen Stellen aus dem Muwatta' 
Ü^oeh ohne Nennung des M.) gehören seiner Recension an (cf. Goldziher, M. 
^^ II). Sie weichen manchmal stärker von der Vulgata des Jahja b. Jahjä ab. 

4) Ashab b. *Abd-al'azIz t 204. 

5) Alwalld b. Muslim t 194. 

6) Wohl APabbSs b. Alwalld b. Mazjad Albairütl 169—269, Sohn von — 

7) Alwalld b. Mazjad Albairütl f 183. 

8) t 200 oder später. 

5* 



68 Kern, Tabari's I^Hläf alfuqaha'. 

ferner 44 r. (auch 70 r. mit Varr.): /^^t ^y!^) w5üJu ^3o 
xÄc ^^^^^^aIäJI iuil ^j! ^ ^j^*) LjLi^ viLä. Sufjän Attaurl: 

J^^). §äfi1: j^ji!*) XAC v^Jo LojL:> (mit Varr., einmal: 
xJLc ^Jt*) »^-^ (^^t^)> einigemale: ^ ^^ y( »LX^ ^jtXJI. 
^LiJ( (mit Varr.), einmal: ^ o^^^^ • • • • c^'»-=^^ ^'^ 
Ju^. Abu Hanlfa, Abu Jusuf (Ja*qüb) und Mu^. b. Alfeasan 
ohne isnad, oder: Jc4^ ^^ -)L:>.; ypJt , einmal ausführlicher: 

Jw^ ^ iL>j^O '^J^^J^ W' ^l- v.^^ y' u^ 

iUxJL5> ^? ^, einmal: »j^ «U^ ^cjJ( iUxi5> ^f iy ^ij 

(y' o^ yj^^ ^^j ^ u-i^yij i^Ä^v^ (^' o^ uÄ^^y 

iUxx>, einmal: ^j») ^ Jc*^ ^^.^* iUxx> ^1 ^ v..*^^ ^1 Kj^^ 

iUxx5> ^^t ^ i^i^^), einmal: xJJ^ iuJ^ ^^t^^) »'jC5>. 

Abu Taur ohne isnäd. 

Die älteren Rechtsgelehrten: Masiüq b. Alagda* und ASSa'bi: 
y^'2) ^u/y ^1) «5ÜA. US-Jo ^J.:>.b!t ^ v^^y-^ Jl% 



1) Nicht der Schiit Ahmad b. Muh. (Fihrbt 221), sondern Muh. b. 'Abd- 
allah b. Sa'Td t 249 (Tradent der Prophetenbiographie des Ihn HisSmj oder sei^ 
Bruder Ahmad, beide Schüler von — 

2) 'Amr b. Abi Salama b. 'Abd-arrahmän b. 'Auf AttinnTsT f 213 od^' 
sp&ter. 

3) Wohl Tabarl's Lehrer 'Alt b. Sah! Almadälnl. 

4) Wohl Attaurls Schüler Zaid b. Abi-zzarqa*. 

5) Tabarl's Lehrer Arrabl' b. Sulaim&n Almur&dl 164—270. 

6) Tabarl's Lehrer Alhasan b. Muh. Azza'farftnl 259 (260). 

7) Wohl Abu Sulaimän MüsS b. Muh. Al^üza^finT, nicht dessen Schuld 
Abu Ishaq Ibr. b. Ja'qüb. b. Ishäq Assa'dl Al^uza^änT f 259, Tabarl's Lehr^^ 
(Jäqüt U, 149/50). 

8) Abu-Ihudail Zufar b. AlhudaU f 158. 

9) *Äfija b. Jazid b. Qais alqädi f nach 170. 

10) IsmS*Tl b. IbrähTm b. 'Ulaija 101—193. 

11) Tabarl's Lehrer Abu Kuraib Muh. b. Al'alS' f 248. 

12) Äbu-ssä'ib Salm b. ÖanSda 174—254. 

13) t 192. 

14) 'Abd-almalik b. Sa'Id b. Ha\|än b. Ab^ar, Lehrer des SuQan b. 'Ujidna- 



m fi m 



Kern, TabarVs IbÜläf alfuqah5\ 69 

cf j^^ o^'*) o^ üi?«^') ^^ ii«^4^ o^ cr^y' ^-^^^^ 

sowie: ^y:^ ^^JL^ 9^ &U( ^^^ ^^^t ^ LläL J^yJl ^Is^ 
...^Lä 2ü! f^.j^. Sa'id b. Almusaijab: . . . s.^>uy^t ^ uXajlm* JIjj 

/. Jyi-'! IJ^ v-»^ii> cXax^ O*" <^^> ^^^ ® 4y^ O*^ ^y/" 

.... ALS ^J^i ^ joui^ ^ J^bSt ^jji*) ^ jdy ^ iuält*«) 

^^ö Salama b. 'Abd arrabmän und Ja^ja b. Katlr : . . . . (^\x^^\ ili 
{ - . - ■» 



1) Tabarf s Lehrer Abu Bakr. Muh. b. Bassfir genannt Bundär f 252. Hs. 
'^«hdib schreiben Jasir, was chronologisch unmöglich ist, da Abu 'Abd- 

7«: ^°^- ^* <^*sSr zur tabaqa von MSlik und Attaurl gehört, und zu Tabarl's 
^* Jüngst tot war. 

2) t 198. 

3) 8. b. 'üjaina? 

'^) S. pag. 68 Anm. 14. 

5) Tabarl's Lehrer Ja'qub b. Ibr&him AddauraqT t 252. 

6) Husaim b. BaKir b. AlqSsim f 183. 

7) *Aijis b «Amr Arsmirl t nach 100. 

8) S. pag. 67 Anm. 2. 

9) t 231. 

10) 92 (94) — 175. Er hatte ein eigenes madhab. Seine Biographie von 
Ibni Tiagar Al'asqalftnl am Rande von dessen Buljarlkommentar Fath albärl 
IBöl^ 1300/1) und in einem Sammelband, eine Hs^ Berlin 10121. 

11) Nicht Jahji b. Sa'Id Alqattan 120—198, sondern Jahjg b. Sa'Td b. 
^ Al'ansfcT t 143 (144). 

12) Abu 'Ämir «Abd-almalik b. *Amr Alqnisl Al'aqadi f 204 (205). 

13) t um die Mitte des 2. Jahrb. 

14) Hs. ^4^^)!]. Er wird von DahabT als maghül bezeichnet, t etwa im 
An&nge des 2. Jahrb. 



70 ^em, TabarVs J^tääf alfuqahä\ 

©^i n/ aJt ^Ai^ ^\ ^^ ^^.A^. ^ ^A^'. Ibräbim Anna- 
ba*i: ^ f^^) USJ^ viL3 ^j^! ^ yyuj «5ÜJo U:iA> 

. , . . ^.,yyu» äÜj-^aJ! J^. „♦-iJ'j!. 'A^' b. Abißabäb: ^Lüs 
.... -bj -j! ^ iMic ^yij LXi>!J (Auzä*i). Bukair b. *Abd allah 
b. AlÄgg: ^^;^*) ^-3^ U. gu^:^! ^ ^( Jlu. ^ ^ ,Vjü 

jLä *^l ^ äUI wXu. ^ ^. ^ i^JfS) L^J^ ^vjj. 

Ibn Abi Lailä ohne isnad (gewöhnlich wird nur auf einen im ver- 
lorenen Teile des Werkes gegebenen Ausspruch oder dessen qijäs 

Bezug genommen), einmal: Juj^ LoJo jLä ^J^^ ^d5ÜJu ^rJ^Jo 

JLJ ^t ^^\ ^ (j>Ä-M* 1^ (Attaurl erklärt eine Unterscheidung. 

« p • 

die er macht, für unrichtig: JLJ ^\ ^\ iCaJo! ^l5^j^ ^^\ 

Ibn Subruma ohne isnäd (ebenfalls gewöhnlich nur Bezugnahme auf 
seinen [verlorenen] Ausspruch oder dessen qijäs). 

Die Anordnung innerhalb der Bücher und Abschnitte pflegt 
im ersten Teile (1 — 58) so zu sein, dass immer auf einen Über- 
einstimmungspunkt eine Reihe von Differenzpunkten folgt. Inner- 
halb der einzelnen Differenzpunkte steht nach Angabe der Streit- 
frage (tumma-htalafii f I . . . . oder: waljtalaiu fl . . . .) gewöhnlich: 
faqäla Mälik waqäla-l'Auzä'l . . . . u. s. w. in der oben an- 
gegebenen Reihenfolge bis Abu Taur inclusive (jedoch fehlt manch- 
mal einer oder mehrere). Wenn Abu Jüsuf, Muhammad, oder beide 
von Abu Hanifa abweichen, wird dies besonders bemerkt (meist 
nach A. H.), während es sonst heisst: A. ^. und seine Genossen 
(einmal Annu*män und seine Genossen). Die älteren Rechtslehrer 
kommen nur gelegentlich vor. Teils zwischen den Aussprüchen, 

teils danach, heisst es häufig: waqijäsu qauli Am Schlüsse 

eines Differenzpunktes folgt oft , eingeleitet durch : wa*illatu .... 

oder: wa^illatu man qäla biqauli u. ä. , eine Angabe der 

Gründe, weshalb die Genannten dieser Meinung sind, oder andere 
Gelehrte sich der ihrigen anschliessen. Taban giebt dies gewöhn- 



1) Siehe pag. 69 Anm. 6. 

2) Mugira b. Maqsim Addabbl f 133 oder später. 

3) 'Ubaida b. Mu*attib. 

4) Siehe pag. 67 Anm. 2. 
ö) t 158 (159). 

6) Siehe pag. 68 Anm. 3. 

7) Ebenda Anm. 6. 



Kenif TabarVa IbJtüaf alfuqdhä\ 71 

lieh bei mehreren der zu diesem Punkte angeführten Ansichten, oft 
auch bei aUen. Zum Schlüsse sagt er manchmal seine eigene 
Meinung, meist kurz, eingeleitet durch : qäla Abu Ga^far : wal^aqqu 
f I dälika 4ndT , wabillähi-ttauf iq , an (anna) .... (mit Varr.) , und 
begründet sie oder erklärt nur, mit oder ohne Angabe des Grundes, 
dass er dem oder jenem beistimme. 

Im zweiten Teile (59 — 118) weicht die Anordnung etwas von 
der des ersten ab. Hier beginnt er häufig eine längere Auseinander- 
setzung ohne waqäla, sagt vielmehr am Schlüsse: walladi qulnä fl 
^älika huwa qaulu . . . . , oder : wakalladT qulnä qäla .... Seine 
Meinung führt er zu den meisten Punkten an, und zwar sehr aus- 
führlich. Sie wird auch anders eingeleitet, z. B. : wassawäbu mina- 
Iqauli ^indl (^indanä), oder : wa amma-Uadl naqolu bihi, oder : fa'ammä 
*alä madhabinä u. ä. Auch die 'ilal sind sehr ausführlich. Gegen 
A. H. nebst seinen Genossen und Tabarfs eigene Ansicht treten 
die anderen sehr zurück. Manchmal wird etwas summarisch als 

qaulu . . . . wa u. s. w. und qijäsu qaul wa . . . . u. s. w. 

bezeichnet^). 

Von Xat)an*s Lehren über die furU*, um derentwillen ich ur- 
sprünglich an das Buch heranging, erfahren wir im Verhältnis wenig, 
da er nicht zu jedem Punkte seine Ansicht ausspricht (und über- 
haupt so wenig von dem Buche erhalten ist), am meisten noch in 
der kafäla. An mehreren Stellen verweist er auf die ausführlichere 
Behandlung der betreffenden Bechtsfrage in seinem Buche La^lf 
alqaul fl abkam äarä'i' addln (mit Varr., einmal §. al'isläm, wie es 
sonst gewöhnlich genannt wird), resp. auf einzelne Bücher davon 
(so auf k. albujn*, k. arrahn, k. aljkäm al^sub). In anderen Werken 
finden sich nur vereinzelte Nachrichten über einige Punkte seiner 
Liehre ^. 



;^* J^^ d^^' ^y lt'^"^^ ^^'^ ^^^^^ L^' 4>^ ^ ^3. 

2) So NawawT zu Muslim B&b al'adab, dass das bekannte hadlt tosammü 
bisml walä tpkannü bikai^jatT kein Verbot, sondern nur eine Missbilligung (littan- 
zTh) sei — Sa'rSnl, MTzSn Kairo 1302, II, 205, dass ein Weib qSdl sein könne 
(anch bei Mawerdi ed. Enger S. 109 [Goldziher]). — Rahmat ai'umma S. 78, 
dass das Leiben solcher Sklavinnen gestattet sei, denen der Entleiber beiwohnen 

darf. — SubkT kl. tabaq« Berlin lOOSö : JLo JLt Juk5>! ^ ^t ^Lä^-I^ 

»i5J3 o^iP>-\ ^^}^ ßj^ e^t ^Lä ^^ jjt ^Lä v^Jj; j^AÄAÜ JU 



72 Kern, TabarVs IbJtUäf (dfugahä'. 

Etwas mehr können wir über seine Stellung zu den u^U 
nehmen. Es giebt für ihn drei usül: kitäb, sunna (atar^ 
igmä^, denen qijäs entgegengestellt wird (min a§lin au qijäsin, 
mal min aslin au na^lrin). Seine Auffassung des Verhältnisse 
Koran, Tradition'), igmä' und i^tiläf spricht er in der Ein! 
zum k. al^asb aus (s. im Anhange^. Igmä^ ist unbedingt i 

gebend: L^:ij> j^. )i ^\ jCäÜ vi>ouiJ>.f; ^\ KäÜ o 
LIaü.3 j^ — ^t Lg^^ 3j^- ^« ^<^ch wahrt er sich sein ig 
©^JOi. ^ÄÜ-yi f^J^ vJLä © L*^^^ l^LiJ (mit • 



und giebt manchmal auch die Gründe an, weshalb er mit 
(einer oder mehreren der oben gen. Autoritäten von Mälik bi 
Taur) übereinstinunt. Von Deduktion und Analogie macht er 
bei der Erörterung von Aussprüchen anderer und Schlüssen < 
auf ähnliche Fälle foiiwährend Gebrauch, scheut sich aber, ^ 
scheint, die Art der Gewinnung seiner Lehrmeinungen mit qi 
bezeichnen (er thut es nur einmal ; sonst gebraucht er Umschreib 
wie famitlahu . . . . ; wa'innamä huwa bimanzilati . . . ; na^lru 
latihi . . . .; kamä lau . . .; fl ma^nä . . . . u. ä.). Raj komn 
bei anderen vor, istil^sän nur bei den Hanafiten. Istisl^äl 
istislälilL werden nicht erwähnt. 

Tabari's Verhältnis zur schafiitischen Schule *) ist ein sehr 
tümliches, insofern als seine Lehre nicht als innerhalb des m 
stehend angesehen, er aber doch von vielen zu den Schafiitc 
rechnet wird. Die Verfasser der tabaqät behandeln ihn gan: 
schieden. Isnawl und Sarqäwl^j übergehen ihn. Abu Is];^äq 



^Lx>y! — Ibn Almulaqqin Leiden 898: (jis-fti! \y>:. ^ ^' ^|y 
iLot^t j JiJÜ! ^3. Vgl. ferner Anhang XVII. 

2) Über seine Grunds&tze in der Traditionskritik wird sieb erst nf 
gänglichmachang seines Tahdlb al'StSr (in Constantinopel) näheres sagen 

3) Vgl. femer Anhang XI. 

_ V 

4) Nach Alfarganl (bei Ibn 'As&kir, Subkl, Ibn Sahba) sagte er sa 



« m 



Schüler Härün b. *Abd-al'azIz : viiokÄsU) jfiUÜl (l. *A. v^l\/>) XäS 
»ULjj ^j^J^ Jü^ (I. 'A. Jtjsju j) ^StXixJ ikJ (l. S. vi>OL 

f^J^ O^' 0- S. g^) ^L^^ ^>>^t J^ o^l ^ (I. 'A., S. » 

(S., I. S. go^). 



5) t 1227, Berlin 10041. 



Kern, TabarVa Ibtüäf alfuqahä\ 73 

räzl führt ihn vor den eigentlichen fabaqät als mugtahid auf ^). Ihn 
Qä4l ouhba dagegen bringt ihn in seiner tabaqa ohne weitere 

Bemerkung; *AbbädI sagt: LiULt oIj! ^. Räfil^ sagt: vJ^-äj 

^LcJ!. Subkl bestreitet gegenüber Ibn Arrifa f 710^), dass 

Xaban zu den Schafiiten gehöre; er werde zwar darunter gerechnet, 
sei aber mugtahid muflaq, und sein Ausspruch bilde kein wagh 
innerhalb des ma^hab (s. im Anhange). 7^^^!^ ^i'd a^so eine 
ähnliche Stellung wie Abu Taur angewiesen*). Sa*ränT stellt sein 
madhab den madähib des Säfi^I und der übrigen grossen Traditions- 
und Gesetzeskundigen gleich, deren Gleichgewicht seine ,Wage* 
vermitteln soll. 

Anhang. 

I. Stiftungsurkunde. 

^bbu«! Oj^ iUÜ^) ^L*Jt v^yitii ylH J.A^ ^j..j^^ Ul»^ 



1) 393—476. Br. I, 387/88. Berlin 9991. 

2) Bei Nawawi, Tahdib S. 102, 

3) Br. U, 133/34. 

4) Tahdib 68 ff. 

5) Der UstSdSr ÖamSl-addin Mahmud b. 'All stiftete 797 die nach ihm 
almadrasa almahmüdlja benannte Schale (Maqrizl II, 395). Aus dieser Bibliothek 
stammt das ms. Gotha 1759, dessen fast gleichlautende Stiftungsurkunde mir 
die Herstellung der obigen ermöglicht hat, und wohl auch das ms. des HäwT 
alkabTr von MawerdI Landberg-H. S. 15, 

6) Nach Gotha und den Spuren ergänzt 

7) Rand beschädigt; Maqrizl hat II, 67 (J^^;Uit, 395 fjirt^\^y^\ (so ms. 
Berlin 6108 beidemale); ms. Gotha 1759 ryHjU'^! (fi^^^ 0^!^^'^^* 



74 Kemj TaharVs If^tdäf alfuqahcT, 

ddj ^^ i|i) ^,( i^^^ i,^j^^\ «/LftJL ^:^t ^^L-JU 

JCA^ XAmM . .LaJUm ^yJjJ^^S'' (^M^L^ i^^Xj^ ^^"^^^ %J-4^M* ÖJJ) . .y 



IL Die igäza des Far^Snl ms. Sprenger 313. 



j»'^. ,^ZU! ji^^JCil\ y^[X^=> ^ J^t /*s^ ^\ ^ *Ä«*r 

«^yjt^ u*Jb»^ S^ji] gu/ii- vL^ ,-y/J« (/ W^i' cj^ o^«- 
yi^'o^ üy^ls*) [H ^^^i S^o^j^i ^'^Y) *'i^iJ^ 

JoJ^ ,-^1 JLä-jJI ^.Lj Vl^i BjLa-J «J-J^l ÜJ(i «JU-t *- 

üüi; ^jlyü! Jo^3 oUtyÜt vl-^^^3 [«^>^ 3' ^V> i 



1) fehlt Gotha? 2) Sure II, 277, wie häufig in solchen Urknnd^ 

3) Rand heschädigt. 4) Das Eingeklammerte am Rande. 

5) Besieht sich die Randbemerkung slXJL:^ Ji^^ v^^-^ v5 ^^^®^ die^« 
auf das Geschichtswerk oder das k. alqirfi'St? 

6) Die beiden Fortsetzungen (Fihrist rft** Z. 3 v. u.). 

7) Weiter scheint Tabarl nicht gekommen zu sein (cf. auch WZKM. \% 
S. 365 oben). g) ms. Ü^jaJLj. 



Kern, Taban'* Hjtiläf alfuqähä'. 75 

m. Al'abbädl über f^^^''^ ii>S- Sprenger 295. 

«J^-ftlc JjJt «J*) jLäs ^5 (jaju j gyaj y> Uli !Jo! ^ja^j juI 

'V *J o-^ JLö ^_^i jü-l ^^ Ja Jl« ^jA\ ^\ >.iOC^ ^1 
i] «5Ü ^ jüö ^jjA j _^1 ^Lä, *JLc JoLJi Jo>JÖ «5^ 

U~-iJ *ii Jyü Miof ^Uö jJÜI ■***._, J^sUJt ya»-li w jJLc JLjb 

Cm 

Ji^ ^yir »JoU jy: »Lac j^ tll *Jf jLS ^iiJlä L. Jx. Jo^! 1-« 
«^ö^ 21 r. yyüi iüJ, LjII^- «J!^5 j**j^ j^ wJUJb jJ» 



1) pamiri s. v. wabr (Tanblh ed. Jaynboll pg. 89). 

2) DamTrl 8. v. qunfud (Tanblh 1. c). 

3) Diese Anekdote etwas anders DamlrT s. v. qumri. 

4) ms. 2uJLc J Jt ;«2^', 

5) Mawatta' k. af^lSq cp. mS ^S*a fl nafaqati-lmutallaqa. Zarqftni IV, 64 ff. 

6) Fidma bt. Qab, Usd algftba V, 526/26, IsRba IV, 740, Tahdib 861/52. 

7) ü. V, 162/63. Is. IV, 62/63. T. 686/87. 

8) Der nachmalige Chalif. 

9) UsSma b. Zaid U. I, 64/66. Is. I, 55. T. 147/50. 

10) et Tahdib 84 Mitte. . ^ 

11) t 179t Schüler des M&lik, Lehrer des SSfi'T. 12) ms. ^1. 



76 ^^fh TabarVa JbtOaf alfuqahcT. 

IV. fabari und die Hanbaliten ms. Sprenger 250. 
Jüc^l ^ J.aJL> ^ 0^\ ^^ njL^ iOjLx^! «Joliäj 122r. 

iJl. ^♦.^ jjju UL^i 2Ü u>^[^ ^ij iOc ^^^ »Aj L/» ^M«5 

(^3 vi5J3 i^*^ ULs (j*--^ *-i;;fi j «^ ^3 LT^' ^ ^ -^ 

^.^^ wJ;^ ^H^t JJÜLT 2ub ^ ^Lo ^ 8;L^b .;. 
^jttju iulXo v«aä5^ vi5J3 j^^W «^j&jl-**) /«lj |»tXÄÄli vi>uuJ! wL— ^ 

cX..j9.f J-^j ^ ULi^\ fyij viJÜJ ^ **9 ^^ ^^ ^y>5 ^^\jüs^ "" 
o^iUi»;^! i wLäJ' -y?. ^5 loLäÄc! vHtxijj x>*j^ /ij J>A*»- ^- 

Dass aber die Hanbaliten die Leute binderten zu ibm 
kommen, bestreitet Subkl in seinen grossen tabaqät ms. Leiden 73 

^L U ^3" J^^L^aJI JL ^ .^ii^ix^^) ^Läj«) 276. 

1) ms. und Sujütl ^, 2) ms. ^^3 Li. 3) Siehe pag. 69 Anm. 

4) Mu^Shid b. Öafr f 101 o. sp. 

5) Sonst nirgends erwähnt gefunden. 

6) Cf. WZKM. IV, 303 unten flf. 7) Wüst. Schaf. No. 1 



Kern, Tabarüs IbJtOäf alfuqahä\ 77 

,jMij viüö ikxU 4^JJI ^y^ j-U'i KbUiJ. oJÜ; ^^ :i ^jl^ jüb! 
ooL^D tij j-J iü( ^ LIäÜ njy^ pcXfi ^yCj jj (Subki) v^ 

a^ a^ J^y j¥^ o^' y^^ o^ ^-^ L^^^^^^' ^^^^ icbU^^ 
^ ^1 »j e!-^^^' "^ ^-^'^ C7^ -^ *^f- 1^' a*^J«^' ^^1;^' 

fJ^ IlX^^ «.i^ iJ JJb jj UjJU-o ^^^1(^3 LlX^ ^^.jiy ikJU a^U-^ 

Dagegen sagt Abu-ljumn Mas*ad b. Mu^. Albufeän, \ \^\ m 
seinem Aaszuge (Berlin 9850) aus dem ta'n^ Bagdad des l^aflb 
Ba^dädl (Br. I, 329): j-^JC^t^ KbUil ^"i J^f *.j ^3^ J3 13r. 

J^ ^\ h\ «oju. ^^. :i ^ ^31 ^ er. 



V. Einleitung des kitab almudabbar. fol. Iv. 



1) Offenbare Fehler nach Kairo V. 78 verbessert. 

2) ms. U! L^aiü. 

3) ms. s^jAj. 
^ ms. X3. 



i 



78 -^«»•«j TabarVa Ibtääf alfuqdhW, 

jjL> iI^ Ij^Lo yjat ^l(j II)^ LüLä^s j xJt USL^t .XJLt 

auLp ^La^ cXju xiU v^JLS' j^^ r^ ol^ (^ M^ uX^>^ Q^ 
A*J *.ä5^' vi>ij; y£iÄJ xJLo j «J JUaöj ilj 5^L>^ JUaä ,c^yu> ^^ 

VI. Zurücknahme des tadbir. 
^üU^3 2^3 «^Jö j ^y>.^! ^jai jJ-J vJLä ^^ icLj 7v. 

^'t iüoj^i öyiü^ e^J^*^' J"^^^ «^^«-^ ^l-t' £iH^ er* ^-*-^ 

H^jai^ ^IjU! ,-^a:> vJslyCst ^ Uis LLo^! ^Ljw KäJL^ ^ ^ 

^_^ ioiy ^^ ^Jüu b! ^yJ! Ä^jUJ! 0»>äÜ. 8r. ^S»- JJ^t 



1) ms. slXjLc. 

2) ms. L^JLm. 

3) nicht gefunden. 

4) 118(9)— 181. 



Kern, TdbarVa IbtOäf alfuqahä\ 79 

yU» »^ II* jj J^ i\j& (JU, j^Jic xU? ^_^ j_yAJt w5ÜÖ jJUi 
^libt ^^ ^«) ^ fj'jj idL. ^Uij **Lj xjyüio ^y. ,31« il 

^^\i ».iiJLPl i^i*5 Jucoj JuCQ9 ^.^li w^A*«^ JLß ItXP vjujt jLä j^ 

_^ ääÜ c^uoLä Li 

®M9 jjM ***^' .5 «L»- !-• J(5 **» ^y^j jP M*^' j ^y>-j 

Vn. ^^1 ^ ^Uü ^ 14 r. 



^^j -Ul! IJ>J| ^5 vJüL>5 eJliJt ^y» *"' 



1) AttaurT. 

2) Abu-zaubair Muh. b. Muslim b. Tadnis f 126. 

3) Gsbir b. 'Abd-aUSh b. 'Amr Usd I, 256/57. Is&ba I, 433/34. Tahdlb 
185/86. 

4) Usd. y, 293 (wo nur der Anfiuig des matn). 

5) Ja'qüb der Kopte Usd V, 128 (wo das ganze matn, etwas anders). 

6) Vielmehr Nu'aim b. *Abd<aIlSh AnnahhSm Usd V, 13. Is. UI, 1168/70. 
T. oIa. Annahhäm bt sein Beiname, nicht der seines Vaters cf. T. 1. c. 

7) ms. 9fA£ i*)»^ ^^y ^"^^ Dittographie des folgenden düna (sä'iri- 
Ima^anl) sein könnte. Bei Streichung von düna giebt der Satz einen besseren 
Sinn, da MSlik fol. 6 r. nichts davon sagt, dass der mudabbar vor dem übrigen 
Besitztume zu Deckung der Schuld verkauft werden solle. 



80 Kerrif Tabari's IbtUäf alfuqahcT. 

©XAt w^3 ^t ^ ,j*J^ ^Aj ^y;^' 

•^^ ^^ j ^;^ Läyüü ^U ^Uib UP >lj/:i^ jLä^ 

jj' ^5^?^ ,^i» )i jus «5Ü3 UwlX. ^ Ü'lT U üsyJI oJj l« ». 

f^r^ a*s *^s M^ *^' cH* e?*^' o*' '^^ <^jr^' >^^ 

JLä ©Läji*. J ^.,|5 ^*L> jxJLi ^L**It. jSUl ^Ui-< ,.,U ^ 
jSL». 14v. ^ buLi- b! ^.,yyui iCJyÜI JjpI *a#^.? üi^ Jr^^i 

UJt^ ^H^' ;j^^ Um^ sX^\^ J.£=3Jb 2kAS buLo ^^^ L»^m^L- 

^Ui:-. ^t «3^ *j ^.,y:. :^ ^^ ^! u^ j^i^ Jj- ^u ^^ 

V-^. £«J' rj^ j^ o*" ^"^^^^^ r)^ ^^ ^ ^^ <^^^ ^'"' 
©J^ ^ ^^jß- |.^^b vJä/^l wL^^^ ii%y^y ^läj 



7 

1) Muwatta JahjS x^. 2) ms. a-jIa&I|^ »^^j^ 2uJb. 



• * » <■ m m C- 



Kertiy Tabarl's IbtOäf alfuqaha'. 81 

^,)i ^yüb vjy;dt S-^x^. o/^i c»' «^^ ^J^ ^^ O^ ^ 
«Ni3 ^^ ütj ^!it er «^ liy Uc LläJäj iyj J ^uuU3 )i «Jü( 



;* »^yoiii «5üJ^ jib. yfÄ »sia blJ Jy! jüiÄ«j ^:^:i!5 scj^il- 

Ä^ «JL. i^yLiö 15 r. J j ^bJ-b vi>J! J^Ls ^yii ,yjM 
.^LS- ö! pTyiJ? ^^ü ^yJs^ A^-l ^yo ^ J^i Li?|UÄ! xi- /Li 



L?^ 



r^ o^l o^ y>p er? *^' ^^^*^ 0*^ cfc«- 0*^ '-H> o*' i^ 

Vm. Einleitung des kitäb assalam. 
^^S iüul^ ^U J«UiJ?^ J^yJ!^ ^(^/bJ!^ «siU JLä 

l . 1 . •_* t £ 



1) t 127. T. 339/40. Er war maulS des 'Abd-alläh b. 'Umar. 
Bd. L V. 6 



82 ^^^f TabarVM Ibtüäf alfuqahff, 

jyü ^ly »^y; lXü iLas> yi^ j wwLU! ^ Aax^ e)J^^ 
L5iJ J^ Oyi^t^) vJLoü. yj ^ /Liiit er ^c5^ vS '^J^. ^ 

g^ e.-»"^'^ '"^^^^ "^^^ ^ '-*^^' "^ ^^ ^f**^' c^ '■''**" 

p 
s I 

m mm 



1) ms. 8-jmajl!| — Es ist wohl nicht nötig das zu erwartende jjUm einzu- 

setsen; ich glaabe dieser unrichtigen Aosdruclcsweise auch anderw&rts begegnet 
zu sein. 

2) ms. ^^3. 

3) Dieses hadlt findet sich u. a. aach in der risftla des Sfifi'T 1312 S. 91 
und dem nach ihm genannten musnad. 

4) TabarT's Lehrer, t 247, Sohn von — 

5) Wakr b. Al^arrib f 195 oder später. 

6) Attaurl? cf. Nawawl zu Muslim, b&b assalam. 

7) 'Äbd-aUfih b. AbT Na;;Ih f 131 oder später. 

9) Abu-lmiohftl *Abd-arrahmfin b. Muf'im f 106. 8) f 120. 

10) ms. beidemale mit t; cf. aber Qastalänl und NawawT. 

11) Auch üsd III 278.' 

12) t 258. 13) 119—203. 

14) ZS'ida b. QudSma f 160 (161) 

15) Abu IshSq Sulaimän b. Abi S. Fairüz Assaibänl f 138 oder später. 

16) maulS des *Abd-allSh b. Auf&. Nach Dahabl wird er häufiger 'Abd- 
allah b. Abi-lmu^Klid genannt. 



jr«rn, Tabari'» Ibtiläf alfuqaha'. 83 

^ A'? ij^j v^'' ^LT J^ *IL :^Uis ii] ^^1 ^^ *Ü5 0^«) 

S' o ^ Je- s- 

^r-j <f »^***) o* ^^w' o* v***^ a^ i/***) o* yr«^*) 



1) t 103 (104). 

2) Nicht sein Sohn *Abd-aUSh, sondern 'Abd-aUfih b. Saddsd b. Alhldi 
+ 81 oder später. 

3) t 86 oder später. 

4) So ms., BuhKrl _h;,;'. 

5) Auch risÜA S. 91 mit anderem isnäd. 

6) t 244. Über seine nisba cf. Goldziher M. St. I, 188/89. 

7) t 182. 8) Aijüb b. Abä Tamima (AssabtySnl 68—131. 
9) *Amr b. Sa*aib b. Muh. b. 'Abd-alllh b. 'Amr b. Arssl f 118. 

10) Nicht Moh. sondern 'Abd-allSh f 42 oder später. Usd. III 233/55. 
^' n 851/52. T. 476/77. 

11) Ähnlich argumentiert Sifi'I risäla 91/92. Buhärl überschreibt das vor- 
hergehende b«dlt des Ibn Abi-ImugSIid geradezu ,jmuJ q^ Jt ^«I^t <^b 

6» 



84 •Ks'^t TabarVB Ilftüäf dlfuqahS. 

o^^ 3, ^\ (J^\ jy^. il *Jf L**4^ ^t 5j>j_^ 5^1 

«^i\j USAs» iSjy^'^ 6)^ ^i O **c v^5 (^ ' ^^ o-JjJ «^^ 
© jAjyi iOc «5ÜJu Usij> ^yöLiJ! ^^ ^^ ©**« Juj er' J 



iü^^! ^,LiiU ^Uft^l «^ J* l^x^f JO» (:feJUai 



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«5Ü JJo ^yj^ls J^t ^^^ L?5 ^- er »>^ r"*^ er V^ ^ 

Ü**^' J*J JJ^. ^ i^ ^J^ ^»ir\t>[ Ü*^! »^JJ» **ifc lX-*J 
IX. Einleitung der muzära'a und musäqät. 



Kam, TabarV» Jbtääf täfuqdhS. 85 

^jac ^UÜ!^ (^jjyLÜ^ Ka^äJI^ v-^jJt ^y^ iüc^JLjw by>-b L^Lo^j 



X. Einleitung des kitäb algasb. 



.ibÜ5 «^^Lö J>^ iü5t«) ijü ;L^y4 i ^^yi'tj üii; ul^ ^üj1 

^äLLU^ ULb JJ-"5t ^t «^ ^L. yr L^ ^Ä^st-H ^5 ^\^\ 
»Jy^j ^LJ ^^ »yls, L*ijJI J^Lc ^5 pb:».i» jy. ,J pj^t U5 

LjUa^ rr^^ '^ ÄiLC:^ gjoa j ü^ M^ ÄJU^ ^L^Ül ^uioju JJü^ 
vJLo 3.^4 >»J:> Jc>3 ^ iJÜi J iJUJt^ iU)Lil jx^ ^ 

^.^ ^ iJLo r^ ^Üt 3!^ tot vjU jtJUi jJ^LjW .t fJL*MQ <^yPt 



1) ms. Lj-Lu. 

S « « ^ Ci i » * 

3) tjAJUM ^.^y^OA^^ IV, 11. 



OJC« » , O' '' ' > > * S- m 



86 Kem^ TabarVs Jbtüaf alfuqdhä\ 

JLx: '6\XsA ^^ Ljr.A4.> \yu^\^ 0wXi>( Lo 5JL/0 wX3^ ^^^b ^j«^i 
iciül vi^ou^l^ ©^Lb »Ai>b3 3^ 2JLÄÄJ LftAdj ^?*) Jh«--^*' 

Jukx^! »uX^ JLc »A3-! ^! iüt^ ALJLÄi^ if**"'**^ *^' XA>-bö ju 

byo Lo Jlc »A3-t ^( xJi^ Ujb> ,<*-'«-^ wt Ä^JLc Q^5' '-^^ 
©bjoL^ ^»^,,1 x3t »^ Jm^3 «.2^X0 xaLü tj.<^3 JkJU ö^j>UJLi \j^ 



XL Abu Taurs Verwerfung der Bürgschaft für die 
Person und Xabarl's Widerlegung seiner Gründe. 

obUcaii /uJiö vi>s.^3 2kAi! <t4- J Juoi y*.LJ! cU>! j y^ xL-J! j 
»Jj>\yji^ M ^ ^ Laä ^y.*^ (^ J^ ^,! vi^-bj 1^*1* ULaS oys 

j(5 4J y»j ^yf l^AS-LoJ ^_^Ä*ö ^! HÄ»it iüji«j Ujoc oJU; 
J^ li! yU ^( «5ÜJ5 ^ä ^ *uojL :j Uj JoI j^ ^^ 71r. 



« > 



1) ms. ^Lb »J<J>b3 ^1 idÄÄJ LftAd^ (^Äi!. 2) ? ms. Ij>jy. 



Kern, TabarVB IJjtääf alfuqahlt. 87 

^,^b J^J^ J.*iJÜ5 ^^ L^ .LsaJÜl *J! ,vJj:s^T !J] ^LÜ ^./j 
*J jkxÜ JJmj w5ÜJ Jjub |J ^yU L^ jj 71 V. jijüa! ^5 
/lS.^ jijal! ^L«, yüi *J! L^ ^^/ .j^y^ L^ ^^/W 

jljai! cvj JJoAj c>üK Ü L^'b , -jJL iüUJÜ5 >iLiut j jjcct ^;, 

i* ^ c^ 

*-iJ' xjW ^^ »jj^ v^-j^-no ^uLc vrf5üv> ^Ujij J^-^^* (J^ *^^ »y *^ 

3>iai iüJLb/. vit^J iU>^ ^ U-ÄJÜb iÜLftJÜi vsiJjüo w^^>5 i^P 

'^^^U *a1c *JÜ5 ^_^ l^Axi ^y: b!j5 iü5l! AJLc ^^ iü«J. w 
U-Äi. J^^l j^f ^y-a ^\UL.^ 1^ ^ Xiii! ^jJ, L^^_^ 

-^ SoLS ^f«) ^ ^5 «503 i !^l ^.,Li ^Jb J Uj y>T^^ 

(**J yli ^.^li Äj ?jÄ^t^ »JU^ lXju v^o *^ii( Äxlfi *JÜt JUö 



^fi 



2) ms. IgS^hi ÄJ^4J. 

3) üsd. V, 284/36. Is. IV. 295/98. 



88 K«rn. TabarVa IbtUäf alfuqahS". 

vl^l ^;y«-ö Uj 72 r. 3^U ^yiLai! J,f ^^^ lit ^Ljy Us ,,-f-> 

j^ iiiÜS. juiiü Lo JLc »j (jij? JCtü! tjji'. ^^ ioS^I V.ÄL- jy^ 
^y. ^lIuliL? ^VUL iÜLiiÜ! ^j »Ja^j üjy.1 U'Jaj! j ^ L. J-sr^ 

^•jU! jyi ^! Uj ^^jJ! ^\jä. ^\S^\ j ^yü! ULaJ 
XII. Der Apostat Ibn Annauwäta.^) 

^\ Lipf^ oJL ^yc> iuLÜ Lo ulo^J Ui jd> (j*.Lüt ^ 

1) ms. JoUjf. 

2) T. 374/75, Bal&durl 87, TabarT Ann. I 4, 1932 (auch Abu DSwüd 
SunSn [Cairo 1280] I, 275/76 [GoldziberJ). 

3) t 258. 

4) t 203. 

5) Isrft'll b. Jünus 100 — 160 (oder später) Enkel von Abu IshSq *Amr 
b. 'Abd-alläh Alhamd&nl Assabri. 

6) Abu Ishiq 'Amr b. *Abd-allfih Albamdänl AssabPI t 127 oder später. 

7) Nicht Abu IshSq, was chronologisch unmöglich wäre, sondern wohl 
Härita b. Mudarrib s. zu XIII. 

8) 'Abd-alläh b. Mas'üd, bekanntlich einer der zehn Genossen, denen der 
Prophet das Paradies versprach, war damals qSdl von Küfa, wo sich dies zutrug. 




Kern, TaharVs I^täaf alfuqaka'. 89 

^.^1 ^y J,f L^ j^DÖ ^ji L^ iUÜ» 75 r. /i ;i .jüüLs 

*Aic ^_^f5 ait lX*^ ^1j> (^ Jj^*) flJö ,.yiJ5 5i*iü j J.*^ 
»Jou ^yo ^ x^U »J,!^ jJLL jiJÜ! ,^ jjjyä lXju U Jlä ^ 

<U ^^o La LJAaC ijSi\ ly» wLrfoJtj ^»^'l'.A^C 



Xm. Parsllelbericht zu XIL aus dem Ma^a^4ab*) 

Band II. Gotha 939. 

^ Loj 2C5>^LJt v:Io Jüü xUt^ Juu U Jüjj iuJLfi ^t^ *JÜt Jw^ 

^f^ iJÜt :it Jt :i ^,f Jc^ ^♦^ij/» oou^^ iCs-yJ! ^ iJÜ! 

1) üsd III, 292/94. Is. U 1115/18. T. 416/17. 

2) üsd I, 279/80. Is. I, 474/76. T. 190/92. 

3) üsd I, 97/99. Is. I, 97/99. T. 160/61. 

4) k. almabaddab fi-lmadhab des Abu Ishfiq AssIrSsI 393—476 (Br. I, 387, 
wo jedoch Leiden 1783 zu streichen ist; es bt nicht der muhaddab, sondern 
ein Comt. zu den schwierigen Stellen darin von Al*imrfinl 489 — 558 Br. I, 391 
no. 19. Petersburg Roeen 18 enthfilt nur 3 Seiten aus dem muhaddab). 

5) Is. I, 764. T. 196. 

6) ms. ohne Punkt; konnte auch ^^\ gelesen werden. 

7) ms. i«mJLju mit untergesetztem ^ ! 



90 £ern, TabarVs Ibtääf alfugahä\ 

J^t vi>sÄ<w ^J^ kS^^ \i>MS^ 15*^ v:>OcX^ »JLIt i3v^j x^JLa.*^^ 
^ O^xw» ^ *JÜ( Jcj* jüb ^o ^ \jJo\y^) Jö cX^uit 

iu....:>lä 8^\j jJLbI cXS*) jy^ ^'L^ ^ (^vAfi ^Liö ^! Kaäj ^ 

Von Ibn Annaaw&];^a berichtet Mn^addab Band IV, Berlin 4458. 

iJLit ^^^^ l-^ «3^^ >UJLumU c;^rV^ ^«•jdLo xJÜI (3^^ LajI ÜL^ 



« p «« 



1) ms. i^t^', 

2) Zu ergänzen oJLi^ Lo 1^^? 

3) ms. ^^rÄJ. 

4) Zu ergänzen ^^ftXit ^^ ? 

5) Demgemäss ist auch T. vAf statt J<.aÄj des Druckes zn lesen. 

6) Abu WS'il SaqTq b. Salima Usd III, 3. Is. II. T. 318. 

7) Über diesen Ibn UtKl scheint nichts bekannt zu sein. Er ist offenbar 
nicht identisch mit TumSma b. Utfil Usd. I 182, Is. 1 412/13, T. 182. Ibn 
Ishftq spricht nur von zwei Gesandten, die Musailima's Brief überbrachten, ohne 
ihre Namen zu nennen (Ibn Hl4im 965, Tabarl I 4, 1749). Bal&dorl berichtet 
pg. 87 nur von der Sendung des Ibn Annauwiha, den er 'Ubäda b. Alhirit 
nennt. Nach dem Berichte des Wahr b. Musahhar (Usd V, 82/83. Is. UI^ 

1297) war Ibn Annauwfiha's Mitgesandter v^Ljum ^\ (so Usd; 1$. >^LLmJI, 

oLa^iül, ^L*.iJt qjI). Vielleicht ist Wahr, der nach seiner Angabe mit 

den beiden anderen zu Muhammad kam, in den übrigen Berichten seiner 
Jugend wegen nicht unter die Gesandten gerechnet worden. 



Kern, TabarV* Ibtääf alfuqahS'. 91 

XIV. Do. ans Qudnn's Tagrid Bd. ü, Berlin 4455.») 

% ^i -^j 'J ^Jj iüL^^UaJJ gUi»? xA,. 3jsii 244 V. 

JLi «laLs K^yüt o^yb niJÜkXj öjÄcli sLciAs &UI 3^^^ x^JU.«».« 
:\^ x>y>'Lj ^^^Laii« v.^ ^^ iüö^ ^^!«) M J^ ^li v^ 

w« ^y;. -^ x,wj>b *1(^ jlL! ybü» (^^)8) 4^y ^-Li^ ^y 

t ^J bl» LyLJ') ^^ iü^! U^f ^,yO J j^. Lülä . . . . 

XV. Polemik gegen die ^ähiriten? 

*J !J5 i? ^.J vJÜü LcLä/. *iju ?it jJ ^iLä J jÖjCIj 85 v. 

^^^ O^ "^ ^"^^^ ^ ^i^*'^ i^^^ c>J^ LoL^ »t KjlLm AxLi ^JLfi 
>Xj y>t ^2^4^? c5r>i i^**J ^^ »-^^ ^^L) ^.^li x^^j «Jli ^U( 



s. 



1) Die Hb. ist sehr schlecht und fehlerhaft, and wohl von einem defekten 
^- tbgeschriehen. 2) ms. ÄJ>t^^ ^(. 3) fehlt im ms. 

4) Einen *Ahd-aIlSh b. Farda (Farlda, Furaida) b. Ka'b AransSrI dürfte 
nicht gegeben haben, und es liegt vielmehr ein Schreibfehler vor. Nach 

- IV, 461/62 vollzog Qaraza b. Ka'b Aransfirl (Usd IV, 203) die Hinrichtung. 

5) ms. Ac, 6) ms. V«^L:>*. 7) ms. LPjLlxo. 
8) i. e. Ihn Annauwäha. 

») ms. ]ßj vO^. 10) ms. ^^Jü!. 



92 Kern, TabarVs Ibtüäf alfuqahä', 

^JJI j«J! oij w ^ ^O« !3! xJ^ ^bl *^^ XxiLÜ? «xJt 

©JJlS! Jou ^ L^ÄJLiO UiXi^ ^^^^a/» ^^^ 

XVI. Polemik gegen Abu Hanifa und seine Genossen. 
^JJI ^f j ^j^,f 'ß ^.3^ ^..L^tj Käxx> ß jLäj 104 r. 

XJl ^\ XJil 2«JL^ t^H^ vi ^^ »^y O^ M^ Q^ fJ ,^.)i-s 0=^ 

l)-*^ «j^s!^ ^'sy^. ^'j i^y^'^ cr^-^ *^^ c)'-^^ rj' "j'y^' i^jwLui 

ü .i5Ü Jo e>;:>yt j w 'iJ^J^\ l^ »y^.5 ^J xxU ^}S tit ^il^b 

© äI yc5> (>5^t xjur ^*x^. :ii iü^r^'t ^y t ^^:^ ^^ »jL-i jjCio 



1) ms. ^y>^y^% 2) ms. 8^»^^. 



Kern, TaharVs Ibiiläf alfuqahä\ 93 

rVTI. Subkl's Urteil über Tabari's Zugehörigkeit 
^^ nr schafiitischen Schule gr. tabaqät ms. Leyden 73a. 



soLftJ! ^\ xAs^ ^y:aÄi\ ^^\ (3t 2ÜUmo ^^^^.caÄJ )Ua^ 277. 

U*it tsu^- i«jü{ tJ^ ^j J,Ls iu^yüt v^L» ^_j^t »u:5S{ 
^y' a^' (> »^^ i^' ^ r^l^ y^r' er?'* (*«^' '^ l?^^ 

«^f ^'! B.Li:^! ^:^l IJ^ iüttJ! ^^( Juaä üjt, /üjO j^ ilj 
^^-Ä^s^CJLc^ vJtyi^i v^Ud »jL^ LüL^l ^ UJuw ^,L^d ^.^t^, 

«• j^ ^ ^ ^ 

«^ö ^ j^l ^yuj il LuL^I ^^ 0,0^ y^ ^^li «s^l ^^t 
•^O^ot» ^'^ LüU^? ^^ «Jlylilj iJ wiSjJ? ^^5 /j JLc JL; yj 
i^it jOc cyL«J! ^LT ^yo \^^ Jo ! j^ «-c^ir vi>^ Juli :is 



1) Alma^lab al'ftlT fl sarh alwasT^ lil ÖazSlI H. H. 14225 (Br. I, 424, 
^^c und n, 134, ohne Angabe des Titels. Ein Teil des ruh' al'ib&dSt blieb 
^▼ollendet; diese Lücke füllt der Comt. des Qamüll 49 d. aus [eine Hs. Landb.- 
H*rT. 8. 16]). 

2) Damit kann er nicht Ibn Hubaira meinen, was nach Subki mittl. Tab. 
(Berlin 10035) anzunehmen w&re (L^LX^- V^'j^ '^^ ^^ ÄAdJ t ^t Uit^ 

^Uic M^äJU ^y^^ da doch ein Hanbalit nicht sagen würde ^ y\^^ jLä 

LajL^I ^y ^jt^ r^r^ ^'* ^' °')* ^^^ nicht Ibn Mundir, s. S. 95 Anm. K 

3) Kairo oLs^OL». 



94 Xern, TabaH's IbtOäf alfuqahä'. 

yj> ^^5 -i^i) ^yjJ^ J,bl w^ JUb Jlyjf vJjLJS. j jjyü J^ ^ül 

A A ^'^ 

A A 

JJ^LJ!^ iüb ^JJl ^jAAoJ j^j^ JU ^ L^^j ö^_^! J^t 

^yik!( ^^jxO Lüb^l ^jiaJU JLfts iuJLt jUt OjAJ i4^ ^Ia ^^^'JÜI 

A 

<3 crl>J^' cw^' '''>*^ L?^**"-» L?*^' '^->*^' ^*-^ «^ 

«•«VW X. 



1) 202—294. W. Seh. no. 59. T. 120/22. 

2) t 623. Br. I, 393 no. 25. 



Kern, TdbarVs Ibtüäf alfuqaha\ 95 

tfc^lfAJI ^ soL^t i^Lu JaxJsd] jS> J^^t .^^ M4wJ i^yc^ 

1) ? et Subkl Kiüio pag. 109 r: ^J^\ J* ^5 ^5!; ^JUÄ»•t \<XS>^ 
o!jÄ^! Vl^ j (sie!) Js^oi*. jjf i^Läit jOe *Jüü LuL^f ^y. 



96 



Tabarfs sogenannte Catechesis Mahometana. 

Von 

C. U. Becker. 

Im Anschluss an vorstehende Abhandlung von F. Kern üb>^^ 
faban's K. ifttüäf al-fuqahä dürfte es interessieren, dass sich no^*' 
ein verwandtes Werk des gleichen Verfassers erhalten hat, das bish^^ 
nur unter dem etwas dunklen Namen Catechesis Mahometana (Casi^ 
1509,2 = cod. Escurialensis 1514 fol. 81—104)») bekannt w»r. 

Da sein Titel v^U ^O^i^ (Jbw. ^^\ ^.1 ^aoaj m y'^ 

«)[^^l] y^ ^ jj> /JL>^ ^! im Fihrist und U, IJ. fehlt, 

glaubte ich zunächst nach dem Inhalt den verlorenen Anfang oder 
einen Auszug des K, ihtiläf ahfuqahä vor mir zu haben; jedoch 
nach Einsicht in die von Goldziher aus Ibn ^Asäkir publicierte 
fabanvita ^) wurde es klar, dass hier fabarl's Kitob cU-tahsir vor- 
liegt. Ausser von Ibn *Asäkir wird dies Werk noch in zwei 
^abarlviten citiert*). Etwaige Zweifel über die Identität dieses 
im Escurial erhaltenen Buches und des von Ibn *Asäkir genannten 
beseitigt die Erwähnung der Adressaten in der Einleitung: 



iOiü* p)i\ iJU5> yiLjw ^^^ Juu Lc! ^5 m=>^ ^! ^Lä 



1) Schrift magribinisch. 

2) Von andrer Hand. 



^i^^^NP^^ I 



? X. «. 



4) Wie mir Kern nachweist und zwar Sprenger 313, fol. 83 v. als 
..*jjJ! ^tJbw 3 jjkAaxJ! äJLw. und Sprenger 250, fol. 122 r. als 

'^\ jAA^t äJLm«, beides verschrieben für jAAOAÄJt. 



Becker, TabarVs sogenannte QUecheais Mahometana. 97 



AS>\^ f^U iö!^ Juu ^ j^jdo Jc.^ LuuJ äü»! iukS vi>aijUj 

.».|. ^Lö^ vJ^^Lo j^äLo cXmi^ (H^s-b ^>^^!3 '*^;^=^ lt'^* 

Dem ersten Abschnitt seiner Risäle giebt Tabarl die Über— 
luift«): 



, o > 



Von fol. 91a bis zum Schluss behandelt er dann die Punkte, 
n denen die Lehrmeinungen auseinandergehen: 



Im Laufe des 6. i^tilaf's bricht die Handschrift ab. 



1) Qor. 3, 97—98. 

2) fol. 83 &. 



Bd. LV. 



98 



Von 

0. Böhtlingk. 

ift^^ ist bis jetzt nur als Mascolinum belegt; ein Nomen 

abstr. von ^l^ oder tfld?, auf die man iftf^ zurückzuführen 
versucht hat, würde ein Neutrum ergeben. Beide Ableitungen bieten 

ausserdem lautliche Schwierigkeiten, insbesondere die von t^C^t die 
Lüders in scharfsinniger Weise bespricht^), und die von Aufrecht 
gutgeheissen wird % Auch die damit gewonnenen Bedeutungen lassen 

Etwas zu wünschen übrig. ^%^ würde nicht das Gelüste einer 
Schwangeren, sondern etwa den Widerwillen gegen bestimmte Speisen 

ausdrücken, während das Nomen abstr. von f^l^ zunächst nur die 
Schwangerschaft zu bezeichnen geeignet wäre. 

Allen Schwierigkeiten entgehen wir, wenn wir ^ft|[^ in 

^1[ + ^ zerlegen und das Wort als substantiviertes Adjectiv 

fassen mit etwaiger Ergänzung von Wm oder ^rf^WTO. Nicht 
die allmähliche Entwickelung des Kindes im Mutterleibe war dem 
Inder eine rätselhafte Erscheinung, wohl aber die während der 
Schwangerschaft vorsichgehende Milcherzeugung in den Brüsten. 
Lag es nun nicht nahe, diese dem Genuss von Speisen zuzuschreiben, 

nach denen eine Schwangere besonderes Gelüste trägt? ^ft|[^ wäre 
demnach das Verlangen nach dem, was Milch erzeugt 

Neben dem gut beglaubigten ^^^ kann das bei Suiruta 
wuchernde, etymologisch angehauchte ^i^ nicht weiter in Betracht 
kommen. ^ %^ in der Bedeutung von ^V^ ist ein missglückter 
etymologischer Versuch Hemacandras. Auch fflfüJTT als Bezeich- 
nung einer Schwangeren ist, wie schon das PW. unter ^%(\*n 
bemerkt, eine etymologische Spielerei, wie wir deren viele schon 
in den Brähmana antreffen. 



1) In Nachrichten der K. Gesellschaft der Wissenschaften xn GottingeDf 
Phil.-hist. Klasse 1898, S. 1 fgg. 

2) In Bd. 52 dieser Zeitschrift, S. 763. 

N. S. Ein Freund macht mich darauf aufmerksam, dass auch 
Jolly in Idg. F. X, 213 fgg. Lüders* Ableitung billigt und weiter 
zu begründen versucht. Auch diese Autorität hat mich von der 
Richtigkeit der Ableitung und Erklärung des Wortes nicht über- 
zeugt: der Weg ist zu lang und zu gewunden. 



99 



Verzeichnis der tibetischen Handschriften der König- 
lichen Bibliothek zu Dresden. 

Von 

Berthold Laufer. 

Über die tibetischen Werke der Königlichen Bibliothek zu 
Dresden lagen bisher keine Mitteilungen vor. Auch der dortige 
Handschriftenkatalog enthält keine Angaben über dieselben. Wo 
nichts bemerkt, handelt es sich um Handschriften ; Holzdrucke sind 
nur drei vorhanden, nämlich Nr. 77, 105, 133. Eine sachliche 
Einteilung Hess sich bei der Beschaffenheit des Materials nicht 
durchführen. Für die Anordnung der im Kanjur befindlichen 
Schriften war naturgemäss die Reihenfolge derselben im Index des 
Kanjur massgebend. Unter Aussentitel ist die in die Mitte des 
ersten Blattes gesetzte Aufschrift zu verstehen, unter Innentitel 
der oder die das Werk zu Beginn des zweiten Blattes eröffnenden 
Titel, unter Randtitel die längs des linken Randes jeder Vorder- 
seite quer geschriebenen Titel, unter Schlusstitel die vor dem 
Kolophon am Schluss des Werkes stehenden Titel. Innen- und 
Schlusstitel sind in der Regel identisch. Aussen- und Innentitel oft 
verschieden gefasst; in manchen Büchern weichen alle drei Titel 
von einander ab, manche besitzen nur Innentitel. Die Randtitel 
geben den Haupttitel verkürzt in seinen wesentlichen Stichwörtern 
wieder. Wo im Verzeichnis kein Randtitel angegeben, ist anzu- 
nehmen, dass derselbe fehlt. Die Kenntnis der Randtitel ist von 
grosser Wichtigkeit, da in der Litteratur gewöhnlich nach diesen 
eitiert wird; daher habe ich dieselben auch alphabetisch in einem 
Index zusammengestellt. Schliesslich sei bemerkt, dass es sich bei 
diesem Verzeichnis nicht um eine offizielle Katalogisierung handelt, 
vielmehr die Arbeit meiner persönlichen Initiative entspringt. Die 
zahlreichen Mängel, die derselben anhaften, mögen ihre Entschuldi- 
gung in dem Umstände finden, dass ich nur wenige Tage in Dresden 
zubringen konnte. Der Verwaltung der Königlichen Bibliothek sei 
für die ausserordentliche Zuvorkommenheit, mit der mir sowohl 
ihre tibetischen als mongolischen Handschriftenschätze zur Ver- 
fügung gestellt wurden, auch an dieser Stelle der verbindlichste 
Dank ausgesprochen. : ! . . - ^ ■ 



7* 



100 Läufer, Verz, d. Übet. Handschr. d, Königl. Bibl. z, Dresden, 

1. 

8 fol. 

Aussentitel : dpan skon *) p*yag rgya -) pa b&ugs so. Rand- 
titel: dpan skoii. 

Schluss: bod du dam pai c'os obyun bai sna Itas su 1ha t'o 
t*o ri sßan SaH) gyi sku rin la p'o bran yum bu bla mk'ar*) dn 
nam mk^a las babs mi rabs Idan odii don §es pa oon ^es rmi lam 
du lun bstan te c*os kyi dbu briies so || geig ius. 

„Als Vorzeichen der Entstehung der heiligen Religion in Tibet 
fiel zur Zeit des Iha t^o t^o ri sflan äal im Palaste Yum bu bla 
mhar diese Schrift vom Himmel herab, und indem ihm im Traume 
prophezeit wurde, dass die künftige Generation den Sinn derselben 
verstehen werde, erlangte der König den Anfang der Religion.* 

Vgl. über dieses Ereignis I. J. Schmidt, Sanang Setsen, 
p. 25—27, 319—320; E. Schlagintweit, Die Könige von Tibet, 
p. 837; Journal Asiatic Society of Bengal, vol. L, part I, 1881, 
p. 216, und vol. LI, part I, No. I, 1882, p. 2. 

Die Schrift ist im Kanjur enthalten, s. K. — I. Nr. 266 (p. 43), 
obwohl sie in Csoma's Analyse nicht aufgeführt ist, mit über- 
einstimmendem Schluss. Lha i^o t^o vi ist angeblich der 27. in 
der Reihe der tibetischen Könige und soll 441 — 561 gelebt haben; 
das Ereignis, auf das oben angespielt wird, soll 521 stattgefunden 
haben. 

2. 

15 fol. 

Aussentitel: klui span bskon b^ugs so. 

Randtitel: klui spa. 

Innentitel: ^an ^un gi skad du | ta la pa ta ya na ha | smn 
pai skad du | ,a ra na pa li ya | rgya gar skad du | ndgaräja- 
dhaya \ bod skad du | klui dpan po kon. 

Über die Sprache von Zan zun s. Sitzungsberichte der 
Bayerischen Akademie 1898, Heft HI, p. 590—592. 

Das Land Sum pa ist erwähnt im Qrub rnt^a äel kyi me lofi, 
s. Journal Asiatic Soc. of Bengal, vol. LI, part I, No. I, 1882, 
p. 58, 66. Ebenda, vol. L, part I, p. 189, 196 wird ein Gelehrter 
sPufls gsan tan aus dem Lande Sum pa als Anhänger der Bon- 
religion genannt. Unter dem ersten mythischen König gNa khi 
btsan po soll aus diesem Lande die Bonreligion in Tibet eingeführt 



1) Jäschke, Tibetan - English Dictionary, p. 329, liest epaii 8hon\ 
Schlag^intweit, Könige von Tibet, fol. 15a: pafi kon. 

2) K.-I. Nr. 266: brgya. 

3) Über die verschiedenen Schreibweisen von 8nan Sal s. Schlagintweit, 
1. c, p. 837 no. 4; Huth, Geschichte des Buddhismus in der Mongolei II, 6: 
gnan btsan \ TSranStha II. 126: gnan gtsan. 

4) Dies wird wohl die richtige Lesart sein statt blaii gan des Bodhimör 
-. .mnd bla sgaii des rGual rabs. 






Lauf er, Verz. d. tütet, Handschr. el, Königl. Bibl. z. Dresden. 101 

^w^orden sein, s. Proceedings of the Asiatic Soc. of Bengal 1892, 
No. 2, p. 90, 

spcm bskan (Bedeutung nicht sicher) ist wohl mit dpan skon 
(s- Nr. 1) identisch. 

In den Grundzügen stimmt dieser Text mit dem 1. und 3. Teil 
des von mir in den Memoires de la Soci^te Finno-Ougrienne XI 
veröffentlichten Klu obum bsdus pai anin po überein. 

3. 

50 fol. 

Ohne Titel, fol. 48b 4: bdud i*tsi sßin po yan lag brgyad 
pa gsan ba man nag gi rgyud las span blan mu bzir brtag pai leu 
ste üi In drug pao. Das 26. Kapitel des Man nag, des 3. Teiles 
des medizinischen Werkes rGyud bzi. Vgl. Heinrich Lauf er, 
Beitrüge zur Kenntnis der tibetischen Medicin, 1. Teil, Berlin 1900, 
8. 12. 

4. 

69 fol. Unvollständig. 

bdud rtsi sflin po yan lag brgyad pa gsaii ba man nag gi 
^'gyud kyi ts*ig don p'yin ci ma log par ogrel pa mes poi &al luB i^es 
bya ba las dum bu dali po rtsa bai rgyud kyi rnam bSad b&ugs so. 

Randtitel: mes poi ^al lun. 

, Erstes Stück der Erklärung des Wurzeltraktats (rtsa bai 
^9irud, d. i. der erste Teil des medizinischen Werkes rOyvd bzi) 
*^s dem Mes poi zal lun genannten, in den Wortbedeutungen des 
^nterweisungstraktates (man nag gi rgyvd, der dritte Teil des 
^Gyud bzi) untrüglichen Kommentars.* 



Schriften aus dem Eanjur, ') Nr. 5 — 105. 

5. 

11 fol. 

Skr. data^ähasrikapr(i}fiäpäramitä. T. op'ags pa Ses rab p*a 
*'ol tu p'yin pa stofl p'rag brgya '^) pai don mdor ^ par bsdus pa. 

Schluss: de b^in gSegs pa t'ams cad kyi yum c'en mo ses 
^b kyi p*a rol p'yin pa stoii p'rag brgya pai don mdor^) par 
bsdxis pa rdzogs so. 

Verz. 102 — 117. K.-I. Nr. 8 (p. 2). Kurzer Auszug. 

1) Verz. = Verzeichnis der tibetischen Handschriften und Holzdrucke 
^<& Asiatischen Museum der Akademie der Wissenschaften, von I. J. Schmidt 
'»'^4 0. Böhtlingk. 

K.-I. = Der Index des Kanjur, her. v. d. Akademie der Wissenschaften 
*wid bevorwortet von I. J. Schmidt. 
As. Res. tBsa Asiatic Researches 

2) brgyan. 

3) mnor. 



102 Lauf er f Verz. d. Hbet, Handachr, d. Königl, Bibl. z, Druden, 

6. 

5 fol. 

Skr. äcUasähasrikaprafnäpOramitä, T. op^ags pa Ses rab 
p*a rol tu p*yin pa ston p*rag brgya pai don mdor du bsdus p^^ 
Bandtitel: obum c^un. 

Schluss : jo bo rjes bal po ^A su la snan \ bal pos lo lo 
bkod pa rdzogs so | jo bo rje dpal Idan ^Atiäas lo bcu gfiis 
bar du gsuQ rab mams gzigs pas | o bum c^ufi o di k^o na p^an j(^ ^ 
Sin tu c'e bar odug pas | p^yi rabs kyi gan zag mams kyis kyaä I 
odi la klog don byed pa gal c^e gsuns so. 

Kurzer Auszug aus K.-I. Nr. 8 (p. 2). 

»Der ehrwürdige Herr, der Nepalese Asula snafi hat dies^^^ 
Schrift in nepalesischen (^loka verfasst. Der ehrwürdige Herr — '^ 
ärimant Atlia^ hat nach zwölfjähriger Prüfung der heiligen Schriftei 
eben dieses o Bum &un (das kleine Hunderttausend, im Gegensal 
zu der grossen Vorlage, o Bum c'en) wegen seines ausserordentliche! 
Segens auch den Menschen der künftigen Geschlechter zur nutz- 
bringenden Lektüre angelegentlichst empfohlen." 

7. 

28 fol. 

Aussentitel: op^ags pa sdud pa bi^ugs so. 

Innentitel : Skr. äryaprajnäpäramitäaancayagäihä. T. o p^a 
pa Ses rab kyi p*a rol tu p*yiii V^ ^^xxA pa ts'igs su bcad pa. 

Schluss: Anführung des Innentitels: Ses rab kyi p*a rol i\M 
p*yin pa k^ri brgyad ston pa las p^yuB bai op^ags pa sdud pa Wi^ 
leur bcad pa odi | slob dpon Senge bzan pos ^u dag mdzad pas 
rgya dpe dan | bod dpe dag pa la gtsugs nas | ^a lu lo tsÄ ba dge 
slofi Dharmapälahhadras slar yan dag par byas pao. 

Innen- und Schlusstitel stimmen mit K. -I. Nr. 13 (p. 3) 
überein. Das Kolophon giebt indessen an, dass es ein versifizierter 
aus dem A^facUiäcisähäsrtkaprtynäpäramüänäm^mahäyänasüira 
(K — I. Nr. 10) entnommener Auszug ist, der von dem ÄcQri/a 
Simhahhadra verbessert und von dem Übersetzer von Zalu, dem 
Bhiksu Dharmapälabhcuira mit Zugrundelegung der reinen indischen 
und tibetischen Bücher noch einmal gereinigt wurde. 

8. 

31 fol. 

Skr. äryaprajnäpäramitäsaücai/agäthä. T. op^ags pa Ses rab 
kyi p'a rol tu p'yin pa sdud pa ts'igs su bcad pa. Randtitel : sdud pa. 

Schluss: Ser gyi p*a rol tu p*yin pa k*ri brgyad ston pa las 
p^yun bai op*ags pa sdud pa ts'ig leur bcad pa odi | slob dpon Sen 
ge bzan pos ^u dag mdzad pas rgya dpe | bod dpe dag pa la gtsugs 
nas II II &a lu lo ts& ba dge sloii Dharm^pälabhadras slar yan 
dag par byas pa. 

Dasselbe Werk wie das vorhergebende. 



Läufer, Ver». d. tuet, Handtchr, d. Königl Bibl z, Dresden. 103 

9. 

4 fol. 

Skr. äryaprcfffiäpäramüänäma a^taicUakam, T. op^ags pa 
p'a rol tu p^jin pai mts^an brgya rtsa brgyad pa gzuHs sfiags dau 
bcas pa Mugs. Randtitel: yum mts'ati. 

K.-I. Nr. 25 (p. 4), Nr. 653 (p. 81). 

10. 

Fragment: fol. 1 fehlt, fol. 2—5. 

Randtitel : kou. Schluss : yum c^en mo Ses rab kyi p^a rol tu 
p^yin pai b&ags pa mdo rdzogs so | hx& dag | migalam (sie! statt 
nu:äigalam) astu. 

11. 

46 fol. 

Aussentitel: rdo rje gcod pa b^ugs so. 

Innentitel : Skr. ärt^aV(yracchedikäpäramitänämamcJiäyäna'- 
'öÄ-o. T. op^ags pa 5es rab kyi p*a rol tu p*yin pa rdo rje gcod 
pa &es bya ba t*eg pa c*en poi mdo. 

foL 45 : Skr. iatascJiäankaprajfiäpäramitGgarbha. T. ^es rab 

vi p'a rol tu p*yin pa ston p*rag brgya pai sÄin po. Schluss: 

finagrs de brjod pa Ses rab kyi p*a rol tu p*yin pa obum ston pa 

^B miiam mo -o" yum c*en mo Ses rab kyi p*a rol tu p*yin pai 

sÄiB po rdzogs so. 

K.-L Nr. 16 (p. 3). Vergl. die Einleitung zu MaxMüller's 
Ausübe des Sanskrittextes in Anecdota Oxoniensia, Aryan Series, 
voL I, part. I, Oxf. 1881. 

12. 

Holzdruck. 71 fol. Unvollständig. 
Skr. äryavcffracchedßeäprajnäpärcmutänämamcJiäy 
T. a) Aussentit-el : rdo rje gcod pa b^ugs so. b) Innentitel : o p*ags 
P* Ses rab kyi p*a rol tu p*yin pa rdo rje gcod pa ies bya ba t*eg 
p^ c'en poi mdo. 

Auf fol. 1 links ein Bild des T^tib pa dban po^ d. i. Säkya- 
^W, rechts Darstellung der Ses rab p*ar p^yin ma, d. i. Para- 
''wid, , Göttin der transcen dentalen Weisheit* (s. Pantheon S. 78 
^r. 158). Auf fol. 2 ist links Kun dga pa^ d. i. Ananda und 
wchts gNas brtan rab oJyor, d. i. der Sthavira Subhüti (s. Grün- 
▼edel, Mythologie des Buddhismus, S. 188—190) abgebildet. 

13. 

20 fol. 

Skr. äryavajra.cchedikapr(ynäpäramitanärn4^^ 
T. op^ags pa Ses rab kyi p*a rol tu p'yin pa rdo rje gcod pa l^es 
bya ba t*eg pa c*en poi mdo. 

Randtitel: rdor gcod. 

K..I. Nr. 16 (p. 3). 



104 Läufer, Verz, d, tibet, Handachr, d, Königl, Bibl. z, Dresden. 

14. 

38 fol. 

Vqfracchedikä, 

Schlass: rdo rje gcod pai süiE po odi lan oig bzlas pas r 
rje gcod pa k*ri dgu ston bklags pa dan mfiam par ogyur ro. 

Die Namen Buddhas uud buddhistischer Termini wie äam fm 
Ihuü bzed, dge sloü u. a. sind rot geschrieben. 

15. 

Fragment. Einzelne Blätter in falscher Reihenfolge gehef 
Schwarzes Papier mit gelber Schrift, die auf den letzten Blätt> 
fast bis zur Unleserlichkeit verblasst ist. 

VqfraccJiedtkä, 

16. 

55 fol. Schwarzes Papier mit weisser, stark verblasster Schri 
Vq/racchedtkä. 

Nr 17—27: Vafracchedikä, 

17. 

54 fol. fol. 1 fehlt. Blätter nicht numeriert. Schwarz 
Papier mit grün bemaltem Rand und Goldschrift. 

rdo rje gcod pa b&ugs so. 

18. 
53 fol. Nicht numeriert. Unvollständig. 

19. 
38 fol. Kleines Format, kleine Schrift. 

20. 
35 fol. Vorhanden fol. 1—14, 25—39, 44—45, 49, 52—5 

21. 
44 fol. Unvollständig, fol. 44 fehlt. 

22. 

55 fol. Nicht numeriert. 

23. 

50 fol. Vorhanden fol. 1—37, 44—49. 

24. 

48 fol. Unvollständig. 



Lauf er f Verz. d. Übet. HäruUchr, d. Königl. BM. z, Dresden, 105 

25. 

47 fol. Mittlere Zeile rot geschrieben. 



26. 



44 fol. 



27. 

53 fol. Schluss : rdo rje gcod pai snin po o di lan cig bzlas 
pas rdo rje gcod pa k'ri ^) dgu ston bklags pa dan mfiam par 
ogyur ro. Vgl. Nr. 14. 

28. 
3 foL 

Aussentitel : fii ma dan zla bai mdo b^ngs so. 
Innentitel: Skr. süryasütra. T. fii mai mdo. 
Schlnss: zla bai (!) mdo rdzogs so | pandita c'en po Änan- 
äoM'i ial sna nas | man du t'os pai lo tsts'a ba Säkyai dge slon 

Ni ma rgyal mt8''an dpal bzan pos \ skad gnis smra ba mams 
kyi gdan sa | gtsug lag k'aii c*en po dpal tar pa glin du bsgyur 
ein hs te gtan la p*ab pao. 

K.-I. Nr. 41 (p. 6): öi mai mdo, Nr. 42 (p. 6): zla bai mdo. 

29—30. 

7 fol. 

Skr. äryamaitriyapariprcchadharma astanämamahäyänasütra, 
T. op'ags pa byams pas ius pa c'os brgyad pa zes bya ba t*eg pa 
c'en poi mdo. Randtitel: byams zus. 

Schluss: fol. 6b 3 op^ags pa dkon mc'og brtsegs pa c*en poi 
cos kyi mam graBs ston p'rag brgya pa las | byams pas Xus pa 
c'os brgyad pa ies bya bai leu ste | o dus pa \Ai bcu rtsa göis pa 
™zogs so II II Sloka brgyad cu rtsa gsum mc*is | rgya gar gyi 
^k*an po Jinamitra dan Ddnadila dan | hx c*en gyi lo 1^ts*a ba 
ownde Ye sea sdes bsgyur cifi Xus te skad gsar c*ad kyis kyan 
^'os nas gtan la p*ab pao. 

K.-I. Nr. 86 (p. 14) mit übereinstimmendem Kolophon; es 
fehlt hier aber im Titel dharma a^ta (= &os brgyad pa), ein 
Zusatz, der sich indessen auch bei Csoma (As. Res. XX 411, Nr. 37) 
findet. 

fol. 6b 6: Skr. äry(isägaranägaräjapartprcchanämamahäyä' 
^'^fi^iUra. T. p'ags pa klui [rgyal po] rgya mts'os Xus pa Xes bya 
^ t'eg pa c*en poi mdo. Randtitel : klui Xus. 

Schluss fol. 7 b 3 : rgya gar gyi mk*an po Surendrabodht daii | 
zn c'en gyi lo tsts*a ba Bande ye äes sdes bsgyur ein zus te gtan 
^ p'ab pao. 

K..I. Nr. 155 (p. 26). 

1) kro. 



{ 



106 Läufer, Verz. d, Übet. Handtchr, d. Königl. Bibl. ». Dresckn. 

31. 

2 fol. 

Skr. ärya ätcynänanämamaJiäyOnasüfy^, T. op'ags pa oda 
ka je Ses ^es bya ba Veg pa c^en poi mdo. Randtitel : mda ka. 
K.-I. Nr. 122 (p. 20). 

32. 

172 fol. 

Skr. äryamahäsanmipätaratnakehulhäranim^^ T. 

p^ags pa dus pa c^en po rin po c^e tog gl gzuns ies bya ba t^eg 
pa c^en poi mdo. Randtitel: tog gzuns. 

Schluss: odus pa c^en po rin po c^e tog gi gzuns ^.es bja ba 
las I mt^ar p^yin pai leu ste bcu gsum pao || | op^ags pa odos 
pa c*en po rin po c*e tog gi gzuns ies bya ba t'egs pa c*en poi 
mdo rdzogs so | | rgya gar gyi mk^an po SÜendrabodhi dan | 
Jmamitra dan | ^u^) c*en po gyi lo tsts^a ba Ban dhe^) Ye ies 
sdes his te skad gsar bcad kyis kyan bcos nas gtan hi p'ab pao. 

K.-I. Nr. 138 (p. 23), wo im Kolophon Jinamüra fehlt 

33. 

3 fol. 

bdud g^om pa sogs snags le ts^an brgyad bi^ugs so. Rand- 
titel: bdud gzom sogs. 

Anfang : o p*ags pa blo gros rgya mts'os ^us pai mdo las bvun 
bai bdud gzom pai snags ni. Ohne Kolophon. 

p^ags pa blo gros rgya mts^os zus pa &es bya ba t^eg pa c^en 
poi mdo = K.-L Nr. 152 (p. 25). 

34. 

12 foL 

Skr. äryaraimacandrapariprcchanämnmcJia^ T. 

op^ags pa (k'yeu) rin c^en zla bas i^us pa ^es bya ba t^eg pa c^en 
poi mdo. Randtitel: rin c^en zla ba. 

Schluss: rgya car gyi mk^an po Visuddhasiinha daß | lo tsä 
ba Bande dGe dpal gyis bsgyur | rgya gar gyi mk^an po Vidyä- 
karasirhha dan { in &en gyi lo tsä ba Bande Devacandras hi& te 
gtan la p'ab pa. 

K..L Nr. 164 (p. 28). 

35. 

6 fol. 

Skr. ärj/amakallikäpariprcchanämamahäyäncisütra, T. o p'ags 
pa bgres mos ^us pa i^es bya ba t*eg pa c*en poi mdo. 

Schluss: rgya gar gjri mk*an po Jmamüra daii | Däna^a 
dan I in c'en gyi lo ca ba Bande Ye äes sdes bsgyur ein zus tc 
gtan la p'ab pa. 

K.J. Nr. 171 (p. 29). 

1) biu, 2) edel 



Laufer, Vera. d. tibet. Handschr. d. Königl. Bibl, z. Dresden, 107 

36. 

24 fol. 

Skr. äryamahämegha. T. op'ags pa sprin c*en poo. 

Schluss: op'ags pa sprin c^en po t^eg pa c^en poi mdo las 
kr dban po rlun gi dkjil o k^or gyi leu ies bya ba | drug cu rtsa 
1 pa ts'og dan bcas pa rdzogs so. 

K.-L Nr. 234 (p. 39). 

37. 

31 fol. 

Skr. örya äkääagarbhanämamahäyänasütra. T. op^ags pa 
km mk^ai sfiin po ^es bya ba Veg pa c^en poi mdo. Randtitel: 
im mk'ai sfiin po. 

K.J. Nr. 259 (p. 43). 

38. 

23 fol. foL 16—19 fehlen. 

Skr. äryadaäcidyandhakäravidhvanisana ^)namam aJidyänasü - 
^«. T. op^ags pa p'yogs bcui mun pa rnam par sei ba zes bya 
'» ni t*eg pa c*en poi mdo. 

Schlnss : rgya gar gyi mk^an po Vüuddhasiniha daii { lo tsts^a 
« Bernde rtsafls de Bendrarak^ta-s *) bsgyur *) | zu c*en gyi lo 
sts'a ba Bande Klui rgyal mts^an gyis skad gsar bcad kyis bcos 
^ *) gtan la p*ab pao. 

K..I. Nr. 268 (p. 44). 

39. 
7 fol. 

Skr. Küfägärasütra, T. K*an bu brtsegs pai mdo. Rand- 
^^1 : brtsegs. 

K-L Nr. 330 (p. 51). 

40. 
14 fol. 

Skr. äry{xgodi^avyäkarananämam(Jiäyän(i8ütra. T. op^ags 
' $lan m lun bstan zes bya ba t^eg pa c^en poi mdo. 
K.-I. Nr. 355 (p. 53). 

41. 
2 fol. 

Skr. bhagavcUiprqfnäpäramüährdai/a. T. bcom Idan odas ma 
'^ rab kyi p*a rol tu p*yin pai sfiin po. Randtitel: ser sfiin. 
K.-I. Nr. 525 (p. 79), Nr. 21 (p. 4). Verz. 214—216. 



1) da gi ^d na dha kä ra bi dhva na $a na. 

2) hon dre raksa tos, 

3) bsbi/ufls (sie!). 

4) Statt: akad gsar bcad kyis bcos te im K.-I.: 21« c*en bgyis te. 



108 Laufer, Verz. d. Übet, Handtckr. d, Königl, Bibl, z, Dresden. 

42—46. 

10 fol. 

Nur Aussentitel : sans rgyas bcom Idan o das kyi mts^an brg3?'a 
rtsa brgyad pa gzuns snags dail bcas pa hhxgs so. Randtit^i: 
ston pai mts^an. 

fol. 8 b 5 : p^ags pa §äkya t^nb pai s^in poi gzuns rdzogs s^. 

fol. 9 a 4 : p^ags pa mam par snan mdzad kyi sfiin *po ^^s 
bya bai gzuns rdzogs so. 

fol. 9 b 5: zla bai ood kyi mts^an rjes su dran pa rdzogs ^^* 

fol. 10 a 1 : Sans rgyas rin c*en gtsug tor can gyi mts^an rf^^ 
su dran pa rdzogs so. 

K.-I. Nr. 526—529, 531 (p. 79), Nr. 848, 836, 837, 84^, 
845 (p. 111). 

47. 

115 fol. ^ _ 

Skr. äryiisuvarnapraihäsottamcisütrendrarQfanämamahäy^^'' 
nasäira. T. o p*ags pa gser o od dam pa mdo sdei dban poi rgv"^^ 
po ies bya ba t'eg pa c*en poi mdo | bam po daii po. Oh^cm© 
Randtitel. 

Schluss: op*ags pa dam pa mdo sdei dbaii poi rgyal po L^s 
bsdus pa leu ^es bya ba ste fii zu geig pao. 

K.-I. Nr. 556 (p. 81), Nr. 557 (p. 82). Verz. Nr. 244— 2^rS 
(p. 9). 

48. 

12 fol. 

Skr. äryasuvarncisatanämamcihäyänasütra, T. a) Aussentib^l •' 
gser ood yyan skyab zes bya ba bXugs so. b) Innentitel: op'^g^ 
pa gser ood dam pa mdo sdei dban poi rgyal po las yaii skyj3fc^s 
zes bya ba. Vergl. Nr. 47. 

K.-I. Nr. 556 (p. 81), mit Kolophon, das hier fehlt, O-xx^ 
Nr. 557 (p. 82). 

49. 

7 fol. 

Aussentitel: nor 1ha gser ood bzugs so. Innen titel: Sfcr- 
äryaratnadhäranl (entspricht nicht den tibetischen Titeln). '^* 
op*ags pa gser ood dam pa mdo sdei dban poi rgyal po las | xx^^ 
p*yugs skyon &in spei ba ies bya bai gzuns. Randtitel: nor Ib^ 

Schluss: opags pa gser ood dam pa mdo sdei dbail poi rgy^^ 
po las I ts*e rabs t'ams cad du yo byad p*un sum ts*ogs pai 1^" 
ste bcu bdun pa rdzogs so. Danach wird es sich wohl um ^^^ 
17. Kapitel von K.-I. Nr. 556 (bezw. Nr. 557, p. 81, 82) handele» 
nach Csoma 29 Kapitel umfassend (As. Res. XX, 515). 

50. 
3 fol. 

Skr. äryamärlclnämadJiäranl, T. op*ags pa ood zer can \o^ 
bya ba gzuns. Randtitel: ood zer. 



Ijoufer, Verz. d. tibet, Handschr, d. Känigl, Bihl. z, Dresden. 109 

Schlass: pan^ita Amogha^)v<yra dan | lo tsä ba dge slon 
Rin> c^en grags pas bsgyur bao. 

K..L Nr. 564 (p. 82), Nr. 961 (p. 124). 

51. 
8 fol. 

Skr. ärycyayavaiinämadhärant. . T. o p^ags pa rgyal ba can 
ks bya bai gzuns. Randtitel: rgyal ba can. 
K.-L Nr. 567 (p. 83), Nr. 977 (p. 126). 

62—57. 

13 fol. 

Skr. äryahiranyavoMnamcidharant. T. op^ags pa dbyig dan 
Idskii pa ^es bya bai gzuns. Bandtitel: dbyig Idan. 

Schluss : fol. 4 b 1 : rgya gar gyi mk'an po Jinamitra daß | 
Dctnaiila dan | ^u c*en gyi lo tsts*a ba Bande Ye ses sdes bsgyur 
ein ins te skad gsar bcad kyis kya& bcos nas gtan la p^ab pa. 

K..I. Nr. 570 (p. 83). Nr. 964 (p. 124). 

fol. 4b 2: Skr. jangulmämavidyä. ,T. op^ags pa dug sei pa 
ibes bya bai rig snags. Randtitel: dug sei. 
K..L Nr. 571 (p. 83), Nr. 963 (p. 124). 

foL 6a: Skr. siddhapaAüa^bhagavati^ Srya angulinäfna- 
vidyäräfni^), T. bklags pas grub pa bcom Idan odas ma op^ags 
n^a sor mo can !^es bya ba lig pai rgyal mo. Randtitel: bklags grub. 

K.-I. Nr. 572 (p. 84), Nr. 966 (p. 125). 

foL 8 b 1: Skr. ärytisarvadharmamatrkänämcidharani. T. 
®P*ags pa c*os t*ams cad kyi yum Xes bya bai gzuns. Randtitel: 
c'os ynm. 

K-I. Nr. 573 (p. 84), Nr. 969 (p. 125). 

foL 9 a 2: äry(unldä7naninafn€idhärani. T. op^ags pa gtsug 
^ nor bu zes bya bai gzuns. Randütel: gtsug nor. Schluss: 
^oL IIb 7j rgya gar gyi mk*an po Stlendrabodhi dan | zu c*en 
8yi lo tsts*a ba Bandhe Ye äes sdes bsgyur ein £us te gtan la 
P'ab pa. 

K..I. Nr. 574 (p. 84), Nr. 897 (p. 117). 

fol. 12 a 1: Skr. öryasadaksaravidyä, T. op^ags pa yi ge 
^*Tig pa ies bya bai rig siiags. Randtitel: yi ge drug. 
K.-I. Nr. 675 (p. 84), Nr. 892 (p. 117). 

58. 

19 fol. 

Skr. äatasähasrtkaprajnäpäramää, T. Aussentitel fehlt. An- 
^g: Ses rab p*a rol tu p'yin pa p*yag ots'al lo | 'oih mu ni mu 
^ dharma. 



1) ,a mo sta. 2) pyvitt, 3) hhagavdna, 4) ränjai. 



110 Läufer^ Ver». d, tibet, Handschr, d. Königl. Bibl, ». Dresden. 

8chlnss : Ses rab kyi p^a rol tu p'yin pai gznns rdzogs so || bsod 
nams rin po bzin du brtan pa dan | rgjnd ni fii zla bl^in dn gsal 
pa dan | sfian pa nam mk^a bzin du k^yab daß | gsum po des l^an 
din odir bkra Ms iog \ dgeo | legso | bkra §is par ogjur cig. 

Der Skr. -Titel stimmt mit dem tibetischen Schlosstitel nicht 
überein. Es wird sich wohl um K.-I. Nr. 578 (p. 84), Nr. 907 
(p. 119) handeln. 

59. 

3 fol. 

Aussentitel: gtsug tor mam rgyal gyi gzuns mdo b^gs so. 
Innentitel: Skr. sarvaUUhägaia u^lsavyayanämadhäranikalpa' 
sahüa, T. de b^n gSegs pa t^ams cad kyi gtsug tor mam par 
rgyal ba ^es bya bai gzufis rtog pa dan bcas pa. Randtitel : mam 
rgyal. Schluss: op^ags pa gtsug tor mam par rgyal bai gzuns 
rtogs pa daii bcas pa rdzogs so. 

K.-I. Nr. 593—595 (p. 86). 

60. 

9 fol. 

Skr. äryasarvcidurgatiparüodhani ti^t^avyayanärnadhärani. 
T. nan ogro t^ams cad yoiis su sbyofi ba gtsug tor mam par rgyal 
ba l^es bya bai gzußs. Randtitel: iian sbyoü gtsug tor. 

K.-I. Nr. 596 (p. 86), Nr. 957 (p. 124). 

61—62. 

12 fol. 

Aussentitel: gdugs dkar mc^og grub bzugs so. 

Innen titel : Skr. äryatathägatosnisa&ttätapairä apcaräfüamcJiä' 
pratyangiraparamcisid^anäTnadhäranl, T. op^ags pa de b^ 
gSegs pai gtsug tor nas byun bai gdugs dkar po can g^an gyis mi 
t*ub pa p*yir zlog pa c*en po mc*og tu grub pa zes bya bai gzuns. 
Randtitel: gdugs dkar. fol. IIb 7: Schluss wie Innentitel. 

K.-I. Nr. 591 (p. 85), Nr. 959 (p. 124). 

fol. 12 a: Skr. äryosnisofvalanärnadhäranh T. op^ags pa 
gtsug tor obar ba Xes bya bai gzuns. 

K.-I. Nr. 599 (p. 87), Nr. 935 (p. 121). 

63—64. 

3 fol. 

Skr. äryaaarva arUaräyavüodhaninämadhäranl, T. op'ags 
pa bar du gcod pa t*ams cad mam par sbyoii ba zes bya bai gzuns. 
Randtitel: bar du gcod pa. 

K.-I. Nr. 607 (p. 87), Nr. 901 (p. 118). 

foL 3 a 3 : Skr. : üryamanibhadranämadhäranL T. o p*ags pa 



Lauf er f Verz. d, tibet, Händschr. d. Königl Bibl, a. Dretden, Hl 

nor bn bza& poi gzuns !^es bya ba. Doch mehr als diese Titel- 
angabe nicht vorhanden. 

K.-L Nr. 759 (p. 104), Nr. 943 (p. 122). 

65. 

4 fol. 

Skr. äryadhvcya agrakeyüranänuidhäranh T. op^ags pa rgyal 
mts^an rtse moi dpun rgyim ces bya bai gzuns. Randtitel: rgyal 
mts^im. Schlnss: rgya gar gyi mk^an po Jmamüra daü | Dana- 
dila dan | hi c'en gyi lo tsts^a ba Bande Ye Ses dsdses bsgyur te | 
skad gsar c^ad kyis bcos te gtan la p^ab pao. 

K.-I. Nr. 611 (p. 88), Nr. 885 (p. 116). . 

66—70. 

6 fol. 

Skr. äy^acaX:^tii;tV(M2^mnamat;M^es-[?nan^a]. T. op^ags pa 
mig mam par sbyon ba zes bya bai rig snags. Bandtitel: mig 
mam par spyod. 

K.-L Nr. 618 (p. 89), Nr. 981 (p. 126). 

fol. 8b 6: Skr. Qrya ak^rogapraäamanaaütra. T. op^ags 
pa mig nad rab tu H bar byed pai mdo. 
K..I. Nr. 619 (p. 89). 

fol. 4 b 1 : Ohne Skr.-Titel. dkon mc^og gsum la p*yag o ts*al 
lo I ksayai nad sei bai snags | las la nad byun na | nad k^on skems 
kyis btab na { bsil yab c*us gtor te | lan drug cu rtsa geig snags 
nas I dei lus la ^T^abs na nad med par ogyur ro | ksayai nad sei 
bai gzuns rdzogs so. 

K.-I. Nr. 796 (p. 106), Nr. 1031 (p. 129). 

fol. 4b 3: Skr. ärya cardapraäamaniaütra, T. op^ags pa 
gzan obrom rab tu ^\ bar byed pai mdo. 

fol. 6a 3: rgya gar gyi mk'an po Jinamüra dan | Ddna^ila 
dan I ^u c'en gyi lo tsts^a ba Bande Ye Ses sdes bsgyur ein gtan 
la p^ab pa. 

K.-L Nr. 620 (p. 89), Nr. 993 (p. 127). 

fol. 6a 4: Skr. öTyc^varapra^amaninamadhäranl. T. op'ags 
pa rims nad rab tu ^i bar byed pa ^es bya bai gzuiis. 

K.-I. Nr. 624 (p. 89), Nr. 989 (p. 127). Das an diesen beiden 
Stellen gegebene Kolophon, identisch mit dem vorhergehenden 
fehlt hier. 

71. 

8 fol. 

Skr. äryavaüäll^)praveäamakä8ütra. T. op^ags pa yaiis pai 
groii k'yer ojug pai mdo c'en po. Randtitel: yans pa. 

Schluss: rgya gar gyi mk*an po Surendrabodhi dan | ^.u c*en 

\) bi bu le! 



112 Lauf er f Verz, d. tibet, Handschr. d. KönigL Bibl. z. Dresden. 

gyi lo tsts^a ba Bandhe Ye äes dsdses bsgyur ein l^us te gtan la 
p^ab pao. 

K.-I. Nr. 627 (p. 90) mit übereinstimmendem Kolbphon, Nr. 1067 
(p. 132). 

72—73. 

3 fol. 

Skr. är^acauravidhvamsananämadhärant. T. op^ags pa ztli 
rgod rnam par ojoms pa ^es bja ba gzuns. Randtitel: mi rgo3- 

K.-I. Nr. 628 (p. 90), Nr. 934 (p. 121). 

fol. 2 b 5 : Skr. ätyasarva antarasamgräsadhärani. T. o p'a.. 
pa bar du gcod pa t^ams cad sei bai gzuns snags. Am Schlu» 
gsum iuso. 

K.-I. Nr. 629 (p. 90), Nr. 983 (p. 126). 

74. 

4 fol. 
T. byams pai mts^an brgya rtsa brgjad pa gzuns snags d 

bcas pa b^ugs so. Randtitel: byams pai mts^an. 

Schluss: op^ags pa Ses rab kyi p*a rol tu p'yin pai mts' 
brgya rtsa brgyad pa rdzogs so. 

K.-I. Nr. 634 (p. 91), Nr. 850 (p. 112). 

75. 

4 fol. 

Ohne Skr.-Titel. T. op*ags pa sai sflin po mts*an brgya rtsa 
brgyad pa gzuns snags dan bcas pa. Randtitel : sa s&in mts'an brgya. 
K.-I. Nr. 640 (p. 91), Nr. 856 (p. 112). 

76. 

2 fol. 

Skr. äryamaitripratijüänämadhärant. T. op^ags pa byams 
pas dam bcas pa zes bya bai gzuns. 

Randtitel: byams pa dam bcas. 

Schluss: op^ags pa ojam dpal gyi Ses rab dan blo op^el i^es 
bya bai gzuns rdzogs so. 

K..I. Nr. 642 (p. 91), Nr. 865 (p. 113). 

77. 
Holzdruck. 6 fol. 

Skr. ärt/amaüriprcUifflänärnadhärani, T. op*ags pa byams 
pas dam bcas pa ^es bya bai gzuiis bzugs so. Schluss ebenso. 
K.-I. Nr. 642 (p. 91). 

78. 
2 fol. 

Skr. äryamghnavtnäj/akaratddhäranl. T. op^ags pa bgegs 
sei bai gzuns. 

K.-I. Nr. 654 (p. 93), Nr. 932 (p. 121). 



j 



Lauf er, Verz. d, tibet, Handachr. d. Königl. Bibl, z. Dresden. 113 

79. 
5 fol. 

Skr. ffrahamätrkänämadhGrani, T. gza mams kji ymn hiugs so. 
Schluss : gza t'ams cad la mc^od pa byas par o gyur ro. Rand« 
titel: gza yum. 

K.-I. Nr. 659 (p. 93), Nr. 660, Nr. 970, Nr. 971 (p. 125). 

80. 

7 fol. 

Anssentitel : op^ags pa nor gji rgyun zes bya ba k^jim bdag 
zla ba bzafi pos i^ns pa bzags so. 

Innentitel: Skr. CtryavtlSudAäranämcuihärani. T. op'ags pa 
nor gyi rgyun ^es bya bai gzuns. 

Bandtitel: nor rgyun. 

K-I. Nr. 661 (p. 93), Nr. 980 (p. 126). 

81. 

3 fol. 

Skr. äryaganapatihrdaya. T. op^ags pa ts^ogs kyi bdag poi 
gzons biugs so. Bandtitel: ts'ogs bdag. Schluss: ga^apatii gzu&s 
rdzogs so. — hrdaya müsste tib. sihin po entsprechen wie: 

K.-I. Nr. 1058 (p. 132), Nr. 664 (p. 94). 

82. 

9 fol. 

Skr. äryäparimüä äyurjnänanämamahäyän<i8iUra. T. op^ags 
pa ts^e dan ye Ses dpag tu med pa äes bya ba t*eg pa c^en poi 
mdo. Bandtitel: ts^e mdo. 

Schluss : de la gyur k*yed o bran bu yon gi o dug (?) na o an | 
odir rje btsim t'ams cad mk'yen pa Täranäthai ^al sna nas | ts'e 
dan ye §es dpag tu med pai mdo la tikä mdzad pai dgons pa dan 
mtW pa üid dpal dga Idan p^un ta^oga gUn du par tu bsgrubs 
pa lags so II odi la brten nas bdag gl^an skye dgu mt^a dag oc4 
ba med pa ts^ei dpal la dban t'ob par gyur cig. Der ehrwürdige 
allwissende Täranätha hat zu diesem Sütra einen Kommentar (fikä) 
verfasst ; in Übereinstimmung mit dessen Auslegung wurde das Werk 
in dp(ü dOa Idan p^un ta^ogs glin gedruckt. 

K.-I. Nr. 673 (p. 94), Nr. 674 (p. 95), Nr. 825 (p. 109). 

83. 

4 fol. 

Aussentitel: oc^i med rüa sgra ^es bya bai gzuns mdo bi^ugs 
so. Innentitel: Skr. ärya oparirnüäyurfnänahrdayanämadhärani. 
T. op^ags pa ts^e dan ye Ses dpag tu med pai sfiin po ^es bya bai 
^ufis. Bandtitel: rna sgra. 

Schluss: Anführung des Innentitels: rgya gar gyi mk*an po 

Bd. LV. 8 



114 Läufer, Verz, d. Übet Handschr. d. Königl. Bibl, z. Dresden, 

PanyasambJuwa dan | zu c*en gyi lo tsU ba Ba ta^ab ni ma grag 
kyis bsgyur bao. 

K.-L Nr. 675 (p. 95), Nr. 826 (p. 109). 

84. 

4 fol. 

fol. 1 fehlt, fol. 2 Randtitel: don l&gs, 

Schluss: op^ags pa spyan ras gzigs don jod ^ags pai sQin p 
ies bya bai gzuns rdzogs so. Vergl. K.-I. Nr. 682 (p. 96): äry 
amaghapääahrdaya/h mahäyänanämadhärani , die nach Csom 
(As. Res. XX 535, Nr. 1) von Avalokiteävara verkündet wird. 

85. 

3 fol. 

Skr. ärya avahküedvaranämadhärani, T. op^ags pa spya 
ras gzigs dbaii p*yug gi gzuns. Rahdtitel: spyan ras gzigs. 

Schluss : fol. 2 a 7. fol. 2 b 4 : o p^ags pa spyan ras gzigs k^ 
sfiin po rdzogs so. fol. 3 a 1 : senge sgrai gzuns rdzogs so. Rand 
titel: seQge sgra. 

Schluss : rgya gar gyi mk*an po Neig gi dban p^yt^ daii 
Klog akya äes rab brtaegs kyis bsgyur bao. 

K.-I. Nr. 692 (p. 97), Nr. 885 (p. 116); Nr. 691 (p. 97), Nr. 88 
(p. 116); Nr. 700 (p. 98). 

86. 

5 fol. 

Skr. c{r^a9amantoiAcM2ranesma€2/^rant. T. op^ags pa kun t 
bzan po ^es bya bai gzuns. Randtitel: kun tu bzaü po. 

Schluss: rgya gar gyi mk^an po Jinamitra dan | Dänaät^ 
dan I hl c*en gyi lo tsts'a ba Bandhe Ye äes sdes bsgyur ein i^ 
te skad gsar c^ad kyis kyaii bcos nas gtan la p^ab pao. 

K.-L Nr. 695 (p. 97), Nr. 879 (p. 115). 

87. 

4 fol. 

Skr. ärya abhayapradanäma aparäjita. T. op'ags pa g^ 
gyis mi t'ub pa mi ojigs pa sbyin pa zes bya ba. Randtitel: : 
t^ub pa. 

Schluss: rgya gar gyi mk^an po Prajnävarma daii | Xu e^* 
gyi lo tsts^a ba Bandhe Ye äes sdes la sogs pas bsgyur ein 2^ 
te gtan la p'ab pa. Mit kleiner Schrift: stoii ogyur ces bya T 
gzuns rdzogs so. 

K-I. Nr. 704 (p. 98), Nr. 903 (p. 118); Nr. 706 (p. 98), Nr. ^< 
(p. 118). 

88—89. 

4 fol. 

sloka brgya lobs pa sogs gzuns sna ts^ogs bzugs so. Ob^ 
Innentitel. Randtitel: §loka. 



Läufer, Verz. iL übet, Handßchr. d. Königl, Bibl. z. Dretden, 115 

gdon ok^m bai ts^e c^u k'jor gan la siiags odi lan gsum mam 
bdun bzlas te otiin na | fiin geig la yi ge ^loka brgja lobs par 
gy^r te I snon lobs pa rnams kyan brjed par mi ogyur ro | Sloka 
brgya lobs pa rdzogs so. »Wenn man beim Waschen des Gesichts 
eine Handvoll Wasser unter drei - oder siebenmaligem Hersagen 
dieses Mantra trinkt, wird man w einem Tage hundert geschriebene 
Sloka lernen und auch das früher Gelernte nicht vergessen.* 

K..L Nr. 707, 708 (p. 98). 

fol. 1, 4: op*ags pa Ses rab kyi p*a rol tu p*yin pa ston p*rag 
fii Su Ina -pai gzuns. Schluss : fol. 3 a 4 : p*a rol tu p'yin pa drug 
bzuji bar ogjnr bai gzuiis rdzogs so. Eandtitel fol. 2a: ston p'rag 
brgja pa, 3a: p*an p'yin drug sogs. 

fol. 4 a 1 : p'ags pa sdon po bkod pai sfliü po rdzogs so. 
fol. 4 a 4 : p*ags pa ma so sor o bran ma c'en mo bzuii bar o gyur 
^ gzuns rdzogs so. Randtitel: tiiie odzin sogs. op*ags pa lan 
kar glegs pa la p*yag ots*al lo. fol. 4b: ap^ags pa lan kar gSegs 
pai mdo t^ams cad bklags par ogyur bai gzuns siiags rdzogs so. 

K.-L Nr. 577 (p. 84), Nr. 908 (p. 119); Nr. 585 (p. 85), Nr. 915 
(P. 119); Nr. 588 (p. 85), Nr. 917 (p. 119); Nr. 586 (p. 85), Nr. 916 
(P. 119); Nr. 589 (p. 85), Nr. 918 (p. 119). 

90. 

7 fol. 

Skr. Stryatäräbhaftärakänäma aataAoJtakam. T. rje btsun ma 
® P'ags ma sgrol mai mts*an [ma] brgya rtsa brgyad pa ^es bya ba. 

Randtitel: sgrol mai mts'an brgya. 

K.-L Nr. 723 (p. 100), Nr. 973 (p. 125). 

fol. 6 — 7: Randtitel: tara. Anfang: p'yag ots*al sgrol ma 
^yur ma dpa mo | spyan ni skad cig glog daii odra ma. Schluss: 
*^® btsun op*ags ma sgrol ma la yaii dag par rdzogs pai saiis rgyas 
'Tiain par snaii mdzad kyis bstod pa rdzogs so. 

91. 
1 fol. grünes Papier. 

op^ags ma sgrol ma gzuiis rdzogs so. Randtitel: tära. 
K-I. Nr. 725 (p. 100), Nr. 974 (p. 126). 

92. 

4 fol. 

Skr. äryavijayavaiinämapratyangirä, T. o p*ags pa p*yir bzlog 
pÄ niam rgyal (ba can) zes bya ba b&ugs so. Randtitel : p*yir zlog 
tnam rgyal. 

K..I. Nr. 730 (p. 101), Nr. 941 (p. 122). 

93. 
9 fol. 
Aussentitel: p*yir zlog pa rnam par rgyal ba Xes bya ba. 

8» 



116 Läufer^ Verz, d. tibet. Handschr. d, Königl, Bibl, z, Dresden, 

Inoentitel: Skr. prafyaügiramunircJfhin)a(?)caJcranäma. T. 
p'yir zlog pa nan s&ags kyi ok'or lo ies bya ba. 

Vgl. 92. 

94. 

2 fol. 

Skr. äfyaparrMicwarinämadhäranl, T. op'ags pa ri k^rod X 
ma gyon pai gzufis. Bandtitel: ri k'rod ma. 

K..L Nr. 732 (p. 101), Nr. 968 (p. 125). 

Parniiiavara ist nach PW. Bezeichnung eines von Blätte:K 
lebenden wilden Volksstanuns im Dekkhan. Das tibetische ÄqoH 
yalent bedeutet «die sich mit Blättern kleidenden Bergbewohnezr- 
Vgl. über dieses Volk E. Schlagintweit, Die Lebensbeschreiba:M 
von Padma Sambhava, in Abhandlungen der bayer. Akademie, I. d 
XXI. Bd. IL Abt., 1899, p. 438. 

95. 

8 fol. 

Skr. äryoibalavaXiaärnapratyangirä, T. op^ags pa p^yir bzl.< 
pa stobs can l^es bya ba bzugs so. Bandtitel: p^yir bzlog, ^v^^ 
fol. 7 an: brgyad yyul rgyal. 

Schluss: op*ags pa yyul las c*a rgyal ba i^es bya ba gzix 
rdzogs so. 

K.-I. Nr. 733 (p. 101), Nr. 933 (p. 121). 

96. 
2 fol. 

Skr. mahäärl^)8iUra. T. dpal c*en moi mdo. Randtitel: dpi 
c^en mo. 

K.-I. Nr. 736 (p. 101), Nr. 978 (p. 126). 

97. 

7 fol. 

Skr. äryavajra ajita analapramohaninämcuihärani. T. o p*^ 
pa rdo rje mi p*am pa me Itar rab tu rmoQ byed ces bya ti 
gzuns. Bandtitel: rdo rje mi p^am. 

Schluss: rgya gar gyi mk^an po Jinamitra dan | zu c^en ^l 
lo tsts*a ba Bandhe Ye äes sdea bsgyur ein skad gsar bcad t^ 
kyafi bcos nas gtan la p'ab pa. 

K.-I. Nr. 747 (p. 102), Nr. 927 (p. 120), wo den Übersetzt ^ 
namen noch Dänadila hinzugefügt ist. 

98. 

4 fol. 

Skr. äryadaiavajrapänihrdaya, T. op'ags pa lag na rdo rjf* 
bcui süiii po. Randtitel: lag na rdo rje. 

K.-I. Nr. 749 (p. 103), Nr. 924 (p. 120). 

1) mahä^a, K.-I. -laksmini, Csoma (As. Res. XX 536, Nr. 4) -^aya- 



Läufer, Verz. d. übet, Handschr, d. Königl. Bibl, z. Dresden, 117 

99. 
19 foL 

Skr. äryamtMhäbaJanämamahäyGncisiUra. T. op^ags pa stobs 
po c'e ies bya ba t'eg pa c*en poi mdo. 

K.-L Nr. 752 (p. 103), Nr. 920 (p. 119). 

100. 

4 fol. ^ V 

Skr. vctjraiunda^ynämanägasamaya, T. rdo rjei mcSi !^es 
bja l)ai kltii dam ts4g go. Baiidtitel: rdo rje mc^u. 
K.-L Nr. 754 (p. 103), Nr. 937 (p. 121). 

101. 

2 fol. 

Skr. äryavidyärüja4vösamahönäma. T. op^ags pa rig snags 
^y^ rgyal po dbugs c*en po Ses bya ba. Randtitel: dbugs c^eno. 

Schluss: rgya gar gyi mk'an po IVciffiävarma dan | zu c^en 
gyi lo tsts^a ba Bandhe Ye See sdea bsgyur ein his te | gtan la 
P*ab pao. 

K..L Nr. 768 (p. 105), Nr. 942 (p. 122), ohne Skr.-Titel. 

102. 

5 fol. 

Skr. paficatathägatamaflgalagäthä. T. de biin gSegs pa Inai 
^kra 5is kyi ts*ig8 su bcad pa. Randtitel: bkris. 
K.-L Nr. 816 (p. 108), Nr. 1079 (p. 133). 

103—104. 

6 fol. 

Skr. äryavafrabAcurav(uihäraninäma. T. op^ags pa rdo rje 
®jigs byed kyi gzuns ies bya ba. Randtitel: ojigs byed. 

Schluss: fol. 2b 2: op^ags pa rdo rje ojigs byed kyi gzuns 
zes bya ba | ma runs pa p^yir bzlog pa rdzogs so || op^ags pas gsuns 
P^ gsuüs mams mam man yan || rdo rje ojigs byed zal nas gsuns 
P^ gzuns I bsrun byai las bdun Idan pai gzuns mc^og odi | kun 
8yis tW mons ma yin mal o byor dam pai gzufis | rnal o byor gyi 
"^^ obyor c*en po Don t/od rdo rjei Jal sna nas bsgyur nas | bod 
^yi Bcmdhe sKyo ood obyuü la gnan no. 

K.-L Nr. 929 (p. 121), wo es im Kolophon mal obyor gyi 
^bas p*yug c*en po heisst. Grünwedel, Mythologie des Buddhis- 
"i^, 8. 101. 

fol. 2b 6: Skr. öryadrävidavidyärlS^ä. T. op'ags pa ogro 
^üifi bai rig s&ags kyi rgyal po. Randtitel: ogro Idifi. 

Schluss: rgya gar gyi mk^an po Jinamitra daii | Däna^ila 

1) dnnba. 



118 Lauf er y Verz, d. tibet. Handschr, d, KörUgl. Bibl, z. Dresden, 

daii I hx c*en gyi lo tsts*a ba Bandhe Ye äea adea bsgyur ein zus 
te skad gsar c'ad kyis kyan bcos nas gtan la p^ab bao. 

K.-I. Nr. 609 (p. 88), Nr. 902 (p. 118). Hier ist dra mi dva 
und drä mi da geschrieben (Csoma, As. Res. XX 525, wie oben). 

105. 

Holzdruck. Fragment: fol. 6 — 7 fehlen, 8 — 10 vorhanden. 
Skr. ärycAhxidra^äryapranidhänaräja, T. op*ags pa bzan i)o 
spyod pa smon lam gyi rgyal po. 
K.-I. Nr. 1069 (p. 133). 



Andere Sanskrit-Tibetische Schriften. 

106. 

fol. 22—37. 16 fol. 

Skr. äri/amangalaküfanämamahäyäncLsiUra. T. op^ags pa^ 
bkra Sis rtsegs pa ^es bya ba t'eg pa c*en poi mdo. 

Schluss; op^ags pa bkra sis brtsegs pa &es bya ba t*eg p 
c*en poi mdo las c'o ga daii bcas pa rdzogs so. 

107. 

4 fol. 

Skr. äry(zir{r(itncigamananämamahäyäna^iUra, T. op^ags pa 
dkon mc*og gsum la skyabs su ogro ba ^es bya ba t*eg pa c^en 
poi mdo. Randtitel: dkon skyabs. 

Schluss: rgya gar gyi mk*an po Sarvcff'nodeva dan | iu c*en 
gyi lo tsts'a ba Bande dpal brtsegs kyis bsgyur ein ius te gtan 
la p*ab pa. 

108. 
3 fol. 

Skr. äryadrumasütra. T. op*ags pa Ijon Sin gi mdo. Rand- 
titel: Ijon sin. 

109. 

3 fol. 

Skr. bhümisütra. T. sai mdo. 

Schluss: rgya gar gyi mk'an po Padmäkaravarma daü | ^u 
e*en gyi lo tsts*a ba dge slon Rin &en bzan pos bsgyur ein ius 
te gtan la p'ab pao. 

110. 

4 fol. 

T.*) op'ags pa stag mos ^us pa ^es bya ba t*eg pa e*en poi 
mdo. Randtitel: stag zus. 

1) Der beigefügte Skr.-Titel: ärya su-ba-bu-ba-rmi-ti-nämastUra ist mir 
unverständlich. Die Bückübersetzung des tibetischen Titels ins Sanskrit müsste 
lauten : äryavyäghrtjxiriprcchanämamahäyäncisütra. 



Läufer, Verz, d. Übet, Handschr, d, Königl. Bibl. z. Dresden. 119 

Schlnss: byan cSib sems dpai rg3rud las rtogs pa dan poi leu 
itizogs so I geig ius. 

»Erstes Kapitel der Betrachtungen aus dem BodAüattvatantra.* 

111. 
10 fol. 

Nur Aussentitel: stag mos ^us pa £es bya bai mdo bi^ugs. 
Randtitel: stag hos. 

Schluss: op'ags pa stag mos i^us pa ies bya bai mdo rdzogs 
so I ins so. 

112. 
12 fol. 

Skr. SLryamavjuirinämcLaamgiti, T. op'ags ojam dpal gyi 
mts^an vafi dag par brjod pa. Ohne Randtitel. 

Schluss : cÜ lo c*en Rin &en bzan poi o gyur la | Son blo 

gros Irtan pas bcos pa la don dan mi o gsJ ^in grags c^e ba mams 

lo c'en ogyur fiid giir b&ag || ogyur gflis ka la mi bcos su mi run 

ba mams dag par rgya gar gyi dpe daii J rgya ogrel c*en mo 

mams dan mt'un par ^a lu lo tsts^a ba Dnarmapolabhcuira ^es 

ba gyi bas Ihun po spaii du ojam sdud bzan gsum bco bor gyur 

pai mdo p'ran grags c*e ba k^uns ma rags rim &ig par du bsgrub *) 

pa dus ins c*en legs par bgyis so gsuii bai dpe fie (?) de flid lin (?) 

c'es kyi p*yi mor (?) byas te sku rab mam rgyal rtser bar du 

bsgrubs pai par ma flid yid c*es kyi p*yi mor (?) byas te slar yan 

i^ Idanp'un ts^ogs gltn du par du bsgrubs^ pao ] dge legs op*ol ||. 

Soweit ich dieses Eolophon verstehe, ist daraus folgendes zu 

entnehmen : 

Es gab zwei Übersetzungen des vorliegenden Werkes, eine von 
dem grossen Obersetzer (lo c*en) RcUnabhadra (Rtn c^en bzan po) 
^d eine andre von Sofi blo gros brtan pa^^ der die sinngetreuen 
^d hochberühmten Übersetzungen des io &€n zu Grunde legte, 
"^as in dieser zweiten Übersetzung noch unkorrekt war, hat der 

tbersetzer von Zalu, Dharmapälabhadra mit Vergleichung der 
indischen Bücher und der grossen indischen Kommentare gereinigt 
°^d einer guten Verbesserung imterzogen, als in Lhun po span 
^^^ grosse Reihe der in o Jam adud bzan gsum bco bo übersetzten 
^lochberiüunten kleinen Sütra im Original gedruckt wurden. Dann 
^ard das Buch in der Presse von sKu rab mam rgyal rtse und 
noch einmal in dOa Idan j/un ts^ogs glin gedruckt. 

113. 
4 fol. 

Skr. naksatramätrkänämadhärani, T. skar mai yum ^es bya 
gznns bi^ugs so. Randtitel: skar yum. 

1) bibru! 2) bsgyugs, ^ 

3) Vielleicht identisch mit dem zu Tanjor 117, 3 genanuten Son blo 
^^ f. Huth in Sitz. Berl. Akad. 1898, p. 268^ 



120 Läufer^ Ver», d, tibet, Handachr, d, Königl, Bibl, «. Dretden. 

Schlass : drafi srofi skar ma dga bas Ins pai mdo las skar m] 
yuin l^es bya ba | skar ma iian pa t^ams cad bzlog par byed p( 
mdo rdzogs so | ins dag. 

114. 
5 fol. 

Skr. äryakuberaraina. T. a) Aussentitel : gnod sbyin kubei 

nor spei bai gzufis. b) Innentitel: op^ags pa nor p'yngs bsmfi h 

spei ba ies bya bai gznüs. Bandtitel: knbera. 

115. 
2 fol. 

Aussentitel: obm spei bai gzuns. 

Innentitel: Skr. QrycufanarcUnavai/ädharanäm<idhäranl. 1 
op^ags pa ts'ogs kyi bdag po rin po c^e obroi dkor mdzod dan 
obru dan lofis spyod spei ba ies bya bai gzufis. Bandtitel: obru spe 

Schluss: op^ags pa ts'ogs kyi bdag po dkor mdzod Hfi k'an 
t^ams cad spei lün bsruß ba i^es bya bai gzuüs leu bcu drug j 
rdzogs so. 

116—118. 

4 fol. 

Aussentitel: rtan gzuns bi^ugs so. 

Innentitel : Skr. änfotathägcUaremania. T. o p^ags pa remani 
ies bya bai gzußs. 

Bandtitel: rtaS gzußs. 

Anfang: rta nad t^ams cad rab tu li bar byed pa yi dki 
mc^og gsum la p^yag ots^al lo. 

Schluss: dpal ärya remanta ies bya bai gzu&s rdzogs so. 

fol. 2 b 4 : Skr. äryciärimahäkäladharani, T. op'ags pa mg^ 
po nag po rtai gzuns. Bandtitel: rtaß gzufis. Schluss: mi p^ 
rta dan bcas pai bsrufi ba rdzogs so. fol. 3 a 3 : Skr. irimahäyogi^. 
T. dpal nag po c'en po Vams gsum la dbafi bsgyur ba. fol. 4 b 
ärya remanta rak^a rak^a syfiii4. fol. 4b 7: gnod sbyin kub^ 
ies bya bai gzufis rdzogs so. Vgl. Nr. 114. 

119. 
4 fol. 

Skr. vc^ravidarananämxidhQrant, T. rdo rje rnam pa oj< 
pa ies bya bai gzuns. Bandtitel: rnam ojoms. 

Schluss: gzufis mdo odi ni rdo rje oc*a& c*en po rje bte 
Tdrandihaa hx& dag gnaii bai dpe las bris pao. 

«Dieses Dhärani-siUra ist nach einem von dem Mahs.vaf'* 
dkara Bhaffäraka Täranätha verbesserten Exemplar geschrieb^ 

120. 

7 fol. 

Skr. äryaihadrcuxiryapranidhänarQja. T. op^ags pa bzaS^ 
spyod pa smon lam gyi rgyal po. Bandtitel: bzan spyod. 
Verz. 394. 



\ 



Ltmfer, Verz, d. Übet. Handaehr, d. Äönigl Bibl. z. Dresden. 121 

121. 
3 foL 

Skr. äiyamaärtpranidhänaräfa, T. op^ags pa byams pai 
sxnon lam gyi rgyal po. Bandtitel: byam smon. 
Vera. 395, 2. 

122. 

9 fol. 

Skr. 4rhKifrar(Uirä(?)nämadkärani. T. dpal rdo rje sder moi 
gznfis biugs 80. Randtitel: rdo rje sder mo. 

128. 

10 fol. 

Skr. devimahäkälthaaa u^isanämadhärani, T. Iha mo nag 
Dio c*en mo rol bar byed pai gtsug tor ies bya bai gzufis. Band- 
titel: 1ha mo rol. 

124. 
3 foL 

Aussentitel: ,a par yan dag §es kyi gzufis rdzogs so. 
Innentitel: Skr. yaJc^a aparaviäiiddhanäinadhärani. T. gnod 
^^J'iii gXan gyis mi t*ub pa yan dag Ses kyis gzufis. Randtitel: 

125. 

15 foL ^ 

Skr. vc^ahripckScLiayuga (?). T. a) Aussentitel : gzai yab gzufis 
^iiigs 80. b) Innentitel: gzai nad t^ams cad rab tu Xi bar byed 
^^ gzufis. Randtitel : gza yab. Schluss : gzai yab gzufis kyi mdo 
^^^^Ö srofi yab kyi gzufis rdzogs so. 

,Die alle Planetenkrankheiten beschwichtigende DhAra^i.*^ 

126. 

6 foL 

Skr. «uvaf7iadAat;a«mrtor/if^e(?)nS9ncK2%Srant. T. gser ood rfia 
^S^^u ies bya bai gzufis. Randtitel: rfia sgra. 

Tib. gaer ood pflegt Skr. suvarnaprabha j und tib. rfia sgra 
^^^. dundvbhüvara zu entsprechen. 

127. 
8 fol. 
Skr. ärya anirmita üyurjnäna abhi^ücahrdayanämadhürani. 

^- op'ags pa ts'e dpag tu med pai sfiifi po ts^e dbafi bskur l^.es 
"ya bai gzufis. Randtitel: ts*e sfiifi. 

128. 
3 fol. 
Skr. käyavokyacüircistambhanavijayadhärani, T. lus fiag yid 



122 Läufer^ Verz, d. Übet, Handschr, d, KörUgl, BibL z. Dresden. 

gsum bcins pa las rab tu rgyal bar (Aussen titel : grol bar) byed 
pa ^es bya bai gzuns. Bandtitel: bcins grol. 

Schluss: rgya gar gyi mVan po pa^^ita Gayadhara daß { 
bod kyi lo tsts^a ba SäJkya ye äes kyis Man yul byams sbran 
gyt gtsug lag Ic^afi du bsgyur bao. 

^Der indische Gejehrte, der Pandita Oayadhara und der 
tibetische Übersetzer Sökyajnäna haben diese Schrift im Kloster 
Byams sbran in Man yul übersetzt.*' 

129. 

2 fol. 

Skr. äryahahuptUrapratisaranämadhäranl. T. op^ags pa bu 
man po so sor obran pa zes bya bai gzuns. Randtitel: bu malL^ 
po. Schluss: rgya gar gyi mk'an po Jmamitra dan | Däna4il(J^, 
dan I ^u c*en gyi lo tsts*a ba Bandhe Ye äes sdes bsgyur cifi zu^ 
te gtan la p^ab pa. 



Schriften ohne Sanskrit-Titel. 

130. 
2 fol. 

T. rgyal poi c*o p*rul ston pa p*yir zlog pa ^es bya ba t*^^^ 
pa c'en poi mdo. Randtitel: rgyal poi c'o op*rul. 

131. 

4 fol. 

Nur Aussentitel : byaü c*ub sems dpai Itun ba b^ags pai nx^^ 
b^ugs so. Randtitel: Ituii bSag. Ohne Kolophon. 

„Sütra von der Sühnung der Sünden der Bodhisattva.* 

132. 

7 fol. Unvollständig. 

dpal rdo rje ojigs byed kyi bdag iiag odon gyi rim pa bk 
so. Vergl. Nr. 103. 

Über Srivajrahhairava {dpal rdo rje ojigs byed) s. Gr 
wedel, Mythologie des Buddhismus, p. 101. 

133. 

Holzdruck ohne Titel. 8 fol. 

Anfang : namo sems can t^ams cad dus rtag par bla ma 
skyabs su mc4o | sans rgyas la skyabs su mc4o | c*os la skyabs s 
mc*io I dge odun la skyabs su mc'io | (Die bekannte Zufluct»-'^ 
formel). 

Schluss : sdig pa bdag gis bgyi ba ci mc*is pa | de dag t*a-:^^ 
cad bdag gis so sor bSags | p*yag ots^al ba dan mc^od ciil hl^^ß^ 



Laufer, Verz. d. Übet. Handschr, d, Königl. Bihl, z. Dresden. 123 

pai dan | rjes su ji ran bskul Mn gsol ba jis | dge ba cuii zad 
bdag gis ci bsags pa { t^ams cad rdzogs pai byaii c^nb c^en por 
bsnos. ^). 

«Alle von mir begangenen Sünden, welche sie auch sein 
mögen, habe ich gesühnt: durch Verehrung und Opferspenden habe 
ich sie gesühnt. In der Folge sind die durch Selbstermahnung und 
Wohlthätigkeit ^ ein wenig von mir angesammelten Tugendwerke 
auf die ganz vollendete grosse Bodhi gerichtet.'' 

134. 

3 fol. fol. 20—22. 

T. op*ags pa snaii ba brgyad^ ces bya bai gzuns. Anfang: 
lo mi run ba dan | skar ma mi run daii { gza mi run ba daß j 
t^uii *) cSiii mi run ba daii | nan pa de rnams kyis o dul bsnal o di 
yin te | ,a ra na ma ma ha gra hä | na ma bjin na de | su yu 
na sväh4 | 

Schluss: Itas nan pa t^ams cad zlogs cig. «DhäranT, genannt 
die acht Erscheinungen.*' 

135. 

82 fol. Fragment. 

Randtitel: c*os spyod , Religionsübung.* Vorhanden sind 
fol. 17—19, 35—37, 42—46, 49—55, 60—80, 83—87, 90—113, 
125—130, 142—150, 161—162, 171—173, 175, 177, 179, 190. 

Ein Werk gleichen Titels erwähnt Csoma (As. Res. XX, 574) 
in der Abteilung mdo (sütra) des Tanjur. 

136. 

98 fol. 

byaii c*ub lam gyi rim pai ok'rid yig ojam pai dbyaiis kyi 
^al luß i^es bya ba bzugs so. Randtitel: lam rim ok'rid. 

, Führer durch die Stationen des Weges zur Bodhi, genannt 
Mahnwort des Manjughosa.'' 

Über Titel mit ähnlichen Stichwörtern (byan c^vh lam gyi 
rim) s. Verz. Nr. 387 (p. 34), Nr. 412 (p. 38), Nr. 435 (p. 48); zu 
letzterem vgl. Journal of the Royal Asiatic Society, 1892, p. 141; 
Huth, Geschichte des Buddhismus in der Mongolei, Bd. II, p. 399,403. 

Schluss fol. 97 b 3: byan c*ub lam gyi rim pai ok*rid giun 
ojam pai dbyaiis kyi &al lufi ies bya ba odi ni | rgyal bai gsun 
rab mt*a dag la gian driii mi ojog pai rtsod dus kyi kun mk*yen 
c^en po ok'on ston c'os kyi rgyal poi ^al luii dri ma med pa ojam 
dbyans bla mai ^rin las legs par t*os sin smra mk*as dag gi dbaü 
p*yug rje btsun bla ma dKon cog &os ^p'el hat drun du lam gyi 
rim pa c'en mo ts'ig geig kyaü ma lus pai bzabs bSad lan gfiis 



1) henoi, 

2) gsol ha Bewirtung der Geistlichkeit mit Speise und Trank. 
'3) rgyad. 4) tun. 



124 Lauf er f Verz. d. tibet, Handachr. d. Königl. Bibl, a, Dreiden, 

kji bar du mnos pai bka drin las c^os ts^ul odi fiid smra ba la 
spobs pai mgrin pa cun zad odegs nus pai skal ba can du gynr 

pai za hör gyi bände Nag dhan blo bzan rgya mta^o ojigs med 
go &a t^vh bstan lafi ta^oi ade mifi g&an ojam dbyaiis dga bai 
b^es gfien du obod pas | op'^s pai yul du bhi lambha ies p^ogs 
odir mam op'yan du obod ein ojam dbyaiis gon mai rgyal k'ab 
tu I wu zni ies pa sa p*o k'yii lo | legs sbyar gyi skad du Sra ba 
Qar grags pa bya sboi zla ba | rgya nag pi ts'ft yol &es hör zla 
bdun pa | dus ok^or bai mun pa bsal ba obrifi poi dga ba | yon 
tan gyi dbyans ,a Ina gsal byed k4 | dbyafis oc'ar bai dmar p'yogs 
kyi dga ba giiis pa | dbyans ,a | gsal byed bba | na ts*od byis pa \ 
k'ams sa | odod yon dri | fli ma me bHi ogrub sbyor gyi taüka Is^ 
sen gei dus sbyor la | bka dafi bstan bcos ogjrur ro cog gi ts'al c^er^ 
po dpal Idan obraa spufls c*os kyi sde c^en por sbyar bai yi g^ 
pa ni Oron amad pa oP^rtn las rgya mts^os bris pa. 

,Was dieses Werk anbetrifft, so hat es damit folgende Be- 
wandtnis: Die fleckenlosen Lehren des in allen heiligen Schriften 
des Jina auf andrer Wissen sich nicht verlassenden, grossen All- 
wissenden des Dyäparayuga, des die Religionsmüden belehrenden 
Dharmar4ja hat dank der erhabenen Onade des Marijugho^a der 
Herr der Beredten, der ehrwürdige Lama dKon cog c^oa op'el^) 
vortrefflich studiert. Der bei diesem zweimal bis auf das letzte 
Wort gegebene sorgfältige Erklärungen des grossen Werkes der 
Tfadstationen' (/am gyi rim pa) empfing und dank solcher Gnade 
eben diese Lehrweise predigend die Fähigkeit erlangte, den Nacken 

des Mutes ein wenig emporzuheben, der Bande von Zahor, Nag 
dban blo bzan rgya mta'o^), der mit einem andern Namen oJiga 
med go c'a t^vh batan lan ta^oi ade als Kalyäiiamitra des Mafi- 
jughosa bezeichnet wird, hat in dem Maüjughosa-Palast der früheren 
Könige \ der nach dem Pralamba *) genannten Distrikt in Aryade^ 
der , Herabhängende* (mavit op'yafi) heisst, dieses Werk verfasst, 
und zwar in dem auf chinesisch vm-zui^) genannten männlichen 
Erde-Hunde-Jahr **), in dem in der Sanskritsprache als oravana be- 



1) Doktor der Litteratar und Predifi^er , wird er für das Jahr 1626 ab 
Lehrer des elfjährigen späteren Nag diafl blo ÖMan rgya mWo erwähnt. 
Huth, Geschichte des Buddhismus in der Mongolei, Bd. II, p. 266. 

2) Der fUnfte Dalai Lama, 1616 — 1681. Seine Biographie bei Hath, 
I. e. p. 265 ff. Ebenda findet sich die Angabe, dass sein Vater aus einer Familie 
von Zahor stammt. 

3) Den auf dem Rotberge {dmar po ri) gelegenen, verfallenen Palast der 
alten tibetischen Könige hat der fünfte Dalai Lama 1643. mit grosser Pracht 
wieder aufbauen lassen. Koppen, Die lamaische Hierarchie und Kirche, p. 340. 

4) Tib. op'yaü ■=> lambcUe, tib. rab tu op*yan «« pralambaU nach 
Vyutpatti (Tanj. As. Mus.) fol. 276 a, 1. Pralamba nach PW., Name einer 
Lokalitfit. 

b) von ^ tib. «a, «ut = tib. h^yi, Csoma, Grammar of the Tibetan 
language, p. 149; Foucaux, Grammaire de la langue tib^taine, p. 150. 
6) d. i. 1658 A.D. 



Läufer^ Vern, eL Übet, Handschr, d, Rönigl, Bibh z, Dresden, 125 

kannten Bya-abo ^) Monat, dem auf chinesisch Pi-ts^ä-yol genannten 
siebenten Hor-Monat, an dem die Finsternis des Zeitkreislaufs ver- 
treibenden mittleren Nomdikä-Td^e *), [die fünf Gu^a- Vokale (? yon 
tan gyi dbyafis) a, die 32 Qc^t) Konsonanten] % am zweiten Nan- 
{2»%ei-Tage des Harmonie hervorbringenden abnehmenden Mondes ^), 
[Vokal a, Konsonant bh, an Alter ein Kind, Element Erde, Schmatz 
der irdischen Oüter] *'*), im Bilde der glücklichen Konstellation der 
Sonne mit dem Vierfeuergestim *) , in der Stunde des Löwen**). 
Der die grossen Teüe der Übersetzungen des Kanjur und Tcmjur 
im grossen Kloster SHdhanakatdka ^ verfasst hat, der Grammatiker 
GhrM smad pa^) op^rin las rgya mta'o hat es geschrieben/ 

Herr Prof. H. Jacobi in Bonn, dem ich den Schlusspassus 
dieses Kolophons vorlegte, war so liebenswürdig, mir am 24. 
September folgendes zu schreiben: , Manches in der Datumangabe 
ist im Dunkel. Es scheint mir das indische Datum zu sein: 
Qrävana ba di 2. Nach der purnimänta Bechnungsweise war es 
1658 A. D., Dienstag 6. Juli alten Stiles. Dienstag = mangalavära 
ist offenbar «die Finsternis des Zeitkreislaufes vertreibender mittlerer^ 
(nämlich dritter Wochentag). Die Sonne stand in Pu^a (Krebs), 
der Mond in Konjunktion mit Dhani^thä (Delphin), welches Nak- 
^atra aus vier Sternen besteht. Mit des «Löwen Stunde* ist vielleicht 
der Löwe als loffna bezeichnet; das wäre die dritte oder vierte 
Stunde nach Sonnenaufgimg. Das übrige ist mir ganz dunkel.** 

137. 

3 fol. 

T. rdo rje rgyal mts*an gyi yofis su bsfio ba bi^ugs so. Rand- 
titel: bsno ba. 

138. 

4 fol. Ein Stück der rechten Seite des ersten Blattes fehlt. 
Nur Aussentitel: dkar c'ag dgos odod kun obyun bi^ugs so. 

Bandtitel: dkar c^ag. 



1) Tibetische Bezeichnung des siebenten Monats, s. Desgodins, Dicti- 
onnaire tib^tain-Iatin-firanfais, p. 878, der aber als chinesischen Namen gau yol 
anhebt. 

2) Tib. dga ha ist vermatlich mit Skr. nandikä za identifizieren. 

3) Die in [ ] gesetzten Stellen sind mir unverständlich; vielleicht handelt 
68 sich um astrologische Bestimmungen. 

4) dmar- oder nag-p^yogs (krsnä). Desgodins, 1. c. p. 762; Thibaut, 
Astronomie, Astrologie und Mathematik p. 12, § 7. 

5) tib. me bii (oder bya ma) Name des 12. Naksatra, Skr. Juuta, 

6) tib. setl gel dus, ist die Zeit der fünften Doppelstunde, in welcher 
der Löwe, das fünfte Zeichen des Zodiacus, (tib. k*yim gyi ok*or lo) die 
Meridianlinie überschreitet. Vgl. über den tibetischen Zodiacus Chandra 
DAS in Proc. ASB. 1890, No. I, p. 2—5. 

7) tib. dpal Idan obras spuiis, s. TSranStha II, p. 142. 

8) d. i. der aus der unteren Stadt. 



126 Lauf er, Verz. d. Übet. Handschr. d. Körugl Bihl. z. Dresden. 



AlphabetiBohes VerBeiohnis der Bandtitel ^). 

Die Zahl hinter dem Titel bezeichnet die Nummer der Handschrift, 
kou 10. 



kubera 114. 

♦kubera 118. 

kun tu bzan po 86. 

klui spa 2. 

klui &US 30. 

ksayai nad sei ba 68. 

dkar c*ag 138. 

dkon skyabs 107. 

*bkra Sis rtsegs pa 106. 

bkris 102. 

bklags grub 54. 

skar ynm 113. 

*glan ru luH bstan 40. 

*bgegs sei 78. 

bgres mos ^us pa 35. 

ogro Idiii 104. 

rgyal poi c*o op*rul 130. 

rgyal ba can 51. 

rgyal mts*an 65. 

sgrol mai mts*an brgya 90. 

brgyad yyul rgyal 95. 

nan sbyon gtsug tor 60. 
rna sgra 83. 
bsilo ba 137. 

bcins grol 128. 

c'os spyod 135. 

c*os yum 55. 

*ojam dpal gyi mts*an 112. 

ojigs byed 103. 

Ijon Sin 108. 

fii mai mdo 28. 

t&ra 91. 

tine odzin sogs 89. 

tog gzuns 32. 

i-tan gzuns 116, 117. 

Ituri bSag 131. 



stag ^us 110, 111. 
stoii p*rag brgya pa 5, 89. 
ston pai mts^an 42. 
*stobs po c*e 99. 

don ^ags 84. 

dug sei 53. 

gdugs dkar 61. 

bdud g^.om sogs 33. 

mda ka 31. 

rdo rje mc*u 100. 

rdo rje sder mo 122. 

rdo rje mi p*am 97. 

rdor gcod (rdo rje gcod p 

11—27. 
sdud pa 8. 

*nag po c*en po 118. 

nam mk^ai siiin po 37. 

nor rgyun 80. 

*nor bu bzan po 64. 

nor 1ha 49. 

mam rgyal 59. 

mam ojoms 119. 

*mam par snan mdzad 44. 

*snan ba brgyad 134. 

dpail skon 1. 

dpal c'en mo 96. 

*dpal rdo rje ojigs byed 132 

spyan ras gzigs 85. 

*sprin c*en 36. 

p*an p*yin drug sogs 89. 

p*yir zlog mam rgyal 92. 

*p*yir zlog pa 93. 

p*yir bzlog 95. 

*p*yogs beul mun sei ba 38. 

bar du gcod pa 63. 

*bar du gcod pa sei ba 73. 

bu man po 129. 

byams pa dam bcas 76, 77. 

bynms pai mts*an 74. 



1) Die mit * bezeichneten, in den Handschriften nicht vorhandenen Ra: 
titel sind von mir auf Grund der Aussen- und Innen titel hinzugefügt. 



Läufer, Verz. d, übet. Handschr. d. Königl, Bibl. z, Dresden, 127 



byain(s) smon 121. 
bj&ms i^os 29. 
dbugs c*eno 101. 
dbyig Idan 52. 
obmn c*un 6. 
obru spei 115. 

*man nag gi rgyud 3. 

mi rgod 72. 

mi fub pa 87. 

mes poi i^l Ion 4. 

*mig nad rab tu Si ba 67. 

mig rnam par spyod 66. 

*smon lam gyi rgyal po 105. 

*gtsng tor obar ba 62. 
gtsug nor 56. 
brtsegs 39. 

ts'e sfiifi 127. 
ts*e mdo 82. 
ts'ogs bdag 81. 

*g^n obrum rab tu Xi ba 69, 

*zla bai ood 45. 
gza yab 125. 
gza yum 79. 



bzafi spyod 120. 

ood zer 50. 

yan dag Ses 124. 
yaris pa 71. 
yi ge drug 57. 
yum mts*an 9. 

ri k*rod ma 94. 

rin c'en zla ba 34. 

*rims nad rab tu Ü ba 70. 

lag na rdo rje 98. 
lam rim ok*rid 136. 

*Säkyai t^ub pa siiin po 43. 
§er sfiifi 41. 

*5es rab p*ar p*yin pa 58. 
*5es rab p*ar p*yin pa sdud pa 7 
Sloka 88. 

sa sfiifi mts*an brgya 75. 

sai mdo 109. 

*safis rgyas rin c*en gtsug tor 

can 46. 
*gser ood dam pa 47, 48. 

1ha mo rol 123. 



Indische Übersetzer. 

Die Zahlen verweisen auf die Nummer der Handschrift. 



Gajadhara 128. 

Jinamitra 29, 32, 35, 65, 86, 

97, 104, 129. 
DänaSila 29, 35, 52, 65, 86, 97, 

104, 129. 
Devacandra 34. 
Padmäkaravarman 109. 
PuQjasambhaya 83. 



Prajflävarman 87, 101. 
Vägiävara 85 (nag di dbafi p*yug), 
Vidyäkarasimha 34, 38. 
ViSuddhasimha 34. 
.^üendrabodhi 32. 
Sarvajflädeva 107. 
Surendrabodhi 30, 71. 



Tibetische Übersetzer. 

Klui rgyal mts'an (Nägadhvaja) 38. 

dKon cog c^os op^el (Ratnadharmavardhana) 136. 

sKyo ood obyun 103. 

Gron smad pa op*rin las rgya nits'o, Grammatiker 136. 

dGe dpal (Kalyäna^ri) 34. 



I 



128 Laufer, Vera. d. tibet. Handsehr. d. Königl. BibL s. Dresden, 

Nag dban blo bzaB rgya mts'o, 5. Dalai Lama 136. 

Ni ma rgyal mts'an dpal bzan (Soiyadhvajaäribhadra) 28. 

Täranätha 82, 119. 

Devacandra 34. 

Don yod rdo rjei i^ s&a nas (Amoghavajra) 50, 103. 

DharmapSlabhadra 1) 7, 8, 112. 

dPal brtsegs (Örlküta) 107. 

Ba ts^ab fii ma grags 83. 

rTsafis de Bendrarakfita 38. 

Za In lo c^en, s. Dharmapälabhadra. 

Ye ges sde (Jiiänasena) 29, 30, 32, 35, 52, 65, 71, 86, 87, 9 

101, 104, 129. 
Bin c^en grags pa (Batnakirti) 50. 
Bin c'en bzan po (Batnabhadra) 109, 112. 
öäkya ye Ses (Säkyaprajiia) 128. 
Son blo gros brtan pa 112. 
Senge bzan po (Siinhabhadra) 7, 8. 
•Atlöa 6. 

'Ananda dni zal sna nas 28. 
'Amoghavajra, s. Don yod rdo rje. 

Klöster, in denen ÜberseUningen stattfanden. 

T*ar pa glin 29. 

Byams sbran in Maß yul 128. 

oBras spußs 136. 

Druckorte. 

sKu rab mam rgyal rtse 112. 
dGa Idan p*un ts*ogs glin 82, 112. 

Asula snan, nepalesischer Übersetzer 6. 

dga ba = nandikft 136. 

rgyud bzi 3, 4. 

Kanjur und Tanjur 136. 

Kun dga pa, Ananda, Bildnis 12. 

Lha t^o t^o ri sfian äal 1. 

man nag, Teil des rgyud bzi. 3. 

Medizinische Schriften 3, 4. 

Nepalesische Verse 6. 

Pralamba, örtlichkeit in Indien 136. 

Rab obyor, Subhuti, Sthavira, Bildnis 12. 

oes rab p'ar p^yin ma, Bildnis 12. 

Sum pa, Volk und Sprache, 2. 

T''vi> pa dban po, Säkyamuni, Bildnis 12. 

Yum, bu bla mhar, Königspalast, 1. 

Zan zun, Sprache von, 2. 



1) S. SiUungsberichte d. Bayer. Ak. 1898, p. 524—526. 



129 



Das Wörterbuch ^•ß^ (al-^Häwi) des Gaon (Schul- 
hauptes) Hai (gestorben 1038). 

Von 

Moritz Steinschneider. 

Die lexikaliscben Arbeiten der orientalischen Juden bis Ende 
des 10. Jahrhunderts sind höchstwahrscheinlich durch das Wörter- 
^Qch (bn3t»bN n«rD) des geschulten und genialen Spaniers Jona, 
genannt abu '1-Walid ibn Djana*h, verdrängt, allmählich der Zer- 
störung und Vergessenheit preisgegeben, das Wenige, was sich an 
Handschriften und Gitaten erhalten konnte, erst in neuester Zeit 
ADS Licht gezogen worden. Zu den eigentümlichen Wörterbüchern, 
von denen nur Fragmente und Citate neuestens bekannt geworden, 
gehört dasjenige, worüber ich in der gegenwärtigen Notiz das mir 
Bekannte kurz zusammenstelle, jede Berichtigung und Ergänzung 
dankhar weiter zu verwerten bereit. 

Berlin, Ende April 1900. 

^«nbK (das Umfassende) heisst Hai's Wörterbuch, vielleicht 
vorzugsweise über schwierige hebräische , neuhebi*äische und 
chaldlische Wörter nach einem Lautkomplex von 3 Buchstaben in 
jeder Reihenfolge geordnet , nicht wie ältere arabische Lexica und 
^'adia's Reimsammlung, nach dem Endbuchstaben (Poznanski, Aboul- 
^ff- 5, Rev. Et. J. 33, p. 28) ^) , bebr. citiert als qON)2 , wahrschein- 
lich auch als njfc-'Tapn bei Mose Botarel mit Zuthaten, als bbiDn '0 
^ei Ahraham Bukrat, aber nicht als nbia« (HB. XVII, 73). Aus 
ßinem Fragmente des Buchstaben N von 21 Bl. giebt Harkavy 
^^ad. n. 7 S. 3 ff.) die Art. brr« , i» , in« , DüN und (Mimmisrach etc. 
Dl, 1896 S. 94ff.) bn« (Teil) N— wNbrr— b.sn , niN— in^ (wo das 

Eine Citatensammlung (aus älteren Autoren) versprachen ich 
^^d Harkavy ; als sichere dürfen aber nur solche gelten , welche 
d^D Titel angeben , insbesondere wenn sie Talmudica erklären, also 
*^ hebräischen Kommentaren stammen können, grossenteils sich 
^^^ch als solche schon durch den hebräischen Wortlaut erweisen, 
*Je die seines Vaters Scherira. So ergiebt sich aus genauerer 
^'^fimg der Citate im Wörterbuch des Jona ihn Djana^h die 

Bd. LV. 9 



130 Steinsehneider, Das Wörterbuch aPHdwi des Gaon Hai,. 

Unrichtigkeit der Angabe Neubauers (Not. sur la Lex. 166), dass 
Hai's Wörterbuch dort mehrmals angeführt werde. Der einzige 
Beleg Neubauers unter n^a: (ed. Neubauer 403) gehört einer jüngeren, 
in der hebräischen Übersetzung S. 283 fehlenden Glosse, welche die 
abweichende Ansicht Jona's selbst hinzufügt; diese Glosse entspricht 
auffallend der Stelle in ihn Bal'am's Partikeln, welche wir nur aas 
der hebräischen Übersetzung kennen (schon bei Dk., Lb. VIT, 663), 
wo allerdings für al-Hawi piipnrr 'o steht, wie in ihn Bal^am's 
verb, departic, s. v. ««)« (Lb. S. 664, Hakarmel UI, 221, Chajje 
Olam, Paris 1879 S. 54 — hingegen ist die Angabe Stem's zu 
Parchon S. XXI über mayiUDTa nur aus der Citats teile bei Parchon 
geschlossen !) ; aus den Randnoten zu Jona citiert Neubauer p. 1 67 
(ed. p. 67) eine Erklärung von bJt« aus unserm Wörterbuch aus- 
drücklich im Namen ihn Balsam 's, der also ebensowohl in der obigen 
Glosse als Quelle dienen konnte. Auch das Citat unseres Wörter- 
buchs bei Jona unter nM S. 15 steht in Klammer, was selbst Bacher 
in seiner Ergänzung zur hebr. Ausgabe S. 9 übersieht. In allen 
anderen, von Bacher im Lidex S. 553 angegebenen Stellen ist unser 
Wörterbuch nicht erwähnt, mitunter deutlich auf Talmudkommen- 
tare hingewiesen*). Daraus ergiebt sich mit höchster WaJirschein- 
lichkeit, dass keine Anführung Jonas in seinem Wörterbuche ans 
dem des Hai stamme. 

Hiemach wäre von den bisher bekannten Autoren, welche das 
Wörterbuch ausdrücklich anführen (CB. 1026, Munk, Not. sur Aboulw. 
p. 69; St. in Gg. j. I, 314; Neub., Not. p. 166, 169), der älteste 
Jehuda An Balsam ^. Der nächste fast gleichzeitige Spanier ist 
Moses tbn Esra in seiner unedierten rn^MrP2bM f. 18 b; an den 
andern 3, im Anhang zu meinem Katalog der Berliner hebr. Mss. 
angegebenen Stellen (U, 129) ist das Wörterbuch nicht genannt^ 
also f. 26b (bei Schreiner, Almohadhara, Sonderabdr. p. 48) sehr 
unsicher. Die nächsten Autoren sind Afrikaner aus dem 12. und 
13. Jahrhundert, nämlich der anonyme Verfasser von arab. Regeln 
des Schlachtens, wahrscheinlich Samuel ihn ym^ ms. Bodl. f. 23 
(angeführt in Grg. j. IH, 157) über rr^rTTl D*1D; femer der (nach- 
malige) Schüler des Maimonides , Josef ihn Aknin , in seinem un- 
edierten arabischen Kommentar zu Hohelied ms. Bodl. (die Stelle 
rad. (<b^ ist dem Inhalt nach citiert in Ersch und Gruber in 
meinem Artikel Josef, Bd. 31 S. 36, im Original mitgeteilt von 
Neubauer, Noticc 168 des Sonderabdrucks). Josef bemerkt bei 
dieser Gelegenheit, dass Hai, zum Worte abnp, einen erotischen 
Vers, und anderweitig den Koran und die Tradition (rr^nn) anführe, 
wie das schon Saadia in seinen Kommentaren gethan habe^). In 
Bezug darauf haben unsere Lehrer gesagt [Megilla 16 j: ,Wer ein 
Wort der Weisheit spricht, selbst unter den Nationen, wird ein 
Weiser genannt*. 

Nach Afrika gehört wohl auch Chananel b. Samuel^ vielleicht 
nach Kairo, dem Wohnsitz des Maimonides, dessen Tod er jedenfalls 



Steinschneider, Das Wörterbuch al-^Hdwi des Gaon Hai, 131 

überlebte. Er citiert in seinem hebr. Kommentar zum talmnd. 
Trakt. Erubin (Specimen bei S. D. Luzzatto, Lb. XI, 244) Hai's 
(unkorrekt abgedruckte) Erklärung von bnnotl t3in in arabischer 
Sprache, also wahrschieinlich aus dem Wörterbuch 5). 

Im Orient, wahrscheinlich im 13. Jahrhundert, schrieb Tan- 
chum Jeruschalmi seine, in neuer Zeit durch vei*schiedene Abhand- 
lungen und Ausgaben bekannter gewordenen arabischen Bibel- 
kommentare und sein Wörterbuch des Hebräischen, einschliesslich 
der Mischna u. dgl. (nö^?2bN) , dessen Herausgabe Neubauer lange 
geplant hat. Sein Citat zu Rieht. 8, 16 über yT'T, aus Schnurrer's 
Specimen Comm. (1791) citiert von Munk (Not. sur Aboulw. p. 69), 
bot zuerst den arabischen Titel ^^LÜ., der aber länger als ein 

halbes Jahrhundert unbeachtet blieb. Tanchum citiert dieses Wörter- 
buch auch sonst, wie es scheint, indirekt; das Citat über -n^a zu 
Hohel. 1, 13 (ms. Bodl. Uri 83, Neubauer 363) kann auch aus Jona's 
Wörterbuch 360 stammen; f. 44b zu 4, 2 D"'73"»Nn)3 s. bei Eppen- 
stein, Aus dem Kohelet-Kommentar des Tanchum (1888) S. 6. 

Ein bis vor kurzem unbekannter arabisch schreibender Exeget, 
Abraham b, Salomo (um 1380), dessen Citate ich aus dem ms. 
Shapira's (jetzt Bodl. Neubauer 2488) in der Hebr. Bibliographie 
XX, 9 ff. zusammengestellt habe, citiert aus Hai's al-^Hawi die Er- 
'^ärung von mban:^ 013, 2 Kön. 9, 13, hingegen zu Jes. 1, 2 bnriTD 
^iiie hebräische Erklärung, also aus anderer Quelle. Zweifelhaft ist 
<ias Citat über das Tier oTCNä, s. oben. 

Ein anonymer arabischer Kommentar zu den Psalmen in Peters- 
*^^g citiert das Wörterbuch zu 103, 5 ']'>ny (Harkavy im Magazin 
^' d. Wiss. d. Judenthums. XIV, 198). 

Hai citiert in seinem Wörterbuche u. a. das Buch olrFarahC^ 
^W die [Einteilung] der Wissenschaften (s. v. Du»), was Harkavy 
^genau mit D^y*l73 anstatt des üblichen mWDtin übersetzt, jenes 
^*^eutet Erkenntnisse. Die daselbst entlehnte sonderbare Erklärung 
^^ griechischen ^Sophistes* konnten Moses ihn Esra und Josef ihn 
"A^kiiin ohne Vermittelung Hai's kennen. Letzterer citiert auch 
'^alila wa-Dimna „persisch* (s. Anm. 2). 

Hai's Erklärungen im Wörterbuch, wie in seinen talmudischen 
fortlaufenden Glossaren, machen den Eindruck einer, oft das Richtige 
äffenden empirischen Sprachvergleichung, welche Althebräisches, 
^l^aldäisches , Arabisches heranzieht, ohne Zweifel uns manche in 
^«n Schulen tiberlieferte Wort- und Sacherklärung übermittelt ; eine 
philologische, systematische Grundlage oder Anschauung tritt nicht 
*iis Licht. Schon die Zusammenfassung der Komplexe von 3 Buch- 
staben beruht auf einer unklaren Auffassung des Wurzelbegriflfs 
^d die Aufiiahme des griechischen n^iN eine Verkennung des 
Sprachcharakters. Wir dürfen von Hai lernen, ohne sein Werk zu 
bewundern. , Mildernde Umstände* giebt es nur für Urteile über 
^^i*gehen; die historische und ästhetische Kritik hat nichts mit 



132 Steinschneider, Das Wörterbuch aUHdwi des Gaon Hai. 

Pietät zu thun; der schiefe Turm zu Pisa bleibt ein Kunststück, 
nicht ein Kunstwerk; um Schiefes zu verehren, muss man selbst 
schief stehen ! 



Anmerkungen. 

^) Von der Transposition der Badikalbuchstaben bandelt Saadia 
in seinem arabischen Kommentare zum Buche Jezira^ ed. Lambert, 
p. 51, angeführt bei Margoliouth, Jew. Quart. Review XII, 515. 

^) Die Stellen in der hebr. Übersetzung sind in Bachers Index 
S. 553 mit Seitenzahlen angegeben ; ich habe sie alle in Neubauer s 
arabischer Ausgabe aufgesucht und setze die Seitenzahl der letzteren 
vor das Schlagwort, hinter dasselbe die Seitenzahl der hebräischen 
und bei einigen die Bezeichnung der Quelle arabisch und hebräisch: 

77 Ende n» 55 D'^UJI^'^d "»d mim eine indirekte Anfuhrung aus 
Kommentaren, offenbar zum Talmud. 

169 p 116 räinn "»D, hebr. ■oi-i"«ca. 

252 ann 172 rrs^ttb« bip n-ODn •'c, h. nrto'nrr rr^»««? rm '-ca. 

258 nbsran 176 noE5i, h. tDi-^ci. 

320 ;:bD 222 ns^wb« bip -«d . . bNpi, h. xd-i-'d-i. 

368 ^173 257 natJb nn-osn -^d, also ausdrücklich in der Er- 
klärung von [Mischna] Sabbat; dieses Citat hat Parchon in seinem 
hebr. Lexikon, welchem bekanntlich das des Jona zu Grunde liegt, 
wiedergegeben und vielleicht aus derselben Quelle Tanchum Jeru- 
schalmi zu Hohel. 1, 13 ms. Bodl. (Uri 83) f. 17, wie ich vor mehr 
als 40 Jahren aus diesem ms. notierte. 

420 "nD 294, wo nittsn die Var. im Arabischen gegen den 
Text nntJa («im Kommentar", überhaupt gegen das gewöhnliche 
T'OBn) bestätigt. 

474 nao 333. 
. 503 nay 354 nn;ö •T'osn -»d . . nos, h. uji^-'Da . . •ös^-'e. 

541 n^y 380. 

653 C]i*i 475, vgl. Die hebräischen Übersetzungen des Mittel- 
alters S. 910. 

697 nnü 493; hier wird unzweifelhaft eine hebräische 
Stelle, in der Hai selbst die Meinung anderer anführt, wörtlich 
wiedergegeben, also nicht aus dem Wörterbuch. 

699 batD 494. 

Kommentare des Hai zur Mischna in Sprache und Stil 
des T a 1 m u d s sind genügend bezeugt; der zur Ordnung To hör ot, 
hauptsächlich Worterklärung, häufig das Arabische heranziehend, 
liegt seit 1856 in der Berliner Ausgabe D. Cassel's vor. In ihm 
glaubte Rapoport (Hai , Anm. 9) Citate suchen zu müssen , welche 
sich auf die Traktate Berachot und Sabbat beziehen, wie aus 
Nissim b. Jakob's (des jüngeren Zeitgenossen) Mafteach hervor- 
geht (f. 19 und 28b, 29 ed. Goldenthal, vgl. Schorr in Geigers 
wissensch. Zeitschr. Y, 444 aus dem ms.). Demnach möchte man 



Steinschneider^ Das Wörterbuch al-^Hdwi des Gaan Hai. 133 

die Worterklärung zum Traktat Aboda Sara, aus den Traditionen 
oder Schriften der altem Gaonim compiliert für Elchanan b. Schemarja, 
ebenfalls für eine hebräische (im talmudischen Idiom) halten, obwohl 
ich dieselbe *nur in anonymen arabischen Regeln des Schlachtens 
aus dem 12. Jahrhundert (wahrscheinlich von Samuel b. Jakob ihn 
yjzi) mit dem arabischen Titel t"^ bMcb» nn^ citiert gefunden 
habe (Geiger, jüd. Zeitschr. I, 313, Frankel's Monatsschr. 1883 S. 183, 
Harkavy, Studien IV, 350, 402, so lies bei demselben, Chadasckim 
n. 7 S. 6). Wenn wir einer handschriftlichen Notiz (s. Neubauer s 
Katalog der Bodl. mss. n. 1317^) trauen dürfen , sind die Wort- 
erklärungen im Anhange zu den Gutachten der Gaonim ed. Dav. 
Cassel f. 39 b gezogen aus Hai's Kommentar zum Traktat Aboda 
Sara, doch wohl aus keinem anderen als dem worterklärenden; wir 
hätten also ein Fragment desselben, oder wenigstens Excerpte daraus 
in der Sprache des Originals. 

•^) z. B. in dem von mir entdeckten arabischen Kommentar über 
den Pentateuch (n"»ii"inbN ;:NrD), und zwar zu Num. und Deut, in 
ms. Bodl. (Neubauer 292, s. meine IVIitteilung in Schorr's ke-Chaluz 
II, 61) f. 6b zu Num. 6,4 5T "-yi D-:^-inr; f. 23b zu 21,2 
a^"in«n, wo nach dem Targum das Alef ein Zusatz (Jit^nt) ist; 
derselben Ansicht sei auch Hai im Kitab al-'Hftwi, ebenso Samuel 
b. Chofni (Schwiegervater des Hai, dessen arabischer Kommentar zu 
einigen Kapiteln der Genesis von Israelsohn, Petersburg 1886 heraus- 
gegeben ist); f. 34b zu 30, 6 N^Sti, welches Hai mit , verweigern'* 
(arab. yziz) erkläi-t, und dazu vergleicht er «••:"» Psalm. 141, 5 (über 
diese Stelle hat Hai beim „Katholikos" des Ortes anfragen lassen; 
vgl. mein Polem. u. apolog. Lit. S. 53). Ferner f. 63 b zu Deut. 23, 2 
HDT ynSTD; Hai leitet das Adjektiv von indt (Jer. 44, 1) ab; — 
f. 71 zu 26, 17, 18 n^73Nn, wo nicht das Wörterbuch citiert und 
bemerkt wird, dass Hai dieses Wort ableitete aus dem talmudischen 
n»N "»nKb Ntt33nb (so) "TT'TI n-n72N = arab. nn:r:D, d. h. um welche 
man sich beworben hat; das hebr. Particip n^i?:« in dieser be- 
sonderen Anwendung, d. h. in Verbindung mit Ntörnb geben auch 
die grossen Wörterbücher von Kohut und Levy nicht, viel weniger 
das von Dalman f. 32. — f. 73 zu 28, 30 nsba^'' bemerkt Hai 
im Wörterbuch, dass "»iN pN persisch ba;25 heisse, wie er in 
Kaiila wa-Dimna ,in persischer Sprache* gefanden habe. Dieses 
Citat, welches ich längst in dieser Zeitschr. herangezogen habe, lässt 
keinen Zweifel zu; also ist danach meine Bemerkung (HÜb. S. 882) 
zu modificieren; über "»in pN s. daselbst S. 881 Anm. — Harkavy 
(Chadaschim etc. n. 7 S. 4) vermutet, dass ein Citat ihn Bal'am's 
zu Habak. 2, 4 über vierbuchstabige Wörter dem Wörterbuche ent- 
nommen sei, welches ihn BaPam öfters citiere, mit Berufung auf 
Studien III, 13, wo aber von al-'Häwi erst hinter den Citaten aus 
den Kommentaren des ihn Bal'am zu den Propheten die Rede ist. 

♦) Saadia citiert zu Prov. 28, 23 (S. 174) eine Stelle aus einem 
»muhammedanischen Adab* nach Prof. Margoliouth (Jew. Quart. 



134 Steinschneider j Das Wörterbuch al-'Hdm des Gaon Hai. 

Rev. Xn, 507), nämlich ein Frommer sagt zu einem Herrscher: du 
sammelst Geld mit Unrecht und giebst es aus, wohin es nicht 
gehört, — worauf dieser den verwegenen Redner küsst. Wenn ich 
mich recht erinnere, kommt diese Anekdote in Kafhiwani's Ge- 
schichte (Exploration de l'Algerie t. VII) vor. Saadia konnte sie 
in seinem Geburtslande, Fajjum, gehört haben. 

*) Edelmann {Ginse, Oxford p. XXI) vermutet, dass dieser 
Chananel der Verfasser des Gedichtes, Anf. "ny3 "i'^aa, zum Lobe 
des Maimonides, sei (übergangen in meiner Sammlung: Dnptt n"n?3 
n-n7jn), in ms. Hunt. 80 (Uri 190); Neubauer n. 577 nennt ihn 
nnK^D 13, s. Jew. Quart. Rev. XI, 128, XII, 152 n. 288 b; Catal. 
Bodl. 2465. — Der angebliche Grossvater (na) eines Anonymus im 
15. Jahrhundert bei Neubauer n. 626 — s. über ihn Catal. Bodl. 
p. 2207 und 2267, Ersch und Gruber Bd. 31 S. 50 A. 30 — ist 
wohl eher ein Ahn und kein anderer als der bekannte Chananel 
b. Chuschiel in Kairuwan, der in seinem Kommentar zum Pentateuch 
auch die Haftarot berücksichtigt hätte; f. 43 des ms. heisst es b^pi 
niüDSi rr^y^si ^co yi2 pioEjb« «in n^« -^d b'^i bN::n '^a-i Nni 
fa b» tlT N^pi Tin"» y^iü"»!; vgl. die Citate einer Erklärung zu 
Ezechiel (Kap. 23 — 27) bei Menachem b. Simon aus Posquieres im 
Literaturblatt des Orient 1848 S. 209. 



Nachschrift (Februar 1901). 

Von Ci taten des Wörterbuches bei Jona spricht auch Geiger, 
j. Zeitschr. XI, 105 ; auf Bacher stützt sich Poznanski , Moses ihn 
Chiquit. S. 176, Anm. — Randnoten aus ihn Bal'ara im Wörterbuch 
Jona's s. bei Fuchs, ha-Choker I, Berlin 1892 S. 121, vgl. Poznanski, 
Revue des £t. Juives XXXVI, 399. Zehn Stellen in ihn Bal'am's 
Commentar zu Jesaia (ed. Derenbourg 1892), worin einigemal al- 
*Hawi ausdrücklich erwähnt ist , s. bei Bacher in Stade's Zeitschr. 
f. alttest. Wiss. 1894 S. 137; ein Citat bei ihn Barun daselbst 
S. 228. 

Zu Anm. 5 über Chananel b. Samuel s. Zeitschr. f. Hebr. 
Bibliogr. IV, S. 158 Anm. 3 und S. 157 Anm. 2, S. 186 n. 4. 



135 



Christlich-Palästinisches. 

Von 

B« Jacob« 

So reich die dankenswerte Fehlersammlung ist, die Friedrich 
Schulthess zur Verbesserung der bisher veröffentlichten christlich- 
palästinischen Text« Bd. 53 dieser Zeitschrift S. 705 — 713 gegeben 
hat, so ist doch noch eine kleine Nachlese übrig geblieben, die ich 
biermit vorlege. Auch ich übergehe natürlich alle Fehler, für die 
die Verbesserung in Paralleltexten zu finden ist. Dies gilt besonders 
für cod. B des Evangeliarium , der zwar den ältesten, sprachlich 
reinsten, aber am nachlässigsten geschriebenen Text hat, während A 
am sorgfältigsten geschrieben, aber auch am eingreifendsten recensiert 
und dem Alter nach der jüngste ist, ein Verhältnis, das der Text- 
^tik oft begegnet. Fehler in den grammatischen Formen habe 
ich mir nur selten notiert. 

L I. (Lewis Lectionarium Sanctorum Evangeliorum.) 

p. 6 Luc 24 29 TtQog ianiQav |jü0^ j ^ 1. ]^^ häufig z. B. 
L II 93 Gen 8 ii L I 203 Mt 27 4« 246 Mt 20 3 277 v. sf. (nhbr. 
■^^^^ oft, nicht nur in dieser urspr. Bed. sondern auch übertragen 
^- B. nby73 "»cbs , ü'^izid ^l^d gegen Gott). 

44 Job 9 8 TtQogakrig ^lO^OQ^ dazu die Herausgeberin : '20 is 
ä very curious word for tvq, see Nöldeke ZDMG. 22, 464 on the 
c^ange of the rr into i. See also Schwally Idioticon p. 66 (1. 60) 
^b jOjco and Goldziher, Muhammedanische Studien vol. II p. 387 — 
393*. Was diese Citate hier sollen, sehe ich nicht ein. Gold- 
^^«r a. a. 0. spricht über j^Li Märtyrer und »oL^ Martyrium d. i. 
offenbar lo^CD und jLoiO^CD = (iccQtvg, ^aqxvqiov Blutzeuge. Nöl- 
^^te a. a. 0. erklärt, dass in diesem Dialekt n'y (im Pael) in ^*'y 
übergehen, denmach müsste es ^^«0020 heissen und Schwally a. a. 0. 
^^derholt Nöldeke und Goldziher. Das Wort ist keineswegs merk- 



136 B, Jacob, ChrütUch-Palästiniiches. 

würdig, sondern einfach verschrieben aus ;^><v^v^ wie 122 Luc 18 S5 
inaiToäVy ja in demselben Verse Joh 9 8 noch einmal.*) 

64 Mt 5 88 &7toöt6öeig öi j^LLjJ 1. J^L Ljj. 

71 Mt 6 29 ov vmcUbaiv B ^JJ JJj C ^JJ A deest. 1. ^J| )| 

cfr. 33 Joh 4 e 36 Joh 4 88 170. 175 Mt 26 lo 239 Mt 11 28 L H 
(Lectionary) 21 Gwilliam 19 H Tim 2 5 56 Job 16 8 17 2; 111 GaL 
6 17 123 I Cor 15 10 131 Jon 4 11 Land 109 t/; 89 10. 

100 Luc 5 17 iyivizo \^^^ / 1. ^^^2^1/. 

105 Luc 7 2 fjfiskkev xekevxccv Lq2Qu1 i'^v 1. ^^^v - Diese Be- 

* • 

deutung von ;^v steht ausser Zweifel. Vgl. 17 Joh 6 15 (lilkovatv 

iQXsa^ai ^h^j \:\'^^ 20 Joh 4 47 tj^ekkev aTto&vTjöneiv LQlSQuJ 'i'^^- 

94. 164 Mt 25 14 ccTtoörificbv ojSk, ^^))^; *|"nv 

Li dieser Bedeutung findet sich nar auch im jüdischen 
Palästinisch. Eine Memra Pesachim 7 b (und Parallelst.) lautet 
Trc^'^yb nmy •,rT"'by ^nn^ mstTan bD »bei jeder religiösen Pflicht- 
handlung spricht man die dazu gehörige Benediktion unmittelbar 
vor der Ausführung'*. Dem babylonischen Talmud ist das 
Wort oflFenbar nicht vertraut. Er fragt nmy "Nm y?2iDtt '♦NT2 ? und 
antwortet: Nin "•»TipNT N:tD''b. Verschiedene Amoräer halten es in 
diesem Sinne für biblisch und citieren 2S 18 23 oder Gen 33 3 oder 
Micha 2 13. In der ersten Stelle, in der es sich um einen Wettlauf 
handelt, hat nnr ein persönliches Objekt und heisst , zuvorkommen', 
an den beiden andern ist es mit "^scb verbunden. Aber besser wären 
Beispiele, in denen 'b c. inf. folgt, zu citieren gewesen, wie Ex 12 x5 
Ki 12 1, wo ^ar vielleicht diese Bedeutung hat: , darangehen, sich 
aufmachen*. Sonst gebraucht das Bibl.-Hebr. und Nhbr. dafür N-iZ 
oder 'b N^". Ausser an jener Stelle Pes 7 b, der einzigen der 
Wörterbücher, habe ich 'b nar in diesem Sinne nur noch zwei Mal 
gefunden, Pesikta di R. Kahana 116b „wenn jemand bei seinem 
Schwiegervater gewohnt hat ir^^aTa nx^b ^mn und im Begriffe 
steht, das Haus zu verlassen" und Pesikta rabb. c. 27 (etwa am 
Ende des zweiten Fünftels, zwei Mal hintereinander: nmy n^mss 
m?2b also genau so wie oben. 

Mit '1 ^'^v wechselt 1 ^J^ für ftiAAco, doch soll letzteres in 

• • • 

der Regel das reine Futurum wiedergeben oder es ist wie 122 



1) Auch im Hebräischen ist der Bettler ein „Umhergehender". So erkläre 
ich Prov 6 10 *^)D^*1 ^^H^-D NST „ein wenig Schlaf, ein weni^i^ Schlummer, ein 
wenig die Hände falten , uud es kommt wie ein Hettler deine Armut (dir ins 
Haus) und dein Mangel p^ ^^KD wie ein „Mann des Obdachs" d. i. der eines 
Obdaches bedarf. 24 34 ^bnn''^. Vgl. ferner Hiob 24 10. 



B, Jacob, CkristUch'Palästirnschee, 137 

Ine 19 4 r^fulkiv öU^iO^ai ioc^iu»? »^NV gewählt, weil sieb sonst 
dasselbe Wort wiederholt hätte. ^) 

106 Luc 11 28 OTKag öiafiaQxvQrixai 6 *^aXtJ 90fjj 1. natür- 
ich 



118 Luc 9 58 gxokeol alle ^;d, woraus Schwally einen be- 
sonderen Artikel macht, indem er an INS denkt, aber Mt 8 20 (72) 
hat hier dasselbe Wort A ^o». B ^lio*. C ^ho^ = hebr. *nn. 

114 Luc 12 20 zriv ^v^riv ulxovCiv cato öov. 



116 Luc 14 18 l^w avccyxriv jyo^h w\ JO) A )0Qa*0^* Schwally 
halt es für das edess. )oQa*1 »erwünscht" ; ich glaube, es ist zu 
lesen : jöQ^j , vgl. 110 Luc 8 42. 45 248 Mc 5 24 JXJf , drängen**. 
Ixn INhbr. pmn aram. Npnn , Drang, Notlage* gewöhnlich. 

117 Luc 14 19 TtOQivofiat öoxifiaaat. jDOSt-»1 1- J0O«2u1. 

• • • • 

125 Luc 18 19 i^ov&ivovvzeg ^^-nr^^ C V^n^ 1. ^\-<v>o> 

159 Mt 23 24 tbv x6vo)7tc4 A litofeü (B C desunt). Schwally : 
»gehört vielleicht zu edess. hebr. targ. ;ön: (arab. ^JiJiJ gegen die 
^utgesetze!) zerreissen, eigentlich also „Kneifer?* Lies |jtoNi* 
^ihbr. TDin*' die Mücke. 

197 Joh 18 36 1] ßaadsla fj i^i} ovk eOttv xrX. J^^ . J r>n\v> 

219 Luc 24 4 iv tw anoQSta^ai ccvrag tz^qI tovtov ^ootl j^"^ 
1. 



c2' 



L II. (A Palestinian Syriac Lectionary edd. A. Smith Lewis, 

Nestle, Gibson.) 

7 II Cor 5 21 ä^aqxlav i7tolri<5sv Ifc^D^CDI 0)«*Z1^* Streicht 

* • 

^^^ } (Schulthess) , so thut man gut auch 'oj zu streichen, oder 
*fiE^ zu lesen. 

19 Hebr 10 »s aTtoßdkrixe ^*^L ,1. >0^Jtl. " Schulthess. Es 

1) Dus dies auch sonst vermieden wird , zeigt folgendes Beispiel : antt- 

*^ct wird »tets mit «^VO (wie syr. u. jüd.-aram.) übersetzt (70 Mt 8 3 71 Mt 8 15 

■^51119 21 77 Mt 9 29 86 Mt 20 34 110 Luc 8 45f. 138 Luc 14 40 223 Joh20i6f. 

2*8Mc 5t7. 28. 30. 31 142 Mc 7 33 270 Luc 6 19 280 Luc 7 39 L II 85 Gen 3 3. 

"*' Ml den Stellen, wo ein -^^ff^ ■» ngogffXd'tv o. ä. vorausgeht, wird cints- 

**«* durch rrc» (das nicht das samarit. nÜ3 = hebr. m: ist) wiedergegeben 

"^ ^t9 2o 102 Luc 7 14 292 Mt 17 7. 



138 -ß. Jacob, ChrisÜich'Palästinisches, 

könnte aber auch als eine Form von ^jli gerechtfertigt werden, 
vgl. 133 Luc 21 30 TCQoßakfoatv >ovjl» (yv ;0>^ ist syr. Glosse), 
ebenso nhbr. i*itt53ö m^"»C; aram. umgelautet 35 Jac 1 ii i^iTtiöiv 
M\i 38 Land 223 Jes 40 7 f. id. ifcj (88 ^^.a»). Allerdings gewöhn- 
lich: vom Baum abfallen. Jedenfalls kommt es nicht, wie Mrs. 
Gibson im Glossar meint, von ^\ml. 

20 Hebr 11 s? iitqlis^isuv ovocüoL/ 1. o;auL/. 

20 I Tim 3 15 ik7cl^(ov ;,xr02D 1. \m^£OiOj 

23 Hebr 1 12 lU^eig (tf; 102 27) ^^n J . Das hat natürlich 
nichts mit > \^i^ , finster sein* zu thun, sondern ist gleich ^^jaö 
(nhbr. bej^ „[Kleider] zusammenrollen, falten*, ohne dass man zu 
korrigieren braucht, da 3 und D nicht selten wechseln. 

26 Jes 8 17 fi£v& (Q™^ vTtofievS)) Jj/ J^q^d von Schulthess richtig 

verbessert in /|^4 civ> oder . .4 civ> . Der in Aussicht gestellte 

Beleg wird wohl Mt 24 13 vnofislvag 155 B «^^Q201 161 A C id. 

B ^9Q^9 sein. 
7 

28 Jes 9 16 ovxog 1; ovqcc J2iQDl 1- j^QJI. 
30 Jes 10 20 Tovg a6txi]0aircag airovg ^0)&c» 0«mmJJJ 1. 0«m^J 
>0O)&^' Nestle LVn = „trusting?* 

32 Jes 11 12 CCQH ^^J^ 1. JJfc^. 

33 V. 16. i^pD 1. jk^;^ ^^° ^^^ häufigen j^^ (113 :l>!)- 

34 Gal 3 29 oikfiQovo^oi ^Lv-» ^- ^1-OV-»» 

35 Jes 43 18 fivrifiovsvete ^'^LL 1- ^V^lL. 

36 V. 19. yvatasa^e ^^,^^vn 1. ^^^ju*». 

41 Bom 14 20 Ttccl xci Ti]g oUodo^iijg ^J^ 00)1 -f)»0 1. w|xO0. 
Nestle LXVIII ,= tt^wtov?* 

44 Joel 2 9 dt« Ov^/dwv J^QOj ^^ . Nestle LXXI ,the j must 
be removed!* Dass damit „der Sinn verloren geht* (Schulthess), ist 
ein zu starker Ausdruck, denn es findet sich auch blosses ^"^ , aber 
N.'s must ist durchaus verfehlt , da sich j ^^ so häufig belegen 
lässt, dass blosses ^^ vielleicht nur der Unsicherheit der Schreiber 
zu danken ist. Hier sind Beispiele: L I 40 Joh 10 1 duc xijg 9v^g 

|\.^1. ^^ A C 'Lj aXXccxo^sv ^ho^f ^^ ibid. v. 9 61 ifiov idv xig 

elgild^ .41^^ ^^ 5^- 1S3 Joh 14 6 id. 75 Mt 8 32 xara tov x^fivov 



B. Jacob, Chrütlich'PalästinischeB, 139 

B jL^oopd^ A '»y^^ C '2D^^ 100 Luc 5 19 dia t&v %SQccfi(ov^^ 

^^'^ 108 Luc 8 38 B jL*^»)»J ^^ A C '» ^^ 123 Luc 19 4 

OTi ixilvTjg rjfuXkev öciqxsa^aL iQ^^j «J^ JOO) 0)&c»1 ^^9 142 

Mo 7 31 öuc JStö&vog ^.^,1 ^^ 143 Mc 9 30 ötcc Trjg FaXikatag^^x 

ILi^^j. Es hätte schon genügt, wenn Nestle an Nöldeke 487 Anra. 

gedacht hätte : , Dieser Gebrauch von 5 ^^^ und ^^1 ^^ ist gar 

nicht selten und vollkommen sicher*. — Zuweilen giebt 5 ^^ 
iml ,da doch* 278 Luc 1 34 oder inudi] L II 100 Gen 18 31 
102 Gen 19 19 wieder, und ähnliches lässt sich auch im bibl.-hebr. 
nachweisen. 

51 Dt 10 15 JOO 1. ÄJ. 

56 Job 17 2 Xlaao^i xcc^vav )v"^ jo JjJ jJJ halte ich nicht 
für unmöglich, wenn auch sehr hart; oder man ändere ov^ oder 



58 Jes 42 10 anb a%QOv trjg yijg |\.ljl Oo|*OD ^ L CH^|aQD. 

64 Joel 3 10 (Jvyxot/^aTf Qjtdi.« Es ist mir auch nicht ge- 
luDgen, dieses Wort zu enträtseln. Schulthess vermutet QjtoJ^. 
Vielleicht QjtGUO? 

Ti Dt 14 2 kabg mqiovGiog \J^ ^O^ 1- V«b«^? 

75 21 20 eima^&v j;^, das Nestle nicht versteht, ist natürlich, 

^^ Schulthess richtig erklärt. Sing, von ^^, das Schwally 14 

'^spricht; aber auch sonst ist der Singular zu belegen 25 Joh 5 9 

^^ V. 11. 1.5 29 Joh 7 24. Jedoch kann ich Schulthess darin nicht 

"^^tiirimen, dass ,das gebräuchliche Wort für „gesund* in unserm 

"^^^ekt ;/^ft-* sei. „Gesund** wird entweder mit J*^ oder )aX*# 
"^i^etzt, letzteres von A bevorzugt. Von 'jt ist mir überhaupt 

^^^ Fall erinnerlich. 

79 Eph 1 11 iv avTW iv & oo? ^?OJ. ^^ ^- OO? v?0>^- 
07 Jes 40 15 ^0717] ^vyov JaJ)Q2D1 O0^VO 1- 00^^^ nhbr. jüd. 
^*^. y^^DH „den Ausschlag geben* sehr häufig. 
101 Gen 19 8 xqTqiSaTi gu^jlJ^/ 1. 0>^>a>>V. 
— V. 11 naqiXv^Cuv y^^_^^yr% 1. 
128 I Cor 15 10 ixoTttocaa fc^jj 1. fc^JJ. 
132 Act 2 22 dvvcifieig i\<^-- 1. JSma«, 



\ 



140 ^' Jacob, ChrütUch'Palägtinüches. 

V. 23 iv fiiaa cod. >Q^bk*ik.Q^ JO Text 'poD 1. >oO&xpQD. 
188 6 Hymn. ö^jo/ . . . ^;d^ ^00^1 1. a\Y>\ . 

Die Fehler in Anecdota Oxoniensia I 5 ed Gwilliam sind fast 
alle durch Stennings zweite Lesung (Anecd. Ox. 1 9 p. 108) be- 
seitigt, u. a. sind dadurch mehrere auffallende Syriasmen ver- 
schwunden. Diese Stücke haben, so kurz sie sind, ihre Eigentümlich- 
keit, z. B. öfteres J20 ^QD ^O) und, was sonst nie vorkommt, Jiu 

für gew. ^\fc^ (17 II Tim 1 16 18,v. is), ebenso wie Targ. Onk. 
Man wird es daher nicht korrigieren dürfen. JjoKoo ist häufig. 

Von den Fragmenten bei Land Anecdota IV sehe ich ab. Kur 
das y^\rO 206 16 Citat aus Ephes 6 16 TtsnvQCDfiiva möchte ich er- 
klären, da es einen Artikel bei Schwally beseitigt. Er meint, e^ 
sei vielleicht prt. von \o^ cfr. 'T'na Hiob 37 21 glänzend = neusyr. 

jlO^ lux. Es ist vielmehr eben dieses griechische Wort nvQoa 

cfr. L II 28 Jes 9 is tcvq xccvd^aezai j ;6>^ ^qj ibid. id. 30 Jes 10 le 

TCVQ xaio^evov \^\3> iOJ 43 Joel 2 s tcvq avaklöaov fc^OOjüiJt J-' j 0^v> 

(immer mit p invers.). 

The Liturgy of the Nile habe ich leider noch nicht erlangen 
können. — 

Für eine vergleichende lexikalische Bearbeitung des Dialekts 
möchte ich mir die Bemerkung erlauben, dass diese m. E. zunächst 
nicht das edessenische Syrisch zu berücksichtigen hat, sondern die 
beiden nächstverwandten Dialekte, das Saraaritanische und vor allem 
das jüdische Palästinisch, wozu auch das Neuhebräische gehört. 
Freilich reicht dazu Nachschlagen in Levy und Buxtorf allein nicht 
aus.^) Aber auch vom Hebräischen hat dieser Dialekt vieles er- 
halten oder besser: nicht überwunden; ja, er kapn das hebräische 
Lexikon mehrfach bereichem. 

Es sei gestattet, für jeden Dialekt ein oder einige Beispiele 
anzuführen. 

JfcO^^ T^i;|3A/ov Schüssel 77 Land 132 Mt 26 23, für das Mini- 

scalchi jfjjL^ anzieht, ist noch besser durch »rLlD , «rr^DlD Schüssel 
zu verstehen, vgl. dann syr. lo^o^^ und jfeÄSlO, wovon Bar Ali's 

öd 



j Vo>o>^^ eine Nebenform ist. 

Jf^^<;^ L II 87 Jes 60 13 xv7caQlaa<p aal Ttivur^ tucI xidoco 

JjlCQD21^0 jjOQ^O Jj^l^- Dieses Hapaxlegomenon ist das auch 



1) Vgl. meine Notiz in der REJ 1901 p. 215 ff. über nblE u. s. w. 



B. Jacob f ChrütUch'PcUäHinisches. 141 

im Jüdischen nur Ein Mal vorkommende (Sabbat Mischna II i 40 a) 
wba mh yp'>bli2 ytt von dem Material des Sabbatlichtes. Dem 
babylonischen Talmud ist das Wort fremd und er erklärt teilweise 
so. dass ein Stofif, der zum Dochte geeignet ist, herauskommen soll ; 
er entscheidet daher gegen NTn«l NDi)ö für na n-»T »n''3n72y 
s. R. Chananel u. Baschi z. St. ; im Jerus. erklärt es B. Ohijja b. 
Abba mit NTsaib, B. Acha mit -pa'^n (= daölov). Das eine ist 
eine Wort- das andere eine Sacherklärung. Der Aruch hat bereits 
in der Mischna )Z)!ib gelesen. Die Bedeutung Kienfackel ist 
daher ausser Zweifel. 

)209 überaus häufig für fti} ; fjuqnoxs ; (ii]u ; etwa ? z. B. 8 Joh 3 4 ; 

27, 6 «8; 30, 7 se; 31, 8 22; 35, 4 29; 36 v. S4; 38, 8 62; 40, 8 22 u. s. w. 
ist das nhbr. K73«). 

jdU anklopfen x^ovo 68. 135 Mt 7 7 f. 116 Luc 12 86 ist nicht 
nur nhbr. z. B. Pesiqta 176 a ib innD"» pnT» ONtd, sondern auch 
samar. Gen 42 28 DDb NÄ"»i : ^lab pnm . Peterm. pnn« . 

jDO. Aphel IvTCstad'cct [o. Xvnri sehr häufig (bisweilen auch 

.ft.nfWN geschrieben) halten Nöldeke und Schwallj für Hebraismus. 
Bie eigentliche syr. Form sei jOOX* Nun findet sich allerdings 
in L 11 mehrmals auch jOQ\. für Ivneiv )^f^ kvnfi , aber das ist 
eine Vermengung zweier, wie mir scheint, verschiedener Wurzeln, 
die einmal ausdrücklich getrennt werden 178 Land 133 Mt 26 s? 
Tl^cno XvTtetc^aL xal adrifiovetv JC1A2DO J^po %*\ml Land .q-vvn 
^poo. Nun finden wir im samarit. Targum Gen 27 41 "^DM bnK 

iin Text der Polyglotte durch ba«, aber bei Petermann durch npiÄ 
?iiK wiedergegeben. 

)bÄJ . iiQccanedov (nat-at) 75 Mt 9 20 89. 158 Mt 23 5 110 Luc 8 44. 

Mit demselben Wort übersetzt Nutt's Text nsS'»^ Nu 15 38 1D23S, 
f'KX, ie:^ (Poljgl. 'b^3^). 

j-<v%^^ L II 61 Ex. 9 9 (pXvKzldeg, ebenso an derselben 
Stelle Sam. Targ., ferner Gen 19 29 nDonn "jin?: :«mabpTD 1:13?: 
T5"3 { labpwa Ex 3 3 -lya*« : pabn;»'» • 

Besonders wertvoll sind die Beiträge zum hebr. Lexikon. So 
giebt es in diesem Dialekt neben JL# ccfifiog z. B. L 11 107 Gen 22 17 
ein Vj, Erde, Staub 15. 120 Hebr 9 is anoöog 61 Ex 9 8 ai&dhj 
99 Gen 118 27 107 Jes 61 3 129 Jon 3 e anoSog, Dieses Wort 
finde ich wieder in Hiob 21 33 bn3 •'ä:in ib ipn?2 Schollen des 
t Thaies* ist hier durch nichts gerechtfertigt. (Übrigens giebt es noch 
«in ferneres nicht erkanntes bn: Nu 24 6 nna "»by m:ÄD T>ü3 D'^bnSD 

QiidCanteii. bnsn •'SKa mNnb ist offenbar J3^' die Palme). 



142 ^- Jacob, Christlich-Paläaiinüches. 

^QDi xovMQzog 109 Luc 9 5 230 Luc 10 ii L 11 29 Jes 10« 
61 Ex 9 9 75 Job 21 28 xovg 83 Gen 2 7 Land 103 i8 t^ 43 26 y^ 
L II 119 Jes 63 s das samar. yian Gen 19 27 hat schon Nöldeke 
517 verglichen. Vielleicht ist dies das rätselhafte m*n Nu 23 xo. 
Der Parallelismus ^cy passt vortrefflich. 

Von «©y 1/; 6 8. 31 10. 11 (von den Augen) sind schon ver- 
schiedene Etymologieen versucht worden, zuletzt REJ. 1899, 302 f. 

von M. Lambert: v:>^fc se gäter, devenir purulent. Jetzt lernen 
wir aus diesem Dialekt ein »lO^y kennen L II 43 Joel 2 2 ofilxlri 
67 Ex 10 2 yvotpogy und ohne Zweifel ist es dasselbe wie arab. 

j-ou»*sÄ tenebrescere coepit (nox).') 

Die besondere Bedeutung des Dialekts liegt aber auch darin, 
dass wir an ihm ein sicheres Kriterium haben, welche hebräischen 
Wörter sich im lebendigen Gebrauch der palästinischen Volks- 
sprache erhalten haben, da wir beim Jüdisch -palästinischen und 
Samaritanischen stets litterarische Abhängigkeit von den hebräischen 
Texten zu besorgen haben , dieser Dialekt aber vom Hebräischen 
litterarisch ganz unabhängig ist, da alle Texte Übersetzungen aus 
dem Griechischen sind. 

Nachtrag. 

Nachdem diese Notizen eingesandt waren, sind neue Texte 
aufgeAinden und veröff^entlicht worden, abermals durch die Damen 
Dr. theol. A. Smith Lewis und M. D. Gibson: Palestinian sjriac 
texts from palimpsest fragments in the Taylor- Seh echter collection 
London 1900. (L III). Es sind wiederum fast durchweg Bibel- 
stücke, leider so fragmentarisch, dass von ganzen Seiten bisweilen 
nur abgerissene Worte oder Buchstaben erhalten sind. Auch hier 
giebt es noch allerlei zu korrigieren. 

p« 5 -^*>^; gv> Dt 31 28 xal Tovg TiQixdg (so B, welcher zom 

Vergleich mit abgedruckt ist). Die Herausgeberin meint, der Über- 
setzer habe ÜQXovTag gelesen. Ein Blick in Swete lehrt, dass A F 
vor Kai r. aQ. noch xal tovg TCQeaßvrigovg v^&v haben und darnach 
wird man verbessern ^oruZiCD. Die Herausgeberinnen begehen 

auch bei dieser Edition wieder den methodischen Fehler , jede 
Abweichung des Übersetzers von ihrem, überdies willkürlich ge- 
wählten, Grundtext in irgend welches Griechisch zurück zu über- 
setzen und — denn nur dies kann der Zweck sein — diese Rück- 
übersetzung für eine abweichende Lesart des Übersetzers auszugeben. 
Dadurch scheinen sie das griechische alte und neue Testament mit 



1) Weiteres s. ZAW. 1901 II. „Hebräisches Sprachgut im ChristUch- 
Palästinischen". 



B, Jacob, Chrisüich-Pdlästmiaehea. 143 

einer Pulle neuer, ganz singulärer Lesarten ^bereichert* zu haben. 
Es bedarf nur einer oberflächlichen Kontrolle, um zu erkennen, 
dass ancb nicht eine von all diesen , Lesarten* Bestand hat, und 
i. B. die ganze, 38 Seiten umfassende, List of Variants in L I 
(p. XXV — LXIII) für die neutestamentliche Textkritik völlig wertlos 
ist Die scheinbaren Lesarten sind sämtlich zurückzuführen entweder 
auf Freiheit und Nachlässigkeit des Übersetzers oder Eigentüm- 
lichkeiten des Dialekts oder Einfluss anderer Übersetzungen, nament- 
lich der Peshitto, oder endlich Schreibfehler. Für die Textkritik 
der Originale sind diese Übei-setzungen ohne selbständigen Wert. 
Sie folgen einem textus mixtus. So hat der Übersetzer p. 18 für 

X^^fuuoaxe nicht diaaiuQxi^accte gelesen (was >\lVO wäre : 234 Luc 1 

«•44, 270 ibd. 6m, LH 42 Joel 1 n, Land 111 12), sondern 0.OJ 

^^* = Pesh., p. 30 iv &7Coawk'^ JLOX)^ nicht =. ^avartp, sondern = 

^esh. (JjLoao), p. 36 i^rJQxai ;^v nicht = TtaQtjX&B, sondern = Pesh., 

'^ie das ganze Stück; so auch in L 11 z. B. 64 Joel 3 11 6 TCQavg 

ioxto fuexqt'qg ^^WoCu,^ j;20 '^L X>lj ist schlankweg aus der 

*^€sh., was Nestle seltsamerweise nicht anmerkt. 

12 Jer 14 6 d^axov ^jqjOJM 1. yJGLOJij. 

20 Jer 31 10 6 XixfM^aag ^*^j nicht = noii^aag sondern 1. i^j 
(== Pesh.). 

28 Jer 31 40 ^ayccdelfi J^*^,^QÄ fölschlich korrigiert aus urspr. 
der Schreiber scheint also die hebr. Pluralendung c-: 
gekannt zu haben. 

30 Jer 32 35 ßöiXvyiux jLojm 1. JLqdIo). 
30 Jer 32 S9 t^Ucv Jfc,^;^ (bis) 1. J^. 

54 I Thess 3 2 avvsQyog S ^099/ 1. S 0)90A* 

♦ ♦ • ^ 

54 I Thess 3 3 accCvBO^ai «a*«)^^ 1. ^ki*)feOD ; denn obgleich 
^^i sonstiger Festigkeit der Gutturalen gerade 'y und 'n bisweilen 
'«'echseln z. B. L H 36 Jes 43 20 JL^XLmJJ ^om=> P- 77 JfcuÄijj 
'Ö I Thess 4 17 ^o ^Kv^v\ ^ so ist dies doch selten, und kommt, 
^O'^eit ich mich erinnere, bei dem häufigen ^j nicht vor. 

56 I Thess 3 9 zlvcc yaq ^j JS^^O) ist nicht in ^^O) zu 

korrigieren, denn 58 I Thess 4 2 xCveg naQayyeXlat ^j oCLO JS^O). 

^öldeke 472 § 15 , der Plural (des Fragepronomens) kommt leider 
^cht vor*. Hier ist er. 

56 I Thess 3 18 &fii(i7trovg Jj^ ytO> 1. ^^ s. L I 284 Luc 1 e. 




144 B' Jacob, ChristUch'Pcdästinuchss. 

58 I Thess 4 6 TcksoveKXBiv und 60 4 8 6 a^er&v ovx ccv^Qtoxov 
a^BtBi dreimsl j j^ derselbe Text bei Gwilliam 12 dreimal Jtv das 

erste Mal die beiden ersten Buchslaben von G. ergänzt; auch nicht 
= 6 fucxofievog av^qont^p — yLaxttai (Lewis), sondern in beiden 
Texten verschrieben 1. Ja. cfr. Land 108 4 ip 77 57 rj^irrjöav o A 

L I 233 Luc 20 19 JAJ OO) m\ J^J ^ L H 115 I Kor 1 19; 

adiKica 112 Jes 8 15; Tta^aßta^oiuci 128 Jon 1 is; ädtxog, ßla, aötxla 
^ A 28 Jes 9 17, 33 Jes 11 15, 108, 61 s, 119, 63 i. Demnach ist 

der Artikel |ja bei Schwally zu streichen. 
64 II Tim 2 25 (isxdvoia es'sJ 1. OO^^L. 
66 Tit 3 8 duxyovreg ^^ *'^ryNv% 1. ^%y y^v> ? 
68 Tit 3 11 6 wiovzog ^JO)J fCDQJO **J 1- 'OisN^ ^- Schw. 104 
70 «aJL -.rft? wahrscheinlich ^ijujtl.« 

79 j^o;^ ^.joJ^o ^>i..ox»? 1- ^>^a>,N»o ^»uo^w. 
84 )cY>.SS.o j^Q^.n\ 1. )m»o\o. 

102 (itiisiaSai, i^iiiriaäfiriv {»^ . . . ^X>tX> 1. ')0V» 

Nachdem mir endlich auch Journal of the Royal Asiatic Society 
1896 (Liturgie of the Nile) zugänglich geworden ist, finde ich 
bereits alles Wesentliche von dem gelehrten Herausgeber G. Mar- 
goliouth und Schulthess gethan. Nur eine Einzelheit sei bemerkt: 
708 22 ^/ ^xälb. )ciSA^O ^OO) ©♦O. Dazu Marg. : apparently 
corrupt ; aber LH 2 2 in der Überschrift : jv^JO jlijj O0Q*jO 
^2dSA )dV\\ ^OO) O^O |a.?OÄJ ]^090. Hierzu Nestle XVIII 
««OO) 0*O I know at present of no other example of this liturgical 
formula, which in connexion with the following ^^^V ) ^^\ must 

correspond to our „as it was." Dies ^ooj ist ohne Zweifel das- 
selbe, von welchem Schw. 24 zwei Beispiele als Formen von Jooj 
^sein* anführt, sich wundernd über die unterlassene Kongruenz 
mit dem Subjekt. Dies Wörtchen kommt ziemlich oft vor, für 

öcTTf = ergo oder äga ovv entweder J009 oder jooj () =^ ^) oder 
««OO) geschrieben, meist mit folgendem ^(^ (=051^) 84 Mt 19 6, 
159, 231, Mt 23 31, 197 Job 18 37, 6 II Kor 5 le. 17, 9 Eph 2 19, 
33 Gal 3 24, 34 ibd. 3 2U; 4 7, 41 Rom 14 9, 58 Rom 13 2, 75 
Hiob 21 27, 78 I Thess 4 is, 109 I Cor 11 27. — Das Wort ist 
nur aus dem Nhbr. zu verstehen. Man kann kaum eine Seite 



PraetoriuSt Koptische Spuren in der ägypt.-arab. Grrammatik. 145 

Midrasch lesen, ohne ihm zu begegnen; indem eine haggadische 

Beweisführung nach beigebrachtem Beweise gewöhnlich geschlossen 

wird : 1731K ^in (sage) also . . . , oder ohne ^»1N nur •>in, was z. B. 

Zunz GV 2 326 anfänglich für ein Merkmal der Jugend eines 

Midrasch ansehen wollte. (Aber yttK "^in, wie in unserm Dialekt, 

erinnere ich mich nicht, jemals gelesen zu haben). Demnach heisst 

-OOJ O^O Jetzt also". L II 2 1. )cii^o. 

Das oben nach J;^ erklärte ^t^ r^ Land 206 m, Schw. 12 ist 
noch besser in ^po zu korrigieren 22 Hebr 1 7 nvQog <pk6^ (t/; 104 i) 
tv>'> ioi^ 30 Jes 10 16 navd'i^aexai J ;v*n ib. 7iat6fi€vog J ;v*n = 

bebr. nya. 



Koptische Spuren in der ägyptisch-arabischen 

Grammatik. 

Von 

Franz Praetorlns* 

Das Koptische hat gelegentlich die Grammatik der in Ägypten 
abgefassten griechischen Schriftstücke beeinflusst; vgl. Hermes Bd. 10, 
S; 129 ff.; Bd. 28, S. 479 f. Aber von einem Einflüsse des Kop- 
tischen auf diejenige Sprache , die , das Koptische verdrängend, 
^bliesslich ganz an seine Stelle ge'treten ist, auf das Arabische, 
ist m. W. bisher nichts bekannt geworden. Ich rede nicht von der 
Anfnahme koptischer Vokabeln in die arabische Sprache Ägyptens; 
ith will auch den Abfall des koptischen Pseudoartikels in Fremd- 
wörtern wie v^8Ju*t, . »»JbUaii nicht erörtern (wobei festzustellen 

w^e, ob tmd inwieweit dieser Pseudoartikel nicht noch in rein 
koptischer Zeit geschwunden ist). Ich habe vielmehr etwaige laut- 
bche und syntaktische Eigentümlichkeiten des Koptischen im Auge, 
Welche die Kopten beibehalten haben könnten, als die Notwendigkeit 
^ sie herantrat, ihre Gedanken nunmehr mit arabischen Worten 
^loszudrücken. Auch flexi vische und Bildungselemente des Koptischen 
könnte man erwarten, gelegentlich im ägyptischen Arabisch wieder- 
nifinden. 

Spitta (vor ihm und nach ihm m. W. sonst niemand) hat 
«rnstlicb nach derartigen Beeinflussungen gesucht, aber er bekennt 
^- X seiner Grammatik, es sei ihm „nicht gelui^gen, auch nur in 
einem Punkte einen grammatischen Einfluss des Koptischen auf 
^en arabischen Dialekt Ägyptens zu entdecken". Spitta sagt bald 
Bd. LV. 10 



146 PraetoriuSf Koptische Spuren in der ägypt-arab. OrammaHh, 

darauf weiter : ,Die vorhandenen Eigentümlichkeiten, wie die trockene 
Aussprache des g^ die Zwischenvokale, der Accent, müssen daher 
ihren Grund in der Sprache der Einwanderer selbst gehabt haben*. — 
Vgl. Völlers in ZDMG. Bd. 50, S. 653. 

Das sehr entschiedene Auftreten dieser „ Zwischenvokale* im 
ägyptischen Arabisch (Spitta § 21, Völlers § 5), ebenso die etwas 
reichliche Annahme neuer Vokale (Spitta § 20) scheint mir koptischen 
Einflusses mindestens verdächtig. Das Koptische ist eine äusserst 
vokalreiche Sprache^); die neuarabischen Dialekte sind arm an 
Vokalen. Für das Arabische Marokkos ist der Vokalmangel geradezu 
charakteristisch. Stände nur dieser westlichste Dialekt zur Ver- 
gleichung, so würde man kaum Bedenken tragen, in dem erheblich 
grösseren Vokalreichtume des in Ägypten gesprochenen Arabisch 
die alte Sprechweise der koptischen Bevölkerung wiederzuerkennen. 
Aber es giebt noch andere neuarabische Dialekte, bei denen der 
Vokalmangel nicht den Grad erreicht hat, wie im marokkanischen 
Dialekt. Nach M. Hartmann (in Zeitschr. f. afrik. u. ocean. Sprachen 
I, 284) ist das syrische Arabisch hinsichtlich des Vokalmangels viel 
gemässigter als das marokkanische, während das 'omanische eine 
Mittelstellung einnimmt. Vergleicht man nun in Hartmanns Arab. 
Sprachführer * die ägyptischen Kolunmen mit den syrischen, so ist 
sofort ersichtlich, wie sehr der ägyptische Dialekt auch noch den 
syrischen an VokalfäUe übertrifft. Auch Socin meint (ZDMG. 
Bd. 46, S. 348, Z. 23), dass Spitta's , Zwischenvokale* im ägypt. 
Dialekte doch wohl etwas deutlicher klingen , als in anderen ^). 
Ich möchte auf Grund dieser Angaben es wenigstens für wahr- 
scheinlich halten, dass wir in der verhältnismässig grossen Vokal- 
fülle des ägyptischen Dialekts koptische Beeinflussung zu sehen 
haben. — 

In einem Kapitel der Syntax liegt aber die Sprachmischung 
ganz unverkennbar zu tage, nämlich in der Syntax der Fragesätze. 
Im Altarabischen stehen die Fragepronomina und die speciellen 
Frageadverbia, wenn irgend möglich, an der Spitze des Fragesatzes; 
s. Reckendorf, Syntakt. Verhältnisse S. 74 ff. ; Nöldeke, Zur Grammatik 
des classischen Arabisch § 72. Gelegentliche, seltene Abweichungen 
(s. bei Nöldeke) ändern an dieser Thatsache nichts. Ebenso ist es 
in den neuarabischen Dialekten. Man vergleiche für das *Omänische 
Reinhardt § 16 und 436; für das Marokkanische Lerchundi, Rudi- 
mentos del Ärabe vulgär < S. 147 ff. und S. 155 ff.; für das Syrische 
M. Hartmann, Arabischer Sprachführer ^ S. 45 ff. mittlere Kolumne ? 
femer Stumme, Grammatik des tunis. Arabisch § 149 ff. und viele 



1) Vgl. y. Lemm, Kleine Koptische Studien X — XX 8. 31 (Separat- Ab- 
druck aas dem Bulletin de TAcad^mie Imperiale des Sciences de St.-Pätersboarg, 
Bd. Xm, Nr. 1. Juni 1900.) 

2) Die Charakteristik bei Landberg, Proverbes et dictons I, XLIl ist 
etwas unbestimmt. 



PrattariuSf XopÜache Spuren in der ägypt^-arab, Grammatik, 147 

Beispiele in seinen Tunis. Märchen und Gedichten; dgl. Märchen 
und Gedichte aus Tripolis S. 272 f. und oft in den tripolit. Texten. 
Anders ist es nur im ägyptischen Dialekt. Die Fragepronomina 
und die speciellen Frageadverbia , stehen im gewöhnlichen Sprach- 
gebrauche meistens ganz am Ende des Satzes, wo sie durch die 
Stellung ebensosehr die Betonung auf sich ziehen, als in der in 
unseren Sprachen üblichen Voranstellung an die Spitze des Satzes*^. 
Sputa § 195; vgl. Völlers § 70 Nr. 6. Man kann den Unterschied 
der ägyptischen Wortstellung von der syrischen deutlich erkennen, 
wenn man die beiden Kolumnen bei M. Hartmann, Arabischer 
Sprachfahrer* S. 45 ff. mit einander vergleicht; z. B. syr. achü 
bit'ftmir? ^was befiehlst du?* = ägypt. betu'mur ^?; syr. Mf 
Volt? »wie sagtest du?* = ägypt. kult ezai^ 

Dass hier die urägyptische Wortstellung in arabischer Ver- 
kleidung vorliegt, unterliegt keinem Zweifel. Ich verweise auf 
^nnan, äg3rpt Grammatik § 358 ff. ; neuägyptische Grammatik § 353 ff. ; 
Stern, koptische Grammatik § 521 ; Steindorff, koptische Grammatik 
§442 ff. Ägyptisch -arabische Fragesätze, wie inte räb fen .wo- 
hin gehst du?* sind mithin Mischung aus ^L vi>Jt /^j und 



10 



148 



Anzeigen. 

Ihn Sa'id, Küdb ol-Mugrib ß huld al-Magrib, Buch IV, 
Textausgabe nach der originalen einzig vorhandenen Hand- 
schrift zu Kairo und Deutsche Bearbeitung mit Anmerkungen 
und Registern, nebst einem Auszug aus al-Kindi*s Ta'ril^ 
Mi^r, von Dr. Knut L. Tallquist. Leiden. Brill 1899. 

Nachdem Prof. Völlers uns von den von ihm entdeckten Frag- 
menten des Ibn Sa*id eine wertvolle Probe gegeben: die Lebens- 
beschreibung des AJ^med ibn X^älün, beschenkt uns jetzt Dr. Tallquist 
mit einer Ausgabe des vierten Buches des Mu^b. Diese enthält die 
Geschichte al-lkhshid's und seiner Nachfolger, einschliesslich Käfür's, 
und femer Biographien der vornehmsten Männer aus dieser Zeit, die 
sich durch dichterische Begabung auszeichneten. Tallquist hat dem 
historischen Teil des Textes eine Übersetzung beigegeben, die von 
der Ordnung des Textes mitunter stark abweicht und auch nicht 
vollständig ist. Dagegen • ist sie mit Berichten aus anderen Quellen 
ausgefällt. Dadurch ist der Gang der Erzählung logischer, und 
somit diese für den Historiker, der kein Arabisch versteht, brauch- 
barer geworden. Dagegen ist die Kontrolle jetzt schwieriger, und 
es haben jetzt gewagte oder gar falsche Übersetzungen den Charakter 
fester Ergebnisse erhalten. Eben daher ist eine Prüfung der Über- 
setzung nötig. Was den Text anbelangt, so will ich dem Heraus- 
geber, der seiner Einleitung S. 17 eine wohl begründete ^) captatio 
benevolentiae angehängt hat, Vieles zu Recht bestehen lassen, er hätte 
aber Verschiedenes besser machen können und sollen. Da er sich 
bemüht hat „den Text möglichst treu wiederzugeben* und selbst die 
Unregelmässigkeiten in der Orthographie nicht hat beseitigen wollen, 
hätte er dafür sorgen sollen, dass nicht so viele Druckfehler stehen 
blieben ; jetzt weiss man manchmal nicht, ob man einen solchen oder 
einen wirklichen oder vermeintlichen Textfehler vor sich hat. Im 
Folgenden werde ich, dem Texte folgend, zu diesem und von Zeit 
zu Zeit auch zu der Übersetzung notieren, was nach meiner Meinung 
verbessert werden muss. 



1) Vgl. was ich über die Hs. in Bd. 49, S. 706 dieser Zeitschrift g6> 
schrieben habe. 



de Goeje, TaUquisVa Ibn Sa'id, Küdb (O-Mugrib etc. 149 

S. f, 3. Das JL>- im Titel hat T. stets durch Schmuck 
übei-setzt (z. B. Einl. S. 11 f.), obgleich die von ihm S. 1 u. 2 aus 
Völlers citierten Stellen ihn hätten eines besseren belehren sollen. 
Das Wort bedeutet qualitates (Beschaflfenheit), wie die Wörter- 
biictier richtig übersetzen. 

— 10 u. 11. Es ist UwptJJ, U^ und UJ^a^ zu lesen. Aus 

zahlreichen Stellen des Textes geht hervor, dass in der Hs. das 4. 
bis-^weilen beinahe nicht vom Verbindungsstrich zu unterscheiden ist. 
T. hat auch bisweilen ein 4, gelesen, wo keines gemeint war. Das 
Torbergehende !juiJ(^ beweist, dass der Verfasser, obgleich ».x^ 
vorangeht, an K^lxf gedacht hat. 

— 17 f. xiofcS ist in der Einl. S. 13 übersetzt durch „zu- 
gleich aber schildert er ihn als feig und mutlos** Statt „zugleich* 
ist , somit* zu lesen. Denn daraus, dass er sagte, al-Ikhshld habe 
^ese quranischen Eigenschaften, musste man schliessen, dass er ihn 
als feig hat bezeichnen wollen. 

— 17. «JL:> ^j L 5tli>5. 3 und ^ sind offenbar in der 
Handschrift manchmal kaum zu unterscheiden. 

— 21. Jc*^ 1. j^. Die Übers. S. 22 „dass T^gg ein 

besonderes Häuschen für Parfüme hatte und auf seinen Beisen mehr 
als fünfzig Kameele mit sich führte" ist demnach zu verbessern in: 
»dass mehr als fünfzig Kameele nötig waren, um Tughdj's Par- 
^umerie- Apotheke auf seinen Beisen zu tragen.* 

— 22. *ji I : ^\ ^ ^^j^NM-^t. Das t prolongationis ist oft 

o > 

^^ggelassen oder falsch beigeschrieben; 1. iCc^i nach S. H, 15, wo 

**i ^t ^ Q^& (1. ^Uit) v>5LäJ( steht Ob ;jyJl oder ^^^ 
nchtig sei, weiss ich nicht. Die Übersetzung von j^uXfi durch 
iNotare* ist ungenau^ S. Dozy, Supplement. 

V 3. Für dJjS ist entweder k^S^ oder xaäT zu lesen. 

7 • • • 

— 17. Ls^ Jö jJLäII ..Li^ nicht wie Übers. S. 22 „und 
^e Sitzung geordnet worden*, sondern „das Dessertzimmer schon 
hergerichtet war*. 

— 18. tj^ ^:i«lJ 1. \y^ \'ij^\. J! und U sind in der Hs. 
oft nicht zu unterscheiden. 



150 Anzeigen, 

1, 24. y>UÄi! 1. jj^UitiL Dass *All keinen Sohn no 

unmöglichen Namen hatte, dürfte Dr. T. doch wohl bek 
In der Übers. S. 23 hat er den Ibn al-*Am&mir beibehal 

— 26. ]fi( 1. ^!^f .hilf dir selbst". Nicht wie Ül 
»nur mutig zu sein*. 

— 2. Joux: ist nicht (S. 21) ,*übaid ibn Ti^lün" 
lXaac »die Sklaven Ibn T^ilün's". 

— 3 f. nicht »dass T^^^ ^ seinem Gefolge zu Fi 
sollte* , sondern »dass f» wenn er ihm mit seiner Reiters 
gegnete, absteigen sollte.* 

— 18, 24. öi^t gewöhnlich «(yüt. 

A, 2. iuöL^t entweder iuoL^! oder äU^Ls^Jt, 
bei keinem Schriftsteller Aufklärung. 

— 10. juJkjM^ 1. ajJLmo. 
1^ 5. vi>J)-AMt 1. u^dyit. 

— 7. ^- i:(,3^ 1. ' i» sS^. Nach Einl. S. l"! 

Hamza nicht in der HS. j und s sind in der HS. kaum 
scheiden, z. B. S. tf 1. Z. ist statt sJCmois zu lesen »jCmaju 

Übers. S. 24 ist »ein kostspieliges Gastmahl" in »ein ko 
Tafelservice* zu korrigieren. 

— 12. >gf '^ L4i 1. ^ t^ , ^«'^U i>, Hier ist ♦ aus 

bindungsstrich gelesen. 

I., 13. iüüljJo 1. /kxjbu. 

— 17. »jcXJ! j 1. Ju^! j. Übers. S. 29 »soj 
»per Post*. 

— 20. ^jPj LiaJ ^^L<=V5. Für Liu ist wah 

s ^ » 

tJo »am frühen Morgen* zu lesen, und für f^^^ gewii 
fl, 1. ULÄJJt ^^3 1. ULi^ »y^^. 

— 11. uXwwfr ^!*x*^ 1. cX^ ^iiA^. 

— 13. Lyot Krl»> wahrscheinlich zu lesen styo! 
ir, 2. 20L^l3 1. Ä^iJLbi^ (vielleicht Druckf.). 



de Goeje, TaUqmsfs Ibn Sa*{d, Küdh al-Mugrib etc. 151 

ir, 5. Lc^b 1. LoyJb. 

— 14. iCfiLfui ^y6 1. ^. 

— Anm. 1. Die Richtigkeit der Korrektur wird durch Z. 23 
be-viriesen, wo «-4-«*J steht. 

If, 3. JLj |Jis Ojy 1. JJi Jls Oy. 

— 4. J,x> 1. t,*o. 

if, 26. f. iJUä ^_^!3 1. Jlä ^^^ L/»5 entweder ^^Ll^ zu 

lesen, oder Jli»-, aber in diesem Falle Lä>-, 

lö, 9. -^ ^! steht für tili vi>^ ^^(. Die Übers. S. 36 

^ins Freie gelassen* ist demnach zu verbessern; vgl. Z. 12 bLÜ ^^, 
Ebenso W, 17, 20, wo wieder S. 39 falsch übersetzt ist „eine 
Cist«rae im Freien*. 

— 10. Jüi^\ gjji v^^LLj ist S. 36 übersetzt „dass der Emir 

sich beruhige* 1. »und dass ar-Raqq! seine Rache an ihm nehmen 

wolle •. 

— 15, 18 hat T. iu»L>- durch „Tochter* übei*setzt und daher 
L^if^ Z. 19 durch „ihr Vater*. Er hätte ruhig „Gattin* über- 
setzen können. Ebenso ist H. 16 xXjX^ nicht «eine Sklavin* 
(S- 62), sondern „seine Frau*. 

— 18. xuuo ist »JisuD zu lesen „ein gutes Geschäft*. 

— 20. vjj.it .^b^ übersetzt durch „und er wurde blass* ! 
Vgl. Hj 10 wo T. richtig übersetzt hat „er hatte hellblaue Augen*. 

— 26. öJu-> J^4^ j 1. Juc> wie z. B. ^a, 18. 

— 27. ^\ 1. ^t wie Z. 26. 

n, 1. 5U>^ 1. iüoy» ^^^-«^ vi^wcyU, vgl. Ia, 21. 

— 13. x»oL^' 1. xSoL^. (wahrscheinlich Druckf.). 

— 18. oLsyüUt^ »und Knitteln* (? S. 38) 1. oUiyiai^ 
'^^^ Schwertern*. 



— 22. tJU5>5 übersetzt „und zogen sich wieder zurück* 1. 
»^nd nahmen mit nach Hause*. 



152 Anzeigen, 



hat nämlich dieselbe Bedeutung wie v«AjLb und v^^aI^ ^Anfall*. 

Iv, 2. j^ijiaJb 1. ,.y:5=UaJb. Die Übers, „nahm auf einem 
gi'ossen Steine Platz" muss lauten „einer Estrade am grossen Platz*. 

— 15. iUx^! 1. xIa^!, wie z. B. r., 16. 

— 27. Jw^^ ,.y?t j. In <ien Verbesserungen und Nach- 
trägen ersucht T. ^t zu streichen. Will das sagen, dass die HS. 
es nicht hat? Denn sonst wäre ^t falsch gelesen für yot, 

— 1. Z. Die Übersetzung von . ^X-Jl (Vorhänge) durch „Schleier* 

ist komisch. Was aber in y^^ steckt, worüber T. kein Wort sagt, 

ist schwer zu erraten. Der Sinn muss wohl sein : „und die Moschee- 
pforten waren mit Brocat und goldbestickten Stoffen überdeckt*. 



m i 



Vielleicht ist also _LujJb vi>^xLii zu lesen, 

^ 

U, 6. jAD^ j 1. ^. 

— 12. ,^'j^ -^ ^yÄftJL> ^^ S. 61, Z. 1 übersetzt „ich 
werde dich nicht ins (Jefangnis zurückschicken*, 1. AjkÄJL> ^^ 
^)i,i5oJv3J. also gerade das Umgekehrte. 

li. 8. J^tytt 1. AÄi^ und 10 jjj 1. ^y 

— 15. JL»st ^y 1. J Ui tjy Qurän 24, 40. 

— 24. jjuu 1. XaL wie rr, 25 ^Oaj 1. ÄJlL; und 1. iUjic*. 

— 25. ^ ^^ 1. ^ iuÜCo yS^ wie rr 1. Z. 

r., 18. »jJLftj 1. »LiJsiÄj wie aus Folgendem J^Uäj ^jJ erhellt 

— 22. ,tfs> 1. *ÄsS. Da also ^ und s bezw. j und ^ ver- 
wechselt werden können, ist es fraglich ob v. 1 Ji«^*^t nicht 



Jlyo^t und nij 13 JL> nicht JL« zu lesen sei. Es wird aber 
von spanischen Schriftstellern wohl j'w> = jL« gebraucht. 

— 1. Z. ^JuJt 1. JJt 

rt, 16. jjü 1. ^. 

rr, 4. ij>juXfi 1. ^j^ wie n, 12. 



1) Prof. Fischer schlägt ^{^JO.^ vor, was offenbar nÄher liegt 



k 



de Goeje, TaUquist's Ibn Sa'td, Küdb aUMugrüt etc. 153 

l*r, 8. ^, i^ ^ t'^ 1. f^y^. 

- 9. wukii^ »Uojj^ «-j»^\ Falls die HS. diese Punktierung 
aufweist, ist die Stelle ein neuer Beweis für Ibn Sa^Id's Nachlässigkeit. 
Lies .,^3 «Lscy^ ,1^^ nämlich xUL 

~ 12. J^^ 1. JcXj^. 
13. ^^^ 1. ^w»*fO, 

- 14. LP^L>5 ^. LiPjlj>5. 

- 16. ^U 1. yU. 

- 20. y>j (?) y'ö ^ ü Lo wahrscheinlich zu lesen )i L» 

- 23. Q-*^ L ^y>-.:s^.. 

- 9. ö^! L ö^!. 

10. (^>aam» 1. t^siLM. , 

- 12. »UU> 1. bUJU5>. 

- 15. U^tj L Ll3!j. 
-- 19. ^/ L ^(^. 

- 20. LSv^UäcUj LUaj Lo öjUju 1. Lj^UäcLj^ — öjUju; 
^?^- Z. 17, wo richtig ».Ufi. 



«1- ■AjuwJCi 1* 



7» 



- 22. v-^Läc^Jj. Nicht wie Übers. S. 41 ,VoU von Be- 

^^derung vor Ibrahim — Hess Muhammed sogar eine Abschrift 
davon anfertigen, die er nach Ba9ra schickte*, sondern „Ibr^im war 
w eingenommen von seiner Leistung in diesem Schriftstück, dass 
er davon Abschriften anfertigte, die er nach Ba9ra und Umgegend 
schickte, um damit zu prahlen.* 

— 27f. Die Übersetzung „Schon hat der Fürst der Gläubigen 
^ele mit einem Beinamen benannt* giebt den Text unvollständig 
önd ungenau wieder. Lies: „Schon hat der Fürst Viele mit ihrer 



154 Anzeigen, 

Kon ja angeredet und mit einem Ehrennamen.* Ebenbürtigereden 
einander mit der Eon ja an, sagen nicht ^Abraham*, sondern 
, Vater des Isaak*^. Wenn der Fürst Jemanden so anredet, wird 
Dies als eine grosse Gnade empfunden. S. z. B. f.^ 12, 15. 

rf , 14. 2JL4^ 1. «JUW. Das Objekt ist Mohammed ibn AlL 
Vom Leichnam (tFbers. S. 42) ist keine Rede. 

— 17. «i-Äj 1. AJjXJ „um ihm wegen des Verlustes des 
Fadhl zu kondolieren*. 

— 21. yyMO 1. jj*-^. Die Übers. „Sobald der Chalif dann 

die Nachricht erhalten hatte, dass Ga*far b. al-Fadl unterwegs war* 
muss geändert werden in „Als ar-RAdhi alle Hoffiiung verloren 
hatte, dass Dja^far zu ihm kommen werde.* 

rö, 7. JLäs ^^^ ^ 1. JLä3 jxt ^ „ohne Streit*. Nicht 

al-Ikhshld Hess, wie es Übers. S. 43 heisst, das Grab des al-Fadhl 
„umgraben*, sondern Ibn Bäiq. Dieser war in Ramla, wo sich das 
Grab befand (rf , 12), al-Ikhshld dagegen in Ägypten. 

— 13. 2Ü^ ^y^^ 1. ^t^ und iO^^. 1. J.^^,. 

— 14. ^Jüo ist vom Herausgeber in L« korrigiert. iJLo wäre 
vielleicht noch besser, vgl. z. B. t*1, 2. 

— 15. Ich würde lieber L-u; U-JL^ lesen. 

— 18. jläJLs^ ist S. 44 übersetzt „hatte ihm aber wider- 
sprochen* ; 1. „dieser (al-Ikhshid) aber hatte seinen Rat nicht befolgt* 

— 23. ^^ 1. u^. 

t*t^ 4 f. Die Übers. S. 44 „in meinem Briefe — habe ich zn 

dir — über das geredet, was mir im Hinblick auf das Religions- 
band nicht gleichgültig sein kann, und über die Regierangspolitik, 
welche Helfern, die jemanden zu gewinnen suchen, gebührt* ist 
unklar. Lies; „ich habe dich angeredet mit dem was mir, in 
Hinsicht auf den religiösen Glauben, nicht erlaubt ist und was un- 
gewöhnlich ist in der Behandlung von Helfern, die man zu ge- 
winnen sucht*, d. h. , wenn ich recht verstehe; der Fätimidische 
Prinz hatte al-Ikhshid in seinem öflfentlichen Schreiben mit höherem 
Titel angeredet, als ihm einem Diener der Abbäsiden gegenüber 
eigentlich ziemte. 

— 27. ^-li 1. ^Ls. 

t*v, 1. Woher der Übersetzer S. 46 Z. 1 sein „was in der 
That auch geschah* hat, weiss ich nicht. Es ist aber ganz falsch. 



de Goeje, Tallquist's lim Sa*(d, Kitdb al-Mugrib etc. 155 

fvX« muss in IlXP und Z. 2 ^L^^ in ^L>»> geändert werden. Viel- 
leicht handelt es sich heidemaJe um Druckfehler. 

t*v, 3. U/ ist wahrscheinlich in uJ zu ändern; Z. 4 1. ,jaÄi>! 
ohne » 

— 5. Vor ötJuLSU ist »OjLä» einzuschalten: , Komme morgen 
'wieder zu ihm*. 



&> 



— 9. Jjü 1. Jaäj. 

— 12. l^MXoyi ^^ ÄJtAA^t vL:^obii?^ ist übersetzt „du hast deine 

Sache verdorben*. Der Ausdruck bedeutet „du hast die Vemach- 
l&ssigong richtig behandelt*, nämlich die Vernachlässigung, die du 
Ton Seilen der Abbäsidischen Herrscher erfahren hast H, 11. 

— 17. ^,.^4^ 1. X ..M*,», ^ , 

t*A, 4flf. ist S. 47 übersetzt: „al-I^Sld, der auf dem Meere 

Schiffe in Ordnung gestellt, welche nach dem Römerlande oder nach 
Ma^ib destiniert waren, und selbst allein zurückgeblieben war, 
nachdem er seine Befehlshaber mit den Schiffen aufs Wasser ge- 
schickt, befand sich nun in einer sehr gefährlichen Lage. Als aber 
Ihn Raiq sich der Ruhe überlassen hatte, griff al-I^§id plötzlich 
dessen Tross und Genossen an". Im Text sind die Worte Z. 4 f. 
v>^Lo — La^ Jö als Dittographie zu streichen, so dass i^^^* 

iüLJlc 3 SOjidLo zu verbinden ist. Die Übersetzung ist so zu fassen : 

»al-lkhshid hatte Schiffe fertig daliegen, um nach dem Römerland 
oder dem Maghrib auszuweichen. Er stand jetzt seitab mit seinen 
Kxiappen. Als nun Ibn R&iq sich der Ruhe überlassen, näherte sich 
a^l-Iklishid mit seiner ganzen Macht". 

— 6. ii:>.J\ 1. JL».yi. 

— 17. iü«LAftJt juJLfi vi>^üö „und er geriet in grosse Auf- 
i'egung' ist S. 48 übersetzt „und ein Aufruhr erhob sich gegen ihn*. 

— 20. ajuXj ^^yKi ^^JL^o!^ ist übersetzt „wo er sie in 
seinen Dienst eintreten Hess*, 1. „und er liess sie vor sich kommen*. 

— 23. lO^ 1. lO^. 

— 25. Ä^o_s? 1. \J>j^. Ich hatte erst iu«_^ verbessern 
tollen, das „durchsichtig, ä jour gearbeitet* bedeutet (z. B. Mo- 

^asschA ed. Brünnow IN, 19). Allein Z. 26 beweisst, dass vJL^ 
^ lesen ist, was nielliert bedeutet, s. Karabacek „ein Römischer 



156 Anzeigen. 

Cameo* S. 9 (Sitz.-Ber. der Wiener Akad. d. W., Bd. 129, 
xü-^l »ücoaJI durch ^»Silbemiello* übersetzt Beispiele Mc 



^ o > 



Vö, 14 (wo iü-^uJ(, ich hatte aus der HS. iüy^^l notiert), 

Useibial, if.,7 (1. öy^) v3^ v^Jo« iUai ^.^yb', Pseudo- 
ed. LeesH, f., vorl. Z. JÜi^t vJiJbLLit ^l^\ J.*, 1. 

W., 5 V. u. f. jLb^t 2Ü..-.4J> xjj^ ^L-^iSAJt iu^klt ^ ^b^ 

^jjb (1. vjy^) v3^y>3. 

t*A, 26. ö.Jüü 1. ».Jüü »seines Wertes wegen* und vo 

> o > 

vi^Ju*** »vor mir hat Niemand ein solches gehabt*. 



— I. Z. <^ljüCt u5^jcj wO^* ist übersetzt »der an I 
darüber schrieb*, 1. »und der Heiratskontrakt wurde gescb 

n, 2. Nach jLöj »und es wurde* scheint Etwas aus; 
etwa: festgestellt, übereingekommen. 

— 22. .LliiJt S. 50 »auf schnellen Schiffen*. ,L^ 
Name einer Art kleiner Schiffe, s. mein Glossar zu den Gi 

r, 2 f. Die Worte xiuäj und v3;*it uM^ (Dr. T. i 
»mit Doppelleder bedecktes*) sind mir verdächtig. Allei 
muss in KjA^ korrigiert werden (s. Gloss. Geogr.). 

— 4 f. ist übersetzt S. 69: »als aber der Bartf&rber fu 
Unterhalt fünf Denare verlangte und Jedermann seinen He 
steuerte, zahlte er selbst gamichts* ; 1. »als man ihm dan: 
das Färben des Bartes kostet Geld, gab er Jedem einen a 
zu seinem Sold von fünf Denaren und mehr*. 

— 8. Lue^ 1. LljöJ. 

— 12. Ia^ 1. Lo^. 

— 13. ^ L ^y^. 

^ m ^ 

— 17. ^ 1. j^. 

— 21. Luutj 1. Lax;1j. 

— 23. 1. ^^ ^^LftJ! ^b ohne ^ vgl Z. 26. De; 
ist in der Übers. S. 61 geblieben. 

^'. 2. ^_^ ^3 1. ^^^ U3. 



lU Goeje, TaUguUVs Ibn Sa*id, Küdb al-Mugrib etc. 157 

t^\^ 4. Nach Jj>L^l ist eine Lücke. 

— 9. Nach JLäs ist vielleicht ^lAil\ ausgefallen. 

— 13. \Ju\Jal\ 1. Ju\Jal\ »den Galanteriewaarenhändler**.. 

— 14. vi^Ji" 1. vi>-o't oder vi>^i>. 

— 15. ^LäJ! 1. ^LäJi, vgl. zu ö, 22. 

— 21. L^ic» 1. L^j^ »ii^d ich blieb für diesen Betrag 
»eliiildner bei den Eigentümern jener Denare*. 

rr, 7. Jj^ 1. Sju. 

iß 

— 9. Für Jü! ist wohl ^t, v.-^^ ^^^^ etwas Ahnliches 

1.T1 lesen. 

— 11. Vor JJbÄu ist UJ oder ^^JJÜ ausgefallen. 

— 13 f. ^ys KäJ^I S. 49 »die Reubekehrten" ist wohl 

Druckfehler für »Neubekehrten*, allein auch dieses reicht nicht 
ans. ^f.!v^5 Z. 14 ist übersetzt »um sie von ihren Schulden zu 

befreien* ; 1. ^!v3l. 

— 15. Nach i_h_^f ist jLä oder viiJLä ausgefallen; für I^Us 
ist JLä zu lesen. 

- 19. «Jly> 1. y^5t^. 

— 24. T. hat nachher wohl richtig »j^jUi punktiert, es ist 

aber nicht das Arabische ^t , sondern L! zu lesen. äjisLäj 1. äjis! Joe». 

Der Herausgeber hat übei'setzt »ein Prozessirer*, 1. »ein Mann von 
'f^^t (iu-Ly^), der Zeit zu gewinnen suchte*. 

— 25. ^jsj^ ist nicht »schenken*, sondern „anbieten*. 

— 26. L^jJ Übers. S. 64 Z. 1 »niederzureissen*. T. hat 

«8 demnach von ^ abgeleitet; 1. \^y^jj »zu reparieren*. 

JT, 6. iJÜt iüjLl Jt nicht »auf Grund der Verfluchung 
Gottes* (S. 64), sondern »zur Verdammnis*. 

— 20. vi;>J^LLÄ5 1. -ju^Lü . 

— 21. ,j**jt3 1. tf-^l* »uJid macht, dass sie vergessen*. 






{ 



158 Anzeigen. 

n. 7f. ^^ JÖ5 1. ^^^ jJJ. 

— 10. /^l»v^ 1- ^^,y^\y^ Balustrade. 

— 12. ^f^^**^ 1- ^yu^; 8. Dozy. 

— 25. ..as^ 1. ,AAa^ wie Z. 26. 

— 26. Juj! L JuJt »der Wind hat mich angegriflfen. Ich 

fühle mich dadurch unwohl ^ Die Worte \U \^\, S. 62 über- 
setzt »ihm Etwas vorzulesen*, bedeuten »besprechen, durch die 
Zauberkraft des Gebets heilen*. Der heilige Mann macht dann 
mit der mit einem feinen parfümierten Tuch bedeckten Hand die 
bei der Besprechung nötigen Bewegungen. 

Tö, 2. v-iJbl ist nicht »angenehmeren* , sondern »besser er- 
zogenen*. 

— 5 f. (jitjÄJt ist ,jil!ftJt zu lesen. Die Übers. S. 62 »von 

Maultieren getragene Lichte und Matratzen zu sehen waren* ist 
demnach zu korrigieren. 

— 9. Aus der Übers. S. 63 »er soll Muhammad b. *Ali 
al-Mädarä't entlassen, denn er hat meinem Sohne Schaden zugefugt' 
muss man fast schliessen, dass T. »entlassen* als »von dem Dienste 
entlassen* verstanden hat. Es ist aber »aus der Haft entlassen, 
freilassen*. Der Zusatz bedeutet »denn seine Gefangenschaft schadet 
meinen Kindern* und bezieht sich darauf, dass al-M&daräl die Nach- 
kommen des Propheten stets reichlich beschenkte, vgl. nt* 4, 7. 

n, 2. Die Übers. S. 65 »Zu den genannten Zeiten pflegte 

er aus seinen Magazinen den Leuten Ambra zu verkaufen, welche 
ihm diesen geschenkt hatten* ist ungenau. Der Text hat »den 
Kaufleuten Ambra zu verkaufen, welchen dann diejenigen, die ihm 
Ambra scheAken wollten, wieder kauften.* 

13. Sj>\ tij — ,jJL> :i 1. jJL^. und J^L, denn Optativ 
kann es nicht sein. 

— 27. ^ 1. ^^^. 

rv, 11. 5o,JJl 1. iü^JJ!. 

— 26. ^^.^aU L ^..pifi vgl. z. B. itl, 11. 

— 1- Z. ^^SLxj 1. ^yJÄj. 



de Goeje, TaUquüfs Ihn Sa^td, Küdb al Mugrtb ete. 159 

7 • • 

— 14. aJUju 1. äJL-i*J. Das A ist hier aus ^ verlesen, 
^ie r-., 21. 

— 15. jOaÄIäj 1. «üuciLsij. 

— 25. jj^iy L ^\J] wie z. B. fl**, 20. 

n, 15. ^^^1 yCL/» 1. ^^^ iyCu. 

— 25. xJ*Lvi»a 1. «j «La 41^. 

f., 10. y.^ l.^j. ' 

— 17. iJLio 1. iJLioLs. 

— 21. «Jt^-s S. 52 übersetzt „versuchte ich ihm Schrecken 



iinzujagen* ; 1. dJJ^,^ »ich tadelte ihn*. 

fl, 2. XJ S. 53 , diese Nacht*; 1. ^ »damit nicht*. 

— 4. Übers, »und reiste in Gesellschaft seines Knappen 
^itrir al-Ad^ll, den er zu seinem Stellvertreter in Syrien ein- 
setzte, ab*. Dies steht nicht im Text. Wahrscheinlich ist nach 

^ jLo Etwas ausgefallen, z. B. L«^ J^^ ^^ ^'^^ ^^^ ^van 

wird: »und (al-Ikhshid) ernannte Nihrlr zu seinem Stellvertreter 

(um den Chalifen zu begleiten f., 19), und dieser ging mit al- 

Mottaqi nach Bagdad, während al-Ikhshld nach Syrien abreiste*. 

— 5. Nach %Jou^ ist jLüj ausgefallen. 

— 6. In L^^i^o steckt wohl jJL^ü'^ das dann aber nach 
2ljkJl>^ einzusetzen wäre. 

— 24. ^ £ Iaa»w 3 L ^ ^A »*r?' 

ff, 1. »UL>5 1. »UiZi^ wie richtig die HS. Lies icLlit 
'fy\ jUä j; Übers. S. 55 Z. 1 »das ganze Jahr*. 
— • 2. y'i/Ms^ 1. c:>^3. 



fr, 6. Lüjj^. Falls die HS. diese Vokale hat, muss ..yu 

allsgefallen sein. Sonst wäre Lüi^^ zu lesen, wie T. in den Ver- 
^ningen will. 

— 9. JiTi j^ JJ>. Übers. S. 57 »ist er nicht stärker* u. s. w. 

^^: «Gewinne ich dabei etwas mehr, als dass ich ihn standes- 
g^QiSss beherberge* etc. 



160 Anzeigen, 

fr, 10. wy}j 1. iuy}Äj. 

— 16. OlXPj 1. olcXPj; vJ;kl! 1. ö^t; jUäJÜ 1. jL 

— 19. ^ jAj ^ S. 58 übersetzt: „mögen nicht zürnen' 
, sollen nicht fortgehen*. 

— 20. ^aU i^JU5> y^tyb ^^ yoli. Die Übers. 

,liess sie zu Pferde steigen* ist ungenau. Die Worte bed 
dass er jedem von ihnen ein Reitpferd schenkte. 

— 25. j-Jaib übersetzt »ihm Hilfe leisten musste* ; 1. 
„er sah wie es mit ihm stand". 

ff^ 2. rv^l^ i\J^\ übersetzt „gepanzerte Waarenb 
Es könnte nur „die eingepackten Panzer* bedeuten. Wahrs 

lieh ist aber (j**^J^\ zu lesen „die Bagage der Garde*. 

— 7, 8. j^t ist nicht „blind* (S. 59), sondern „einö 

— 18. ..)W>-5^ ist wohl der Name der ümm Walad (Z. 1 
Ikhshld. 

— 14. jijAlinA wird S. 66 durch „Beutel* übersetzt. I 
„Verstecke*. 

— 1. Z. vt>J; ^ optativisch, nicht wie S. 59 „du hörst ni< 

fö, 6. iüJtÄU. Hieraus scheint T. S. 70 seine „Widerap; 

gezogen zu haben. Lies KjijuJL! „zur Kondolenz*. Sie gingei 
nach Hause „ohne etwas beschlossen oder geregelt zu haben* 
-ajcXj ^3 ist wahrscheinlich T.'s „unter allgemeiner Unord 
entstanden. 

— 10. Äsyti 1. n\M „und er kondolierte ihm*. 

;-Jt ,^50 Js^^-Ä^ilt vi>-«j ^ ist übersetzt: „al-IljSld ist 
gestorben, denn er hat seinem Sohne — die Thronfolge überh 
lies „al-Ikhshid ist nicht gestorben, ehe er* u. s. w., d. h. 
vor seinem Tode dafür gesorgt. 

— 8. j«X^U^ 1. fJi^. 

— 16. ooy>5 1. vi>j>y>5. Nach ^^Jo ist Jü ausg< 

IM 

fv, 11. j^svJi 1. ^^y?v^ »hat verunziert". 



m m 

— 9. • J*^ y^JL^ 1. ,., 



> o y 



jt • ^ •• ' O ^ ^i^ * 



de Goye, raUquitt't Ibu Sa'id, Küab al-Mugrib etc. 161 

fA, 11. ob? 51 1. oU il,. 

— 25. ^jyaSlÄil, auch Einl. S. 11, 1. ^AaSLiit n^enen, die 
nach den Perlen der Sprache tauchen", vgl. z. B. i;*, 6. 

Von den Versen habe ich nur einige flüchtig gelesen. Im 
Allg^emeinen hat der Herausgeber Richtiges geleistet. Er hätte aber 

o i. 

et^w^tf korrekter vokalisieren sollen. Z. B. fi, 15 besser v^^ixil^ 
Z. 19 1. oJ,!,^, Z. 21 1. ^li, ö., 5 1. viJlä^, Z. 6 1. iJl 
»Treue in der Liebe*, Z. 15 und 16 y**L und ^L ohne Hamza, 
Z, 18 1. Hljjl. 

ot, 3. ^Lj'wP 1. ^U^, Z. 4 1. Jju' sLU, Z. 5 1. j^jJÜL. 
ör, 10 1. ^LiJ, Z. 13 i-L^äJt 1. ^LaaJi, Z. 27 L '^\ ^U-Jt .j^\ 
ao, 11. caX*^ cXs 1. OtX:>-*i. 

,s\ 19 1. v^.. 

AA, 18. 2Ö^ 1. x3^3. Die Worte ^t ^\jj\ ^^\ ^t stehen 
Qnr. 3, 61. ^ 



.j -^. ÄcJy»3 i. ^yi^. 



\ 16. xc^JS^ 1' 

— 21. Luuwo ist wohl LUjü zu lesen. 

ir, 24. ^J>ö^ 1. (j.5^. 

*'^> ^* ^^J^^jJuJ^ 1- ^^JuouJt. Anspielung auf das Sprich- 
wort (Freytag I, 223, n. 47) «ty J ^ ^ ^^^^l^ ^^'S. 

— 10 1. ^y'jJ. 13 1. x^d/ ^. 

1*1, 6. Die Übersetzung S. 102 ,fnach vier Monate langem 
Leiden* scheint ihren Ursprung in den Worten zu haben »und er 
▼erlebte die letzten vier Jahre wohlbewahrt vor Schaden und 
üflglück, wohl gepflegt auf Kissen und Polster*. 

— 14. s.\S\ J^ Ja^. Für ilit ist gewiss Uif zu lesen, 
JÄ^ ist wahrscheinlich aus JsP verdorben. 

— 23. Jw-o 1. vu*..»*o, Z. 24 1. ^ !ju, Z. 25 oUuot 1. 
oUäI ^das Doppelte*. 

Bd. LV. 11 



162 Anzeigen, 



iv, 6 1. by^^ iLUj. 

— 8. vJüJuaJt 1. iULaxit. Er sprach das Totengel 
oft selbst, selten Hess er sich vertreten. 

— 13. . ^1 1. pl. 

— 15. Joüb^ 1. (Ajüu^. Von einer grossen Trauer, 
man nicht ruhig sitzen bleiben kann, sagen die Araber »JuiÄt 

Anm. 4 1. ^y^J, 
iA, 3. ^^y^ 1. i^j^, 

— 9. vJy^^^ «jü 1. SJ^^ «.Li. 

— 21. „tSlji 1- 'JijUl\. 

— 24. iiijLail 1. xJLaJ!. 

l.l^j 16. ^j .! Lo wird wohl ^»^üü .^t Lo zu lesen se 
irL 16. iOAÄjli 1. xÄAÄJli und ebenso irr, 8. 

— 23. äl/^t 1. Sb^l »stolze Herren*. 

irr, 2. j*^. 1. j^., 

— 14. »_aax/« 1. v_AA«/o oder ..^^ajl«. Woher der Üb 

S. 115 „geschlechtlicher Umgang* hat, ist rätselhaft. 

— 20. iuJljuj 1. xaJLjw. 

21. J^AÖj 1. J^AO.. 



o y o - 



m, 16. ^gAaJuQ ^ 1. ^yuoÄ/ö ^ 

so so- o > 

-21. 



Ls.k^ L Lc.3 und im Beim ^. 

— 24. ^ 1. g^, 

1.1, 21. ^J^ 1. ^^ ^j,. 

t1., 4. iu^. - vJOäJ! 1. ik^i: - vJjUü!. 

— 6. ^.ÄAJl ^ 1. <^Äi^ (^*^^* ^^* °^^^* gebräuchlich 

— 11. riJ^jil v^i j V^b ^- '^J^ ^^ S V^ 

12. j*^L«^ÄJ 1. ^»-UN^.JÜ, 



de Goeje, TaUguüVs Ibn Sa'td, Kitdb al-Mugrib etc. 163 

t^, 16. W 1. U?. 

— 17. J^i>0 1. Jw5>i. 

— 25. 1. Jc^Jc^. ohne Teschdid. 
nt, 4. ^UJ 1. -U;t. 

- 10. ^^^ 1. ^yLü. 

— 13. ^jaÄÄJ 1. iJOAÜj. 

— 19. c-^3 U>? '^ ^^ auffallend statt aap ^jy Lo, 
Wahrscheinlich Schreibfehler des Ibn Sa*ld, der zwischen --^^ 
und ^Äxt (jy Lo geschwankt hat. 

— 21. y>b 1. ^Ls. 

— 22. ^»aJL>..äj 1. (JLwXj und 1. s^AAi' kUä-, 

— 23. jjüij ^1 1. *]U5j ^? ,ja, bei Gott!" 

tir, 4. ^t J^i^^ 1. ^^^! j:^^:^ , vielleicht stand hinter j^\ 

noch ^j woraus sich dann die Lesart erklären lässt. Vgl. übrigens 
Z. 7 ^;^^^^^;>1UH und oben zu S. Tö, 9. 

— 15 1. -AxaJl und !ixÄA**^ (überwältigt). 

— 16. \lxa 1. iijuo »als Trauernder kondoliert*. 

— 26 1. entweder »s^jj^ij- oder ä^L<^. 

nr, 23. iJb öU5> 1. iJLcb »L^. 



P £ 



— 1. Z. ^ r>37^* ^^^'' c>' ^' ^ ^^X^^' ^^' o' 
Qur. 28, 19. 

Zum Auszug aus Kindl's Geschichte im Anhang habe ich am 
Rande notiert: 

t, 13. -X-N*ou 1. jX-**ou oder JiM*jth, 

r, 15. LÄb> 1. LÄJLi>; 22 ^^ilt Jc*.^? 1- ^y^^:^! ^.X?^.. Vgl. 
auch r, 1. 

(**, 5. iUcy! 1. iUcjJi. 

f, 1. ^ Lx^. 1. ^La^.; 2 iüjjU^ 1. w^oLä^; 22 1. lyU. 



164 Anzeigen, 

t 

*1, 17. ^^^^ yiillj 1. j*.^*/8 ^tyj^ilj (oder ^.^m ^3). 

V, 18. L-^t 1. *Llit; 27 ^)i\ ^ ^ 1. ^ti». 

A, 9. lXajj in der Bedeutung von o*-b (vgl. Z. 12) ist mir 

unbekannt; 11 ,*jJU:t jJj 1. ,«^JL« jJü. 

Zu den Noten habe ich ein paar Bemerkungen notiert: 

S. 81 n. 8 für ^^d\ ^s.Aia^=wiib hatte Fleischer . • J| ,^^^^^,^ 

vorgeschlagen. Im Hinblick auf die Lesart Maqrizl's (oy*jl) ist 
es einleuchtend, dass o-Jt f^2^^\^ zu lesen ist. 



i» O J 



S. 84 n. 5. Dass ^Lj und ^^ zu lesen sind, hat schon 
Fleischer bemerkt. 

— n. 10. Sollte nicht statt ^, Jt iL>LUii («der Kastagnetten- 

schläger des Geistes*) zu lesen sein m^A\ x^Uuaj »der Sänger der 

Römer* im Gegensatz zu al-A'schft, der v^-aÜ x^LLo »der Sänger 

der Araber* hiess? 

S. 87 n. 3 für _ji Jt ist ^lj| »er hat mich beleidigt* 
zu lesen; n. 4 1. ^U^aJ!. 

Ich bin überzeugt, dass Dr. Tallquist viele von diesen Ver- 
besserungen selbst gefunden haben würde, wenn er dem Texte 
und der Übersetzung hätte längeres Studium widmen und seine 
Abschrift vor dem Drucke nochmals mit dem Originale vergleichen 
können. Aber auch s hat er an den meisten Stellen die Schwierig- 
keiten der Handschrift gut überwunden. Ich hofife, dass wir noch 
viele ebenso wichtige Ausgaben von seiner Hand erhalten werden.^) 

M. J. de Goeje. 

1) Prof. Fischer hatte die Freundlichkeit, mir Hartmann's Besprechuiij 
von Tallquist's Buch in Peber*5 Orient. Litteratur-Zeitung 3. Jahrg. No. 8 
die mir unbekannt geblieben, zu schicken. Sie ergänzt die meinige , indem i 
ihr das Sachliche in den Vordergrund tritt. Einige der von mir vorgeschlagene] 
Verbesserungen hat Hartmann schon gemacht. 



165 



Der Name Zaittma, 

Von 

A« Fischer. 

Meine oben, S. 59, Anm. 1, ausgesprochene. Annahme , dass 
Socin in dem Namen xijJü; -♦x. ..^j jjyo! zu Unrecht das nom. 

Unit. xikÄj; durch die Nisba ^yü J( ersetzt hat, finde ich durch 

drei Notizen bestätigt, die ich mir neben andern im Jahre 1895 

aus dem Wiener Cod. der Mafäzl üäqidfs abgeschrieben habe und 

auf die ich soeben wieder stosse. Die erste bildet die Unterschrift 

einiger kleiner modemer Liederfragmente, die in elegantem syrischen 

rwfi^a auf die Frontseite des Vorblattes geschrieben sind, und lautet : 

Hö äjLm- zJ Jts- ^y^3 (*^V' T*^ f*^* ^^^ zweite steht als 
Unterschrift unter einigen auf Tagesereignisse bezüglichen Ein- 
tragungen auf fol. 42 b und besagt: ^JLäj iHö 'iJ^ \^\y^ =] J <ö ^ 
jJ^ (»^(»jI r*^. I^iö dritte endlich steht fol. 145 b, am Ende von 
kurräsa 13, und hat folgenden Wortlaut: ^h^U! /^ y*^ wJLb 

'Hö iuU jt^ il J ^jyot (;;yL«j>.t ^;;Vjjmt3 iuJs.Jt^». Das nom. 

Unit 2u,Ju: findet sich, sogar in Verbindung mit dem Namen -4.x: ^ 

also auch hier ; Inhalt und Schrift dieser Notizen aber lassen keinen 
Zweifel darüber, dass sie von der Hand eines Mannes herrühren, 
"ier Bildung genug besass, um seinen Namen richtig schreiben zu 
können. Man wird in ihm einen nahen Verwandten, vermutlich 
^en Vater von Amin b. sUmar sehen dürfen. Amin ist ja, wie 
aus Bd. 31, 667 f. dieser Zeitschrift ersichtlich, eine damascenische 
Bekanntschaft von Prym und Socin , und zwar eine Bekanntschaft 
aus dem Jahre 1869. Die mitgeteilten Notizen Ibrahims aber sind 
20 Jahre älter (der 16. §auyäl 1265 d. H. entspricht dem 4. Sept. 
1849 u. Ä.); und dass Ibrahims Wohnsitz gleichfalls in Damascus 
zu suchen ist, geht mit einiger Sicherheit aus dem Umstände hervor, 
dass V. Kremer hier am 10. Februar 1850 den Wiener Cod. der 
^räzl erstanden hat. (So nach einem Vermerke v. Kremers auf 



166 Fischer^ Der Name Zaitüna, 

dem Vorblatte des Cod. Vgl. seine Ausgabe, Preface p. 5, wo 1851 
wohl ein Versehen ist, ferner diese Zeitschrift 7, 215, Anm. 1 und 
Journ. Asiat. Soc. Bengal, vol. 23, 407. A. W[eber]s Angabe von 

den „in Alexandrien aufgefundenen ^^3lJw (sie)*, diese Zeitschrift 

9, 632, ist falsch.) Vermutlich hat er ihn sogar direkt von Ibrähim 
erstanden (das Datum des 10. Febr. 1850 liegt dem des 4. Sepi 
1849 so nahe, dass dieser Schluss nicht zu gewagt erscheinen 
wird), und Ibrähim dürfte dann, wie Amin, Buchhändler, wenn auch 
vielleicht nur Gelegenheitsbuchhändler gewesen sein. 

Herr Amin MaSarbes, Lektor des Syrisch -Arabischen am Seminar 
für Orientalische Sprachen zu Berlin, teilt mir noch mit, dass der 
Familienname Zaitüna in Syrien recht selten ist. Er ist ihm, so- 
viel er sich entsinnen kann, nur zweimal begegnet, und zwar beide 
Male bei den Drusen auf dem Libanon. Wir haben es also im 
vorliegenden Falle möglicherweise mit einer ehemaligen Drusen- 
familie zu thun. Freilich weiss ich nicht, ob der Name nicht etwa 
auch bei den Hauräniem vorkommt. 



167 



Zur Geschichte der hebräischen Accente. 

Von 

P. Kahle. 

Dass hinsichtlich des Wesens und der Entwicklung der hebräischen 
Accente heute noch ziemliche Unklarheit herrscht, wird niemand be- 
streiten. Zwar sind bereits manche wertvolle Beiträge zur Erklärung 
der beiden tiberischen Accentuationssysteme geliefert worden ^) ; auch 
sind die ältesten Accente der Syrer bekannt 2), wenngleich genauere 
Untersuchungen über das Wesen der einzelnen Accente noch aus- 
stehen. Endlich hat in jüngster Zeit Praetorius*) die frühmittel - 
griechischen Neumen einer genauen Untersuchung unterzogen und 
festgestellt, dass die hebräischen Accente in ihrer Mehrzahl auf 
griechische Neumen zurückgehen. Das sind wichtige Vorarbeiten 
für die Geschichte der hebräischen Accente. Andere nicht minder 
wichtige, besonders die Untersuchungen, welche die Entwicklung 
der hebräischen Accente zum Gegenstande haben, fehlen noch ganz*). 
Und doch sind ohne sie niemals sichere Schlüsse über den Ursprung 
'^d das Wesen der hebräischen Accente möglich. Ich halte hier 
^ notwendig : 



1) cf. bes. S. Baer; Thorath Emeth Rödelbeiin 1852-, Dikdake hat«'amlm 
•d. Bier und Strack: Leipzig 1879. — W. Wickes: n"72« "^»yü Oxford 1881 
'ttdQ''*1E0 K"d -»73^0 Oxford 1887. 

2) H. Ewald: Abbandl. zur bibl^ und or. Literatur. Gott. 1832. — 
^He Martin: Histoire de la ponctuation ou de la Massore cbez les Syriens 
*^- F^?r./Mars 1875. — A. Merx: Historia artis grammaticae apud Syros 
^^b. f. d. K. des Morgenl. IX, 2). Leipzig 1889, cap. VI (p. 62flf.). — 
^' IHettricb : Die Massora der östlichen und westlichen Syrer in ihren Angaben 
*'>in Propheten Jesaia. London 1899. 

3) Über die Herkunft der hebräischen Accente. Berlin 1901. Wenn ich 

^^ Kesoltaten dieser Abhandlung auch nur bezüglich der D^n^l&73 zustimmen 
^i>i so verdanke ich ihr doch, wie sich aus dem Verlaufe dieser Arbeit er- 
8«b«n wird, sehr viele Anregung. 

4) A. Buchler's Arbeit „Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung 
^«f hebräischen Accente" (SWAW. CXXIV, Heft V) Wien 1891: halte ich im 
^'K^meinen für verfehlt. Verhängnisvoll für diese Arbeit ist es geworden, 
^ B., anstatt von dem vorliegenden Material, von unbewiesenen Behauptungen 
«»geht 

Bd. LV. 12 



( 



Igg Kahle, Zur Geschichte der hebräUehen Accente, 

1. Eine vorurteilslose Untersuchung der ältesten uns erhaltenen 
jüdischen Accentlisten. 

2. Eine Untersuchung über das Verhältnis, in dem die ver- 
schiedenen uns erhaltenen Accentuationssjsteme zu einander stehen. 

Diese beiden Untersuchungen und die aus ihnen sich für die 
Geschichte der hebräischen Accente ergebenden Resultate sollen 
den Inhalt der folgenden Abhandlung bilden. 

L Die ältesten uns erhaltenen jüdisohen Aooentlisten. 

a) Die Accente der «"3 Bücher. 

Der liparr ^BO des R. Jehuda ben David IJajjug^) enthält 
einen, nur in der hebräischen Übersetzung erhaltenen Anhangt), 
der schwerlich von Qajjug selbst stammt ^). Der Anhang ist nicht 
einheitlich: er enthält zwei ganz verschiedene Accentlisten. Die 
erste (Nutt p. 128, Dukes p. 191 fif.) ist unvollständig und wohl 
aus anderem Zusammenhang hierher versprengt. Sie hat, wie sich 
aus den am Schlüsse der Liste stehenden voces memoriales ergiebt, 
die Einteilung der Konsonanten, dann die sieben Vokale enthalten. 
Danach sind ursprünglich, wie sich aus der Vox memorialis ent- 
nehmen lässt, 12 Accentnamen gekommen (bei Nutt stehen nur 
11 Buchstaben, wohl fälschlich). Die müssen, nach der Vox me- 
morialis zu urteilen, ganz andere Namen gehabt haben als unsere 
jetzigen. Aber aus den erhaltenen Buchstaben lassen sie sich nicht 
mit den uns zu Gebote stehenden Mitteln wiederherstellen. An 
ihre Stelle ist jetzt eine ziemlich vollständige Aufzählung der 
hebräischen Accente mit ihren jetzigen Namen getreten. Deshalb 
kann ich sie hier bei Seite lassen. 

Die zweite im Anhange sich findende Liste (Dukes p. 197; 
Nutt p. 128) stammt, wie schon Nutt*) gesehen hat, aus Ben 
Bileam. Sie findet sich auch in der von J. Derenbourg^) unter 
dem Namen „Manuel du lecteur** abgedruckten Compilation. An 
Ben Bileams Nnpwn "^TS^ü hat sich im wesentlichen Wolf Heiden- 
heim in seinen D"«ayün •^öDtD'»: (Rödelheim 1808) gehalten. Ich 
kenne B. B.s Werk nur aus dieser sekundären Quelle. Am besten 
wird die Liste im Anhang von Hajjugs lipsn "IDO erhalten sein. 



1) Grammatische Werke des R. Jehuda Cbi^'ag aus Fetz ed. L. Dukes. 
Stuttgart 1844 (= Ewald und Dukes, Beitr&ge z. Oesch. der ältesten Aus- 
legung etc. des AT. Band III) p. 179—204. Two Treatises . . . by R. Jehuda 
Hayug of Fes.. Ed. by John W. Nutt. London, Berlin 1870. p. 120 — 132 des 
hebr., p. 140 — 146 des engl. Textes: dazu das arab. Original dazwbchen 
p. I— XV. 

2) Nutt p. 126 — 132: Dukes p. 191—204. 

3) cf. Nutt: Preface p. Xil. 

4) Preface p. XII. 

ö) JA. Octob. Nov. Dec. 1870 p. 309—560. Daselbst p. 379 ff. =s 
Separat-Abzug p. 71ff. : auf die hier sich findenden Reime gehe ich unten ein. 



KahUy Zur Geschichte der hebräischen Accente. 169 

Hier heisst die Überschrift: orr^n^iöTSi K^p72n "»»ya "na^iD^). Der 
Verfasser teilt die D^Tara in drei Teile: 1. rü^n*^, dazu rechnet 
er ITB, 0"^*in (sonst gewöhnlich o('»)lü geschrieben) und Kiobn; 
2. m^ayri: a^-», qpT, nDn«; 3. -»iba^: «pii, rr^mab, 3>'»a*i, ^"^an, 
«nco, p'^bo (piOD 5)10). Zu diesen 12 D"^»5fü kommen acht OTi^^iöW; 
die lauten in der Sprache der «■•naa "^iDDN: 1. "nDio, 2. «U5''bn 
»'^^y-i, 3. «a-i ««"^bn, 4. ^lon •nei«, 5. «bTK, 6. «s-new, 7. nbiDbü, 
8. rr^nm. 

Im Man. du lect. und bei Heidenheim ist die Einteilung fort- 
gefallen: ausserdem steht in beiden 2<iDbn vor D^CS und im Man. 
du lect. 3^'«a-i vor man. Die DTn«^ sind im Man. du lect. 
folgendermassen aufgezählt: 1. nbTK, 2. na*^«», 3. naiT = nbiob©, 
4. n"^io:, 5. nba:?, 6. -idiiö, 7. "^iDn ^bio, 8. rr^Ta^ab -idi«, da- 
bei ist allerdings bemerkt, dass rc^^a^^ib auch zu den D^^as^U ge- 
zählt wird. 

Beachtenswert ist hier, dass nur 12 D'^Tas^ca gezählt werden. 
Weder Segolta, noch SalSälät werden als besondere Accente ge- 
rechnet, weder zwischen Gross- und Klein-Zakef, noch zwiischen 
Jetlb und Pa§ta, noch zwischen GäräS und GerSajim wird geschieden. 
Die letzte und wichtigste hier in Betracht kommende Liste 
ist die in der sogenannten Dikduke ha-t)^amim § 17 sich findende. 
Sie steht in dem Anhang zu der von Felix Pratensis herausgegebenen 
Rabbinerbibel (Venedig 1517) als Abschnitt 2 und ist hier dem 
Ben ASer zugeschrieben. Von hier ist sie abgedruckt von Hupfeld 
in seiner Commentatio de antiquioribus apud Judaeos Accentuum 
scriptoribus I (Hallisches Osterprogramm 1846) p. 17 f. Sodann 
ist sie, zwar unter Benutzung von reichem handschriftlichen Material, 
aber doch ziemlich stark eigenmächtig redigiert, von Baer und 
Strack als § 17 in die Dikd. hat. aufgenommen. Sie findet sich 
in einer ziemlich grossen Zahl*) der von Baer und Strack zu dieser 
Sammlang alter grammatischer Lehrstücke benutzten Quellen. Die 
Herausgeber haben dicht vorher (§ 16 a) eine andere ebenfalls 
ziemlich eigenmächtig rekonstruierte Liste abgedruckt: sie steht 
in drei der von ihnen benutzten Quellen, in P, T 15 und T 17: 
in allen drei steht auch § 17; aber in P findet sich als Nr. 5. 6. 
V. 8. 9 der Reihe nach § 9. 10. 17. 5, während § 16 a hier als 
Nr. 53 a steht, d. h. ganz am Ende dieser von dem Schreiber von P 
ans verschiedenen Handschriften zusammengestellten (Strack in der 
Einleitung p. XXVI) Lehrstücke. Ähnlich steht es bei T 15: hier 
folgen die §§ 9. 17. 5 der Dikd. hat. unmittelbar aufeinander. 



1) Hier wie in allen älteren Aceentlisten sind mit t3'^737£2 immer nur die 
sogenannten Accentas distinctivi gemeint. Im Anschlnss daran werde ich 

im folgenden ü'^'üyX^ nur von diesen brauchen, und die sogen. Ace. 

^QnetiTi als C^r^V^ oder Seryi bezeichnen. 

2) Ausser in den 10 von Baer-Strack in der Kote zu § 17 angegebenen 
Qaellen steht es auch — der Einleitung zu folge — noch in T 43. 

12» 



170 KahUf Zur Geschichte der hebräiechen Accente, 

und erst sehr viel später finden sich §§16. 10. 16 a. — Umgekehrt 
liegt die Sache hei T 17: hier stehen zuerst §§ 16. 10. 16 a und 
später kommen §§ 9. 17. 5. — Somit dürfte klar sein, dass die 
hei Baer- Strack neheneinanderstehenden Listen an sich miteinander 
nichts zu thun hahen. 

Für § 17 lässt sich schon aus äusseren Gründen ein ziemlich 
hohes Alter vermuten : weil §§ 8 und 70 von Sappir schon in dem 
angehlich vom Vater des Ben ASer herrührenden Cairoer Propheten - 
codex gesehen sind, nimmt Strack für die heiden Paragraphen an, 
dass sie älter als Ben ASer sind (Einleitung p. XYI). Beide Para- 
graphen stehen in ziemlich vielen der von Baer und Strack be- 
nutzten Quellen: in etwa ebenso vielen, und zwar ziemlich den- 
selben, finden sich nur noch die §§ 5. 17 und 29. Diese fünf 
Paragraphen gehören wohl zusammen, und mögen sehr viel älter 
als Ben ASer sein. Ich halte diese Liste für sehr wichtig, doch 
haben sie die Herausgeber so sehr redigiert, dass der Originaltext 
aus der Dikd. hat- allein überhaupt nicht mehr zu rekonstruieren 
ist. Ich drucke deshalb die Liste hier nochmals ab, indem ich sie 
nach Hupfeld und Baer- Strack soweit als möglich rekonstruiere.^) 
Die Einleitung und die Verse über X^^ ^^^^ auch von Dukes 
aus einem Codex, der Luzzatto gehörte, abgedruckt in Ewald und 
Dukes Beiträgen etc. II, p. 120 Anm. 1 (= Luzz.). Sehr um- 
geändert und redigiert findet sich die Liste auch im Manuel du 
lecteur (p. 379 f. bezw. 71 f.).- Der hier vorliegende Text ist daher 
nur mit Vorsicht bei der Rekonstruktion zu benutzen^). 



1) Die rein orthographischen Varianten Hihre ich nur zum Teil an. 

2) So wertvoll es ist, dass die von Baer-Strack unter dem Namen Dikd. ha^ 
herausgegebene Sammlung Überhaupt publiciert ist , so ist doch sehr zu bedauern : 

1. dass S, Baer häufig zu eigenmächtig die fiberlieferten Quellen geändert 
hat, wo sie „nicht richtig** lasen: Die Liste der „12 Zeichen" des § 17 ist 
nach der Dikd. ha(. allein kaum noch zu rekonstruieren: die der sogenannten 

Q^n^tdU — ich werde unten zeigen, dass diese Liste in Wirklichkeit eine 
ganz andere Bedeutung hatte — lässt sich überhaupt nicht mehr rekonstruieren. 
Anstatt die Lesarten der Quellen genau anzugeben, begnügt sich Baer mit der 
Notiz (p. 19 Note 5) „von hier und weiter die Zurechtstellung nach Man(uel 
du lecteur), da in den Texten die grösste Confussion": als ob das irgend einem 
Leser etwas nützte ! 

2. dass die Herausgeber, die in den einzelneu Quellen zusammengehörigen 
Abschnitte so auseinandergerissen haben. Materiell ist das Buch ja Jetzt ge- 
ordnet. Aber es wäre ein grosser Irrtum, wenn man glauben wollte, die hier 
stehenden Regeln ergäben wirklich in irgend einer Beziehung ein Ganzes; sie 
gehören offenbar den verschiedensten Verfassern und Zeiten an, und können nur in 
dem Zusammenhang, in dem sie in den Quellen stehen, richtig gewürdigt 
werden. Zudem wird durch den Titel der ganz irreführende Schein hervor- 
gerufen, dass alle Regeln im wesentlichen auf Ben Äser zurückgehen sollen. 
Von den ca. 20 Quellen, die die Herausgeber benutzt haben, wollen überhaupt 
nur fünf von Ben Äser sein : V und S, (die möglicherweise identisch sind, indem 
V ein Abdruck von S ist), die ganz junge Copie A (deren Herkunft zweifel- 
haft ist, und die jedenfalls hierfür nicht massgebend sein kann), F 88 (zwei 
nicht zusammenhängende Blätter) und der Papierkodex Tschufutkale 1. Etwa 



Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Aceente. 171 

d'»7an drroi o-'Süp nn?2 

D-'^aDm o*»:i33 -«3*) 

n-'mnn bD« oi«n 

nncan »•»n nbnn I 

nmna *mn«b«) i«»*) 

rTn*»«b») »3 7) »-j*^rTO3 

nnan» nb '^iwoi 

^)nna:n »-»n n-«:« II 

m'»nb3 nD3**) nbcD-W*') 

rTD*i5«:n »'•rT n"'«'»b« III 
rDinK3 nmnKb nnsin»^^) 

«i3n K"»n rT»3>''3*i IV 
vn^Tsn bD3 riDTOn: 

2i)n-TipD«<>) n3-nni^) ^in3 n3^i3p 



^/, der ParAgrAphen will gar nicht von Ben Aaler sein, und bei den anderen 
wird doch sehr genan su untersachen sein, ob sie dem Ben Äser mit Becht 
sngefprochen werden. 

1) DAvor: D-'T^fCarT no mO Luxz.; O-'WCarT n3>«, wie es scheint, 

die Obrigen. 2) D->»'«'1Dn Man. 3) D-^lbä A. 

4) -»Dn Man. 5) *n»«n Luzx. 6) TTTi^^ V. 

7) So V, Man.; rel.: rT3. 8) nn-^Onb Luxx. 

9) Daffir in Man.: m« mip3 «im ma3 «*np: 051 ^^-^S*! «"ipa 

10) n«at1-»1 Man.; PKSTT'n V. 

11) rn33 Man. 12) "n3n Man. 

13) Diese ZeUe fehlt bri Man.; nbDD72 V. 14) rTDD V. 

15) Dieser und der nächste Vers fehlen in Man.; r'13n7a V. 

16) roinD 31*T<3^3 A. 

17) So V; die anderen: DDDtW. 

18) m"»3«a nsTim Man. 

19) rssT V. 

20) m''«nb A. 

21) Vers 8 nnd 4 sind in Man. umgestellt 



172 Kahle, Zur Geachichte der hebräischen Accente. 

ripi*) 3>nar«n nnr?:^ 

po'an K"5n ■•«« VI 
•p« n-Tinnb »in® 
pnb mbp» •»3ü3 
pn *n:^ü by bnD*) 

n«bn »••rT n'«3>'«mo VII 

rrttja^ iinKbi®) n-'rcb') 

o^a «irr ••3'»72tö vm 

oipD nnKn nn« 
o^n "»ba nmn» 
-•1123:^') «-»n n-^s^-^Tön IX 
mnb") nbapi*) ^acbi") 

•»1«D1 blDÜD^T) j-jp,,;^16) 

*nDi« «in •»*T««y X 

*it)iöT» in in«in 

^Di^®) ni«D na:» 

nein bn iPTS-'ya 

^^)nüiöD «««n *i«3> nn« XI 

naia»*^) iiübai '^••nn 



1) In Man. hinzugefügt: qpi^l nbön ']'«T073?2. 

2) So V; rel.: bDtt Nim. 3) lü'i^'ü V. 4) qpiö 

5) *1iaaD A; in V lautet der Vers: '\'D'\'^ bTlÖ bj^b^D.. 

6) O-'Taya V. 7) 'ta Man. 8) nin«1 V; Ml 
9) mö3 oder nOD V. 10) P^^liai Man.; miSl V. 

11) D^DD Man. V. — Danach ist in Man. hinzugefügt: D^pS in«a IT 

12) •»*113.3r «ip31 npnt N*ip3 Man. 

13) So V; reL: n'»:Dbl. 14) nb^D Man. 

15) Mss. '•1inb'°; Baer conjiciert: .«»^lüb: Man. hat •»*11*l3r b^D. 

16) na3» V; nna373 Man. 17) biDTOI V; ^ITOD Man. 
18) *1DD1 V. 19) Add.: ST^'n Kim Man. 

20) nC311Z)p V; nCSa)^ Man. — Danach ist von A hinzugefügt: Dbl 

nr:i3 ^iinNb. 21) n''tty:a v. 



Kahle, Zur Geachichte der hebräischen Accente. 173 

*nTD »in iioy n-»:«^) XII 

*mDn?2 -»bn n"»«b'« 
*)n«i maai '^bwD 

Die Einleitung zu dieser Liste besagt, dass hier 12 Zeichen 
aufgezählt werden sollen, die wie Lichter eingesetzt sind, teils 
klein, teils hoch (vielleicht gross), wohl geordnet und im Munde 
des Verständigen und Weisen nicht verborgen (d. h. diese wissen 
mit den Zeichen etwas anzufangen), sie sind mit dem Zeichen des 
Verstandes versiegelt. Diese Einleitung deutet durch nichts darauf 
hin, dass hier nur die sogenannten D'^733':2 oder ü^im aufgezählt 
werden sollen, sie kennt überhaupt, wie es scheint, nicht mehr als 
diese 12 Zeichen, die nun folgen. Diese 12 Zeichen sind: Tif^a, 
Nagda, Merka, Tabra, Za^ef, po73, TalSa, T^räs, §innori, äofar, 
Pa^t^, Pazer. Dass mit Nagda das Rebia gemeint ist, geht noch 
aas dem Text des Manuel du lecteur hervor. Ich glaube deshalb, 
dass Baer das Nagda mit Unrecht auf Legarmeh deutet. Unklar 
ist bloss, was mit pD'n gemeint ist. Baer deutet es auf Silluk 
and Sof pasuk. ISD^äH soll „der Einhalter, Beschliesser* bedeuten: 

die zwei Stäbe (mbp»), die in der Beschreibung erwähnt sind, 
sollen die Punkte des Sof pasu^ sein! Wickes denkt wegen der 
»zwei Stäbe* an Doppelmerka («'b -»^^^ü p. 25 Note 65); daran 
Jj»t auch Hupfeld gedacht (a. a. 0. p. 7), doch deutet es Hupfeld 
schliesslich auf Legarmeh, und auch mir erscheint dies als das 
«nzig mögliche. 

An diese Liste schliesst sich eine weitere an, die eingeleitet 
^rd mit den Worten : DTnnn D''T»i:b dti«)» nya«i (so V) : daran 
ist das ctaTüb auffällig : vorher war ja gar nicht nur von D''72y:3 ge- 

1) Vers 1 aDd 2 stammen ans Man; in V — and wohl aach in den 
uderen Mss. — beginnt diese Strophe gleich mit: *)Tini 'r\^'20>'ü *niZ)3^ Ü'^Z^D. 

2) Daror hat A 0^)31 VH hinzugefügt; wahrscheinlich ist dies in der 
vorhergehenden Zeile statt D^733^S3 zu setzen. 

3) Add.: n73Dm Mau. 

4) so V; rel.: tlT. — In Man. laaten die beiden letzten Zeilen: ^HK bD 

"^^ rti w ni *n« i» ^böD T?3atyn. 

5) in V ist hier noch hinzugefügt: nb^TST nbl^ n^TÖ)3 nain ItWT^ 

^b^l *T*11^1; inwieweit sich diese Worte noch in anderen Mss. finden, ist 
^^h der Ausgabe von Baer-Strack nicht zu ersehen. 



174 KakUy Zur Geschichte der hebräischen Aecente. 

redet: und aach in der Einleitang zu der vorigen Liste war das 
Wort D'^ÄTü gar nicht erwähnt: dafür war D'^ttilDn , Zeichen* ge- 
braucht. Ferner erwartet man nach dieser Einleitung sieben Servi, 
es werden aber aufgezählt^): • 1. rrbw; 2. y»3*T, 3. n:C3p ncpi; 
4. nbiba baba er; 5. n«-iA; 6. nyta»; 7. rT»ya. Unter diesen ist 
in Wirklichkeit nur ein Servus: Azla. Nr. 4 bezieht sich wohl 
auf Gilgal + l^ame fara; was 0712)3 ist, ist unklar: Hupfeld meint, 
es sei Pase^ : «D^^^p dictus h. e. accentus (dominus) secundi ordinis 
s. a, Dominis proximus* (a. a. 0. p. 7). Möglich ist es ja, — seine 
Erwähnung wäre neben Ga*ja wohl erklärlich; aber vielleicht ist 
das Wort nur irrtümlich hier hinein gekommen. Ausserdem werden 
noch drei D'^'?3:?a aufgezählt: und zwar drei, von denen zwei vorher 
schon erwähnt sind, nur unter anderen Namen (rn53, Olü), der 
dritte aber unter qpx schon mit beschlossen war. 

Diese Liste kann also unter keinen Umständen eine Aufzählung 
der DT'nT073 enthalten, da hier überhaupt nur ein Servus vorkönunt. 
Deshalb ist die Überschrift der Liste falsch und zu streichen; 
ebenso ist die Überschrift zu der Liste der „12 Zeichen* falsch, 
da in der Liste gar nicht ausschliesslich 0*^737:2 erwähnt werden. 
Die zweite Liste scheint mir nur ein Nachtrag zu der ersten zu 
sein, und erst später hat ein Schreiber, weil er es so gewöhnt war, 
bei Accentlisten zuerst D'*)2ytD und dann DT'nTOTa zu finden, die 
beiden Überschriften den beiden Listen etwas unüberlegt vorgesetzt, 
ebenso ist der Schluss der ersten Liste nachträglich hinzugefügt. 
Auf diesen geht übrigens wohl die vielfach gebräuchliche Einteilung 
der d'^ö^Ü in Imperatores, Beges, Duces, Comites zurück. Später 
hat man sich an die Überschriften gehalten und die Listen dem- 
entsprechend korrigiert. So ist etwa die Liste entstanden, die jetzt 
im Manuel du lecteur steht. 

Danach ist es deutlich, dass es eine Zeit gegeben hat, in der 
überhaupt bloss 12 Accentzeichen bekannt waren. Die Liste der 
12 Zeichen scheint uralt zu sein. Sie enthält 10 D'^t^^U und zwei 
D'^n^TOtt: Atnal^ und Silluk sind dem Verfasser wohl als blosse 
Literpunktionszeichen erschienen : sie sind deshalb nicht mitgezählt: 
darauf weisen auch die Worte über das Za^ef hin (qpiZ) D3^S3 bD»). 
Sonst bietet die Liste dieselben D'^73r:2 wie die Liste des Ben Bileam. 
In den Reimen werden bereits nnbiao (ilbap) bei Zar^a und Jetib 
bei Val\& angedeutet. 

Literessanter noch ist es, dass der Verfasser der Liste nur 
zwei Servi kennt: Merka und Sofar. In den Reimen wird erwähnt, 
dass Merka ,nach rechts und links ausgegossen* ist: sollte darin eine 
Anspielung auf rr^ltas liegen? Auch ist da auf Doppelmerka an- 
gespielt: auffallenderweise fehlen gerade die beiden Verse, die das 
besagen, im Manuel du lecteur. 



1) Leider kann ich mich hier nur an den Text von V (nach Hnpfeld) 
halten, da die Varianten daza von Baer nicht mitgeteilt sind. 



i 



Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Accente. 175 

Endlich wird in den Reimen bei TeliSa auch auf Eleinteli^a 
hingewiesen. — Es ist beachtenswert, dass in dem Nachtrag als 
einziger Servus Azla erwähnt wird. 

b) Die Accente der Bücher n"n«. 

Bis jetzt sind von alten Notizen über die Accente der Bücher 
r"i3« zugänglich: 

1. Der dem Ben Bileam zugeschriebene Traktat, den Wickes 
im Anhang zu n"73N "»Tayc: p. 102 flp. im arabischen Original ver- 
(^ffentlicht hat. Er scheint ein Auszug des darin citierten .Uüt Ä-it J^ 

2ti sein: Wickes glaubt in einem durch Schappira aus Jemen nach 
London (Brit. Mus.) gebrachten Ms. ein Stück dieses grösseren 
Werkes gefunden zu haben p. 103. Auf diesen Traktat gehen die 
^oimn zurück, die sich über diese Accente in dem Anhang zu 
Hajjugs -iiptn -^DO (ed. Dukes p. 197, ed. Nutt p. 178, cf. Hupfeld 
a.a.O. I p. 15 f.) finden. 

Wenn ich auch mit Wickes glaube annehmen zu müssen, dass 
dieser Traktat ohne zureichende Gründe dem Ben Bileam zuge- 
sprochen wird (cf. Wickes a. a. 0. p. 104), so will ich ihn doch 
der Einfachheit halber den Traktat des Ben Bileam nennen. B. B. 
kennt acht ^^y\^^)' 1- ^TD, 2. np'nT, 3. 3^-ai, 4. n"»73nab, 5. a"«n% 
6.nncü, 7. nn:nN, 8. p-ibo; — dazu kommen 11 J^Xi»-: 1. 3?d*i ^idto, 

2. biba, 3. mbptt ncio, 4. ^"»odd *nDi«, 5. nb-'KTa, 6. rTD'nK'c, 
7. nbobo, 8. bp%, 9. n-^'maat, 10. 3Diü, 11. n-im. 

Bekanntlich ist Jetib der Accent, den wir De]^i zu nennen ge- 
wöhnt sind, während Tif tia imserem Bebia Mugra§ entspricht. Zu 
l>eachten ist, dass weder der sogenannte *01ä wejored noch Gross- 
ialklät unter den ..La angeführt ist : trotzdem ist in dem nach- 
folgenden Traktat von beiden die Bede: übrigens heisst der von 
QDS 'OIä wejored genannte Accent hier nicht anders als iö. J xjuLj, 

2. Der als § 18 von Baer und Strack in die Dikdul^e ha-t®*a- 
nüm aufgenommene Abschnitt, auf den ich unten ausführlich ein- 
gehen will. 

3. Die Liste im Manuel du lecteur (p. 381 f.); hier finden sich, 
nur in etwas abweichender Reihenfolge, dieselben c'^ortD wie bei 
Ben Bileam; von Servi erwähnt er 10: aufgezählt werden aber 
nur neun: der Schreiber hat §ofar (oder no«^ iDiiö) ausgelassen, 
sodann aber Gilgal: denn das 331TÖ, das Derenbourg als Gilgal 
deutet, ist vielmehr eine der drei Arten des T^^'b^- 



1) ^-jS^ ist in Schriften, die über die Accente handeln, stets Übersetzung 

▼oqS^SS; |m3L^ = n*"itt9n. Die Übersetzung, die Merz in dem Anhang 

>Q leinen „Bemerkungen über die Vokalisation der Targume" (Verhandl. des 
Berliner Oriental. Congr. Berl. 1882, II, 1 p. 221) versucht, ist sicher unhaltbar: 
•AoiMrdem sind die Schwierigkeiten hier nicht geringer, da das Merka nie als 
nDiener mit steigender Cantillation*' gezfthlt werden könnte. 



176 Kahle, Zur Geschichte der hebräischen AccerUe. 

Während die Accente somit ziemlich genau mit denen des 
Ben Bileam übereinstimmen, klingt der Schloss der Abhandlung 
über die Accente der Bücher n"rN wieder an die betr. Worte der 
Abhandlung aus Dil^du^e ha-^'^amim an. Ich werde auf die Schluss- 
worte weiter unten noch näher eingehen. 

Die altertümlichste Liste unter den angeführten ist zweifellos 
§ 18 aus Dikdu^e ha-t®*amim. Dieser Paragraph findet sich in A, P, 
D und T 15 — dem Ben Äser wird er zugeschrieben nur in der jungen 
Abschrift A, cf. oben p. 170 Anm. 2. — femer in den von Luzzatto 
zusammengestellten, von Dukes herausgegebenen nnnD%2M Dncssp, die 
die Herleitung von Ben ASer erst dem Herausgeber verdanken; 
die beiden anderen Quellen erheben gar nicht den Anspruch, von 
Ben A^er zu stammen. Irgend einen zwingenden Grund aber, dieses 
Stück dem Ben A§er zu zuschreiben, hat man nicht. Aus dem 
Umstände, dass in allen Quellen, in denen § 18 steht, auch § 17 
vorkommt, während § 17 in sehr vielen enthalten ist, die § 18 
nicht haben, kann man schliessen, dass § 18 lange nicht die Ver- 
breitung — und vielleicht auch nicht das Alter — wie § 17 ge- 
habt hat. 

S. Baer hat versucht, dies Stück in seiner Erstlingsarbeit 
(p*«« nmn, Roedelheim 1852 p. 4 f.) zu erklären; er verweist in 
der Dikduke ha-t®^amim auf diese Erklärung, hält also 1879 noch an 
den Resultaten von 1852 fest. Ich kann mich ihnen im allgemeinen 
nicht anschliessen. 

In der Einleitung zu der eigentlichen Accentliste ist gesagt^ 
dass in den drei Büchern sich acht 0^*72^:3 finden: versiegelt mit 
Einsicht und Verstand: acht D'^mna D*^-!©, mit Gaumen und Zunge 
gesprochen (? cf. die Verse über Pe^t^ in § 17), und vier sind mit 
ihnen verbunden, kleine und nicht stark gemachte (? D"«a3T?2), ins- 
gesamt 12 angeordnete (odier eingegrabene?), vier, die die Melodie 
hervorbringen (cp^^DTa Tia3), und acht D"«72yü, die lieblich (süss) machen 
(0"«pni272); und die Worte sind alt (dies ist wohl eine Bemerkung 
eines späteren Lesers, dem die eigentümlichen Namen nicht mehr 
geläufig waren). 

Klar ist zunächst, dass der Verfasser 8 + 4 Accentzeichen 
kennt, acht D^?:?:: : genau wie Ben Bile^am etc., und vier kleine, die 
keinen besonderen Namen führen. 

Ich führe zunächst hier an, wie Baer die einzelnen hier er- 
wähnten Namen deutet: 

1. Die acht n"'72yü: a) im = pibo; b) pn^ = nbobt:; 

c) yin = ■•nn ; d) pbo = i^t^t nbny ; e) nas: = -.tc ; f) qpn = 
y^'21', g) q*:ü = nsn«; h) ^n = ü^:»n73 r-^a-i. 

2. Die vier kleinen Accente : a) ann idi)D = ?T^73i:kb ; b) npOD 
= das Pasek, das immer bei Legarraeh steht: merkwürdigerweise 
rechnet Baer das npOD nicht als besonderen Accent; c) nn*« = *ni:a:; 

d) n''3 = Tn^'T tib'iy. 

Hierbei fällt von vom herein auf, dass Baer statt der in der 



Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Accente. 177 

Einleitong geforderten 12 Accente nur 10 herausbekommt: denn 
rrpOD ist nach ihm nur nähere Bezeichnimg zu yirt ^DiV) , und nhiy 
"im^i würde nach ihm zweimal erwähnt sein. Zudem wäre es doch 
sehr merkwürdig, dass man n*nT<i nbi3^ zu den O'^^naaTtt «bi O'^rap 
rechnete. Das hat Baer wohl nicht bedacht. Femer: pbo soll = 
niT^i nbia^ sein, weil pbo = nbiy ist: nun aber ist der Name 
••m^T nbi:? yerhältnismässig erst in sehr junger Zeit nachzuweisen ; 
zudem wäre pbo doch auch eine merkwürdige Abkürzung davon» 
Femer : nxn soll pibo sein, weil — so erklärt es Baer in r»N nmn 
— seine Gestalt wie ein eingesteckter Dom (yiS'S yip3) ist; und 
die a"»atip Messen auf aramäisch "^ntn "^ ; aber so viel ich aus Levy, 
der übrigens die 3 Stellen , auf die Baer sich beruft , II 34 f. an- 
fuhrt, ersehe, heisst «*nT'»n eigentlich „ Domstrauch ** ; und ebenso 
merkwürdig ist die Erklärung von itd731 biba D^'^CD nüib'öa mit 
dem Hinweis darauf, dass man hier die Stinune beim pibo bald erheben, 
bald senken müsse, während man in den (t"D Büchem stets die Stimme 
beim pibo senken müsse. Wickes rc« "»rya p. 13 Note 15 erklärt 
den Namen nicht viel wahrscheinlicher : Apparently ^rn „retuming** 
,recurring* whatever other accent falls (and they all fail in their 
turn) SiUuq never doesü iin ist zweifellos = ßebi*a: cf. Wickes 
»'b ^7M?a p. 143 Anm. 5, und bei pbo wird man kaum an etwas 
anderes als an pibo denken dürfen. Ich glaube, dass von den 
anderen 6 D'^titü das nat: , ynn und -ixa von Baer richtig gedeutet 
sind. zpr\ halte ich für Zarka mit dem Np^iin qni^ : auf letzteres 
scheint mir der 3. von qpn handelnde Vers hinzuweisen. Ist y-^n 
= ^m, so muss ^r\n = nrn« sein: denn das i'Qy und T'rcb im 
2. und 3. zu ynn gehörigen Verse beziehen sich zweifellos auf 
pni; und wenn Tn stets mit pnn laufen (yr») soll, und vor ihm 
V^C mia (den ßiss vermauernd?) sein soll, so muss pr.1 eben = 
n:PK sein. Für qna bleibt dann nur rr^'n^nab übrig. Baer erkläi-t 
«s für Atnab, weil es die Bedeutung raube und die grosse Trennung 
verursache (•°bna pccn T^^y^i y^yn n« qnü*';» kh'ü). Das ist ja 
aber schliesslich kein zwingender Grund, und die Forderung, dass 
dieser Accent mit dem 3. und 4. der Reihe, d. h. mit De^i und 
SilJuk, verbunden wird, erfüllt Legarmeh auch. 

Ich lege auf diese Deutung im einzelnen kein sehr grosses 

Gewicht: aber das scheint mir sicher, dass wir in diesen 8 D^^rü 

auf jeden Fall dieselben 8 a"«73yü , die bei Ben Bileam und in den 

andern Quellen genannt werden, wiederfinden müssen, wenn nicht 

zwingende Gründe dagegen sprechen. 

Ausser den 8 D'*727U soll diese Liste noch 4 kleine, nicht stark 
gemachte, die Melodie hervorbringende Accente enthalten. £s kann 
keinem Zweifel unterliegen, dass diese 4 icnü, npOD, nnw und 
n'^: sein sollen. Geht man vorurteilslos an diese Liste heran, so 
kann man hier nach der Beschreibung in der Einleitung gar keine 
anderen als D'^n*n)D'?2 erwarten. Baer deutet ain *iDiü auf Mehuppak- 
Legarmeh : von ihm werde ausgesagt, es komnie mit allen Accenten 



178 Kahle, Zur Geschickte der hebräischen Accente. 

(ariD: es selbst wäre danach kein tJ^a?) vermischt vor; es wende 
sich nach Osten und Westen: das deute auf Mehuppak und Azla 
Leganneh. Dagegen ist einzuwenden, dass 1. '^üW immer Bezeich- 
nung von einer bestimmten Art von Servi ist; dass 2. wegen des 
„nach Osten und Westen gewandt* iDlü auch A z 1 a -Legarmeh 
bezeichnen müsste; und das wäre sehr seltsam. Das „nach Osten 
und nach Westen gewandt* bezieht sich ofiPenbar auf -no*' ncn« 
und '^iDH ^^W. An Stelle des anrr des ersten Verses wird wahr- 
scheinlich na^rt zu lesen sein (cf. dazu die letzten Worte der Accent- 
liste der «"d Bücher, wie sie sich in V finden; ich habe sie oben 
p. 173 in der Note 5 angeführt). Dann spricht der 1. Vers ebenso 
wie der 2. von der Häufigkeit des Vorkommens des Sofar, und 
alles passt vortrefflich. 

Mit npOD ist offenbar der Pasekstrich gemeint; es heisst hier: 
das PaseV ist geordnet (d. i. in Listen aufgeschrieben); einige von 
ihnen sind nicht geordnet: die werden doch immer zu ihnen ge- 
rechnet (n*mnn für nT'^n wegen des Reimes ?) : gemeint sind hier 
die Paseklisten. 

Mit nnw ist vielleicht Tar|ja gemeint. Baer wenigstens deutet 
in der Di^d. hat. § 1^^ abgedruckten Accentliste selbst das dort 
erwähnte nnnn auf n^iü3 . Wahrscheinlicher ist mir indessen etwas 
anderes: nn73 würde — als aktives Partizip gefasst — der Be 
deutung nach dem Merka entsprechen. In der Beschreibung ist 
gesagt, dass das Zeichen an vielen Stellen verändert wird : und auch 
dies veränderte Zeichen wird zu ihnen, nämlich den Accenten, voc 
denen hier die Bede ist, gerechnet. Das zweite Zeichen, an das 
hier gedacht ist , scheint Gaja zu sein. Für Merka -f- Oaja passt 
die Beschreibung vortrefflich; das neben Pasek in einer solchen 
Liste Gaja erwähnt ist, wäre nicht auffällig, ich verweise auf das 
oben bei Besprechung des im Anhang zu § 17 vorkommenden D^isia 
gesagte (oben 174). Dazu kommt, dass bei Ben Bileam das Gaja 
thatsächlich einmal Merka genannt wird.^) 

Das n^D, das als 4. der , kleinen* Zeichen erwähnt wird, um- 
fasst nach der Beschreibung ebenfalls 2 Zeichen in sich : imd zwar 
scheint hier auf T^^b^ ^^<^ -^^la angespielt zu sein: Das «hinab- 
steigend* und „hinaufsteigend* bezieht sich m. E. auf die Gestalt 
des Zeichens: „teils am Kopfe des Wortes steigt es auf (Azla)^), 
teils nach rechts wendet es sich (Tarha). 



1) Wickes p. 109; hier wird aU jw3L>> der Legarmeh HD^K^ genannt, 

und als Beispiel t ^ri^^n*: ('tb 2 2) angeführt. Cf. das von Wickes M'b p. 24 
im Anhang zur Besprechung des Merka Ausgeführte. 

2) nb^*« rrn'^n IDKnn D7D: cf. gelegentlich der Beschreibung des Klein- 

TeliSa im Man. du lect. (p. 384 = 76): ns-nn «»"nn nbs^öb «-»n DJD 
MnipSl bfiCS^ b7. »Kopf des Wortes" heisst dementsprechend der obere. Teil 
des Wortes, nicht der Anfang des Wortes. 



Kahle, Zur Geachickte der hebräUchen Accente, 179 

Somit ergiebt sich, dass in dieser Accentliste der Bücher r"7:M 
8 3^73713 und 4 kleine Accente gezählt werden. Aber es werden 
ja nach diesen 8 + 4 Accenten noch eine ganze Reihe von 0*^1110)2 
aufgezählt! £s heisst da: und die D'^niTZSis, dies ist ihre Grund- 
lage, — nun folgen 8 Namen; danach: nb« "n»©*»! DDH ''TS: wer 
kennt diese, dass er sie behalte! 

Ich meine, dass einmal schon dieser Schlusssatz, der doch diese 
Liste von 8 D'^n'niDD als nicht vollständig und als nur so nebenbei 
angefügt zu charakterisieren scheint, darauf hinweist, dass diese 
Liste erst später hinzugefügt ist. Die 4 kleinen Zeichen waren 
nicht 0'*n'niD73 genannt: solche mussten in jeder Liste ausdrücklich 
Torhanden sein. Die 4 kleinen Zeichen verstand der betrefiPende 
Schreiber nicht; so hielt er es für notwendig, die Liste zu vervoll- 
ständigen, indem er wenigstens einige D^n*^iö)3 , so viele ihm gerade 
im Augenblicke gegenwärtig waren, zusetzte. Sodann aber schliesst 
die von mir schon oben besprochene Einleitung, die ganz deutlich 
von 12, nämlich 8 + 4 Accenten spricht, es schlechterdings aus, 
dass die Liste der D^n^iO» schon ursprünglich da war. Endlich: 
12 Q'^ajü erhält man in der Accentuation der Bücher n"i3N über- 
haupt nur dann, wenn man ^Olä wejored und SaUälät mitrechnet, 
Qod die beiden Arten des Legarmeh und Bebia von einander 
trennt: das ist fär ältere Listen ganz undenkbar und wird hier 
auch durch die Einleitung ausgeschlossen. 



2. Die verschiedenen hebräischen Accentuationssysteme in 

ihrem Verhältnis zu einander. 

Von den Accenten der k"d Bücher sind uns im wesentlichen 
drei verschiedene Systeme erhalten: das tiberische (im folgenden 
= T), das des Petersburger Prophetenkodex (= B) und das erst 
vor wenigen Jahren bekannt gewordene, bisher noch nicht genauer 
untersuchte Accentuationssystem, das in gewissen in Cambridge und 
Oxford befindlichen Fragmenten angewandt ist ^) (im folgenden = F). 

Zu diesen drei Systemen konmit das in den Büchern r"öN 
angewandte (im folgenden = E), sowie noch die in einigen Frag- 
menten üblichen Systeme. Die werde ich im Laufe der Unter- 
suchung besprechen. 

Ich gehe zunächst auf F etwas näher ein und stelle die 
ZMchen für die hier vorkommenden Accente zusammen; sie sind 
bisher noch nicht richtig und vollständig aufgeführt worden. 



1) Cf. Jewish Quaterly Review VII (1894 95) p. 361 f., 564—68, Procee- 
dini^ SBA. 1896 p. 86 — 98. Ich habe während meines Aufenthaltes in 
Cambridge und Oxford (Sommer 1899) die dort befindlichen Fragmente dieser 
Art kopiert und sie dann bearbeitet. Sie erscheinen unter dem Titel „Beiträge 
zur Geachichte der hebräischen Punktation" im 2. Heft der ZatW. 1901. Für 
alles weitere verweise ich hier auf diese Abhandlung. 



180 Kahle, Zur GeschicJite der hebräischen AecerUe, 

Dem tiberischen Atna]^ entspricht n; dem Segolta, Za^ef und 
Eebia n ; dem 6ärä§ und Geriajim n* ; dem Legarmeh und Pazer 
*a; dem Zar^^a und Pasek .3; dem X^^a a; dem Tebir 3; dem 

Jetib imd Fe!k\sk 5; dem GrossteliSa 3; dem Sofar (= Muna^ + 
Mehuppak) 3; dem Merka und Darga 3; dem EleinteliSa ^; dem 
Azla 3. 

Die beiden Cambridger Fragmente enthalten 1. Jes. 10 9 — 12 4; 
Jes. 13 18-20; 2. Jes. 53 4 — 59 8; Jer. 26 19 — 29 so. Das Oxforder 
Fragment enthalt Jes. 5 8 — 9 8: 44 4 — 48 ii. Bekanntlich ist in 
diesen Fragmenten nicht der ganze Text enthalten, sondern immer 
nur das erste Wort eines Verses, und von dem Rest des Verses 
eine Anzahl von mit Accenten und Vokalen versehenen Konsonanten. 
Nicht einmal jedem Worte des Verses entspricht ein Buchstabe: 
es sind auch nicht die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter 
ausgewählt, sondern die, die dem Schreiber wegen ihrer Punktation 
interessant erschienen. 

Es liegt somit in der Natur der Fragmente — vollständige 
mit vollständiger Punktation dieser Art versehene Texte sind bis 
jetzt nicht aufgefunden — , dass nicht alle Accente eines Verses 
angegeben sind: aber im allgemeinen kann man sagen, dass man 
nach den hier für den einzelnen Satz angegebenen Accenten mit 
ziemlicher Sicherheit den ganzen Satz accentuieren kann. Da in 
diesen Fragmenten jeder Satz mit einer neuen Zeile beginnt, ist 
die besondere Angabe von Silluk nicht erforderlich: Sillu^ und 
Sof pasuk sind nirgend angegeben, und Atnal^ findet sich, soviel 
ich sehe nur in Jes. 56 8 bezw. auch Jes. 47 15. Trotzdem ist 
man wohl nie im Zweifel , wo Atnal? im Verse zu stehen hat , da 
das erste Ti^ba» oder, wo dieses nicht angegeben ist, das ihm vor- 
hergehende Tebir auf das Atna^ vorbereiten. 

Dass das Segolta nicht besonders angegeben ist, wird nach dem, 
was ich oben über § 17 der Di]^duke ha-t®*amim ausgeführt habe, nicht 
weiter wunderbar erscheinen : Segolta ist eben nplTtl C]mi . Jedes 
Zarl^a zeigt das folgende Segolta an. Dementsprechend ist in 
Jes. 7 17; 44 is. 19; 45 14; 53 12; 58 e. 11; Jer. 26 19; 29 6. 14 immer 
nur das Zarka angegeben. Nur in Jes. 45 1 ist da, wo man das 
Segolta erwarten würde, ein Punkt gesetzt : dies ist ja die bekannte 
einzige Stelle, au der in den k"d Büchern einem Zarka nicht 
Segolta folgt. Das ist jedoch wohl sicher nicht ursprünglich (cf 
Wickes «'b "«öycD p. 136); jedenfalls ist es zweifelhaft, ob diese 
Fragmente überhaupt auf diese eine Ausnahme im M.T. Rücksicht 
nehmen wollen. 

Von grösserem Interesse ist aber, dass auch das Zakef gewöhn- 
lich nicht besonders angegeben ist: nämlich immer da nicht, wo 
ihm ein PaSta (Jetib) vorangeht. Die einzigen Ausnahmen sind, 
wenn ich recht sehe, in Jes. 9 4; 44 28; 54 1; 56 4; 57 11; 59s; 
Jer. 28 8. Das sind im Verhältnis zu dem überaus häufigen Vor- 
kommen von PaSta-Zakef nur ganz wenige Stellen; an diesen. 



KahUf Zur Greschiehte der hebräischen AccerUe. 181 

sowie überall da, wo dem Za^ef kein 'Ps&\& vorangeht, ist das 
Zakef durch einen Punkt über dem Buchstaben näher bezeichnet: 
dieser Punkt unterscheidet sich in nichts vom Bebiapunkt. 

Genau wie in B und in den oben besprochenen Accentlisten 
in § 17 der Dikd. ha(. findet sich in F nur je ein Zeichen für 
G&r&S und Gei^ajim, für PaS^a und Jetib. SalSälät und Grosspazer 
(Käme fara) finden sich in den Versen, die in den Fragmenten er- 
balten sind, nicht. PaseV und Legarmeh sind — wie bei B — 
verschieden bezeichnet. Gemäss der Liste bei Wickes «"3 "^Taa^a 
p. 127 ff. steht Pasek bei den Versen, die in F erhalten sind, im 
masoretischen Text in Jes. 5i9; 62.3; 10 u; 11 11; 57 19; 682. 
Von diesen Stellen enthalten in F deutlich ein Pase^ nur Jes. 6 2 ; 
lOu; Uli: wahrscheinlich hat es auch 57 19 ursprünglich in F 
gestanden. Jes. 6 s ist nicht ganz deutlich, cf. die Bem. z. St. ; in 
Jes. 5 19 und 58 2 fehlt es ganz : doch ist immerhin aus den drei 
Stellen deutlich genug, dass das Pasek durch einen Punkt links 
unten vom Buchstaben bezeichnet wird. Die Schwierigkeit, die 
darin liegt, dass jetzt Pasek und Zar]^a ganz gleich bezeichnet 
werden, glaube ich so lösen zu müssen: der Pasekpunkt ist offen- 
bar ein Überrest aus der Pase^linie, die für diese Fragmente viel- 
leicht nicht anwendbar schien. Somit hat der Pasekpunkt ursprünglich 
wohl auf der Linie gestanden, während der Zarkapunkt ursprüng- 
lich unter der Linie, links vom Buchstaben — bezw. Worte — 
stand. Auch Pazer und Legarmeh sind durch dasselbe Zeichen, 
einen Punkt links oben, wiedergegeben: dass auch hier zwei ur- 
sprünglich verschiedene Zeichen in diesem Punkte zusammengefallen 
sind, möchte ich nicht mit ganz derselben Bestimmtheit behaupten. 

F kennt nur 4 Servi und zwar gerade dieselben, die in der 
Liste § 17 erwähnt bezw. nachgetragen sind, cf. oben p. 173 f.: sehr 
auffallend ist dabei vor allem, dass Merka und Sofar die Formen 
getauscht haben. 

Bemerkenswert ist ferner die dem Gilgal ähnelnde Gestalt des 
Kleintelisa, und die eigenartige Form des Azla. 

Ein Blick auf die Accentliste in F zeigt, dass die eigentlichen, 
sogenannten D^iaa^Ü nur durch Punkte wiedergegeben werden: die 
einzige Ausnahme bildet Atna^, das hier nur ein- oder zweimal an- 
gegeben ist, übrigens mehr als Interpunktions- als als Accentuations- 
zeichen gerechnet zu sein scheint. Ich verweise hier auf die Aus- 
fuhrungen zu der Liste § 17 Di^d. ha^. oben p. 174. Und zwar 
werden die Accente in verhältnismässig ausserordentlich einfacher 
Weise bezeichnet : ein Punkt über, unter dem Buchstaben, inmitten 
desselben, einer rechts oben, links oben und unten und zwei in 
vertikaler bezw. horizontaler Bichtung über dem Buchstaben: das 
ist alles. Gleich von vornherein scheint mir dies System den 
Eindruck grosser Ursprünglichkeit zu machen : einmal wegen seiner 
Einfachheit. Sodann war die hier übliche Bezeichnung des IH^b^ 
doch nur so lange ohne grosse Missverständnisse möglich, als man 



182 Kahle, Zur Geschichte der hebräUchen AccerUe, 

das DageS nicht durch einen Punkt im Buchstaben bezeichnete^). 
Femer, wie unpraktisch ist dies System: seine Mängel müssen be- 
sonders hervortreten, wenn man einen Text vollständig in dieser 
Weise accentuieren wollte. Accente und Vokale würden eine fast 
unentwirrbare Menge von Punkten geben: ganz abgesehen davon, 
dass dasselbe Zeichen für u und Pa^ta, dasselbe für i und Gross- 
teli^a gebraucht wird. Endlich muss man zugeben — und auch 
das spricht für das Alter dieses Accentuationssystems — , dass der 
Bestand der Accente. wenn man ihn mit den Accenten des § 17 
der Dikd. hat- vergleicht, in beiden ziemlich derselbe ist. Nur 
existiert hier auch für Zakef noch kein besonderes Zeichen, ebensowenig 
wie für Segolta. Für Segolta hat ja auch die Liste in § 17 ur- 
sprünglich keins gekannt. Ich glaube, dass von hier aus erst 
die Bezeichnung npiin rj^Tn verständlich wird: offenbar ist das 
spätere Segolta ursprünglich nur durch einen Punkt angedeutet 
gewesen; dieser Punkt hatte die Bedeutung des Segolta, wenn 
Zar]^a voranging. Nun ist es doch sehr wahrscheinlich, dass das 
Za^ef hier ebenso a^rr^n ;)nTi bezw. nüiocn P)n^ ist, wie hier 
und dort Segolta rrp'nTn nmi ist; jedenfalls wird hier Segolta 
und Zakef, wo sie überhaupt angedeutet werden, stets nur durch 
den Rebiapunkt angedeutet: dass man in diesen Fragmenten den 
Rebiapunkt gewöhnlich fortliess, wenn er Segolta bedeutet, liegt 
in der Natur der Fragmente begründet. Das vorangehende Zar^a 
liess ja mit Sicherheit darauf schliessen. Wenn der Rebiapunkt 
Zakef bedeutet , so konnte man ihn da fortlassen , wo dem Za^ef 
ein Jetib-PaSt» voranging: in ähnlicher Weise ist ja auch das 
Atnab fast nie angegeben. Wo das nicht der Fall war, findet sich 
der Rebiapunkt stets, — also immer bei Zakef Gadol, und bei 
Za^ef Katon von T, wo es kein Jetib-PaSta vor sich hatte. An 
diesen Stellen aber ist es in F natürlich von Rebia nie zu unter- 
scheiden. Für vollständig in der Art von F accentuierte Texte ist 
also vorauszusetzen, dass hier überall da, wo in T Rebia, Zakef 
oder Segolta steht, ein einfacher Punkt über dem Worte gestanden 
hat: durch vorangehendes Jetib-Pasta bezw. Zarka erhielt dieser 
Punkt eine etwas andere Bedeutung, und zwar glaube ich, dass er 
durch Jetib-PaSt« eine stärkere, durch Zarka eine noch stärkere 
Interpunktion wurde. 

Bisher ist man sich über das Verhältnis zwischen T und B 
bezüglich der Zakefsetzung gar nicht klar gewesen. In B ist im 
allgemeinen nach dem Grundsatze verfahren, dass in jedem Halb- 
verse nur ein Zakef steht. Nur in sehr langen Halbversen finden 
sich auch zwei Zakefs: so in Jes. 27 le; 28 a^). Dass man 
von den Zakefs, die in T vorkommen, in B in jedem Halbvers 



1) Dass das in der ältesten Zeit nicht so bezeichnet worden ist, glaube 
ich in meiner Abhandlung in ZatW. 1901 nachgewiesen zu haben. 

2) Cf. auch die von Wickes K"D ""^rU p. 148 Note 17 angefühlten Stellen. 



Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Accente, 183 

immer nur das erste , bezw. auch das wichtigste beibehalten, die 
andern alle, darunter also die meisten Zakef gadol, zu Bebia gemacht 
haben sollte, ist doch eigentlich nur dann recht denkbar, wenn man 
von vornherein mit Wickes B für eine ^travesty** von T erklärt. 
Will man die verschiedene Za^efsetzung von beiden erklären, so 
sehe ich nicht ein, wie das anders möglich sein sollte, als dass man 
als Grundlage für Bund T eine Accentuation annimmt, in der alle 
Zakefs nur durch einen Punkt, genau wie Bebia, bezeichnet werden. 
Von diesen Punkten wählte man, in B und T nach verschiedenen 
Principien, in jedem Verse einen oder mehrere aus, und gab ihnen 
eine stärkere Trennungskraft. Zuerst mag man das in der Weise 
gemacht haben, in der es noch in F geschieht; man setzte vor den 
Punkt ein PaSt»^)- Später wurde dieser verstärkte Punkt selbst 
kenntlich gemacht: bei T dadurch, dass man einen Putikt darüber 
hinzufügte. Dieses Zeichen wurde dann natürlich auch da angewandt, 
wo ihm kein Pa^t^ vorhergehen konnte, auch hat sich in T daraus 
das Zakef gadol entwickelt; dass dies nichts Ursprüngliches ist, 
geht schon aus dem Bestände in B und F, sowie aus der Accent- 
liste in Dikd. hat. § 17 und der des Ben Bile*am, hervor. Analog 
ist natürlich das Segolta entstanden. Man zeichnete den Punkt 
dadurch vor den anderen aus, dass man ihm ein Zarka vorsetzte 
(daher Segolta = np^in fc]*iT^). Später erfand man eine besondere 
Bezeichnung dafür: bei T bestand sie darin, dass man dem ur- 
sprünglichen Punkte zwei andere hinzufügte. 

In der gewöhnlichen Accentuation der Bücher n73« findet sich 
bekanntlich kein dem Za^ef entsprechendes Zeichen. Hier konunt 
neben dem Bebia nur noch das sogenannte '^^'\'^'\ nbiy vor; dieser 
Name ist ein rein äusserlicher imd bezieht sich nur darauf, dass bei 
diesem Accent ein Zeichen über , eins unter der Linie steht. Der 
Name ist auch nicht alt. In älteren Listen heisst der Accent nie 

anders als np^nin qmn (= «JJ» Jt wuLj bei Ben Bile^am). Man 

wird also nicht fehlgehen in der Vermutung, dass dieser Accent, 
worauf schon der Name hinweist, im wesentlichen dem Segolta der 
fit"D-Bücher entspricht. Der einzige unterschied ist der, dass Segolta 
dem Atna^ untergeordnet ist, während *01ä wejored ihm über- 
geordnet ist. Das könnte zufällig so geworden sein. 

Sehr merkwürdig ist es nun, dass sich in dem Blatt, das Baer 
und Delitzsch vor ihrer Ausgabe des masoretischen Textes des 
Buches Hiob aus dein Cod. Tschufutkale 8 a veröffentlicht haben, 

nicht Zarka und np^TH qn^ , sondern Jetib und Zakef finden. Nur 

dass hier Tifba-Atnalj dem Jetib-Zakef übergeordnet ist. Tifba- 
Atna^ findet sich in den veröffentlichten Versen nur in Vers 7 und 11, 



1) Woher Jetib-Pas|a stammt, werde ich weiter anten zu erklären suchen, 
aoch bezSgUch des Zarka siehe weiter nnten. 

Bd. LV. 13 



184 Kahle, Zur Geschichte der hebräischen ÄccerUe, 

an den beiden Stellen, an denen in E *01ä wejored steht 0. In die 
Accentuation der Bücher n72K ist also auf der einen Seite Zarka 
und np^m qm^ , auf der andern IT*^ und ^^n^n qmn aufgenommen 
worden. Beide nebeneinander konnte man wegen der Kürze der 
Verse nicht gebrauchen. 

Dass die Bezeichnung der O'^WÜ durch Buchstaben, wie es in 
B der Fall ist, nicht das Ursprünglichste gewesen ist, dürfte zu- 
gegeben werden. Ich wüsste für die Einführung der Buchstaben 
keinen andern Grund anzugeben als den, dass man befürchtete, dass 
die Accente ohne diese nicht deutlich genug und zu leicht zu ver- 
wechseln seien. Wir werden also als Vorlage von B irgendwie ein 
Accentuationssystem anzunehmen haben, bei dem diese Furcht be- 
gründet war. Kann ein in der Art von T accentuierter Text die 
Vorlage von B gewesen sein ? Ich glaube, dies wird man verneinen 
müssen. Es hätte kaum ein Anlass vorgelegen, die Accente von 
T umzugestalten ; sie sind deutlich genug von einander unterschieden. 
Dazu müsste man dann Wickes Recht geben, denn dann wäre aller- 
dings B „a mere travesty* von T. Und doch wäre diese An- 
nahme nur ein Notbehelf. Nimmt man dagegen an, dass ein in der 
Art von F accentuierter Text die Vorlage von B gewesen ist, so 
wird die Einfuhrung der Buchstaben völlig begreiflich. Diese Ein- 
führung der Buchstaben müsste stattgefunden haben in einer Zeit, 
in der T noch nicht bekannt war. Es ist wenigstens nicht recht 
denkbar, dass B grossen Anklang und weitere Verbreitung gefunden 
hätte, wenn T bereits vorhanden gewesen wäre. Es fragt sich nur, 
ob nicht irgend welche Gründe dagegen sprechen, dass eine Accen- 
tuation in der Art von F die Vorlage gewesen ist. 

Eine Vergleichung der D'^TOTÜ von B und F zeigt, dass F 
Pazer und GrossteliSa enthält, während in B beide Accente fehlen. 
Soll also F die Vorlage von B sein, so muss es das in einer Zeit 
gewesen sein, in der in F noch kein Pazer und GrossteliSa vor- 
handen gewesen ist. 

Nun ist es in der That sehr wahrscheinlich, dass Pazer und 
Grossteli^a in der Accentuation der (t'b-Bücher erst verhältnismässig 
spät eingedrungen sind. Aus ganz andern Überlegungen heraus ist 
schon Luzzatto zu der Überzeugung gelangt, dass Pazer und Gross- 
teliSa nicht ursprüngliche Accente, sondern nur' Modifikationen des 
Gärä§ seien (im Anhange zu S. Baers Thorath Emeth p. 61 fif.). Die 
Annahme also, dass es eine Zeit gegeben hat, in der unter den 
D'^ns^tD der «"s-Bücher Pazer und GrossteliSa fehlten, bietet keine 
Schwierigkeit*'^. Die übrigen O'^TSTü sind in B und F dieselben, 



1) In Vers 7 ist das Tifha über dem *1 von T»l3tn vom Schreiber ver- 
gessen worden. 

2) Ich gehe weiter unten noch auf die vermutliche Herkunft des Paser 
und die Gründe fiir Einnihrung beider Zeichen nKher ein. 



I .* ••• ••• • • 

. .. • •• . • • • 



KahUf Zur GescJUchte der hebräischen Accente. .185 

nur dass B bereits für np'nTrr qm*i und n'»n"'n tpll besondere 
Zeichen gewählt hat 

Indessen scheinen die OT^ö« hier ausserordentliche Schwierig- 
keiten zu bereiten. In F giebt es nur 4 Servi, die dazu noch von 
denen in T und B der Form nach abweichen; in B giebt es da- 
gegen 6 genau mit denen von T übereinstimmende Servi. Indessen 
ist es um die Servi von B eine eigne Sache. Wickes hat ^»9:3 
»"d p. 148 f. nachzuweisen versucht, dass B ein abgeleitetes, nicht, 
wie gewöhnlich angenommen, ein originales und unabhängiges System 
seL Er schliesst dies hauptsächlich aus den Servi, und zwar: Rebia 
steht gewöhnlich da, wo in T Pazer, Grosstelisa, und unter Um- 
ständen auch, wo 6ärä§ steht. Man sollte erwarten, dementsprechend 
andere Servi zu finden ! In Wirklichkeit stehen die Servi von T 
genau so in B, obgleich sie hier natürlich zu den 0^737:: nicht 
passen. Ähnlich ist es, wenn 6ärä§ in B dasteht, wo in T Pazer, 
Grossteli&a oder PaS^ steht ; auch wenn in B Bebia steht, während 
T Za^ef hat, hat das Bebia die Servi des ZaPief. 

Ich will zur Verdeutlichung davon die hierhergehörigen Stellen 
aus ein paar Kapiteln des Jeremia anfuhren: man stösst bei der 
Lektüre des Codex Babylonicus sehr häufig auf solche Stellen; 
besonders die langen Verse sind reichhaltig in dieser Beziehung. 
Ich führe an: 

1. einige Stellen, an denen in B und T Mehuppak steht; in 
T folgt ihm Pa5ta, dann Zal^ef ; in B GäräS -Rebia. 13 na^n Jer. 27 7 ; 
niq» n» 27 8; ^an 29 «s; n^pL^ 29 25; nrnb 29 26; ■•23^ 30 10 etc. 

2. einige Stellen, an denen in B und T Azla steht ; auf welches 
in T GäräS, in B Rebia folgt: nV^n Jer. 27 8 ; ns 29 s; -»n^N^ 30 6 ; 
DT^a 30 8 etc. 

Es ist deutlich, dass an solchen Stellen — und sie sind, wie 
sieb schon aus der Zusammenstellung aus ein paar Kapiteln ergiebt, 
nicht ganz selten -r- nur in T Servus und D7C3 zusammenstimmen. 
Dazu konunen eine Reihe von andern Fällen : Jer. 28 6 steht in B : 

^'»«nb nfii33 nc« : T hat Munab-Rebia-Gersajim. . In B würde 
man wegen der D*^»:?»:: Azla, wegen des niüTa Jetib-Zakef erwarten. 

Ähnlich steht es in Jor. 29 25 : *i72Nb b«nü*' "»r^b« , wo T Merka- 
Tif^a-Atnah hat (übrigens ist dieser Vers merkwürdig dadurch, dass 
B kein Atnal^ hier hat). 

Andererseits steht in B Jer. 27 10 DDnTanN by» DDn» ^'^mn pöb. 
In T steht GäräS-Mehuppak-PaS^a etc.; so müsste man in B auch 
wegen der D'^njc erwarten. Die OTiliOTa lassen dagegen GäräS- 
Rebia statt PaSta-Za^ef vermuten. 

Wenn man bedenkt, dass solche Stellen sich überall im Codex 
Babylonicus finden, dass hier also im allgemeinen die D'^n^iz))3 nicht 
zu den D'»ia2?ü — und umgekehrt — stimmen, so steht man nur 

13» 



Igg KahUf Zur Geschichte der hebräischen AccerUe. 

vor der Alternative: entweder sind im Codex Babylonicus alle 
DTniö» ursprünglich und die D"'72yü in Unordnung, oder dieLfi'^isy:: 
stimmen und die DTl^ötJ passen nicht immer dazu. Wickes spricht 
von den ,, original Servi* und meint, die D'^^Jü seien verderbt 
Ganz abgesehen davon, dass man gar keinen Grund einsehen kann, 
aus dem jemand die D''»3?t3 von T zu denen von B verderbt haben 
sollte, ist es falsch, von original Servi zu sprechen; ich habe oben 
mehrfach darauf hingewiesen, dass die Servi von B nicht immer 
dieselben wie in T sind. Ich glaube oben wahrscheinlich gemacht zu 
haben, dass in den D'^n^CS von B uns die hebräischen O'^io^^ü auf 
einer früheren Stufe der Entwickelung vorliegen. Da nun die 
ü'tnniDTa in B zu diesen D''727k3 nicht passen, behaupte ich, dass es 
zu der Zeit, als die D'^?2yC2 in B bezw. in einer der Vorlagen von 
B übernommen wurden, im Hebräischen noch keine D^n^^DC gab. 
In B sind also nur die D"»%Jü ursprünglich; alle D"»n'nT2373 sind erst 
nachträglich eingefügt, und zwar sind sie nicht organisch mit den 
0*^)37^ von B verbunden, sondern mechanisch aus einem tiberiscb 
accentuierten Codex übertragen. Der Codex, der hierfür die Vor- 
lage bildete, hat alle die Servi gehabt, die heute im Codex Baby- 
lonicus stehen, und die zu diesen Servi passenden D^'TSTt: ; man wird 
sagen können, dass er unsem heutigen tiberisch accentuierten Codices 
ziemlich nahe kam. Ich glaube, dass diese Annahme alle Schwierig- 
keiten in der Accentuation von B löst; ein paar Beispiele sollen 

das noch erläutern: Jer. 27 7 steht: Kin"aa iat*nK ny «^ "IJ. Dass 

dies eine ganz unmögliche Accentuation ist, liegt auf der Hand. 
Sie scheint mir so entstanden zu sein, dass über Kn das Rebia ver- 
gessen war. Der Schreiber, der die D'^n*n©% nachtrug, setzte deshalb 
den zu ny gehörigen Servus bereits unter «n und dann in seiner 
Verlegenheit unter ny den gewöhnlichsten Servus, das Muna^i, da 
doch alle Wörter einen Accent haben mussten. 

Jer. 29 10 steht : "-cb "^r^ mrr« n?j« riD-'S . Ganz ähnlich liegt 

es z. B. in Ez. 9 s bei n« . Offenbar hat der Schreiber , der die 
D^n^ttJö nachtrug , das nT** für* Mehuppak angesehen , und es so 
aus Versehen unter das "'S bezw. das n« gesetzt; so ist hier die 
doppelte Accentuation entstanden. 

Dieses Resultat bedingt, dass die hebräischen DT^tDTa erst 
relativ späten Ursprungs sind, dass sie jedenfalls erst entstanden 
sind, als die c^ü^u bis zu einer gewissen Vollständigkeit existiert 
haben. Ich denke, dass das auch aus andern Gründen wahrschein- 
lich ist: es ist schon a priori anzunehmen, dass zwischen den D'^T^j:: 
und den D-n^tDU irgendwie ein wesentlicher Unterschied bestehen 
muss. Ich wüsste wirklich nicht, wie man zu der strengen Unter- 
scheidung von D'')3yC3 und Dt^UJTS gekommen sein sollte, wenn 
beide — abgesehen vielleicht von Atnah, SilluV, Zakef, Segolta, 
Rebia — denselben Urspning gehabt haben sollten. Ich erinnere 



Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Äccente. 187 

femer daran, dass in B doch gerade die 0"»73rü (kein einziger mu:73) 
darch Buchstaben bezeichnet sind. Dazu kommt, dass wir in § 17 
der Dikd. hat., ^^^ i^^ o^^i^ gezeigt habe, noch eine Accentliste 
haben, die ursprünglich weiter keine Servi als Merka und Sofar 
^kannt hat, trotzdem in dieser Liste von D'^ös^ü schon Pazer und 
Teli^a vorhanden sind. Ich glaube also als notwendig postulieren 
zu müssen ein Accentuationssystem , das allein aus D'*727U bestand, 
und zwar, abgesehen von Atnat und Silluk, aus Rebia, Zakef, 
Segolta, Crärä.5, PaSta, Zarka, Tebir und TifJ^a; eventuell noch 
Legarmeh. 

Diese Accente, in der Art von F geschrieben, sind : i = Rebia, 
Zakef, Segolta; n* Gärä§, H PaSt»; .3 Zarka, 5 Tebir; a T^£[\s, 
und *3 Legarmeh. 

Ich muss hier noch auf ein in Cambridge befindliches, 1899 
noch nicht katalogisiertes, Fragment aufmerksam machen : es ist ein 
Doppelblatt, Pergament; Grösse und Schrift sind wie die des Codex 
Babylonicus. Es ist mit den andern Fragmenten von Schechter aus 
Cairo nach Cambridge gebracht worden und enthält einige Verse 
aus Josua 22 (Vers 22 ff.) und Richter 1 (Vers 31 ff.) im hebräischen 
Text und Targum, mit genauer Vokalisation und Accentuation, ganz 
in der Art von B. Das Fragment ist dadurch äusserst interessant, 
dass es n nicht nur für Tebir, sondern auch fürJetib-PaSta 
anwendet. GäräS wird wie in B durch ü bezeichnet. Zarl^a und\ 
Legarmeh finden sich in den Versen, die ich mir kopiert habe, 
nicht, also auch Segolta nicht. Auf n folgt teils Tifha (vor Atnal^ 
wie in B, vor SilluV = i), teils Zakef (t). Die 0'*n*i©73 sind so 
wie in B. 

Betrachten wir den Bestand dieser 0*^737^ mit dem, der sich als 
Vorige von B herausgestellt hat, so ergiebt sich, dass n für Tebir 
und Jetib-Pa§ta gebraucht zu sein scheint. Dann aber kommen 
die hebräischen D'*733^U der griechischen Interpunktation sehr nahe. 
Rebia, Zakef, Segolta würden dem griechischen Obei-punkt, Ti^b» 
dem griechischen Mittelpunkt, Tebir, Pa^^a dem griechischen Unter- 
punkt entsprechen. 

Dass Zarka sich auch aus dem Unterpunkt differenziert hat, 
legt schon die Gestalt, die dieser üTt^ in F hat, sehr nahe. Mit 
Pas^A und Zarka steht auf gleicher Stufe GäräS; das ist besonders 
deutlich noch in B. Hier steht nämlich Gärä§ nur dann , wenn 
darauf Rebia folgt, ebenso wie hier und in T PaSja nur vor Zal^ef, 
Zarka nur vor Segolta steht, und das ist zweifellos das Ursprüng- 
liche. Gäräs, Pa^ta und Zarl^a entsprechen also ganz genau Rebia, 
2^kef und Segolta. Wie aus F noch zu ersehen ist, wird der Ober- 
punkt nur durch vorangehendes PaSja zu Zal^ef, durch vorangehendes 
Zar^ zu Segolta gemacht. Das Cambridger Fragment scheint an- 
zudeuten, dass umgekehrt der Unterpunkt unverändert blieb, während 
der Oberpunkt geändert wurde. In B und T sind jetzt sowohl 
Oberpunkt, als auch Unterpunkt differenziert. 



Igg Kcüile, Zur Geschickte der hebräischen Accente, 

Ich halte also die 8 Accente neben Atna^ und Sofpasuk für 
die ursprünglichsten in den N'b Büchern. Sie gehen auf die 
griechische Interpunktion zurück, und daher ist ihnen 
die Trennungskraft geblieben. 

Es fragt sich nun, wie sich hierzu die Accentuation der Bücher 
DT2H verhält. Ich habe oben (182) daraufhingewiesen, wie hier einer- 
seits Pa^t^ und Zakef, andererseits Zarka und np^in 5|n*i übemonunen 
ist. Während also in der Accentuation der n"d Bücher d r e i Modi- 
fikationen des Oberpunktes sich finden, sind in der der Bücher r\T^ 
nur zwei vorhanden. In den n"d Büchern geht dem Rebia GräräS 
voran; anstatt dieses Accentes steht in den Büchern ddk Pazer 
oder Legarmeh. Ich glaube, dass beide ursprünglich ein Accent 
gewesen sind, wie es ja in F noch jetzt der Fall ist. Der tM?a 
Pazer-Legarmeh hatte in E die Bedeutung, die dem Grärää in der 
Accentuation der n"d Bücher zukommt. Ich vermute nun, dass zu- 
nächst Legarmeh, später Pazer in die Accentuation der K'b Bücher aus 
E eingedrungen sind, und zwar sind sie hier, ihrem Interpunktions- 
wert nach, dem Gärä§ untergeordnet. Doch hat diese Übernahme . 
erst nach Einführung der D'^n^tt)?^ stattgefunden; ich kann daher 
erst nach deren Besprechung auf diese Entlehnung näher eingehen. 
— Der Mittelpunkt ist in E — ebenso wie in B — differenziert, 
je nachdem er vor Silluk bezw. vor Atnaf^ steht ; wegen der Kürze 
^ der Sätze war der ihm in den h"d Büchern entsprechende Unter- 
punkt (Tebir) hier nicht anwendbar. 

Diese ganze Ausführung setzt voraus, dass eine Accentuation 
in der Art von F das Ursprünglichste gewesen ist, dass also nicht 
nur die Buchstaben von B, sondern auch die Zeichen von T und 
E sekundär sind. Ich halte das in der That für richtig und nehme 
als Grund für die Umgestaltung, wie sie in allen Systemen statt- 
gefunden hat, an, dass die Accentuationsweise von F leicht zu Irr- 
tümern Anlass geben konnte. Wie Zakef und Segolta von T aus 
dem in F noch vorhandenen Oberpunkt entstanden sind, habe ich 
schon oben nachgewiesen. Die Punkte, durch die Tif^a, Tebir, 
Pa^t^, GäräS bezeichnet wurden, konnten und mussten mit andern 
verwechselt werden; man half sich dadurch, dass man statt der 
Punkte einen leicht gekrümmten Strich nahm, und ihm die vier 
möglichen Stellungen gab: ; daraus sind Pal^a, GäräS, Tebir 

und T^^* entstanden. Bei Teoir Hess man — um es von andern 
Strichen, speciell dem Merka — unterscheiden zu können, den ur- 
sprünglichen Punkt stehen. Dass bei Pazer zu dem noch in F 
dastehenden Punkt ursprünglich ein Strich gesetzt worden ist, und 
dass sich aus '* allmählich ** entwickelt hat, wird noch durch den 
Befund in Manuskripten nahegelegt^). GrossteliSa wird in B meist 
durch Rebia wiedergegeben. Wenn man damit die Form , die , es 



1) cf. Pinsker, Einleitung in das Babylonisch-hebräische Ponktationssystem 
(Wien 1863) p. 43. 



Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Accente. Igg 

in F hat, vergleicht, so könnte man wohl daran denken, dass Grpss- 
teliSa sich in späterer Zeit aus Rebia entwickelt hat; es wird in F 
durch -^ bezeichnet, und in T machte man aus dem Punkt einen 
Kreis, den man mit einem kleinen Strich versah, damit er nicht 
mit dem Circellus massoreticus verwechselt würde. Dass Atnal^ 
griechisches Komma (öucöxokif) ist, hat Praetorius nachgewiesen 
(a. a. O. § 36 b). Das Komma scheint unter Umständen an der 
Stelle des Mittelpunktes zu stehen (cf. Praetorius § 12). Es ist 
also nicht weiter auffallend, dass das aus dem Mittelpunkte ent- 
standene Ti^&7 ^0 ^s vor Atnal^ steht, durch ein umgekehrtes 
Komma bezeichnet wird (so in B etc.). 

In dem Rebia mugraS von E könnte man den nach oben ge- 
setzten Mittelpunkt erkennen, neben den man ein umgekehrtes 
Tifha gesetzt hat, damit er nicht mit Rebia verwechselt würde. 
Die Formen von Zarka, Legarmeh und *01ä Wejored weiss ich 
nicht zu erklären. Wahrscheinlich sind sie nur ganz zufWig ge- 
wählt; die beiden letzteren haben ihre jetzige Gestalt sicher, erst 
unter dem Einfluss der DT^TDö erhalten. 

Die älteste Form der hebräischen Accente erinnert in vielen 
Stücken an die syrische Accentuation. In der syrischen Accentuation 
lässt sich noch deutlicher als in der hebräischen eine Entwickelung 
aus kleinen Anfängen nachweisen. Natürlich kann nur der älteste 
nachweisbare Bestand der syrischen Accentuation hier in Frage 
kommen. In einer Notiz des Amron ben Matai heisst es von 

^^1^^! v.-Ä-^ : JaÄS Kä-mJü ^L<^\ w^5>Lo ^3 — Jusuf galt als 

«inventeur de la ponctuation ä laide des neuf points" (cf. Martin im 
Journal asiatique Fevr./Avr. 1875, p. 184. 188). Die neun Zeichen, 
die man von Jusuf al Ahwäzi herleitete, werden von dem Schreiber 
des Londoner Ms. Add. 12138 erwähnt. Es sind (cf. Martin 
a. a. O. p. 190; Merx, Histor. artis gram. ap. Syros,- Abb. f. d. 
K. d. M. , IX, 2, Leipzig 1889, p. 68): sämkä^ ^esyänä^ zaugä, 
paködäj menikänä, meäallänä, das aibs zwe£ Zaugä zusammen' 
gesetzte Zeichen, ^eläyä und tahtäyä. Es giebt noch ein anderes 
Zeugnis für das Alter der nieisten dieser Accente. Der Schreiber 
des Ms. Add. 12138', Mär Bäbi , hat die Accente, die von Räm 
Kö' stammten, aber von ihm selbst verworfen wurden, mit roter 
Tinte in den Codex eingetragen (cf. G. Diettrich, Die Massorah der 
Östlichen und westlichen Syrer in ihren Angaben zum Propheten 
Jesaia, London 1899, p. XX). Diese von Räm Rö (f 570) her- 
rührenden und von Mär Bäbi verworfenen Accente hat — soweit 
sie im Jesaia vorkommen — Diettrich a. a. 0. p. XX f. zusammen- 
gestellt. Hier kommt vor: 12 mal Sämkä, 6 mal Pal^ödä, 13 mal 
Mena^tä, 6 mal Meziänä, 3 mal Mekimänä. Also sind diese Accente, 
unter denen Meziänä = E§yänä (Diettrich a. a. 0. App. I, 
No. 28), Mena^tä wahrscheinlich = Menibänä (Merx a. a. 0. p. 68 ; 
doch Elias von Tirhän unterscheidet beide, cf. Diettrich a. a. 0. 



190 Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Accente, 

App. II, No. 28. 29) und Me^imänä vielleicht == der Zusammen- 
setzung aus zwei Zaugä (cf. dagegen Merx p. 68) ist, sicher auch 
ihrer Gestalt nach für das 6. Jahrhundert nachzuweisen. Zwar 
sind unter den ältesten syiischen Accenten bereits das Paködä 
(Ausrufungszeichen) und das Me^allänä (Fragezeichen; es besteht 
übrigens, wie aus Diettrich, App. I No. 66 — 72 hervorgeht, aus 
drei Punkten, nicht aus einem, wie Merx im Anschluss an Phillips 
annimmt), und solche Zeichen haben bei den Juden nie Eingang 
gefunden. Andererseits werden den Punkten hier ganz ähnliche 
Stellungen gegeben wie in der Punktation in F ; ich verweise hier 
auf Sämkä . — ; Esyänä (Meziänä) - — , beide am Ende des Wortes; 
femer Meni^änä (Menahtä) — ; am Anfang des Wortes. Der Form 
nach haben sich jedenfalls die hebräischen D'^TSTt^ in ähnlicher Weise 
aus der griechischen Interpunktion entwickelt, wie die ersten 
syrischen Accente. Ob ein direkter Einfluss vorliegt, wage ich hier 
nicht zu entscheiden. 

Dass die D'^n^tD?^ sich erst ganz allmählich zu der Zahl, in 
der sie in T und gar in E vorkommen, entwickelt haben, habe ich 
bereits oben angedeutet. Selbst in den späteren uns erhaltenen 
Accentlisten schwankt die Zahl der Servi noch sehr; man kann im 
allgemeinen sagen, dass, je später die Liste, um so grösser die Zahl 
der angegebenen Servi ist. In E sind die Servi stärker ausgebildet 
als in T. Dass von den Servi die ersten Sofar und Merka gewesen 
sind, darauf deutet noch der Bestand der Liste in Dikd. hat;. § 17 
hin. Zu diesen beiden sind, wie es scheint, Azla und Kleintelisa 
bald hinzu gekommen. Darauf deutet noch der Nachtrag zu der 
Liste in Dikd. hat. § 17 und die Notiz bei Grosstelisa daselbst, 
andererseits der Bestand in F hin. 

Man kann aus der Betrachtung der Formen des Sofar und 
Merka bei F und T darauf schliessen, dass die Formen auf eine 
Vertikallinie zurückgehen. Auf sie geht, wie ich denke, auch das 
Tar^a von E und das Ne^uja von T zurück. 

Dass das Mehuppak erst später eingeführt worden ist, darauf 
deutet einerseits der Name („umgekehrtes öofar", im Gegensatz 
zum „rechten Sofar* = n©"^ "nDlTD, auch das in Dil^d. ha^. § 18 
bei ^Diö erwähnte 1^^731 mT73 n3iD (oben 178) lässt darauf schliessen) 
hin, andererseits der Umstand, dass in F das Mehuppak noch nicht 
von Munah (Sofar ntD"» '^ditd) geschieden ist; auch ist es weder in 
der Liste in Dikd. hat. § 17, noch im Anhang zu ihr erwähnt. 

« 

Mit zu den ersten Servi hat, wie gesagt, der Accent gehört, 
den wir als KleinteliSa zu bezeichnen pflegen. Darauf weist nicht nur 
seine . relativ frühe Bezeugung, sondern auch der Umstand hin, dass 
er sich in E, T und F findet: denn ich halte es für sicher, dass 
der gewöhnlich baba oder i73t» p m*» genannte Accent dasselbe 
wie Kleint^lisa ist. Das geht schon hervor aus der Gestalt des TeliSa, 
die iii F vorliegt : es ist auch ein Halbkreis unter der Linie, nur dass 



Kahle, Zur Geschichte der Jiebräiachen Accente, 191 

seine Öffnung etwas mehr nach rechts oben gewandt ist (— ). In E 
findet sich die Form — ausschliesslich ; in T findet sich neben der 
ursprünglichen Form -;;-, die nur noch 16 mal vorkommt, gewöhnlich 
das Zeichen — . Von der Identität beider Zeichen hat sich aber 
auch noch ein direktes Zeugnis erhalten im Manuel du lecteur 

p. 384 (76), wo es von TeliSa heisst: rrnüD N-^n© bK73ttjn »öbnm 

by nn-nn •loenn nb^Tab «"n d:^d n73öT n»ip»i nmiat n:n©n 

nbian nnn rr^nn wt^h^ *n^P"»t rroD 'n'D'^ nniiatT tst^y^Ti b«»© 

n-» PND DKi lOD HDD nmiST nbiay nK'npsT n'^'O'^ nttsbn net'npsi 

übrigens sind auch in dem Anhang zu Hajjugs np5?7 leo 
bei den OTTiüTa ein «m Ncbn und ein nt^^t NtD'^bn erwähnt. 
Dukes hat hier (p. 197) falsche Zeichen heraufgesetzt. Mit TeliSa 
ze'Ira ist zweifellos Galgal gemeint, TeliSa rabba ist unser „Klein- 
teliSa*. Cf. auch Wickes N'b -^DTü p. 26 über b^iba und schon 
n"72» -^mxi p. 22 Note 62. 

Dass die hebräischen O'^Ta^tD sich aus der griechischen Inter- 
punktion entwickelt haben, glaube ich oben wahrscheinlich gemacht 
2U haben ; woher stammen dagegen die n''nn;ö7a ? Merx hat a. a. 0. 
p. 73 — 75 versucht, die hebräischen Accentus conjunctivi auf den 
einen konjunktiven Accent der Syrer, das Garörä, zurückzufahren. 
Ich halte diesen Versuch für völlig missglückt, weil Form und 
Bedeutung in beiden Fällen ganz verschieden ist. Dem Garörä 
entspricht Makkef, und zwar ist das wohl direkt aus griechischem 
vipiv entstanden. Die DTttD^a der Juden sind weniger die Ver- 
bindung andeutende, als die Melodie angebende Zeichen. Dass sie 
das im wesentlichen sind , hat auch Merx richtig hervorgehoben. 
Garörä ist aber etwas wesentlich anderes. 

Hier hat zweifellos Praetorius das Richtige gefunden. In der 
Liste in Di^d. hat. § ^^ heisst es von den „kleinen Zeichen'', die ich 
glaubte auf die Servi deuten zu müssen, direkt: T'p^DTa iiaa ,sie 
bringen die Melodie heraus" ^). Sie sind recht eigentlich Neumen, 
und da kann nun auch nach den Ausführungen von Praetorius'-^) 
kein Zweifel sein, dass die D''n"^;öi3 aus griechischen Neumen ent- 
lehnt sind. Freilich bieten gerade die D'»r^ü^, wie sie sich in F 
finden, Schwierigkeiten, die ich nicht zu beseitigen weiss. 

Praetorius identificiert Munab mit der xad'iatri (§ 39 a) und 
Merka mit der ßccqtla (§ 42, zweiter Abschnitt). Gestalt und 
Greltung der Accente würden in beiden Fällen zutreffen — wenn 
nur nicht die Accentformen in F da wären! Hier ist gerade um- 



1) Cf. auch die Be»chreibang der a'*n^;D72 im Manuel du lecteur p. 382 f. 
(74 f.) gerade im Gegensatz zu der Beschreibung der D^^C3 hier. Übrigens ist 
das Stfick hier nicht einheitlich. 

2) Praetorius: Über die Herkunft der hebräischen Accente, Berlin 1901. 



192 Kahle, Zur Geschichte tier hebräischen Äccente. 

gekehrt — = Merka und — = Muna^. Wie ist das zu erklären? 
Azla wird wohl mit Recht von Praetorius aus der 3|fra hergeleitet 
(§ 41b), aber wie ist daneben das Zeichen — für Azla, das sich 
in F findet, zu erklären? 

Dass das Mehuppak aus dem &7t6<sxQO(pog entstanden ist (§ 40), 
ist sehr wahrscheinlich; zwar ob der Name ^zrti2 mit aTtoar^otpog 
identificiert werden kann, ist mir nicht sicher, da ^znl2 oder ^itn 
nur Abkürzung von ^crt?3 ^Di© , ^i^Tt iditd ist, und diesem Namen 
auch die Gestalt entspricht, sowie der Umstand, dass Mehuppak 
und Munah ursprünglich durch dasselbe Zeichen bezeichnet wurden 
(cf. den Bestand in F, auch die Liste in Dikd. haj. § 17 und 18). 
Es wäre ja denkbar, dass der griechische a7t6at^o(pog den Anlass 
dazu bot, das Muna^ umzukehren. 

Ich möchte es für möglich halten, dass hebr. Teli^a = Galgal 
aus der xQBfiaCt'^ entstanden ist (Praetorius § 22). Praetorius ver- 
mutet für letztere hohe Tonlage und grosse Tonstärke — vielleicht in 
etwas beschleunigtem Tempo. Über TeliSa — freilich über Gross- 
teliSa; bei KleinteliSa verweist er auf die Besprechung von Gross- 
teli^a: die Melodie von Kleinteli^a sei der von Grossteli^ ähnlich 
— schreibt Wickes N'b '^Jzyxz p. 21: . Ntt:"»bn or Niöbn. Like 
G^resh and Pazer, a musical term . . . indicating thät this accent ^drew 
out* the voice with a marked eflfbrt and impulse. (It was one of 
the highest notes.)" Die ngsiiaari] würde der Form nach dem ur- 
sprünglichen TeliSa-Galgal wohl entsprechen. 

Weitere Beziehungen zwischen den o^nltt^'n und den griechischen 
Neumen nachzuweisen ist mir nicht gelungen. Es könnte sich m. E. 
auch wohl nur noch darum handeln, ein Äquivalent für Darga oder 
SiSla zu finden. 

Ich habe oben die Vermutung aufgestellt, dass die beiden 
ersten hebräischen D^n*ittjn , Merka und Sofar, sich aus der Vertikal- 
linie entwickelt haben. Die Vertikallinie bildet also gleichsam den 
Grundstock, aus dem sich die hebräischen D'^n"nD?2 entwickelt 
haben. In dieser Weise möchte ich das, was Büchler — und vor 
ihm wohl Grätz — behauptet hat, modificieren *). Ich habe am 
Ende meiner Arbeit »Zur Geschichte der hebräischen Punktation* 
(soll erscheinen in ZatW. XXI [1901] Heft 2) darauf hingewiesen, 
dass man das Makkef ursprünglich wohl nur setzte , wenn das 
vorangehende Wort einen Nebenton hatte. Später ist es ja 
oft das Zeichen für die Enttonung. Büchler hat mit vollem 
Recht die enge Beziehung, die zwischen Makkef einerseits und 
Merka und Munah andererseits besteht — den weiteren Aus- 
führungen kann ich nicht beistimmen — hervorgehoben. Ich 



' 1) Büchler: Untersuchungen zur Entstehung und Entwickelung der hebrä- 

ischen Accente. I. Teil , (= Sitzungsberichte der Kais. Akademie der Wiss. in 
Wien, Bd. CXXIV, No. V) p. ö. 



Kahle, Zur Oeschichle der hebräischen AccerUe. 193 

vermnte nun, dass man seit der Zeit, seit der das Makkef seine 
Tirspranglicbe Bedeutung einbüsste, an allen den Stellen, an denen 
das dem Makkef vorangehende Wort einen Ton haben muss, einen 
Vertikalstrich auf die Tonsilbe setzte. Der Rest davon hat sich 
im 6aja erhalten; dessen nahe Beziehungen zu Merka sind ja noch 
lange in Erinnerung geblieben^). Bald fing man an, diesen Perpen - 
dikuläxstrich an solchen Stellen zu setzen, an denen man eigentlich 
Makkef hätte erwarten sollen, an denen es aber nicht dastand. 
Später wurde wohl für den Vertikalstrich, der nur die Tonsilbe 
bezeichnete, — durch Einfluss der griechischen Neumen — bei 
tieferer langsamer Stimmlage Merka, bei hoher schnellerer Sofar 
eingeführt. Ich denke, dass gerade der ursprünglich zur Tonsilbe 
gesetzte Vertikalstrich bewirkt hat, dass man die Neumen zur Ton- 
silbe setzte. Dann wurden Azla und Klein teli&a eingeführt, und 
wohl ebenfalls durch griechischen Einfluss — aus Sofar Mehuppak, 
aus Merka Darga. differenziert; bekanntlich scheidet man später vier 
Modifikationen des Sofar, in den ^"d Büchern existieren dafür zwei, 
in den Büchern n73N drei verschiedene Zeichen. Beim Tarfea unter- 
scheidet man in den Büchern n?:^ drei Modifikationen. Diese ge- 
naueren Ausbildungen der hebräischen Servi kann man wohl inner- 
jüdischer Ent Wickelung zuschreiben. 

Schon die Setzung der O'^WS'Ü hatte etwas ausserordentlich 
Schematisches; bei den D'^n*iTD7a wurde das noch verstärkt. Die 
einzelnen Neumen wurden ständig bestimmten D'^733^U zugesetzt, ohne 
irgendwelche nähere Rücksicht auf den Charakter des Satzes. Es 
erhielten GäräS — Azla; Zarka — öofar Illuy; Tebir — Darga; 
Fs&\& (Jetib) — Mehuppak ; Silluk und Tifl?a erhielten Merka. Für 
Pazer ist ursprünglich Gilgal bestimmt. Das sieht man aus der 
Vokalisation der Bücher n^N und aus dem Grosspazer der h"d 
Bücher, ü. s. w. 

Ich vermute nun, dass diese ständigen Diener der ü'^'OTt^ den 
D^ta7D selbst allmählich bestimmte Melodien gegeben haben, und 
zwar im besonderen die Servi, die den D^^sS'ü unmittelbar voran- 
gingen. Besonders deutlich scheint mir das noch aus folgendem 
hervorzugehen. Man unterscheidet in den Büchern n»« zwei Arten 
von Silluk (cf. z. B. Baer, Thorath Emeth 4 in der Anmerkung). 
Das beruht einfach darauf, dass hier dem Silluk teils Munah, teils 
Merka vorangeht. Dadurch werden, wie es scheint, zwei ver- 
schiedenartige Melodieen des SilluV bedingt. Die Einführung der 
Servi hat also ganz allmählich zu der Kantillation des Textes ge- 
führt, wie sie jetzt üblich ist; cf. Praetorius a. a. 0. p. 43. Weil 
(jär&£ in den Büchern rKiH nicht vorkommt, deshalb ist hier auch 
der specielle Servus von GäräS, Azla, nur selten vorhanden; er 



1) Cf. meine Bemerkungen za nr^ in der Liate Dikd. hat. § 18 
(oben p. 178). 



194 Kahle j Zur Geschichte der hebrähchen Accente, 

geht hier nie einem DS'ta unmittelhar voran. Pazer hat seine 
Melodie wohl dem Galgal zu verdanken. Es ist teils mit, teils ohne 
Galgal in die N'b Bücher übernommen worden, hat daher hier aber 
auch — mit der Zeit — zwei verschiedene Gestalten angenommen. 
In F ist die ursprüngliche Form des Galgal noch erhalten. Wo 
es in den K'b Büchern nicht vor seinem eigentlichen o^u] steht, 
ist es zu dem Zeichen geworden, das wir jetzt KleinteliSa zu nennen 
gewöhnt sind, und für das der einfache Kreis, der über die Zeile 
gesetzt wurde, eine Mittelstufe gebildet haben wird. 

Ich muss mich hier auf diese Andeutungen beschränken ^). Ich 
möchte zum Schluss nur noch hervorheben, dass die 0'*n*i;ö» , ebenso 
wie sie bewirkt haben, dass die O'^'Tsru von blossen Interpunktions- 
zeichen zu Tonzeichen wurden, auch der Anlass dafür geworden 
sind, dass man die D'^Tayu auf die Tonsilbe des Wortes setzte. Die 
ursprüngliche, noch in F vorliegende Gestalt der 0"'ö3?ö schloss das 
aus. Es lag hier ähnlich wie bei den syrischen Accenten. Übrigens 
mag das Streben, die O'^TS^ü auf die Tonsilbe des Wortes zu setzen, 
mit ein Anlass zu der Umgestaltung der D'^73rü gewesen sein. 

1) Weiter führen werden in diesen Fragen besonders die alten mit Pank- 
tation versehenen hebräischen Fragmente. Unter denen, die aus Cairo in den 
letzten Jahren nach Cambridge und Oxford gekommen sind , werden sich wohl 
noch manche befinden , die für die Geschichte der hebräischen Accente von 
Bedeatang sind. Auch alte mit der gewöhnlichen Punktation versehene Frag- 
mente können da sehr wertvoll sein ; vorläufig ist aber noch keins bekannt, das 
so alt wie^der Petersburger Profetenkodex wäre. Neuerdings hat ja freilich Herr 
O. Margoliouth ab die Abfassungszeit des alten — nicht datierten — Teiles 
des Ms. Or. 4445 des Brit. Mus. die Mitte des neunten Jahrhunderts annehmen 
zu müssen geglaubt. (Catalogue of the Hebrew and Samaritan Mss. in the 
British Museum Part I London 1899 p. 36 ff.) Indessen zeiRt das als Plate l 
gegebene Faksimile von p. 106 a dieses Codex ziqpilich deutlich , dass der 
Codex jünger ist. Es ist ja eigenartig, ditss der Schreiber die Doppel- 
punkte zur Abteilung der Verse sehr häufig auslässt. Doch kann dies allein 
wohl kaum etwas beweisen; und was Margoliouth sonst p. 37 zu Gunsten des 
hohen Alters dieses Codex angiebt, trifft genau so auch für den dem 
Ben Äser zugeschriebenen, in Aleppo befindlichen Codex (Facsimiie in 

Wickes: D'^nSD M^b -^tXfX^) zu, der bekanntlich nach Lagarde (MittheUangen 
IV, 17) aus Deutschland stammt und dem 14. Jahrhundert an- 
gehört. Nun zweifle ich nicht daran, dass der Londoner Codex älter bt, auch 
für den Codex aus Aleppo möchte ich das vermuten. Aber> für die so ausser- 
gewöhnliche Datierung aus dem neunten Jahrhundert fehlen doch wohl alle 
zwingenden Gründe. 



195 



Über einige neuere Arbeiten zur babylonisch- 
persischen Chronologie, 

Von 

F. H. Weissbach. 

ChoUdaeos eonsülüo! 

Am Schlüsse eines kleinen Aufsatzes »Zur Chronologie des 
Kambyses* (ZDMG 51, 665; 1897) hatte ich in aller Kürze zu der 
Frage Stellung genommen, ob es gegenwärtig möglich sei, babylonische 
Daten in solche julianischer Zeitrechnrmg umzusetzen. Auf Grund 
einer Prüfung der Umrechnungstabellen, die Mahl er zu diesem 
Zwecke angefertigt und veröffentlicht hat (Denkschriften der Wiener 
Akademie, Math.-nat. Cl. 62, 641 ff. 1895), war ich zu dem Er- 
gebnis gelangt, dass jene Frage zu verneinen sei. Ich hatte darauf 
hingewiesen, dass selbst bei dem 7. Jahre des Kambyses, das uns 
dnrch 2 Mondfinstemisse am besten bekannt ist, Epping und 
M a h l e r in der Bestimmung des babylonischen Neujahrs um 1 Tag 
von einander abwichen. Ferner hatte ich acht bestimmte Jahre 
namhaft gemacht, die in babylonischen Urkunden als Schaltjahre 
bezeugt sind, während Mahler sie als Gemeinjahre behandelt hat, 
und schliesslich den Wunsch ausgesprochen, dass F. C. Lehmanns 
und F. K. Ginzels Bearbeitung der keilinschriftUchen Finsternisse, 
die damals im Werke war, zuverlässigere Resultate zeitigen möge. 

Mahlers Arbeiten sind von verschiedenen Gelehrten verschieden 
beurteilt worden. E. Meyer hat drei Daten des Almagest nach 
Stra.ssmaiers und Mahlers Angaben berechnet und in den Ergebnissen 
seiner Arbeit „eine Bestätigung der Annahmen Mahlers, wie sie 
glänzender nicht gedacht werden kann", erblickt (Ztschr. f. Ass. 
9, 328). Kein Wunder, wenn derselbe Gelehrte im 2. Bande seiner 
, Forschungen zur alten Geschichte" (Halle 1899) dann auch Mahlers 
Tabellen zur Umrechnung babylonischer Daten benutzt (z. B. S. 470)^). 
Allerdings warnt Meyer (a. a. 0. S. 476, Anm. 1) andererseits auch 
vor unvorsichtiger Benutzung der Mahler'schen Tabellen, da dieser 
die Jahre nach chronographischer Rechnung, aber nicht nach der 
21ählung der zeitgenössischen Urkunden zähle. 

1) Ebenso Jasti in seiner „Geschichte Irans^' im „Grundriss der iranischen 
Philologie Bd. 2 S3. 395 ff. und besonders SS. 427 f., Atim. 8. 



196 WeUshachy Über e. neuere Arbeiten z, babyl.-pera, Chronologie. 

Auch Lehmann glaubte bei seiner Bearbeitung der Mond- 
-'finstemis des SamaSSumukin (Ztschr. f. Ass. 11, 110 ff.) einen Beweis 
für die Zuverlässigkeit der Mahler sehen Arbeit zu finden. In ihrer 
Bearbeitung der keilinschriftlichen Finsternisse, die nunmehr er- 
schienen ist (Spezieller Kanon der Sonnen- und Mondfinstemisse 
für das Ländergebiet der klassischen Altertumswissenschaften von 
K. F.Gin zel, Berlin 1899, SS. 285—260), haben dann Lehmann 
und Ginzel mehrere neue Bestätigungen für Mahlers Tabellen er- 
mittelt, in einem Falle allerdings auch eine Abweichung. Auch 
hat Lehmann versucht, verschiedene Einwände gegen diese Tabellen 
zu entkräften, im Obrigen aber erklärt, dass Mahlers Ansichten für 
ihn und seinen Mitarbeiter , nichts weiter als eine wissenschaftliche 
Hypothese wie jede andere* sei. 

Gegen Mahler erklärten sich mit mehr oder minder grosser 
Entschiedenheit E p p i n g und .Strassmaier (in verschiedenen 
Aufsätzen der Ztschr. f. Ass.) und namentlich Oppert. Mahler 
hat meist prompt geantwortet, so z. B. auf Opperts Artikel (ZDMG. 

51, 138 ff.), im nächsten Bande dieser Zeitschrift (52, 227 ff.). Am 
Schlüsse dieses Aufsatzes (S. 246) versprach er auch, auf meine 
Einwürfe zurückzukommen. Hierzu hätte er umsomehr Veranlassung 
gehabt, als neuerdings auch Oppert ihm wieder entgegen getreten 
ist (ZDMG. 53, 63 ff.). Mahler scheint eine Antwort für halb und 
halb überflüssig zu halten, da er sonst doch wohl bei seiner Be- 
sprechung des Ginzel-Lehmann'schen Werkes (ZDMG 54, 137 ff.) die 
Gelegenheit dazu wahrgenommen hätte. Er hat indessen mk Bezug 
auf Oppert weiter nichts gethan, als ihn erneut auf seinen (ZDMG. 

52, 227 ff.) dargelegten Standpunkt zu verweisen (ZDMG. 54, 151); 
mit Bezug auf meine Wenigkeit hat er sich begnügt, eine gegen 
mich gerichtete Stelle aus Ginzel - Lehmanns Werk abzudrucken 
(a. a. 0. S. 144). Am Schlüsse seiner Besprechung (S. 152) stellt er 
Erörterungen über den chronographischen Charakter seiner Tabellen 
in Aussicht. 

Wenn ich nun schon jetzt, ehe diese Erörterungen erschienen 
sind, das Wort ergreife, so geschieht das aus mehreren Gründen: 

1. ist das tempus utile fär Mahlers Antwoi-t reichlich verflossen; 

2. möchte ich Mahler veranlassen, seine Aufstellungen au& Neue 
zu prüfen, sie, wenn nötig, zu verbessern oder völlig zurückzuziehen. 

3. lehrt die Behandlung, die die Streitfrage seitens Lehmanns ge- 
funden hat, dass diesem das Wesentliche daran unklar ge- 
blieben ist. 

Was wir von dem babylonischen Kalender wissen, ist folgendes : 
Das babylonische Jahr enthielt ungefähr 354 Tage oder 12 Monate 
mit 29 bez. 30 Tagen. Es begann etwa um Frühlings Anfang 
(28. März). Da es aber gegenüber dem Sonnenjahr um 11 Tage 
und darüber zu kurz war, wurde etwa alle 2 bis 3 Jahre ein Monat 
eingeschaltet und so wieder die Nähe der Frühlingstagundnacht- 
gleiche für den Jahresanfang erreicht. Der Anfang des Monats fiel 



Weissbaeh, Über e, neuere Arbeiten z. babyl.-pera. Chronologie. 197 

mit dem Neumond, genauer mit dem Nealicht, zusammen. Soweit 
herrscht völlige Übereinstimmung in den beteiligten Gelehrtenkreisen. 

Mahler ist noch weiter gegangen. Er glaubt eine Regel 
gefxinden zu haben , wonach die ßabylonier die Einfügung von 
Schaltmonaten bewerkstelligt hätten. Er sagt : in einem Cyklus 
von je 19 Jahren sind jedesmal die Jahre 3, 6, 8, 11, 14, 16, 19 
Schaltjahre. Das babylonische Jahr 747/46 ^) v. Ch. ist das 1. eines 
solchen Cyklus. Seine Tabellen sind auf dieser Grundlage aus- 
gearbeitet worden. 

Lehmann schreibt (Spez. Kanon S. 237): „Mahler hat nun 
selbst darauf hingewiesen, dass auch in der Zeit, wo der 19 jährige 
Cyklus in Geltung war, und zwar besonders in der persischen 
Periode, gewisse Abweichungen und Unregelmässigkeiten sich nach- 
weisen lassen, die jedoch den Bestand des 19 jährigen Cyklus nicht 
berühren, sondern nur die Verteilung der Schaltung auf die 19 
Jahre, und den Schaltmonat; statt eines IL Adar, wie es Regel ist, 
wird mehrfach ein IL Elul eingeschaltet.* 

Solcher Abweichungen von seiner eigenen Regel hat Mahler 
im Ganzen 12. Folgende Jahre müssten gemäss ihrer Stellung 
innerhalb eines Cyklus Schaltjahre sein, werden aber von ihm als 
Gemeinjahre hehandelt. 599/98; 585/84; 552/51; 547/46; 539/38; 
531/30; 520/19; 512/11; 352/51; 333/82; 295/94; 238/37. Hier- 
durch ist nun nicht nur die Ordnung innerhalb des betreffenden 
Cyklus gestört (wenn auch Mahler selbstverständlich den Fehlbetrag 
wieder eingebracht hat, indem er 12 andere Jahre, die seiner Regel 
nach Gemeinjahre hätten sein müssen, zu Schaltjahren stempelte) 
in einem Falle ist die Unordnung sogar soweit gegangen, dass 
der eine Cyklus (557—539) nur 6, der nächste (538—520) aber 
dafür 8 Schaltjahre erhalten hat. 

Was den IT. Elul als Schaltmonat betrifPt;, so wissen wir jetzt, 
dass derselbe bereits zu ]^ammurabis Zeit bekannt war (Zimmern 
in Göit gel. Anz. 1899 No. 6, S. 502 ; die Einführungsurkunde bei 
L. W. King, Letters and inscriptions of Hammurabi Vol. 1, No. 14. 
Lond- 1898). 

Lehmann fährt fort (a. a. 0.) : ^ Mahler hat aber nicht alle 
FÜle solcher Abweichungen berücksichtigt, die zu der Zeit, als 
seine Vergleichungstabellen erschienen, in der veröffentlichten Litte- 
rator erkennbar waren. Zum Teil mag das darauf beruhen, dass 
die Herstellung seiner Tabellen in eine Zeit zurückgeht, wo die 
betreffenden Texte noch nicht zugänglich waren. Diese Thatsache 
ist neuerdings von Weissbach (ZDMG51, 1897, S. 655), der 
sich speziell mit den persischen Keilinschriften und der altpersischen 
Geschichte beschäftigt, hervorgehoben und zum Ausgangspunkte einer 
Kritik von Mahlers Aufstellungen gemacht worden, die entschieden 



1) Gemeint ist dM babylonische Jahr, welches im Frühling 747 begann 
and im FrAhling 746 endete. 



198 Weisabach, Über e. neuere Arbeiten z. babyl.-pers, Chronologie, 

über das Ziel hinausschiesst. Das Misstrauen, welches Weissbach 
den Mahler'schen Berechnungen entgegenbringt, hat zum Teil seinen 
Grund darin, dass Weissbach von Mahlers Daten mehr verlangt, als 
diese nach ihres Verfassers Absicht leisten sollen und leisten können/ 

Was Mahlers Daten nach ihres Verfassers Absicht leisten 
können, geht aus dessen eigenen Worten hervor. Sie sollen (Denkschr. 
d. Wiener Akad. Math.-nat. Cl. 62, 642) den Forscher babylonischer 
Urkunden in Stand setzen, ^<}ie babylonischen Daten in solche 
christlicher Zeitrechnung leicht umsetzen zu können*. Aber nicht 
nur für bequem, sondern auch für richtig hat Mahler seine Tabellen 
gehalten , wenn er sagt (a. a. 0. 643) ; „Wenn daher auch in In- 
schriften aus späterer Zeit, wo das babylonische Reich seine Existenz- 
berechtigung in der Geschichte bereits verloren, sich Daten vor- 
finden sollten, welche vielleicht gegen die vorliegenden Tabellen 
hie und da um 1 Tag abweichen, so werden diese dennoch ihren 
Wert behalten und stets als Richtschnur dienen können, wenn man 
ein babylonisches Datum auf die christliche Zeitrechnung wird 
reduciren wollen.* Wenn die Zuverlässigkeit dieser Tabellen wirklich 
einen solchen Grad erreichte, dass nur in der späteren Zeit hie und 
da ein Fehler von 1 Tag anzunehmen wäre, so hätte es selbstver- 
ständlich keinen Zweck, auch nur mit einem Worte dagegen an- 
kämpfen zu wollen. Leider ist die hohe Meinung, die Mahler von 
seiner Arbeit hatte, nicht gerechtfertigt. Unsere Hauptforderung, 
von der wir unmöglich abgehen können, gipfelt darin, dass seine 
Rechnungen mit den Urkunden der Babylonier Selbst 
in Einklang stehen. Lehmann giebt zu, dass diese Übereinstimmung 
nicht überall stattfindet. Wenn er aber hinzufügt, dass. dies zum 
Teil darauf beruhen mag, dass die Herstellung von Mahlers Tabellen 
in eine Zeit zurückgeht, wo die betreffenden babylonischen Urkunden 
noch nicht zugänglich waren ^) , so können wir hierin nur eine 
entschiedene Verurteilung von Mahlers Arbeitsweise erblicken. An- 
genommen , dass Lehmanns Vermutung zutrifft ^) , so hätte Mahler 
die Pflicht gehabt, entweder zu warten, bis ihm genügendes Material 
zu Gebote stand, oder seine Tabellen umzuarbeiten, sobald er Ge- 
legenheit fand, sich von ihrer Unvollkommenheit zu überzeugen. 

Lehmann giebt nun folgende Anmerkung: «„Man liest bei 
Weissbach; „Für zuverlässig wird man die Bestimmung des 7. 
Jahres des Kambyses zu halten geneigt sein, aus dem je 2 Mond- 
finstemisse mit ihren babylonischen Daten überliefert sind. Mahler 
giebt als 1. Nisan dieses Jahres den 5. April 523. Dagegen hat 
Epping denselben Tag auf den 6. April 523 berechnet und dazu 
bemerkt (Ztschr. f. Ass. 5, 281. 1890), dass das Datum sicher sei. 
Der Unterschied ist allerdings nicht gross aber doch gross genug, 

1) In Wirklichkeit waren im Dezember 1891, als Mahler den Schaltcyklos 
der Babylonier „entdeckte** (Sitzungsberichte der Wiener Akademie Math. Cl. 
101, IIa, 337. 1892), bereita Hefte 1 — 9, also ^/^ der Babylonischen Texte, 
hrsg. T. J. N. Strassmaier, unserer Hauptquelle, Yeröffentlicht. 



WeUtbach^ über e. neuere Arbeiten z, babyL-pers, Chronologie. 199 

dass man Gefahr läuft, bei der Umrechnung in julianische Zeit 
nicht ein einziges Datum richtig zu treffen.* — Für Kambyses 
7. Jahr haben Mahler wie Epping nur die beiden Mondfinstemisse 
zur Verfügung, die unten [seil, in Lehmann -Ginzels Bearbeitung] 
sub No. 5 u. 6 behandelt sind. Wie man von diesen beiden Daten 
aus, die Mahler beide bestätigt, das Jahr ausgestaltet, den 1. Nisan 
u. s. w. berechnet, hängt natürlich von den Vorstellungen, die der 
Einzelne über das babylonische Jahr gewonnen hat, ab. Wenn also 
Epping seine Berechnung als sicher bezeichnet, so war das cum 
grano salis zu verstehen und hinzuzudenken „unter den (von Epping) 
angenommenen Voraussetzungen*. Dass aber Eppings Voraus- 
setzungen nach mancher Richtung hin diskutabel sind, ist aus 
Mahlers Ausfuhrungen (ZDMG. 44, 715 ff. 1890) zu ersehen. Ganz 
direkt ohne Fehler lässt sich nur ein Tag bestimmen, für den eine 
genaue Finstemisangabe vorliegt. Schon bei direkter Rückberechnung. 
aus anderweitigen astronomischen Angaben, Planetenbewegungen, 
wird ein Schwanken um 1 Tag als zulässige Fehlergrenze betrachtet 
(8. Epping a. a. 0., Mahler, Ztschr. f. Ass. 6, 468, vgl. Ed. Meyer 
a. a. O. [i. e. Ztschr. f. Ass. 9, 325 ff.]). Diese nach verschiedener 
Richtung bestehende Unsicherheit ist nicht erwünscht, föllt aber 
nicht Mahler zur Last.** 

Mein Gedankengang, den jeder Unbefangene aus meinen Worten 
herauslesen wird, war folgender: Zur Berechnung des 7. Jahres 
des Kambyses besitzen wir 2 datierte Mondfinstemisse, also aus- 
gezeichnete Hilfsmittel. Trotzdem sind zwei Gelehrte, die als 
Astronomen für mich die gleiche Autorität besitzen, nicht zu völliger 
Übereinstimmung beim Berechnen des genannten Jahres gelangt. 
Um wie viel unsicherer müssen dann die Berechnungen bei solchen 
Jahren sein, bei denen nur ein solches Hilfsmittel oder — und 
das ist ja die weitaus grösste Mehrzahl der Jahre — überhaupt 
keines zu Gebote steht. 

Wie man das Jahr ausgestaltet, hängt meines Erachtens keines- 
wegs von den Vorstellungen, die der Einzelne über das babylonische 
Jahr gewonnen hat, ab, sondern einzig und allein von den Vor- 
stellungen, die die Babylonier selbst darüber hatten. Sind diese 
Mahler nicht bekannt gewesen, so bin ich, der ich sie selbst nicht 
kenne, der letzte, der ihn deshalb tadeln würde. Mein Misstrauen 
richtet sich lediglich gegen die Tabellen, die er zu einer Zeit aus- 
gearbeitet hat, da jede sichere Grundlage fehlte. 

Über Lehmanns weitere Worte : ^ Hätte Weissbach sich bei 
seinen Äusserungen nicht auf Opperts (gleich zu besprechendes) 
Urteil berufen können^ dann würde die Kritik nach Form und 
Inhalt wohl vorsichtiger ausgefallen sein* bin ich einigermassen 
verwundert. Ich habe es stets für das Gegenteil wissenschaftlicher 
Methode gehalten, etwas, das nicht allgemein anerkannt ist, unbe- 
sehen hinzunehmen. Ich glaube auch kaum, dass sonst jemand 
meine Worte, auf die Lehmann anspielt, in seinem Sinne deuten 

Bd. LV. 14 



200 Weisshach, Über e. neuere Arbeiten z. babyl.'pers. Chronologie, 

würde. Ich sagte (ZDMG. 51, 665): „In dieser Beziehung muss 
ich Opperts Ansicht durchaus beipflichten, wenn es mir auch fem 
liegt, alle seine Ausführungen zu unterschreiben." Schon der Nach- 
satz, noch mehr aber die Anmerkung an gleicher Stelle, hätte 
Lehmann zeigen können, dass ich mein Urteil nicht ohne vorher- 
gehende sorgfältige Prüfung der Arbeit Opperts abgab. Der Schluss 
meines Aufsatzes lautete: „Hiemach scheint es mir denn doch ge- 
raten, auf diese Umrechnung vorläufig zu verzichten. Es ist sehr 
zu wünschen, dass die von C. F. Lehmann in Verbindung mit dem 
Astronomen Ginzel geplante Bearbeitung der keilinschriftlich be- 
zeugten Finsternisse zuverlässigere Resultate zeitigen möge.* An 
diese Worte schliesst Lehmann folgende Betrachtung an: „So 
freundlich dieser Wunsch gemeint ist, so wenig darf man seine 
Erfüllung erwarten. Mehr als bei Mahler geleistet wird, dass 
nämlich, wo in persischer und seleucidischer Zeit Finsternisse nach 
Jahr, Tag und Mgnat keilinschriftlich erwähnt sind, das nach den 
' keilinschriftlichen Angaben berechnete julianische Datum entweder 
ganz oder nahezu mit Mahlers Tabellen stimmt, (bei den Finster- 
nissen 5, 9, 7, 8, 9, 10 sub No. 8 ganz, 1 u. 2 nahezu, und 3, 4 
nicht), kann von den folgenden Ausführungen nicht geleistet werden. 
Vielmehr sind unsere Darlegungen, wie man finden wird, auf Mahlers 
Aufstellungen, als dem [I] wichtigsten [!] Hilfsmittel, wo keine 
Bezeichnung der Finsternis von genügender Genauigkeit vorhanden 
ist, angewiesen. Ein Verzichten auf dieses Hilfsmittel würde in 
einem solchen Falle Verzichten auf eine genauere Bestimmung be- 
deutet haben.* Diese Sätze haben Mahler so erfreut, dass er sie, 
mit Weglassung der zwischen den () befindlichen, aber sonst voll- 
ständig — auch der durch [!] gekennzeichnete Berolinismus ist 
mit herüber genommen worden — abdruckt, und zwar „nicht um 
des für ihn Schmeichelhaften willen, sondern der Sache halber* 
(ZDMG. 54, 144). 

Ich werde nachher ausführlich auf Lehmann - Ginzels Arbeit 
selbst zurückkommen. Hier möchte ich nur hervorheben, dass eine 
Hypothese, über die die Zukunft möglicherweise zur Tagesordnung 
übergehen kann (Lehmann- Ginzel a. a. 0. 240, Anm. **), und an der 
schon die Gegenwart so sehr viel zu bemängeln findet, mir keineswegs 
als ein „wichtigstes Hilfsmittel* erscheint. Im Gegenteil halte ich 
es für methodisch, wenn von einem solchen Hilfsmittel abgesehen wird. 

Wenn wir Mahlers Tabellen näher prüfen, so ergiebt sich so- 
fort die Thatsache, dass der eine, grössere Teil von ihnen nicht 
kontrolliert werden kann. Aus den Jahren 747 — 604; 494 — 434; 
424 — 893 sind uns babylonische i) Schaltjahre nicht bezeugt. 
Mahlers Tabellen sind also für diese 237 Jahre schlechthin un- 
kontrollierbar. Aus der übrigen Zeit kennen wir zwar eine Reihe 
Schaltjahre, aber bei Weitem nicht alle. Schaltjahre von 603 — 495 



l) Über 2 assyrische Schal^ahre s. anten S. 215. 



Weistbach, Über e, neuere Arbeiten z, bohyL-pers. Chronologie, 201 



nnd 433 — 425 sind direkt aus Urkunden abzulesen , die im Wort- 
laut vorliegen. Für die Jahre 392 — 100 sind wir fast nur auf 
indirekte Angaben Strassmaiers, Eppings und neuerdings F. X. Kuglers 
angewiesen, die sich gleichfalls auf babylonische Täfelchen gründen, 
aber die Möglichkeit von Irrtümern nicht völlig ausgeschlossen er- 
scheinen lassen. 

Ich gebe nun zunächst ein Verzeichnis aller bekannten Schalt- 
jahre aus der Zeit von 603 — 495, unter Beifügung der Belegstellen 
und Angabe ihrer Verwendung in Mahlers Tabellen: 



Jahr V. Chr 


bezeugt als Schaltjahr durch 




bei Mahler 


603 >) 


Strm. Nbk. 409 




falsch 


598* 


Strm. Nbk. 61 




richtig 


596* 


Strm. Nbk. 78 




» 


579 


Strm. Nbk. 170 




falsch 


572 


Strm. Nbk. 262 




« 


569 


Strm. Nbk. 314 




richtig 


564* 


Strm. Nbk. 382 




falsch 


560 


Evetts Nerigl. 9 




n 


555 


Strm. Nbn. 51—53 




richtig 


553 


Strm. Nbn. 132 134 




« 


550 


Strm. Nbn. 244 u. 245 




» 


546* 


Strm. Nbn. 436—439 




w 


544 


Strm. Nbn. 683—689 




n 


541 


Strm. Nbn. 938—944 




falsch 


537* 


Strm. Cyr. 54—60 




richtig 


536 


Strm. Cyr. 148—152 


\ 


n 


533 


Strm. Cyr. 219; 242 




1» 


530* 


Strm. Camb. 5 ; Peiser, Bab. Vertr 


.XXV 


falsch 


527* 


Strm. Camb. 177—183; ' 


226 


richtig 


525 


Strm. Camb. 300 




n 


r523 


Strm. Camb. 400 




falsch/ ^ 


\522 


Strm. Dar. 8. 




519* 


Strm. Dar. 80 u. 81. 




richtig 


517 


Strm. Dar. 192—195 




11 


514 


Strm. Dar. 245 u. 246; Barton, Americ. 






Journal of Semitic lang. 16 p. 68 


No. 4 


» 



511* 

509 

506 

500 

495 



Strm. Dar. 306 u. 307 
Strm. Dar. 366 
Strm. Dar. 435 u. 436 
Strm. Dar. 557 ; Peiser a. a. 0. CXXXVIII 
Barton a. a. 0. p. 70 No. 7. 



falsch 
richtig 



* Schaltjahre mit IL Ulula. 

1) So karz für 603/2 u. s. w. geschrieben. 

2) Über diese beiden Schaltjahre s. weiter unten. 



14* 



202 Weisahachf Über e, neuere Arbeiten z, babyL-pers. Chronologie. 

Dies wären also, wenn wir von 523 und 522 vorläufig ab- 
sehen, 28 Schaltjahre. Von diesen sind nur 20 bei Mahler richtig, 
die übrigen 8 falsch. Es lässt sich begreifen, warum Mahler diese 
8 Jahre, entgegen den Angaben der Urkunden, als Gemeinjahre 
behandelt: Sie würden ebensoviele Ausnahmen von seiner Schalt- 
regel darstellen. Nun ist oben S. 197 gezeigt worden, dass Mahler 
in der fraglichen Periode ausserdem noch 8 Mal von seiner eigenen 
Begel abgewichen ist, und zwar hat er dies in Übereinstimmung 
mit den Urkunden gethan. Hätte er sich überall an die Urkunden 
gehalten, so würden seine Tabellen für die Jahre 603 — 495 im 
Ganzen 8 + 8 = 16 Verstösse gegen seine Schaltregel aufweisen. 
Ich sollte meinen, der Wert einer Regel, die bei 28 controllier- 
baren Fällen nicht weniger als 16 Ausnahmen zulässt, denen nur 
12 Treffer gegenüberstehen, ist einigermaassen fragwürdig. 

Aus den Jahren 494 — 393 sind mir nur 3 Schaltjahre bekannt, 
die sämtlich der Begierungszeit Artaxerxes I. angehören , nämlich 
sein 10. Jahr (V Rawl. 37, 58 a) , sein 32. Jahr Ruprecht & Clav, 
Bab. Exped. Ser. A, Vol. IX, No. 32) und sein 40. Jahr (daselbst 
Nr. 73); alle drei sind bei Mahler gleichfalls Schaltjahre, doch 
müsste das letzte einen IE. Ululu statt eines 11. Adaru haben. 

Für die Jahre 392—279 haben Epping und Strassmaier unter 
Benutzung der Eeilschrifttafel Sp. IE, 71 eine Konkurrenztabelle ent- 
worfen (Ztschr. f. Ass. 8, 170 ff.). Die Jahre 389, 385, 378, 313* sind 
bei ihnen Schaltjahre, während sie Mahler als Gemeinjahre behandelt 

Endlich weicht Mahler noch bei folgenden Jahren, die von 
Epping und Strassmaier, bez. Kugler als Schaltjahre namhaft ge- 
macht werden, ab: 

161 (Kugler, Die bab. Mondrechnung, S. 64, Freiberg L B. 1900). 

123* (Epping, Astron. aus Babylon S. 170). 

104* (Kugler a. a. 0. S. 33). 

Bei dem Jahre 123 v. Chr. (189 S.-Ä.) ist Mahler offenbar 
im Irrtum. 2 Finsternisse aus dem genannten Jahre, die bereits 
Epping (Astron. aus Babylon 106 f.) berechnet und Ginzel geprüft 
hat (Spez. Kanon 259 f.), zeigen, dass Mahler das Jahr 1 Monat zn 
spät beginnen lässt, dass er also das vorhergehende Jahr irrtümlich 
als Schaltjahr annimmt. 

Ich habe mich absichtlich darauf beschränkt, diese Differenzen 
festzustellen. Obwohl ich glaube, dass Epping und Kugler, die sich 
auf astronomische Angaben der Babylonier stützen, gegenüber Mahler, 
der anscheinend nur seine ,, Schaltregel* als Richtschnur genommen 
hat, im Rechte sind, so möchte ich mich doch eines bestimmten Ur- 
teils so lange enthalten, als eine anderweitige Bestätigung noch fehlt. 
Nur das Eine darf ich als Nicht- Astronom wohl aussprechen : Mahlers 
Pflicht wäre es gewesen, sich mit den abweichenden Angaben 
Eppings (Kuglers Buch konnte er natürlich noch nicht kennen) 
auseinanderzusetzen, und, wenn Epping im Irrtum war, nachzu- 
weisen, worin dieser Irrtum bestand. Der Hinweis auf einen 



• • _ 

Weissbach f Über e, neuere, Arbeiten z, babyL-pers. Chronologie. 203 

speziellen Fall genügt dabei noch nicht. Es ist allerdings That- 
sache, dass Epping Ztscbr. f. Ass. 5, 353 das Jahr 153 S. -Ä. 
(159 V. Chr.) als Gemeinjahr, dementsprechend das Jahr 154 S.-Ä. 
(158 V. Chr.) Ztschr. f. Ass. 6, 217 und Ztschr. f. Ass. 7, 203 als 
Schaltjahr behandelt, während Strassmaier, Ztschr. f. Ass. 8, 107 
nnter einer Reihe von Schaltjahren auch 153 S.-Ä. nennt. Irgend 
ein Fehler muss hier vorliegen, da die Annahme localer Verschieden- 
heiten im babylonischen Kalender unzulässig erscheint. Mahler hat 
sich für 153 als Schalt- und 154 als Gemeinjahr entschieden, und 
das ist wahrscheinlich auch richtig, da Kugler (a. a. 0. S. 164) auf 
Grund eines astronomischen Täfelchens die beiden Jahre ebenso an- 
setzt. Jedenfalls ist es unmethodisch, wegen eines Fehlers auch 
andere Angaben Eppings ungeprüft zu verwerfen. Vielmehr ist es 
notwendig von Fall zu Fall zu untersuchen. 

Es ist noch ein anderer Punkt zu besprechen, wo Mahler sich 
nicht immer an die babylonischen Urkunden gehalten hat: die 
Anzahl der Monatstage. Es kann als ausgemacht gelten, dass die 
Monate der Babylonier bald 30, bald 29 Tage zählten. Eine feste 
Regel, wann der Monat als „voll* und wann er als „hohl* ge- 
n'^mmen wurde, ist noch nicht entdeckt. Doch lässt sich aus den 
datierten Urkunden eine Reihe voller Monate gewinnen, aus der sich 
wenigstens das Eine mit Sicherheit ergiebt, dass im Prinzip jeder 
Monat, auch der Schaltmonat (belegt ist allerdings in diesem Falle 
nur ein Schalt- A dar)*) 30 Tage enthalten konnte. 



Liste der ^vollen* Monate aus der Zeit von Nabupalusur bis Darius I. 



König 


Jahr 


Monat 


bezeugt dnreh 


bei Mahler 


Nbn. 


19 


VI 


Moldenke, Metropol. Mus. 


falsch 


Nbk. 


34 


X 


Strm. Nbk. 274 No. 15 


11 


Nrgl. 


1 


vm 


Evetts Ner. 27 


n 


9 


2 


vin 


. , 41 


n 


Nbn. 


acc. 


XII 


Strm. Nbn. 17 


1» 




1 


II 


, . 28 


n 




4 


V 


. . 160 


richtig 




4 


VI 


, , 165 


falsch 




5 


VI 


. . 194 


9 




5 


VIII 


. . 200 


n 




8 


V 


. , 301 


richtig 




8 


X 


, , 310 


falsch 




9 


XII 


. . 395 


n 




11 


XII 


. . 578 


w 




13 


IV 


, . 710 


n 



1) G^en Meyer und Mahler Ztschr. f. Ass. 9, 327, Anm. l u. 328, Anm. 1. 



204 Weissbaeh, Über e, neuere Arbeiten z, babyL-pers, Chronologie, 



König 


Jahr 


Monat 


bezeugt durch 


bei Mahler 


Nbn. 


14 


VIII 


Strm. Nbn. 809 


falsch 


n 


15 


IX 


, 915 


richtig 


n 


16 


VIII 


. 994 


falsch 


Cyr. 


1 


V 


. Cyr. 18 


richtig 


n 


2 


VII 


n Q^ 


m 


« 


3 


III 


n 114 


n 


n 


5 


111 


n 195 


1» 


it 


5 


VIII 


, 204 


H 


1 


8 


V 


, 315 


u 


Camb. 


2 


u 


, Camb. 104 


falsch 


n 


2 


XT 


, 137 


richtig 


n 


3 


VI 


, 174 


falsch 


n 


4 


VI 


, 244 


« 


n 


5 


VI 


. 287 


n 


* 


6 


I 


, 305 


richtig 


9 


7 


X 


. 392 


falsch 


H 


7 


XI 


, 395 


richtig 


Dar. 


5 


XII b 


, Dai\ 195 


falsch 


n 


6 


VI 


, 205 


n 


n 


8 


IX 


Barton Am. Journ. of 
Sem.lang. 16p.68No.3. 


richtig 


n 


8 


X 


Strm. Dar. 241 


falsch 


n 


16 


VI 


. 430 


« 


n 


21 


I 


n 521 


richtig 


n 


23 


IX 


, 572 


V 



Von diesen 39 keilinschriftlich bezeugten ^vollen* Monaten 
findet man also in Mahlers Tabellen nur 15 wieder; die übrigen 
24 hat er als «hohle* angesehen. 

Wie in den astronomischen Täfelchen der Babylonier der 
Wechsel zwischen vollen und hohlen Monaten angedeutet wurde, 
hat Epping (Astron. aus Bab. S. 15) ermittelt und Kugler (Die 
bab. Mondrechnung S. 36) bestätigt: War ein Monat voll, so 
schrieben die Babylonier dem Namen des folgenden Monats eine 
Eins bei; war er dagegen hohl, so wurde dem folgenden Monat 
30 beigeschiieben. An der allgemeinen Geltung dieser Regel ist 
nicht wohl zu zweifeln. Aber wie ist es zu erklären, dass in dem 
astronomischen Täfelchen Str. Camb. 400 dem Adai- eine 30 bei- 
geschrieben ist, zum Zeichen, dass der vorhergehende Sabatu nur 
29 Tage hatte, während Strm. Camb. 395 vom 30. §abatu des 
gleichen Jahres (7. des Camb.) datiert ist? Es ist dies, wie wir 
nachher sehen werden, leider nicht die einzige Schwierigkeit, die 
uns das Täfelchen Strm. Camb. 400 bereitet. 

Das Ergebnis unserer Prüfung von Mahlers Tabellen ist für 



WeUsbach, Über e. neuere Arbeiten z. babyl.-pers. Chronologie. 205 

diese Dicht günstig ausgefallen. Es mag kleinlich erscheinen, wenn 
wir die von Mahler ausser Acht gelassenen vollen Monate ans Licht 
ziehen, da diese ja nur einen Fehler von jedesmal 1 Tag bedingen, 
und ein solcher Fehler in der That im Laufe des Jahres meistens 
wieder gut gemacht vrird. Vor der strengeren Kritik kann dieser 
Einwurf nicht bestehen. Unsere Quellen sind in Bezug auf genaue 
Angaben so spärlich, dass wir keine derselben vernachlässigen 
dürfen. Mahler wird also zugeben müssen, dass in seinen Tabellen 
auch für die ältere Zeit, nicht nur für die spätere, Fehler von 
-|- 1 Tag möglich und nachweisbar sind. Schlimmer steht es mit 
den Schaltmonat^n. Die Ausnahmen sind hier so zahlreich, dass die 
Giltigkeit seiner Schaltregel wenigstens für das 6. vorchristliche 
Jahrhundert einfach aufgehoben wird. Wie es mit dem 8. und 
7. Jahrhundert, sowie einem grossen Teil des 5. und 4. steht, 
können wir aus Mangel an Material nicht entscheiden. Zur Seleu- 
cidenzeit finden sich die Abweichungen wieder ; wenn auch nicht 
so zahlreich, wie im 6. Jahrhundert. Lehmann sagt (a. a. 0. S. 238): 
,Bei der Verwertung von Mahler's Tabellen wird man also die 
Vorsicht zu gebrauchen haben, zu beachten, ob eines der in Frage 
kommenden Jahre nicht etwa zu denen gehört, die eine in Mahler's 
Tabellen nicht berücksichtigte Abweichung zeigen*. Diese Vor- 
schrift klingt so einfach und natürlich, ist aber in Wirklichkeit 
für die Zeiträume, die mehrere Jahrhunderte umfassen, gar nicht 
zu befolgen. Aus der Zeit von 747 bis 604 z. B. ist uns nicht 
ein einziges babylonisches Schaltjahr bekannt. Wie denkt sich 
Lehmann hier die Anwendung seiner Regel ? Dass Mahler s Tabellen 
neben vielen, wie wir gesehen haben, ausserordentlich vielen Fehlern 
auch richtige Angaben enthalten, darf nicht bestritten werden. Die 
3 von Meyer errechneten Daten des Almagest (Ztschr. f. Ass. 9, 325 ff.) 
gehören zu diesen. Aber aus dem Zutreffen von 3 Daten auf die 
Richtigkeit der übrigen 8011 zu schliessen, scheint mir etwas gewagt. 
In einem Punkte freue ich mich, Mahler wenigstens teilweise 
zustimmen zu können : es ist das die Umrechnung der babylonischen 
Regierungsjahre im allgemeinen. Schwierigkeiten sind hier aller- 
dings noch manche vorhanden. Doch glaube ich, dass sich für die 
meisten Ansätze in absehbarer Zeit eine Verständigung erreichen 
lassen wird. Meyer sagt (Forschungen 2, 476 Anm. 1) : „Deshalb ist 
bei Benutzung der Mahlerschen Tabellen grosse Vorsicht geboten ; er 
zählt die Jahre nach chronographischer Rechnung, aber nicht nach 
der Zählung der zeitgenössischen Urkunden*. Diese Warnung 
scheint mir nar teilweise berechtigt. Meines Erachten s ist zunächst 
nur die Regierungszeit Artaxerxes' I. bei Mahler um 1 volles Jahr 
hinaufzurücken. Wir wissen (vgl. Meyer a. a. 0. S. 483 u. Anm. 1), 
dass Artaxerxes L im Winter 425/24 gestorben ist. Mit Hilfe der 
von Hilprecht und Clay veröffentlichten Urkunden lässt sich die 
Zeit seines Todes noch genauer feststellen. Die späteste dieser 
Urkunden (Hilpr.-Clay 109) ist datiert vom 17. XL des 41. Jahres. 



206 Weifsbach, Über e. neuere Arbeiten z, babyl.-perg. Chronologie. 

Auch der ptolemäische Kanon und die Sarosliste (Ztschr. f. Ass. 8, 106) 
geben Artaxerxes 41 Regierungsjahre, Diodor (XI 69, 6 ; XII 64, 1) 
nur 40, Etesias 43 dagegen 42 Jahre. Das 41. Regierungsjahr des 
Artaxerxes, das wir also als sein letztes annehmen dürfen, ist 425 24, 
das babylonische Datum 17. XL f^llt in den Januar oder Februar 
des Jahres 424 v. Chr. Artaxerxes ist wohl erst Anfang 424 ge- 
storben. War nun 425/24 sein 41. Begierungsjahr, so muss das 
erste 465/64 gewesen sein. Aus seinem Accessionsjahr, 466 65, 
sind datierte Urkunden nicht bekannt. Dies kann auf Zufall be- 
ruhen, wenn es auch auffällig ist, dass unter 131 Daten kein einziges 
das Accessionsjahr nennt. Es sind aber noch 2 andere Erklärungen 
möglich: 1. Artaxerxes* Regierungsantritt fiel gerade auf Neujahr 
465/64 oder doch nur so wenige Tage nach Neujahr, dass man das 
Jahr noch füglich als vollständig rechnen konnte. Wahrscheinlich 
ist diese Annahme deshalb nicht, weil aus den ersten 5 Monaten 
seines 1. Jahres wieder keine Daten überliefert sind. 2. Die Baby- 
lonier zählten das Accessionsjahr überhaupt nicht mehr, nahmen 
das Jahr des wirklichen Regierungsantrittes, einerlei in welchem 
Monat dieser erfolgte, als 1. Jahr, mit einem Worte: sie antedatierten. 
Dies ist nun in der That das Wahrscheinlichste. Xerxes hat dem 
babylonischen Königtum ein Ende gemacht (Lehmann, SamaSSumu- 
kin 49 f.), eine Thatsache, die vielleicht auch den Wechsel im Titel 
der Achämenidenkönige verursacht hat (Lehmann, Berl. phil. Wochen- 
schrift 1894, Sp. 273; Meyer, Forschungen 2,477; 485). Denn 
während bei den Königen Cyrus bis Darius der Titel regelmässig 
„König von Babylon, König der Länder* lautete, und andere Titel 
wie , König von Babylon* oder „König der Länder* allein seltener 
vorkommen^), führt Artaxerxes ausschliesslich den Titel „König der 
Länder*. Der Umschwung vollzog sich unter Xerxes (Lehmann 
a. a. 0.). 

Es ist also, wie gesagt, wahrscheinlich, dass Artaxerxes I. im 
Jahre 465/64, seinem 1. Jahre, zur Regierung kam und dass kein 
Accessionsjahr vorausging. Die datierten Urkunden umspannen 
40 Jahre 3 Monate 19 Tage, einen Zeitraum, den der ptolemäische 
Kanon und die Sarosliste richtig auf 41 Jahre abnmden^). 

Wurde nun bei Artaxerxes kein Accessionsjahr gezählt, so war 
465/64 auch zugleich das letzte Jahr des Xerxes. Meyer nimmt 
465/64 als sein 20. Jahr; als sein Accessionsjahr, das durch 4 Keil- 
schriftdaten bezeugt ist, demnach 485/84. Dieses Jahr muss dann 
zugleich das letzte (36.) Jahr des Darius sein. Die letzte Urkunde 
aus des Darius' Zeit ist vom 22. VI. des 36. Jahres, die erste des 
Xerxes vom 7. X. seines Accessions Jahres. Da diese beiden Jahre 
gleich sein müssen, ist Xerxes zwischen dem 22. VI. und dem 7. X., 



1) Zusammenstellungen für die Regierung des Kambyses bei Prisek, 
Forschungen I 26; Berichtigungen dazu ZDM6. 51, 662. 

2) Vergleiche die Nachschrift. 



Weissbach, Über e, neuere Arbeiten z, babyl.-pers, Chronologie. 207 

also wahrscheinlich im VIII. Monat König geworden. Vor dem 
28. Vn. 465/64, dem frühesten Datum des Artaxerxes L, muss er 
geendet haben. Nehmen wir mit Meyer an, dass 485/84 Accessions- 
jahr des Xerxes gewesen sei, so ergiebt sich als wahrscheinliche 
Regierongsdauer knapp 20 Jahre. Da aber der ptolemäische Kanon 
und die Sarosliste seine Regierungszeit auf 21, Diodor (XI 69) auf 
reichlich 20 Jahre beziffern, so ergiebt sich als wahrscheinlicher, 
dass 486/85 als Accessionsjahr des Xerxes und 36. Jahr des Darius 
anzunehmen ist. Hieraus folgt dann wieder als Accessionsjahr des 
Darius 522/21 = 8. Jahr des Kambyses = Jahr des Smerdis. 

In der Ansetzimg der Regierungen des Kambyses, Smerdis, 
Darius I. und Xerxes stimme ich also mit Mahler überein. Frei- 
lieh ist diese unsere Annahme von Schwierigkeiten nicht frei. Ehe 
ich dieselben bespreche, will ich noch kurz feststellen, was unserer 
Annahme günstig ist: 

1. die Übereinstimmung mit dem ptolemäischen Kanon und 
der Sarosliste, die indirekt, und 

2. die Angabe Herodots, die direkt bezeugt, dass Smerdis kein 
volles Jahr regiert hat. 

Folgende Schwierigkeiten sind zu erörtern: 

1. Die babylonischen Urkunden aus der Zeit des Smerdis 
datieren nicht nur aus seinem Accessionsjahre, sondern auch aus 
seinem 1. Jahre, also anscheinend aus 2 verschiedenen auf einander 
folgenden Jahren. Trotzdem halte ich mit Oppert diese Jahre für 
identisch. Schon ZDMG. 51, 512 habe ich 13 Urkunden des Smerdis 
nachgewiesen, die zwar aus seinem Accessions- und seinem 1. Jahr, 
aber nur aus den ersten 7 Monaten datiert sind. Heute kann ich, 
dank einer freundlichen Mitteilimg Hilprechts, noch 2 solche nach- 
tragen, nämlich: 

PhUadelphia Nr. 3606: 13. VI. 1. Jahr 

, 3612 : 15. VI. 1. , 

Auch diese beiden Daten stimmen zu Opperts Annahme, während 
Meyer für die achtmonatliche Unterbrechung in den Urkundendaten, 
die sich als natürliche Folge seiner Ansicht ergiebt, nur die un- 
sicheren Zustände der damaligen Zeit geltend machen kann. Nach 
wie vor halte ich auch daran fest, dass der altpersische Monat 
Garmapada dem bab. Nisannu entspricht. Die beiden von Meyer 
angeführten Stellen aus der Behistun -Inschrift altpers. III 7 und 
m 46 können kein ernstliches Hindernis bilden , da ja in der In- 
schrift niemals gesagt ist, wie lange die einzelnen Feldzüge dauerten. 
Bei der ersten Stelle wäre übrigens die Möglichkeit eines Schalt- 
jahres nicht ausser Acht zu lassen. 

Da also Smerdis 8 Tage nach Neujahr offiziell die Herrschaft 
ergriff, nachdem er sich schon gegen Ende des Vorjahres „erhoben*^ 
hatte, wird man sein Accessionsjahr mit seinem 1. Regierungsjahre 
idenüficieren dürfen. 



208 Weissbachy Über e. neuere Arbeiten z. babyl.-pers, Chronologie, 

. 2. Die Urkunde Strm., Camb. 412, die vom 27. XI. des 8. Jahres 
des Kambyses datiert ist, also aus einer Zeit, wo es nach meiner 
Ansicht mit der Herrlichkeit des falschen Smerdis längst vorbei 
war und bereits nach Darius datiert wurde, kann ich allerdings 
heute nicht besser erklären als vor 3 Jahren (ZDMG. 51, QQ4i). 
Da die fortlaufende Reihe der Datierungen aus Kambyses* Zeit 
10 Monate vorher aussetzt, möchte ich dazu neigen, einen Fehler 
entweder des Tafelschreibers oder des Herausgebers anzunehmen. 
Jedenfalls ist es misslich, auf Grund eines einzigen Täfelchens gegen 
Herodots ausdrückliche Angabe, die Regierungszeit des Kambyses 
auf 8 Jahre 5 Monate zu verlängern. ^ 

3. Das 7. Jahr des Kambyses war gemäss Strm., Camb. Nr. 400, 
das Accessionsjahr des Darius gemäss Strm., Dar. Nr. 8 ein Schalt- 
jahr. Dies ist unmöglich, wenn beide Jahre einander unmittel- 
bar folgten. Oppert und Meyer, die, jeder in besonderer Weise, 
ein Jahr einschieben, vermeiden die Schwierigkeit wenigstens an- 
scheinend. Mahler unterdrückt das eine Schaltjahr gänzlich und 
zwar behält er nur das erste von beiden bei. 

Das 7. Jahr des Kambyses ist mit Hilfe der beiden Mond- 
finstemisse durch Epping und Mahler mit einer Fehlergrenze von 
höchstens ^;^ 1 Tag berechnet worden (vgl. ZDMG. 51, 665). Nach 
ihrer übereinstimmenden Angabe endete es mit dem 23. April 
522 V. Chi\ Sowohl Epping (Ztschr. f. Ass. 5, 281) als auch Oppert 
(ZDMG. 51, 156) ist dieser abnorm späte Jahresschluss aufgefallen. 
Denn es gilt, und wohl mit Recht, als ausgemacht, dass die Baby- 
lonier ihr Neujahr so nahe als möglich an Frühlingsanfang (28. März) 
legten. Wäre nun das folgende Jahr noch ein Schaltjahr gewesen, 
so hätte das übernächste Jahr erst mit unge&hr dem 13. Mai be- 
gonnen, was ganz ausgeschlossen ist. Wer aber mit Oppert das 
folgende Jahr als Gemeinjahr und das übernächste als Schaltjahr 
annimmt, ist nicht besser daran, da bei dieser Annahme das dritte 
auf 623 22 folgende Jahr (52019) ungefähr mit dem 2. Mai, also 
gleichfalls viel zu spät, anfangen würde. Hieraus ergiebt sich, dass 
eine der beiden keilinschriftlichen Angaben falsch sein muss. Mahler 
hat die zweite davon unterdrückt; ich bin eher geneigt, dies mit 
der ersten zu thun, und zwar aus zwei Gründen: 

1. das Jahr 522 21 beginnt dann mit Frühlingsanfang und 
nicht ei*st 4 Wochen später; 

2. in der Urkunde, Strm., Camb. Nr. 400, haben wir bereits 
eine falsche Angabe gefunden, vgl. oben S. 204. 

Das genannte Täfelchen bedarf einer neuen Bearbeitung durch 
einen assyriologisch geschulten Astronomen, da die „sachliche Er- 
klärung* des trefflichen Epping noch zu vieles dunkel gelassen hat. 

Zu der Regierungszeit des Kambyses ist sonst nicht viel zu 
bemerken. An der Thatsache, dass Kambyses bereits im Jahre nach 
der Eroberung Babylons eine Zeit lang Unterkönig von Babylon 
gewesen ist, hätte Meyer nach allem, was von Peiser, PraSek und 



Weissbach j Über e. neuere Arbeiten z, babyU-pers. Chronologie, 209 

mir^) vorgebracht worden war, nicht zweifeln dürfen. Da PraSek 
inzwischen (H. 3 seiner , Forschungen") den Gegenstand nochmals 
aosfuhrlich behandelt hat, glaube ich einer Entgegnung auf Meyers 
Einwände überhoben zu sein. 

Noch ein Wort über die von Pinches ans Licht gezogene 
Urkunde des ^Tar-zi-fa, Königs von Babylon und der Länder* 
(Br. M. 82—9—18, 360»). Lehmann (Berl. phil. Wochenschr. 1900, 
Sp. 959 — 65) weist diesen Text neuerdings der Zeit des Xerxes zu. 
Soviel ist allerdings aus dem Titel zu schliessen, dass der Mann in 
die Zeit der ersten Achämeniden , dass er v o r Artaxerxes gehört. 
Dass er gerade unter Xerxes aufgetreten sei, lässt sich meines Er- 
achtens nicht erweisen. Im Gegenteil halte ich es für das wahr- 
scheinlichste, dass sich unter den Silben Tar-zi-ja (Lehmanns Lesung 
^cu-zi-ja ist selbstverständlich gleichfalls möglich) Bar-zt-ja ver- 
birgt. Lautgesetzlich ist die Identifizierung ausgeschlossen, 
wie Lehmann richtig hervorhebt. Wohl aber ist es denkbar, dass 
der Name durch Missverständnis des babylonischen Schreibers 
zu dem wurde, als was er sich heute uns darstellt. Das Datum 
11. Vni. des 1. Jahres ist allerdings für Smerdis reichlich spät, 
weil dieser schon im vorhergehenden Monat ermordet worden war. 
Da aber diese Ermordung im fernen Medien erfolgt war, so ist es 
fraglich, ob die Kimde davon sogleich in alle Orte Babyloniens 
drang. Das Täfelchen ist übrigens zerbrochen, nur der untere Teil 
ist erhalten. Sollte es absichtlich kassiert worden sein? Der ein- 
zige Eigenname, den ich darauf noch lesen konnte, ist Takts- Gvla, 
der vielleicht mit dem gleichnamigen Sohne des Sonnenpriesters 
in Strm., Camb. 401 Z. 4 eine Person war. 

Täfelchen mit Datierungen, die sich in kein chronologisches 
System einfügen wollen, fehlen ja leider auch sonst nicht. Die 



1) PeUer's und Präsek^s Ansichten deckten sich nicht völlig, während 
ich seinerzeit irriger Weise das Gegenteil annahm. Schon dies htttte Peiser 
▼OD dem anschönen Angrifif Orientalistische Litteraturzeitung 1, 95 (1898) ab- 
haJten tollen. Zu den sachlich gehaltenen Ausführungen Prdsek's im 3. Hefte 
seiner Forschungen könnte ich manches hinzufügen. Ich begnüge mich damit, 
eine Stelle aus Peiser^s Aufsatz anzuführen, die zeigen wird, wie leicht hier 
ein Irrtum möglich war: „„Nach Cyrus 16 ist am 10. Siman des 1. Jahres des 
Cyrus, Königs der Länder, Kambyses, König von Babylon. Daneben erscheinen 
die Urkunden Kamb. 36, 42, 72, 98, die nach Kambyses, König von Babylon, 
Sohn des Cyrus, Königs der Länder, datiert sind, und die Urkunden Kamb. 
46, 81 und Babyl. Verträge XXIV, welche nach den 1. Jahre des 
Kambysea, Königs von Babylon datiert sind und den Vermerk 

zeigen: duiiAls (war) CyTus, sein Tater, König der Länder. 

Nun wären drei Fälle möglich: 1. Kambyses hat als König von Babylon 
regiert, ehe sein Vater König von Babylon wurde. Oder 2. Kambyses hat 
als König von Babylon im Laufe der Regierung des Cyrus regiert, 

der wlhrend dieser Zeit nur „König der Länder^^ war. Dies ist 
Hiekt möglich, wie die Datierungen in Strassmaiers Ausgabe be- 

Weiaen^^^^ (Mitteilungen der Vorderasiat. Gesellschaft 2, 299. 1897) also ein 
Widerspruch binnen 6 Zeilen! 



210 Weissbach, Über e. neuere Arbeiten z, babyl.-pers, Chronologie. 

einst vielberufene Urkunde aus dem 11. Jahre des Kambyses ist 
glücklich erledigt (vgl. zuletzt Meyer a. a. 0. 472 Anm. 1), aber 
noch bleibt die oben besprochene vom 27. XT. seines 8. Jahres, der 
sich hier diejenige vom 11. VIII. des 1. Jahres des Tarzija-Barzija 
anschliessen würde, während als dritte eine solche vom 21. XII. des 
10. Jahres des Cyrus zu nennen ist (Liverpool 7*/ — 11 — 29, 18, 
veröffentlicht von Strassmaier in Actes du VI. Congr^s international 
des Orientalistes 11, S. 574 Nr. 17. Leide 1885). Strassmaier hatte 
vermutet, dass bei diesem Datum ausnahmsweise der Begierungs- 
antritt als eigenes Jahr gerechnet sei. Aber auch so würde zwischen 
diesem Datum und dem sonst letzten des Cyrus (Strm., Cyr. 341, 
datiert 27. IV. des 9. Jahres) eine Lücke von fast 8 Monaten klaffen. 
Meyer (a. a. 0. 471 f.) schliesst aus der Existenz dieser Urkunde, 
dass Cyrus im Jahre 530 vor seinem Zuge nach dem Osten seinem 
Sohne das Königtum formell übertragen, sich selbst aber das Ober- 
königtum reserviert habe. Daher werde in Babylon fortan gewöhn- 
lich nach Kambyses datiert, gelegentlich aber daneben nach Cyrus. 
Zugleich zeige diese Urkunde, dass Cyrus frühestens im Frühjahr 
528 seinen Tod gefunden und in Wirklichkeit etwa 10^/2 Jahre die 
Oberherrschaft über Babylon besessen habe. So Meyer. Thatsäch- 
lich liegt aber die Sache weit einfacher. Ein einzigartiger Zufall 
hat uns von der genannten Urkunde ein Duplikat erhalten, das in 
London verblieben (Br. Mus. 77 — 11 — 15, 10) und gleichfalls von 
Strassmaier veröffentlicht ist (Cyr. Nr. 87) ^). Seine Abschrift zeigt 
mehrere Abweichungen von dem anderen Exemplar; die wichtigste 
liegt in dem Datum, das nicht das 10., sondern das 2. Jahr nennt. 
Offenbar ist dies die richtige Zahl; um aber den letzten Zweifel zu 
beseitigen, wäre es wünschenswert, dass ein anderer Assyriolog, den 
sein Weg nach Liverpool führt, das dortige Original nachprüfte. 

Cyrus' Feldherr Ugbaru eroberte 16. VII. — die Monatsangabe 
gemäss einer sicheren Verbesserung Meyers — des Jahres 539 38 
Babylon. Regelrechter Weise müssten die Datierungen aus der Zeit 
Nabuna'ids spätestens mit diesem Tage aufhören, diejenigen aus der 
Zeit des Cyrus dürften umgekehrt nicht vorher beginnen. Dieser 
Forderung widerstreiten anscheinend die 4 Täfelchen Str., Nbn. 
1053—1055 und Str., Cyr. 1. Zu dem, was Meyer (a. a. 0. 409) 
darüber bemerkt hat, lässt sich noch folgendes hinzufugen: 

Strm., Nbn. 1053 enthält den Königsnamen gar nicht; ob der 
Text gerade zu Nabuna'id gehört, ist deshalb zweifelhaft (man be- 
achte auch das Fragezeichen in Strm.s Überschrift); bei Nr. 1054 
ist das Monatsideogramm unsicher. Endlich bei Nr. 1055 ist das 
Datum der wirklichen Ausfertigung gar nicht angegeben. Es handelt 
sich um Auszahlungen von Monatsraten, wobei mindestens auf- 



1) Vermutlich bilden beide Exemplare ein Case-tablet. Das Londoner 
Exemplar dürfte dann wohl die äussere Hülle sein. Vgl. auch Strm. Nbn. 375 
u. 619, sowie Marx' Bemerkungen in Beitr. z. Ass. 4, 50. 



Weissbach, Über e. neuere Arbeiten z. babyl.-pers, Chronologie, 211 

fallig ist, dass erst der IX. Monat des 17. Jahres, dann der I. Monat 
des 17. Jahres and schliesslich der VI. Monat (ohne Jahr) genannt 
wird. Sollte nicht die erste 17 in 16 zu ändern sein? 

Strm. Cyr. 1 datiert vom VII. Monat des Accessionsjahres des 
Cyrus ; doch ist das Monatsideogramm schraffiert. Peisers Vorschlag 
(Mitteil, der Vorderasiat. Ges. 2,298), statt DUL vielmehr AS 
(XI. Monat) zu lesen, trifft wahrscheinlich das Richtige. 

Gehen wir nun weiter zurück. Nahuna'ids 17. Jahr ist 539/38, 
sein Accessionsjahr also 556 55, das älteste Datum aus diesem Jahre 
ist 18. IIL Vorhergeht LabaSi-Marduk, dessen Urkundendaten nur 
die Zeit vom 12. IL — 9. III. seines Accessionsjahres umspannen und 
dessen Ermordung also zwischen dem 9. III. und dem 18. HI. er- 
folgt sein muss. Sein Vater Nergal-§ar-usur muss zwischen dem 
2. I. und dem 12. II. gestorben sein, da sein letztes Datum eben 
2. L seines 4. Jahres ist. War nun 556/55 das 4. Jahr Nergal- 
Sar-usurs, so war sein Antrittsjahr 560/59, und zwar ist die älteste 
Urkunde vom 12. VI. datiert. 560/59 war aber zugleich das 2. Jahr 
des Amel-Marduk (letztes Datum 4. V.). Dieser kam also 562/61 
(ältestes Datum 26. VI.) zur Regierung. Sein Vorgänger, der grosse 
Nabnkudurri-usur , regierte 43 Jahre. Letztes Datum 27. IV. des 
43. Jahres, also gleichfalls 562/61. Ältestes Datum 14. IV. des 
Accessionsjahres 605/4. 2 Monate vorher war Nabupalusur noch 
König (Str., Ztschr. f. Ass. 4, 121) und zwar stand er im 21. Jahre 
seiner Herrschaft. Diese muss also im Jahre 626/25 begonnen 
haben. Genaueres über den Monat lässt sich, aus Mangel an ur- 
kundlichem Material, nicht sagen. Dagegen können wir fast alle 
übrigen Regierungen, die wir behandelt haben, in Jahre unserer 
Zeitrechnung umsetzen, wenn wir festhalten, dass das babylonische 
Jahr ungefähr um die Frühlingstag- und -nachtgleiche begann. Es 
ergiebt sich dann folgende Tabelle; die Jahre des ptolemäischen 
Kanon sind zum Vergleich beigefügt: 



Nabupal-usur 626/25—605 
Nabu-kuduni-usur IL 605 — 562 

Amel-Marduk * 562—560 

Nergal-5ar-u§ur 560 — 556 

LabaSi-Marduk 556 

Nabu-naid 556—539 

I Cyrus 539—538 

Cyrus, König der Länder 538/37 
Kambyses, König von Babylon 

Cyrus 538/37—529 
Kambyses 529—522 

Smerdis, Nabukud. IIL 522 

Darius L 522—486/85 

Xerxes 486/85—465 
Artaxerxes L 465—424 



625—604 
604—561 
561—559 
559—555 

555—538 
538—529 



529—522 

521—486 
486—465 
465—424 



212 Weisshachf Über e, neuere Arbeiten z, babyL-pers, Chronologie. 

Wie man bemerkeD wird, besteht zwischen dieser Liste und 
den Jahresansätzen Mahlers eine fast vollständige Übereinstimmung. 
Nur bei der Regierung Artaxerxes' I. weiche ich um 1 Jahr von 
ihm ab. Im übrigen glaube ich gezeigt zu haben, dass Mahler 
gegenüber anderen Ansätzen (z. B. auch den Zeittafeln in Kautzschs 
Übersetzung des Alten Testaments und bei Benzinger, Bücher der 
Könige SS. 207 ff., Freiburg i. B. 1899) im Rechte ist. Die Zeit 
vor Nabupalusur lasse ich jetzt ausser Betracht, weil die Hilfsmittel 
zu wesentlichen Verbesserungen der jetzigen Ansätze fehlen. Für 
die spätere Zeit ist mindestens die von Hilprecht in Aussicht ge- 
stellte Veröffentlichung der in Nippur gefundenen Urkunden aus 
der Zeit Darius' II. abzuwarten. 

Ich kehre nun zu Lehmann -Ginzels Arbeit zurück. Eine neue 
umfassende Untersuchung aller keilinschriftlich bezeugten Finster- 
nisse blieb auch nach Opperts Abhandlung (Ztschr. f. Ass. 11, 310 ff. 
1896) ein dringendes Bedürfnis. Und wenn sich auch die Hoff- 
nungen, die man an Lehmann -Ginzels Plan knüpfte, nicht ganz 
erfällt haben, wenn auch ihre jetzt fertig vorliegende Arbeit zu 
manchen Bedenken und Ausstellungen Anlass bietet, so ist dieselbe 
doch noch dankenswert genug. Ein Hauptmangel ist in der Stellung 
begründet, welche die Verfasser den MaÜerschen Tabellen gegenüber 
einnehmen. Zum Glück sind sie vorurteilsfrei genug, bei jedem 
einzelnen Falle, wo sie mit Hilfe dieser Tabellen weiter vorzudringen 
suchen, auch den Standpunkt derjenigen zu berücksichtigen, die sich 
von der Unzuverlässigkeit dieses Hilfsmittels überzeugt haben. Auf 
diese Weise haben sie die Gefahr, dass Resultate, die zum Teil recht 
problematischer Natur sind, als gesicherte Thatsachen in geschicht- 
liche Lehrbücher übergehen, wenn nicht völlig vermieden, so doch 
vermindert. 

Während Opperts Aufsatz 11 Nummern enthält, von denen 
die fünfte 5 oder 6 Finsternisse nennt, zusammen also 15 oder 
16 Finsternisse, behandeln Lehmann und Ginzel im ganzen 17. 
6 der Oppertschen Finsternisse fehlen bei ihnen, doch befindet sich 
unter diesen 6 nur eine, die unbedingt hätte aufgenonunen werden 
müssen. Die übrigen 5 (Opperts Nummern 3 , 7, 8, 9 und 10), 
die auf einer nun fast ein Menschenalter dauernden, deshalb aber 
nur um so auffälligeren Selbsttäuschung beruhen, konnten ohne 
Schaden für die Wissenschaft wegbleiben, obwohl ich gestehen muss, 
dass ich eine kurze Besprechung oder wenigstens Erwähnung in 
der Arbeit Lehmanns und Ginzels nur ungern vermisse^). 



1) Oppert liebt es, sich über Mahler's Arbeiten zur hebräischen Chronologie 
(zuletzt in Buchform erschienen: Wien 1887), in denen sich gleichsam rabbiobche 
Bibelexegese und moderne Astronomie zu einem wunderlichen Ganzen verquickt 
haben, lustig zu machen (vgl. z. B. Comptes rendus de V Acad^mie des inscriptions 
1898 S. S. 569 f.; ZDMG. 53, 95 f.). Aber was Oppert über die obenerwähnten 
Finsternisse vorbringt, unterscheidet sich qualitativ kaum von dem, was Mahler 
Über die von ihm in das Alte Testament hinein gedeuteten Finsternisse sagt. 



Weissbach, Über e, neuere Arbeiten z. babyl,-pers, Clironologie, 213 

Die behandelten Finsternisse können wir in 3 Gruppen ordnen : 

a) aus assyrischer Zeit, Nrr. 1 — 4; 

b) aus der Perserzeit, Nrr. 5 u. 6; 

c) aus der Seleucidenzeit, Nrr. 7 und 8, i-io. 

a) Zu Nr. 1, der Sonnenfinsternis vom 15. Juni 763 v. Chr., 
die seit langer Zeit feststeht, ist nichts weiter zu bemerken. 

Die Finsternis Nr. 2 wird in dem Briefe K 154 erwähnt. Diese 
Urkunde gehört zu den schwierigsten Denkmälern der assyrischen 
Sprache. Obgleich der Text, abgesehen von der Verstümmelung 
der ZZ. 16 — 20, wohl erhalten ist, ist es doch, wegen einer Reihe 
sprachlicher Eigentümlichkeiten, gegenwärtig unmöglich, ihn völlig 
zu verstehen. Schon. Jensen hat (Keilinschr. Bibl. 2, 158) auf die 
Elamismen lik-ru-bu-ub Z. 5, il-lü-lik Z. 6, i-j^u-up-uS Z. 31 
(Iteration, vgl. Hüsing, Or. Lit.-Ztg. 1, 174; 384 u. a.) aufmerksam 
gemacht, ebenso auf die intransitive Anwendung von sakänu in der 
Form I 1 in Z. 7. Auffällig sind femer iltappar Z. 10 (man erwartet 
ein Verb um wie „sie flohen*), die ana^ Afyofifva a-ta-ti-äu-nu 
Z. 11, inad(?)'da'ka (nicht -giä, wie Lehmann liest) Z. 15. ul-lu 
Z. 32 (= fiibn?), amma Z. 35 (= um-ma?) u. a. Alles das weist 
darauf hin, dass der Schreiber kein Assyrer, sondern wohl ein Elamit 
war (Jensen a. a. 0.); hierzu stimmt auch sein Name Kudurru. 
Von dem Inhalte seines Briefes verstehen wir etwa folgendes: Ku- 
dnrm berichtet an den König,, seinen Herrn , dass, nachdem dieser 
nach Ägypten gezogen wäre, sich im Monat Duzu eine Finsternis 
ereignet habe, durch die seine (des Briefschreibers) Truppen in Ver- 
wirrung geraten seien. In dem folgenden Teile des Textes werden 
noch 4 Eigennamen {Sü-ma-a, Nabu-sum-uSteäir Schwestersohn des 
ZcJcirru^ Bel-etir) genannt, doch gelingt es weder diese noch den 
Briefschreiber mit anderen Trägem der betreffenden Namen zu iden- 
tificieren. So bleiben wir also auf die Angaben angewiesen, dass 
ein assyrischer König nach Ägypten gezogen ist und dass darauf, 
im IV. Monat des Jahres, eine Finsternis stattgefunden hat. Es 
ist nicht einmal gesagt, ob die Sonne oder der Mond verfinstert 
worden sei. 

Von den assyrischen Königen , die mit Ägypten in feindliche 
Berührung gekommen sind, können nur Sanherib, Assarhaddon und 
Asurbanipal in Betracht gezogen werden ; und hiervon wieder würde 
der letztere mit gi'össter Wahrscheinlichkeit wegfallen müssen, da er 
jedenfalls nicht persönlich nach Ägypten ausgezogen ist *). 



Wer s. B. Asup. Anu. I 44 aaf eine Sonnenfinsternis deutet, der müsste 
logiseber Weise bei Sargon Anu. 2 u. s. w. die Erwähnung einer in Harran 
erfolgten Sargon-Finsternis finden. Oppert irrt sehr, wenn er das bisherige 
höfliche Schweigen seiner Fachgenossen nach dem Grundsatze „Qui tacet con- 
se&tir* deatet. 

1) Lehmann ist in der Eile ein l&leines Versehen passiert. S. 248 Z. 15 
sagt er: „Von assyrischen Königen haben Ägypten nur Assarhaddon und Asur- 
banabal betreten** und 14 Zeilen später: „Asurbanabal hat Ägypten nie betreten". 



214 Weiasbach, Über e, nettere Arbeiten z, bahyl.-pers, Chronologie. 

Auch Sanherib war nicht gerade in Ägypten; doch stimme ich 
Lehmann gern bei, wenn er annimmt, dass der Zug Sanheribs wahr- 
scheinlich nach Ägypten geplant war, aber in Palästina ein vor- 
zeitiges Ende fand. Lehmann glaubt demgemäss, dass die totale 
Sonnenfinsternis vom 6. August 700 v. Chr. am ehesten für die 
in K 154 erwähnte Finsternis in Betracht käme, zumal da das 
Datum mit Mahlers Tabellen übereinstimmt. Daneben hält er die 
Mondfinsternis vom 2. Juli 671 nicht für völlig ausgeschlossen. 
Bein historisch betrachtet hätte diese Finsternis alle Zeugnisse für 
sich. Assarhaddon zog wirklich im 10. Jahre seiner Regierung, 
d. i. 671/70 nach Ägypten; im Duzu wurden daselbst 3 Schlachten 
geschlagen, Mitte dieses Monats fand eine nahezu totale, in Baby- 
lonien sichtbare Mondfinsternis statt, die den Schrecken im Heere 
des Kudurru verursacht haben könnte. Lehmanns Hauptbedenken, 
dass das Datum 2. Juli = Mitte Duzu nicht zu Mahlers Tabellen 
stimmt, findet schon in dem Umstände seine Erledigung, dass wir 
es mit einer assyrischen Zeitangabe zu thun haben, während 
Mahlers Tabellen sich gemäss ihrer Überschrift mit der Chrono- 
logie der Babylonier befassen. Mahler selbst hat wiederholt 
(ZDMG. 52, 242; 54, 152) darauf hingewiesen, dass die assyrische 
und die babylonische Zeitrechnung nicht durchaus übereinstimmen 
müssten. Verweilen wir hierbei etwas länger. 

Die Assyrer hatten, wenigstens in der Zeit der Sargoniden, 
die uns hier allein angeht, dieselben Monatsnamen wie die Baby- 
lonier, sie begannen auch ihr Jahr mit dem Nisan, wie die Monats- 
listen beweisen. Ihr Neujahr fiel in die Zeit einer Tag- und Nacht- 
gleiche , was Täf eichen wie III R 51 Nos. 1 ff. zeigen. Es muss 
die Frühlingtag- und -nachtgleiche gewesen sein, weil die folgenden 
Monate als heiss, die vorhergehenden als kalt geschildert werden 
(einige Belege bei Delitzsch, Ass. Handwörterb. s. ku3§u 84 9a). 
Schwierigkeiten bereitet die Bestimmung der Länge der einzelnen 
Monate. In den Hemerologien werden alle Monate, soweit wir 
sehen, als dreissigtägig betrachtet. Aber dies braucht selbstver- 
ständlich nicht zu bedeuten, dass alle Monate in jedem Jahre 
30 Tage enthalten müssen, dass also das Jahr genau zu 360 bez. 
390 Tagen gezählt werden müsste. Die Möglichkeit und sogar 
Wahrscheinlichkeit bleibt bestehen, dass die Zahl der Tage bei den 
Monaten ähnlich wie in Babylonien zwischen 30 und 29 abwechselte. 
Genaueres würde man vielleicht aus den Knudtzon'schen Befragungen 
des Sonnenorakels ersehen können, wenn nur nicht leider gerade 
die wichtigsten Zahlenangaben weggebrochen wären. Im Texte Nr. 1 
sind sie glücklicher Weise erhalten. Es ergiebt sich hieraus, dass 
in einem gewissen Jahre vom 3. Ajjaru an bis zum 11. Abu 100 Tage 
und 100 Nächte gerechnet wurden. Aus den Texten Nr. 6 und 43 
folgt ausserdem, wie es bei dieser Rechnung mit den Grenzen 
gehalten wurde. Denn da in dem einen vom 6. — 12. Ajjaru 7 Tage 
und 7 Nächte, im anderen vom 10. — 29. Simanu 20 Tage und 



WeisMhach, Über e, neuere Arbeiten z, babyL-pera, Chronologie, 215 

20 Nächte gezählt werden, so ist es klar, dass sowohl der 1. 
als der letzte Tag mitgezählt wurden. Berechnet man unter diesen 
Voraussetzungen die durchschnittliche Anzahl der Monatstage vom 

3. Ajjaru bis zum 11. Abu, so findet man = 30 ^/j, 

d. h. von den 3 Monaten Ajjaru, Simanu und Duzu enthalten 2 je 30, 
der 3. aber 31 Tage. Ein unglaubliches Ergebnis I Da man nicht 
wohl annehmen kann, dass der assyrische Kalender auch Monate 
von 31 Tagen kannte, so bleibt nur noch die Möglichkeit entweder 
eines Bechenfehlers seitens des Tafelschreibers oder eines Kopir- 
oder Schreibfehlers seitens des Herausgebers. Recht misslich ist 
es femer, dass die Doppeldaten, die wir besitzen, zum grössten Teil 
verstümmelt sind. Das Wenige, was uns hiervon geblieben ist, 
lässt allerdings keinen Unterschied zwischen assyrischer und 
babylonischer Zeitrechnung erkennen ; wenn z. B. III R 2 No. XVI 
lautet: „Monat oabatu 24. Tag, limu Mutak[kil-A§ur vom Lande 
Guzana], 16. Jahr Sargons [des Späteren, des Königs von Assyrien] 
und 4. Jahr (desselben als) [König von Babylon]*, so kann das 
doch wohl nur heissen: In Assyrien zählte man das 16. in Babylon 
das 4. Jahr des Königs, aber Tag und Monat waren in beiden 
Staaten gleich. Freilich schliesst dies nicht aus, dass es zu anderen 
Zeiten anders gewesen sein könnte. 

Sehr wenig ?nssen wir über die Schaltung bei den Assyrem. 
Ausser dem 2. Adaru und dem 2. ülulu gab es auch einen 2. 
Nisanu, wie die Hemerologie K 2514 beweist. Unter welchen 
Umständen ein solcher eingeschaltet wurde, ist uns gänzlich unbe- 
kannt; Schaltjahre sind sehr wenige überliefert, darunter keines 
mit dem 2. Nisanu oder Ululu. Von denen, die sich chronologisch 
festlegen lassen, sind mir nur 2 gegenwärtig: das 9. Jahr Sargons 
= 713/2 V. Chr., aus K 2679, und das Jahr des Eponymen Ad- 
ri'üa = 673/2 (Johns, Assyrian Deeds No. 53). Oppert hat zuerst 
darauf hingewiesen (Comptes rendus de l'Acad. des inscr. 1898 
S. 570), dass dieses letztere zu Mahlers Tabellen nicht stimmt; 
das erstere ist dagegen auch bei Mahler Schaltjahr. 

Oppert hat femer (Zeitschr. f. Ass. 12, 105) auf die beiden 
Texte m R 51 Nos. 1 und 2 aufmerksam gemacht, wo gesagt wird, 
dass am 6., bez. 15. Nisanu Tag und Nacht gleich sind. Da Tag- 
und Nachtgleiche zu der Zeit, da die Täfelchen geschrieben wurden, 
d. h. während der letzten Periode des assyrischen Reiches, auf den 
28. März fiel, so ergiebt sich als 1. Nisanu der 23. . bez. der 
14. März. Da nun femer in Mahlers Tabellen kein Jahr jener 
Zeit mit einem dieser beiden Tage beginnt, so schliesst Oppert 
zunächst ganz richtig, dass die Tabellen falsch sein müssen. Mahler s 
Erwiderung (ZDMG. 52, 244) zeigt, dass er Oppert missverstanden 
hat. Es besteht aber noch eine zweite Möglichkeit, nämlich die, dass 
die assyrische Zeiteinteilung doch nicht in allen Stücken mit der 
babylonischen übereinstimmte. Diese Möglichkeit hätten Lehmann 
Bd. LV. 15 



216 Weiasbachf Über e, neuere Arbeiten z: babyh-pers, Chronologie, 

und Ginzel im Auge behalten und mindestens bei den assyrischen 
Daten Mahler's Tabellen bei Seite lassen müssen. 

Kehren wir also nochmals zur Finsternis Nr. 2 zurück: Eine 
sichere Entscheidung zwischen der Sonnenfinsternis vom 6. August 
700 und der Mondfinsternis vom 2. Juli 671 ist nicht möglich. 
Die letztere aber empfiehlt sich meines Erachtens mehr, weil ihr 
Datum mit Mahler's Tabellen nicht übereinstimmt. 

Nr. 3. Die Mondfinsternis vom 15. Sabatu eines Jahres während 
der Regierung Sama^Sumukin's. unter den 3 in Betracht kommenden 
(17. Februar 664, 27. Januar 662 und 18. Januar 653) entscheiden 
sich Lehmann und Ginzel schliesslich für die erste, während Oppert 
(Ztschr. f. Ass. 11, 310 flf.) die letzte annimmt. Die Gründe, welche 
von beiden Seiten geltend gemacht werden, sind in keiner Weise 
überzeugend. Vielleicht führt einmal wenn wir die Astrologie der 
Babylonier besser kennen werden, der Umstand, dass die Finsternis 
von SamaSSumukin als unheilvoll betrachtet wurde, zu einer sicheren 
Lösung der Frage. 

Völlig zu streichen ist die angebliche Finsternis im Monat 
Sabat-u eines Jahres aus der Regierung Asurbanabal's. Der keil- 
inschriftliche Bericht soll nach Boissier's eilig angefertigter Copie 
(Ztschr. f. Ass. 11, 114) auf dem Londoner Täfelchen K 223 stehen. 
Diesen Text führt auch King, Bab. Magic p. 198 (Lond. 1896) als 
Duplikat zu Nr. 2 der von ihm behandelten Gebete an. Es fiel 
mii* auf, dass bei King in der genannten Nr. 2 nicht ein Wort 
von dem stand, was Boissier (imd ßezold, s. Ztschr. f. Ass. a. a. 0.) 
in K 223 gelesen hatten. Bei meiner letzten Anwesenheit in 
London fragte ich nach K 223 und erhielt ein Fragment ausge- 
händigt, das folgendermassen beginnt: 

1. tna ffüL atali ^^Sin äa ma arjki umi ä[A'na\ 

2. SUL ID'MES SI-{-DüB-MES ffUL-MES NU 
DÜG-OA'IMES] 

3. äa tna E-OAL-MU u KUR-MU IK - [^] 

Hinter ör§e' und Mwit in Z. 1 ist freier, nie beschrieben 
gewesener Raum; dicht an der jetzigen Bruchstelle stand ein 
Zeichen, das mit einem senkrechten Keile beginnt, und zwar höchst 
wahrscheinlich sa. Überhaupt werden die Ergänzungen durch 
King Nr. 53 (Rev.) ZZ. 24—26 an die Hand gegeben, Beide 
Stellen stinunen überein, nur dass in Nr. 53, anstatt des freien 
Raumes hinter arhi und um«', noch piUanu steht. Ich bin jetzt nicht 
in der Lage, die Differenz zwischen dem von Bezold (Catalogue of 
the K Collection I pp. 58 f.) beschriebenen ^) und später von King 

1) Bezold's Anmerkung * a. a. O. bt dahin zu berichtigen, dasa Lenormant 
Lettres ass. T. II p. 246 wirklich das von Bezold als K 223 beschriebene und 
von King benutzte Fragment, wenn auch ungenau, citiert. Das von Lenormant 
erwähnte Wort findet sich Obv. Z. 5. 



Weissbach, Über e, neuere Arbeiten z. bahyl.pers, Chronologie, 217 

als Duplikat zu seinem Texte Nr. 2 erkannten Täf eichen K 223 
und dem von Boissier, Bezold und mir gelesenen K 223, dessen 
3 erste Zeilen oben mitgeteilt sind, aufzuklären. Soviel ist aber 
gewiss, dass kein Monatsname, alsQ auch nicht der oaba^u, und 
keine Tageszahl, also auch nicht eine Zahl zwischen 5 und 9 oder 
dergleichen da gestanden hat. Es ist ein Blanco- Formular, und die 
angeblich erwähnte Mondfinsternis vom Sabatu aus der Zeit ASur- 
banabal's ist auszuscheiden. 

Nr. 4. Grosse Schwierigkeiten hat von jeher die Stelle ASurb. 
Cyl. B Col. V ZZ. 7 ff. gemacht. Vorher wird erzählt, dass der 
Mondgott dem König Teumman von Elam schlimme Vorzeichen 
gesandt habe, nämlich eine Finsternis im Duzu, vom Anbruch des 
Morgengrauens bis zum „Lichte** habe er , geruht." «und", fährt 
der Bericht fort, „der Sonnengott selbst^) ruhte wie jener...-) 
Tage, zum (Zeichen, dass das) Ende der Regier ungsjahre des Königs 
von Elam und der Untergang seines Landes (gekommen sei).** Es 
ist sicher, dass hier von einer Mondfinsternis die Bede ist, und da 
dies durch „Ruhen des Mondes* näher erläutert wird, so liegt es 
in der That nahe, in dem Folgenden, wo derselbe Ausdruck auf 
den Sonnengott angewendet wird, die Andeutung einer Sonnen- 
finsternis zu erblicken. Auch Lehmann und Ginzel haben dies 
gethan, und zwar finden sie die Mondfinsternis vom 3. August 663 
und die Sonnenfinsternis vom 27. Juni 661 als die am besten 
entsprechenden. Bezüglich der Mondfinsternis stimme ich ihnen 
bei, gegen die Annahme einer Sonnenfinsternis aber* scheinen mir 
gevrichtige Gründe zu sprechen. 

Erstens ist nur bei dem „Ruhen des Mondes" von einer eigent- 
lichen „Finsternis", ass. ahalu^ die Rede. 

Femer können eine Mond- und eine Sonnenfinsternis im besten 
Falle mit einem Abstand von ^j^ Monat aufeinanderfolgen. In 
unserem Texte ist offenbar gemeint, dass die beiden Ereignisse 
unmittelbar aufeinander gefolgt sind. Lässt man nun zwischen 
beiden Ereignissen fast 2 Jahre liegen, so ist denselben alles Auf- 
f^lige und Schreckliche benommen. Zu der Annahme, dass der 
Schreiber, der die Urkunde lange Jahre danach niederschrieb, die 
beiden Ereignisse, die in ein und denselben Monat, aber verschiedene 
Jahre fielen, zusammengezogen hätte, möchte ich mich nicht ent- 
scbliessen. Ebensowenig halte ich für zutreffend, dass die Ver- 
bandlungen, betreffs der Ausliefeining der elarai tischen Flüchtlinge, 
in der Zwischenzeit geführt worden seien. Diese Verhandlungen 
waren vielmehr, wie die Inschrift deutlich erkennen lässt, der Mond- 



1) So, wenn man Su-ma phonetisch liest. Jensen (Keilinschr. Bibl. 2, 248) 
und Lehmann lesen ideographisch eribu-ma „untergehend" (von der Sonne). 
Eine andere ideogaphische Bedeutung, die hier vielleicht am besten passt, ist 
aiiaru „dankel werden", also „die Sonne wurde dunkel und ruhte wie jener/- 

2) Hier steht ein verstümmeltes Zeichen, das möglicher Weise als Zififer 3 
XU lesen ist. 

15* 



218 Weüsbach, Über e. neuere Arbeiten z, babyl.-pers, Chronologie, 

finstemis vorhergegangen. Meine Meinung ist also, dass (die Ver- 
dunkelung und) das Buhen des Sonnengottes sich auf ein atmos- 
phärisches Ereignis — etwa einen Chamsinsturm, wie Lehmann 
richtig sagt — bezieht. 

Von den 3 in Betracht kommenden Mondfinsternissen war 
diejenige von 14. August 664 zu unbedeutend, etwas bedeutender 
diejenige vom 13. Juli 653, diejenige vom 3. August 663 aber 
total. Auch aus geschichtlichem Grunde passt diese am besten. 
Aiurbanapal bezeichnet den Zug gegen Elam als seinen 7. Feldzug. 
Da er 668 zur Regierung kam und sonst gewöhnlich jeder Feldzug 
ein besonderes Jahr beansprucht, so würde man sich allerdings 
lieber für die Finstemis des Jahres 653 entscheiden, während 
diejenige von 664 ohne Weiteres wegfällt. Indessen ergeben sich 
bei der Annahme von 653 doch wieder eine Reihe chronologischer 
Schwierigkeiten, wie Lehmann gut auseinandergesetzt hat*). Von 
grosser Bedeutung für die Entscheidung der Frage kann einmal 
der Umstand werden, dass die Mondfinsternis för Elam unglücklich, 
für Assyrien aber neutral oder glücklich war. Das Dunkel, welches 
bis vor Kurzem noch die Astrologie der Babylonier und Assyrer 
•bedeckte, hat ja bereits begonnen sich zu lichten (durch R. C. 
Thompson's Buch Reports of the magicians and astrologers of 
Nineveh and Babylon, 2 Vols. London 1900) und wird sich bei 
tieferem Eindringen in diese und die von Craig (Assyriol. Bibliothek 
Bd. 14) veröffentlichten Texte noch weiter aufhellen. In Strm. 231 
(Tnompson 273) wird eine Mondfinsternis erwähnt, die sich am 
14. Tage eines nicht genannten Monats ereignete, und die für Elam 
und Amurru unglücklich, für den König, den Herrn des Tafel- 
schreibers, (also für Babylonien, bez. Assyrien) glückbedeutejid sein 
sollte. Aus anderen Texten erfahren wir, dass auch auf die Richtung 
geachtet wurde, die der Erdschatten bei Mondfinsternissen nahm. 
Die Mondscheibe war zu diesem Zweck in 4 Viertel eingeteilt, deren 
jedes mit einem der 4 Länder in Beziehung gesetzt wurde, und 
zwar in folgender Weise : rechts Akkad, links Elam, imten Amurru, 
oben Subartu (K 2085 = Thompson Nr. 268 u. a.). Soviel zu den 
Finsternissen aus assyrischer Zeit. 

Zur Gruppß b, den beiden Mondfinsternissen aus dem 7. Jahr 
des Kambyses, ist hier nichts weiter zu bemerken. 

Gruppe c, Finsternisse aus der Seleucidenzeit. Die Nrn. 7 und 
8 hätten unter dieser Überschrift vereinigt werden müssen. 



1) Einifre kleine Berichtigungen seien hier kurz angemerkt: Lehmann 
nennt Teumman einen Usurpator und sagt, dass nach seinem Tode Asurhanapal 
der rechtmässigen Dynastie wieder zur Herrschaft verholfen habe. Aber zu 
dieser Dynastie gehörte Teumman selbst; er war der Bruder seiner Vorgänger 
Ummanaldas und Urtaki, der Oheim der nach Nineveh geflohenen Prinzen. 
Tammaritu, der den Ummanigas entthronte, war nicht dessen Bruder, sondern 
ein Vetter; s. Winckler, Altorient. Forsch. I 628, Johnston, Journal of the 
American Orient. Society 19, 92. 



Weisshach, Über e. neuere Arbeiten z, babyl.-pers. Chronologie, 219 

Nr. 7. Partielle, in Babylonien unsichtbare Sonnenfinsternis 
vom 29. Arahsamna 79 S.-Ä. = 30. November 233. Es fehlt hier 
die in demselben Texte (R. FV 397 Z. 30) erwähnte, in Babylonien 
gleichsfalls unsichtbare Mondfinsternis vom 13. Kislimu = 14. 
Dezember des gleichen Jahres. Hinter Nr. 8 endlich ist die Mond- 
finsternis von 13. Nisan 232 S.-Ä. = 11. April 80 v. Chr. (Strassmaier 
Ztschr. f. Ass. 3, 15 No. 9; Epping daselbst, 4, 76 ff.) nachzutragen. 

Damit möchte ich mich von Lehmann- Ginzel's Arbeit verab- 
schieden. Obwohl ich mir manches darin anders gedacht und 
anders gewünscht hatte , so ist doch anzuerkennen , dass sie das 
gesamte in Betracht kommende Material bequem vereinigt; die 
Hauptfragen sind im Allgemeinen mit Umsicht behandelt. Ein 
wunder Punkt ist die Stellung der Verfasser gegenüber den Mahler- 
schen Tabellen, deren Unzulänglichkeit sich nunmehr, wie ich glaube, 
deutlich herausgestellt hat. Mahler irrt sehr, wenn er (ZDMG. 
52, 242) die Frage des babylonischen Schaltcyklus , insofern die 
Zeit seit Nabonassar in Betracht kommt, als definitiv erledigt be- 
trachtet. Richtig ist allerdings, dass er sich über diesen Gegen-. 
stand vielleicht schon mehr als erwünscht geäussert hat. Wenn er 
aber fort&hrt. »Wir wollen nun die Tontäfelchen sprechen lassen, 
indem wir eine reichliche Sammlung altbabylonischer Daten ab- 
warten wollen, um* beurteilen zu können, inwiefern meine Annahmen 
mit der Wahrheit übereinstimmen*, so habe ich darauf zweierlei 
zu erwidern: 

1. wäre es von vornherein richtiger gewesen, mit der Aus- 
arbeitung der Umrechnungstabellen abzuwarten, bis die Tontäfelchen 
gesprochen hätten; 

2. musste zum mindestens das wenige, was die Tontäf eichen be- 
reits gesagt hatten, gehört und in den Tabellen berücksichtigt werden. 

Wir wissen in der That noch nicht, nach welchen Gesetzen 
die Babylonier ihre Schaltjahre und die Länge ihrer Monate inner- 
halb eines gegebenen Jahres bestimmten. Doch hat es den Anschein, 
als ob uns diese Regeln nicht für immer verschlossen bleiben sollten. 
Der Pater F. X. Eugler S. J., in dem der verstorbene Epping einen 
würdigen Nachfolger gefunden hat, stellt in seinem prächtigen 
Buche ^Die babylonische Mondrechnung* (Freiburg i. B. 1900) 
8. 202 Untersuchungen über die babylonische Neulichtberechnung 
in Aussicht. Wenn diese erfolgreich ausfallen, so wird sich auch 
das Rätsel des babylonischen Kalenders lösen lassen. Dann wird 
vielleicht auch di^ Zeit zur Anfertigung von Umrechnungstabellen 
gekommen sein, und wenn Mahler diese Arbeit unter Preisgabe 
seiner alten Irrtümer auf neuer, gesicherter Grundlage vornehmen 
will, so wird er unseres Dankes gewiss sein können. 



Nachschrift. Obiger Aufsatz war im Manuskript vollendet, 
wie er hier abgedruckt worden ist, als ich noch Gelegenheit fand, 
mit Herrn Professor Dr. Hilprecht eine Unterredung zu führen. 



220 Weisslachj über e. neuere Arbeiten z, babyl,-per8, Chronologie, 

Nach dessen gütiger Mitteilung befinden sich unter den zahlreichen 
Kontrakten aus der Zeit Darius* IL, deren Veröffentlichung er vor- 
bereitet, in der That auch solche aus dem Accessions jähr. 
Ist dies der Fall, so haben wir das Fehlen von Daten aus dem 
Accessionsjahr Artaxerxes* I. als reinen Zufall zu betrachten oder 
dadurch zu erklären, dass Artaxerxes gerade zu Neujahr oder wenige 
Tage danach König wurde. Dann ist er also auch wirklich min- 
destens 40 Jahre 10 Monate und etliche Tage König gewesen. Seine 
Herrschaft begann also spätestens im Nisan des Jahres 465/64, 
während sein Vater spätestens um diese Zeit endete. Wer nun, 
wie dies Eduard Meyer thut, Xerxes erst nach dem 22. ülulu 
485/84 zur Regierung gelangen lässt, setzt seine Regierung nur 
auf 19^/2 Jahr an, während sie nach den Angaben des ptolemäischen 
Kanons, der Sarosliste und Diodors länger als 20 Jahre gedauert 
haben muss. Wir sind demnach nur um so mehr genötigt, 486/85 
als Antrittsjahr des Xerxes und 522/21 als das des Darius' L zu 
betrachten. Alles dies unter der Voraussetzung, dass 425 24 als 
letztes Jahr des Artaxerxes I. wirklich feststeht. Ist dies aber so 
ganz und gar sicher? Richtig ist allerdings, dass der Tod des 
Artaxerxes von Thukydides (IV 50) innerhalb derjenigen Kapitel 
berichtet wird, die vom 7. Jahre des peloponnesischen Krieges 
handeln, und dass dieses Jahr durch die aus dem folgenden Jahre 
berichtete Sonnenfinsternis vom 21. März 424 als 425/24 bestimmt 
ist. Es ist aber zu beachten, dass die Absendung der athenischen 
Gesandtschaft, die in Ephesos den Tod des Grosskönigs erfuhr und 
daraufhin umkehrte, nicht unbedingt im 7. Jahre erfolgt sein 
muss. Gewiss liegt es dem ganzen Zusammenhang nach am Nächsten 
die Stelle Thuk. IV 50 so zu verstehen. Andererseits lässt aber 
der Ausdruck ^(Stbqov die Deutung zu, dass Artaxerxes erst im 
folgenden Jahre gestorben sei. Endgiltig wird sich dies vielleicht 
dann entscheiden lassen, wenn sämtliche Daten aus der Regierungs- 
zeit Darius* 11. vorliegen werden. 



221 



Ein arabischer Bericht über Malta. 

Von 

ۥ Brockelmann. 

In al Bürinls Sammlung zeitgenössischer Biographieen, Tard- 
gim al a^jdn min aHmül az zamdn^ (meine Litter. 11 290) findet 
sich in dem Artikel über A^mad al Gauharl ein Bericht über die 
Erlebnisse von dessen Sohn Sulaimän, der als Kriegsgefangener 
einige Jahre auf Malta verlebte. Chronologische Angaben finden 
sich in diesem Artikel nicht; das ungefähre Datum des Berichtes 
aber wird dadurch bestimmt, dass alle in al Bürlnis Werk be- 
handelten Personen um das Jahr 1000/1591 gestorben sind. Der 
erste Teil dieses Berichtes ist wertlos. Im zweiten Teil schildert 
der ehemalige Kriegsgefangene als Augenzeuge ein Johannesfest auf 
Malta, und diese seine Schilderung bietet ein nicht geringes religions- 
geschichtliches Interesse, wie R. Wünsch in seinem Buche über dies 
Fest ausführt Zu der dort von mir gegebenen Übersetzung scheint 
es mir wünschenswert, auch das Original vorzulegen. Ich gebe den 
Text nach der Berliner Hds. Wetzst. I 29 (Ahlw. 9889) fol. 24 r/v. 

J^yt y:as> Ui» -ilAA ^fti ^ ^^jlt Jo>yt ^y:^! ^ ^yjat 

"^"-^ o^oy^^^ ^'-^ o^ ß)T^^ '^j^ L$^ y^ L^' u^^ 

i^yiÄL» jL^ "^j yjyt J->-^lJ 8^5^ 5ü»^ JJI AÄc :j^ 
(jr^LuJI ^.,LJ-^- JÜ5 ääjI,, iU*^ r,^! /j^ ^-.blt >ib> ^yi 



222 Broekebnann, Ein arabücher Berieht aber Malta. 

^jS'^\ pUÜt J^ «5ÜU Lj, u<.JÜJil Jj>U obL j Juö^t j 

^^1 o^ ^! v^i^ J-* Jj>UJ( u5y^ ^^ y^l ^^ v.-6-«^. 

L^l ^^! (^j^'^ ^^ !r^^ ^^'^ »j:ir^ ^5;!-^^' VÄ^ (^ e^" 

jUi' ^;* 3j^- M*^ iüiS ^ /i, 8y^ »j^ xJlc lyüj^ «If^t 

iH^ J^j »-^^J^i' f*-*^' ^>-=>Lj iO^ J.^D ^j (H-**^^ i*^'-^^; 
«^ÄJ ^yiiX:*^* i**^ J^j5 (**^ V«»*^ ^ (*^j e)' U**-^' '*'j* 

Vl*iJt e)^^ r».r-^5 ^ J^ JJ! i! ,uJL*j ti L. ^tij ^^ 

L^jLs U 5I ^Q jü^^ v^' o* cr^ ü-^^5 r^*^'i -^^^'^ 
^t ^t «^i c,)r"-^^- crJ-^"' i-M>J' V^^^ V a>-«i 

J.i>Ou3 iuuto^ ^ ÄJ ^'L^ v^iyt v^Aj3 «JLüU^il ^y>'j^ 

xiÜCo ^*! Ui>Jo ^.^! ^t ^Lfc JLJU^tj K^A^Jr, ä^^ i^J^t JU 

J^i j^ UU>I^ ^.,Ujil! ^ Lu;^ Z^5 äC^uJ! ^^ Ji xJlSc 
'yy^yS ^jt Li w^L^s «^-^^ o^^'i ^>Hi»yiit 



223 



Alt- und Neuelamitisches. 

Von 

P. Jensen. 

I. Allerlei Bemerkungen zur Aussprache. 

Im Folgenden transskribiere ich, in vielen Fällen im Gegensatz 
zu der herrschenden Theorie und Praxis, die elamitischen Schrift- 
zeichen in der Hauptsache einfach mit den Lautwerten der ihnen 
im Assyrisch-Babylonischen entsprechenden Hieroglyphen. Ich ver- 
meide so ein Urteil über ihre wirkliche Aussprache im Elamitischen, 
die übrigens von deren üblicher Transskription weit verschieden 
sein dürfte. Dass z. B. die auf dem Holzwege sind, die fürs 
Elamitische, wenigstens das Neuelamitische, tönende Mediae leugnen 
und dem entsprechend assyrisch-babylonische Zeichen für Mediae 
im Neuelamitischen überall durch Tenues wiedergeben, scheint mir 
jedenfalls absolut sicher. Aäsurbänaplu nennt unter den elamitischen 
Gottheiten auch Svmvdu^ Lagamaru, Uduran, Ragtba^ Btlala, 
Säagara. V R 6, 33£f. . Wenn nun neben diesen Namen mit b, 
d oder g in derselben Liste Namen mit », t oder k erscheinen, 
wie JPartildra, Ammanka8t-MAJ§, 8apaJc(g\ Karsa^ Kirsamas, 
Ay{a)pak{g)8ina^ Panmt(d)imri, Nap(b)irtu, Ktndakarb(p)u^ so 
wäre es meines Erachtens schon deshalb äusserst künstlich und 
gesucht, wollte man für die Zeit Aäävrbänaplu's für das Elamitische 
je 2 verschiedene labiale, dentale und palatale Explosivlaute, d. h. 
also doch je einen tönenden und je einen tonlosen, bez. je eine 
Tennis und je eine Media, leugnen. 

Ob hebräisches ntxfb in 'iT^b^nD (Genesis XIV) mit ver- 
mutlich tönendem y die Stimmhaftigkeit des Palatals in dem oben 
erwähnten Lagamatiu) erweisen kann, ist ungewiss, schon weil der 
Name über Babylonien gekommen sein und somit das y ein baby- 
lonisches g reflektieren könnte. 

Dasselbe gilt von dem Namen Lahamun für die Sarpänitu 
von Ttlmwfi^ in der ich die elamitische Lagamar^) wiederfinden 
möchte, in einer assyrischen Liste. Denn der Name gehört ja 
nicht demselben Dialekt an, wie Lagamar, stammt 2. aus unbe- 

1) Lahamun >■ ^f7>äfi;^tt in Tümun nach V R 46, 39, Lagal nach 
K. 2100 Obv. Col. II, 29 = litar, Lagamal aber nach III R 68, 58 ein Sohn 

des ta(J), also in K. 2100, falls zu Lagamal oder Lagamar zu ergftnzen, zu 
Letxerem, somit Lagamar = IStar, Zu liiar b» Sarpämtu s. Craig ReUg. 



224 Jensen, Alt- und NeuelamitiscJies. 

kannter Zeit und 3. könnte h in einer assyrischen Liste so gut 
^inen §- wie einen y- ähnlichen Laut darstellen. Aber immerhin 
verdient der Name Berücksichtigung. 

Wichtiger aber ist, dass für die Explosivlaute der oben- 
genannten Namen bei Aääurbänaplu^ soweit diese in den alt- 
elamitischen Inschriften vorkommen, dort gerade solche Zeichen 
erscheinen, denen im Assyrisch -Babylonischen die bei Aäsurbänaplu 
zu lesenden Laute entsprechen. Das beweist, dass d, d, g und 
p, t, k in den obengenannten Namen bei Asiurbänaplu gegen F o y 
in dieser Zeitschrift 52 p. 127 Anm. 1 wirklich verschiedenen 
elamitischen Lauten entsprechen und nicht etwa nur verschiedene 
Versuche, tonlose Mediae annähernd genau wiederzugeben, darstellen. 
Siehe Bt-lala^ aber Napi]b)fratt^ bei Scheil, Textes Slamites- 
sSmitiques I p. XIII und Lagama-ar{?) in der Inschrift B KuHr^ 
L{N)ahhuntC^ bei Weissbach, Anzaniscke Inschriften p. 143 (27) 
gegenüber Btlala, Ifap{b)trtu und Lagamaru bei Aähirbcbnaplu, 
Lakamar bei J^ILhcJc-InSuSmak (Inschr. D 1. c. p. 147 (31)) be- 
weist natürlich Nichts für eine Aussprache Lakamar in späterer 
Zeit. Dies könnte nämlich eine historische Schreibung für älteres 
Lakamar sein oder KA könnte hier den Lautwert ga bekommen 
haben, weil bereits im Altelamitischen ka vielfach zu ga^ also 
tönend wurde ^). Dass in der That ka in dem Namen das Ältere, 
ga das Jüngere ist, scheint sich daraus zu ergeben, dass — s. u. 
p. 229 Anm. 3 — „Stellvertreter" oder Ähnliches bei Und{t)a^-AN' 
OAL(Hwnban?), dem Sohne Hufnban{h)um{nas, zufolge No. 39 
in Lenormant's Textes inSdüs ausser (?/(No. 37 f.) auch KI, in 
späterer Zeit aber bei seinen Nachfolgern (Inschrift C KtUir'L(N)ah' 
huntf*s Z. 1 und 2 u. s. w.) nur OLtk (= gi + k\ s. u. 1. c.) 
heisst. Daraus scheint man darauf schliessen zu dürfen, dass im 
Elamitischen schon früh eine Neigung zur Stimmhaftigkeit 
Platz gegriffen hat, also das Umgekehrte von dem, auf dessen 
Annahme die elamitische Tenuistheorie hindrängen müsste, somit 
dieselbe Neigung, die seltsamer und vielleicht nicht zufälliger 
Weise auch für das benachbarte Sumerische so gut wie für das 
benachbarte Babylonische nachweisbar ist! 

In einer von Weissbach {Neue Beiträge auf Tafel I als 
Incert. I) veröffentlichten Inschrift wird nach dem Tigris, der 
Stadt (?) ffusstX und dem Euphrat in Z. 10 die babylonische Stadt (?) 
Ni'm{'it'tu{m)'Mar-tu{m)-uk (so natürlich gegen Weissbach 

Texts I, 1, 13. Damach kann Labamun in Tilmun dieselbe Gottheit wie 
Lagcanar in Elam bezeichnen. Zu Tilmun im Osten des persischen Meer- 
busens, an die Susiana grenzend oder gar sie s. T. einschliessend, s. das nfichate 
Heft der Z. f. Assyr. Der Wechsel von r und n im Elamitischen bekannt und 
auch bereits fQr das Altelamitische belegbar. S. u. Art. III. 

1) Damach wäre auch dakkimi neben takkimi (Inschr. B SILhak-InSu- 
Hnak*B Z. 4 und Var. bei Weissbach Aman. Inschr, 146(30)) zu ^kl&ren 
und — falls so abzuteilen — mci-ta-at neben ma-da-at in der Inschr. C butruk- 
L{N)ahhunt{\ 31 und 28 l. c. p. 135(19). 



Jenseriy Alt- und NeuelamüUches, 225 

1. c. p, 741) erwähnt, d. i. fraglos Nimittu-Marduk^ vielleicht = 
Nimtt(d)- Marduk, dem oder einem äcdhü von Nippur. Hieraus 
könnte man den oberflächlichen Schluss ziehen, dass babylonisches 
d in diesem Worte im Altelamitischen durch t wiedergegeben ward, 
weil schon dieses kein tönendes d kannte. Wer aber weiss, dass 
im Altbabylonischen z. B. für etymologisches äadüni satüm (Obelisk 
Manätusu's D 10, 10 bei Sc heil Textes ilamitea-sSmitiques 
PI. 9 u. ibid. p. 54) geschrieben und wohl auch gesprochen ward, 
wird sich vor einem solchen Schlüsse hüten. 

Mit höchster Wahrscheinlichkeit heisst bib{p)raJca in Behtstun L 
»wurde (vor)gelesen*. Siehe dazu unten p. 237. Nun aber heisst 
, lesen* auch biur- und bir-. Daraus ergiebt sich, ob nun btur- 
auf JÄr- oder dies auf jenes zurückgeht, dass nicht bipraka^ 
sondern btbraka oder gar bfv- oder bfwraJca, dass also IP im 
Neuelamitischen jedenfalls nicht nur 2'(/)p, sondern auch t({)b oder 
gar i(f)t;(w) zu lesen ist. Und Ähnliches dürfte dann auch von 
den Zeichen gleicher Gattung gelten. 

Wenn Rim-Sin mit der Bedeutung „Knecht des &n* gegen 
Jensen in G. G. A. 1890 p. 977 aus einem elamitischen LIB-Sm 
(s. zu LIB = „Knecht" u. p. 230 Anm. 1) unter Einwirkung einer 
hineingelegten babylonischen Volksetymologie umgestaltet sein oder 
einem solchen Namen gar direkt entsprechen sollte, könnte „Knecht* 
im Altelamitischen nicht ltp{a)j und düifte somit im Neuelamitischen 
wohl auch nicht ltpa(r) (s. u. p. 231 Anm. 2), sondern müsste wohl 
ungefähr lib{a)- oder liw(a)- gelautet, also wenigstens in der 
Schreibung für dieses Wort BA einen stimmhaften Laut + a, 
somit jedenfalls nicht nur pa bezeichnet haben. 

Sicher aber würde aus dieser Entsprechung folgen, dass im 
Altelamitischen „Knecht* Itb- oder liw- und nicht lip- hiess und 
in ganz analoger Weise beweist ein tönendes b für's Altelamitische 
Timti-halki neben Tib{p)ti-halki (S c h e i 1 , Inscrtptians ^lamüeS' 
aSmüi'ques I p. 77). Vermutlich ist 2\D)ividi' bez. T(D){bdi-halki 
zu lesen. Cf. L^N)cJihunti in den elamitischen Inschriften gegenüber 
Nahhundi{u) bei den Assyrem. 

Wenn Huban oder Hupan mit Humban oder Humpan und 
Uumman in älterer und jüngerer Zeit wechselt (s. Jensen in 
WZKM. VI p. 56 ff.), so erhellt, dass man Humban und nicht etwa 
Humpan sagte. Ganz ebenso ist späteres achaemenidisches sun-KU- 
uk = „Reich* neben sunvk (D. 18; Ea. 12; s. u. p. 226 f.) zu beurteilen. 
Letzteres sprach man darnach sunguk oder suhuk, das zunächst 
wenigstens aus ftunguk^ nicht aus sunkuk entstanden ist, aber 
allerdings auf älteres sunkuk zurückgehen kann (siehe oben zu 
Lakamar), Vgl. femer neuelamitisches mannat^== „Tribut*, wohl 
= altelamitischem madat (bereits von S a y c e vermutet in Inschrift C 
^uiruk'L(N)ahkunt('s Z. 28 bei Weissbach, Ansian. Inschr. 
p. 135(9)), jedenfalls aus mandat^ das nach der eben genannten 
Stelle in dieser Gestalt auch im Elamitischen vorhanden gewesen 



226 Jensen^ AU- und Neuelamüüches, 

zu sein scheint. Humban: Huban: Hrnnman = mandat: madati 
mannat = sungvJc : sunvk ! Aus altem Huban neben Humban geht 
hervor, dass man im Altelamitischen wenigstens hinter m eine 
tönende Media kannte, aus jüngerem altelamitischen Gl-k für 
älteres Kl und ähnlichen Entsprechungen, dass bereits im Alt- 
elamitischen aus k u. s. w. g u. s. w. werden ' konnte, aus den Götter- 
namen bei Aääurbänaplu und Anderem, oben dazu bemerktem, dass 
die Medien zu seiner Zeit im Elamitischen massenhaft vertreten 
waren, aus auntik neben sun-KU-uk im Neuelamitischen, dass 
darin wenigstens hinter n ein tönendes g möglich war. Aus sun- 
KU-vk^ gesprochen sunguJc^ geht weiter hervor, dass altes k im 
Neuelamitischen wenigstens hinter einem Nasal zu g werden konnte, 
wenn nicht gar KU von Anfang an gu gesprochen wurde oder 
werden konnte ! Aus späterer Zeit kennen wir z. B. die elamitische 
Stadt Baöaxri (Diodor 19, 19), gewiss mit Oppert (in G. G. A. 
1882, 826) = Madakiu bei den Assyrem und nach meiner Ansicht 
= Madg{k)a bei GvdCa (B. VI, 51) — Madakiu assyrisiert nach 
assyrischem madahtu und middak-maddak •= „Aufenthaltsort*. Das 
beweist allerdings fiir d und wenigstens b aus m in Elam, indes 
damit nicht auch im Elamitischen, für die späteste Zeit. 

Jedenfalls liegt aber gar kein Grund vor, dem Elamitischen die 
tönenden Mediae für irgend eine Zeit abzusprechen. Für eine ausführ- 
liche Erörterung über diese Frage ist hier nicht der Ort. Es liesse 
sich hierüber sehr Vieles sagen, das die Antipathie der «Elamisten* 
gegen die Mediae in seltsamem Lichte erscheinen lassen würde. 



IL Sunguk-mi '^ „mein Reich* — Behiatun L — Das Alter 
der persischen Keilschrift — Die Cyrus-Inschrift. 

Im Jahre 1891 schrieb ich in Z. f. Assyr. VI, 177 : „Weissbach's 
Lesung des Zeichens 107 (= König) ist durchaus nicht so sicher, 
wie er meint (s. p. 43 f.). Aus D. 18 und Ea. 12, wo nach ihm 
„Königsherrschaft* resp. durch «u ^)-ttn-fcu-MÄ;- wä* und «t ^)-un-uÄ:-me 
ausgedrückt wird, schÜesst er, dass „König* zunkuk heisst Aber 
an beiden Stellen hat das Altpersische „mein Reich*. „Mein* wird 
im Elamitischen öfters durch (altpers.)*) mi ausgedrückt Daraus 

1) Das Zeichen für die ersten beiden Laute des Wortes entspricht dem 
assjrr.-babylonischen Zeichen Sü^ wird also «u, nicht zu zu lesen sein. Somit 
wird in den Wörtern für „König" und „Königsherrschaft** der Zischlaut im Nea- 
und Altelamitischen gleich sein. Dann w&re in Behistun IL 25 für babylonisches 
Züffu Su(i)zza zu lesen oder dort ^t Sü ZU m\i einem Keil weniger einzusetzen 
oder im Neuelamitischen wären das alte Zeichen Vit SU und das f^T ZU 
zusammengefallen, welches letztere Zeichen aber in den anderen elamitischen 
Schriftsystemen nicht vorkommt. S. schon Hüsing BHamische Studien p. 14f. 
und vor ihm Jensen in WZKM. VI, 50, wo ich twfikuk lese. Über elamitbches 
SU BB assyr.-babyl. Sü" ■— „Haut", „Leder** oder „Pergament" s. u. 

2) Gegen eine ZurÜckführung des elamitbchen nU-mi auf das Altpersische 
siehe unten Art. III. 



Jensen, AU- wid Neuelamitisches, 227 

folgt mit grösster Wahrscheinlichkeit, dass eunkuk'mtX{) statt 
,R5nigsherrschaft'' vielmehr ^ meine Königsherrschaft'', zunhuk aber 
.Königsherrschaft* mid nicht «König "bedeutet. Gegen Weissbach's 
Vermutung spricht weiter, dass mi sonst nie für das Abstracta 
bildende me verwandt wird, während es nicht auffallen kann, wenn 
persisches, also fremdsprachiges maiy sowohl als mi (so gewöhnlich), 
wie auch als me reflektiert wird^); weiter aber, dass weder zun- 
kuk noch auch zunuk an den gen. Stellen .den senkrechten Keil 
vor sich hat, der dem Zeichen für , König" vorangeht; endlich 
aber, dass im Altsusischen («Anzanischen") su/nkik so gut wie 
sicher nicht , König* sondern »Königreich* ^ heisst. Wir wissen 
also nach wie vor nicht sicher, wie „König* auf „neususisch* 
heisst *). 

Dies ergänzte ich später in der WZKM. VI, 50. Dort liest 
man: ^Sunkipri gehört natürlich^) zu achämenidischem sunkitJc 
=« «Königreich* und altsusischem sunkik. Wenn, was äusserst 
wahrscheinlich ist, tengih bei W. p. 18 C. Z. 4 sich auf das ,Hin- 
einbringen' des Obelisks jStitruJc-L{N)ahhunt('s nach Susa bezieht*), 
dann ist Z. 21 — 22, ib. p. 19 von einem Hineinbringen von sunkip's 
nach der styan von Susa (d. i. der ril'^a^ die Rede. Dann kann 
sunktp nicht «Königreiche* bedeuten, sondern muss «Könige* sein. 
Der Singular wird 8unk{u, i) gelautet haben. Dies wird bestätigt 
durch den Namen des susischen Gottes Sung{k?)ur8arä , resp., da 
Aasurbampal fremdländisches ä und s oft in gleicher Weise be- 
zeichnet^, Sunguriarä (= Humman? s. dazu u.), der doch wohl 

1) Nachdem sich mi-nU ,,inein'* als echt-elamitbch heransgesteUt hat, zieht 
diese Argumentation nicht mehr. 

2) Dies vielleicht jetzt zu modifizieren, insofern dort allerdings sunkik 
uebt „König"' schlechthin, wohl aber vielleicht „und König" {sunki + k) heisst. 
8i«he unten p. 229 Anm. 3. 

3) In einer Anmerkung hierzu spreche ich schüchtern die Vermutung aus, 
dAsi die Schreibungen zunkuk und zunuk eine gemeinsame Aussprache zunguk 
<Wellen und nicht etwa die letztere in die erstere zu verbessern ist. Dann 
bitte man — s. o. p. 220 Anm. 1 und das Folgende — sungu = „König**, dessen 
^ dann in Sunffursarä (s. u. p. 228 Anm.) wieder erschiene, falls so und nicht 
*^a Sungamsarä zu lesen ist. Nachdem es sich jetzt ergeben hat, dass für 
^fiK^KU-uk im Neuelami tischen sun-KU-uk zu lesen ist, wird meine Etymologie 
^r den ersten Teil von Sun-GUR-sarä noch wahrscheinlicher. Für die des 
Weiten siehe sofort. 

4) Dieses „natürüch" möchte ich jetst streichen, obwohl man meiner 
Deotnng mehrfach zugestimmt hat. Aber möglich bleibt meine alte Deutung. 
Van kann übrigens auch sunki ip{b)ri «s „der König . . .*, lesen. S. u. in 
Art. III das zu mi etc. = „meiner" bemerkte. 

5) Jetzt bestätigt durch die von Seh eil im Recueil XXll unter Note 

XLV veröffentlichte Inschrift ^utruk-L{N)ahhuntVs Z. 7. Natürlich ist auch 

hiemach ein Wort a; -|- ^' =« „entsenden, zurückbringen" u. s. w. im Neu- 

elamitischen {Behütun I, 47 u-. s. w.), das man sich gewöhnt hat, mug-gt zu 

lesen, mit thigi wiederzugeben. Sayce las das Zeichen x also richtig. 

6) giyan sonst &= „Tempel" und darum auch wohl hier so aufzufassen. 

7) Zur Wiedergabe von fremdländischem S im Assyrjischen s. jetzt Jensen 
in Z. f. Assyr. XIV, 182 f. 



228 Jensen^ AU- und Neuelamitisches, 

als sunku-{i)r8ara = „grosser König* zu deuten ist^). Sunkipri 
stimmt also trefflich zu acbäm. sunkipirra.^ 

In Band 54 Heft 3 dieser Zeitschrift hat nun Foy auf p. 372 f. 
eine Notiz über s{z)unkuk'm( und \{\^-mi veröffentlicht. Er operiert 

dort im Wesentlichen mit dem schon von mir 11. cc. Verwerteten, 
stimmt darin in allem Wesentlichen meinen oben veröflTentlichten 
Bemerkungen zu, citiert sie auch p. 372, nennt aber dabei die 
Entdeckung, dass s{z)unl€uk „Königreich'', nicht „König* bedeute, 
seltsamer Weise sein Eigentum imd glaubt diese Erklärung und 
die von s(z)unkuk-m{ auf p. 376 oben rechts durch Bestemting 
resp. Bekreuzung sich zusprechen zu dürfen. 

Wichtiger als diese Velleitäten ist mir nun zunächst, dass 
mir in Foy ein Freund Weissbach 's gegen diesen sekundiert. 
Sunkik-8{z)unkuk darf also endlich, im Jahre 1900, wirklich 
„Königreich" heissen, somit, da sunkip „Könige" heisst, etwa sunki 



1) Ob das zweite Element des Namens «= neuelamitischem irSarra <= 
„f^ross" ist, könnte immerbin bezweifelt werden. Das Prädikat riaair^ das 
Hu(m)ban' Humman, „der König", bei KtU-i-Fir^aun in Z. 4 (s. Weissbach. 
Neue Beitr, p. 748(20)) führt, könnte, wie die Beiwörter bdbir, sipaJdr und 
birir (and andere?) flir andere in der Inschrift genannte Götter auch Geutü- 
name sein, und mit Sayce „der von RiSa'' bedeuten. Vgl. hierzu Ukumi riSakka 

(parallel gik sunkik Anzan SuSunka «= Stellvertreter des Reichs (?) in(?) 

Aman und >Su«t«n-Susa etc.; s. u.), vielleicht = „likumi in Ri«a'\ in der oben 

p. 227 cit. InscYiTiit Su^ruk-L{N)atifmntCs Z. 3 und in einer von Weissbach 
Anz. Inschriften p. 134(18) flf. veröff. Inschr. von dems. in Z. 6 (s. aber u. p. 229 f.) 
und den Namen der Gemahlin Hu{m)ban-Humman'%, KiH{ri)S{S)a (Inschrift 

SILhak'InSuiinak'a bei Weissbach, Anzanüche Inschriften p. 146(30) 
u. s. w.), vielleicht «= die kirir = „Göttin" (K 2100 Rev. 17) von lüia. 
Cf. dazu Kirsamas (V R. 6, 39), den Namen einer elamitischen Grottheit, falls 

= Kir{ir) von SimaS (s. u. p. 229). RlS-Sa als Name eines Berges, Gebirges 
oder Landes findet sich in II K. 51, 23 zwischen je einem Berge oder Gebirge 
von lAilubü{ü) und Kupin erwähnt. Lulubü liegt nordöstlich, Kupin wohl 

(s. d. nächste Heft der Z. f. Assyr.) südwestlich von Elam. Also lag wohl RIS- 
Sa in Elam oder in dessen Nähe und könnte sonach mit dem vermuteten RiSa 

der altelamitischen Inschriften identbch sein. Ob dann nicht doch bei Sikäfteh- 
i-Salmän (Weissbach, Neue Beiträge p. 750(23)f.) in Z. 4, 8 und 16 statt 
TAR vor ri'^a KUR als Ideogramm für „Berg" zu lesen ist, sodass auch die 
Göttin M(W)aS-ti (s. u.) als die von Ri^a bezeichnet worden wäre?? 

Zu KiririSa noch, das es wegen Kirsamas (s. o.) vielleicht nicht in 
Kirir + riSa, sondern in Kir{i) -|- risa zu zerlegen ist Dann verhielte sich 
Kirir in K 2100 zu Kir{i) wie napir = „Gott" zu nap = „Gott" und 
„Götter" {Behistun III, 79; H 13 und 20), das wegen seines p — cf. die Plural- 
endung b(f) — vielleicht ursprünglich coliective Bedeutung hat. Cf. D^tlbW. 
Das ir in nap-ir mit der Bedeutung „ein einzelner" {nap-pi= „Götter" gegen- 
über nappir =» „Gott" in Kul-i'Fir*aun Z. 18, 1 u. s. w. bei Weissbach, 
Neue Beiträge p. 748(20) f.) jedenfalls das ir der Gentilnamen. Cf. kir = „ein." 
Damach auch neuelamitisches Ubar- in liiar-uri «= „mein(?) Diener" = 
altelamitischem Uba- (siehe dazu u. p. 230) -j- ir, wie {H)armimyara aus 
{H)armvmya + ira u. s w. ? 

Nach alle dem Sungursarä möglicher Weise = „der ri^a-ische „König." 



Jensen, Alt- und Neudamüisches, 229 

and im Nenelamitischen s{z)unkii ^ König". Wenn aber Foy daraus 
nun 1. c. p. 373 schliesst, dassgtk{ldk) gerade auch „König* bedeutet, 
so irrt er schon deshalb wahrscheinlich, weil 2 Wörter gerade und 
genau für ^ König* in derselben Sprache Bedenken erregen müssen. 
Nachdem ich erkannt, dass sunkik in den altelamitischen Texten 
,, Königreich* heisst — siehe dazu aber unten — , war es nur 
selbstTerständlich, dass gih davor — in gik aunktk Aman Suäunka 
— ein Herrschei-titel ist. Das habe ich natürlich längst gesehen. 
Aber gegen e^ie Bedeutung ,, König* sprach eben sunki-sunku = 
»König*. Wie berechtigt meine Bedenken waren, scheinen die 
semitischen Texte einheimischer Herrscher aus Susa (Seh eil, 
Inscriptions ilamites-sSmitiques I, p. 59 flf.) zu zeigen. In den 
ältesten dieser Inschriften nennen sich ihre Urheber: pattsi von 

Susa und ünterkönig von Ilamtu (p. 59, 63), oder: poMsi von Susa 
allein (p. 69, 72), oder: der grosse Stellvertreter {sukkcdlu ^i-u)^ 

der Stellvertreter von llanUu, Simaä^) (so mit Thureau- 
D angin!) und Susa (p. 74 u. 77), oder: der Hirte des Volks von 
Susa (p. 79), aber nicht , König.* Da wird man in gtk in den 
altelamitischen Texten, statt das Wort für , König*, vielmehr eins 
für pattsi oder , Stellvertreter* vermuten. Der anscheinende 
Parallelismus zwischen gik libak und sukkallu siru (grosser Stell- 
vertreter) einerseits und gik sunkik Aman Suäunka-) und sukkal 
IlamJti Simää u Smu{ä)n andererseits in den altelamitischen Texten 
und auf pp. 74 und 77 bei Sc heil 1. c. legt es nahe, dass gik 
das Äquivalent gerade von sukkallu ist. Der elamitische Titel 
der altelamitischen Herrscher bedeutete dann etwa: „der grosse 
Stellvertreter, der Liebling des Inäu^inak, der Stellvertreter des 
Reichs von Aman und Jäüäu(a)n^). Dann hiesse also libak in 

1) Siehe oben p. 228 Anm. 

2) Aman Hauptstadt von tlamtUf büia{un von B{P)arah8{S)u. Vgl. 
dasQ Sc heil, 1. c. p. IX und s. Jensen, im nächsten Heft der Z. f. Assyr. 

3) Da Anzan nicht in der Sasiana liegt (s. das nächste Heft der Z. f. Assyr.), 

kann Anzan SuSunka nicht bedeuten: von Anzan^ dem susischen. Andere 
von der unsrigen abweichende Erklärungen, die zur Voraussetzung haben, dass 

Suiunka eigentlich „susisch" heisst, sind ebenso wenig zu rechtfertigen. „Susisch" 

soll ja zudem wegen (In)buHnak stiSinak heissen. Man kann nun ver> 

maten. dass ka in buhtnka neuelamitischem ikka-ikki = ,4^) zu hin" entspricht. 
Cl des Darios Titel bei Behistun (Col. I, 1) : sunku ParHn-ikka = „König 

in Persien" und die Titel Sutruk-L{N)ahhuntfs in der oben p. 227 erwähnten, 

von Seh eil veröff. Inschrift: gik sunkik Aman Suiunka likumi R(r?\iSakka 
(= in RiSaf s. o. p. 228 Anm.) kab(p)ru Hap{b)irtik (= in Susiana?) und 
bal [. . .] m£nik Hap{b)irtik (= in Susiana?). Zu -ikka für älteres -ka vgl. 
dann -tntma für -ma im Altelamitischen. Dazu aber eine 2. bessere Vermutung. 

BoUta ka in Suiunka wie in RiSakka und k in Hap{b)irtik e» „und'* sein 
nnd zo (i-ak = „und" gehören? Also „Stellvertreter des Reichs von Anzan 

imd SuSunP*' Darnach gar gik sunkik = f^k und König"? Damach weiter 
gik Ubak hanik InSuSinak in der altelamitischen Herrschertitulatur = ,^* 
und Uba and kam des InSuHnak = gi und Knecht und Liebling des /." 



230 Jensen, Alt- und Neuelamitiaches, 

dem Titel ^ gross. *^ Allein das wardum naräm SvMnak im 
babylonischen Titel der altelamitiscben Könige (Scbeil, Textes 
^lam,'84m, I 69(!), 72(!) und 79) = »der Knecht (und) Liebling 
des StiSinak'^ und neuelamitisches libar-uri = »mein Knecht* 
(s. u. p. 231 Anm. 2 u. Art. III) sowie liba[ = »Dienst* (s. aber 
u. p. 232) lassen mit einiger Sicherheit vermuten, dass libak = 
wardvmfi = , Knecht* ^). Dann müsste gik nicht gerade genau = 
suJckallu, sondern könnte auch = paust oder = äakkanctkku, mit 
ähnlicher Bedeutung, sein. Jedenfalls aber bezeichnet es des Königs 
Verhältnis zu seinem Lande und wohl auch zu seinem Gotte Suätnak- 
InättSmakj wie das assyr. -babylonische paHsi das des Herrschers 
zu dem Lande und seinem höchsten Gotte. Dass die neuver- 
öfifentlichten semitischen Texte aus Susa auch meine Erklärung 
von hanik vor InsuSinak in der altelamitiscben Herrschertitulatur 
durch »Günstling* oder Dgl. (WZKM. VI, 54 u. 216) bestätigt haben, 
wie Seh eil p. 79'-^) I.e. richtig erkannt hat, erwähne ich nur 
nebenbei. 

Der ganze altelamitische Titel (gt-k ltba{')k hani{')k InSuätnak 
gt{')k stmktX')k Aman JStcSun-ka) bedeutet demnach (vgl. Anm. 3 
zu p. 229) etwa: »der Stellvertreter und Knecht und Liebling des 
Inäuäinak^ der Stellvertreter und König von (in) Aman (und) Susa*. 

Am Wichtigsten ist mir nun aber, dass Foy mir zugiebt, 
dass m{ in sunkuk-mi .mein*^ heisst. Denn damit hat er implicite 
zugegeben, dass seine Ausfuhrungen in dieser Zeitschrift 54 auf 
p. 361, über das Alter der altpersischen Keilschrift, eine Achillesferse 
haben, an der sie tötlich zu treffen sind und getroffen werden. 

Foy giebt mir also zu, dass im Neuelamitischen wenigstens 
einmal mi für sonstiges mi =^ „mein* eintritt. 

Aber 8unJcuk{sunguk)-m{ ist nicht das einzige Beispiel hier- 
für. In der grossen Inschrift von Naks-i- Rüstern lesen wir in 
Zeile 14 f. mannat-mi unina kutiä = persischem manä bäjim 



(s. 0. im Text) ? In der That scheint „Knecht" allein nicht Ubak, sondern Üb 
zu heissen. S. auch Anm. 1 u. Und jedenfaUs ist das k in gik für die Bedeutung 
des Wortes nicht wesentlich. Denn in den Inschriften No. 37, 38 und 39 bei 
Lenormant Textes inidüs tritt ja dafür gi bez. ki ein (s. o. p. 224)! Darnach 
also gi allein = „Stellvertreter'*? Und der Name Hanni bei Kvir-i'JF'ir^aun 
(Weissbach, Neue Beitröge ^ 748(20) f.) könnte s= Aani^ minus A; sein und 
„Liebling" bedeuten. Darnach hinter Konsonanten suffigiertes ka und hinter 
Vokalen k «=s „und" ? Vgl. niku = „wir", wohl aus m *= „du" --|- ^ = «und" 
-|- M s=3 „ich". Und dann riSak-ka nicht in rüa und ka (s. o. p. 228 Anm.), sondern 

in riSak und ka zu zerlegen? Oder sind -ka in Suhmka und -k in gik etc. 
verschiedene Wörtchen und das erstere ^ „in", das letztere aber = „und"? 

1) Vgl. hierzu den altelamitiscben (Königs)namen KAL{''ilu)Ruhuratir 
(Seh eil, I. c. p. 69 u. 72), falls Ldb-Ruhuratir zu lesen. Damach lüm-SIN 
BS ,,Knecht des SIN", gegen Jensen in 6. G. A. 1900 p. 977 doch elamitisch 
und baby Ionisiert aus Lib-SIN? S. o. p. 225. 

2) Natürlich ist gegen Schell auch in den Inschriften auf p. 69 u. 72 

wardum naräm bvMnak Apposition zum Namen Idadu, kein Name. 



Jensen, AU- und Neuelamiti'sches, 231 

abara[ntä] und babylonischem mandattum anähu inaääünu. Kein 
Mensch bezweifelt, dass hier mannat das assyr. -babylonische mandattu 
= »Tribut* ist, kein Mensch aber auch, dass an dieser Stelle von 
«Tribut* schlechthin die Rede ist. Nun giebt es ausser dem 
von mir nachgewiesenen rni = „mein* eine Abstraktendung mi in 
sunku-mi = „Königsherrschaft*, iakiabamana-mi = „Satrapie*, 
iitki{wn)m{ = „Lüge* und wohl auch bC{{)mi = „Schlacht*, 
und darum soll auch mi in mannatmi eine Abstraktendung sein. 
Also „Tributschaft" oder „Tributheit*. Was wäre das? Nein, — 
dies muss ich gegen eine früher von mir selbst gehegte Ansicht 
bemerken — , eine eigentliche Abstraktform von mannat = „Tribut* 
kann nimmermehr auch „Tribut* iieissen. Das scheint mir un- 
mittelbar einleuchtend zu sein. Ebensowenig kommt man hier mit 
der unten erwähnten Foy 'sehen Erklärung des Suffixes mi aus, 
wonach es Etwas bezeichnet, was dem Stammwort eigen ist u. s. w. 
Wenn es daher ein mi = „mein* giebt, so scheint es selbst- 
verständlich, dass an der in Rede stehenden Stelle zu übersetzen 
ist: „meinen Tribut brachten sie mir.* und dann kann man fragen, 
ob manä vor bäjim im persischen Text dem elamitischen mi oder 
unina entspricht, also hier statt „mir* vielmehr „meiner (meinen)* 
heisst. 

Also manncU-mi kann „mein Tribut* heissen. Ausser diesem 
mofincU-mi und den oben genannten Substantiven mit der Endung 
-mi hat Foy in dieser Zeitschrift 52 p. 564f. noch femer als 
solche angeführt: mkami = „unser*, altelamitisches umi = „mein*, 
*tuJcki{m)m.( „That* in {h)u(h)hintukki{um)mt = „die Folge davon* 
und ^appantukktmme^ „Unrecht*, tippimi^), nach ihm = „Schrift*, 
imami „Thorweg* y^lapdme* {„li^)bami*^) = „Dienst*, iabarra- 

1) Zur LesuDf; tippi- für tuppi bei Foy s. Jensen in Z. f. Assyr. VI, 
p. 172 f. Der einzige Einspruch, den Foy (diese Zeitschr. 52, 128) dagegen erhebt, 
zieht nicht. Er meint nämlich, {H)apirturra erweise die Möglichkeit eines 
(H)apirtup neben (H)apirtip, und damit, dass man bei der Lesang tip fdr 
das baby}. Zeichen TÜP bleiben dürfe. Doch giebt er selbst zu, dass die 
Form {H)apirturra auf das Conto des r gesetzt werden könne, was sie nach 
meiner Ansicht muss. Übrigens dürften ausser den Zeichen für ni (nüf) und 
tip (t'^T) im Neuelamitischen noch andere Zeichen mit ursprünglichem u- 
baltigem Lantwert mit i(ü) dafür zu sprechen sein, so das babyl. Zeichen für 
Ü3f: Elamitisches UM-maniS = persischem Imani$ und babylonischem 
ImmaniSu, Siehe Jensen in WZKM. VI, 57 und 59. Der Orund dieser 
modifizierten Aussprache ist natürlich der Lautwandel von u (oder üf) zu (ü 
oder) i im Elamitischen. 

2) Das Zeichen hierfür, früher la gelesen, hat diese Lesung ja an das 
Z^eben abtreten müssen, das früher tu gelesen ward. Da es in dem 
eianitischen Äquivalent für Babilu und Dtibala {Behistun III, 37) erscheint, 
so moss es ^ haltig sein, wie mau deshalb auch allgemein annimmt. Das wird 
dadurch bestAtigt, dass es in einem Worte mit dem Zeichen für la wechselt. 
Denn offenbar gehört bü(p)la(t)Sda in NakS-i- Rastern 3 f. =: „geschaffen hat" 
zu bib{p) -f X- == „setzen«' und ä. in Behistun I, 69 und III, 46. Babilu, 
Dubala and b(b(p)l- haben alle 3 den U Laut hinter einem Labial und auch 
sonst findet sich x zumeist in Verbindung mit Labialen. Es scheint daher 

Bd. LV. 16 



232 Jensen, AU- und Keudamüisches, 

kummt ^Schlacbt* „pdlukme'^ ^Anstrengung* und tümf , Zunge*, 
und gemeint, dass in ihnen das m{ Etwas bezeichne, was dem 
Stammwort eigen sei, das Wesen desselben ausmache, es bedinge. 
Aber von diesen scheiden aus zunächst nikami und umt, wozu 
u. Art. III zusehen; feiner „lapdme^, da hierin nachNorris und 
Weissbach das me nur ergänzt und nach Norris ^lapd* 
unsicher ist; ebenso ^pdlukme'^, das nach Norris unsicher und 
von Weissbach nach Norris bis auf -mf bez. -ik-mf ergänzt 
ist; ferner natürlich alle die Wörter auf mf, die im Elamitischen 
ohne Etymologie dastehen, und deren Analyse durch Foy daher 
willkürlich genannt werden muss, somit zunächst kuJib(rUukki{u7n)' 
niiy schon weil ein tukkimi =^ „That* ja auch nach Foy nicht 
existiert, und für ^apparUukkimme* , wie Foy hätte wissen können, 
jetzt app(bb)anla{t)Kki{u)mm{ oder nach Foy etwa appanlakkimme 
zu lesen und das dazu gestellte appantukkurra in Behistun III, 
80 bekanntlich — doch findet es sich auch bei Weissbach, Achä- 
menideninachTriften zweiter Art^ p. 54 als ein gesichertes Wort 
— ja nur ergänzt und, wie aus dem oben Bemerkten erhellt, falsch 
ergänzt ist; und weiter iabarraJcumnd^ ^pdlukme'^ und titmt, schon 
weil ein Sabarrak, ein y^pdluk*^ und ein tu oder andere Ableitungen 
hiervon nicht existieren, „pdlukme'^ speziell aber, wie oben gesagt, 
schon weil anscheinend seine Existenzberechtigung sehr zweifelhaft 
ist. Warum durfte übrigens, wenn titmi = „Zunge*, nicht auch 
neuelamitisches ^*(w)wi?w/ = „Nase" ein solches Wesentlichkeitswort 
auf mi sein? Endlich aber scheidet aus imami = „Thorweg*, trotz 
der gar feinen Etymologie Foy's dafür: aus elamitischem e = „Haus* 
oder = „in, zu* -|- ma = ^in. Inneres* + wf, schon weil e im 
Elamitischen jedenfalls — trotz Weissbach, l^eue Beiträge 
p. 738 — nicht „Haus" sondern „dies-* bedeutet und die Foy 'sehe 
Deutung „zu, in* dafür höchst unsicher ist, femer ma nicht „Inneres* 
heisst und man sich endlich beim besten Willen unter »dem, 
was das Wesen eines Hausinneren bedingt* keinen Thorweg vor- 
stellen kann. 

Es bleiben von der Foy 'sehen Liste somit übrig nur die oben 
p. 231 genannten Wörter sunkmni^ äükäabamana-mi, tukHum)mi 
und bt{t)m[^ von denen jedenfalls die 3 ersten, wie deren Etymologie 
und Bedeutung lehren, fraglos diese Endung mt aufweisen, und 
nach Foy und anderen ttppi-mi in Behistun L. 



eino durch benachbarte Labiale begUnstigte Nuance des l -\- y txx. bezeichnen. Ist 
liba(k) (und KAL == lib und lab) im Altelamitischen wirklich = „Knecht**, 
was doch sehr wahrscheinlich ist — s. o. p. 230 Anm. 1 — rousste x in x-bar-uri 
= „mein Knecht" (s. u. Art. III) und x-ba{T) [= „Dienst" wohl = li sein, was 
überall vortrefflich passt. Vgl. H ü s i n g , Elamische Sttuiien p. 6 f. Es könnte, 
falb es nicht etwa auf das babylonische Zeichen LI zurückgeht, seiner Form 
nach babylonischem NIM «= nim und num entsprechen. Wenn es das 
wirklich thäte, wäre fdr dessen elamitischen Lautwert daran zu erinnern, dass 
neuelamitischem Nahhundi altelamitisches LAff-htinti entspricht. 



Jensen, Alt- und Netielamitüches, 233 

Nach dieser Inschrift hat Darius tippi-mf gemacht und tippi- 
nU in alle Lande gesendet. Foy, der aus den oben p. 231 und 
p. 231 f. angeführten vermeintlichen und wirklichen Substantiven auf 
mi hierfiir eine Bedeutung ^wesentlich für* und ähnlich heraus- 
destillierte, schloss deshalb für tippi-mi auf eine Bedeutung , Schrift* 
und fand, Weissbach folgend, demgemäss in Behiatun L den 
urkundlichen Beweis dafür, dass Darius der Erfinder der persischen 
Keilschrift sei (diese Zeitschr. 52, 597; 54, 361). Ich will mit ihm 
nicht darüber rechten, ob denn nun ein neugeschaffener Ausdruck 
wie , Inschrift- Wesentlichkeit* für „Schrift* gerade sehr glücklich, 
zutreffend und verständlich wäre, da das hier überflüssig und 
unnötig sein würde. Denn nachdem sich herausgestellt hat, dass 
Foy 's lange Liste der sicheren Wörter auf mi bis auf 3 — 4(!) zu- 
sammenschrumpft, ergiebt sich auch für m^, soweit wir sehen können, 
eine andere präzisere Bedeutung, die dann auch auf tippi-mi An- 
wendung fände, falls es eben ein Wort auf mC wäre, sunku-mf 
heisst bestimmt „Herrschaft*, ädkäabamana-mt „Satrapenschaft*, 
tCtki(ufn)mC „das Gelegene*, bi{t)mi „das Kämpfen* oder „der 
Kampf*. Damach müssen wir der Endung -mi eine Bed. „-schaft*, 
,-mig* „-erei* oder dgl. zuschreiben, sodass es einfach bei der alten 
Auffassung der Endung mi bleibt. Ist dann tippi-mi auch solch' 
ein Wort, so müsste es eigentlich Etwas wie „Inschrifterei* „In- 
schriftschaft* oder dgl. heissen. Wir wollen nicht behaupten, dass 
es darum „Schrift* nicht heissen könnte, behaupten aber ohne 
Zögern, dass zu dieser Deutung die Etymologie jedenfalls nicht 
zwingen, ja sicher nicht auf sie führen würde. ' 

Und der Zusanunenhang von Behistun L lässt jedenfalls nicht 
auf diese Bedeutung schliessen. Ja, gerade bei der herrschenden 
und Foy*8 Erklärung des halbwegs verständlichen Teils der In- 
schrift wird diese Deutung höchst fraglich. Nach der Inschrift 
hat Darius tippi-mi {h)arriya-ma^ nach der üblichen und auch nach 
Foy's Ansicht = „in arisch* d. h. „arischer Sprache* gemacht. 
Also nach Foy eine „Schrift in arischer Sprache.* Nein, heisst 
{h)arrtyama „in arisch*, dann heisst tippi-mi nicht „Schrift*, und 
wenn somit Foy's Etymologie eine Bedeutung „Schrift* für tippi- 
fni schon nicht begünstigt, so spricht Behistun L nach Foy's 
eigener Erklärung dagegen. 

Ist also tippi-mi ein Substantiv mit der Endung mi, dann 
lässt uns die Etymologie über dessen Bedeutung im Unklaren, und 
da der Zusammenhang zu keiner bestimmten Deutung zwingt, bliebe 
das Wort vorläufig unverstanden. 

Aber muss denn tippi-mi ein derartiges Wort sein? Foy 
selbst, der meine Deutung von sunkuk-mi annimmt, muss damit 
zugeben , dass tippi-mi „meine Inschriften oder Inschrift* heissen 
könnte. Sollte man nun damit in Bell. L auskommen können, 
so wäre das die Erklärung, und wir hätten keinen Grund, weiter 

16* 



234 Jensen, Alt- und Neuelamitüches, 

darüber nachzugrübeln, was denn Darius eigentlich mit .Inscbnft- 
schaft* oder ^Inscbrifterei* gemeint haben könne. 

In Behiatun L findet sich bekanntlich eine grössere Anzahl 
mehr oder weniger dunkler Wörter, über die auch ich einmal 
vielerlei Unzutreffendes geäussert habe (s. Z. f. Assyr. VI, p. 179 ff.) 

Zunächst da-at-{{-)tk'ki, Foy fasst dies ohne genügenden 
Grund mit Bestimmtheit als Ableitung von dxt-ai-i = , ander* mit 
derselben Bedeutung auf (diese Zeitschrift 52, 597 u. s. w.). Ohne 
jedes Bedenken könnte man es mit Norris in die zwei Wörter 
daiC und iklci zerlegen, müsste es dann aber wohl mit »anderswo* 
oder „ anderswohin '^ übersetzen; zu einer Deutung »in anderer 
Weise** berechtigten die sonst nachweisbaren Bedeutungen von tkkC 
jedenfalls nicht. Ganz analog einem daiC-ikki wäre {h)t-fna = 
„hier* (H. 9). — (h)arriyama wird allgemein „auf arisch* gedeutet. 
Widerlegen lässt sich dies nicht, aber auch nicht bekräftigen. Dass 
diese Deutung allein schon die Bedeutung „Schrift* für tippi-m£ 
ausschliesst, sagte ich schon o. p. 233. — appa äa{i)ääa innt inrt = 
„was vordem nicht war* bezieht sich vermutlich aufs Vorhergehende, 
kann aber auch das Folgende vorausnehmen. S. Nakä-t- Mustern 
Gr. Inschr. Z. 46. 

Zur Bedeutung von {h)alat, wie man ja für früher acceptiertes 
{h)atu(U lesen muss^), siehe bei Weissbach, Aman, Inschr. die 

(Inschr. äutruk L{N)ahhunti*s A, 3 f.,) Inschr. KtjUir'L(N)ahhuntts 

A, 2 f. und die Inschr. SILhak-In^iLsmak's D, 3, wonach ein Tempel, 
der hQi)alat'imma gebaut war, niedergerissen und iri{n)tum-i7nma 
wieder aufgebaut ward. Da /rm/wm*-^) sicher mit Sc heil, {Textes 
SlamiteS'Shnitiques I, p. 120) „gebrannte Ziegelsteine* bezeichnet, 
wie Oppert bereits geraten bez. scharfsinnig vermutet hatte, so 
scheint hcdat ein anderes, schlechteres Baumaterial, also wohl 
„ungebrannte Ziegelsteine* zu bedeuten. Dazu stimmt, dass bei 
S c h e i 1 1. c, wie in den altelamitischen Inschriften h{h)alat, libtttu 
= „ungebrannte Ziegelsteine* im Parallelismus mit Mmtu-irintum 
steht. Ob hiernach u{')pa-at'imma: (Inschrift JSiitnik'L{N)ahhunt ['s 
A, 3 f.,) Inschr. KutirL{N)ahhuntfs C, 3; Inschr. SILhakln§u§inaks 
B u. C, 3 irgend ein Synonym von halat ? Oder lies u pat imma = 
„in vor mir* = „vor mir* ? Dass halat wirklich „Ziegelsteine* 
bedeutet, zeigt wohl schlagend das damit an unsrer Stelle parallele 
sofort zu besprechende Ideogramm SU =^ „Leder* („Pergament*). 



1) In Folge dieser neuen Lesung fliegt also meine Erklärung des Wortes 
in Z. f. Assyr. VI, 181 in alle Winde. 

2) Zu {rintum = „gebrannte Ziegelsteine" s. noch die Inschrift TtnUl- 
kalkt's bei Seh eil, 1. c. p. 77 f., wo ipirtu als Synonym von irfmtu erscheint. 
Nach V R 28, 68 + 78 ist nämlich irimtu wohl ein Synonym von ipartu wie 
von nafßaptu d. h. „Hülle." Also ipirtu wohl von ipiru „bedecken" und 
somit ipirtu wie irimtu eigentlich = assyr. tajilup(b)u-talduptu «= die äussere 
Bauschicht aus gebrannten Ziegelsteinen. Vgl. auch noch irtmmatu = ipirru 
^ abt ahnt = „Vater (?) der Steine" (II R 40, 37 f.)? 



Jensenj AU- und Neudamitiaches, 235 

Dadurch wird es auch wohl unmöglich, halat wegen des davor- 
stehenden Horizontalkeils etwa als einen Ausdruck für eine Stadt 
oder ein Land oder ein Gebäude anzusehen. Der Keil davor dürfte 
wie der vor tippi = , Inschrift" zu erklären sein. 

ükku hinter (A)aZa^ und iS {7 vielleicht dasselbe ukku, das 
in Behütun III, 80 hinter batur erscheint. Doch lässt sich nicht 
mit Sicherheit feststellen, was es hier bedeutet. Aus Foy's Aus- 
führungen in dieser Zeitschrift 54, 363 ff. kann man dafür nur das 
entnehmen, dass diese Stelle wegen ihrer zweifelhaften Bedeutung 
von uns nicht verwertet werden kann. — Über uJcku- in 0. 17 
u. s. w., wo es vielleicht mit {m)azzaka u. s. w. zusammen = 
, gross* und allein vielleicht = »sehr**, habe ich in Z. f. Assyr. VI, 
179 f. gesprochen. Ein Adjektiv ukku = „gross* ist hier gegen 
Norris (Weissbach und Foy) nicht sicher nachweisbar, aber 
möglich. — Ob unser ukku in Kul-i-Fir^aun Z. 2 (Weissbach, 
Neue Beiträge 748(20)) vorliegt, ist ungewiss. Durch das bat 
hinter KI -j- MI8 (d. i. natürlich auch hier wie in den Achämeniden- 
texten das^ Ideogi'ammzeichen !) = „Erde** wie das ukku hinter 
AI^ -\- MIS = „Himmel** an dieser Stelle wird nahe gelegt, dass 
hier dasselbe ukku wie das hinter batur an der oben besprochenen 
BehistunSteWe vorliegt. — ukkuna in Zeile 21 der Inschrift von 
Kui-t-Fir^aun scheint ein Verbum zu sein, welches das aus- 
drückt, was der Gott Hvban mit dem Bilde des Hanni macht. 
Dieses ukku könnte auch in Sikäfteh-i-Salmän Z. 13 (W e i s s b a c h 
1. c. p. 751(23)) vorliegen und sich dann auf das vorhergenannte 
Haus — falls BIT zu lesen — der jM{W)aäti-'^r\^^) beziehen. 



1) So ist mit mir (WZKM. VI, 61 f.) gegen den Widerspruch Weissbach 's 
in Neue Beiträge p. 755(27) f. zu lesen, nicht I\B)ar-ti. Das Zeichen vor 
it, D&mlich Hh« ^t genau das Zeichen, welches im Altbabylonbchen und Alt- 
elamitbchen (Sc heil, Textes üamites-simüiques l pl. 14 und 15 im Namen 

Si-nuiit der nach Thureau-Dangin auch Si-ma-aS geschrieben wird) maS 
ausdrfickt. Und das ist doch für die Bestimmung seines Lautwerts ausschlage 
liebend, aber nicht, dass es dem Zeichen BAR in den späteren Achämeniden- 

inschrifteu ähnlicher ist, als dem Zeichen MAS, Hätten selbst in deren Schrift 

die ursprunglichen Zeichen MAb und BAR, wie Weissbach anzunehmen 
scheint, ihre Lautwerte vertauscht, so könnte doch für das Zeichen >f- bei 

Sikäfteh'i-Salman nur der Lautwert in Betracht kommen, der ihm von Rechts 
wegen zukommt, nähmlich maS. Übrigens ist die Annahme einer solchen Ver- 
taoscbung ganz unnötig und nicht ohne Schwierigkeiten. Das Zeichen für mos 
in den AchämenideniDschriften kann sehr wohl auf das alte für maS zurück- 
geführt werden. Aus diesem hätte nach den Entwicklungsgesetzen der elamitischen 
Schrift dasselbe Zeichen wie das für mi werden müssen. Um dem vorzubeugen 
oder um eine bereits eingetretene Gleichheit zu beseitigen, könnte der Uorizontal- 

keil von MAS etwas hinabgedrückt worden sein. Das achämenidische Zeichen 
fär bar andererseits lässt nicht auf eine Grundform *f- schliessen, die 
Weissbach in der Inschrift von Sikäfteh-i-Salmän par liest. Nach den 

achämenidischen Zeichen für Wj^ und Sf^ zu schliessen hätte diese, wie oben 
gesagt, za f»-, nicht aber zu »-f werden müssen, das' in den Achämeniden- 



236 Jensen, AU- und Neuetamäisches, 

Damach könnte auch uJcku in Behistun L ein Verbum sein, und 
wenn zu rtlik^) = , wurde geschrieben" als Subjekt etwas im un- 
mittelbar Vorhergehenden Genanntes zu denken ist, also — da wegen 
ihrer Bedeutung nicht {h)alat und Sü — ht§ oder {{)tppi oder Beides, 
diese beiden Wörter oder eins von beiden aber dann Texte irgend 
welcher Art bezeichnen müssen, so scheint sich das Verbum (h)udda 
hinter {(i)ppi nicht gut zugleich hierauf wie auf (h)alat und SU 
beziehen zu können; denn „ich machte Ziegelsteine und Erlasse 
oder dgl.*^ wäre doch seltsam. t)ann aber könnte iJcku hinter 
{h)alat und SU dem {h)itdda hinter i-ip-pi entsprechen. Bezieht 
sich also ukku in Beh. L. , wie in Kul-i-Ftr^aun 21 auf die An- 
fertigung des Bildes des Hanni^) und in äikäfteh'i'Salmän 13 
auf den Bau eines Hauses der M{ W)aäti^ auf die Herstellung der 
Ziegelsteine und des Leders und heisst es dann „vollenden* , , schön 
machen?*^ Hängt damit zusammen ein vielleicht anzunehmendes 
ukku = „sehr*? Also eigentlich = „vollkommen*? Bezeichnet 
ukku in Kul-i-Fir^aun Z. 2 den Himmel als den „schönen"?? 

Hinter kudda {h)alat ukku kudda folgt anscheinend ein 
unvollständiger senkrechter Keil (so Weiss b ach), aber nach 
Norris ein wagerechter, wie vor {h)alat^ dann SU (s. o. p. 226), 
dann das Ideogrammzeichen, dahinter wieder ukku. Also hier SU 
m Parallelismus mit {k)alat = „Ziegelsteine.* SU ist nun im 
Assyr.-babyl. = „Haut.* Es handelt sich um Schriften oder In- 
schriften. Als Schreibmaterial . verwandte man im Altertum auch 
Ziegelerde und Leder bez. Pergament. Da wird man mit Sicherheit 
sagen dürfen, dass diese Materialien hier gemeint sind, dass also 
S(J= „Leder* oder „Pergament*, und dass sich unsere Deutungen 
von (h)alat und SU gegenseitig bestätigen. Wir haben hier also 
neben dem Thon der Assyro-Babylonier die königlichen difp^i^cci 
der Perser (s. hierzu mit Justi Diodor II, 32, 4 u. s. w.). Seltsam 
bleibt der allerdings undeutliche Vertikalkeil vor SZ7, der doch sonst 
zunächst männliche Personen kennzeichnet. Falls dafür nicht mit 
Norris der Horizontalkeil zu lesen ist, mag er damit motiviert werden, 
dass SU wenigstens in assyrisch- babylonischer Schrift auch = 
„Körper.* Cf. den Vertikalkeil yor salma= „Bild* Nakä-i- Rüstern Sd, 

Für die Feststellung der Bedeutung von (h)ü und i-ip-pi 
kommt in Betracht, dass vor ihnen der Keil fehlt, den wir vor 
hcdat und SU finden. Bezieht sich also das rilik im Folgenden 



inschriften ss har ist. Dagegen gelangt man von altem BÄR zu dem BAR 
der Achämenideninschriften durch einfache Uinaufrückung des nur su berück- 
sichtigenden linken Teils von dem wagorechten Keil in ungewöhnlicher Lage. 

So erklärt sich, dass neuelamitisches MAS altem BAR, aber neuelamitisches 

BAR altem MaS ähnlich ist, auf ganz natürliche Weise. Hh bleibt also mciä 
oder waS und >f"^'^ MaS- oder WaS-ti. Also bleibt es auch bei meiner 

GleichuBg^ Wasti = '>ntt3') im Estherbuch. 

1) Zu rilik, und nicht rilu(i)k oder rila(t)k s. o. p. 231 Anm. 2. 

2) 8. zur ev. Bedeutung des Nameos o. p. 229 Anm. 3. 



Jewien, Alt- und Neuelamitiachea. 237 

auf {K)ü und i-ip-pi und bezeichnen {h)alat und SU Schreib- 
materialien, so sind hiä und i-ip-pi wohl keine Schreibmaterialien, 
sondern Etwas, das man niederschreiben kann. Verführerisch ist 
es, {h)ü mit (-)AiS in der Inschrift C Stitruk'L(N)ahhuntfs Z. 18 
(Weissbach, Anzan. Inachr, 135(19)) zu identifizieren, falls dort zu 
lesen: hu-tU-la-an-ka hi-ü a-ak imm( u turuä und zu erklären: 
,ich schick(t)e AiS, aber sie nannten sich nicht mein*^). Dann wäre 
his hier bei äutruk'L{N)ahhunti eine Proklamation oder Auf- 
forderung zur Unterwerfung oder ein Befehl oder Dgl. Aber ein 
Objekt hinter seinem Verbum wäre auffällig. Mit ippa in der 
Inschrift Sutrvk'L{N)ahhuntCs Z. 7, 9, 15 kann i-ip-pi schwerlich 
zusammengestellt werden, zumal da dies = neuelamitischem appa 
== , welche" zu sein scheint. 

Zu u tibha bibrdka wiederhole ich die in Z. f. Assyr. VI, 181 
vorgetragene, nach F y (in dieser Zeitschrift 52 p. 597) , klassische*, 
Vermutung, dass bibraka mit sonstigem biur- und Ä/r- = „lesen* 
(wohl auch in Sikäfteh-i-Salmän Z. 6) zusammengehört. Sollte 
gar für ib hinter bi U (mit einem vertikalen Keil weniger) zu 
lesen sein? Doch ist diese Konjektur für meine Deutung gar 
nicht erforderlich. Wenn bibla{i)- wie bila- , setzen* heisst und 
mit bibtip bitip wechselt {I^aki-i-Bustem S bis; -BeA. I, 69; III, 
46; Beb. II, 57, 67; Beb, I. 63, u. s. w.; -BeA. II, 40 etc.), ohne dass 
deshalb Foy's eigentümliche Erklärung dieser Formen in dieser 
Zeitschrift 52 p. 591 richtig zu sein braucht, warum sollte dann 
nicht auch mit bir- und biur- bibr- wechseln können ? Und bibraka 
hinter rilik = , wurde geschrieben* drängt doch geradezu auf eine 
solche Annahme hin! Dann wäre zu erklären: und wurde mir 
vor( ?)gelesen. 

Wenn somit ohne jede Frage tippi-mi „meine Tafel(n)" heissen 
kann, so wäre, falls es das auch in Behistun L thäte, von dieser 
Inschrift Folgendes verständlich : Darius, der König, spricht : Unter 
dem Schutze (?) Ahuramazdas machte ich meine Inschrift(en) anders- 
wo auf arisch (?), was vordem nicht war. Sowohl-) Ziegelsteine 
(Thontafeln) . . . te ich(?) als auch Häute (Leder) . . . te ich(?), so- 
wohl ... als auch . . . machte ich. Sowohl geschrieben wurde es 
(wurden sie) als auch mir vorgelesen (?). Darauf sandte ich selbige 



1) htUlanka würde za neuelamitischem hutla = „schickte" gehören, wozu 
kutlak (!) = „Oesandter" {ßeh, I, 64; II, 81). Foy nimmt in dieser Zeitschr. 52 
p. 568 seltsamer Weise keinen Austoss an der alten Lesung htUtik, obwohl er 
richtig hutla für beseitigtes huttu liest. Die fragwürdigen Analysen ib. p. 590 f. 
rechtfertigen seine Lesung sicherlich nicht. Das Zeichen 67 bei Weissbach 
Achämenidenituchriften zweiter Art p. 36 ist natürlich = babylonischen LAK 
(ef. Zeichen 66). Lies also auch ha-ul-lak in NakS-i- Mustern 21 1 — Zur Endung 

y 

ofiAa siehe manka = ,,sagte ich", auch in btkäfteh-i-Salman Z. 6. — Zu immiy = 
neoelamitischen inni = „nicht*, s. u. Art. III. — Zu turu ^s neuelamitischem 
tiri s. turrika NakS. 15. Zur Redensart u turu- ». z. B. Behistun I, 9 f. und 
dieselbe Stelle für den passiven resp. reflexiven Gebrauch von turu-tiri. 

2) Siehe Foy in dieser Zeitschrift 54, 362 f. 



238 Jensen ^ Alt- und Neuelamüisches, 

meine Insclirift(en) in alle Lande (und) die Leute . . . ten." Das 
giebt einen guten Sinn, ob man nun annimmt, dass die auf Ziegel- 
stein und Le^er geschnebenen »Lischriften* die von Behistun sind, 
die Darius in der persischen Version im Lande veröffentlichen Hess, 
oder, was besser scheint, dass es sich hier um andere Felseninschriften 
handelt, deren Text auf Ziegelsteinen und Leder an ihren zukünftigen 
Ort gesandt und dort eingemeisselt ward, oder deren Kopien auf 
Ziegelsteinen und Leder in alle Lande verschickt wurden. 

Somit dürfte es gesichert sein, dass tippi-mi in Behistun L 
wirklich „meine Inschrift(en)" heisst und dass diese Inschrift kein 
Zeugnis dafür ablegt, dass Darius die persische Keilschrift erfunden hat. 

Wollte man dann aber einwenden, dass es zum' Beweise dessen 
gar nicht der Foy'schen Literpretation bedürfe, sondern die alte 
ausreiche, wonach Darius zum ersten Male Inschriften auf arisch 
gemacht habe, so ignorierte man das daif-t/eki, wohl, jedenfalls 
aber möglicher Weise, = „anderswo*, d. h. ev. ausserhalb Persiens 
oder ausserhalb des Gebiets der Arier. Dies Wort involviert ja 
vermutlich eine Einschränkung: Nicht überhaupt, sondern nur 
ausserhalb des Gebiets der Arier hätte Darius zum ersten Male 
Inschriften auf arisch gemacht. Und in der That sind ja ausser- 
halb dieses Gebiets bisher keine persischen oder medischen Inschriften 
aus der Zeit vor Darius gefunden worden, was ja auch für den 
Fall gilt, dass die Cyrusinschriften von Murghab dem älteren 
Cyrus zuzuschreiben sind. Und gesetzt, Behistun L sagte doch, 
dass Darius als Erster „Inschriften* auf arisch überhaupt habe 
einmeisseln lassen, selbst dann könnte der Text keinen Beweis dafür 
liefern, dass erst unter Darius die persische Keilschrift eingeführt 
worden wäre. „Meine iippi'^ kann sich doch nur auf „Inschriften*, 
nicht auf Schriftstücke überhaupt beziehen, und wer die ersten 
Inschriften machen Hess, war deshalb nicht der erste Schreibende. 
Somit besagt Behistun L, soweit wir bis jetzt sehen können, unter 
keinen Umständen Etwas über das Alter der persischen Keilschrift 
Wie nun gar, wenn das „was vordem nicht war* auf das Folgende 
zu beziehen wäre und sonach Darius, statt die persische Keilschrift, 
Lehm und Pergament als Schreibmaterial bei den Persem einge- 
führt hätte? 

Nach einer von Weissbach in dieser Zeitschrift 48 p. 664 
citierten Stelle in einem apokryphen Briefe des Themistokles an 
Temenidas hat aber Darius den Persem eine Schrift „geschrieben*, 
verschieden von der „assyrischen*. Wenn diese Nachricht richtig 
wäre, schiene sie die Frage doch zu Gunsten des Darius zu ent- 
scheiden. Aber hier könnten wir das „schiene* nicht entbehren. 
Wie, wenn mit der assyrischen Schrift die persische Keil- 
schrift, mit der von Darius erfundenen aber eine vielleicht daraus 
für den Gebrauch auf Leder (Behistun L !) vereinfachte Cursive zu 
verstehen wäre? Immer vorausgesetzt, dass die erwähnte Nachricht 
irgend welche Beachtung verdient. 



Jensen, AU- und Neuelamüiechea. 239 

Natürlich kann nicht etwa Herodot IV, 87 als Bestätigung 
hierfür angeführt werden. Damach hat Darius, am Bosporus an- 
gelangt, 2 Stelen errichtet, die eine mit „ assyrischer '^j die andere 
mit griechischer Schrift bedeckt. Wer etwa hieraus den Schluss 
ziehen wollte, dass es damals, also zu des Darins Zeit, noch keine 
persische Keilschrift gab, diese somit später, aber vor der Anbringung 
der Inschrift von Behütun^ erfunden sei, dem könnte man erwidern, 
dass es sich an der Herodotstelle aller Wahrscheinlichkeit nach, 
jedenfalls aber möglicher Weise, statt um assyrische, gerade um 
persische Keilschrift handelt. 

Gegen Darius als ^ Schrifterfinder* spricht aber die altpersische 
Schrift selbst, die, ob sie nun auf die neubabylonische oder auf 
die neuelamitische Schrift zurückgeht, sich soweit von ihr entfernt, 
dass ein Zusammenhang ohne ältere fehlende Zwischenglieder kaum 
herzustellen ist. Das aber lässt auf ältere bisher nicht entdeckte 
Pormen der altpersischen Keilschrift schliessen, also auf deren Existenz 
vor Darius. 

Mit der Frage, wann die persische Keilschrift erfunden sei, 
hängt eine oben schon gestreifte andere zusammen, nämlich die, ob 
die berühmten Inschriften von Murghab von Cyrus dem Älteren 
oderCyrus dem Jüngeren stammen. Siehe hierzu zuletzt Weissbach 
in dieser Zeitschrift 48, 653 ff., Justi ibid. 53, 90 und im Iran. 
GrundrissU, 421 f. und Foy in dieser Zeitschrift 54, 361. Die 
8 sprachige Inschrift lautet bekanntlich : Ich bin Cyrus, der König, 
ein Achämenide. Wäre es sicher, dass erst unter Darius die alt- 
persische Schrift erfunden ist, oder dass Darius sich in Behiatun L 
mit Recht — er könnte die kleinen Inschriften von Murghah^ falls 
bereits vorhanden, nicht gekannt oder ignoriert haben — als Ersten 
bezeichnet, der überhaupt Inschriften in persischer Sprache, ob grosse 
oder kleine, ob in Persien oder anderswo, habe machen lassen, so 
könnten die Inschriften von Murghab natürlich nicht von Cyrus dem 
Älterem, müssten also von Cyrus dem Jüngeren herrühren. Da 
Beides aber höchst unsicher ist, so föUt das einzige entscheidende 
Argument fort, das man bisher für die letztere Ansicht meinte 
^nföliren zu können. Ich habe keine Neigung, die sonstigen pro 
nnd contra, die bisher in dieser Frage mitgespielt haben, neu zu 
erörtern. Nur dies möchte ich erwähnen, dass Justi (diese Zeitschrift 
I c.) mit Recht betont, dass es schon deshalb schwer halte, die In- 
schriften dem jüngeren Cyrus zuzuweisen, weil dieser fast noch als 
Knabe nach Elleinasien gekommen sei, aber Weissbach anscheinend 
mit einigem Recht 1. c. den umstand dafür geltend machen kann, 
dass im persischen Text dieser Inschriften, wie nur in einigen des 
Parius, aber in allen denen des Xerxes und seiner Nachfolger, der 
Worttrenner am Anfang fehlt. Indes kann dieser keinen Beweis 
ersetzen. Denn schliesslich könnte der Worttrenner im Anfang 
der Inschriften ja als ein Novum zu des Darius Zeit eingeführt, 
aber bald wieder aufgegeben sein. Gleichwohl hat er mit einem 



240 Jensen, Alt- und Neuelamüisches, 

anderen, bisher nicht beachteten, zusammen einige Bedeutung. Es 
lässt sich nfimlich, wenn anders Weissbach 's und seiner Vor- 
gänger Wiedergabe der elamitischen Achämenidentexte bis in's 
Detail hinein genau ist, erkennen, dass die neuelami tische Schi-ift 
von Darius an die Neigung hat, fast horizontale Keuchen ganz 
horizontal zu machen, und dies ist an den paar Schriftzeichen 
der Inschrift des Cyrus, wie sie Weissbach publiziert hat, durch- 
geführt, ebenso aber auch in der Inschrift c des mit Cyrus dem 
Jüngerem gleichzeitigen Artaxerxes IL aus Susa und dessen grösserer 
Inschrift aus Susa, die sich im Übrigen so stark von den anderen 
elamitischen Achämenideninschriften abhebt, allem Anscheine nach 
beabsichtigt. Das könnte man also auch dafür anführen, dass die 
Inschriften von Murgkab nach Darius entstanden sind, also von 
Cyrus dem Jüngeren herrühren. Freilich auch diesem Umstände 
ist keine Beweiskraft beizumessen. Denn man könnte damit rechnen, 
dass sich die neuelamitische Schrift in Kleinigkeiten in verschiedenen 
Richtungen entwickelt hat und dass jene Vorliebe für die Horizontale 
sich bereits zu des ersten Cyrus Zeit irgendwo geltend gemacht 
hatte, aber in anderen Kreisen erst später um sich griff. Und das 
Wort {H)dkkamanni8iya in der Cyrus-Inschrift gegenüber {H)cJc4X' 
n^annaäa in der grösseren Inschrift Artaxerxes' des 2. aus Susa 
könnte gegen eine Gleichzeitigkeit der beiderseitigen Urheber 
angeführt werden. Aber immerhin ist die oben erwähnte Beobach- 
tung ein Moment, das für unsere Frage nicht ohne Belang ist. 

(Schluss folgt.) 



241 



Jüdisch-Persisches aus Buchara. 

Von 

W. Bacher. 

1. Zwei Gedichte. 

Ein Mitglied der in Jerusalem ansässigen bucharisch -jüdi- 
schen Kolonie gab im J. 1899 eine kleine, für liturgische Zwecke 
bestimmte Schrift heraus (in der Druckerei des bekannten Heraus- 
gebers des Jahrbuches , Jerusalem* A. M. Luncz), welche den 
Titel hat: "0*n«D ii«:bn *n*OEnn 03^ nosb© •':'»^tt) üvb ri^Dtrt, 
Näheres darüber habe ich in der Zeitschrift für Hebräische Biblio- 
graphie (IV, 180 — 185) mitgeteilt. Hier erwähne ich nur, dass der 
Verfasser Rachämim b. Elija heisst und der auf dem Targum 
beruhenden persischen Übersetzung der Prophetenperikope des 
8. Passah-Tages (Jesaja 10, 32 — 12, «) eine Introduktion voraus- 
schickt, in welcher eine lange, zumeist auf der talmudischen Agada 
aufgebaute midraschische Homilie über den Feldzug und Untergang 
SaDcheribs enthalten ist. Den Schluss des Heftchens bilden zwei 
hebräische Gedichte , denen strophenweise eine persische 
Übersetzung beigegeben ist. Das erste der Gedichte ist betitelt: 
ncE bö iinn« aiü OT^b ';i?2ts; das zweite: v^nNH bxiä by ii72td 
•12p^at n^;öT3. Beide scheinen einen Bestandteil der Liturgie der 
bacharischen Juden zu bilden; das eine hat bN^iO"', das andere 
bfitma'' b»i5 als Akrostich. Der Verfasser hiess also Israel. Die 
persische Bearbeitung der beiden Gedichte, die im Folgenden sowohl 
in der ursprünglichen Form , als in persischer Transskription dar- 
geboten wird, scheint von Rachämim b. Elija zu stammen; die 
Gedichte selbst sind wohl älteren Urspungs. Von den zwei hebrä- 
ischen Gedichten hat nur das zweite einigen poetischen Wert. 
Die persische Übertragung ist in beiden inhaltlich sehr frei; den 
Strophenbau des Originals ahmt sie nach und ist wahrscheinlich 
dazu bestimmt, nach derselben Melodie gesungen zu werden, wie 
das Original. Beim ersten Gedichte hat der Übersetzer kein Metrum 
angewendet, beim zweiten folgendes Metrum (—1^): | | 

- — ^). Zur hebräischen Schreibung des Persischen s. unten, Schluss 
des 2. Abschnittes. 



]) Es ist dasselbe Metrum, in dem das Chudäidlld-Gedicht geschrieben 
ist (s. ZDMG. 52, 197). 



242 Bacher, Jüdisch-Persisches aus Buchard, 

I. 

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Bacher, Jüdisch-Persisches aus Buchara, 



243 



I. 






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244 Bacher, Jüdisch- Persisches aus ßtichdrd. 



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Bacher, Jüdisch-Persisches aus Buchara, 245 

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246 Bacher, Jüditch- Persische» aus Buchara» 

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T •• T - : - ' T '- T 

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J<Xi ^^j] niba ^y^l I^L. ^L*; 



Bacher, Jüdisch- Persisches aus Buchara. 247 

Anmerkungen. 

Zu I. 1. Strophe, Z. 1. JsJw;> ist als Substantiv gebraucht 

und die Redensart J^ j (Vullers I, 293 b) ei*weitert. — Ib. 

;a4j = JAA4.J (V. I, 462 b : ia^j Jw^t , homines prudentes). Im hebr. 

Original entspricht dem Ausdruck -^y j aJOü: "^^27 b^DU)"^, aus 



Jes. 52,13. — Z. 2. <A4--:>> st. «-»-^ (s. Str. 3, Z. 3), dem Reime 

zü Liebe. — Z. 3 «y^Ji' L:>-, locum tenere, occupare (V. I, 497 a). 

— Ib. iA> hat hier (wie in Str. 5, Z. 2) die specielle Bedeutung : 
res magni pretii, bonum (V. I, 608 a). — Z. 4 iSü statt isn. Die 
Phrase v-jLjj vd5o (aus ^^ [= j^'] cursus, impetus und lj'Ij 
ardor) bedeutet wohl dasselbe was :LxKj (aus tljj ^ijo) und ^^yAXi 
(V. I 453 b). 

2. Strophe, Z. 1. JiLc = SUli. im Sinne von Kift^, unvorher- 



* t/ j 



gesehen. — Z. 2 JaÄjU, der Harrende, mit dem persischen Plural, 
der allerdings einen mangelhaften Reim zu .»^-aj giebt. — Z. 3. 
Zu Jüaä y vgl. j^ cXaoäj, contra aliquem (V. 11^ 727a). — Ib. 

Qi-.ü.l wohl eine Nebenform von ^.^^Xj^b^t (^.^Jy^t) und ^^^b^l^ 

projicere (V. I, 139 b). 

3. Strophe, Z. 1. ^y*JL^ ^Lä ist bei Vullers nicht verzeichnet. 

Melleicht hat ^Lii in dieser Verbindung die Bedeutung Teil (s. V. 

n,379a, No. 17). — Z. 3^1^ ^^ vielleicht dasselbe was ^.y 

j^f- in Str. 1 , Z. 2 , indem .L> den Sinn von „deliciae* (V. 

L 634 b) hätte. 

1 Strophe, Z. 1. Was „roter Pion** (Bauer im Schachspiel), 
*^ Bezeichnung des Messias besagen soll, weiss ich nicht. Jeden- 
'^^« ist der Ausdruck gewählt, um einen Reim zum hebr. pn^r zu 

bilden. — Z. 3 J^ = ^U>, Esel, Bezeichnung der Heiden weit 

(^gi. Kethub. lila zu Gen. 22.5). — Ib. ji^j o .1., beschämt 
f^-n,274a). 

5. Strophe, Z. 2. ^^L>*oo, miles (V. II, 1387 b). Es ist nicht 

*^ wie diese Bedeutung hier anzuwenden ist; vielleicht r „dienen 
^iDeni Namen* wie Soldaten dem Heerführer. 

Zu n. Strophe 2, Z. 2. ,Ader und Haut", iDci Vullers nicht 
Bd. LV. 17 



248 BacJier, Jüdisch- Persisches aus Buchard, 

verzeichnet ; wohl Bezeichnung des ganzen Körpers , wie .Fleisch 
und Blut*. — Z. 3. «nn, aus arab. ^o (= pers. Li), mit JOL;> 
verbunden: ^wie lange noch*. — Ib. .*^^xys> .*\yS> »sunguinem 

bibere, de homine afflicto* (V. I, 760). — Ib, Die Form jsJU^> 

für ^t^>^ Feind (ebenso im Plui-al ^^iJOUuio, Strophe 3, Z. 4) 

verzeichnet Vullers nicht. — Z. 4 • y^ \^ ,die Seele entzündend* 

verzeichnet V. I, 505 a in der Bedeutung ,amatus*. Hier ist der 

Ausdruck Attribut zu cio. — Strophe 3, Z. 2. ^« gehört auch zu 
»yü (s. V. II, 1326a). — Z. 3 Wörtlich: ,Da kein Gold da ist, 
qaöge es dem Käufer nicht wohl bekommen*. Das scheint eine 
sprichwörtliche Redensart zu sein, die zur Wiedergabe der Worte 
des Originals: 0"'7ani f^ öiba nis7an tr?2? n?3b (nach (Ps. 44, is) 
verwendet ist. Der Sinn ist: Da der Käufer, d. i. Israels Unter- 
drücker, nichts geleistet hat, um das Eigentumsrecht an Israel zu 
erwerben, möge er sich dieser Rechte nicht länger freuen. — Str. 4, 

Z. 2. »jLü (im hebr. Original entspricht Tp, s. Hiob 13,2?) bed.: 
,caudex, quo pedes malefici ligantur (V. II, 898 a). — Ib. o^^-äj 

= 8jy^.Äj (V. II, 658), zermalmt, zerdrückt. — Strophe 5, Z. 2. 

^jiJ;-^, maledictio, opprobrium (V. 11, 276 b). — Ib* Uä, sonst 

adverbialisch gebraucht (pone, post V. II, 730b), hier Präposition: 
„hinter dir*. — Strophe 6, Z. 4. .Lo, Plur. von ar. .b, Wohn- 
stätte, Haus. — Strophe 7, Z. 2. Das Wortspiel zwischen c>^Lb 
und vj?Lb findet sich auch in dem bei Vullers II, 526 b unten 
citierten Verse. Den Sinn unseres Verses gelang es mir nicht 
herauszubringen. Das Original bietet keine Handhabe. — Z. 4 

JUö, eigentlich KaUmJ oder J^.»*ö, Beruhigung, Tröstung. 

Übersetzung. 

I. 

1. Ich mache hoch, ohne Grenze und Maass. meinen einsiehts- 
vollen Diener^). Sein Name ist Zemach*); er wird mein teures 
Volk vei-sammeln. Auf ihm vereinigt sich Würde und Erhaben- 
heit, Glück und Gut, von mir verliehen. — Beschleunigt und 
rasch , mit Eile und Eifer , lasse ich den Messias kommen ; ich 



1) Dea Messias. Gott ist es, der spricht. S. Jesaja 52, 13. 

2) Zachar. 3, B. 



Bacher^ Jüdisch- Per sischea aus Buchara. 249 

erhebe das Panier, vernichte den Feind, mache fröhlich das Herz 
meiner Diener^). 

2. Unvermutet kommt er hervor, plötzlich öffnet er geschlossene 
Thüren ; er fuhrt heraus die Harrenden, lässt sie frei werden. Gegen 
den Unterdrücker werde sein zweischneidiges Schwert geschleudert. 

3. Mit seinem Hauche, ohne Fuss und Hand, vernichtet er den 
Feind ^. Mit dem Glänze des Vollmonds umgürtet, erhebt er das 
Panier; aus den vier Enden (der Welt) versammelt er an einen 
Ort das teure Volk. 

4. Vor den Messias der Gerechtigkeit . . . trete die Welt 
hin. Er sei beglückt, die Könige der Welt mache er zu Bettlern ; 
die Familie des Esels, das Geschlecht der Ungläubigen seien beschämt. 

5^). Wie gerne sähe ich den Tag, da die Sehnsucht nach ihm 
gestillt sein wird*)! Seele und Leben und Kopf, Hab' und Gut 
stellte ich in den Dienst seines Namens. Meinen Kopf gäbe ich 
bin, meiner Seele, entsagte ich, um sein Sklave zu werden! 

II. 

1. Gott, Gott, Gott, befreie uns aus diesem Exil, aus 
diesen Fesseln. 

2. In der Hoffnung, deine Liebe zu erlangen, o Freund, fühle 
ich Feuersglut in Haut und Adern. Wie lange soll ich mich 
grämen ob der Schmähung der Feinde? Gieb mir Befreiung aus 
dieser seelenverzehrenden Glut! 

3. Wie könnte ich den Erzählimgen aus der Vorzeit lauschen ! 
Wie ein Betrunkener schi'eie ich, wie das Meer woge ich. Möge 
der Käufer, der den Preis nicht bietet, seines Kaufes nicht froh 
werden! Du aber verkaufe uns nicht wieder an die Feinde! 

4. Wie schön war jener Tag, an dem dein Palast mein Wohn- 
sitz war! Jetzt sind meine Füsse in den Block gezwängt. Ich 
habe nicht die Kraft, noch einmal zu fliehen ; wie jenes erste Mal 
lasse uns zum ersehnten Ziele gelangen! 

5. Du hast dich entfernt von mir, bist weit hinweggegangen. 
Die Lauernden rufen Schmähungen dir nach. Der welkgewordene 
SchÖssling meiner Herrlichkeit werde grün und komme noch ein- 
mal hervor! 

6. Wenn auch die Erlösung mir Geduld und Ausdauer hinweg- 
genommen hat^), hege ich keinen Kummer, da du meine Hoffnung 

1) Im hebräischen Original lauten diese den Refrain bildenden Vevse so: 

.-»n aab bD v:ü^^ -narn .caTn"» -»bsT .DTaip-» -»b^T 

2) Nach Jes. 11, 4. 

3) Diese Strophe ist in der persischen Übersetzung hinzugefügt. 

4) Eigentlich: da ich sitze auf der Erreichung des .Wunsches nach ihm. 

5) Indem sie so lange auf sich warten lässt. 

17* 



250 BacheTy Jüdisch' Per sißclies aus Buchara. 

bist. Gnädig verleihe Schutz den Gefangenen ; o , mein Gott , du 
bringst mich hin zu meinen Wohnstötten. 

7. Den Ort deiner Burg lass aufs neue erblühen ! 

Armen gegenüber ist Erbarmen Vorschrift des Glaubens; meiner 
Bitte werde Erhörung und Tröstung gewährt! 



2. Spraohliohes. 

Die am Anfange dieses Artikels erwähnte homiletische Intro- 
duktion, mit welcher Räch am Im b. Elija die Übersetzung 
der Prophetenperikope des achten Passah- Tages einleitet, kann als 
Specimen des heute von den buchärischen Juden gesprochenen und 
auch litterarisch gehandhabten Persisch betrachtet werden. Er selbst 
bezeichnet die Diktion, die er in seiner Schrift anwendet, auf 
dem Titelblatte als nx ''0*nND "iiusb als ,reine (korrekte) persische 
Sprache*. Die im Folgenden hervorzuhebenden Eigentümlichkeiten 
dieser Sprache sind ohne Zweifel für das bei den Juden Bucharas 
übliche Persisch charakteristisch. Sie ergänzen das aus früheren 
litterarischen Denkmälern gewonnene Bild auf willkommene Weise. 

Vor allem sei eine stilistische Merkwürdigkeit hervorgehoben, 
mit der R. b. E. sicherlich dem lebenden Sprachgebrauch sich an- 
schliesst. Es ist das der in der ganzen Homilie angewendete 
Respekts-Plural. Alle Aussagen über die redend und handelnd 
eingeführten biblischen Personen — und es sind sehr viele ein- 
geführt, von Abi'aham bis Chizkija — wenden die dritte Person 
der Mehrzahl an; ebenso werden sie mit dem Plural der zweiten 

Person angesprochen. Z. B.: JsJJCaiCyo ^.^L^ ^ö .c> ir^iaN pnit"« 

(S. 5, Z. 4) „Unser Vater Isaak sprach in seinem Herzen*. Abischai 

sagte zu David (13, 15): L> ^jt .s.) ö^^\ »S LU-i:. „Wer hat 

dich an diesen Ort gebracht?** — Von dieser Anwendung des 
Respekts-Plurals zeigt unser Autor nur zwei Ausnahmen. Wo von 
Bösewichtern die Rede ist, dort ist der Singular angewendet; also 
bei Esau, Amalek, Goljath u. s. w. Ferner wird von Gott stets 
im Singular gesprochen. Hier liegt die Anschauung zu Grunde, 
dass den Bösewichtern die durch die respektvolle Ausdrucksweise 
kundgegebene Achtung nicht gebührt, Gott gegenüber aber ein solcher 
Beweis der Achtung nicht am Platze ist^). Der Engel Gabriel 
wird in dieser Hinsicht den Frommen der Bibel gleichgestellt 
(15, 10 ff.), hingegen vom Satan im Singular gesprochen (15,7). 

Als syntaktische Eigentümlichkeit erwähne ich die Weg- 
lassung des Relativpronomens. So z. B. in der Citiemngsformel, 

1) Vgl. das Englische, wo Gott mit der zweiten Person des Singulars und 
nicht mit dem Höflichkeitsploral angeredet wird. 



Bacher y Jüdisch- Persisches aus Buchara. 251 

mit der Bibelverse eingeführt werden, "^b^iri nfc)b;ö c^vjn*^ [j^ 
^)J(JLXäÜ»', »das ist es, was König Salomo gesagt hat* (4, i). — 
jojiLyo pioc \i>sj»**J> C:;>^> »^^^ ^^* ^s> ^*^ ^^^ Bibelvers sagt* 
(5,11 und oft) 2). 

Die Sprache unseres Autors ist reich an Arabismen. So 

finden sich folgende Ausdrücke bei ihm: 5, i7 Äb«n (= ^L5>), so- 
fort; 9, 7 •|«5'^:N'5 (= USb), beständig; 9, s WET (= Lisi), ein- 
mal; 20, 11 p'^"'»bp (= OÜ^li>), Geschöpfe im Sinne des neuhebr. 

ni'^'na, Menschen, Leute; 15,5 *nD0l7a (== ^.i^u^), unterworfen; 

7,14 TJ-ipri (= olii)) Empörung. on*n? C]"':?? (18, is), auch 
uO? 2]"»^0p, gehört zu o^-ao^ und bedeutet „verschwenden*. „Zweifel* 

beisst einmal (4, ii): Tpö (= ^^5^), einmal (4, s) "»SKSu:. 

Oft erscheint das arabische Wort in unrichtiger Orthographie, 
die von der modificierten Aussprache des betreflfenden Konsonanten 
Zeugnis ablegt. Namentlich ist o und t zur Wiedergabe ver- 
schiedener Konsonanten angewendet. So o für ^jo in folgenden 

Wörtern: a-^n^O (= v^^oLo), nOß (= uXxaä), noip? (= JoöLo), 
rn^o:. (= iC^iuJ), -^o«? (= ^^l^), 1«C]pi: (= ^LoÄi), -^o^;? (= 
^^.oÄi). — für o in: ■':«2pN (= i:Usf, Mitte), 0«'1"'5 (= 
ö!.juc), n-'nND (= vi^oLa), np-^nNri (13, 15) und nNO-^nKn (16,24) 

==iujb^, ••bO'^73 (= ji/j). — T für J in: -^TOpD (= ^^uijc^), 
l«Ty (= v-^tAfi), -^nÄ-^jbiT (13, 23) = Kj^i. — t für (j^ in: "-^-TiiTa 
(= jö^), aia (= ..^u^), q-»?! (= vOaju^)^, 'T'lNn (=ytob>), 

■^rT (3, 15 und 6, 21 =r .yto), ^ibT (9, 12 = j^yto, im Sinne von 

1) Geschrieben ^^FIC^^, statt "iFlC^^ ; dies ist die apokopierte Form der 
^' Pen. Plur., die unser Autor yiel zahlreicher als die volle (auf lXJ ) anwendet. 

2) SUtt OsJi^fiKA steht meist «JCftiT. 

3) David sagt (nach 1 Sam. 2t, 6): 

f^j^ Kj^j^ ^^-^ ;^ ^ "^^^"^ )^j cr^^^^v 

^^-Äajuo bezeichnet hier das Weib, das schwache Geschlecht. Daher stammt 
ancb du von Vam b ^ry in den Dschagataischen Sprachstudien (Glossar) gebrachte 
^iU?, das Weib (eigentlich KaaX/^). 



252 Backer, Jüdisch- Persisches aus Buchard. 

B.^yto, Notyrendigkeit, dringend). — t für Jb in: n'^n^T (= -PLb)» 
nsb (= JaiJ). — n für c> in: nc^ (= Axaä), "noh (= wX.%^). — 

• • • 

T für o in: TOri-i (= vL>aai>', s. VuUers II, 36b). — ü für o 

in: büj5 (so stets für Jü3, offenbar unter dem Einflüsse der ent- 
sprechenden aram. und hebr. Wurael). pe<f»ü (9, i»), d. i. vJjIäj^ 
ittifdk in verkürzter Aussprache^). — n für J? in: ns (= 
Ja^). — 3 für p in: "^ppn (= -ääj); doch findet sich auch die 

richtige Schreibung •'rpT. — n für t in: Nijrf» (==^ l53^)* — 
tt; für i in: ■»a«*in;p"'« (9, 12) oder •'aK'nnia"'« (= y^SJcii^oW Die 
Wörter, in denen b statt . steht, waren schon (unter 7) genannt: 
'ibt (=^y:5), Schaden; nibt (=^^^), Notwendigkeit; ••nN'^jb'JT 
(= xj»3), Nachkommenschaft*). — Statt ^»-^ (3^^^) steht gewöhn- 
lich die transponierte Wortform: oya (10,6; 15, 10; 16, 11, u). 
Auch das Chudaidftd- Gedicht hat (V. 265) D?a und reimt es mit 

03?^ (= ^.^). 

Für unrichtige oder nachlässige Orthographie persischer 
Wörter seien folgende Beispiele angeführt: bs^Ka, d. i. ^Jb, Flügel, 

(12,17); nuJTia, d. i. v.i>J;jJr (8,20); pN'J'^i, d. i. jly^ (17,7); 

rN:QN'i, d. i. c>uob (9, 11); an, d. i. yS^o, fusus (12, 23); rpü, d. i. 

oij, color, aestus (21, 19); p«*iiO, d. i. ct.^, Spur (12, 21 und 

sonst); KJt, d. i. alJo, diluculum, mane (18,8 und sonst); ysbc, 

'-> > 
d. i. (j**^, vestis lanea crassior (15, ig); finnjl^, d. i. iüü^Mwi; (12, is). 

Beispiele abweichender Vokalaussprache, besonders des auch 
sonst in diesem Dialekte bezeugten Vorwiegens des u-o-Lautes: 

1) Der Satz lautet: 3*: j^ y^ s^^iJ^A "rn »S ^LäsI pNt-U x«J. 

^.Einmal traf es sich, dass David io die Stadt Nob kam". Diese xweifellos 
richtige Identifikation danke ich Herrn Prof. Stamme (z. Z. Korrektor der 
Zeitschrift), der auch auf Socin, Diwnn aus Centralarabien I, Oed. 22, Vers 14 

hinweist. Ich selbst hatte an visS^Laj (V. I, 419 a) gedacht. 

2) Wie mich Herr Prof. VAmbery freundlich belehrte, ist dieser dem 
>^ wecke der Dissimilation dienende Lautwandel (l statt r) im Tadschik, dem 
persischen Dialekte Mittelasiens, heimisch. 



Bacher, Jüdisch- Persisches aus Buchara, 253 

-TS-^'in, d. i. ^j!y (12, 7); Ti^K'nin, d. i. Ouf^j (7, 24); D-»n73N*i'Q, 
d. L ^jS\ ß (9, 20) ; T'^K'iia? , d. i. juT ^j iu (6, ö) ; Tnin , d. i. 
Ij^ (6,24); -»niT, d. i. ^3^3 (19,11); hw^n-'D , d. i. ^(ji. (8,8); 
ztiNCiO, d. i. ^JiL^ (11, 21); l^^-^^ID, d. i. ^.^Ua^ (7, 13); iN'n, 

d. i. ^. (17, 21). 

Zur Konjugation des Verbums seien folgende Einzelheiten 
hervorgehoben: Die bereits erwähnte Apokopierung der 3. Pers. 

der Mehrzahl; z. B. •\'\rq, d.. i. Jo^; in*!??, d. i. jJ3^'. Die 
Endung rr»-^ für «Aj-t- in der 2. Pers. des Plurals; z. B. rr^iia, 
d. i. JuJv>5 ri'^'TWN, d. i. JolX^!. Einmal steht die volle Form: 
^wn'^ri'^i , soviel wie Jsu^^o, ihr gebet (10,9). Häufig sind apoko- 

pierte Formen, wie On^S für vi>w»*0-5^, d. i. vi>jk^! njS, 

Unser Schidftchen bietet trotz seines geringen ümfanges eine 
recht stattliche Anzahl lexikalischer Eigentümlichkeiten 
dar, die hier zusammengestellt sein mögen. 

V*^5^2 (4, 11) scheint dasselbe zu sein, was ^^%b in der dritten 
bei Vullera (I, 171a) gebrachten Bedeutung. — r*in »3'^5, so stets 
getrennt geschrieben (5, 17; 9, 6; 13, 23) ist ^JjJ, propterea (V. 

1, 264a); einmal (15, 9): *)■'« *na »J*^?. — In dem Satze: aa n TK 
yvi^ -in »n "D^ (11, 20) ist aa wohl = ^^ (V. II, 949 b; verbum, 

soviel wie ^^y<^[j^), aber in der speciellen Bedeutung: Vorechlag oder 

Möglichkeit (»von den zwei Vorschlägen wähle einen*). — nn'^uJia 
(8, *o) entspricht dem biblischen rna in I Sam 17,49 und gehört zu 
gjpyj. (= &.j*^). Ein Verbum ..tXjJ^^, se immergere, ist bei 

Völlers (n, 626 a) nicht verzeichnet. — Von der Rüstung Sauls, 
die David anlegte (I Sam. 17, ss), heisst es, dass sie durch ein 
Wunder David, trotz seiner kleineren Gestalt, gut passte. Das ist 
so ausgedrückt (8, 11) : np» pwa i-n "»^/^ ^1 , und dann (8, 14) : 
■mo p«i niT ^ana nn. öU?* bedeutet sanus^ integer (V. I, 555) 

und scheint mit dem Verbum ..vXÄ und ..ttX^t zusammengesetzt 

die erwähnte Bedeutung zu haben. — ß^JK'ni (22, 11) , d. i. LiL^!- , 
bedeutet Hirte, aus ..Ait-^, weiden. —^ ]i»n fi^inf (eigentlich Luft 

geben, .y^to LP) kommt Öfters in der Bedeutung „werfen* vor. 



254 Bacher, Jüdisch- Persisches aus Buchdrd, 

Z. B. ob t^P y;^ j^ (ö» 12); \^ S:iyj w^^j ^^J ob' y» (12, 24); 

.^U^t ^^U^ j^ tj^t ^b Lp (13, lo). In diesem letzten Beispiele 

kommt das Wort LP noch einmal vor und deutet auf den Ursprung 

des Ausdruckes hin. — ]inn ( .^j^, vgl V. IT, 1474 a) wird standig 

für ^.^Ui gesagt. Z. B. jo y nm ^ wJL> ^b j^^ ^^^ ^5 

— ^, (17, u). Einmal ist iw für J gesetzt (16, i). — "TN^pf. 
(^^!-^P) steht für A^ sehr oft, in der Bedeutung „mit*. Z. B. 

.^Lü i^tj^P ■^^"^- (u David versammelte 400 Mann hei sich*, nach 

I Sam. 22, 2). — nnc-^riKS^ (5, 9) ist soviel wie xX^L^ oder 5vAaPL3 
(V. II, 768 b). — in^D q»D (10, ö) steht für ^^^^ ö^i>, fürchten. 
— In dem Satze: -iiiD ^firiD bi«^ TN -jN^D Nnb-»"T (:^ ^.^U; UJ-> 

wX-Ä w5^L> bn«iö) scheint w5Jj> die bei Vullers (I, 729 b) unter 
No. 5 angegebene Bedeutung („frigidus") zu haben (»ihr Herz 
wandte sich kühl von Saul ab"). — ^^V? ^"^^ (H» s) bedeutet 
Säugling; Nsp ist Partie, zu .^J<jJCo, saugen. — Statt «-a^, Enkel, 

findet sich stets nn''.i: ; einmal in der Verbindung : «n ?T1''.')yT TV^'^'^z 
(14,2), deren zweiten Bestandteil (öj*^) ich nicht zu erklären 

vermag. — ■'nNT noiD: (5, 22 ; 6, i), Erstgeburtsrecht, statt v^^wm»*^' 

ics.)!;. — «^n« T':«7:np''n onci O^nn (4, 15), „Furcht und Angst 

ängstigte ihn*. Das Kausativum ^^JooU.^, oder y_v^-^j^ ist bei 

Vullers nicht verzeichnet. Das letztere Verbum selbst („pavere*) 
ist nur aus der Übersetzung des A. T. belegt. Vgl. das Kausativum 

^^^JooU^ zu ^.jAa^ (V. II, 698 b). — n2ND D10 (16, 20 xiLi> ^) 
bedeutet die Stelle der Hufe (der Pferde) und entspricht dem neuhebr. 
nio-En n"3, Chullin 55 b. — 5:0 n"5-ic irr (8, 17) ist die Über- 

Setzung von 0''3aN "»pbri rr^Wn (I Sam. 17, 4o); &.^^ ist dasselbe wie 
.\^.b, frustulum (V. I, 316a) imd wird bei V. aus der Übersetzung 
des A. T. citiert (I, 338 a). — nn'^;Nno"»*n"'C (10, 15) bedeutet das- 
selbe was ij'.Ä^i; nrNon"»? (19, 17) dasselbe was Jjji^^. — insÄnnD 

(8, lü) bedeutet w e^ijwerfen. Vgl. v-jLi-j, longe conjicere (V. I, 337a). 



Baehei\ Jüdisch- Per nsches atu Buchara. 255 

— i:'»2^*n"'S (15,24; 16,4) von ^JsJLjL, deducere, bei Völlers 
(II, 20 a) aus dem A. T. gebracht. — ü^2P^^f? (4,4; 9, 17; 20,6) 

bedeutet ,ich gebe*, also dasselbe was j?^ ^; ebenso die 3. Person: 
T'^n"»?! (8, e) soviel wie lX^o wo ; der Imperativ T"»;;!! (9, 14), soviel 
wie cXxP*^. Ausser den citierten Fällen hat unser Autor die ge- 
wöhnlichen Formen des Verbums .^o^s^. Es scheint eine dialektische 
Verschiedenheit der Aussprache vorzuliegen. 

Unser Schriftchen enthält auch einige türkische Vokabeln, 
die im persischen Dialekt der Juden von Buchara Bürgerrecht er- 
langt haben.*) nc», d. i. Ul, epe, die ältere Schwester. Der Satz 
lautet (12, 13): ^iia iiT '•nsN "^no*^?) n-'i^x p •^to-'n«, A. b. Z. 
war der Sohn der älteren Schwester Davids (s. I Chron. 2, le). — 
T> (7, 21) entspricht dem hebr. n72N in ISam. 17, 4. Es ist li, 
gez, Elle. — n^22 "r^yi^ (8, u), „wagte nicht" ; 11*^2: *:pv „wagten 
nicht*. Aus türk. ^\^^,, jürek, Mut, Herz; mit ..»O-^ zusammen- 
gesetzt, das Herz haben, wagen. — -»72^3 "^rV^^ (12, 4), „die Schwieger- 
tochter Noemis"; türk. ^;;nJL5', käin, helin, — pbin» kommt öfters 
vor in iSer Bedeutung Menge: D'^rtiis 'pi'^'^^^ V^pt^ (11, 17), „diese 
Menge von Priestern"; an« p^^7'3 •fTar: (16, 11), „diese Menge 
Menschen"; "i3«jb pbiiTa rwn, „dieses zahlreiche Heer". Es ist 
türk. sjjtü^, mughlak, — Goljaths Gewand ist als mno •'0N5''b 
gekennzeichnet (7, 22). Es ist cj.L-, savut, Panzer (aus Leder). — 
•3»E (20, 1, 3, 4, ö, 8) ist osttürk. «/Lj, Rasiermesser; davon i3NE 
T72 (20, 10), rasieren. — V^^H (7i 23) entspricht dem hebr. b]:;ä; 
es ist türk. cijüj, Name einer Gewichtseinheit. — 'TP'^T' (7> ^^J 
8, 1») ist ^e5LJLJ, telpek, Helm. — Oft ist das Adverbium ^'Lä, 
kcUi, „sehr, stark" angewendet, stets "^tpp geschrieben. Die Be- 
deotung ist jedoch nicht klar ersichtlich. Z. B. bi«;23 ^L5> »Jol 

^^ y Jujy^ ^ij^LT JuLÄs^ --jp yCiJ ^!^ »o^) ^ ^ 30 rjbiin 

pbcr (7, 8, nach ISam. 15, 4 f.). — L n;b^ ^.^O: -::p vi>ju^ (8, 19, 

von David, der den Stein gegen Goljath schleuderte). — (j>^^ 
ns^^ir W-» j^ ..J; •'Cjp w5^c> (13, 5, von Abischai, der die Spindel 

gegen den Kopf der Orpa schleuderte, s. Sanhedrin 95 b). — David 



1) Ihre Identificierang danke ich der freandlichen Hilfe Prof. VAmberys. 

« 

2) Geschrieben ^^p* 



256 Bacher, Jüdisch- Persisches aus Buchara, 

spricht zu Abischai: Juk^o ^Jo« •^^B'? ^^ ry^ "2?]? ^ l^ j^ 
(„Auch du leiste mir im Gebete Beistand*). 

Nicht identificieren konnte ich die folgenden Vokabeln. 
In der Beschreibung von Goljaths Rüstung ist iXT'Dn nnnb (I Sana. 

17, 7) mit iK ^'^Vl? ■'^?'^? wiedergegeben (7, 23). ui^ bedeutet 
also die Spitze des Speeres. — Der Inhalt von I Sam. 18, ü f.) ist 
so wiedergegeben (8,24; 9, if.): Ti*!^ blX'ä JOÄixi' jb xf Jä^ 

nnb«723 ^n n*^:^«*; »jl^s ^^oLä jyo^ ^ t nb^^i-i: v3 joJo«T 

. . . biNU5 nSH JüLÄftioyc. Die untransskribiert gelassenen zwei 

Wörter, etwa xX^L^J LP ÄJ»b, müssteü bedeuten: Loblieder an- 
stimmend. ..jX>UJ wäre ein Verbum zu ;L4J, Gebet. — "linear. 

TiTö (17, 11) bedeutet dem Zusammenhange nach: „es ergab sich 
als Resultat*. Aber was ist .yc^? — Nach der talmudischen 

Legende (Sanh. 95 a) wirft Jischbi Benob (II Sam. 21,1«) den König 

David unter eine Ölpresse. Das wird hier (12, sff.) so erzählt: 

^yo v-j!iJ^ .0 c>yi pic . Was piD (UiÄj) und der Satz, in dem 

das Wort steht, bedeuten soll, weiss ich nicht. 

Abgesehen von den hebräisch gelassenen Eigennamen und den 
citierten Bibelstellen mengt unser Autor sein Persisch auch sonst 
vielfach mit hebräischen Ausdrücken. So beginnt ein Satz (4, 4) 
mit T^Tp^ C]2pn d. h.: sofort und sogleich. Hervorgehoben seien die 
durch Verbindung hebräischer und persischer Wörter gebildeten 
Phrasen: nb'y jt, aus der Welt (6, is); ob'^y .0, in der Welt (11, 9; 
14,22); ^.^Li tinciöT? J^Pl, die Leute seiner Familie (10,8); -j 
(sie) D''*Ti07, ohne Heimsuchungen (4, 21); natt (sie) "Tias .^, zur 
Ehre des Sabbats; JOU^,*^ ^lyx .0, [David] ist in Leid (12,8); 
0000153- O'iö y5o, er sprach einen Gottesnamen aus (13, 12); |j»j 

iTiy .U: .^, morgen in der zukünftigen Zeit (16, is). Beispiele 
des Herantretens einer persischen Endung an ein hebräisches Wort: 
..lXj ''!7?*5?» <ier Segen des Vaters (5, 10, 23); l}"'5ri5, die Priester 
(3, is); n"'3^U5'» •»rrfifia^, die Prophezeiung Jesajas (3, 12); ^ '^rrppp, 
seine Herrlichkeit (26, 21). Der Stamm Dan heisst IT '♦^Nljno 
(6,9); ebenso in der Übersetzung von Jes. 11, is (24, 11): •»'^K::nTp 
DncÄ und miST^ •'■^Niaa«. Das aram. Wort »ün» ist, gleich 



Bacher f JikUseh-Feraüehes aus Buchara, 257 

anderen aramäischen Ausdrücken^) zu einem Bestandteil der von 

den Jaden Buchara gesprochenen Mundart geworden. Noch sei 

erwähnt : "»blT J irTiD (11, s) , die Hohepriesterwürde ; "»Tafte , der 

> - 
Friede. — Mit .,öS zusammengesetzte hebr. Ausdrücke: /^^"H"^^'?, 

salbe (6,24; 7, 12); ..yy njj'^na, untersuchen (17, 12); jjai^pp, 
er erhob Anklage (15, 7). 

Was die Schreibung des Persischen mit hebräischen Buchstaben 
und hebräischen Vokalpunkten betriflft, so sei nur Folgendes hervor- 
gehoben, und werden ohne Unterschied mit i geschrieben; 

^ mit D (ohne Dagesch), ^ mit S, Tj; v^ und c mit 3 oder S. 

Dem kurzen ä entspricht meist Schewa. 

Zum Schlüsse gestatte ich mir, aus einem Briefe meines ver- 
ehrten Freundes, Prof. Chwolson in St. Petersburg eine die 
Sprache der Juden von Buchara betreffende Bemerkimg mitzuteilen. 
,En ehemaliger Zuhörer von mir, der ziemlich gut Persisch ver- 
stand, sagte mir, dass die Männer in Buchara — wo er längere 
Zeit gelebt hatte — kein ganz reines Persisch sprechen, infolge 
des Einflusses des Bazars , dass aber die jüdischen Frauen daselbst 
das reinste Persisch sprechen und dabei oft archaistische Ausdrücke 
gebniaehen, die im gewöhnlichen Leben von Anderen nicht mehr 
gebraucht werden*. — Unser Autor, Bachamim b. Elija, sagt in 
seinem Vorworte ausdrücklich, dass die persischen Zuthaten zur 
i^'esttags-Perikope besonders für die Frauen und Kinder bestimmt sind. 
— Aus einem Briefe ElkanN. Adlers in London eitlere ich 
folgende Angabe über die der hier bearbeiteten kleinen Schrift 
B. b. E.'s ähnlichen Jerusalemer Drucke : „ When I was in Bokhara 
I saw several of these little books printed in Jerusalem for tbe 
ose not so much of the Bokhara Colony in Jerusalem as of the 
Bokhariots in Bokhara". 



1) S. meine Schrift: Ein hebräisch-persisches Wörterbuch ans dem yier- 
sehnien Jahrhundert, 8. 22. 



258 



Zu Hiranyakesin Grhy. I, 11, 1. 

Von 

Hermann Oldenberg. 

Bd. 54 S. 613 wirft Böbtlingk mir vor, dass ich von diesem 
— von ihm kurz auch schon Bd. 52, 82 behandelten — Spruch 
in SBE. XXX, 167 eine Übersetzung gegeben habe, „ohne an irgend 
etwas Anstoss zu nehmen*. Die unmögliche Form, in der viele 
solche Mantras überliefert sind — und wer will sagen, wie viel 
von diesen Unmöglichkeiten nicht bis auf die Verfasser der SQtras 
selbst zurückgeht? — ist doch in zahlreichen Fällen das durch- 
sichtige Gewand eines sehr deutlichen Sinnes. Man mag zweifeln, 
ob der Übersetzer, der eben nicht Textherausgeber ist, unrecht thut, 
wenn er sich begnügt, diesen Sinn auszudrücken, seine Gedanken 
über den Text aber für sich behält. Sollte ich darin doch gefehlt 
haben, will ich dies nach Möglichkeit jetzt gut machen, indem ich 
auf Grund reicherer Materialien , welche zum Teil erst neuerdings 
zugänglich geworden sind , eine Lösung der Schwierigkeiten vor- 
zulegen versuche. Zum Teil gelange ich dabei zu wesentlich andern 
Ergebnissen als unser verehrter Altmeister. 

Der in Rede stehende Spruch lautet bei Hir. : 

viräjam ca svarüßam cäbhisßr yü, ca no grhe 
laksmi rästrasya yä mukhe tayä mä samsrjümaaL 

Das dem Hir. nächststehende Sutra ist das des Äpastamba. Sollte 
dies — resp. der dazu gehörige Mantrapätha — den Spruch nicht 
kennen ? In der That lesen wir Apast. Mantr. 11, 8, 8 : 

samrdjam ca viräjam cäbhiärlr yä ca no ffi'hS 
laksmi räsprdsya yd mukke tdyä mä sdm srjämasC. 

Winter nitz macht nun in seiner vorzüglichen Ausgabe des 
Mantrapätha zunächst darauf aufmerksam, dass der Spruch auch 
Rgveda Khila 27, 4 (M. Müller) erscheint. Dort lautet er: 

samräjam ca viräjam cöhhistir yä ca me dhruvä 
laksmi räsfrasya yä mukhe tayä mäm indra sam srja. 



Oldenberg, Zu HiranyäkeHn Grhy. /, 11. 1. 259 

Weiter verweist Wintemitz auf die ^v. Mantrasarphitä (Bombay 
1891), welche mir anzugänglich ist; ihr Text wird aller Wahr- 
scheinlichkeit_ nach, ebenso wie der von Stenzler zq seiner Über- 
setzung von Asv. Gfhy. III, 8, 21 (gleichfalls von Wintemitz citiert) 
nach Ssk. Kaust, und Pray. Ratna mitgeteilte, mit der zuletzt an- 
gefahrten Form übereinstimmen. 

Die vorgelegten Materialien nun dürften gegen die verschie- 
denen Vorschläge Böhtlingks zur Verbesserung des ersten Päda — 
früher wollte er viräjä ca svarajä ca, jetzt mräjaS ca svarä- 
jai ca — doch ernste Bedenken erregen : alle drei Texte stimmen 
im Acc. sing, überein. Ist derselbe denn so schwer zu erklären? 
Was liegt näher als ein Anakoluth ? Zuerst schwebte dem Versifex 
etwa folgende Gestalt vor: viräjam etc. inayi dadhmasi. Dann 
glitt der Satz ihm in ein anderes Geleise hinüber, viräj und 
swxräj sind Feminina; sie sind hier verbunden -ungelUhr wie Av. 

vni, 9, 9. 

Dem zweiten Päda wird auf Grund der einstimmigen Über- 
lieferung yä ca zu belassen sein. Das Substantiv ahhisti dürfte 
vor ohkürl schon auf Gnmd seiner besseren Bezeugtheit den Vor- 
zog Yerdienen ; auch spricht der sonstige Gebrauch von abhidri^ so 
weit er mir bekannt ist, nicht für die Einsetzung dieses Wortes. 
ohh'drr yä ca no grhe dürfte das Richtige sein (so Böhtlingk Bd. 52, 
der auch jetzt noch dieser Änderung vor abhistlr yöA ca etc. den 
Vorzug giebt). — Warum Böhtlingk übrigens* no nicht mit g^he 
Terbinden will, ist mir nicht klar ; die Verbindung ist doch stehend, 
vgl. etwa Av. X, 1, 20; XIX, 31, 3; 45, 2; 57, 5. 

Im dritten Päda dürfte Böhtlingk Recht haben, räsprasya 
nicht von mukhe sondern von laksmih abhängig zu machen. Vor- 
her waren segensreiche Mächte, die „in unserm Hause* wohnen, 
genannt, jetzt eine solche, die in unserm Gesicht wohnt ^). Wenn 
Böhtlingk übrigens übersetzt ,die auf den Gesichtern (wahrnehm- 
bare) Wohlfahrt des Reiches", scheint mir das dem Spruch einen 
ich möchte sagen rationalistischen Anhauch zu geben ; für den alten 
Glanben dürfte es sich um das mystische Innewohnen einer unsicht- 
baren oder nur dem bevorzugten Auge sichtbaren Substanz gehandelt 
haben. 

Im vierten Päda ist keinesfalls, wie Böhtlingk früher wollte, 
samsrfä mäht zu konjicieren ; das einstimmig bezeugte samstjämasi 
ist echteste Mantrasprache. Vgl. Av. III, 14, 1. 5; XIV, 2, 5 3 ff. 
und von Ähnlichem I, 22, 1. 3 etc. etc. Die allergenaueste Parallele 
{lena mä sam srjänuxsi) hat Böhtlingk selbst aus einem dem Sv. 
zugehörigen Spruch beigebracht. Jetzt will er nun bei Hir. taye- 
tncim, in dem letzterwähnten Spruch tenemam konjicieren. Ist die 
Annahme einer so genau überein stinunenden Korruptel an zwei so 



1) Vgl. auch den bei Äpast. gleich folgenden Vors. 



260 Oldenberg, Zu Hiranyake^n Grky. I, 11, 1. 

weit von einander entlegenen Orten — um von der Fassung des 
Apast. ganz zu schweigen • — irgend wahrscheinlich? Warum denn 
überhaupt ändern? , Damit vereinigen wir (alle an der Ceremonie 
Theilnehmenden) mich (den redenden Schüler)* — das mag nicht 
ein Ideal geschickter Ausdrucksweise sein, aber warum ist es un- 
möglich? Warum auch nur* unwahrscheinlich? Dem tayemarn 
Böhtlingks steht auch entgegen, dass offenbar — woran B. nicht 
hätte rütteln sollen — der Schüler selbst spricht._ Man lese nur 
die Beschreibung der Ceremonie bei Hir. oder bei Äsvaläyana, oder 
man lese bei Apastamba die Litanei, zu welcher der Spruch gehört, 
im Ganzen. 

Meine Übersetzung des tayä mä samatyämasi »therewith 
unite me* lässt sich in der That, wie Böhtlingk bemerkt, ,auf 
keine Weise rechtfertigen*. Aber es ist wohl klar, dass das »we* 
vor „unite* durch einen einfachen Druckfehler ausgefallen ist. 



261 



Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras^). 

Von 

W. Calaud. 

XXXIV. über präna und apama. 

Dass der richtige Begriflf dieser beiden Wörter für die rituelle 
wie für die ganze vedische Litteratur von der grössten Wichtigkeit 
ist, wird niemand leugnen. Über ihre Bedeutung scheint aber 
gegenwärtig Zweifel und Unsicherheit zu herrschen. Während das 
grössere Petersburger Wörterbuch für präna die Bedeutung „Ein- 
hauch*, für pränüii ,er atmet ein", für apäna\ „ Aushauch ", 
für apäniti: „er atmet aus" giebt, findet man im Wörterbuch in 
kürzerer Fassung für opänaals Bedeutung: „der eingezogene Hauch*, 
für apänadä: „Einhauch schenkend." Die Bedeutungen der anderen 
drei Wörter sind aber hier dieselben geblieben. Danach könnten 
präna und apäna zuweilen als Synonyma gebraucht sein. 

Nachdem Speyer in seiner Abhandlung über das Jätakarma 
(S. 66) die Bedeutung „ Aushauch " für präna und „Einhauch" für 
apäna vindiciert hatte, freilich ohne seine von der bis dahin 
geltenden Ansicht abweichende Übersetzung zu begründen, findet 
man in den verschiedenen englischen und deutschen Übersetzungen 
von Sanskrittexton teils die im grösseren Peter sb. Wörterbuche 
angegebenen Bedeutungen der beiden fraglichen Wörter (präna: 
Einhauch, inbreathing ; apäna: Aushaucb, outbreathing), so in den 
Übersetzungen von Haug, M. Müller, Hillebrandt, Neu- upd Vollm.- 
Opfer, S. 124, 134, Garbe (Vait. Sü. 3, 20; 19, 9), Örtel (Jaim. up. 
br.) und zuletzt noch Bloomfield (SBE. XLII S. 50, 52, 53), teils 
werden andere, die eigentliche Bedeutung verwischende Übersetzungen 
gegeben, so Oldenberg (SBE. XXIX S. 295). Andere dagegen, sei 
es dass Speyers Deutung zum Teil überzeugend für sie gewesen 
•ist, sei es dass sie aus sich selber zu ähnlichem Schlüsse gelangt 
sind, haben präna durch : „ outbreathing" , ap äna durch : „ down- 
breathing" wiedergegeben; so Eggeling in den ersten Teilen seiner 
Übersetzung des Sat. Br. (z. B. SBE. XH, S. 19, XLIII, S. 68 vgl. 



1) Vgl. diese Zeitschrift 54, 97. 



262 Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellen StUras. 

S. 73). Als ich selber in einem Aufsatz in dieser Zeitschrift (51 
S. 13*4) mich der Speyer'schen Deutung angeschlossen hatte und 
präniti als: „er atmet aus*, apäniti als: ,er atmet ein* aufgefasst 
hatte, hat Böhtlingk in seinen Bemerkungen zu einigen üpanishaden 
(Ber. der phil.-hist. Klasse der Kgl. Sachs. Ges. der Wissensch., Sitzung 
vom 10. Juli 1897) gegen meine und die von Deussen freilich nicht 
konsequent befolgte Auffassung Einsprache erhoben und im Gegenteil 
behauptet, apäna bedeute „Aushauch*, präna: „Einhauch* und die 
für apäna gegebene Bedeutung im Wörterbuch in kürzerer Fassung 
sei ein Versehen. Sein Hauptgrund scheint zu sein, dass apa doch 
„fort, weg* bedeute. Auch Eggelings Auffassung der betreffenden 
Wörter hat sich, wie es scheint, seit dem Erscheinen des Böht- 
lingk sehen Aufsatzes einigermassen geändert, da er in den späteren 
Teilen seiner Übersetzung des Sat. Br. die von ihm früher für richtig 
gehaltene Übersetzung von präna durch „outbreathing* und von 
apäna durch „in- oder downbreathing* durch andere ersetzt hat imd 
nun präniti als „to breathe forth*, apäniti als „to breathe off* 
deutet (vgl. z. B. SBE. XLIV, 129 präna „breathe forth", apäna 
„breathe off*; wieder ein wenig anders ib. 321: pränäya „to the 
breath* apänäya: „to the off-breathing*, vgl. SBE. XLIII, 15). 
Wo steckt jetzt die Wahrheit? Ein Versuch zur Klarstellung 
dieser Frage dürfte bei diesem Zweifel und dieser Ungewissheit 
nicht unwillkommen sein. 

Ich bin noch immer der Ansicht, dass die Deutung von 
präna als „Aushauch*, von apäna als „Einhauch* für die einzig 
richtige zu halten sei, wenn die beiden Wörter im Gegensatz 
zu einander gebraucht werden, weil sonst präna für sich einfach 
„Hauch* oder „Atemzug* bedeuten kann. Zuerst citiere ich zu 
Gunsten meiner Behauptung einige Scholia und Kommentare. An 
erster Stelle verweise ich auf den Prayoga zum Bhäradväjagfhya- 
sütra (diese Zeitschr. 51, 134 N. 1) wo a2)äniti d^xnch pränaväywn 
svanäsapupxbhyäm sväntaram prave^ayati umschrieben wird. 
Rudradatta bezeichnet in seinem ausgezeichneten Kommentar zum 
Äpastamba-srautasutra immer den präna als den Aüshauch, den 
apäna als den Einhauch, z. B. ad XII, 8, 8 : pränatä bahirgata- 
väyunä apänatä pra(yährtaväyunä\ ad XIV, 11, 1 : väyor antar- 
nayanam apänanam. Auch Säyana^ zu Sat. Br. I, 1, 3, 2 deutet 
jyränak als bahir nirgacchan und Sankara zu Chänd. up. I, 3, 2 
präniti als : mukhanäsikäbhyäm väyum bahir nihsäraya^ti, Säyana 
zu TBr. II, 5, 6, 4 deutet pränäpänau als: ucchväsaniävärüpaii 
väyüy vgl. Mädhava zu TS. I, 1, 6, h^). Anartlya zu Säükh. ^rs. VI, 

8, 1 — 2 deutet anupräniti als: anuni^vasiti (d. h. anunihävasiti), 
anvaväniti als : pränam antah praveSayati, Dass übrigens Säii- 
khäyana immer aväniti im Sinne von apäniti gebraucht, lehrt §rs. II, 

9, 7 — 8 : ägan pränak . . . iti . . . anupräniti, ägann apäna . . . 



1) Zu nisvasa vgl. PW. IV, Spalte ^235. 



Caland^ Zur Exegese und Kritik der rittteüen Sütrcu, 263 

ttt/ , . . cmvavämti. Ist es nicht von vomherein unwahrscheinlich 
dass alle diese Deutungen verfehlt sind und Böhtlingk mit seinen 
Anhängern diesen tüchtigen Scholiasten gegenüber Recht bekommen 
wird ? Ich meine aber auch aus den alten Texten selbst beweisen 
zu können, dass mit präna der , Aushauch* mit apäna der «Ein- 
hauch* gemeint wird. Im Sat. Br. II, 2, 2, 15 heisst es: taj jöiam 
(nl. CLgnim) abhiprämti'y präno vä agnir; Jätam evainam etat 
saniam janayati, aa punar apäniti\ tad enam antar ätmann 
ädhaUe; so 'syat^o 'ntar ätmann agnir äktto bhavati. Die dazu 
gehörige rituelle Vorschrift lautet nach Käty. IV, 8, 29 f. ; tasyä' 
Univilsah pränam arnrte dadha iti\ ucchväso 'mrtani präna 
ädadha üi. Man wird nun doch kaum annehmen, dass das rituelle 
Sütra gerade das Gegenteil von der im Brähma^a gegebenen und 
erkl&rten rituellen Vorschrift behaupten kann. Nach Böhtlingk würde 
die Vorschrift so zu deuten sein, dass der Yajamäna über dem 
Peuer einzuatmen hat mit dem Spruch: „Atem lege ich in den 
UnsterbUchen* und dann auszuatmen mit dem Spruch: „in den 
Atem lege ich Unsterblichkeit*, während in der That die Absicht 
ist, dass der Yajamäna mit dem Spruch: „Atem lege ich in den 
Unsterblichen* (d. h. Agni) auf das Feuer ausatmet (abhtprän^i), 
mit dem Spruch: „Unsterblichkeit (d. h. das Nicht- vor-der-Zeit- 
Sterben^)) lege ich in den Atem (d. h. in meinen Atem, in mich).* 
(jerade wie hier Kätyäyana statt des Zeitworts aniti Composita 
von ivasiti gebraucht , findet man Jaim. up. br. IV, 22, 2 statt 
prüniti: praivasiti gebraucht. Wie überhaupt das Compositum 
(Mpränüi oder abhipra^vaaüi mit Böhtlingk's Deutung bestehen 
^n, ist mir unbegreiflich. Es müsste ja nach dieser Deutung 
Dicht , ausatmen auf*, sondern „beeinatmen* bedeuten und dieser 
Deutung wiederstreben alle Stellen, wo sich das Compositum findet. 
Für das Sat. Br. steht also , wie ich meine , als Bedeutung von 
fl/^Snife' fest: „er atmet ein*; wie kann der Yajamäna bei Aus- 
atmen das Feuer in sich bringen ? Ich halte denn auch Böhtlingk's 
Conjectur zu Bj-h. är. up. HT, 2, 2 (vgl. Ber. der sächs. Ges. der W. 
L c. s. 94) für unzutreflfend und Deussen's Übersetzung für richtig. 
Wenn man in der fraglichen Stelle, die so lautet: präno vai 
grahah so ^pänenätigrahena grhito *pänena hi gandhän jighratij 
präna durch Aushauch, apäna durch Einhauch übersetzt, ist alles 
in Ordnung. Böhtlingk will pränena und apänena ihre Stellen 
wechseln lassen, wenn ich seine Ausführung recht verstehe, da ich 
seine Bearbeitungen der üpanishaden nicht zur Hand habe. Er 
müsste dann aber dieselbe Textesänderung auch im Jaim. up. br. I, 
60, 5 vornehmen, wo gelesen wird: ta^mäd bahu kirn ca kim 
cäpänena jighrati surabhi cainena jighrati durgandhi ca (vgl. 
auch JAOS. XV, p. 241) und II, 1, 16: yad eväpänena päpam 
gandham apänüi und ib. 19 : na päpam paiyati na päpam 

1) Vgl. diese Zeitschrift 53, 702. 
Bd. LV. 18 



264 'Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellen SiUras. 

irnoti na päpam gandham ap&näi, wo apänäi nicht bedeutet r 
„he exhales (no evil odor)* (so Örtel), sondern ,he smells (no 
evil odor).* 

Die Auffassung von Böhtlingk und seinen Nachfolgern würde uns 
verhindern einige rituelle Handlungen zu begreifen, die nur einen 
Sinn haben, wenn präna und apQna Aushauch und Einhaucb be- 
deuten. Beim Mahlen der för die Opferkuchen bestimmten Reis- 
kömer schiebt der Adhvaryn den oberen Mühlstein zuerst nach 
vorn, d. h. von sich ab, und sagt dazu: „Zum Aushauch (prQnäyä) 
(mahle ich) dich* ; dann schiebt er den Stein zurück {pr€iHctm) 
mit den Worten: „Zum Einhauch (apänäyä) (mahle ich) dich* 
u. 8. w.^). Der Sutrakära kann hier unter präna nicht den Ein- 
hauch, unter apäna nicht den Aushauch verstanden haben. Aus 
Ait. Ar. V, 1, 4, 8, wo die Vorschrift gegeben wird, dass der Hotar 
beim Mahävrata, ehe er sich auf die Schaukel setzt, diese erst 
nach vorne führt mit dem Spruch: pränam anu prenkhasva und 
nachher auf sich zu fährt mit dem Spruch: apänam anvihkhasva, 
erhellt deutlich, dass auch hier präna den Aushauch, apäna den 
Einhauch bezeichnet. 

Es giebt im Vaitänasütra eine Stelle (5» 16) wo apänüi doch 
beim ersten Anblick „er atmet aus* zu bedeuten scheint: jätarü- 
penäntardhäya näsikyefnofrnanäsyena vä mayy agra üy etayä- 
päniti-). Die Stelle scheint zu bedeuten: „er atmet, wenn das 
Feuer (durch die Reibung) entstanden ist, mit dem warmen Hauch 
seiner Nase oder seines Mundes aus, während er die Strophe: „in 
mich zuerst* flüstert.* Vermutlich hat man aber hier eine Art 
EUips anzunehmen; die hier gebrauchte Atharvan- Strophe ist nämlich 
dieselbe mit welcher sonst der Adhvaryu und der Yajamäna das 
Feuer symbolisch in sich aufnehmen sollen, vgl. z. B. Ap. ^rs. V, 
9, 1 und Bandh. Gay. sU. 20 init. : cUha dväbhyäm ätmany agnim 
gi'hnite mayi grhnämy agre agnim, ebenso Baudh. pL sü. S. 22 
Z. 2. Da dieses in sich Aufnehmen natürlich nur apänena geschehen 
kann, vgl. die oben aus dem Sat. Br. citierte Stelle, hat man sich 
vielleicht den Instr. usmanä als abhängig von einem zu ergänzenden 
pränya zu denken. 

Aus der ursprünglichen Bedeutung vofi apäna (Einhauch) hat 
sich nun schon früh eine sekundäre Bedeutung entwickelt. Be- 
kannt ist die Stelle aus der Taitt. Saiph. (III, 4, 1, 3 — 4): ptvra^iäd 
vai näbhyai präna upari^fäd apänah, d.h.: „vor dem Nabel 
(beim aufrecht gehenden Menschen also oberhalb des Nabels) be- 
findet sich der präna^ hinter dem Nabel (beim Menschen wieder: 
unterhalb des Nabels) der apäna''. Dies ist denn auch die Bedeutung, 
welche Sadänanda im Vedäntasära und Säyana im Kommentare 



1) In Hillebrandt, das altindische Neu- und Vollmondsopfer S. 37 bt die 
Stelle unübersetzt in den Text gesetzt. 

2) Garbe druckt apänati, was ein blosses Versehen sein muss. 



Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras, 265 

zur Atharva Saiphitä dem apäna beilegen. Mir scheint diese 
Bedeatnng des apäna besser mit der von Speyer und mir als mit 
der von Böhtlingk und seinen Nachfolgern als die ursprüngliche 
angenommenen Bedeutung vereinbar zu sein. 

Ob die hier befürworteten Bedeutungen der beiden fraglichen 
Wörter sich auch für alle die Upanishaden bewähren, mögen andere 
entscheiden. Ich will nur noch auf eine von Bloomfield (SBE. XLII, 
552) aus der Paippaläda-Satnhitä citierte Stelle aufmerksam machen, 
wo sie sich nicht zu bewähren scheint : mä ivä präno häsld yas 
te pravisfo mäpäno 'vahäya parä gcU, Vielleicht könnte hier 
aber präna, obgleich im Gegensatz zu apäna gebraucht, doch die 
allgemeine Bedeutung: «Hauch, Leben" haben. 

XXXV. Zu Vaitänasütra 12,14. 

Die hier citierte Stelle, welche lautet: riumatim jäyam 
sörüpavataam irapayitväbhighäryodväsyoddhrtyäbhihihkitya gar- 
bhavedanapumsavanaih sampätavantam param eva prä^ayet wird 
von Garbe in folgender Weise übersetzt: ,er koche Müch von 
einer Kuh, welche die Mutter eines gleichfarbigen Kalbes ist, 
besprenge damit sein Weib, wenn sie sich in der zum Beischlaf 
geeigneten Zeit befindet, entferne sie von ihrem Platze indem er 
sie aufhebt, rufe ihr dann den Laut hin zu und gebe ihr in den 
Geburtswehen und beim Pumsavana (eine Topfspeise), welche er 
(in der Milch von einer eben geschilderten Kuh) zubereitet hat, 
nachdem er selbst davon genossen hat.** Dass diese Übersetzung 
von Anfang zu Ende verfehlt ist, braucht nicht erst dargethan zu 
werden. Damals standen dem Übersetzer ja auch unsere jetzigen 
Hüfsmittel noch nicht zu Gebote. Den Weg zeigt uns die Parallel- 
stelle Gop. Br. I, 3, 23, wo man erstens statt säräpavatsam findet 
särüpavatsäya goh payaai sthältpäkam, ' Dieses säräpavatsäyä ist 
hier in sarüpavatsäyä zu ändern. Für das Vaitänasütra, das ja 
das Ritual des Kau^ika voraussetzt, genügte statt dieser volleren 
Ausdrucks weise der Termin särüpavatsa mit Bezug auf Kaul su. 
7. 1 und 2. Zweitens hat das Gop. Br. statt paräm eva prä^ayet: 
tarn paratva prähityät Unsere Vorschrift besagt, meine ich, das 
Folgende: ,wenn seine (des Opferherren) Gattin in der zum Bei- 
schlaf geeigneten Zeit ist, koche er (nl. der Brahman), in der Milch 
einer Kuh, die ein gleichfarbiges Kalb ernährt, einen Pfannkuchen 
(\on Reis), beschmalze denselben, entferne ihn (in nördlicher Richtung 
vom Feuer), nehme einen Teil davon (oder hebe den Kuchen auf?), 
spreche die Silbe hin darüber aus, giesse die Neigen der unter 
Hersagung der Garbhavedana- und Puipsavana- Lieder dargebrachten 
Btitterspenden dazu und gebe diesen Kuchen (oder den ausge- 
nommenen Teil) ihr später zu essen.* Die Garbhavedana- und 
^Vsavana-Lieder sind Ath. S. III, 23 und V. 25, vgl. meine Über- 
setzung des Kau^. sutra. Altindisches Zauberritual (s. 114, 115). 

18' 



266 Caland, Zur Exegese und /Kritik der rituellen Sütras. 

XXXVI. Zum Äpastamba-Srantasütra. 

1. Zu XVI, 2, 6 und 3, 13. Von wie grossem Nutzen bei 
der Herstellung eines Textes, zu dem uns Kommentare fehlen, die 
Vergleichung von verwandten Texten sein kann, lehren uns diese 
beiden Stellen. In Garbe's Ausgabe lauten sie: ctgmm pur^yam 
ahgirasvad acchema iti yena dvesyena aamgacmate tarn abhi- 
mantrayate; pa^yan nirdüati. Da aber Hir. §rs. XI, 2 und 3 
beide Male liest: tarn abhimantrayetäpaAyan nirdüati^ ist offenbar 
statt des von Garbe aufgenommenen paäyan zu lesen: apctäyan 
(pa^an). Diese Auffassung wird von Mädhavas Kommentar z. d. S. 
bestätigt : yadi dve^arn na pa^dyati tadäpi tarn manasä nirdiSya 
pathet. 

2. Zu Xn, 2, 7. Hier liest Garbe : agntm pur^yam angirasoad 
bhari^äma iti valmikavapäm yä süryasyodetos täm uddhatyo- 
patCsthate. Die Parallelstelle bei Hir. lautet: süryasyodayanam 
prati valmikavapäm uddhcUyopatf^thate 'gnimpurtsyam angirasvad 
bhar^yäma iti. Das lässt vermuten, dass in Äpastamba valmi- 
kavapäm yä zu emendieren ist in : valmikavapäm, ä. Dann muss 
aber der Satz so abgeteilt werden: agntm purisyam angirasvad 
bharisyäma iti valmikavapäm (sc. abhimanti'ayate) \ ä sürya- 
syodetos täm, u. s. w. ; ,bis zum Sonnenaufgang*, d. h. ,vor Sonnen- 
aufgang.*^ 

3. Zu XTX, 25, 4 — 5. Nach meiner Überzeugung sind diese 
Sutras unrichtig getrennt und so abzuteilen : athäsmät pratidiSam 
payasyäm vyühati yä väm indrävarunä yatatyä tanür üi \ 4 
etair eva (d. h. „mit denselben Sprüchen*) punaA samähati | 5 

4. Zu XX, 1, 2 — 3. Auch hier trennt der Herausgeber un- 
richtig. Es ist zu lesen: ctträ naksatram \ 2 | punyanämadeva' 
yajanam adhyavasyati \ vgl. TBr. HI, 8, 1, 1 — 2: cürä naksatram 
bhavati: citram vä etat karma yad a^vamedhak; punyanäma 
devayajanam adhyavasyati. 

XXX Vn. Zum Baudhäyana-Srautasütra. 

Da ich den Text des Baudh. örautasütra herauszugeben be- 
absichtige (Prof. Hillebrandt, der erst diese Absicht hatte, hat auf 
meine Anfrage erklärt, dass er zurücktreten imd seinen Plan auf- 
geben will), erlaube ich mir hier alle diejenigen die für diesen hoch- 
wichtigen Text ein Interesse haben, zu bitten, wenn ihnen ausser 
dem von Aufrecht in seinem Catalogus Catalogorum verzeichneten 
noch weiteres handschriftliche Material zu Baudhäyana bekannt ist, 
mir gütigst Mitteilung zu machen. 



267 



Rgveda VI, 1—20. 

Von 

Hermann Oldenberg« 

Was ich hier vorlege, knüpft an einen Plan an, der, vor langen 
Jahren in jugendlicher Zuversicht gefasst , mich seitdem beständig 
begleitet hat. Seine Gestalt hat sich im Verlauf meines Arbeitens 
wesentlich modifiziert: ich möchte hierüber Rechenschaft ablegen 
und an einem Specimen veranschaulichen, was meines Erachtens 
ausgeführt werden sollte und in welcher Richtung ich, soweit Leben 
und Arbeitskraft reicht, die Ausführung zu fördern hoflfe. 

Meine Absicht war, eine Ausgabe des ^ktextes zu liefern in 
einer Form, welche versuchen sollte — auf Wegen, mit deren 
Festlegung ich mich in meinen „Prolegomena* (1888) beschäftigte 
— über den traditionellen Text hinausgehend dem Text der Lied- 
verfasser so nah wie möglich zu kommen. Ihrem wesentlichen 
Inhalt nach scheint mir jetzt so gut wie einst diese Aufgabe über 
jeden ernstlichen Zweifel an ihrer Berechtigung wie an ihrer Not- 
wendigkeit erhaben zu sein. Ich glaube aber jetzt nicht mehr, 
dass der richtige Weg zum Ziel ein Neudruck des ganzen Textes 
ist- Auf allzu weite Strecken hin könnte ein solcher Neudruck 
nichts leisten als den alten Text allein mit Änderungen, wie auch 
die bescheidenste Kennerschaft sie instinktiv selbst vornimmt (Auf- 
lösung von Kontraktionen, Vokalisierung von Halbvokalen etc.), 
wiederzugeben. Das wäre Raum Verschwendung, und zwar Ver- 
schwendung von Raum, dessen man zu anderen Zwecken auf das 
Dringendste bedarf. Es ist nötig, wo textkritische Schwierigkeiten 
vorliegen, sie auf das Eingehendste zu diskutieren. Textkritische 
Probleme verschlingen sich fortwährend mit exegetischen : so sind 
Übergriffe auf das Gebiet der Exegese unvermeidlich. Mit einem 
Wort: es wird sich nicht um eine eigentliche Textausgabe zu 
handeln haben, sondern um einen textkritischen, auch exegetische 
Fragen berücksichtigenden Kommentar, der das Recht beansprucht 
an allem was selbstverständlich ist oder sein sollte vorüberzugehen, 
um desto eingehender da, wo die wirklichen • Probleme liegen, 
verweilen zu können. Wo beispielsweise das, was in der Über- 
lieferung als e i n Hymnus gegeben ist, in mehrere Hymnen zerfällt, 



268 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

wird meist eine kürzeste Bemerkung über die erforderliche Zer- 
schneidung, nötigenfalls mit hinzugefügter Begründung, hinreichen; 
den betreffenden Text selbst aber in seiner zerschnittenen Gestalt 
zu drucken darf als entbehrlicher Luxus erscheinen. 

Was die orthoepische Behandlung des Textes anlangt, so wird, 
wie schon berührt worden ist, alles wirklich Selbstverständliche 
einfach unerwähnt bleiben können: für den, der nicht am gehörigen 
Ort dnv eti in dnu eti zu verwandeln weiss, wird hier nicht ge- 
arbeitet. Sind an einzelnen Stellen bei Dingen dieser Art doch 
Unsicherheiten nicht ausgeschlossen, muss natürlich auch von ihnen 
die Rede sein. Weniger Geläufiges scheint es nützlich durchgehend 
zu verzeichnen, z. B. alle Fälle, in denen für überliefertes -rm 
einfaches -n zu setzen ist. Pragyhya vokale sollen da bemerkt 
werden, wo in der Stellung vor folgendem Vokal ihre eigentümliche 
Natur für die Erhaltung der Länge ins Gewicht fUllt. Für Vokale 
von zweisilbiger Geltung führe ich die Bezeichnung a^ f etc. ein; 
Svarabhakti vokale sind durch die Schreibung md'ra etc. ausgedrückt. 
Wenn ich zweisilbiges tvdm u. dgl. der Einfachheit wegen tudm 
schreibe , soll damit nicht bestritten sein , dass genau genommen 
tuvdm zu setzen wäre. 

In Bezug auf das Problem der verlängerten Auslautsvokale 
(ti^ä etc.) wird das in meinen Prolegomena (S. 393 fgg.) Gesagte 
der Textbehandlung nicht ohne tiefgreifende Modifikationen zu 
Grunde gelegt werden dürfen. Auch nach den höchst wertvollen 
Untersuchungen Zu batys ist die Frage nicht abgeschlossen. Man 
wolle mir das Recht vergönnen, in dem gegenwärtig vorgelegten 
Specimen dieses Gebiet vorläufig, im Ganzen wenigstens, noch 
unberührt zu lassen, und wolle auch die über die Quantität von 
Reduplikationsvokalen an einigen Stellen gemachten Bemerkungen ') 
nur als provisorisch, als die Vorläufer von Erwägungen, welche 
das Problem im vollerem Zusammenhang zu erfassen haben werden, 
betrachten. 

Was die Abweichungen der Textgestalt der in den anderen 
Veden aufgeführten ^gverse anlangt, dürfen wir der neuerdings 
in so grossartigem Maassstab geplanten Koncordanz, deren Herstellung 
Bloomfield leitet, den Vortritt lassen; Wer selbst einen nur 
allzu weitumfassenden Arbeitsplan verfolgt, darf hoffen keinen 
Tadel zu finden, wenn er den Übergang eines Teils der Arbeit in 
die sichersten Hände eines Anderen mit Befriedigung begrüsst 
So sollen für uns Varianten der anderen Veden nur da in Betracht 
kommen, wo sie wirkliche Ausbeute für die Verbesserung des 



1) Siehe zu VI, 1, 3 iXher ja grvdmsah , zu 10, 3 Über plpäya^ zu 17, 3 
über vävrdJiusvaj za 19,8 über äüäuvdmaam. Auch in einigen anderen 
Beziehungen (so z. 1). die Bemerkung zu 16, 17 über den Verbalaccent in 
Relativsätzen) wolle man der hier vorgelegten Probe eine Unfertigkeit nach- 
sehen, in deren Überwindung die Arbeit selbst, wie ich hoffe, weiter kommen wird. 



Oldenherg, Pgveda VI, 1—20, 269 

l^ktextes liefern; dass das nur sehr selten der Fall ist, glaube ich 
zschon in meinen Prolegomena gezeigt zu haben. 

In den vorstehenden Bemerkungen ist die so oft hervortretende 
Untrennbarkeit exegetischer Erörterungen von den kritischen bereits 
berührt worden. Ich muss jetit hinzufügen, dass ich, der In- 
consequenz eines solchen Verfahrens mir wohl bewusst, an vielen 
Stellen die damit gegebene Schranke der für eine textkritische 
Arbeit geltenden Berechtigung exegetischer Fragestellungen über- 
schritten habe. Ich habe der Versuchung nicht widerstanden, 
geradezu die meisten wichtigeren exegetischen Probleme, welche 
die von mir behandelten Texte stellten, zu untersuchen und zu 
besprechen. Wer den Eindruck empfangen sollte, dass es mir ge- 
lungen ist, auf diese Weise an manchen Stellen das Verständnis 
des ^gveda zu fordern, wird vielleicht nachsichtig darüber urteilen, 
dass ich mich an die scharfen Grenzen des textkritischen Gebiets 
nicht gehalten sondern nach Kräften mehr zu leisten versucht habe. 
Im Ganzen wird man mich in textkritischer wie in exegetischer 
Hinsicht auf überwiegend konservativem Standpunkt finden. Oft 
erkannte ich als meine Aufgabe nicht Neues zu sagen, sondern 
hur die Wahl zwischen alten Ansichten zu begründen. Ich glaube 
zu bemerken, dass nahezu alle sensationellen Neuaufstellungen der 
letzten 2^iten ebensoviel Fehlschläge gewesen sind; ihre Zahl zu 
vermehren, wäre kaum schwer, aber auch kaum förderlich gewesen. 
Wenn ich also dem Leser Überraschungen zu versprechen nicht 
in der Lage bin , wolle er prüfen , ob nicht ohne dieselben dem 
2iiel, an dem schliesslich alles liegt, mit grösserer Sicherheit nahe 
TU kommen ist. 

Jeden Glauben an die Unfehlbarkeit der indischen Textüber- 
lieferung muss ich ablehnen. Ich halte dafür, dass diese, so hohe 
Achtung sie in vieler Hinsicht verdient, eine nicht geringe Zahl 
von Fehlem birgt, und dass unsern Versuchen diese Fehler aufzu- 
decken, wenn sie mit Vorsicht und Kühnheit zugleich unternommen 
werden, die Aussicht auf Erfolg keineswegs immer fehlt. I, 135, 1 
wird man myvJtpate^ meines Erachtens auch IV, 22, 2 vvsä 
trt^andhim^) für ganz so sicher halten dürfen wie die sicherste 
überlieferte Lesung. Freilich liegt es in der Natur des ygvedischen 
Textes, dass metrische., grammatische, stilistische Nachlässigkeiten, 
^e dem echten Texte angehören, und andererseits Entstellungen 
dieses Textes oft unimterscheidbar ähnlich sind; und weiter pflegt 
Äuch da, wo das Vorliegen einer CoiTuptel festzustehen scheint, in 
^endlich geringerem Maasse als der Philolog das bei antik - 
klassischen oder auch bei manchen jüngeren indischen Texten 
gewohnt ist, der Zusammenhang Hindeutungen in sich zu schliessen, 
Welche uns eine Lösung des Räthsels als die notwendige aufzwingen. 
Haben wir demnach an vielen Stellen der Hoffnungen auf sichere 



1) Vgl. Ath. Veda XIII, 10, 3. 27. 



270 Oldenberg, Pgveda 71,1-20. 

Ergebnisse durchaus zu entsagen , so werden wir um so weniger 
versucht sein Vermutungen, welche der Sicherheit ermangelnd doch 
mehr oder minder Wahrscheinliches bieten, als überflüssig oder 
gar als ein frivoles Spiel zu behandeln. Damit soll selbstverständlich 
nicht gesagt sein, dass wir jedem, leeren Einfall, der in Bezug auf 
Textbesserung irgend einmal aufgestellt worden ist, Anspruch, 
darauf zuerkennen getreulich von uns verzeichnet zu werden. 

Weitere Aufklärungen über die hier zu Grunde liegenden 
Ansichten und Absichten dürften durch das vorgelegte Specimeit 
überflüssig werden. Dieses ist absichtlich nicht zu knapp be- 
messen. Es umfasst die ganze Agniserie des 6. Ma^^ala und dazu,, 
damit allzu ausschliessliche Einseitigkeit vermieden werde, die ersten. 
Hymnen der Indraserie bis einschliesslich zu dem schwierigen 
Hymnus VI, 20 ^). Der Zufall fügt es, dass eine das durchschnittliche- 
Verhältnis wohl übersteigende Zahl der jedem Vedaleser wobl- 
bekannten cruces — wie ndydm^ nfn u. dgl. — uns hier Gelegen- 
heit giebt unsere Kraft zu erproben. Natürlich darf der Umfange 
den das Ganze erreichen würde, nicht nach dem Maassstab des hier 
Vorgelegten berechnet werden: sehr viele Probleme, welche hier 
zu erledigen waren, kommen damit für lange Reihen von Stellen,, 
an denen sie immer und immer wiederkehren, in Wegfall. Trotzdem 
ist die Frage natürlich , ob , wer eine Durcharbeitung des ^tgveda 
in dieser Weise unternimmt, hoffen darf sie zu Ende zu führen.. 
Wie auch hierüber zu denken sein mag, wird es Recht sein Hand 
an die Arbeit zu legen. 

Der Veröffentlichung der hier gegebenen Probe liegt der 
Wunsch zu Grunde, dass, wer über die Ausführungsweise des 
Ganzen oder über Einzelheiten etwas den Verfasser Förderndes 
zu sagen weiss, dies gleichviel ob öffentlich oder privatim thun 
möge; er darf lebhaftesten Dankes gewiss sein. 



1. 

1. vr^an, — 2^. vgl. X, 91, 1. — iltah, — 

Über mahö räy^. 

Die Überlieferung der Wendung maho räyS kann nicht be- 
anstandet werden. Sie kehrt noch IV, 31, 11; V, 15, 5 (dort wie 
hier m. r. citdyan^ vgl. Baunack ZDMG. 50, 268); 43, 1; VTH, 
23, 16; X, 61, 22; 76, 2 wieder. Die Auffassung von mahö als 
Nom. sing., die an einzelnen dieser Stellen an sich statthaft wäre^ 
versagt an anderen; selbst wenn man die Hypothese eines Nom. 
pl. mahdk ergänzend hinzuzieht, ist so nur mit äusserstem Zwang 



1) Der zu Grande gelegte Text, der, wo nichts bemerkt ist, meiner 
Ansicht nach für richtig zu gelten hat, ist der von Aufrechts zweiter Ausgabe. 



Oldenberg, Rgveda VI, 1—J20. 271 

dorchzukommen. In der Tbat wird nuzhö vielmehr in engstem 
Zusammenhang mit räyS stehen; IV, 31, 11 mahö räyi divÜmcUe 
wird dem Sinn nach auf Ähnliches hinauslaufen wie V, 79, 1 (von 
üsas) makS . . . räyS dwCtmati. Was ist nun mahdh ? Natürlich 
gdiört dies Wort an den meisten Stellen, an denen es erscheint, 
m den Stämmen mdh- und mahd-i womit unser mahö räy^ nicht 
zu erklären ist. Die Annahme eines Stammes mahds ist unab- 
weislick Geldner (Ved. Stud. I, 268 A. 3) ist derselben Ansicht 
und stellt treffend die Proportion auf mahdsi mdhas = yaäds', 
ydäaa. Er nimmt nun aD, dass dies mahds die merkwürdige 
Eigenschaft habe stets die Endung abzuwerfen, so dass es für die 
Yerschiedensten Casus steht. Ich kann hierin nur einen unwahr- 
scheinlichen Notbehelf sehen und verstehe nicht, warum nicht an 
den meisten der in Betracht kommenden Stellen ein adverbiell 
gebrauchtes Neutrum vorliegen soll (so Böh tl.-Roth; Grass- 
mann). Ausser in unserem mahö räyS (^gewaltiglich zum Reich- 
tum* = zum gewaltigen Reichtum^)) finde ich dies Adverb noch 
I, 153, 1; 155, 1; Vm, 36, 6 (danach auch VI, 50,.3). Kaum 
obe Zwang anders erklärbar I, 22, 11; 11, 32, 1; VIII, 16, 3; 
25, 24 (nach diesen beiden Stellen vielleicht auch , obwohl leicht 
anders aufzufassen IV, 22, 3 = VI, 32, 4); 70, 8; X, 150, 4. Femer 
vieUeichtl, 102,1; H, 33,8; 34,12; HI, 57,3; X, 64,9 (danach 
^1, 66, 3 ?) An einigen Stellen scheint mahdh noch rein adjektivisches 
Nentram zu sein, obwohl auch adverbiale Auffassung denkbar wäre; 
so 1,3,12; VI, 44,8 vgL X, 55,2 (X, 37,1? X, 93,3?). Die 
Leichtigkeit, mit der sich sowohl ein Adverb mjdhdh wie ein Nom. 
sing. masc. mahdh wie ein Gen. sing, oder Acc. pl. mxihdh in viele 
Konstruktionen einfügt, schliesst natürlich häufig eine sichere Ent- 
scheidung aus. Im Ganzen scheint mir Grassmann meist das 
Richtige zu treöen, während BöhtL-Roth m. E. an vielen Stellen 
loit der Annahme des Adverbs im Unrecht sind. 



^cädyarUo dnu gman hält Meillet, J. As., Sept. Okt. 1897, 

288 das o des ersten Wortes für lang; entsprechend v. 3 in 

J^^mao dnu gman, Dass dem Dichter eines einzelnen Hymnus 

eine derai-tige, dem sonst durchweg geltenden Sprachzustand (siehe 

ZDM6. 44, 332 fg.) zuwiderlaufende Messung eigen gewesen sei, ist 

schwer zu glauben, und die metrisch oft recht frei behandelte 

viertletzte Stelle der Tristnbh giebt für eine solche Annahme 

m. E. keine Grundlage ab. — 3. ydntam wii'd man natürlicher 

anf Agni als — was freilich nicht ausgeschlossen ist; vgl. etwa 

IF, 11, 3** — auf rayim, beziehen. Dann ist möglicherweise eine 

Xonstraktion anzunehmen wie Ludwig (IV, 343) sie giebt: »[dir,]. 



1) Man vergleiche wie VII, 30, 1 nebeneinander steht mcihi nrmndya 
und mihi ksatrdya paümsyäya ,,za gewaltiger Manuheit'/ und „gewaltiglich 
sa BIttertum und Manneskraft." 



272 Oldenberg, Itgveda Vit— 20. 

derv du mit viel guten Dingen wie mit einem Heere einhergebst, 
in dir dem Reichtum sind die Wachen nachgegangen.* Das wäre 
ein Satz, der genau genommen nicht abnorm genannt werden könnte. 
Die Accusatiye des zweiten Hemisticbs . würden sich dann , über 
Päda b hinweg) mit dem ydntam von a verbinden, so wie unten 
V. 8 die Accusative sich über 7*^** hinweg mit 7*^ verbinden. 
Das alles ist möglich, aber meines Erachtens gezwungen. So wird 
auch die Möglichkeit Erwägung verdienen, dass rayim als Obj. von 
jägffvdmso zu verstehen ist; ähnliche Accusative, freilich nicht bei 
diesem Verbum, verzeichnet Delbrück Ai. Syntax 177; die spätere 
Sprache kennt jägarti mit Accus, „bewachen.* Dann wäre zu 
übersetzen: »dir, der du etc., sind sie, bei dir Reichtum erwachend^), 
nachgegangen.* Der Bau von b würde dann auf das Genaueste 
dem von 2 ^ entsprechen : am Ende des Päda ein dnu gman mit 
Agni als Objekt; davor im Nom. pl. ein Partizip, sich mit einer 
Form von rayt verbindend und das Trachten der Frommen aus- 
drückend. — jägrvdmaa! "^ Die Länge der Red.silbe ist stets über- 
liefert und an einigen Stellen durch das Metrum geschützt; hier 
die einzige Stelle, an welcher das Metrum die Kürze begünstigen 
würde, natürlich keineswegs mit entscheidender Kraft. — BR. 
vermuten vayävcmtam nach VI, 2, 5. Siehe aber V, 43, 7; VS. 
XX, 37; TB. m, 6, 2, 1. — 6. Ludwig scheint nach der tradit 
Auffassung von TB. III, 6, 10, 3 upajnu bädho fär richtig zu 
halten. Doch drängt sich die Zusammengehörigkeit von üpa sadema 
(vgl. VI, 75, 8) auf; auch das ndmasä bestätigt das Vorliegen 
eben dieser Verbindung (II, 23, 13; HI, 14, 5; V, 8, 4; VIU, 49, 6; 

IX, 11, 6; X, 47,6). Ist jüubodkah ein Adverb wie sabddhah? — 
8« paväkdtp,, — 9« tuötah, — 12**. Meillet a. a. 0. denkt an die 
Cäsur sau || dravasäni. Mich überzeugt das nicht Die verschiedenen 
Formen dieses Worts stehen gern so, dass sau- fünfte Silbe des 
Päda ist Das Wort dann stets durch die Cäsur zu zerschneiden 
stellt m. E. eine Härte dar, zu der Nichts uns nötigt; namentlich 

X, 45, 10* fährt bei dieser Operation schlecht 

13**. Plurale wie va^tt. 

Über die pluralische Verwendung von neutralem Nom. Acc. 
sing, {brdhma vdsu bhurt) besitzen wir — neben den Arbeiten 
Lanmans und Benfey's — die Untersuchungen von Zubaty 
(WZKM. m, 311f.; IV, Iff.) und die eingehenden und scharf- 
sinnigen sprachgeschichtlichen Darlegungen von J. Schmidt, Plural- 
bildungen der idg. Neutra 276 ff. Von einem Teil der Resultate 
Schmidt's kann ich mich nicht überzeugt bekennen, und was 
den zu ihnen führenden Weg anlangt, glaube ich, dass vor Allem 
die Heranziehung und Gegenüberstellung des Gebrauchs der ent- 

1) Man wird den hier gewagten Gebrauch von „erwachen" = „durch 
Wachen erreichen" verstehen. 



Oldmberg, ^gveda VI, 1—20, 273 

sprechenden Formen auf langen Vokal (brdhmä etc) sowie — was 
im Wesentlichen auf dasselbe herauskommt — Berücksichtigung 
der metrischen Technik notwendig ist: nur so können die charak- 
teristischen Fakta in aller erreichbaren Vollständigkeit und Be- 
stimmtheit hervortreten. 

Die in Frage kommenden Neutralformen sind die auf -a (von 
ti-stämmen), auf -/ und -u^). Also die Abgrenzung trifft nicht 
genau die Neutra, bei welchen als Nom. Acc. sg. der nackte Stamm 
(ohne -7/1 oder -d) auftritt: denn dann müsste man erwarten, dass 
die Erscheinung sich z. B. auch auf die so häufig vertretenen ab- 
stamme erstreckte. Sondern die Grenzlinie umfasst alle die und 
nur die Neutra, bei welchen der normale ^) Plural auf einen langen 
Vokal (-0, -I, -ü) ausgeht, auf dessen Kürze der entsprechende 
Singular auslautet. Es ist bezeichnend, dass pluralisch gebrauchte 
Tonnen auf kurze Vokale bei den in Frage kommenden Stämmen 
gerade da in auffallender Weise fehlen , wo es aus Gründen des 
Sinnes oder infolge einer Heteroklisie keinen derartig entsprechen- 
den Singular giebt: daher die Formen tri, dhä^, iirsd^) nur mit 
langem Vokal erscheinen. 

Was die näheren Details der Verwendung der Formen auf 
•a, -i, -M gegenüber denjenigen auf -ä, -2, -ö anlangt, so ist 
dieselbe im Grossen und Ganzen vom Metrum abhängig. Beispiels- 
Weise vdsü erscheint dreimal, immer so dass der festgeordnete 
Rhythmus des Pädaausgangs Länge des u verlangt. Dagegen vdsu^) 
19 mal *») : wie bei einem Wort von der Form - - begreiflich , ist 
die Kürze des u nirgends metrisch gefordert, aber sie erscheint 
fiberall wo sie zulässig ist, nämlich 12 mal am Pädaende'), 5 mal 



1) Die 120 Fälle, welche Schm. sammelt, halten sich darchweg innerhalb 
dieser Grenzen ausser ndhar divydni 1, 64, 5 und vratä dirgha^-ut VIII, 
^M7, mänmäiU dirgha^üt VII, 61, 2. Eine derartige Grenzüberschreitung 
ut KhoD an sich zu unbedeutend , um an der Existenz der Grenze ernstliche 
Zweifel zu erwecken. Es kommt hinzu, dass Üdhar (wie schon Schm. 302 
bemerkt) in gewissem Sinn mit zu den n-stämmen gezählt werden kann. Ferner 
^or Allem, dass Formen wie *Üdhfni * dirghaisrunti im Rv. unerhört sind, so 
^ ein vicarirendes Eintreten des Sing, hier herausgefordert war. Schliesslich 
Mi bemerkt, dass die Auffassung von dirghaärüt als einen Plural vertretend 
■o^ohl VII, 61, 2 wie VIII, 25, 17 ganz ungezwungen vermieden werden kann. 
Vgl auch Delbrück Vgl. Syntax III, 243. 

2) Man gestatte der Kürze wegen diesen Ausdruck, durch welchen dem 
urteil Qber den Sachverbalt natürlich nicht pri^udiziert werden soll. 

3) Doch dürfte hier dha I, 92, 3 (Schmidt 215 A. 1, Zubaty WZKM. 
• 1 A. ]) eine Ausnahme bilden. 

4) Vgl. L an man 540. 

5) Vgl. J. Schmidt 279. 

6) Oder mit III, 2, 11, wo vdsu vielleicht Plural ist, 20 mal. 

"i) Darunter allerdings einmal (IX, 57, 4) das u mit folgendem u contrahiert, 
*!» nicht direkt als kurz erkennbar. Doch eben der Gang unserer ünter- 
«Qebung lehrt uns, dass die Kürze hier als gesichert angesehen werden darf. 
Benfey (Qaantitätsverschiedenheiten IV, 2 S. 18) meint in Bezug auf einen 



274 Oldenberg, Pgveda VI, 1—20. 

an der vierten Stelle des Tri§tubh- oder Jagatlpäda und zwar stets 
so, dass unmittelbar die Cäsur folgt, die Quantität der Silbe mithin 
einigermassen gleicbgiltig ^) ist; zweimal fällt das u auf die zweite 
Silbe der achtsilbigen Reibe (beidemal folgt lange dritte Silbe) ^. 
— Ähnlich, aber allerdings nicht vollständig entsprechend, ist 
der Gebrauch in Bezug auf purü und puiru ^). Wie bei vdsu der 
Fall ist, steht im Pädaausgang immer purü (11 mal); dass auch 
unmittelbar hinter der Tristubh- Cäsur purü erscheint (1 mal), steht 
mit der Vorliebe für die Kürze der zweiten Sübe hinter der Cäsur 
in Einklang. Dagegen purä hat ein weiteres Verbreitungsgebiet 
als vdsü. Es steht zunächst begreiflicherweise wo die Länge 
gefordert ist, nämlich so dass das ü drittletzte Silbe der Gräyatrl 
(1 mal), zweite vor kurzer dritter im Eingang von Tristubh-Jagati 
(13 mal) oder von Gäyatn (1 mal), vierte des fünfsilbigen Eingangs 
von Tr.-Jag. zwischen kurzer dritter und fünfter (2 mal) ist. Aber 
ausserdem föllt das ü auch auf die zweite Stelle vor langer dritter 
Silbe in Tr.-Jag. (3 mal) wie in Gay. (3 mal), sowie auf die vierte 
der Tr.-Jag. vor folgender Cäsur (1 mal): in welchen Fällen wir 
vdsUf nicht vdsü gefunden haben. — Die Verteilung von näma 
und nämä wiederum entspricht der von vdsu und vdsü. näma 
steht am Pädaende (8 mal)^); im Übrigen fällt das a 4 mal 
unmittelbar vor die Cäsur von Tr.-Jag. als vierte (2 mal) oder als 
fünfte (2 mal^)) Silbe; endlich einmal ist es vierte Silbe der Gay. 
(so dass natürlich das nä- lange dritte darstellt), nämä erscheint 
nur einmal (I, 123, 4); die Länge ist durch den Rhythmus des 
Versausganffes gefordert; übrigens kann an dieser Stelle auch der 
Singular nämä mit metrisch verlängertem -a vorliegen, — ädrma 



fthnlichen Fall, dass, ob der Dichter die Kürze oder die Länge gesprochen habe, 
„wohl in alle Ewigkeit Niemand entscheiden können wird." Das scheint mir 
allzu pessimistisch. 

1) Siehe meine Prolegomena S. 51. Man kann, insonderheit auf Anlass 
der von Wackernagel mehrfach ausgesprochenen Auffassungen, die Frage 
aufwerfen, ob die Quantität der auf die Cäsur folgenden Silbe hier von irgend 
welcher Bedeutung ist. Dies ist offenbar zu verneinen: die betreffende Silbe 
ist an 4 dieser 5 Stellen kurz, an einer lang, was dem gewöhnlichen Verhältnis 

.genau genug entspricht. — Unter den in Rede stehenden Stellen befindet sich 
die unsrige VI, 1, 13: wenn hier Meillet (Joum. As., Sept. Okt. 1897, 289) 
vdsü lesen will, so wird das m. £. durch die hier aufgeführten Thatsachen 
nicht empfohlen; die metrische Rücksicht, von welcher M. sich leiten lässt, 
scheint mir kein entscheidendes Gewicht zu haben. 

2) Endlich eventuell (s. S. 273 Anm. 6) III, 2, 11 zweite Silbe der Jagatl- 
reihe; die dritte ist lang. 

3) Nach Wackernagel (Dehnungsgesetz des griech. Composita 13 fg.) 
würde es scheinen, als ob entsprechend den Angaben von R. PrätisSkhya 455 
(M. M.) purü allein vor Worten mit kurzer erster Silbe auftritt. So einfach 
liegt die Sache doch nicht; man muss berücksichtigen, dass auch die Regel 
Prät. 465 eingreift. 

4) Darunter das a dreimal in Contraktion; es gilt hier das oben S. 273 
Anm. 7. Bemerkte. 

5) Davon einmal in Contraktion ; die Kürze l»t mit Sicherheit herzusteUen. 



Oldenberg, Ftgveda VI, 1-^20. 275 

ist sicher pluralisch gebraucht 5 maP): einmal wird Kürze des -a 
durch den Yersausgang verlangt; dreimal ist sie an vierter Stelle 
des Tr. Eingangs (unmittelbar vor der Cäsur), einmal an vierter 
Stelle der Guy. zugelassen; Sdrmä findet sich überhaupt nicht — 
hhiri steht pluralisch 17 mal, sogar im Verseingang zweimal vor 
folgender Kürze; bhArt findet sich überhaupt nicht. 

Um zusammenzufassen: die Formen auf kurzen und die auf 
langen Vokal stehen natürlich zunächst, wo das Metrum kurzen 
resp. langen Vokal verlangt; wo das Metrum nicht entscheidet, 
steht ganz überwiegend der kurze Vokal — daher diesen Formen 
die grössere Häufigkeit zukommt — : so fast ausnahmslos am Päda- 
«nde^; im Innern des Päda allerdings nicht bei allen Worten 
gleichmässig '*) ; wer die allgemeinen Verhältnisse kurzer und langer 
Äuslantsvokale im Rv. kennt, wird dadurch nicht befremdet werden *). 
Im Ganzen erweisen sich sicher die Formen auf kurzen Vokal für 
das Bewusstsein der vedischen Liedverfasser als vor den lang- 
Tokalisch endenden in Betracht kommend; wünschte man statt 
w^röm'eine zweisilbige Form zu setzen, so griff man zunächst nach 
^0Qsu.\ nach vdsü nur wo das Metrum dies verlangte. Dass man 
ein den Plural vertretendes vdsu durchaus als wirklichen Plural 
empfand, dass also v(^ä vdsu etwas gänzlich Andres ist als die 
bei Worten aller Art sporadisch und anomal sich findenden Ver- 
wechslungen der Numeii, dürfte aus dieser Sachlage mit voller 
Sicherheit folgen*). 

Wie in pluralischer so stehen bekanntlich auch in singularischer 
Geltung Formen auf -a und -ö, auf -i und -t, auf -w und -ü 
neben einander. Nach den Zahlen, welche Lanman (S. 877, 894, 
406,415, 530 fg. 539) giebt, ist die Verteilung in beiden Numeris 
«me recht verschiedene : die Kürze herrscht im Singular sehr viel 



1) Nach Grass mann ausserdem noch I, 174, 2 s= VI, 20, 10; Schmidt 
(285) bemerkt mit Recht, dass hier aach der Sing, vorliegen kann. 

2) Auf Rechnung der Diaskeaasten wird man solche Kürze nicht setzen. 
Jenen wire zwar zuzutrauen, dass sie ihrer eignen grammatischen Auffassung 
zo Liebe die Kürze vor dem Versschluss und dem AvasSna gewaltsam durch- 
geführt hätten; vor anderweitigem Pädaschluss aber würden sie es wohl unter- 
iAssen haben, wie wir z. B. nach der Behandlung von ächct^ des auslautenden -an 
(IVoleg, 429 A. 1), der Absolutiva auf -yä oder -tyä (Benfey, Quantitäts- 
rerschiedenheiten IV, 3 S. 34. 37) vermuten dürfen. — Über die wenigen 
AosnahmefiUle, in welchen Formen wie dhdrmä am Pädaeude erscheinen, siehe 
Lanman 540; Zubaty WZKM. IV, 1. 

3) Ist es denkbar, dass bei der stärkeren Hinneigung einiger, der 
schwicheren anderer Worte zum Setzet der Länge (einerseits purU andererseits 
t*d*u ndma bküri etc.) der Accent im Spiel ist (vergleiche die Andeutungen 
Znbaty's WZKM. II, 136; III, 153; IV, 6; dagegen Wackernagel Dehnungs- 
gesetz 13)? Zu ausnahmslosen Normen gelangen wir allerdings auch so nicht. 

4) Man kann fragen , ob es Aufgabe der Textkritik wäre , hier volle 
Gleiehmässigkeil herzustellen. Ich würde diese Frage nicht zu bejahen wagen. 

5) So findet auch Delbrück vgl. Syntax III, 243 es klar, „dass die 
Singer nicht die Empfindung hatten, ab ob sie verschiedene Numeri verbänden." 



276 Oldenberg, Pgveda VI, 1—20. 

mehr vor als im Plural^). Darin dass die Liedverfasser sich leichter 
in den Fall bringen Hessen den langen Vokal setzen zu müssen, wo 
es sich um einen Plural als wo es sich um einen Singular handelte, 
wird man eine durchaus natürliche Nachwirkung des historischen 
Rechts der Yokallänge im Plural sehen dürfen. 

J. Schmidt nimmt für den pluralischen Gebrauch der kurz- 
vokalischen Formen gewisse Einschränkungen an, in welchen er die 
Spur prähistorischer Verhältnisse, der Entwicklung des Neutr. plur. 
aus femininer singularer CoUektivbildung findet. Die Erscheinung 
geht nach ihm (S. 300) aus von der Verbindung des Substantivums 
im PI. mit Adjektivum im Sing, (wie ähdvanänt bhärt), woraus 
sich als Nachwirkung die Verbindung substantivierter Adjeküva 
im Sing, mit Epithetis im PL ergab (S. 301). Speziell auf dem 
Gebiet der n-stämme entstand dann die ümdrehimg des erstbe- 
zeichneten Typus, die Verbindung von singularem Substantiv mit 
pluralischem Attribut; ein bhüri nämä oder bhürt nämäm rief 
ein bhurini näma hervor (S. 302 fg.). Öer Nom. Acc. sing. ntr. 
aber ohne die Verbindung mit einem Nom. Acc. pl. ntr. erscheint 
nicht in pluralischer Verwendung; einziges sicheres Gegenbeispiel 
ist sdm aranta parva IV, 19, 9: es kann in seiner Vereinzelung 
nicht in Betracht konmien, auch wenn man sich zur Änderung 
pdrvä nicht entschliessen will (S. 281, 289). 

Einige Bedenken gegen diese Aufstellungen mögen hier aus- 
gesprochen werden. 

Zunächst bezweifle ich, dass Schmidt mit Recht das Gebiet 
der Substantivsingulare, welche mit pluralischen Epithetis pluralisch 
gebraucht werden, prinzipiell auf -n-Stämme beschränkt. Zu seiner 
Stellensammlung S. 280 fg. wolle man erwägen, dass, während es 
unter den n-stämmen häufige Worte wie näma dhäma brdkma 
^drma in grösserer Zahl giebt, nach Ausweis von L an man 394. 
415 substantivische Neutra auf -«* -m, deren Auftreten hier erwartet 
werden könnte, nahezu fehlen; die Worte auf -i und -u, welche 
zu den Fällen der pluralisch gebrauchten Singulare das grosse 
Contingent stellen, sind eben durchaus Adjektive (wie bhuri^ puru). 
mddhuj an das man etwa denken könnte, ist im Plural selten'); 
sänu stellt iii der That einen Fall, den man kaum als insignificant 
verwerfen wird, wenn man erwägt, dass viele Fälle sich hier eben 



1) So urteilt auch Zubaty WZKM. IV, 2. 3. 4. AUerdings können — - 
in einem nicht mit Sicherheit zu bestimmenden Umfani; — Modifikationen der 
L a n m a n 'sehen Statistik in Frage kommen. Von den kurzvokalbchen Formen 
können vielfach auch solche, die fUr uns ticht sicher als pluralisch charakterisiert 
sind, als Plurale gemeint gewesen sein. Andererseits werden von den lang- 
vokalischen manche von Lanman (Grassmann) als Plurale gerechnet, bei 
denen singularische Auflassung zulässig bt. Die Verschiebungen der Zahlen- 
verhältnisse, die hier möglich sind, können doch, wie mir scheint, das oben 
bezeichnete Gesamtresnltat nicht in Frage stellen. 

2) Schmidt rechnet es überdies als substantiviertes Adjektiv , nicht als 
Substantiv. 



Oldenherg, Rgveda VI, 1—20. 277 

nicht erwarten lassen; das einzige sehr häufige Wx)rt, nm das es 
sich handeln kann, ist vdau^ und dies liefert denn auch in der 
That recht zahlreiche Belege für die pluralische Verwendung der 
karzYokalischen Form {v(ivä vdsu u. dgl.): Belege, die Schmidt 
der in Rede stehenden Rubrik nicht zurechnet, weil er — ich 
bezweifle ob im Einklang mit dem yedischen Sprachgefühl — 
diesem Wort die Anerkennung als Substantivum versagt 

Femer möchte ich daran zweifeln, dass die Isoliertheit des 
Falles sdtn aranta parva ein Fundament bilden kann, auf dem 
ach sprachgeschichtliche Gonstruktionen mit irgendwelcher Sicherheit 
auffahren lassen. 

Zuvörderst erwäge man, dass, wie wir sahen, die Verteilung 
der Formen auf kurzen und langen Vokal durchaus vom Metrum 
)>eherrscht wird. Da es nun offenbar unverständlich wäre, wenn 
die so zu sagen vollberechtigten langvokalischen Plurale von Sub- 
stantiven prinzipiell allein mit pluralischen Epithetis hätten ge- 
braucht werden dürfen, so wird man auch über die kurzvokalischen 
Substantivplurale, die jenen gegenüber eben allein nach dem Metrum 
abgegrenzt sind, entsprechend zu urteilen haben. 

Dieser a priori sich ergebenden Auffassung scheint mir nun 
der Thatbestand in keiner Weise entgegen zu stehen. 

Von Pluralen neutraler Substantiva im Rv. darf ganz im 
Allgemeinen behauptet werden, dass sie in den allermeisten Fällen 
entweder adjektivisches Attribut resp. Prädikat^) bei sich haben 
oder in einem Zusammenhang stehen, in welchem sie an sich — 
sofern nicht eben ihre eigene pluralische Form entschiede — auch 
als Singulare genommen werden könnten. Dies zu erweisen thun 
Datfirlich -a-stämme genau so gute Dienste wie die hier zunächst 
ßns beschäftigenden Stammgruppen : ich habe an den aufs Gerate- 
wohl herausgegriffenen Formen sdvanä sdvanäm vratd vratäm 
verfolgt, dass wenigstens bei der ersten, dritten und vierten dieser 
bäufigen Formen Fälle nahezu fehlen, in denen — entsprechend 
dem Typus sdm aranta pdrva — die pluralische Geltung (sofern 
sie nicht an sich feststände) ohne das Erscheinen von Epithetis durch 
den Zusammenhang gesichert sein würde. So sind wir, meine ich, 
veranlasst, die Schmidt'sche Bindung des Pluralgebrauchs von 
Substantiven wie näma ädrma an die Bedingung hinzutretender 
pluralischer Epitheta fallen zu lassen : fehlt das Epitheton, sind wir 
eben nicht im Stande den Plural als solchen zu erkennen^). Ich 
übrigens den Eindruck nicht zurückdrängen, dass jenen 



IJ Ich rechne dahin auch Pronominalforinen wie td, imd\ dass dieselben 
'^(bt mit vUvä n. dgl. auf einer Linie ständen, würde schwer zu begreifen sein. 

2) Insofern mag dann doch jene Bedingung Geltung gehabt haben, 
^l> die Dichter bestrebt gewesen sein mögen , wo ihnen an Hervorhebung des 
PlurtU gelegen war, durch ein pluralisches Epitheton den Zweifel über die 
^«Itang der zweideutigen Form zu beseitigen: in dieser Fassung aber verliert 
^^« betreffende Begel natarlich ihre sprachgeschichtliche Bedeutung. 



278 Oldenberg, Jfgveda VI, 1—20, 

komplizierten Distinktionen im Gebrauch der ploraüschen Singulare, 
deren Begründung im 9^^^ ^^ ^i^i* beanstanden, auch an und 
für sich keine besondere Wahrscheinlichkeit beiwohnt: schwerlich 
hätte die Sprache, selbst wenn die in Bede stehende Erscheinung 
die von J. Schmidt angenommene Vorgeschichte hat, die Spuren 
dieser Vorgeschichte mit solcher Zähigkeit, in so krausen, von den 
Bedürfnissen lebendigen Ausdrucks so losgelösten Gesetzen bewahrt, 
wie sie anzunehmen die Aufstellungen Schmidt' s uns zwingen würden. 

Seinerseits über die Entstehung der pluralischen Singulare eine 
Hypothese aufzustellen ist im Grunde nicht Pflicht des ^gveda- 
Exegeten. Doch sei gestattet hier zunächst hervorzuheben, dass die 
Ei*scheinung nach ihrem Aussehen und ihrer so significanten Begrenzung 
(oben S. 273) offenbar durchaus an das allgemeine Problem des 
Wechsels kurzer und langer SchlussYokale im ^y. anzuschliessen ist. 
Sodann möge zur Erwägung gestellt werden, ob nicht sehr einfache, 
auf der Oberfläche des Sprachlebens sich haltende Annahmen zur 
Erklärung des Thatbestandes hinreichen. Bei den meisten von Haus 
aus auf Kurzvokale auslautenden Worten war man gewohnt, neben 
einander kurz- und langvokalisch auslautende Formen unter einander 
äquivalent zu gebrauchen. Nun standen in den Paradigmen der 
neutralen -«, -m, -n-stämme Nominative resp. Accusative auf -», -m, -a 
für den Singular und solche auf -i, -ö, -S für den Plural neben 
einander, deren Verhältnis äusserlich genau dem Typus von avcUa: 
avatä oder ärudhi: ärvdht entsprach. In zahlreichen Fällen ihres 
Gebrauchs passten die einen genau so gut in den Zusammenhang 
wie die anderen; zum Überfluss waren die Singulare auf -t, -u, -a 
schon an sich mit Nebenformen auf -f, -tl, -ä ausgestattet. Reicht 
diese Sachlage nicht hin zu erklären, dass die Formen auf kurzen 
Vokal, soweit die Sprache über solche verfügte, auch für den 
Plural zugelassen ja — wenn sie dort auch nicht zu solcher 
Vorherrschaft, wie ihnen im Singular zukam, gelangten — doch 
in mehr oder minder starker Annäherung an die in zahlreichen 
anderen Fällen geltende Verteilung kurzer und langer Endvokale, 
als die so zu sagen normalen, beispielsweise dem Pädaschluss zu- 
kommenden anerkannt worden sind? 



2. 

2. Nach I, 133, 7; VIII, 32, 18 könnte man auf dvrtah 
verfallen, doch ist amkdh einwandfrei. — 4« Ludwig (IV, 345; 
Über die Kritik etc. 15) denkt an ein rdhat als „alte Form für 
fdhak,^ Er vergleicht VIII, 101, 1; auch auf Taitt. S. I, 4, 44, 2 
könnte hingewiesen werden: an beiden Stellen steht in der That 
fdhak neben dem Verbum dam. Doch scheint mir jene „alte Form* 
keine bessere Unterlage zu haben, als wenn man zu pfthak ein 
*prthat ersinnen wollte. Nimmt man fdhat als Vb. fin., so kann man 



Oldenberg, Jfgveda VI, 1—20. 279 

zweifeln, ob es in den Relativsatz hineingebort (,,es möge [sein 
Werk] glücklieb vollbringen, wer sieb für dicb mübf* oder: ,wer 
dir [das Opferwerk] glücklich vollbringt, sich für dich müht etc. ...**). 
Als wahrscheinlich kann weder die eine noch die andere Auffassung 
anerkannt werden; vielmehr ist m. E. Ludwig insofern durchaus 
auf dem rechten Wege, als er im ganzen ersten Hemistich einen 
Relativsatz erkennt. Dies ist das Natürliche und wird als solches 
bestätigt durch den genau analogen Bau der Periode von v. 5 (dort 
wie hier steht nach dem ersten Wort yds te, das Verb des Relativ- 
satzes am Ende des ersten Hemistichs^ dann im zweiten Hemistich 
der Nachsatz, beidemal auf das erste Wort folgend ein sd, das 
dem yäk entspricht). Sollte nicht fdhat adverbielles Neutrum zum 
Partie, rdhdnt sein (vgl. dravdt zu drdvant etc.)? Der Accent- 
wechsel der Adverbia besteht nicht nur in der Oxytonirung von 
Barytonis sondeni auch in der Bary tonirung von Oxytonis (J. Schmidt, 
Festgr. an Böhtlingk 105). Dass die durch das Verbum rdh aus- 
gedrückte Vorstellung in derselben Sphäre liegt wie der Begriff 
des Verbums ^am ^), ist zur Genüge klar ; man berücksichtige etwa 
1,18,8; X, 110,2. Zu übersetzen dürfte sein: „Der Sterbliche, 
der mit glücklichem Vollbringen sich füi* dich müht, der dringt 
hindurch etc.* — dvisdh Acc. pl., nicht Gen. sg. — 5* Die Stellen, 
an welchen aamidh und ähuti parallel stehen (II, 37, 6; VIII, 
19, 6 ; X, 52, 2) , dürfen nicht zu der Vermutung dhutl verleiten ; 
die Überlieferung wird durch 1 , 9 geschützt. Auch vapävantam 
würde gut passen (s. die Anführungen zu 1, 3), doch ist Änderung 
unnötig. — 6. paväka, — 7« ihak. — Im zweiten Hemistich 
scheint mir eine gewisse Verwirrtheit des Ausdrucks vorzuliegen. 
ranvdh wird sich schwerlich auf den Greis, wohl aber auf den 
Sohn beziehen , vgl. 1 , 69 , 5. trayayäyyah ist der in die Burg 
geflüchtete Greis (die Begriffe „Burg" und , schützen* gehören ja 
zusammen), andererseits freilich wohl auch der Sohn (I, 127,5, 
an welcher Stelle Foy KZ. 34 , 276 nicht hätte conjizieren sollen). 
We Worte sind über einander gehäuft, ohne dass hinreichend her- 
vortritt, was zusammengehört. Derartiges wird nicht Wunder 
nehmen, wenn man beispielweise für den Soma, der mit Steinen 
gepresst und dann mit der Seihe gereinigt wird, den Ausdruck 
iJndet pdripüto ddribhih I, 135, 2. — 8. ajydae kaim man wegen 
Vin, 63, 1 versucht sein von avj abzuleiten; von „Salben* des 
Agni ist ja oft die Eede: Doch hat m. E. aj besseres Recht. 
Zunächst wegen des Vergleichs mit dem väji (vgl. V, 30, 14): für das 
Wettrennen {äji) ist ja aj das solenne Verbum. Weiter beachte man, 
dass die Ausdrucksweise unserer Stelle durch dröne (das Holzgefäss 
bedeutet offenbar das Holz, in dem Agni sein Wesen treibt) deutlich 
an die Phraseologie der Somahymnen angeknüpft wird, dröne 
(yydse vergleicht sich dem ajydae vdne IX, 66, 9; 78, 2: die 

1) Man sehe die BemerkuDgen Neisser's Bezz. Beitr. XIX, 136. 
Bd. LV. 19 



280 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

Erwägung des Zusammenhanges dieser Verse aber und die Ver- 
gleichung etwa von IX, QQ, 8; 76, 2; 91, 1; 105, 2 führt durchaus 
zu der Annahme des Verbs o/. Zu krdtvä in Bezug auf Wett- 
rennen vgl. VI, 12, 4; X, 61, 1. Immerhin ist übrigens möglich, 
dass neben dem nächsten Sinn auch ein anderer, auf dem Gedanken 
an anj beruhender dem Verfasser vorgeschwebt hat: etwa wie bei 
dhävatam V, 64, 7 zugleich an „laufen* und „reinigen* gedacht 
ist. — svadhd eher Nom. als Instr. — hväryäk: SBE. XLVI, 388. 

— 9. Ludwigs Veimutung ytivase für ydvase (Grassmann: 
yavase oder yuvase) ist verfehlt. Vgl. V, 9, 4, welcher Vers, wie 
ich schon SBE. a. a. 0. hervorgehoben habe, zu unsrer Stelle in 
besonders enger Beziehung steht , besonders beweiskräftig für sie 
ist. Das Verb („du vernichtest" oder dgl.) ist zu ergänzen. ; — 
Dass dhämä Sing, sein kann , aber wahrscheinlicher Plural ist, 
ergiebt sich aus dem zu 1,13 Gesagten und aus der Stellung 
neben vdnä. — 11. rödasiok. — Zu divö nfn vgl. die Anm. zu 3, 6. 

— dvisäh wie V. 4. 



3. 

1. Vdruna Both, Kürzungen des Wortendes 5: „im Verein 
mit Mitra, Varuna." Vdrunä Bartholomae KZ. 29, 584. Der 
Nominativ ist aber korrekt: „du im Verein mit Mitra, (selbst) 
ein Varuna" (vgl. Ludwig zu der Stelle und „Über Methode* 
etc. 9; Bergaignelll, 136; J.Schmidt Pluralbildungen 310). 
— Was tydjasä anlangt, so ist offenbar nicht gemeint : der Sterbliche, 
den du durch das (wider seinen Gegner gerichtete) tydjas vor 
Not behütest." Nach I, 169, 1; IV, 43, 4 muss für wahrscheinlich 
gelten , dass zu verstehen ist : wenn du vor tydfas (und) Not be- 
hütest. So mit Recht Geldner Ved. Stud. 11, 32; Bartholomae 
Stud. z. idg. Sprachgesch. I, 78; anders Gaedicke Accus. 289; 
Ludwig, Über die neuesten Arbeiten etc. 26. Ehe wir auf die 
Bedeutung von tydfas eingehen, sei bemerkt, dass drnhah — dessen 
Ableitung von einem Stamm dmh' bei dessen Unbelegtheit und 
mit Rücksicht auf den Accent wenig wahrscheinlich ist — nach 
Roth a. a. 0. und G e 1 d n e r für drnhasä stehend, auch sehr wohl 
Ablativ (Böhtl. Roth VII, 1685;*Lanman 563; J.Schmidt 
Pluralbildungen 223, 310; Delbrück GGA. 1881, 399) sein 
könnte, wie Ablativ und Instinam. gleichwertig nebeneinanderstehen 
X, 76, 5 (vgl. Pischel GGA. 1884, 513, dessen Auffassung von 
X, 140, 4 ich übrigens ebenso wenig acceptieren kann wie diejenige 
J. Schmidt's Pluralbildungen 131 von X, 70,5. Litteratur über 
den InstiTim., welcher dem Ablativ gleichwertig ist, s. bei Speyer 
Ved. und Sanskrit-Syntax 12. Gegen Wegdeutungen oder Text- 
änderungen — vgl. Delbrück Ai. Syntax 137 fg. — spricht 
schon die gesicherte Häufigkeit der Erscheinung in der späteren 
Sprache). Übrigens dürfte die Frage sein, ob dem 5si. welcher 



Oldmberg, Rgveda VI, 1^20. 281 

dmhas als , verkürzte Form* setzte, das Bild eines bestimmten 
Casus, dessen Äquivalent dieselbe wäre, überhaupt in voller Deut- 
lichkeit vorgeschwebt hat. 

Über tydjas. 

Betreffs der Bedeutung von tyäfas (s. namentlich Geldner 
Ted. Stud. H, 32, M. Müller SBE. XXXII, 267f.; Ludwig, 
Über die neuesten Arbeiten etc. 25 ff. ; Th. B a u n a c k KZ. XXXV, 
493, mit dem ich im Wesentlichen übereinstimme) ist es unab- 
weislich, vom Verb tyqf auszugehen, und zwar von dessen in der 
alten Sprache allein belegter Bedeutung „verlassen, in Stich lassen '', 
nicht von der erst spät vorkommenden „(ein Geschoss und dgl.) 
entsenden." Die notwendige Fragestellung ist: wird die zu er- 
wartende Bedeutimg „das Verlassen, das Preisgeben" durch die 
Belegstellen bestätigt? 

Sie wird deutlich bestätigt durch I, 119,8: wenn es dort 
von Bhujju heisst püuh svdaya tydjasä nibädhitam^ so zeigt das 
in demselben Zusammenhang auftretende dvähäh I, 116, 3, yoÄÄoÄ 
Vni, 5, 22,jahuh VII, 68, 7 (vgl. Baunack a. a. 0. 489), wie 
an eine Loslösung des tydjas von dem mit hä synonymen Verbum 
tyctj nicht zu denken ist; so übersetzt denn auch Bergaigne (III, 
17) in I, 119, 8 ty. durch abandon. Der hier beobachtete Zu- 
sammenhang wird auch X, 144, 6 zutreffen: das tydjas unter den 
Göttern, welches Indra indunä aushält, wird der mit dem Verb 
ha ausgedrückten Situation von IV, 18, 11; VIII, 7, 31; 96, 7 
(Bergaigne III, 76) entsprechen. 

Die übrigen Stellen fügen sich ungezwungen diesem Resultat. 
Wenn durch tydjas Bhujyu ins Unglück gerät, ist es begreiflich, 
dass man betet vor tydjas bewahrt zu bleiben IV, 43, 4^), oder 
dass man den Gott Bewahrer vor tydjas nennt I, 169, 1. Wenn 
die Not des durch tydjas geschädigten Bhujyu ein anderes Mal 
(X, 65, 12) dmhas genannt wird, steht damit an unserer Stelle 
VI, 3, 1 die göttliche Bewahrung vor eben diesen beiden neben- 
einander genannten Dingen, tydjas und dmha^s^ in bestem Einklang. 
Das Imstichlassen kann sich in seiner verderblichen Wirkung 
natürlich positivem Angriff mehr oder minder anähnlichen ohne 
dadurch seinem Wesen nach etwas Anderes zu werden. So zunächst 
I, 166, 12; Vm, 47, 7. Ferner VI, 62, 10: hier ist unter Berück- 



1) Hier liegt elliptische Construktiou vor, wie Geldner (Ved. St. II, 35), 
der im Übrigen in die Irre geht, erkannt hat. Es ist zu Übersetzen: „Wer 
(ruft) euch beide (um Schatz an) vor der grossen Verlassenheit?' In welcher 
Blehtang sich die Ergänzung des Verbs zu kö väm zu bewegen hat, zeigt vor 
Allem die benachbarte und darum besonders beweiskräftige Stelle IV, 44, 3, 
dann I, 158, 2; V, 74, 7. Wenn hier gefragt wird, wer die Asvin angesichts 
des grossen tydjas anruft, so passt solche Wendung genau auf eine Situation 
wie die des Bhujyu, der in der That von tydjas betroffen war und die Asvin 
om Hilfe anrief. 

19* 



282 Oldenberg, J^gveda VI, 1-^20. 

sichtigung des Gegensatzes von dntara und sdnutya (VI, 5, 4) zu 
verstehen, dass die ASvin «mit nahen Rädern* d. h. in die Nähe 
heranfahrend dem tdnaya helfen sollen, ,,niit fernem Imstichlassen* 
andererseits den Bösen um seinen Kopf bringen sollen^). — Es 
bleibt endlich übrig X, 79, 6 kirn devi^ ty4/^ ^^'^^ cakartha. 
Man halte neben diese Verbindung von tydjah und Snah die deut- 
liche Parallelität von mahdä cid Snaso abhifce IV, 12, 5 und mahds 
dt tydjaso abhtke IV, 43, 4. Es scheint genieint: „Was hast du 
den Göttern gegenüber für eine Treulosigkeit (eig. für eine That 
des Imstichlassens)^), für eine Schuld begangen?* 

Die obigen Ausführungen enthalten implicite die Gründe, aus 
denen ich Geldner's tydjas ,Zom, Hass* und insonderheit den 
von ihm entdeckten „technischen Ausdruck* (sie) mahi' oder mah- 
tyajaa „feindselige Coalition, grosse Verschwörung Vieler gegen 
Einen oder Wenige* mir nicht aneignen kann. Was die metho- 
dologische Seite meiner Differenz von G. anlangt, wird es nicht 
überflüssig sein hervorzuheben wie verschieden wir uns zu dem 
Verbum tyoj stellen. Er treibt sein Misstrauen gegen etymologische 
Vedaerklärung so weit, dass er sich mit tydjas beschäftigt ohne 
von tyy überhaupt Notiz zu nehmen. Mir scheint die Zusammen- 
gehörigkeit des einen und des anderen a priori^ um das Aller- 
mindeste zu sagen, so wahrscheinlich, dass doch wenigstens geboten 
ist zu fragen, ob die Belegstellen dieselbe bestätigen oder widerlegen. 
Indem sich ergiebt, dass sie sie bestätigen, gewinnt die Untersuchung 
ein festes Fundament, welches m. E. derjenigen G.s fehlt; zugleich 
erreichen wir für manche Belegstellen eine Concretheit der Auffassung, 
die uns sonst entgehen würde : wir erfahren dass Bhujyu's Bedrängnis 
püuh svdsya tycyasä etwas weniger Allgemeines besagen will als 
Bedrängnis „durch die Feindschaft seines eignen Vaters.* Bei 
all dem schliesslich erweist sich der Umstand, dass das „alte 
Nirukta* tydjas unter den krodhanämäni auffuhrt — in vielen 
ähnlichen Fragen wäre genau Entsprechendes von den Erklärungen 
Säyana's zu sagen — als absolute quantitS nJgligeable. Pischel 
sagt einmal (Ved. Stud. II, 99), der schwierige Artikel dhäman 
erfordere eine Umarbeitung. Er wird Recht haben. Wenn er dieser 
Bemerkung aber die Worte hinzufügt „auf Grund der Angaben 
der einheimischen Lexikographen*, so hätte er nicht treffender 
veranschaulichen können, was ich meinerseits für vollkommen frucht- 
lose Bemühung halte. 



1) Beim Verbum tyaj kommt die Idee des Imstichlassens, Prebgebens 
verbanden mit der Vorstellung des Schädigens deutlich in dem rUtyaktam von 
l^atap. Br. I, 5, 3, 11. 12 zur Geltung. Das kleine Getier, die Pflansen sind 
von Sommer und Winter nityakta'^ die Regenzeit bringt ihnen frisches Leben. 
In rgvedischer Sprache könnte die Situation jener Lebewesen in Sommer und 
Winter als tydjas bezeichnet werden. 

2) So wohl natürlicher als: welche Verlassenheit unter den Göttern d. h. 
-yv^elche That, die dir Verlassenheit seitens der Götter zuzog, hast du begangen? 



Oldenberg, ftgveda VI, 1—20. 283 

2. Die Accentlosigkeit von naScUe erklärt sich nach den Dar- 
legungen von A. Mayr, Sitzungsber. der phil. hist. Klasse der 
K. Akademie der Wissenschaften, Wien 1871, Bd. 68, S. 236. — 

3. Über ndydm, 

näydm erscheint noch I, 121, 13; 130, 1; VIII, 2, 28 5 33, 13; 
dem gegenüber näydm VI, 24, 10; 46, 11. Pischel (Ved. Stud. 
I, 39; vgl. auch Bartholomae Bezz. Beitr. XV, 217 fg.) will 
überall näyam schreiben (doch S. 42 denkt P. auch an die Mög- 
lichkeit eines Doppelaccents wie bei den Inf. auf -tavai) und erklärt 
dies als Absolutivum zu demselben Stamm, von dem dnäyt kommt 
(vgl. auch Geldner, ZDMG. 52, 734). Es soll (Pischel S. 41) 
wie jene Form passivischen Sinn haben „herbeigebracht werdend* 
= „herbeikommend." Dagegen Ludwig, Über Methode etc. 22 fg.; 
femer recht zutreffend Johansson, Bidrag tili Eigvedas tolkning 27 
mit dem Resume: Beitr. zur Interpr. des Rigveda XVI (ich füge 
hinzu, dass, wenn Pischel S. 39 mit seinem näyam dögham 
V . 15, 5 vergleicht , dies nicht präfixloses Absolutivum sondern 
Nomen sein wird). Durchaus bedenklich scheint es mir, wenn 
Pischel seine Accentänderung , die bei näydm, unvermeidlich sein 
mag (s. unten), auf das ganz unverdächtige, zweimalstehende näydm 
ausdehnt. Die Stellen, an welchen dies letztere erscheint, sollten 
— wie auch Johansson klar erkennt — überhaupt nicht mit 
denen, wo näydm überliefert ist, zusammengeworfen werden; sie 
zeigen ein ganz anderes Aussehen. Wenn wir lesen sdcqsva 
näydm dvase VI, 24, 10, näydm ava yudM VI, 46, 11, so bezeichnet 
otfenbar näyd eine Person, welche der Gott geleiten soll (vgl. etwa 
1, 1, 9 sdcasvä nah svastdye; der näyd VI, 24, 10 ist die Person, 
auf welche im weiteren Verlauf des Verses mit tdm^ enam hinge- 
wiesen wird) oder welche er im Kampf schützen soll: das Wort 
wird also entweder „Führer* bedeuten oder Eigenname sein (ebenso 
Bohtl. Roth; ahnlich Johansson). Da beide in Betracht 
kommende Stellen im sechsten Buch stehen, hätte die Annahme, 
te sie sich auf dieselbe mit Namen genannte Persönlichkeit beziehen, 
nichts Unwahrscheinliches, näydm dagegen ist etwas Anderes, 
^dra soll zum Somatrank kommen näydm dchä VIII, 33, 13; 
fler Soma ist bereit, Indra soll kommen näydm dchä aadhamädam 
*ffl, 2, 28; er soll aus der Feme kommen näydm dchä vidd- 
^«?a adtpatir dstam räjeva sdtpatih I, 130, 1. Dass hier an 
eine Auflösung nd aydm (oder nä aydm , dieser Mann") nicht 
«nistlich gedacht werden kann, ist klar (anders freilich Benfey, 
Behandlung des auslautenden a S. 15flf.). Mir scheint sich der 
Eindruck sds der natürlichste darzubieten, dass näydm ein von dchä 
abhängiger Accusativ ist, an der zweiten der angeführten Stellen 
Diit aadhamädam parallel stehend. Dieser Accusativ wird den 
Lauten nach, wie die Übereinstimmung der drei Stellen und von 



284 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

I, 121, 13, VI, 3, 3 lehrt, korrekt überliefert sein. Sollen wir in 
Bezug auf den Doppelaccent an eine absolut unerklärliche Singularit&t 
glauben ? Man wird dieser Annahme widerstreben ; die traditionelle 
Auffassung des unverständlich gewordenen Worts als nd aydm — 
eine missglückte Verlegenheitshypothese der alten Vedalehrer , wie 
* es manche giebt — konnte dasyi fähren, dass dem Text jene Accente 
aufgedrängt wurden. Ich glaube wie Johansson^), natürlich ohne 
den stark hypothetischen Charakter dieser Ansicht zu verkennen, dass 
ndyam zu lesen ist: dies ist zunächst als „Führung* zu verstehen, 
sodann etwa als „Weg auf dem Jemand führt oder geführt wird' 
(vgl. nitha^ nUhä). An jenen drei Stellen wäre gemeint, dass Indra 
zu des Frommen Führung, d. h. zu seinen Bemühungen den Grott 
zu führen, kommen soll (vgl. z. B. VII, 83, 2). Von den beiden 
noch fehlenden Stellen hat ^ie eine, ähnlich dem stehenden d yäki 
jener drei Stellen, das Verb 4ti . , d\ VI, 3, 3 Agni's Denken und 
seine Segnungen gelangen zu dem Weg, den die Nacht führt; d. h^ 
sie werden zu Gunsten des Frommen schon während der Nacht 
rege. I, 121, 13 trägt Eta§a das Rad den Weg entlang, über den 
hin das Rennen führt. Dass an diesen letzteren Stellen noch irgend 
eine andere Nuance der Bedeutungsentwicklung im Spiel sein kann,. 
ist nicht zu läugnen; schwerlich haben wir Aussicht uns ihrer zu 
bemächtigen. Ich bwnerke schliesslich, dass, wenn Geldner (Ved. 
Stud. n, 162 A. 1) wenigstens an der einen Stelle I, 121, 13- 
vd aydm zulassen will, ich so wenig die Loslösung dieser Stelle 
von den übrigen wie ihre auf diese Weise sich ergebende Über- 
setzung för wahrscheinlich halten kann. Ebenso urteile ich über 
Johansson's Versuch für unsere Stelle VI, 3, 3 das nd aydm zu 
retten und auf Ludwig* s Übersetzung „nicht gehört er der Nacht 
an* (vgl. zu derselben Ludwig, Über Methode etc. 54) zurück- 
zukommen; hieräber zutreffend Pischel Ved. St. I, 37. 



4« Ich finde keinen Grund mit Bergaigne (M61. Renier 87) 
para^tlr als Vergleichungsterminus zu jihvdm zu verstehen, so dass 
der Nom. eine bizarre , nur gezwungen erklärbare Anomalie für 
den zu erwartenden Accusativ darstellen würde. Nicht Agni's 
Zunge sondern Agni selbst wird mit dem Beil verglichen wie 
I, 127, 3; IV, 6, 8; Agni züngelt (auf die Holzmassen zu) wie ein 
Beil (seine Schneide gegen das Holz kehrt). — 6« Lies vdata* (aus 
vdatö) tisrdh; Kaegi Festgr. für Böhtlingk 49; Bartholomae, 
Bezz. Beitr. XV, 216. Das wiederholte Auftreten der Wendung 
prdti vdatoh legt es nahe hier prdti vdato zu verbinden ; warum 
diese Präposition nicht neben dem Loc. stehen kann ist so wenig 
abzusehen wie was prdti bei rärapiti soll. — b. Den Mangel der 

1) Es sei gestattet zu erwähnen, dass meine Ansicht unabhängig von J.i 
Darlegung sich gebildet hat: ein Zusammentreffen, das vielleicht beitragen kann 
für die betreffende Hypothese günstige Meinung zu erwecken. 



Oldenberg, Rgvtda VI, 1-^20. 285 

Cäsur durch Umstellung (mit Accentänderung) rdrapUi äocCsä zu 
beseitigen wäre leicht, aber auch leichtherzig, um so mehr als man 
nicht allzu gern das Yerbum an den Pädaanfang bringen wird und 
überdies die metrische Struktur des Päda 8** ganz ähnlich ist. — 

Über nfn. 

Eine Diskussion des oft behandelten für andere Kasus als den 
Acc. pl. stehenden nfn^) kann nicht viel Neues bringen sondern 
nur unsere Wahl unter den bisher vorgetragenen Auffassungen 
begründen. 

Wir sondern zunächst eine Reihe von Stellen ab, an welchen 
die Auffassung von nfn als Acc. pl. nicht hätte bestritten werden 
sollen, in Wirklic^ikeit also eine Schwierigkeit überhaupt nicht vorliegt. 

V, 7, 10 Ätrih säaahyäd ddayün I^äh säsahyän nfn. So 
gut wie ddsyün^ was Ludwig (IV, 332) nicht hätte bezweifeln 
dürfen, harmlosester Acc. pl. ist (vgl. III, 29, 9; IX, 41, 2; X, 83, 1 
etc.), so gut ist es nfn (Gen. pl. nach Pischel). Man denke an 
die Zusammensetzungen nradhy nrsdhya, nrsdhya. I^dh wird 
Eigenname sein. 

V , 80 , 6 esd pratici duhita divö nfn , , , n{ rinite dpaak, 
Pischel Hess nfn für den Dat. pl. stehen , hat dies übrigens 
bereits selbst Ved. *St. I, 309, GGA. 1890, 541 berichtigt. Unzweifel- 
haft ist es Accusativ pl. abhängig von pratici (so jetzt Pischel, 
Bartholoma e): ähnlich heisst es von U§as III , 61 , 3 pratici 
bhüvanäni vUvä und vor Allem I, 124, 7 pumsd eti pratici, Dass 
^e Phantasie des Dichters, den der Ausdruck duhüd divdh nah 
an's Versende herangeführt hatte, nunmehr durch die Wendung 
üvo nfn beeinflusst zu werden anfing, ist recht wohl möglich. Die 
letztgenannte Wendung begegnet gleich an der nächsten Stelle: 

VI, 2 , 11 vihi svaaüm auk^ttrn divo nfn, Pischel lässt 
w,^ far einen Dativ pl. stehen. In der That gehört divö nfn 
losammen, vgl. v. 3 desselben Liedes; 11, 36, 2; V, 54, 10 (siehe auch 
yi, 51, 4 ; 62, 1) ; es bedeutet soviel wie devän ; vthi , . . divö nfn 
ist gleich mhi devdn VI, 50, 2 ; VII, 17, 3 ; Agni ist ja devavitamah, 

VI, 39, b gd drvato nfn rcdse rirthi. Nach Pischel für 
Dat. sing., in der That Acc. pl. Mir scheint Hillebrandt (vgl. 
anch denselben, Mythol. II, 125 A. 3) mit vollem Recht auf I, 73, 9 
hinzuweisen, welche Stelle die Parallelität von drvatah und nfn 
(trotz PischeTs Gegenbemerkungen Ved. Stud. II, 240) erweist. 
Für diese Parallelität berufe ich mich auch auf I, 64, 13; 112, 22; 
VI, 46, 1 ; Vm, 2, 36 (vgl. YLl, 93, 3). Mit Kühen und Rossen 

1) Siehe namentlich Bergaigne, Bei. vöd. I, 136 A. 1; Pischel, 
^«d. Stnd. I, 42ff., U, 237 ff.; GGA. 1890, 541ff.; Bartholoroae, Stad. zar 
% Spr. I, 117ff.; Hillebrandt ZDMG. 48, 420. Ich lege mir nicht die 
I^'ebt auf Tollstfindig zu verzeichnen, wo ich mit einem dieser Forscher über- 
eiofltiiiuiie. 



286 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

werden Menschen^ Männer unter den verschiedensten Ausdrücken 
parallelisiert ; so steht neben drvcUah und uariyäh magkdvatsu 
I, 93, 12; neben drvantah und dhendvak steht süräyah Y, 6, 2; 
nfn vir an güh VI, 35, 2, gdväm . . . drvatäm . . . pumsinäm 
VII, 102, 2. Mit Pischel glauben, dass die yedischen Dichter, 
welche öfters um vträh bitten, nie um ndrah haben bitten können, 
heisst in der That die Möglichkeiten in eine selbstgeschaffene Enge 
hineinzwängen. 

Vn, 26, 5 evd Vdsüßa indram ütdye nfn kt'^ßnäm vrsabkdm 
8Ut4 grnöti, Nach Pischel nfn kr^tindm Gen. pl., offenbar als 
abhängig von ütdye. Man berücksichtige, dass zwischen nfn und 
krsHnäm das Metrum einen Einschnitt macht: schon von dieser 

• • • 7 

Seite her erweist es sich als das Natürliche — wie längst erkannt 
worden ist — k. von vr^abhdm abhängig zu machen, wie sonst 
k^indm, carsantnam von diesem Wort abhängt. Dann bleibt 
übrig ütdye nfn, offenbar dieselbe Konstruktion wie havyäni mtdye, 
vgl. Gaedicke Accusativ 191. 

Vielleicht ist nf-n Acc. pl. auch I, 121, 13 (an Indra) tvdm 
suro harito rämayo nfn. Meines Erachtens drängt sich das dem 
Leser der Stelle als das Natürliche auf. Der Sonnengott hätte 
statt der Stuten hier einmal Hengste (vgl. IV, 45, 6); auch im 
vorangehenden Vers (12) scheint mir nf-n auf die Hengste des 
Windgottes zu gehen. Bei den Buddhisten heisst ein mit Hengsten 
bespannter Wagen purisayuUa „mit Männern bespannt* (Mahävagga 
V, 9, 4). 

Vielleicht ist auch an unserer Stelle VI, 3. 6 ndktam yd 
Im aru^ö yö dlvä nfTi, dmartyo aru^ö yd divä nfn ein Acc. pl. 
anzunehmen. Die Wiederholung des Pädaausgangs ist recht vedisch 
(vgl. besondei*s die Nachbarst^llen 2, 11; 9, 7; 15, 3); sie fortzu- 
schaffen und etwa einen Ausgang dmartyo dmhasah pasi tndrtün 
zu vermuten (Barth olomae) kann ich keinen Grund finden. Der 
Gedanke aber scheint mir in der That (mit zu ergänzendem Verbum) 
zu sein „der rote, der du bei Nacht, der du bei Tage die 
Männer (schützest)"; das Verbum pä und seine Ableitimgen mit 
den Männern (nr) als Objekt sind imendlich häufig, wie auch der 
Gedanke an den göttlichen Schutz sich besonders gern mit der 
Vorstellung des „bei Tage und bei Nacht* verbindet. Dass der 
Dichter seinen Ausdruck unter dem Einfluss des ihm vorschwebenden 
Klanges von divö nfn (s. oben) gewählt habe, wird man als möglich 
anerkennen ; dass dagegen mit Bergaigne nf-n als ein infolge des 
dfvä eingeführtes einfach sinnloses Wort anzusehen sei ist wenig 
glaublich. 

Wir wenden uns jetzt zu den Stellen, an welchen nf-n in der 

That einen anderen Kasus als den Acc. pl. vertreten muss. 

Hier verdient meines Erachtens, als den klarsten Sachverhalt 
aufweisend, an die Spitze gestellt zu werden IV, 21, 2 tdsyiä ihd 



Oldenberg, ^gveda VI, 1^20. 287 

stavatha vfanyöni tavidywmndsya tuvirddhaso nfn. Können wir 
den Anklang an V, 58, 2 vdndasva vipra tuvirddhaso nfn (von 
den Maruts) wirklich mit Pischel für blossen Zufall halten? 
tuvirddhas findet sich im ^tv. überhaupt nur dreimal; wenn es an 
zweien dieser Stellen nfn hinter sich hat, so scheint mir zweifellos, 
dass diese Stellen im Hinblick auf einander erklärt werden müssen. 
nfn ist auf Grund von V, 58, 2 (oder etwa eines ähnlichen uns 
nicht erhaltenen Verses) in IV, 21, 2 eingeführt worden. Das hat 
Bergaigne gesehen : nur dass er ^) , wenn ich ihn recht verstehe, 
diese Einfuhrung auf Rechnung der Textüberlieferung setzt, während 
derartiges als dem Charakter der Dichter selbst durchaus angemessen 
anerkannt werden sollte. 

Diese Erklärung eines die Konstruktion verletzenden nfn aus 
mechanischer Nachbildung einer anderen Stelle wird nun weiter 
zu einer nicht abzuweisenden Wahrscheinlichkeit dadurch erhoben, 
dass die Sachlage sich anderwärts wiederholt. I, 146, 4 (von Agni) 
Qvfr ebhyo abhavat süryo nfn: das Prototyp ist, wie Bergaigne 
gesehen hat, III, 14, 4 (ebenfalls von Agni) cAhf k^itih prathdyan 
suryo nf-n ,eine Sonne, die Männer über die Wohnstätten hin- 
breitend." Beidemal ist von den „Männern" insofern die Rede, als 
Agni der sonnengleiche seine Macht ihnen zeigt oder an ihnen 
bethätigt; I, 146, 4 sind es dieselben Männer, von denen das erste 
Hemistich redet, die dhiräsah havdyah. So kommt auch hier durch 
Übertragung einer fertigen Wortverbindung an einen Ort, zu dem 
sie nicht passt, nf-n zu einer ihm fremden Funktion, diesmal zu der 
des Dat. plur. 

Einigermaassen vergleichbar ist die Sachlage V, 15, 2, wo 
sediiso nfn wahrscheinlich einen Nominativ pl. vorstellt (vgl. SBE. 
XLVI, 400). In sedtlso war die schwache Stammform statt der 
starken gesetzt, wie Ähnliches nicht selten ist (Lanman, Noun- 
inflection 511); der scheinbare Accusativ zog nun ein nfn nach sich. 

Nicht sehr erheblich steigert sich das Auffallende, wenn wir 
wie neben aedü^o^ so neben vedhdso ein den Nom. plur. vertretendes 
nfn finden: IV, 2, 15 ddhä mätdr usdsak saptd vfprä Jdyemahi 
prcUhamd vedhdso nfn. Was damit gemeint ist, erklären die 
folgenden Worte : divds putrd dhgiraso bhavema ; die Aügiras aber 
werden gern ndrah genannt, so in der nächsten Nachbarschaft 
unserer Stelle IV, 3, 11 sowie I, 83, 4; 121, 1. Bei nfn hier an 
den Gen. pl. zu denken ist nicht unmöglich ; überzeugender schliessen 
sieh doch meines Erachtens die Stellen bei der hier vorgetragenen 
Auffassung aneinander. 

Wie diese Stelle an V, 15, 2, so fügen sich an das vorher 
erwähnte IV, 21, 2 die zwei folgenden. Wie dort auf tuvirddhasah, 
welches Acc. pl. und Gen, sg. sein kann, nfn als Gen. sg. folgt, 



1) Ähnlich Barth olomae a. a. 0. 119. 



288 Oldenberg, J^eda VI, 1^20, 

60 hier auf tvävatah: II, 20, 1 sumndm iydksantaa tvdvaio nfn, 
X, 29, 4 käd u dyumndm vndra tvdvato nfn. Die Auffassung als 
Noin. pl. resp. Gen. pl. ist nicht undenkbar; das Natürlichere dürfte 
die hier vorgelegte, durch die vorher besprochenen Materialien 
unterstützte Deutung sein ^). 

Es bleiben einige Stellen übrig, an denen wir uns zunächst 
darauf beschränken den Sinn des nfn nach Möglichkeit festzustellen ; 
von der Erklärung der betreffenden Verwendung wird dann die 
Rede sein. 

I, 181, 8 (an die Asvin) utd ayd väm . . . gis tribarhfsi sddasi 
pinvate nfn. Der Accusativ (das Gebet macht die Männer strotzen) 
ist nicht ausgeschlossen, aber wegen des Mediums pinvate nicht 
wahrscheinlich. Pischel versteht den Dativ dual.; mir scheint 
trotz seiner Bemerkungen GGA. 1890, 543 einleuchtend, dass, wie 
auch Bartholomae und Hillebrandt (Mythol. 11, 125 A. 3) 
annehmen, nfn als ein von dem nah benachbai-ten sddasi abhängiger 
Gen. pl. zu verstehen ist. Treffend vergleicht Bartholomae 
I, 47 , 10 Kdnvänäm sddasi', e8 ist auch an nr§dd, nr^ddvan^ 
nrsddana zu erinnern. 

« • 

I, 121, 1 kdd itthä nfnh pdtram deoayatdm. Ich untersuche 
nicht, ob hier pdtram „Gefäss** oder , Schutz* ist; in jedem FaD 
steht, wie Pischel treffend hervorgehoben hat, die Zusammen- 
gehörigkeit von nfn mit devayatdm, die Geltung des Wortes als 
Gen. pl. fest. Vgl. ndro devaydntah I, 115, 2; m, 8, 6; VI, 1, 2; 
nfbhik ... decayddbhih X, 69, 8. Dass hinter nfn die Aügiras 
stecken, zeigt der zweite Päda unseres Verses; dieselben werden 
ja gern so benannt. 

Es bleibt nur noch übrig V, 33, 1 mdhi mahS tavdse didhye 
nfn indräyetthd tavdse dtavyän. An den Genitiv pl. kann mit 
Bartholomae gedacht werden ; wahrscheinlicher ist mir (mit Pischel) 
die Auffassung des Wortes als Dat. sing. Es kann nicht befremden, 
dass bei einer Erscheinung wie der hier in Rede stehenden man 
gelegentlich, wenn man sich nicht Selbsttäuschungen hingeben will, 
über Unsicherheiten der Auffassung nicht hinauskommt. — 

Wir blicken auf die von uns geprüften Materialien zurück. 

Zunächst fällt in die Augen, dass sich die Verbreitung des 
unnormalen nfn gegenüber den Annahmen Pischel's als erheblich 
geringer darstellt. 

Ferner, dass an einer Anzahl von Stellen, wie Bergaigne 

gesehen hat, unverkennbar die Übertragung des Wortes, sofern es 

der Form nach Acc. pl. ist, auf Zusammenhänge, die einen anderen 
Kasus verlangen würden, vorliegt. 



1) Bergaigne lässt nfn II, 20, 1 normal und von da aus nach X, 29, 4 
verschleppt sein. Diese Auffassung muss mit seiner irrigen Ableitung des 
iyaksantah von yaj fallen. 



Oldenberg, Rgveda VI, 1—30, 289 

Danach möchte ich glauben, dass auch an den wenigen übrig 
bleibenden Stellen, an denen eine solche Übei'tragung nicht direkt 
wahrscheinlich zu machen ist oder an denen sie mit grösserer Kühnheit 
sich von der Unterlage der normalen Diktion emanzipiert haben 
müsste, sie schliesslich doch vorliegt. Hatte man sich einmal ge- 
wöhnt, die Form n/n, insonderheit am Zeilenschluss, Dienste sehr 
verschiedener Art tbun zu lassen, wird es den J-si's auf eine kleine 
Steigerung solcher Freiheit nicht angekommen sein. 

Bei dieser Auffassungsweise ist es immer die ursprünglich als 

Acc. pl. gebildete Form w/n, um die es sich handelt, nicht aber 

eine „metri causa verkürzte Form" i). So erklärt sich ohne Weiteres, 

dass die Form I, 121, 1 dem Sandhi des Acc. pl. unterworfen 

wird; dies ist eben das zu Erwartende^). Weiter aber möchte ich 

hervorheben, dass unsere Erörterungen uns keinen Grund geben, 

mit Lanman (Noun-Infl, 430) und Bartholomae an einen Gen. 

pl. ^nhn zu denken. Es ist nchtig, dass eine Anzahl pluralischer 

Genetive von a- stammen auf -am (zum Teil als -an überliefert) 

vorhanden sind. Eben diese, und sie allein, besitzen ja auch altes 

historisches Recht {j^nmov). Dass aber auf der schwachen Grundlage 

dieser im Aussterben begriffenen Formen neue Gen. pl. auf -tm^ 

-üw, 'fm gebildet seien — als hätte man im Griechischen einen 

Gen. pl. *e%iv geschaffen — ist eine weitere Annahme, die zwar 

theoretisch denkbar wäre, thatsächlich aber, wie mir scheint, jeder 

Grundlage entbehrt: denn die von Ludwig VI, 247. 248. 249 

gesammelten Belege solcher Genetive pl. muss ich für durchweg 

illusorisch halten. Für sich allein aber wird der freiere Gebrauch 

von nfn^ der sich ja keineswegs ausschliesslich oder vorzugsweise 

anf den Gen. pl. sondern auf eine ganze Beihe von Kasus ersti*eckt 

ond, wie wir zeigten, eine anderweitige Erklärung zulässt, ja sie 

geradezu herausfordert, offenbar keine hinreichende Unterlage für 

die Konstruktion eines Gen. pl. *nfm bieten. 



7. (vgl. Ludwig, Sitzungsber. d. Böhm. Ges. d. Wiss. 1893, 
^^4 fg.). Päda a meines Erachtens richtig aufgefasst von Fischöl, 
^' St. n, 100. — ruksd stände nach Roth, Kürzungen des 
Wortendes 3, dem Pischel a. a. 0. beistimmt (vergleiche auch 
Bartholomae, KZ. 29, 583), entgegen dem Padap. {rvksdh) für 
n^^, und dies für ruksisu = vrksSsu, Ein unwahrscheinlicher 

1) Pischel, Ved. St. II, 241 meint allerdings: „Ob man nun mit 

Wacker nage 1 (Ai. Gr. I, XVll) sagt, der Acc. nf-n sei genetivisch an die 

Stelle von nrndtn getreten, oder, wie ich, nf-n sei eine metri causa verkürzte 

Form, die alle Kasus vertreten kann, kommt wesentlich auf dasselbe hinaus." 

Dem Resultat nach allerdings, aber um dies Resultat herbeizuführen setzt die 

«rite Erkl&rung andere Kräfte in Bewegung als die zweite. Für das Verständnis 

der Erscheinung ist das nicht gleichgiltig. • 

2) Womit nicht geläugnet werden soll, dass auch bei anderer Deutung 
des n^ die Einführung dieses Sandhi durch die Überlieferer, ja selbst durch 
den Lieddichter, einer Erklärung fähig wäre. 



290 Oldenberg, ftgveda VI, 1^20. 

Hypothesenbau. vrk^d ist ein der stehenden Phraseologie der Agni- 
hymnen durchaus fremdes Wort: und von da zu *ruk^ä^) und 
weiter zu einer Wortkürzung, welche durch das Metrum nicht 
verlangt ist, vielmehr eher dasselbe beeinträchtigt, sind zwei recht 
fragwürdige Schritte. Gegen ruksäk „glänzend* liegt kein Bedenken 
vor. Ob das Metrum unterzählig war, ob das r von vfaä zweisilbig 
zu sprechen (so Benfey, Vedica und Verwandtes 28), ob etwa 
vj-^dbhö zu lesen ist, können wir nicht entscheiden (Proleg. 69 A. 10); 
schwerlich dvasadh^u (Bloomfield, PAOS. May 1883, CLXII). 
— Päda c gut übersetzt von Pischel, V. St. 11, 101. — d: das 
Pet. WB. vermutet ddmaupatm (vgl. IV, 19, 7): ein m. E. für 
Himmel und Erde wenig passendes Beiwort, während supdtnl 
tadellos ist. Pischel: „das Relativum ^/[ö erfordert ein Verbum 
und das kann kein anderes sein als däm^ : nicht vollkommen zwingend, 
denn das Verbum könnte zu ergänzen sein, aber immerhin ist dies 
das Natürliche, Wahrscheinliche. Doch bezweifle ich, dass das 
Verbum richtig überliefert ist. PischeTs Zurückfuhrung auf ein 
dams „richten" ist wenig überzeugend. Ich darf es unterlassen auf 
die bei dieser Annahme entstehenden lautlichen Fragen betreffend 
den auslautenden Nasal einzugehen: denn überhaupt scheint mir 
die durch eine Verbalform {damadyah X, 138, 1) nur einmal^) 
vertretene Wurzel dama — die betreffende Stelle sieht in jeder 
Hinsicht anders aus als die unsrige — keine Materialien darzubieten, 
welche das Vorliegen dieser Wurzel hier wirklich glaubhaft machen 
könnten. Ich halte für nicht unwahrscheinlich, dass zu schreiben 
ist d rödasz vdsunä tan (tdnt) supdtni. Sehr gern wird d-tan 
ganz wie hier mit rödasi oder einem verwandten Begriff als Objekt, 
oft mit Agni als Subjekt, dazu mit einem Instrumental wie bhäsa^ 
rtSna und dgl. gebraucht. So in nächster Nachbarschaft unserer 
Stelle VI, 1, 11; 4, 6; 6, 6. Man vergleiche femer II, 17, 4; 
III, 6, 5 ; 22, 2 ; IV, 52, 7 ; V, 1, 7 ; VI, 67, 6; VII, 5, 4; Vm, 48, 13; 
X, 1, 7; 88, 3; 111, 5. Wie gut vdsunä in derartigen Zusammen- 
hang passt, kann III, 55, 20 zeigen. Ist die Corruptel durch den 
Anklang an IV, 19, 7 (s. zu diesem Vers Foy KZ. 34, 258. 263 fg.) 
entstanden? Vergleiche zu dieser Stelle noch Bartholomae IF. 
m, 101. 110; vm, 240ff. — 8. Der Eindruck, dass dtmidyGt in 
den Rel.satz gehört und zu betonen wäre ^) , dürfte täuschen ; es 
wird Haupt verb sein wie das ähnliche adyaut ; das Verb des KeLsatzes 
ist zu ergänzen. — marutäm. 



1) Vgl. Bartholomae, ZDM6. 50, 715. 

2) Dazu wUrde allerdings nach PischeTs Konjektur IV, 19, 7 ddm 
supäimh hinzukommen: m. £. wenig wahrscheinlich; es bt geswungen der 
Stelle ein zweites Verbum neben ddhok aufzudrängen. Ferner nach Pischel 
ddn X, 61, 20: eine dunkle Stelle, in Bezug auf welche sich nur die Vermutung 
aufdrängt, dass in «ihtr ddn das ddn als dieselbe Form wie in dem mehrfach 
erscheinenden pdtir ddn — auf welches ich hier nicht eingehe — aufzufassen ist 

3) Doch vgl. unten zu 16, 17. 



Oldenberg, ftgveda VI, 1-^20, 291 

4. 

1. devdtcUä als Instr. (von -tat) und Loc. (von -täti) lässt 
der Natur der Sache nach keine vollkommen sichere Abgrenzung 
zu. Für unsere Stelle ergiebt, wie Lanman, Noun-Infl. 386 bemerkt 
hat, der Ausgang -tä am Pädaschluss ein starkes Argument zu 
Gunsten des Instrumentals. Betrachtet man wie devdtätä I, 58, 1 
neben havi^ä, 1, 128, 2 neben ndmasä erscheint, wird man sich 
der Annahme eines solchen Instr. mit der Bedeutung , durch die 
Gottes Verehrung* (eig. : , durch das Götterwesen*) um so mehr 
zuneigen. — 2« cak^dnih »der Beschauer*. — b: er möge unser 
Loblied (cf. IV, 43, 1) annehmen. — 3. PischeTs (Ved. Stud. 
I, 201) Ableitung einer Bedeutung , erreichen* aus der des Eaufens 
fiir pan- ist mir so wenig überzeugend wie sie es Ludwig 
(Methode bei Interpret, des ß-gveda 29) gewesen ist^); es drängt 
sich auf, dass das Verb verstanden werden muss wie IV, 38, 9; 
VI, 12, 5. Grassmann's Konjektur ca für nd weist Pischel 
mit Recht zurück. Allenfalls wird man mit Ludwig übersetzen 
können: »des Gewalt (?) die Himmel gleichsam bewundem*, wobei 
nd mit dyävah zu verbinden ist. Für wahrscheinlich möchte ich 
doch, insonderheit im Hinblick auf den zweiten Päda, halten, dass 
gemeint ist : man bewundert des Agni dbhva wie das des Himmels. 
I)ann wüi'de die gerade Ausdrucksweise verlangen div6 nd ydsya 
(vgl. 3,7; ähnlich auch 20 , 2). So zu schreiben wird man sich 
doch nicht entschliessen ; wie wäre ein so einfacher Ausdruck gegen 
den schwierigen Vorliegenden vertauscht worden? Ich glaube eher, 
dass ein Anakoluth jenes gerade in Gleichnissen so häufigen Typus 
vorliegt, den Bergaigne, Mel. ßenier 88flf. meisterhaft beschrieben 
hat Die Konstruktionen ,wie die Himmel besitzt Agni Riesen- 
macht' und «des Agni ßiesenmacht bewundert man* sind zusammen- 
gewirrt werden. Kaum wahrscheinlich ist der Ausweg, der allerdings 
die Annahme eines Anakoluth ersparen würde: »Wie die Himmel, 
er dessen dbhva sie bewundern, wie die strahlende Sonne kleidet 
«r sich in Licht.* Der natürliche Zusammenhang des ersten Päda 
^rd so zerrissen. — paväkdk. — 4. Dass Grassmann WB. zu 
•önomit Recht sahasah ergänzt, wird durch 13, 6 bestätigt. Vgl. 
Poy, KZ. 34, 276. ^' janüsajm^ mit Unrecht von Roth (ZDMG. 
4S, 679) Jantisäm djm^ aufgelöst. — Grassmann denkt an yman, 
obe Grund. — c: die fehlende Silbe zu gewinnen wird sich die 
^^'^suDg tudfUj obwohl so eine korrekte Cäsur hergestellt wird, doch 
taum empfehlen. Der Rhythmus des Verseinganges wird auf diese 
Weise holprig, der des Ausganges fehlerhaft. M. E. ist der Eingang 
sä tvdm na' ürfa- ; hinterher ist ür'jam dreisilbig zu lesen. — 
5. Der dritte Päda ist schwierig und ein sicheres Resultat 



1) Aof der Grundlage einer anderen — mir nicht überzeugenderen — 
AutbMVJig von pan- gelangt Lagercrantz, KZ. 34, 408 doch zu derselben 
Deutung unserer Stelle wie Pischel. 



292 Oldenberg, Rgveda VI, 1—30. 

wohl unerreichbar. äd{J kann von göttlichen Fügungen stehen; 
VIII, 93, 11 te . . . ödiäam würde der Deutung unserer Stelle diese 
Richtung geben. Aber man müsste dann entweder — mit einer 
kaum wahrscheinlichen Konstruktion — ödiäam als abhängig von 
drätth denken und überdies yds schreiben: , mögen wir hinaus- 
dringen über die Schädigungen (eig. Begeizungen) welche deiner 
Fügungen (Schädigungen sind)". Oder man müsste, mit einer 
Häufung der Gewaltsamkeiten, aus yds td ädiääm ein ydsya ta* 
äd(dä herauspressen (»du, durch dessen Fügung wir" u. s. w. : yds 
mechanische Kürzung von ydsya\ ädtääm etwa aus einer nasalierten 
Sprechweise adUäh entstanden: denn geradezu mit Instrumentalen 
auf -öm darf, meine ich, der Text trotz den Sammlungen Ludwig' s 
VI, 249 fg. 253. 255. 256 — vgl. auch Zubaty, WZKM. IV, 91 fg. 
und IF. III, 125; Bartholomae, Grundriss d. iran. Philol. I, 122 

— nicht ausgestattet werden ; hierfür müsste eine sicherere Grundlage 
vorhanden sein). Mehr Wahrscheinlichkeit als alles das hat es 
m. E. üdii von feindlichen Anschlägen zu verstehen, wie es gleich 
neben der eben citierten Stelle VIII, 93, 11 sich 92, 31 findet. 
Vor allem scheint mir hier VIII, 60, 12 tdranto aryd' odiäak 
gewichtig: auf engstem Raum hat diese Stelle mit der unsrigen 
gemeinsam die Kombination der drei Elemente tar , üdii und ari 
resp. drUJti (die ja so gut wie synonym sind). Die Wendung 
ädiääm drätth würde genau der Analogie von vanusätn drätth und 
überhaupt der vielen Stellen, an welchen neben dräti der Gen. des 
Schädigenden steht, entsprechen. Freilich ist auch so die Kon- 
stiniktion noch nicht in Ordnung. Grassmann (WB. ; ebenso 
Roth Kürzungen des Wortendes 6) schlägt drätih vor: wenig 
wahrscheinlich, weil so das Wort zu einem Masc. wird. Besser 
Grassmann (Übers.) ydsj wodurch auch der gegenüber dem Sing, 
häufigere Plur. des Wortes gewahrt wird. Darum braucht drätth 
noch nicht — was freilich ausgeschlossen nicht ist — ein inner- 
halb des Rel.satzes stehender Nom. zu sein; es kann als Accusativ 
verstanden werden: „mögen wir hinausdringen über die Schädigungen, 
welche den Anschlägen wider dich (te Gen. objektivus) eigen sind.* 

— Im 4. Päda parihrut auf dtyah bezüglich ; die Annahme einer 
Kürzung für parihrütah (Roth, a. a. 0. 5fg. ; J. Schmidt, 
Pluralbildungen 307) ist unnötig. Vgl. Ludwig, Über Methode 
u. s. w. 9 fg., wo auch über den 3. Päda gesprochen wird. — 

6°. An pdri-ni „wegführen" ist mir schwer zu glauben. Mir 
scheint zu verbinden pdri tdmämsi „um die Finsternisse", vgL die 
offenbar der unseren nachgeahmte Stelle X, 1, 2. »Der Lichte, 
Gesalbte führe (uns) um die Finsternisse herum." Für aktdh würde 
X, 1, 2 dktün nahe legen: eine im Übiigen durch Nichts gefordert« 
Änderung; der Nachahmer konnte das eine Wort durch das andere 
ersetzen. — pdtman. — 7. Der Accent von ärö^i dürfte kaum 
beweisen, dass dies Wort einen Satz anfangt; es ist unnatürlich 
nah nicht als Objekt zu ärösi zu verstehen. Mir scheint ärösi noch 



Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 293 

unter der Herrschaft des M zu stehen. — Vielleicht devdtätä^ 

vgl. Vers 1. — 8*. Dreisilbiger Pädaeingang oder datdhimah zu 

lesen? Proleg. 79 mit A. 6; Johansson, Bidr. tili Rigvedas 
tolkning 26. 



5. 

2. tuS oder paruanlka zu lesen? Die Rücksicht auf das 
Metrum des Pädaeinganges (vergl. auch VII, 12, 3; VÜI, 78, 8) 
spricht nachdrücklich für tuS^ der Vergleich von 10, 2; 11, 6 aller- 
dings für puruanika. Dies Wort findet sich ausserdem noch I, 79, 5 
mit r, yil, 42, 3 mit w. — kahdmeoa will Roth, ZDMO. 48, 682 
Äuf kshäman tva zurückführen , indem er den Sandhi e •= -an i- 
statuiert. Alle saubhaga weilen in Agni wie alle bhüvana auf 
der Erde. Roth's Beispiele für die Kontraktion von -an i- resp. 
'an /-, -an a- (a. a. 0. 679. 682 fg.) scheinen mir teils falsch, 
i^ils unsicher. An den beiden anderen Stellen, an welchen kshdmeva 
«erscheint (II, 39, 7 ; X, 106, 10), liegt vielmehr der Dual kshamä 
vor. Auch udiva VIII, 98, 7 ist von Roth falsch aufgefasst 
worden; vgl. J. Schmidt, Pluralbildungen 407 A. 2. Falsch 
femer VIII, 5, 13; ebenso VI, 38, 4 (dort steht nicht da „Morgen- 
röten und Nächte * , wozu man vdrdhän verlangen würde , sondern 
,bei der Morgenröte und dem Kommen der Nacht" ; vdrdha dha 
£oder vdrdhä dha] ist richtig). Mehr als zweifelhaft ist X, 141, 4. 
Am ehesten zutreffend, aber auch ganz unsicher, VIII, 19, 14: diese 
Stelle sowie Av. HI, 14, 4; XIX, 16, 2 giebt der betreffenden 
Theorie über den Sandhi kaum eine ausreichende Stütze. Vgl. auch 
Wackernagel I, 331. An unserer Stelle könnte allerdings an 
Icshäman tva mit der dem Wort tva eigentümlichen Krasis gedacht 
werden. Aber ich glaube eher . dass kshdmeva = kshäma tva ^) 
oder noch wahrscheinlicher kshämä tva vorliegt: stereotyper Aus- 
druck, der in seiner einmal geläufigen Gestalt gesetzt ist und 
dadurch , — ähnlich wie wir es oben 4 , 3 annahmen — eine 
syntaktische Inkongruenz der Art wie sie Bergaigne Melanges 
Bmer 88 fg. behandelt hat, hervorbringt. Gemeint ist : in welchem 
*lles Glück niedergelegt ist, wie die Erde alle Wesen (umfasst), 
i^p. wie Himmel und Erde alle Wesen (umfessen). — dadhirS 
nicht zu dhur (Roth ZDMG. 48, 116). — paväkS, — 5. Wahr- 
scheinlich ist es Agni, der dem sonstigen Gebrauch entsprechend 
(8- z. B. V. 1) als prdcetas charakterisiert wird. Von ihm heisst 
*s in , 29,5 prdcetasam amftam , und auch VII, 4 , 4 empfängt 
^, ebenso X, 66, 1 die Götter beide Attribute nebeneinander. 



1) Als Nom., nicht wie Bartholomae, Bezz. Beitr. XV, 29 (vgl. auch 
I^ndwig IV, 347) will, als Loc. : nm an die Existenz eines solchen neuen 
I'OUtiYtypus im Rktezt zu glauben, milsste man m. E. sicherere Beweisstellen 
haben als die unsere und als IV, 19, 4-, VI, 51, 11. 



294 Oldenberg, ftgveda VI, 1-^20. 

Also wird prctcetah (Saiph. Pätha praceto) zu lesen sein. Ähnlich 
schon Grassmann (WB.). Der Fehler scheint mit dem Folgen 
eines r zusammenzuhängen (vgl. I, 24, 14; Wackernagel I, 338, 
J. Schmidt, Pluralbildungen 125) ; es mag sich pracetä festgesetzt 
haben und dieses dann , da man es begreiflicherweise als Nom, 
verstand, accentuiert worden sein. — 6. Der Versuchung eine Form 
von aktü in den Tert hineinzukonjicieren wird man zu widerstehen 
haben. Dass aktö vdcobhih gut passt, zeigt z. B. I, 188, 11; 

VI, 11, 4; 69, 3. Vgl. Bergaigne, Joum. As.0ct.-D6c. 1883, 487. 
Ebenso ist dyubhih ohne den Gegensatz der Nacht sehr wohl denkbar, 
vgl. etwa V, 16, 2; X, 7, 4. 5. Man übersehe nicht, dass aktdh 
auch 4, 6 steht. — 7. Ludwig schlägt väjaydntah vor. Mir 
scheint der überlieferte Accent an 22, 2 eine sehr wesentliche 
Stütze zu haben. Als Objekt kann tvä {agnim) ergänzt werden. Aber 
auch wenn dies ausgeschlossen und die Übersetzung »im Wettlauf 
eilend** notwendig wäre, würde ich immer noch die Accentändening 
für nicht hinreichend motiviert halten. Wie es offenbar auch 
Brugmann, Grundriss II, 1149 ansieht, nehme ich zwei von 
Haus aus verschiedene Verba an : ein Kausativum väjdyati (vgl. got 
U8-vakya) „er macht eilen* und ein Denominativum väjaydti ,er 
entwickelt Eile (im Wettlauf)*. In der That haben sämmtliche 
accentuierte Belege des ßgveda von der Bedeutung „er macht 
eilen* die Accentuierung -dyati^ und sämmtliche Belege mit der 
Accentuierung -aydH verlangen intransitive Bedeutung oder lassen 
dieselbe sehr leicht zu. Eine Verschiebung der Grenze findet sich 
nur insofern , als sich mehrfach mit der Accentuierung -dyati in- 
transitive Bedeutung verbindet: so II, 11, 7; III, 14, 3; VI, 75, 7; 

VII, 24, 5; 32, 11; X, 160, 5, vielleicht auch III, 60, 7; IV, 42, 5. 
Haben wir da ein sicheres Recht zu ändern, wie Bergaigne, 
Quar. hymnes 31 A. 19 will? Kaum, denn das Phänomen liegt 
ganz in der Richtung der allgemein zu konstatierenden Tendenz 
der Denominativa Kausativaccent anzunehmen (Brugmann a. a. O., 
Whitney 1056. 1067). Läge nur Verwirrung durch die Überlieferer 
vor, warum hätte sich unter deren Händen nie ^) das väjdyati dem 
doch sehr häufigen vöjaydtt assimiliert? 



6. 

2. paväkdh. — 4. kshäm. — urviyä steht an 22 von den 
23 Stellen seines Vorkommens (Ausnahme: X, 92, 12) unmittelbar 
hinter der Cäsur der Tr. Jag. reihe (respektive bei deren Vernach- 
lässigung an der entsprechenden Stelle V, 45, 9). Offenbar uruyd 
zu lesen Bartholomae, Stud. z. idg. Sprachgesch. I, 113 fg.). 



1) Oder doch nie mit annähernder Sicherheit. Denn I, 30, 1 (vergleiche 
VllI, 53, 2) und VJII, 74, 1 Ifisst sehr leicht intransitive Übersetzung su. 



Oldenberg, Jjigveda VI, 1^20. 295 

7. 

Bergaigne, Quarante hymnes Nr. V. — 1, äsdn. — 4« viivd 
amHäh (meist wo von der JBeziehung der Götter auf Agni die 
Bede ist) I, 59, 1 ; 72, 2; IV, 1, 10; 42, 1. Der Gedanke dass 
dies auch hier gestanden hat, liegt nicht fem, ist aher natürlich 
unsicher, amrta von Agni ist an sich selbstverständlich in bester 
Ordnung. Dass er nicht stirbt, könnte hier als Gegensatz davon, 
dass er geboren wurde {jdyamänam)^ hervorgehoben sein. Auch 
beachte man dass die anderen Götter nach dem zweiten Hemistich 
ihre Unsterblichkeit erst durch ihn erlangt haben. — Dass das 
dreisilbig zu lesende püröh als *püdroh herzustellen sei, wie ich 
früher (Proleg. 374 Anm. vergl. Wackernagel I, 55) glaubte, 
ist in der That kaum wahrscheinlich. Die Darlegungen Saussure's 
(Memoire 210) bilden kein ausreichendes Fundament für eine Um- 
gestaltung des Textes. Dass doch zwischen dem Kasus auf -oh 
und dem entschieden zweisilbigen pArä pitrS (s. die Materialien 
bei Lanman, Noun.-Infl. 425.428) eine lautliche Differenz obge- 
waltet haben muss, ist klar. Steht dieselbe auf einer Linie damit, 
dass gegenüber regelmässig zweisilbigem mddhvä krdtvä krdtve 
man dreisilbiges bähvöh (wo allerdings an Einfluss der Länge der 
Penult gedacht werden könnte) und hdryoh findet? Die Verhältnisse 
der -n-Stänune geben sich hier offenbar zur Vergleichung nicht her: 
die Sammlungen Lanman's zeigen sehr deutlich, dass die Erwartung, 
welche man naturgemäss hegen würde, dem Unterschied des drei- 
silbigen piiröh und des zweisilbigen pitrS Entsprechendes hier 
wiederzufinden, sich nicht bestätigt. Der Grund der Sonderstellung 
von päröh gegenüber pitr^ etc. ist einstweilen unklar, und so wird 
anch die genaue Ansetzung des Vokales der Penult. (pürrök? 
pttt^öh?) fraglich bleiben müssen. Vergl. Bartholomae, Ar. 
Forsch. I, 26 Anm.; Kirste, Bezz. Beitr. XVI, 294 ff. Wenn ich 
pttröh schreibe, so soll dies nur als Symbol für das Unbekannte 
zu verstehen sein. Ebenso Vers 5. — 5« Bergaigtie übersetzt 
den Schluss des Verses: „tu as trouv6, conformement aux rögles, 
r^tendard des jours." Aber die Wortstellung und die Nach Weisungen 
von Pischel, Ved. Stud. I, 300 zeigen, dass dhnäm zu vayune^ 
gehört ; dass es ausserdem auf ketum zu beziehen ist, bleibt freilich 
möglich. Vgl. noch Geldner ZDMG. 52, 756 fg. — 6. Bergaigne 
(Bei. ved. I, 195 A. 1) fragt, ob amftasya Subst. oder Adj. (auf 
vaidvönardaya bezüglich) ist. Wahrscheinlich — wofür sich auch 
derselbe Quar. h. 17 und Joum. As., Av.-Juin 1884, 533 entscheidet 
— das Erstere, vgl. v. 7 und III, 61, 3. Dass freilich hier bei 
amr, k. an Usas gedacht sei, möchte ich nicht mit B. aus der 
letztangeftihrten Stelle folgern, vcuävänardaya . . . cdksasä . . . 
ofnrtasya ketdnä steht einigermaassen ähnlich wie Vers 2 vaiä- 
vänardm . . . yajhdißya ketüm. — visruhah (V , 44 , 3) unbekannt. 
Vgl Fick, Wörterb. I* 339, v. Bradke ZDMG. 40, 659. 

Bd. LV. 20 



296 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

8. 

!• Für prksd scheint die Bedeutung ^schnell* (insonderheit 
,das schnelle [Ross]*) festzustehen, vgl. Pischel, Ved. Stud. I, 9 5 ff. 
Pischel's Bedeutungsreihe aber ,1. schnell; 2. stark, kräftig; 
3. laut; 4. leuchtend, glänzend" halte ich für allzu vielseitig um 
glaublich zu sein; überall ist mit der ersten Bedeutung durchzu- 
kommen. So urteilt auch Foy, KZ. 34, 250 A. 2. Vgl. femer 
Hopkins, JAOS. XV, 269. — mddtha : siehe ZDMG. 54, 608 ff. 

— 3. dhisdne Pragrhya. Vgl. SBE. XL VI, 120 ff. ^ 5. vidathyam: 
s. ZDMG. 54, 611. Da rayim hier weiblich gebraucht ist, wird 
vidathyam schwerlich dazu gehören sondern, eher Objekt von 
grnddihyah (mit Ergänzung von agnim) sein. — rüjan, — 7. 
(}eldner'*s Konjektur i§tS (= istäkih^ Ved. Stud. I, 162 A. 1) 
kann ich nicht billigen. Er macht die gleiche Änderung an der 
unserm Vers sehr ähnlichen Stelle I, 143, 8 (Padap.; der Saiphitäp. 
kann dort isÜ wie iste bedeuten). Der überlieferte Vok. aber wird 

• • • • / 

durchaus richtig sein; er stellt sich ungezwungen mit dhütayah 
u. dgl. (vgl. Lindner, Nominalbildung 78) auf eine Linie. Zu 
ändern um ein so fi*agwürdiges Ergebnis wie jenes verstümmelte 
istS[bhih'\ zu erlangen — wo noch dazu i^tcdh dem Dichter leicht 
aus aller Not geholfen hätte — scheint mir verfehlt. BetreflBs 
der Wahl unter den verschiedenen denkbaren Bedeutungen* von isti 
werden Zweifel nicht zu überwinden sein ; vieU eicht verdient im 
Hinblick auf 1, 8 prSti§anim i^dyantam , Antrieb* den Vorzug. 

— Weshalb sürin hier nicht wie sonst die reichen Opferherm 
und Spender im Gegensatz zu den Priestern bezeichnen soll (G eidner 
ZDMG. 52, 752) verstehe ich so wenig wie manches Andere an 
derselben Stelle über «Ir/" Bemerkte. Beispielsweise weshalb ,in 
I, 22, 20 unter sürdyah nur die in der folgenden Str. genannten 
vtpräso vipanydvah gemeint sein können" ist mir unerfindlich. 



9. 

Auf die Schiebung von Vers 6 zwischen 3 und 4 (Siebenzig 
Lieder 103) ißt Geldner Ved. Stud. 11, 181 mit Recht nicht-^ 
zurückgekommen. Die Berührungen von 6 mit 5 {fyötik — jyöiih^^ 
mdnak — mdnah, patdyatsu — patayataJi) halten jenen Vers an seineic^ 
Stelle. Lnmerhin unterbricht er dem Anschein nach in befremdender" 
Weise den Zusammenhang. Ich möchte hier die typische Unebenheit 
finden, die ein Akhyäna vermuten lässt; auf ein solches deute/ 
m. E. auch der Wechsel von Frage und Antwort in Vers 2 und 3 
sowie die Weise wie v. 7 an das Vorangehende anschliesst. Die 
Züge dieses Akhyäna treten nun freilich mit einer Unbestimmtheit 
hervor, über die wir uns keinen Illusionen hingeben dürfen. Das 
Thema scheint das beliebte zu sein: die Hervorziehung Agni's ans 
der Finsternis, in der er sich versteckt hatte (7^), seine Anstellung 



Okienberg, Rgveda VI, 1^20. 297 

zum Opferdienst. Vers 1 singt Agni's Lob in einer Allgemeinheit, 
die keine Vermutungen über den speziellen Zusammenhang erlaubt. 
Vers 2: Ratlosigkeit; man kommt nicht mit dem Opfer zu Stande. 
Wie wüsste man dabei das rechte Wort zu sprechen? Wie sollte 
der Sohn weiser reden als der Vater? Vielleicht Worte eines ersten 
Opferers (Manu? X, 51, 5) oder genauer eines zu opfern Wünschenden, 
der daran verzweifelt, den rechten Helfer für sein Werk zu finden. 
Da bisher Niemand die Kunst verstanden hat, so müsste, wer sie 
verstände, ein Sohn sein der weiser ist als sein Vater.' Vers 3 — 5 : 
Hinweis auf Agni; er ist der Gesuchte , drunten wandelnd (auf 
Erden, niedriger als die himmlischen Götter) und doch weiter als 
ein Anderer blickend*; er ist das feste Licht. Vers 6: mir scheint 
Worte Agni's, der sich vor der nunmehr ihm zugemuteten Übernahme 
des Opferdienstes fürchtet (vgl. X, 51, 4. 6; Bergaigne II, 84); 
er ist in der That nicht der Feste unter den Schwankenden; ihm 
selbst schwankt Alles. Was soll er reden, was denken (X, 52, 1^)? 
Vers 7 : Agni's Zögern wird überwunden. Alle Götter bringen ihm 
Verehrung dar; er übernimmt den Opferdienst und wird Segen 
verbreiten. — Das brahmodya, welches Ved. Stud. II, 181 ange- 
nommen wird, ist mir unwahrscheinlich; was wir von solchen Texten 
Haben, sieht anders aus. Insonderheit scheint mir die Vergleichung 
von 2 und 3 zu ergeben, dass über das Nichtkönnen, über welches 
in 2 geklagt wird, eben das Können Agni's hinüberhilft: diese 
Beziehung sowie die oben berührte Korresponsion der Verse 5 und 
6 scheint sich mir natürlicher mit der hier vorgeschlagenen Auf- 
fassung als mit der Konstruktion Geldner's zu vereinigen. 

1. Wohl dhar ca ; Prolegomena 475. — Hillebrandt 
ehrest, versteht rd/asi als Loc. sing. Schon die Seltenheit der 
Verlängerung des locativischen -« (Proleg. 395) macht dies unwahr- 
scheinlich. Auf das Erscheinen eines Duals an dieser Stelle deutet 
1)185, 1 hin; speziell den Dual rdjasl stützt die Vergleichung 
^iDseres vi vartete rdjast mit VII, 80, 1 vivartdyanttm rdjdsi 
9dmcmte. Sollte nicht der dunkle und der helle Tag (Nacht und 
Tag) das Epitheton rdjast empfangen, (der dunkle und der helle 
Luftraum = Nacht und Tag)? Vgl. Wallis, Cosmology of the 
ßigveda 116. — 2. samarS ätamnah Bartholomae, Stud. I, 103, 
'^^ines Erachtens willkürlich; der Abhinihita Sandhi ist nicht zu 
l^^standen. — 4« Mit Grassmann und Hillebrandt glaube 
ich, dass gegen den Padap. cUiruv^, nicht dhruvdh zu verstehen ist ; 
ebenso m, 6, 4 (SEE. XLVI, 246). Vergl. einerseits II, 41, 5; 
IX, 40, 2, andererseits X, 15, 2; 73, 9; 80, 6, sowie HI, 35, 6; 
^,40, 1; IX, 63, 2; 99, 8; X, 14, 5. — 5. mdnqfamstham 
Siebenzig Lieder 103, Grassmann, Böhtlingk; vergleiche 
Delbrück, Vgl. Syntax HI, 227. Unnötig und aus dem Gebrauch 
^*r älteren Sprache (Whitney 468^) herausfallend. — vayanti 
Ludwig, willkürHch. Vgl. I, 123, 8. Auch Hillebrandt's 
(Chrest. 76) vA/dnti (von vi) leuchtet nicht ein : abhi vi yanti ist 

20* 



298 Oldenberg, Jlgveda VI, 1—20. 

durchaus in Ordnung; das vi deutet auf das Hier und Dort der 
vielen sich bewegenden Götter, das abhi auf ihr gemeinsames Ziel. 
— 6. dürd'ädhih auf mänak bezüglich ist unbedenklich. Vgl. die 
Materialien bei Whitney 367^ Lanman 377, J. Schmidt, 
Pluralbil düngen 88 fg. Es ist ein Kompositum wie dürdadtä^ 
dürSanta, dürSartha etc.; dürd (Locativ) ädhik zu trennen 
(Hillebrandt, Chrest. 75) haben wir keinen Grund. — Man be- 
merke den Accent von vaksyämi; er erklärt sich aus der Gegen- 
überstellung von fdm vaksyamt — Mm, mani^e. 



lO. 

!• Betreffs suvrktfm kann ich auch nach den Darlegungen von 
Foy KZ. 34, 243 die Beziehung auf das Barhis (vgl. zu derselben 
auch Bergaigne, Quar. h. 18 A. 4) nicht wahrscheinlich finden. 
In den zahlreichen Belegstellen müsste dieselbe aller Wahrschein- 
lichkeit nach deutlich hervortreten, was m. E. nicht der Fall ist 
(man könnte höchstens auf VI, 11, 5 verweisen, welche Stelle aber 
wenig besagt). Vielmehr scheint sich das Wort in die Sphäre von 
stömUy gir, matf und dergleichen zu stellen resp. die entsprechende 
Bahuvrihi -Bedeutung zu besitzen (siehe SBE. XL VI, 203 fg., wo 
nur X, 80, 7 miss verständlich aufgeführt ist; suvrktCm ist dort 
Beiwort des Agni). Ich halte, wie SBE. a. a. 0. vorgeschlagen ist, 
für die Bedeutung : „gute Herziehung (des Gottes zum Opfer)* resp. 
„gute Herziehung bewirkend, guter Herziehung zugänglich.* Danach 
wird d yOtam . . . suvrkdbhih VIII, 8, 3 seine richtige Deutung 
empfangen, und es wird begreiflich, dass das Wort sich gern mit 
dem Verb yam verbindet (I, 153, 2; II, 35, 15; VI, 11, 5). Neben 
den Belegstellen des ß-v. berücksichtige man übrigens TS. II, 4, 7, 1. 
Die in diesen Bemerkungen vorausgesetzte Ableitung von vrj dürfte 
wahrscheinlicher sein als die von arc. Immerhin muss anerkannt 
werden, dass das Wort, zu denen gehört, bei welchen vollkommene 
Sicherheit der Deutung prinzipiell nicht erhofft werden darf. — 
Schwerlich ist Überzähligkeit von b anzuerkennen (Proleg. 77). 
Durch Streichung von agnim (so auch Bollensen, Or. u. Occ. 
n, 480; Bartholomae, Studien I, 105) oder (wohl weniger 
wahrscheinlich) von yajn4 ist leicht zu helfen. — kdrati^ woran 
als möglich Mayr (Sitzungsber. der Wiener Ak. Bd. 68, 1871, 247) 
denkt, ist entbehrlich; das Verb braucht nicht von hi abzuhängen. 
— 2« äü^dm, für das Grassmann (Übers.), 4ik^am vorschlägt, 
ist offenbar an seinem Platz. Eher wird mit Grassmann (Wörterb.) 
Verderb von mamdteva vermutet werden können, freilich ganz 
unsicher, da Beziehungen im Spiel sein mögen, die uns notwendig 
entgehen. Ein Eigenname Mamdtä ist denkbar; mamdtä „das eigene 
Interesse* (Ludwig paraphrasiert „ganz so wie sie es in eigenem 
Interesse gethan hätten*) ist auch nicht direkt unmöglich, freilich 
wenig überzeugend. Ist der Text in Ordnung, muss das Verbum 



Oldenberg, ftgveda VI, 1^20. 299 

nicht nur des Haupt- sondern auch des Relativsatzes ergänzt werden *): 
Agni nimm den Stoma a n , den man ihm (hier der häufige Wechsel 
der 2. und 3. Person) darbringt oder dergl. Die Möglichkeit, 
dass in mamäteva das Verb des Relativsatzes steckt, wird sich nicht 
verkennen lassen. Die Spur würde auf eine reduplizierende Bildung 
einer mit m anlautenden Wurzel mit der Endung -ate führen. Also 
mimateva (= mimate tva: ,den sie gleichsam ausmessen**)?? Über- 
zeugend ist das doch kaum -). Dass das Verbum des Relativsatzes statt 
dessen durch Accentuieruog von pdvante zu gewinnen wäre ^) unter- 
liegt Bedenken, stömam ydm . . . matdydh pdoante würde offenbar 
heissen: den Stoma ^ zu welchem (d. h. zu dessen Hervorbringung) 
die Gedanken sich läutern. Dass so gesagt werden konnte, möchte 
ich trotz solchen Wendungen wie pavasva vdsüni IX, 97, 52, 
vrstifn dwdh . . . pavasva IX, 96, 14 und dgl. nicht für vollkommen 
zweifellos halten ; auch ob IX , 94 , 1 zu konstruieren ist (sömak) 
pceocUe . . . fndnma^ ist mindestens fraglich, da mdnma von kavlydn 
abhängen kann. In der That möchte man an der Überlieferung 
des allem Anschein nach in sich abgeschlossenen, sich selbst genügenden 
Sätzchens (^Ar^^m nd Mci rnaidyah pavante (vgl. IX, 67, 12) ungern 
rütteln. Vielleicht gelingt es Andern die Fragen, welche diese 
Stelle aufgiebt, überzeugender zu beantworten. 3. p'ipdya (resp. 
pipäya) steht an 5 unter 10 Stellen so dass das Metrum Kürze 
der ersten Silbe verlangt ; von den übrigen 5 Stellen sind 4 metrisch 
indifferent, eine (VIII, 29, 6) spricht, wenn auch nicht mit Bestimmt- 
heit, eher für die Kürze. Also wird pipäya zu schreiben sein. — 

4*. ünterzähliger Päda oder jäyamäna* ? Letzteres metrisch näher 

liegend als ä oder papraü. Der Pädaeingang erscheint als viersilbig 
auch 48, 6; X, 89, 1. — bhäsa. — paväkdh, — 5« An den Stellen, 
wo wie hier für üti ein Plural zu erwarten wäre (Lanman 396), 
flimmt Delbrück, Ai. Syntax 80 Verstümmlung einer Pluralform 
ÄD: wo es dann nur konsequent ist mit J.Schmidt, Pluralbildungen 
306 ütt zu schreiben. Das ist denkbar, aber immerhin ein Schnitt 
^ die Überlieferung, den man ungern thun wird. Ich sehe nicht 
warum nicht purumjäbhir üti und dgl. Verbindung von Plui*al 
^d Singular sein soll wie drbhe§v äjä . . . mahdtsu ca I, 102, 11 
(dagegen, mich nicht überzeugend, Schmidt, a. a. 0. 304 A. 2; 
^ergl. I, 81, 1) und wohl auch viävebhir . . . rtunä II, 37, 6. — 
"egen der Cäsur wohl zu lesen suviryebhü ca || abhi etc. — jWnJänl 
Proleg. 478 fg. — 6. suvrlctim-. s. zu Vers 1. — 7. Zum Versbau 
^gl- Proleg. 65. — An Tilgung des Accents von inuM (Bollensen, 
ZBMG. 35, 453) ist nicht zu denken. Der Accent erklärt sich freilich 



1) Wenigstens wenn man aas der Accentlosigkeit von pavante den Schloss 
acht, dass es Hauptsatz verbum ist: vgl. unten zu 16, 17. 

2) mamdd evd läge den Buchstaben nach nicht fern, entzieht sich aber, 
^ die Bedeutung von mamdt ungevriss bt, der Kritik. 

3) Doch s. unten zu 16, 17. 



300 Oldenberg, ftgveda VI, 1—20, 

nicht aus der Stellung ^es Wortes nach der Cäsur (Zubaty, WZKM. 
n, 313), sondern er gehört in den von A. Mayr, Sitzongsber. der 
Wiener Akad. d. Wiss., phil. hist. Kl., Bd. 68, 258 dargestellten 
Zusammenhang. — Zum zweiten Päda s. zu 4, 8. 



U. 

1. Der Vergleich in b wird in den Worten marutärn nd 
prdyukti so vollständig enthalten sein wie derjenige von X, 30, 1 
in mdnaso nd prdyvMi. Soll man badhak an unserer Stelle als 
Voc. eines bädhds „drängend" auffassen? Dann wäre wahrscheinlich 
accentuiert dgne bädhah, aber auch dgne bddhah wäre denkbar. 
Im Hinblick auf sabädhah, welches die Existenz eines Stammes 
bädhas erweist, vielleicht auch a.uf jfiubädhahy dürfte die Annahme 
eines Accus, bddhah wahrscheinlicher sein, der entweder von ydjasva 
abhängig wäre („opfere Drängen* d. h. „opfere so, dass du dadurch 
drängst"), oder (was freilich im Grunde dasselbe ist) adverbiell 
„unter Drängen" bedeuten könnte, bädhe I, 61, 2; 132, 5 scheint 

Infinitiv zu sein (Barth olomae, IF. I, 498 u. A.) — c: wohl a, 
Prolegomena 189. Man vergleiche besonders III, 62, 16. — 2- 
viddthe (Dual ; Grassmann, Übersetzung, unter Vergleichung von 
Vin, 39, 1) ist auf den ersten Blick bestechend, aber unnötig. 
„Zwischen den mddtha (Plural), der Gott unter den Sterblichen." 
Über viddtha s. ZDMG. 54, 608 ff. — pavökdyä, — vdhnir äsäi 
ZDMG. 50, 426. 431. — 3*. Der Vers bleibt holprig gleichviel 
ob wir dhdniä oder tuS lesen. Zu einer Textänderung fehlt es 
an Anhalt. Aber unwahrscheinlich ist es nicht , dass dhdnyä cid 
dhi tvS fünfsilbigen Eingang, der durchaus normal wäre, bildete 
(cf III, 19, 4; VI, 1, 13; Vm, 66, 12) und dann dhisdnä ebenso 
normal den Anapäst nach der Cäsur repräsentierte, vgl. V, 41, 8^ 
Dann würde eine Silbe vor vd^ti fehlen. Was da gestanden haben 
mag, ist natürlich nicht zu ermitteln. Darf man an vfva^ft (vivdsfi?) 
oder vavdsfi denken? Was den Sinn anlangt, so ist es im Grunde 
Agni, welcher ^devän jdnma grnatS yafadhyai*^ soll. Aber das 
ist hier so ausgedrückt, dass die dhisdnä es „in ihm" zu thun 
wünscht, ähnlich wie es I, 109, 4 die dhisdnä ist, welche den 
Soma presst {udaü^ vgl. hier vd§ti). — Offenbar deväm als Gen. 
plur. zu lesen (L an man 354 und Andere). — 4. Von den drei 
Stellen, an denen dpäka im ^y. erscheint, hat es zweimal, hier 
und gleich in der nächsten Nachbarschaft 12, 2, su vor sich. Ist 
die Cäsur vor dies 8u zu setzen? Das wären — ich habe die 
betreffenden Materialien vollständig geprüft — die beiden einzigen 
Stellen , an denen su unmittelbar hinter der Cäsur stehen , durch 
diese von dem vorangehenden Worte abgeschnitten werden würde. 
Setzt man andererseits die Cäsur hinter das su, erhält man beide- 
mal einen recht ungewöhnlichen Rhythmus an Stelle des normalen, 



Oldenberg, ^gveda VI, 1—20, 301 

welcher sich hei Annahme der Cäsur vor sü ergiebt. Man ver- 
einige diese Erwägungen mit der Bemerkung, dass, wie hier zwei- 
mal, immer auf Agni bezüglich, dpäka hinter sü steht, so IV, 3, 2 
der an Agni sich richtende Yoc. suapäka erscheint. So wird man 
auf die schon SBE. XL VI, 328 geäusserte Vermutung awipäko hier, 
sudpäke 12, 2 geführt. Das hierin erhaltene dpäka (und das offen- 
bar damit zusammengehörige dpäka in dpäkacaksas VllI, 75, 7 
gleichfalls von Agni) ist offenbar mit dem I, 110, 2 erscheinenden 
dpäka „wegwärts gewandt* identisch ; es wird durch das daneben- 
stehende prcUicth IV, 3, 2 an diesen Kreis von Richtungsworten 
angeschlossen. Dem sudpäka ist aüpräh I, 162, 2 zu vergleichen. 
Vgl. auch apäkät etc. Gemeint wird sein, dass Agni's gefährliche 
Glut zum Glück für den Menschen {su) von ihm weg und der 
Himmelsfeme zugewandt ist. An a-päka „nicht einfältig* ist nicht 
zu denken. Vgl. Bergaigne, Joum. As. P6vr. Mars 1884, 222. — 
rodcun Pragj-hya. — fänäh ? Proleg. 478 fg. — 5. Bei vrvjS fällt 
die erste Person auf, und man wird mit Säy. und anderen Exegeten 
eine passivisch stehende 3. sg. med. für wahrscheinlich halten. So 
beginnen alle vier Pädas mit einem Passiv. — aurnktCh: vgl. zu 10, 1. 



12. 

1, An der richtigen Erhaltung von toddsya kann nach Vers 3 
^d 6, 6 kein Zweifel sein, a bhändnä . . . mahds toddsya . . . 
tatantha 6, 6 verglichen mit unserer Stelle, an der ein in seiner 
nächsten Umgebung schwer unterzubringendes toddsya und dann 
^?3 tatäna erscheint, zeigt, dass dies toddsya von äodsä abhängig 
ist and die Konstruktion beider Hemistiche eine Einheit bildet, 
um so viel weniger Grund ist, dem ersten Hemistich künstlich ein 
Verbum finitum zu geben , indem man den Accent von rät tilgt 
(P e t WB., Grassmann). Ich übersetze : ^ In der Wohnung Mitte 
der Hotar, des Barhis König (cf. VIU, 13, 4; 15, 5) Agni, beiden 
"dten Verehrung zu bringen, er dieser Sohn der Kraft, dem Rta 
""eu , hat von fem , wie die Sonne , mit dem Licht des Stachlers 
Wb. eben der Sonne) (die Welt) bebreitet.* Zu tatäna vgl. 16, 21. 
■^ 2. Wohl sudpäke^ vgl. zu 11, 4. — Grassmann (WB.) ver- 
ßwitet hier und V, 69, 3, event. auch I, 94, 15 und HI, 54, 19, 
flen Dativ sarvdtäte. Meines Erachtens wird man angesichts von 
Stellen wie IV, 26, 3; VI, 15, 18; X, 74, 3 gegen diese Vorliebe 
^ den Dativ misstrauisch sein. Die Stellen, an denen man gleich 
Sf^ten oder gleich schlechten Grund hätte zu ändern, sind allzu 
^reich; der Dativ müsste mit wahrhaft tückischer Konsequenz 
^ön den Überlieferem ausgemerzt sein. An unserer Stelle zwar 
^de es an sich keiner Textänderung bedürfen um zu sarvdtäte 
*^ zu gelangen, aber die ParaUelstellen lassen sarvdtätä als unan- 
fechtbar erscheinen. Ist dies nun Instr. des Stammes auf -tat oder 



302 Oldenberg, ftgveda VI, 1^20. 

(so Benfey, Or. und Occ. 11, 520) Loc. des Stammes auf -/oft"? 
Für das Erstere sprechen lautliche Gründe: einerseits wenigstens 
mit Wahrscheinlichkeit an unserer Stelle (L an man 385), anderer- 
seits für dieselbe Auffassung sehr stark I, 94, 15; III, 54, 19; 
V, 69, 3 (Lanman 386; vgl. auch oben zu 4, 1) sowie IV, 26, 3. 
Ich finde keine Gegengründe gegen die dadurch empfohlene, wenn 
auch natürlich nicht gesicherte, Beurteilung der übrigbleibenden 
Stellen (VI, 15, 18; VII, 18, 19; X, 57, 7; 74, 3). — 3. Ist der 
Text in Ordnung, kann man der Konstruktion ,| dessen aratC die 
schärfste ist* nicht ohne Gezwungenheit aus dem Weg gehen ^). 
arattk als fem. befremdet, aber schwerlich dürfte eine Änderung 
dies Wortes {amdtih Ludwig; ardnih nach tSjisthäbkir arärubhih 
I, 127, 4; 129, 5?) befriedigen. 'Kann araMk nicht ein weibliches 
Nomen actionis von Wurzel ar sein (wie drdatC^ vasatf)? Das 
Gefühl, dass es schliesslich doch nicht ein solches ist, sondern dass 
es auch hier als Masc. und Beiwort des Agni steht wie so ott, wird 
man freilich kaum überwinden. Trifft vielleicht Grassmann mit 
t&ji8thayä ydh das Rechte ? ? — vanerdt erinnert an vanesät X, 61, 20. 
Aber unser Dichter liebte Nomen und Verbum räj (Vers 1. 5). — 
4. Offenbar sd* asmdkebhtr^ Proleg. 464. — Neisser's (BB. 
XX, 39 ff.) zum grossen Teil schon von Ludwig anticipierte 
Theorie (Litteratur s. SBE. XL VI, 388; hinzuzufügen Zubaty, 
WZKM. in, 301), nach welcher es von -tor-Stämmen einen Nom. 
auf -tari {etarl hier und V, 41, 10; dhmätdrl, sotdri, dkart(&ri etc.\ 
entsprechend vielleicht auch einen Nom. räjdni (X, 49, 4) giebt, 
scheint mir nach immer erneuter Prüfung durch die Belegstellen 
in der That nahe gelegt zu werden. Die Auffassung als Loc. resp. 
als locativischer Infinitiv ist bei einer Anzahl der Stellen gezwungen, 
und die häufige Wiederkehr dieser Gezwungenheit muss bedenklich 
machen. Doch wird man mit seinem Urteil zurückhalten müssen 
bis eine überzeugende sprachgeschichtliche Erklärung solcher Nom. 
gelungen ist. — järaydyi: vergleiche N e i s s e r , Bezz. B. XIII, 293 
A. 2; V, Bradke, IF. IV, 90. Die seltsame Form kann für die 
Augenblicksbildung eines Aor. pass. auf -i zu jörayämi gehalten 
werden; wie der Ausgang auf -äyi als natürlich für diese Formen 
empfunden wurde, zeigt ja ddhäyi etc. Man kann dann entweder 
an järdyämi „ich erwecke" 2) oder an ein Denom. järayämt von 
järd denken. Gegen die erstere Auffassung (»wie der Vater der 
Morgenröte ist er durch Opfer erweckt worden") spricht, dass dies 
Kausativum sAs jär^ nur I, 124, 10 erscheint^), wo das Metrum 
Länge fordert , sonst als jar^. So empföhle sich in der That, 

1) Ein Aasweg wäre allenfalls: „dessen (Glat) die schärfste ist" — oder: 
„dessen (Flammen) die schärfsten (t^isthäh) sind, der arati etc." 

2) Ich anterlasse es hier, die längst ausgesprochene, m. E. vollkommen 
sichere Vermatang, dass ein solches Kausativam dem Rv. bekannt ist, hier 
näher zu erörtern. 

3) Wenn nicht auch hier mit v. Bradke Denom. Ton järä anzmiehmen ist. 



Oldenberg, Jjigveda VI/ 1^20. 303 

wie z. B. V. B r a d k e will, das Denominativum von järd. . Gemeint 
wäre m. E. : wie der Vater der Morgenröte (der Himmel) ist er 
(Agni, der adhvardsya järdh X, 7, 5) von den Opfern zum Buhlen 
begehrt worden (ungefähr ähnlich X, 42, 2). Vielleicht bedeutet 
der Vergleich : wie der Himmel Buhle der Morgenröte war. Bisher 
aber ist der Accent von järaydt/i unberücksichtigt geblieben. Ist 
er korrekt, würde auch er für das Denominativum, gegen das 
Kausativum entscheiden. Aber wer eine Aoristform annimmt, wird 
yermuten müssen, dass er — was bei einer so dunkeln Form 
wohl leicht geschehen konnte — zu Unrecht gesetzt ist. Die 
Annahme von Satzbeginn wie von „nachfolgendem Nebensatz ** (im 
Sinn von Delbrück, Ai. Syntax S. 43) wäre gleich gezwungen. 
Schliesslich aber wird man nicht übersehen dürfen, dass dem Accent 
vielleicht eine Hindeutung darauf zu entnehmen ist, dass ein Verbum 
finitum überhaupt nicht vorliegt. In dieser Richtung bewegen sich 
die Bemerkungen L u d w i g's , der an die Formen auf -äyya erinnert. 
Vielleicht trifft er damit das Richtige: kann eine unorganische 
Verkürzung Yon järayäytah vorliegen? So übersetzt auch Griffith 
,to be praised." BetreflPs der Zugehörigkeit zu Jar oder järd 
würde das oben Gesagte auch dann gelten. — 5« Für ydt tdksad 
\^B ydd ddksad (dhäk^ad) nah. Vgl. H, 4, 7 etc. Aber I, 127, 4 
(vgl. I, 130, 4) wird das doch mindestens als unsicher erscheinen 
lassen; siehe auch Geldner, Ved. Stud. I, 116 A. 2. — Die her- 
kömmliche Übersetzung von jmö nd täydk ^wie ein schuldiger 
Dieb* (besser: „wie ein Schuldner, ein Dieb"?) weiss ich durch 
nichts Anderes zu ersetzen. Dies rnd wird anccl^ ^eyofifvov sein, denn 
ni X, 127, 7 ist Neutr. plur. — dhdnuä, — ft. Das Fehlen des 
Verbums vereinigt sich mit dem metrischen Defekt, einen Ausfall, 
vohl TornütfeyöÄ, wahrscheinlich zu machen (t^^mt^oo Grass mann; 
es könnte auch v{ mucä^ sptnuhi u. A. sein). Proleg. 82 mit A. 2. 
— Päda c ist metrisch verunglückt und durch yäsi oder duckänah 
kaum zu bessern. Er kann doch richtig überliefert sein, aber auch 
die Annahme eines Ausfalles ist leicht. Um hier weiter zu kommen 
fehlt es an allem Anhalt; insonderheit dürften Ergänzungsvorschläge 
(wie Grassmann's Einsetzung von nah hinter ducchünäQt)) sich über 
das Niveau freier Erfindungen kaum erheben können. — d : s. zu 4, 8. 

13. 

1. Grassmann, Übers., nimmt drustCh an, was möglich 
(U, 32, 3; V, 54, 14), ja wahrscheinlich ist, da offenbar eine lange 
Aufzählung der v(^ä saubhagäni beabsichtigt ist. Stellen wie 
II, 3, 9; 9, 4 zeigen immerhin, dass die traditionelle Autfassung 
(/ru^/f), welche Lanman 380 annimmt, nicht undenkbar ist. — 

v^o, — Dass idyo (vielmehr Üio) zu vrshfCr oder (dies wegen der 
Cäsar vorzuziehen) zu rltCr gehört, ist denkbar. Derartige Irregulari- 
täten in Bezug auf das Genus liegen vor (s. Lanman's Register 



304 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

»genders interchanged*); die vorangehenden männlichen Nominative 
können dem Dichter vorgeschwebt und dadurch die Irregularität 
mit herbeigeführt haben. Sachlich vergleiche man für die Ver- 
wendung von idya X, 30, 8. Das sehr starke Vorherrschen des 
Gebrauchs von idya für Agüi freilich kann die Änderung tUa nahe 
zu legen scheinen ; der Voc. wäre durch die Eeihe der umgebenden 
Nominative zum Nom. gemacht. Aber freilich wäre so eher ein 
idyä entstanden. Grassmann (tTbers.) idayä kaum überzeugend. 
— 2. Agni kann direkt als Bhaga benannt werden (11, 1, 7; vgl. 
IX, 97, 55); so ist die Änderung bhdgo nd (häufige Wendung), die 
durch die folgenden Vergleiche allerdings empfohlen werden würde, 
nicht notwendig. — ise Ludwig. Weder das Metrum (X, 50, 3; 
Prolegomena 64) noch, so viel ich finden kann, andere Erwägungen 
begründen diese Änderung. tßS lässt sich am einfachsten als Dat. 
von i^ fassen: „du als Bhaga (bringst, vgl. IV, 2, 13 rdinam bhara 
^däamändyd) uns ja das Kleinod her zur Labung.* Doch lässt 
sich auch an einen Infin. von i^ denken : wobei es sich am ersten 
um 18 „suchen" handeln würde (IX, 47, 4; vgl. auch die Verbindung 
von rdtnam mit dem mit diesem tß korrelaten vid I, 53, 1); für 
die Verbindung dieses Verbums mit ä können wir uns vor Allem 
auf das ganz in die Gedankensphäre unserer Stelle fallende ^^fä 
rdyah VS. V, 7 berufen ; der Fortgang dieser Stelle prS^S bhdgäya 
freilich tritt wieder mehr für die ersterwähnte Auffassung von is^ 
ein. Anschluss an Wurzel i ist ofi'enbar nicht zu suchen. — 3. Die 
erste Vershälfte lässt sehr deutlich hervortreten, wie der Vftrasieg 
ein Triumph des Heldentums, die Paijiüberwindung ein solcher der 

Brahraanenkunst ist. — apäm. — 4. Die Worte süno sahaso 
gtrbhir ukthaCh stimmen mit 1, 10. So fällt es auf, dass dort 
vidl^ hier vedyä (vgl. Geldner, Ved. Stud. ü, 182) steht. Die 
in Betracht kommenden Worte sind nicht so häufig, dass ein Zufall 
wahrscheinlich wäre. Sollte nicht beidemal dasselbe Wort vorliegen? 
Das Leichtere und, wie mir scheint, auch das Zutreffendere ist, 
imsere Stelle nach 1, 10 zu ändern. Griffith „to the altar.* 
vSdi neben yqßd noch I, 164, 35; 170, 4; VII, 35, 7. Ganz in 
dem entsprechenden Geleise verläuft VIII, 19, 18. vedyä stände 
nur hier, sonst immer vedyäbhih. Ich vermute also vSdidnat oder 
vidi* dnaf (= vSdiä resp. v^di ünaf). Zur Hälfte geht mir hier 
Roth (ZDMG. 48, 679) voran, der vSdyäm annimmt. Die an sich 
denkbare Auflösung vedia (Voc.) dnaf wird durch die Rücksicht 
auf 1, 10 widerraten. Zu ntäitim . . . dnaf vgl. 2, 5; 15, 11. — 
Selbstverständlich vdram^ nicht vä dram (Padap., entsprechend 
I, 142, 10; VII, 7, 6); zu 'vidvam , . . väram vergl. vüvdvära. — 
Schwerlich ist von Getreide {dJiäniam) die Rede ; vermutlich dhdniatn. 
Vgl. in, 1, 16. Auch unserer Stelle benachbart (11, 3) findet sich 
das Wort. Dasselbe wird in Anbetracht der begrifflichen Verwandt- 
schaft von dhdna und vdsu auch durch das va^avyaik am Schluss 
unseres Verses empfohlen. — 5. bkürtpaävdh: HI, 54, 15; VT, 1, 12. 



Oldenberg, JRgveda VI, 1—20, 305 

Zn vfka und ari vgl. IX, 79, 3. jdauraye im Vortrag wohl der 
Messung --- angenähert. Bartholomae (Stud. I, 98) will die 
überschüssige Silbe durch die Lesung vfkai beseitigen, was — von 
prinzipiellen Bedenken zu schweigen — eine wenig befriedigende 
Prosodie des Pädaausgangs ergiebt. Der Sinn ist natürlich: Gieb 
den Männern, wenn du doch selbst für den Wolf sorgst. — 6« vChäyaa 
kommt nicht, wie Bergaigne III, 287 will, von vi-hä. Sondern 
ein *häyciSj das in sdrvahäyas (Av.) vorliegt, ist mit vi zusammen- 
gesetzt in der Weise von vimanaa vimahas vCcetas ; so steht X, 82, 2 
vCtncmäh und vihäyäh in deutlicher Parallelität. Der Sinn ist also : 
„wer weitreichendes häyas hat", häyas muss nach dem Zusanmienhang 
der Stellen etwa „Kj-aft, Frische* bedeuten; so wünscht man im 
Av. (Vm, 2, 7) dem Kranken, dass er särvahäyäk »mit vollständigem 
häyas begabt* weiter leben möge. Mmi kann an Ableitung von 
hä {Jihite), noch eher wohl von hi denken : es verdient Beachtung, 
dass vihäyäh vom Renner steht, in Bezug auf welchen das Verb 
hi gern gebi*aucht wird. Durchaus zutreflPend schon Henry zu 
AT. VIII, 2, 7. — 6^ siehe 4, 8^. 



14. 

1, Pischel's Behandlung des schwierigen Verses (Ved. Stud. 
n, 59) scheint mir so wenig glücklich wie die früheren Erklärungs- 
Tersuche; gegen seine Auffassung der Wurzel bhas wendet sich 
mit Recht Hillebrandt ZDMG. 48, 418; doch glaube ich — 
wie Pischel a. a. 0. 333 — dass zur Annahme von mehreren 
Wuneln bhas keine Veranlassung vorliegt ^) (vgl. F o y , IT. VI, 329 
A. 1; Aufrecht KZ. 34, 458 fg. ; Ludwig, Über die neuesten 
Arbeiten etc. 147; Per Persson, Wurzelerweit. 199 ; Bezz. Beitr. 
XK, 259) ; , zermalmen", „kauen" passt m. E. überall. Im Übrigen 
l>€keiine ich über unsere Stelle mich durchaus unsicher zu fühlen. 
Wer ist Subjekt im zweiten Hemistich? bhas wie pürvyd werden 
anders gern von Agni gebraucht, so dass man an diesen denken 
wnnte. Etwa: »[für den] möge er, der Kauende, der Alte Labung 
«rwählen ihm zum Segen * ; der Gedanke wäre, dass der allzermalmende 
Agni- doch den Lobsänger verschont, ja segnet. Gegen diese im 
übrigen annehmbare Deutung macht mich doch zunächst bedenklich, 
<lass so die natürliche Beziehung des ydh-sd zerstört wird. Weiter, 
dass das isam vurita dvase natürlicher den Menschen zum Subjekt 
hat als den Gott; unserem mdrtyah . . . i^am v. d, entspricht in 
der That genau das von Pischel herbeigezogene mdrto vurita 
aakhydm . . . dyumndm vrnita pu^dse V, 50, 1. Beide Erwägungen 

1) Wenigstens alle Verbalformen scheinen mir zu einem einzigen Verbnm 
d^as zu gehören. Fraglich kann sein, wie über bhasdd und bhästrä zu 
denken ist; mindestens für das erste dieser Worte möchte ich auf Grund von 
bhämsiu an eine von bha8 durchaus zu trennende Wurzel bhams denken. 



306 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

verstärken sich, indem sie auf dasselbe Resultat deuten, dass Subjekt 
des zweiten Hemistichs der Fromme ist. Da nun einerseits in 
bhas offenbar vielmehr die Idee des Zei*störens als die des Sichnährens 
liegt (s. IV, 5, 4 ; VI, 59, 4 ; TB. I, 4, 6, 1 etc.), andererseits unser 
kurzes Lied voll ist von Hindeutungen auf den Triumph des Frommen 
über seine Feinde (siehe v. 3. 4® ^), so schlage ich die Übersetzung 
vor: »Der Sterbliche, welcher etc., der möge (seine Feinde) zer- 
malmend als der Vorderste Labung erwählen sich zum Segen.* 
Dabei ist gegen den Padap. bhdaan als Partizip genommen. Doch 
ist auch bndaat (Padap.) denkbar: freilich ergiebt. dieser Injunktiv, 
mit dem Opt. vurita coordiniert, eine wohl mögliche aber wenig 
glatte und wenig beliebte (Delbrück, Ai. Syntax 356 fg.) Kon- 
struktion. — 2*. ünterzähliger Pädaausgang? Die Zulässigkeit von 
prdcetäh ist recht zweifelhaft. Proleg. 186, Hirt, Idg. Forsch. 
I, 9. — 3« „Denn mannigfach, o Agni, kämpfen, Segen zu erlangen, 
die Schätze und die Geizigen (die Guten mit ihrer reichen daksinä 
und die Nichtspendenden).** Den Beweis für diese Auffassung habe 
ich ZDMG. 54, 170 zu führen versucht. 



15. 

1 — 15 in dreiversige Lieder zÄ zerlegen. 16 — 19 später zu- 
gefügt (Prolegomena 194). 

1. Über rfijase, stuse und Verwandtes. 

In lirjase will Bartholomae (IF. II, 281) der Form nach 
einen Infinitiv, der Bedeutung nach die 2. Plur. sehen, Neisser 
(BB. XX, 54. 59) einen „kollektiven Imperativ* im Sinn der 2. Plur. 

Zur Klarheit wird man hier am sichersten kommen, wenn man 
von der häufigsten, der Untersuchung die breiteste Angriffsfläche 
bietenden Form dieser von Grassmann und Delbrück (Verb. 181) 
so genannten „Doppelstämme** ^) ausgeht, von stusS^. 

Eine Anzahl von Stellen spricht hier mit hinreichender Be- 
stimmtheit für die Auffassung als 1. Sg.: so VI, 51 , 3 stusd u 
vo mahd rtdsya gopän^ ddüim mitrdm etc., aryamdnam bhdgam 
. . . dcJiä voce (im folgenden Vers dann yämi) ; VI , 62, 1 atu^S 
ndrä divö asyd prasdntä^ advinä huve\ VIII, 23, 7 agfrdm vah 
pürvydm huve . . . idm ayd väcä gj-ne tarn, u va stuse. Nach 
dieser Stelle wird auch VIII, 21, 9 verstanden werden müssen: 
tdm u va shise, sdkhäya indram ütdye. 



1) S. von neuerer Litteratur namentlich B r u g m a n n , Grundriss II, 1020, 
Ludwig VI, 261, sodann die oben erwähnten Untersuchungen von Bartholomae 
und Neisser; ferner Hopkins, AJPh. 1892, 22ff.; Johansson, Bidrag tili 
Rigvedas tolkning 32 fg.; Foy, KZ. 34, 233 ff.; Delbrück, Vergleich. Syntax, 
II, 442 ff. 

2) Bartholomae a. a. O. 279; Neisser a. a. O. 55 ff. 



Oldenberg, Figveda 77, 1—20. 307 

Andererseits verlangen andere Stellen die Auffassung als 3. S g. 

I, 1 22, 7. 8 liest man hinter einander : 8tu§6 sä väm varuna müra 
räUh und asyd stu^e mdhimaghdsya rädhak. Der zweiten Stelle 
för sich allein würde eine 1. Sg., der ersten ein Infinitiv genügen; 
hält man sie nebeneinander, wird man sich für die 3. Sg. mit 
passivischer Bedeutung*) entscheiden. V, 33, 6 präryd stu^e 
iummaghdsya ddnam ist so ähnlich, dass auch hier das Gleiche 
wahrscheinlich wird, obwohl an sich auch die 1. Sg. denkbar wäre. 

Wir haben also gleichlautend eine erste und eine dritte Person 
atu^S, was nicht befremden kann: grn^ huvS Ue etc. ist ja auch 
das eine wie das andere. Meines Erachtens sind damit die sicheren, 
wenn auch noch nicht die möglichen Erklärungen von stusS erschöpft. 

Ohne al^n Zwang schliesst sich die grosse Masse der Stellen 
den oben besprochenen Belegen für die 1. Sg. an: so I, 46, 1 ; 159, 1 ; 

II, 20, 4 (=VI, 21, 2); 31, 5; V, 58, 1; VI, 48, 14; 49, 1; 
Vni, 23, 2 (oder vielleicht 2. Sg. — vgl. unten — ? Doch beachte 
man die nahe Nachbarschaft mit dem oben besprochenen VIII, 23, 7); 
24,1; 63, 3 2); 84, 1 (cf. I, 186, 3). 

Es bleiben einige Stellen übrig, auf die besonders einzugehen ist. 

Zunächst kommt die Mögliohkeit einer zweiten Person in- 
sonderheit für die beiden folgenden Stellen in Betracht. VIII, 65, 5 
iimira grnt§d u 8tu§4 könnte heissen „Indra, du wirst besungen 
Tind gepriesen" (so Ludwig). Im Hinblick auf den erwähnten 
Vers n, 20, 4 ziehe ich doch die aktivische Auffassung der Verba 
tmd die Übersetzung vor: „Indra, ich singe und preise.* Sodann 
der holprige und abgerissene Vers X, 93, 9 krdht no dhrayo deva 
samkJiy sd ca stu^e maghönäm. Man könnte übersetzen: „und 
du hier unter den Grabenspendem wirst gepriesen.* Sicher nicht 
weniger natürlich ist hinter sd die Annahme der 3. Sg. ; dass Savitar 
^erst in der zweiten Person angeredet, hierauf wie es scheint 
ebenderselbe in der dritten Person besprochen wäre, würde im Veda 
eiDe Überfülle von Parallelen haben. Immerhin ist keinerlei Grund 
neben der 1. 3. Sg* stus-S eine rein zufällig ebenso aussehende 
2- Sg. sta-^S prinzipiell abzulehnen. 

Es folgt VIII, 5, 4 purupriyä na ütdye purumandrä purU- 
^, 8tu^4 Kdnväso oMnä, und damit zusammengehörig VIII, 7, 32 
•öii ^ no vdjrdhastaih Kdnväso agnim marddbhihy sta§^ hXra- 
^(xoäi'ibhih. Ungern wird man hier stu§S als 3. Sg. neben pluralischem 
Subjekt (s. weiter unten zu Vm, 74, 1) auffassen („die Ka^vas 
preisen die Aövin resp. Agni*): es müsste sich dann zweimal genau 
gleich dieselbe Anomalie der Konstruktion wiederholt haben; auch 
^ tms die 3. Person stu^i stets nur in passivischem Sinn begegnet, 
l^r weiterhin zu besprechende Infinitiv stu^S („die Kanvas [machen 

1) Im Sinn von Delbrück, Ai. Syntax 263 £f. 

2) Oder 3. Sg. enUprechend der Ähnlichkeit von I, 122, 7 ? Wieso die Stelle 
•in nBniweifelbafter Beleg** für den Infinitiv stusi sein soll (Bartholomae 
»• »• 0. 279), ist mir nnversUndUch. 



308 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

sich daran] zu preisen') ist denkbar. Aber wer sich mit dem 
Aussehen der ganzen Beihe der bisher erwähnten Stellen vertraut 
gemacht hat, wird doch für VIÜ, 7, 32 die Übersetzung natürlich 
linden: ,ihr Kanvas, den Agni preise ich*, und dann liegt es nah, 
auch VIII, 5, 4 ' unter Annahme der Accentänderung Kcmväso 
(Delbrück), ebenso zu übersetzen: ,ich preise, ihr Kanvas, die 
Aivin.* 

VIII, 74, 1 mdö-vüo vo dtithim väjaydntak pvrupriydm^ 
agnim vo ddryam vdca stasS ^ü^daya mdnmabhik. Allenfalls 
Infinitiv: „im Wettlauf eilend (machen wir uns daran) zu preisen.* 
Aber für viel wahrscheinlicher halte ich, dass 1. Sg. vorliegt. Die 
Incongruenz von väjaydntah . . . stu^S kann kein Bedenken erregen. 
Wie hier väjaydntah jmrupriydrn ist VIII, 31, 1^ saparydntah 
purupriydm mit dem Verb im Singular (lle) verbunden. Auch I, 30, 1 
hat vöjaydntah das Verb im Singular bei sich (mfcc); umgekehrt 
I, 106, 4 väjdyan das Verb im Plural {Imahe)^), Ich verweise 
noch auf VI, 47, 9 und das zu dieser Stelle ZDMG. 54, 170 Bemerkte. 

Von den Belegstellen für 8tu?4 fehlt nur noch der schwierige 
Vers Vin, 4, 17 vhni tvä püsann fnjdse v&mi stötava äghrne, 
nd tdsya vemy dranam M tdd vaso atasS Pajrdya Sdmne. Ich 
stelle meine Auffassung hin ohne mir zu verbergen, dass ein sicheres 
Ergebnis schwerlich erreichbar sein wird. Ich gehe von der Über- 
zeugung aus, dass Pajra Säman nicht ein Gegner des Sängers, sondern 
der Sänger selbst ist (VIII, 6, 47)*). Weiter glaube ich hier 
siu^S als Infinitiv (wie die Infinitive rüjdse und stotave vorangehen) 
und im letzten Päda die geläufige Dativattraktion beim Infinitiv 
erkennen zu sollen. Ich gebe die Übersetzung zur Erwägung: »Ich 
dringe, Pusan, (zu dir) zu streben. Ich dringe, Äghyni, dich zu 
preisen. Nicht darauf dringe ich — denn das, o Vasu, liegt fem 
— dass (umgekehrt) du (mich) den Pajra Säman preisen solltest* *). — 

Wir blicken von den einzelnen Stellen auf das Ganze zurück. 
Ein Infinitiv stu^^ wie jis^ ist natürlich nicht ausgeschlossen und 
scheint denn auch an einer Stelle, die dem Gros der Belege recht 
unähnlich ist, in der That vorzuliegen. Dies Gros aber zeigt ein_ 
durchaus anderes Aussehen als wir etwa von fi^S her gewohnt sind. 
Dass zunächst für das lebendige Sprachbewusstsein — gleichvieÄ 



1) Vgl. daEu die ähnlichen Fälle I, 189, 8; U, 34, 14. 

2) Überhaupt keinen Eigennamen sieht in p<yrd säman Hillebrandt, 
Myth. I, 121. sttts^ aber, worauf es hier ankommt, erscheint auch bei seiner 
Auffassung als Infinitiv. Nicht Überzeugendes über den Vers sagt Th. Baunack 
KZ. 35, 535 fg. 

3) Zu absurd für die Phantasie eines Rsi wird man diese Wendung kaum 
finden. — Es sei bei dieser Gelegenheit gestattet von unserem Gegenstand 
abschweifend hervorzuheben, wie deutlich in diesem kurzen an Püsan gerichteten 
Abschnitt (VIII, 4, 15 — 18) das Wesen Püsan's, des Gbttes der vor dem Verirren 
bewahrt, der das Verlorene wieder findet, hervortritt, vgl. 16 suviditm usriyam 
väsu, 18 pdrä gävo ydvasam kdc cid äghrne: hier ist man ganz in der 
Sphäre des püsä gä dnv etu nah VI, 54, 5. 



Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 309 

welches der geschichtliche Ursprung der Form war — zum Mindesten 

in der Masse der Belege kein Infinitiv sondern Verbum finitum 

vorlag, zeigt der Accent; sitisS und stuse verteilen sich genau so 

wie sie sich als Formen des Verbum finitum verteilen müssen. 

Dies Verhältnis durch durchgreifende Umgestaltung des Textes zu 

beseitigen sollte man sich hüten ^) ; wirkliche Infinitive wie ydjadhyai^ 

auch solche die Formen des Verbum finitum gleich sehen wie jt^S 

oder hhikji^ hat die Überlieferung nicht oder höchstens in vereinzelten 

Fällen verkannt. Und weiter führt über die Überlieferung hinweg 

bis zu dem Sprachbewusstsein der Liederverfasser selbst die enge 

Parallelisierung von 8ta§6 resp. ata^e mit gtne^ huve^ dchä voce 

an einer Reihe von Stellen (siehe oben); sie zeigt, dass stusS von 

den 9sis als etwas jenen Formen Gleichartiges ^) empfunden wurde ^). 

Diese den Exegeten zunächst interessierende Thatsache ist natürlich 

von der Frage unabhängig, ob, wie dies einer gegenwärtig beliebten 

Annahme entspricht, stusS seinem Ursprung nach ein Infinitiv 

ist: ich meinerseits übrigens bekenne keinen entscheidenden Grund 

lu finden, warum das an den Stamm stu^-*) getretene -e vielmehr 

die Dativendung als — was doch das nächstliegende ist — die 

Personalendung der 1. und 3. Sg. sein soll*). 

Nach der vorstehenden Darlegung meiner eigenen Ansicht über 
^S berühre ich nur kurz einige der Argumente , durch welche 
Barth olomae undNeisser die Beziehung dieser Form auf die 
verschiedensten Personen des Verbums haben begründen wollen. 
Bei beiden Forschem tritt übereinstimmend die Auffassung hervor, 
dass die Stellung? neben dem Pronomen vak die Kraft hat die 
Äquivalenz von 8tu^4 mit einer 2. Plur. zu erweisen oder .doch 
wahrscheinlich zu machen: die von Delbrück, Ai. Syntax 206^ 
über vah gesammelten Materialien dürften diese Ansicht erschüttern. 
Bei beiden femer scheint mir ein viel zu weit getriebener Glaube 

1) Foy, KZ. 34, 237 freilich schreibt: „Die e-Formen sind s&mmtlich 
'Q tecentaieren.** Für die imperativisch gebrauchten Formen auf -si wie ydksi^ 
^^ or ebenfalls mit Barthol omae für Infinitive hält, lehrt er dagegen, dass 
^^ »•▼oUstindig in dem System der finiten Formen als 2. Sg. Imp. ver wachsen 
und und daher regelrecht wie ein Verbum finitum accentuiert werden. " Sollten 
die Formen auf se ursprüngliche Infinitive sein, würde m. E, dasselbe auch von 
ihnen gelten. 

2) Schwerlich also als ein Konjunktiv. 

3) Ich habe zur Kontrole sämtliche rgvedische Belege der Infinitive auf 
"^^ycd verglichen; sie zeigen keine derartige Gleichstellung mit dem Verbum 
^tom. Die Stellen, auf welche man sich noch am ehesten berufen könnte 
(«*»» I, 129, 8; V, 41, 3; VI, 60, 13; VIII, 39, 1), sind doch in Wahrheit von 
^or solchen Gleichstellung noch recht entfernt. 

4) Das heisst an einen sigmatischen Aoriststamm? Dann müsste natürlich 
fiMM«^ rnjaae etc. auf Umwegen, die aber wohl gangbar sind, erklärt werden. 

5) So sieht die Sache auch Brugmann, Grundriss II, 1020 an. — Die 
Bventaalität, dass in fernster Werdezeit der Sprache das mediale -at sich eben 
US dem dativischen -ai entwickelt haben könnte, darf hier fiiglich bei Seite 
gelassen werden. 

6) Vgl. jetzt auch denselben. Vgl. Syntax II, 446. 



310 OMenberg, Rgveda VI, 1—20. 

an überstrenge Koncinnität der vedischen Ausdrucksweise die Inter- 
pretation zu beherrschen. Bartholomae findet (279), dass V, 33, 6 
ad nah . . . rayirn däh präryd stu^e tuvimaghdsya ddnam die 
1. Plur. („Gieb uns Reichtum . . ., so wollen wir des Freundes [?] 
Gabe preisen") der 1. Sing, vorzuziehen sei: mir würde nichts 
unverzüglicher scheinen als eine Schwankung zwischen Singular 
und Plural: »gieb uns Reichtum; ich preise etc.* — wenn nicht 
oben (S. 307) anderweitige Gründe geltend gemacht wären, 'die eben 
für diese Stelle vielmehr die Annahme der 3. Sing, empfehlen. 
Ähnliche Irrtümer in Bezug auf die Tragki-aft von Beobachtungen 
über Symmetrieen und Kongruenzen treten meines Erachtens in 
dem zu Tage, was Neisser (55) über den symmetrischen Bau 
von Vm, 7, 32 sagt, oder im Glauben desselben Forschers (56), 
dass in tdm u stu^e . . . girbhih VI, 21, 2 (und ähnlich VI, 49, 1) 
der Plural girbhih pluralische Bedeutung von stu^e annehmen lasse ^). 
Wenn endlich Neisser (56 fg.) sich häufig zur Annahme eines 
„Doppelgesichtes* der Belegstellen gedrängt sieht, von Umdeutungen, 
durch welche die Lied Verfasser selbst einem älteren Vorlagen ent- 
nommenen atu^e die Wendung in modernerem Sinn auf die 1. Sg. 
gegeben haben sollen, einer fortwährenden „bei den Dichtem infolge 
ihres Konflikts zwischen Vergangenheit und Gegenwart eingetretenen 
Verwirrung*, so darf ich mich auf die Bedenken beziehen, welche 
ich schon bei anderer Gelegenheit gegen eine in diesem Sinn geführte 
Vedaexegese geäussert habe (ZDMG. 50, 432 fg.). — 

Ist es gelungen über atu^S zur Klarheit zu kommen, so wird 
damit über die Genossen jener Form im Ganzen entschieden sein. 
Ich -beschränke mich auf wenige Bemerkungen. 

Was grni^S anlangt, so ist von 11, 20, 4; VIII, 65, 5, wo die 
Form neben stuf^ erscheint, schon die Rede gewesen (S. 307). Kein 
Zweifel an der Auffassung als 1. Singular besteht V, 34, 9; auch 
X, 122, 1 drängt sich dieselbe auf (v^l. Vers 2 me vdcah). Danach 
dürfte sie auch an dem Gros der Stellen als nächstliegend anzu- 
erkennen sein (so I, 146, 1; 186, 3 [vgl. VHI, 84, 1]; H, 33, 12; 
VI, 44, 4 ; VII, 6, 4 [mehrere 1. Singularis im Eingang des Liedes] ; 
34, 16; %^, 7; 97, 3). Es bleibt nur VI, 35, 5 übrig, aus der 
Ähnlichkeit der übrigen Stellen herausfallend und deutlich passivische 
Auffassung verlangend : dass neben der mehrfach passivisch auf- 
tretenden 3. Sing. grnitS eine 2. Sing. grnlaS (also gegenüber dem 
vorherrschenden grnt^-S ein grni'^S) erscheint, kann natürlich nicht 
befremden. 

punisS VII, 85, 1 ist wahrscheinlich 1. Singular. 

Auch für hi^e VII, 7, 1 erscheint mir die Auffassung als 1. Sg. 
als die natürliche. Neisser's (55) Sammlung von Stellen, an denen 
auf den Verseingang 2}rd vah eine 2. PI. folgt, kann man nicht als 
entscheidend anerkennen; vgl. etwa I, 36, 1; 11, 16, 1 (siehe auch 



1) Ebenso wie ich urteilt hierüber Delbrück Vgl. Syntax II, 447. 



Oldenberg, Ftgveda VI, 1—20. 311 

Neisser's eigene Ausführungen 64 A. 1). Man vergleiche zum 
Eingang von VII, 7 den von VII, 6^). 

krse ist 1. Sg. X, 49, 7. Ebenso VIII, 3, 20; 32, 3? Oder 
hier 3. Sg. (vgl. das oben S. 307 Anm. 2 über die ähnliche Stelle 
VIII, 63, 3 Bemerkte)? Daneben liegt X, 50, 5. 6 die 2. Singular 
(h-se gegenüber hs-e). — carkrse^ ist 3. Sg. X, 22, 1; 105, 4. 
1. Sing. X, 74, 1. — punlsS VII, 85, 1 wohl 1. Sing. — Hierher 
scheint noch zu gehören (vergl. Ludwig VI, 261) dcidhise als 
1. Sing. V, 45, 11 (aber wohl 2. Sing. I, 62, 9; X, 96, 10\ ühise 

1. Sg. VIII, 5, 3 (vgl. Bartholomae, IF. II, 280), aber wohl 

2. Sg. I, 128, 6 (SBE. XL VI, 138 mit der Note; Ved. Stud. I, 191); 
fajntsS V, 35, 4 halte ich für 2. Sg. (es gehört zu rädhase). 

Es bleiben die thematischen Formen arcase rnjase ycyase^). 
Hier bieten sich die zahlreichen Infinitive auf -ose und -ose zur 
kontrolierenden Vergleichung dar. Wer sich mit dem koncreten 
Aussehen der für diese vorliegenden Belegstellen vertraut macht*), 
wird keinen Augenblick im Zweifel sein, dass die Überliefemng im 
Recht ist, wenn sie an dem einen Teil der Stellen Infinitivbetonung, 
an dem anderen Betonung des Verbum finitum giebt: das i-fijdse 
in vSmi tvä püsann rnjdse v4mi stötäve VIII, 4, 17 ist klarer- 
maassen für das Sprachbewusstsein der vedischen Lieddichter*) 
etwas Anderes als das rvjase in imdm ü sü vo dtithim usarbüdham 
vfäväsärn vidäm pdtim riijase gira VI, 15, 1. Im Einzelnen 
ist i-vjase (rhfdse) sicher 2. Singularis VIII, 90, 4 ; X, 142, 2 ; von 
V, 13, 6 möchte ich dasselbe für wahrscheinlich halten; dass es 
neben der 3. Sg. jüjdte auch eine solche 2. Sg. giebt ist natürlich. 
Auf den Infinitiv rrtfase VIH, 4, 17 wurde oben hingewiesen. 
An den übrigen Stellen (IV, 8, 1 ; VI, 15, 1. 4; X, 76, 1; eventuell 
V, .13, 6) wird die Annahme einer 1. Sing, das Natürlichste sein. 
Dasselbe scheint mir von arcase X, 64, 3 und yajase VIII, 25, 1 
(aber 2. Sg. I, 94, 2) zu gelten. 



1) Dass die ganze Strophe VII, 7, 1 ,^icht recht in Ordnung'' sei 
(Bartholomae 280) möchte ich hestreiten. Wechsel der Person wie zwischen 
bhavä und vivide ist häufig und unverfönglich. 

2) An Geldner's und Pischel's (Ved. Stud. I, 128fg. 197) neue 
Wurzel kara (,^ich herumtreiben, weilen, irgendwo sein**) glaube ich so wenig 
wie Foy (KZ. 34, 234. 239; vgl. auch Ludwig, Über Methode etc. 26). Doch 
kann die Frage hier nicht näher verfolgt werden. 

3) Schwerlich ist denselben rcdse VI, 39, 5 ; VII, 61, 6 zuzurechnen (s. dazu 
Fischöl, Ved. Stud. I, 43; Bartholomae, IF. II, 278). Dass die beiden 
Stellen von einander zu trennen sind überzeugt mich so wenig wie die Annahme 
eines Subst. rcda „der Sänger"; es würde wahrscheinlich ^arcds heissen. Ich 
glaube dass beidemal ein Infinitiv vorliegt. — gäyise VII, 96, 1 möchte ich für 
eine passivisch gebrauchte 2. Sg. halten. 

4) Ich habe sämtliche von Delbrück Ai. Verbum § 202 verzeichnete 
Stellen verglichen. 

5) Und vermutlich, möchte ich hinzufügen, auch nach seinem Ursprung, wie 
oben schon in Bezug auf stusi bemerkt wurde. 

Bd. LV. 21 



312 Oldenberg, Rgveda VI, 1-20, 

Wohl gdrbho dreisilbig; zu atti gdrbhah vgl. X. 27, 14. — 
2. iliam, — 3. Wohl bhüh, 

chardih, 

• 

Das Gewicht der Einwände, welche gegen die alte auch von 
mir (Proleg. 477) acceptierte Auffassung, nach der chardih durchweg 
in chadCh zu ändern wäre, von Bartholomae (Stud. 11, 58) und 
Wackernagel (Gr. I, XU A. 2) erhoben worden sind, lässt sich nicht 
verkennen. Selbst wenn man auf Päli chaddi (wo überliefert?)*) 
und die Zusammenstellung mit got. skildus kein allzu grosses 
Gewicht legt, wird man doch die Schwierigkeit, zu erklären wie 
die Bedaktoren statt chadih zu chardih gekommen sind, nicht leicht 
nehmen dürfen. Auch hat Bartholomae Recht zu bemerken, 
dass chadCs und chardCs etwas Verschiedenes bedeuten. Das EJrstere 
ist , Decke*, das Letztere etwa „Schutzwehr** ; Beides berührt sich 
wohl (vergL z. B. VI, 75, 18), aber fällt keineswegs zusammen; 
gerade an der einzigen Stelle des Rv., wo einfach von einer Decke 
die Rede ist, steht chadth (X, 85, 10), und andererseits ist in den 
Yajustexten *) , wo es sich um eine Schutzwehr handelt, chardüi 
überHefert (VS. XIII, 19; XIV, 12 = TS. IV, 2, 9, 2; 3, 6, 1). 
Wackernagel nun ist der Ansicht, dass im Rv., wo das Metrum 
kurze Penult. verlangt, chadih einzusetzen, sonst chardih zu belassen 
sei. Das scheint mir bedenklich. Einerseits spricht dagegen , was 
eben über den Unterschied der Bedeutung bemerkt ist. Anderer- 
seits werden die beiden Hälften der ^.gvedastellen mit überliefertem 
chardih — diejenigen wo metrischer Fehler vorliegt und wo er 
nicht vorliegt — durchaus durch gleichartiges Aussehen zusammen- 
gehalten'). Auch verlangt das Metrum nie chardih*)^ sondern wo 
es überhaupt etwas ergiebt, deutet es stets auf kurze Penultima*), 
so dass man, mindestens im Ganzen, im Recht sein wird von dem 
übereinstimmenden Aussehen aller metrisch charakterisierten Stellen 
auf die metrisch nicht charakterisierten den Schluss zu ziehen. 
Nach dem allen wird als wahrscheinlich anzunehmen sein, dass 
unterschieden werden muss zwischen chadih X, 85, 10 und einem 
anderen Wort, das überall als chardih überliefert ist, in der That 
aber kurze Penultima gehabt hat. Wie dies Wort gelautet hat, wird 



1) Vgl. auch chadfU der Jaina Mäh.; Pischel, Grammatik der Prakr. 
Spr. 200. 

2) Wackernagel irrt, wenn erchardü für nach dem Ry. verschollen h&lt. 

3) Man bemerke bei den einen wie bei den anderen das Vorherrschen 
des Verbums i/am; einerseits die Verbindung mit vdrüthamf trivdrütham 
VIH, 18, 21; 67. 6, andererseits mit varüthyam VI, 67, 2; das Vorkommen 
beider Fälle dicht nebeneinander in demselben Sükta (VIII, 9, 1 und 15; 
Vm, 27, 4 und 20). 

4) Über VI, 46, 12 siehe Prolegomena 77. 

5) I, 48, 15 («= vm, 9, 1); VI, 46, 12 (s. vorige Anmerkung) ; VIII. 18,21; 
27, 4; 67, 6; 71, 14. Dazu mit Stellung hinter der Cäsur, also kune Penultima 
wenigstens begfinstigend , I, 114,0; VI, 67, 11. Diesen 9 Stellen stehen 11 
metrisch indifferente gegenüber. 



Oldenberg, Rgveda 77, 1—20. 313 

fraglich bleiben müssen. Gegen ckrdih (Bartholomae, Stud. I, 47) 
spricht die Tiefstufe der Wurzelsilbe vor dem Suffix -ts. Vielleicht 
hat Bartholomae (ebenda II, 58 A. 1) mit chadih [chaltK] das 
Rechte getroffen; die sicheren Fälle von Cerebralen der hier in 
Frage kommenden Herkunft sind allerdings im 9v. noch nicht so 
häufig, dass man diesen Vorschlag mit unbedingter Zuversicht 
acceptieren wird. 

4. dmtändm. — suvrJcHbhih: siehe zu 10, 1. — j'vjase: siehe 
zu V. 1. — 5« pavGkdyä. — ydman. — »Wie der auf der Fahrt 
den Vorsprung Gewinnende beim Kampf gegen EtaSa (d. b. wie 
der Sonnengott): er der herbei (eilt) wie im Sonnenbrand der 
Durstende (zum Wasser eilt), der nicht Alternde." — l.paväkdm. — 
8. iliam. — mdrtäsdd ca oder eher mdrtiäsai ca. Bei der Häufig- 
keit der Stellen, an welchen unter den Formen auf -asah gerade 
mdrtäaah eine Silbe mehr verlangt, und bei der metrischen Be- 
schaffenheit einiger dieser Stellen (Prolegomena 176 mit A. 5), in 
Anbetracht femer des auch in anderen Kasus mehrfach geforderten 
märtia für mdrta (Grass mann s. v. mdrta) wird hier nvdrtiäsaä 
ca wahrscheinlich sein. — 9. Dass ubhdyän Acc. pl. masc. ist, ist 
natürlich denkbar (vgl. auch VIII, 41, 10). Aber möglich ist auch, 
dass wir es hier mit einer — von der Kritik wahrscheinlich zu 
beseitigenden — Nasalierung zu thun haben, wie ganz ähnliche 
Prätil 170 fg. besprochen sind; vergl. Proleg. 471. ubhdyä dnu 
vratd, d. h. nach den Ordnungen der Götter und Menschen, würde 
in jeder Beziehung glaublich sein. Ein sicheres Ergebnis ist uner- 
reichbar. — 11. üditi hier und Av. X, 2, 10 von vad statt von 
üd'i abzuleiten (Böhtl. -Roth, nicht mehr im kürzeren WB.) 
kann ich keinen Grund finden. Vgl. Henry zu Av. loc. cit. — 
12. (= Vn , 4, 9) sahasävan. — Bei Agni , bei seinem päthaa 
versammelt sich, was voll von Zerfall {? dhvasmdn) ist (vgl. IV, 6, 6)? 
An adhvasmanvat (nach KZ. XXVII, 50 wäre Accent ddJiv^ zu 
erwarten), worauf Ludwig als Möglichkeit hindeutet, ist schwerlich 
zu denken. Über päthaa vergl. Sieg, GurupüjäkaumudI 97 ff.; 
und H. 0., ZDMG. 54, 599 ff.; speziell über unsere Stelle dort 
S. 606. — 18. devdnäm. — 14*. Überzähliger Rhythmus oder 
ägne zu tilgen? Bollensen, Or. u. Occ. II, 480; Bartholomae, 
Stnd. I, 85; Proleg. 76 fg. — pdcdkadoce. — rtä schwerlich gleich 
riina. Es ist Acc. abhängig von yajü8i\ vgl. I, 75, 5; VII, 39, 1. 
15®. Unvollständiger Pädaeingang (Proleg. 79). Natürlich leicht 
zu ändern, aber zu einer bestimmten Änderung fehlt es an Anhalt. 
— 18. Zu sarvdlätä s. zu 12, 2. — 19. Knauer, KZ. 27, 57 
will, entsprechend der Accentuation ähnlicher Bildungen, dsthüri 
accentuieren , wie TS. VII, 1, 1, 1. 2 überliefert ist (aber asthürC 
Maitr. S. IV^, 14, 15, TB. III, 5, 12, 1): eine bei den mannigfachen 
Schwankungen in der Accentuation solcher Composita durchaus 
unsichere Ansicht. Vgl. Whitney 1288, 1^. 

21* 



314 Oldmberg, Rgveda VI, 1^20. 

16. 

In drei versige Lieder zu zerlegen. Der Schluss (46 — 48) wohl 
Anhang an die ursprüngliche Sammlung, schwerlich in sich selbst 
einheitlich (Grassmann, Übers. I, 546; Bergaigne, Rech, sur 
l'hist. de la Saiphitä I, 14; von mir Proleg. 199 leider übersehen). 

— 1. t/ajüdnäm , visveshäm. — 2. jihuäbhir (gegen v. B r a d k e , 
Festgr. an Roth 125, der allerdings in der Annahme der Lesung 
jihväh X, 78, 3 Recht hat). — Ludwig: eropfere uns . . . Herrliches. 
Im Comm. dagegen verweist er auf Säy., der zu mahdh devän 
vereteht. Die letztere Auffassung wird durch die von Grassmann 
unter mahds (als Acc. pl. von mäh) gesammelten Stellen gesichert. 

— 4. Foy's (KZ. XXXVI, 135ff. vgl. auch ZDMG. 50, 130fg.; 
0. Richter, IF. IX, 239) Erneuerung von Ludwig's Gleich- 
setzung der Bedeutung von dvitd mit' sanät kann im Recht sein, 
wenn sie mir auch volle Zuversicht einzuflössen nicht vermag. 
Die etymologische Basis — Zusammenstellung mit lat. diü^ gr. 
drjQog — ist gänzlich unsicher, der Zusammenhang der Belegstellen 
nicht entscheidend, daibitä Yasna 49, 2 kann leider nichts lehren. 
Vgl. noch Bergaigne, Quarante hymnes 81. — 5. Betreffs ^^Mr?/ 
vgl. zu 1 , 13. — 8. prd yaksi kann 2. Sing, oder 1. Sing. med. 
(X, 4, 1) von ycLJ sein. Im ersteren Fall wäre entweder der Gedanke 
der, dass Agni seiner eigenen aamdrä Verehrung bringen soll 
(vgl. I, 75, 5; \% 11, 2; X, 7, 6 cf. 81, 5), oder man müsste mit 
Ludwig prd yaksi als Parenthese auffassen , was übrigens auch 
mit der Annahme einer 1. Sg. med. sich vereinigen Hesse. Von 
Gezwungenheit sind m. E. diese Deutungen nicht frei. Feststehen 
dürfte, dass an der Verbindung krdtam . . ,jusanta nicht zu rütteln 
ist (I, 68, 3. 9; VII, 5, 6; 11, 4); ferner ist die Verbindung sam- 
dräam utd krdtum wahrscheinlich (vergl. I, 80, 15; VIII, 7, -24: 
15, 7; IX, 4, 3; X, 25, 1): danach muss samdr^am xitd Icrdtum 
als abhängig von jusanta erscheinen , was in der That eine höchst 
natürliche Verbindung ist. Übrig bleibt prd yak^n: verwirft man 
das erwähnte Auskunftsmittel der Parenthese, so wird kaum ohne 
leichte Änderung durchzukommen sein. Liegt ein Infinitiv auf -si" 
vor (Ludwig VI, 259, vergl. Bartholomae, IF. II, 276fg.)? 
Dann wäre wahrscheinlich allein die Accentuation praydk^i. Das- 
selbe würde von einem -i*- Infinitiv von pra-yalcs gelten. Ein Vok. 
prayaksa (vgl. I, 62, 6) würde sich von dem Überlieferten weiter, 
aber auch noch nicht allzu weit entfernen. Dass man einer Form 
prdyaksi gegenüber darauf verfiel, yaksi entsprechend zu verstehen 
wie es in v. 9 zu verstehen ist, und dass daraus sich die über- 
lieferte Accentuation ergeben konnte, wäre begreiflich. — 9. vdhnir 
äsä: siehe ZDMG. 50, 426. 431. — 13. Die natürliche Auffassung 
„aus dem Haupt eines jeden Verehrers" werden wir, wenn sich 
auch eine Parallelstelle nicht zu finden scheint, nicht mit Bergaigne 
II, 80 fortdeuten dürfen. — 17. dadhasa gehört zum Relativsatz, 
also dddhasa\ wie auch Ludwig will? Es ist gezwungen, nach 



Oldenbergy Rgveda VI, 1^30. 315 

dessen zweitem Vorschlag ddksam d. ütt. als Parenthese zu nehmen ; 
die Verbindung von dadhcise auch mit mdnah (I, 187, 6, vergl. 
Vin, 13, 20; X, 10, 3) und die Parallelität von mdnah und ddksam 
(IX, 68, 5; X, 25, 1) drängt sich auf. Doch möchte ich, die An- 
erkennung des Satzes als Relativsatz vorausgesetzt, die Notwendigkeit 
der Accentsetzung (dddhase.) nicht als fraglos ansehen. Wie in 
Bezug auf Enklisis des Hauptsatzverbums anerkanntermaassen die 
vedischen Texte von CFnsicherheit nicht vollkommen frei sind, so 
dürfte eine ähnliche, wenn auch wohl geringere Unsicherheit betreffs 
der Orthotonierung des Verbums im Relativsatz nicht ausgeschlossen 
sein. Die Empfindung für die Natur des Relativsatzes als eines 
solchen konnte sich, auf Grund wohl meist imponderabler Momente, 
im einzelnen Fall verwischen. Gewiss konnte hier auch die Über- 
lieferung leicht zu Fehlem neigen, aber man wird doch die Mög- 
lichkeit zugeben müssen , dass Grenzüberschreitimgen auch bis auf 
die Entstehungszeit der Texte zurückgehen konnten. Einstweilen 
wird man auf die Fälle, in denen unaccentuiertes Verbum des 
Relativsatzes sicher oder wahrscheinlich vorliegt, einfach hinzuweisen, 
mit dem Urteil über Textänderung aber zurückzuhalten haben*). 
— 18. nemänäm. Es ist bemerkenswert, dass von n^ma eine 
accentlose Form gerade nur hier als Gen. plur. vorliegt, der seiner 
Stellung nach an der Accentlosigkeit des folgenden Vokativs teil- 
zunehmen scheint. Ich glaube, dass er in der That von diesem 
Vokativ abhängt und die Überlieferung mithin im Recht ist. Die 
Lesart des Sv. nemänäm pate zeigt, dass man schon in sehr alter 
Zeit ebenso dachte. Vergleiche Delbrück, Vergl. Syntax III, 47 
A. 1. — 26. iresthah. — Die Annahme von dd[s] „das Haus* 
(Bartholomae. Ar. F. I, 96) scheint mir nicht am Platz; das 
von selbst sich darbietende ddh „der Geber" leistet der Stelle auf 
das Beste Genüge. kratvädci(h) „der bereitwillig Gebende" (vgl. 
krdtvümagha) ist denkbar aber natürlich nicht erweisbar. Zu 
krätvä . . . 4rSstkah kann hrdtcä vdri^tham VIII, 97, 10 verglichen 
werden. — 27. agne tuötäk oder agne ttuiutäk? — 36. diddyat 
für dic?a^arf Versehen bei Aufrecht. — 40. Dass khädtnam im 
Sinne eines Acc. von khädC steht, halte ich für unbezweifelbar. 
Vgl. Lanman, 374.378.543; Benfey, Ved. und Verw. 122fg. 
Lanman 543 lässt die Möglichkeit zu, dass ein Acc. von khädfn 
„decked with spangles" vorliege; für diesen Fall empfiehlt er die 
Änderung hdstena: „whom they carry (with) on the band as a 
new-born child, decked with spangles." Mir scheint zu solcher 
Änderung um so weniger Anlass, als dadurch die sonst feststehende 



1.) Für den Rv. verzeichnet schon A. Mayr (Sitzungsber. der Wiener 
Akad., pbil. bist. Kl. Bd. 68 [1871] S. 242 fg.) einige Fälle des unbetonten 
Verbaros in Sätzen, die m. £. als Kelativsätze zu beurteilen sind. Selbst inner- 
halb des kurzen von uns hier behandelten Abschnittes steht unsere Stelle nicht 
allein: vgl. 17, 10 und event. 3, 8; 10, 2; 18. 13. Zur Taitt. Saiph. vergl. 
Weber, Ind. Stud. XIII, 93 zum Satapatha Brähmana Leumann, KZ. 31, 32. 



316 Oldenberg, Rgveda VI, 1—20. 

Beziehung von khädi und hdsta (I, 168, 3; V, 58, 2) aufgegeben 
würde. — 42. Der erste Eindruck, den ein Leser dieses Verses 
haben wird , dass jätdvedasam zu erwarten ist, erweist sich leicht 
als irrig; der neugeborene Gast wird — wie in Grassmann's 
und Ludwig's Übersetzungen ganz richtig hervortiätt — vom 
jäidvedaa unterschieden. So bemerkt schon das Ait. Br. I, 16, 25 
zu imserer Stelle : jäta itaro jätavedä üarah. Unzweifelhaft handelt 
es sich, wie dies auch mit der rituellen Verwendung unseres Verses 
im Einklang st«ht (siehe Ait. Br. loc. cit.; Taitt. Saiph. in, 5, 11, 5 
und dazu das von Weber mitgeteilte Scholion : asyägneh pürvägninä 
saha melane^ u. s. w.), um die Vereinigung eines frisch geriebenen 
Feuers mit einem schon vorhandenen; vgl. darüber meine Religion 
des Veda 353. — 46. Wohl mdrtio ^ vgl. zu 15, 8; doch könnte 
immerhin die Prolegomena 73 besprochene metrische Besonderheit 
vorliegen. — rödaaioh. — 48. trlhd. 



17. 

1, ürvd^). 

Ich sehe davon ab der Erörierung Geldner's (Ved. Stud. 
II, 269 ff.) Schritt für Schritt nachzugehen und stelle kurz meine 
eigene Ansicht dar. 

Die Mehrzahl der Stellen bezieht sich auf den Mythus von der 
Kuhbefreiung ; von diesen Stellen ausgehend wird man am leichtesten 
festen Grund finden. Die Kühe sind im ürvd (küa't scUir ürv^ 
gä viveda IX, 87, 8). Sie werden dann aus ihm heraus befördert 
(üd ürvcid gd asrjak VI, 17, 6), nachdem der und zerbrochen ist 
(III, 32, 16): er war nämlich fest (drlhd^) III, 32, 16; I, 72, 8, 
vgl. auch VI, 17, 6) und hatte einen Verschluss » 29, 12, vergl. 
IV, 28, 5). All das fügt sich auf das leichteste zu einer einheitlichen 
Vorstellung zusammen. Offenbar liegt dieselbe von derjenigen einer 
„Menge, Heerde* ganz weit ab. Wo werden die Dinge, die natür- 
licherweise von einem yüthd gesagt werden müssten, vom ürviT 
gesagt? Und wo die, welche vom üi-vd gesagt werden, von einem 
yüihdl In der That liegt eine Vorstellung vor, die nicht (oder 
doch nur bei ausnahmsweiser Richtung des Phantasiespieles) mit 
Kühen im Allgemeinen, sondern vielmehr speziell mit den von den 
Papis geraubten Kühen in Verbindung steht (also nicht einfach 
„Stall für Vieh", wie das Pet. WB. giebt). Es muss sich um die 



1) Zur Etymologie siehe Schweizer, IF. X, 212. 

2) Geldner a. a. O. 273 A. 7 bemerkt, dass drlkd, nicht tuir vom 
Geföngnis der Kühe, sondern auch von den eingesperrten Kühen selbst (VI, 43. 3) 
(gebraucht wird. Das ist richtig. Aber wenn wir III, 32, 16 drlhäm gävyam 
ilrvdm als Objekt von d . . . arujah finden, so zeigt sich doch — man über> 
blicke die auf ruj bezüglichen Materialien — dass die Vorstellung etwa der 
von VI, 32, 3 pur ah . . . drlhä i'uroja (Ähnliches sehr häufijr) parallel gebt 



Oldenlerg, Pgveda VI, l-^-SO. 317 

Felshöhle, das Gefängnis handeln, in welchem die Kühe versteckt 
waren '). Von dieser Vorstellung aus wird auch VII, 76, 5 {samänd 
ürvS ddhi sdmgatäsah admjänate nd yatante mithds ti) zu erklären 
sein. Der vorangehende Vers zeigt, dass es sich um die priesterlichen 
Vorfahren in ihrer weltordnenden Thätigkeit (Rel. des Veda 278 fg.) 
handelt; eben diese aber sind ja auch die Vollzieher der Kuhbe- 
ftreiung ; die Situation ist offenbar die, dass sie bei dem Kuhgef^gnis 
zu einträchtigem Thun vereint sind. 

In einer Art von Höhle wie die Kühe, nur in einer unermesslich 
grossen, befinden sich auch die Wasser des Meeres. Diese Höhle 
füllen die Flüsse mit ihrem Wasser {samändm ürvdm prnanti 
n, 35, 3j. Darin dass die dem Kuhmythus angehörigen Materialien 
auf die Bedeutung eines irgendwie umschliessenden Raumes fuhren, 
und dass eben diese Bedeutung sich auch hier bewährt, wo es sich 
um das Meer handelt, kommt die Konvergenz der Linien, in denen 
öch unsere Untersuchung bewegt, zur Erscheinung; über das 
wunderliche Auseinanderfallen der Bedeutungen „Meer* und „Herde* 
bei Geldner (resp. der indischen Tradition) werden wir hinweg- 
geführt auf den Punkt hin, an welchem die auf das Meer und die 
auf die Pa^ikühe bezüglichen Vorstellungsreihen zusammentreflfen. 

Der zuletzt besprochenen Stelle steht nah, mit ihr durch das 
Verbum prna verbunden , III, 30, 19 ürvd iva papraihe kamo 
asm^, tdm ä prna: der käma ist als ein weiter, leerer Raum 
gedacht etwa der Erdvertiefung ähnlich, in der sich das Meer 
befindet; der Gott füllt diesen Raum mit seinen Gaben. Man 
vergleiche etwa aamudrd ica paprathe VIII, 3, 4 ; vi sindJmr iva 
papraAe X, 62, 9. 

Wenig ergiebig, aber, wenigstens in Bezug auf die hier uns 
beschäftigende Frage, leicht verständlich ist III, 1, 14 apärd ürvS 
^^ftam dühänäh. Ebenso ydä cä^amä djano didyuto divd urur 
^ndh abhitah II, 13, 7; ürvän scheint von oÄÄftaA abhängig und 
^Äg auf die himmlisches Wasser in sich schliessenden Wolken gehen. 

rv, 50, 2 ist recht dunkel. So viel scheint klar, dass im 
CRten Hemistich von des Sängers Feinden die Rede ist {ahhi yS 
^^ tatasrS vgl. X, 89, 15), im zweiten Byhaspati angerufen wird, 
gegen dieselben den ürvd resp. dessen yöni zu schützen : ich möchte 
kleinen, dass der Sänger an den festen Verschluss denkt, in dem 
«r seine Kühe u. s. w. bewahrt hat. a^a (doch wohl zu verstehen 
^ndiyct^ ydmm wird ungefähr heissen: seine innerste Tiefe. 

1) Dass dem die Wendung „den ürvd (resp. im Plural: ürvün) verteilen" 
^Qi 16, 7; X, 108, 8 nicht widerspricht, liegt wohl auf der Hand: wie wenn 
^n sagt ,,8ich in eine Flasche teilen" und den Wein in der Flasche meint 
^«Idner (a. a. O. 273) bemerkt in Bezug auf die erste dieser Stellen, dass 
sie aoiterhalb des mythologischen Zusammenhanges steht. In der That handelt 
CS sieh um freigebige Menschen, welche den Priestern Kühe verteilen. Ich 
i^ADb« aber doch, dass wenn der Dichter hier sagt ürvän gdnäm^ er auf den 
10 oft besungenen Kwh-ürvd des Mythus hat anspielen wollen. 



318 Oldenherg, ftgveda VI, 1—20. 

IV, 12, 5: Agni soll schützen Snaso abhike, ürväd devänäm 
titd mdrtyänäm : doch wohl, wie man längst erkannt hat, vor dem 
Verschluss d. h. dem Gefängnis, in dem Götter und Menschen uns 
festhalten könnten. 

Dass im Begriff des ürvd noch irgend welche konkreteren 
Züge enthalten sind welche für die vorgelegten Betrachtungen 
uneiTeichbar waren, ist natürlich nicht ausgeschlossen. 

Nach Erörterung der ygvedischen Vorstellungen ist noch von 
Taitt. Saiph. V, 5, 10, 6 (vgl. Geldner a. a. 0. 270) zu sprechen: 
imdm stdnam ürjcLSVcmtam dhayäpdm^ prdpyötam agne sarirdsya, 
mddhye^ ütsamjusasva mddkumantam ürva^ samudriyam sddanam 
d viäasva, Dass hier ürva die altertümlichere Lesart ist als das 
arvan der Parallelstelle Väj. S. XVII, 87, bemerkt Geldner wohl 
mit Eecht, und schwerlich wird dem trivialen madhumantam 
ürmim d^s KSthaka^) grössere Bedeutung als der letzteren Lesart 
beizulegen sein. Roth (PW.) schlägt ürvdm vor; da TS. und VS. 
übereinstimmend Vokativbetonung geben , kann ich die Änderung 
nicht für wahrscheinlich halten. Was den rituellen Zusammenhang 
anlangt, so handelt es sich nach den Taittirlyas (TS. a. a. 0.; 
Äpastamba XVII, 23, 10) um die Ceremonie des agner vimoka: 
man hat das Eoss Agni (den Feueraltar) gleichsam angespannt; 
jetzt lässt man es los, damit es fressen kann, und man giebt ihm 
eine sruc voll ghrta. Dies ghrta nun wird in dem Spruch als 
die Milch gefeiert, welche dem stana der Wasser entquillt; Agni 
selbst, der ja ein Wasserwesen ist, wird eingeladen seinen Sitz im 
Meere einzunehmen. Das weisse Yajusritual, wesentlich von dem 
der Taittirlyas differierend, stimmt doch mit diesem in der Beziehung 
auf die Hervorhebung von Agni's Wassematur und der Herkunft 
des ghrta aus den Wassern ganz überein. In dem einen der beiden 
dort für das vimocanam verwandten Sprüche (vgl. Ind. Stud. XIII, 290) 
wird Agni angeredet samudre te hrdayam apsv äyuk (V. S. XVHI, 55; 
vergl. Taittirfya S. IV, 7, 13, 2; Maitr. S. II, 12, 3). Der uns 
beschäftigende Vers aber {imam stanam etc.) wird dort anderweitig 
verwandt: nach Vollendung der Agnischichtung wird er als Be- 
standteil eines längeren Gebets vorgetragen, das der Hauptsache 
nach mit 9v. IV, 58 identisch ist-). Auch in diesem !^kliede aber 
tritt vielfach die Beziehung des ghrta auf das Meer hervor: so 
gleich in den Anfangs Worten samudräd ümitr mddhumäh üd äratj 
V. 5 etd arsanti hfdyät samtuirdt, v. 11 (ganz ähnlich dem eben 
angeführten V. S. XVIII, 55) antdh samudrS J^T^y ^ntar dyusi. 
All das zeigt deutlich, wie für die Umgebung, in welche unser 



1) 40,6, nach freundlicher MitteiluDg v. Schroeder's, der bemerkt, dass 
in der Kap. S. der Vers nicht vorkommt. Es scheint klar dass ürva der 
Ausgangspunkt ist, von dem aus man sowohl bei arvan wie bei ürmim, anlangen 
konnte. 

2) y\ XVII, 87 ff.; K8ty. XVIII, 4, 26. Vergl. Apast. XVII, 18; Ind. 
Studien XIII, 283. 



Oldenberg, Itgveda VI, 1—20, 319 

Vers hineingehört , die Beziehung auf das Meer, die ja auch in 
seinem eigenen Wortlaut wiederholt zum Ausdruck gelangt, charakte- 
ristisch ist. Wenn nun eben hier Agni als ürva angerufen wird, 
drängt sich in der That — so weit schliesse ich mich Geldner 
durchaus an ^) — der Gedanke an jenen^ in der späteren Litteratur 
überlieferten Mythus von dem Weisen ürva oder Aurva und dem 
von ihm stammenden unterseeischen Feuer aurva auf. Ich möchte 
hervorheben, dass allem Anschein nach schon der 5v. eine Spur 
von diesem Mythus aufweist: denn es ist schwerlich Zufall, wenn 
Agni eben an einer Stelle, wo man ihn aurvab/irguvdt anruft, das 
Beiwort samudräväsas empfängt (VIII, 102, 4). Die genauere 
Form der Vorstellung, die ^em Verfasser jenes Taittiriyaverses 
vorschwebte, wird kaum festzustellen und die Frage, ob dort 
etwa aurva zu lesen ist, kaum zu beantworten sein. So viel aber 
scheint deutlich, dass dieser Vorstellungskreis, in der Sphäre des 
^inamens Aurva liegend, von dem vorher besprochenen Wort ürva 
abzulösen ist 2). — 

Nach diesen Ermittlungen über ürva betrachten wir den Satz 
im Ganzen. Der Konjunktiv tdrdah im Eelativsatz müsste dem 
Zusammenhang nach der , priorische** sein. abhi-tyd mit dem 
doppelten Accusativ ürvdm und ydm (d. h. aömam) wäre nach 
dem von Gae dicke Accusativ 266 fg. Ausgeführten verständlich. 
Wir würden auf den folgenden Sinn geführt: „Den Soma, o Indra, 
zu welchem hin (d. h. welchen zu erlangen) du den Kuh verschluss 
erbohrt hast, den trinke.* 

Der Soma würde sich also im Kuhverschluss befinden und 
durch Indra herausgeholt werden. Gewöhnlich erscheint Soma nicht 
^ dieser Verbindung mit dem Kuhmythus ; die Geschichte seiner 
Gewinnung ist eine andere ; wie der Verschluss geöffnet wird, besitzt 
n^n ihn schon; er gehört selbst zu den kräftigen Mitteln, durch 
die jene That gelungen ist. Bei der Plastizität dieser Mythen 
^Sre doch das Auftreten einer solchen Variante nicht unmöglich; 
^s ist kaum zu viel gesagt, dass die Ausdrucksweise einiger Stellen 
sich der betreffenden Vorstellung thatsächlich annähert (vergl. die 
Materialien bei Bergaigne II, 195; Macdonell, Ved. Myth. 62). 
^W Bedenken bin ich doch nicht. Man betrachte X, 74, 4, welche 
Stelle sich der unsrigen besonders nah dadurch vergleicht, dass auch 
sie ahhi-trd, und zwar im Konj., in Beziehung auf den ürvd der 
Kühe braucht: von den Weisen der Vorzeit heisst es dort abht 



1) Ich kann demselben aber nicht beistimmen, wenn er in dem Verse 
^OQ nOicht zum Ausdruck gekommenen Vergleich" entdeckt. Das Feuer ist 
un^ and bezieht seinen oceanischen Sitz; nicht soll es handeln wie der 
urvd, der seinen oceanischen Sitz bezieht. 

2) Die Möglichkeit, dass der Ksi Aurva seinen Namen schliesslich von 
jenem ürvd bezogen haben mag, soll damit nicht abgeleugnet werden. Die 
O^hiedenheit der beiderseitigen Vorstellungsmassen würde dadurch nicht Auf- 
gehoben werden. 



320 Oldenberg, Pgveda VI, 1—20, 

yd ürvdm g&inantarn tüttsän. Es möge erwogen werden, ob nicht 
wie in dieser Parallelstelle auch an der unsrigen hinter ablii das 
Relativum sich auf das Subjekt des Bohrens bezogen hat, also 
yd{h\ wodurch die Vorstellung vom Soma in das geläufige Geleise 
gefuhrt wird: „Trink den Soma, der du, o Gewaltiger, erbohren 
mögest den Verechluss der Kühe . . . der du zersprengen mögest 
den Vytra, alle feindlichen Mächte durch deine Kraft.* Die 
Parallelität der beiden Grossthaten, zu welchen der Somatrank Indra 
stärken soll, der Kuhgewinnung im ersten Hemistich, der Vj-tra- 
bezwingung im zweiten — man erinnere sich an die ähnliche 
Entsprechung ebenderselben 13, 3 — würde in der Parallelität von 
abhi ydh . . . tdrdah und vi y6 . , , vddhtsah sehr klar zum Aus- 
druck gelangen. Dass abhi hinter sich dann fälschlich einen Acc. 
hervorrief, wäre begreiflich. — Zum letzten Päda vgl. VIII, 31, 3; 
IX, 61, 20. mtrdm^ nicht vrträ (woran Grassmann denkt), ist 
wohl zur Vermeidung des Hiatus gewählt. — 

3« brdhma (neben gtrbhih) ist vermutlich Plural: die normale 
Form des Plurals; vgl. oben zu 1, 13. — Dass die Dichter des 
5.V. neben vävrdhdsva ein vavrdhdsva gekannt haben und dies hier, 
als dem Metrum besser entsprechend, am Platze wäre, halte ich 
für wahrscheinlich. Eine Untersuchung, die ich über vüLvrdhi 
(vävrdhe) angestellt habe, ergiebt Folgendes. Diese Form steht im 
Pädaausgang, ao dass Länge der Reduplikationssilbe gefordert ist, 
1 1 mal ; unmittelbar nach der Cäsur, so dass das Metrum die Kürze 
empfiehlt, 15 mal; in sonstigen Stellungen 8 mal. Bedenkt man, 
dass Stellungen, in denen die Kürze unbedingt gefordert wäre, 
undenkbar sind, so dürfte jenes Zahlenverhältnis hinreichend sein^ 
um die kurzsilbige Fonn neben der langsilbigen als annehmbar- 
erscheinen zu lassen, vävrdhdsva selbst erscheint unmittelbar hinter" 
der Cäsur allerdings nur hier ; daneben vävrdhasva mit geforderter 
Länge im Pädaschluss dreimal : aber man bedenke, dass gerade diese 
Form durch ihren Ausgang für den Pädaschluss besonders bequem 
war. Dass die hier empfohlene Annahme keine ungerechte Be- 
urteilung der Überlieferung impliziert, ist wohl klar; man vergleiche 
etwa das oben zu 10, 3 über pipäya Bemerkte. — 5. drlhänü — 
6. dflhd. — Über ürväd siehe zu v. 1. — 7. Dass paprütha auf 
frrath, nicht auf prä zurückgeht, zeigt der Zusammenhang. Die 
dritte Person ist möglich, aber inmitten der vielen an Indra sich 
richtenden Formen der 2. Person unwahrscheinlich. Ich vermute, 
dass paprdttha zu lesen ist, welche ungewöhnliche Form leicht 
durch das nicht seltene paprätha verdrängt werden konnte. — 
In Päda b dürfte die typische Anomalie des Metrums vorliegen 
(Proleg. 67); sie durch Konjektur zu beseitigen wäre leicht, aber 
es fehlt an hinreichendem Anhalt. Bollensen Or. und Occ. II, 480 
und Bartholomae (Studien I, 85) wollen indra streichen, wo- 
durch das Metrum kaum verbessert wird. Arnold, JAOS. XVIII, 261 
denkt daran -am r- zu einer Silbe zu vereinigen, m. E. nicht sehi 



Oldenberg, J^gveda VI, 1^20. 321 

wahrscheinlich. — yaJiui Pragyhya. — 8« abhiauhisfai der Fehler 

des Padap. {abhf auh) ist stehend; siehe Delbrück, Ai. Syntax 46. — 

9. Über dvüd s. zu 16, 4. — Unzweifelhaft abhiöhasänafn; Padap. 

wieder abki 6h9, — 10« Dass mahS zu verstehen {mahdh Pp.), ist 

wahrscheinlich; vergleiche z. B. VII, 24, 5. Ludwig: „deinen, des 

Mächtigen . . . Donnerkeil.*^ Aber es ist nicht das Natürliche zu 

sagen : Tvas^ar verfertigte dir den Donnerkeil des Grossen, sondern : 

Tv. verfertigte den D. dir, dem Grossen. Vgl. I, 32, 2; 61, 6; 

X, 48, 3. — Wagt man sich nicht an Änderungen , die sich einer 

auf eigne Verantwortung vorgenommenen Neudichtung allzu bedenklich 

nähern, wird man iSna lesen müssen. Dann zu accentuieren 

samptnctg? (vgl. aber oben zu 16, 17). Oder sampmag? Das 

n versucht Bartholomae, IF. HI, 171 A. 8 und Wackernagel, 

Gramm. I, 187 zu erklären. Ich meinerseits vermute, dass die 

Form auf dem Einfluss von rinak pmak vrnah beruht; dass in 

fmasti das n blieb, erklärt sich dann leicht, denn rinakti etc. lag 

in weit ab um jene Form beeinflussen zu können. Ob die ümge- 

staltmig sich schon zur Zeit der Lieddichter vollzogen hatte, oder 

ob diese noch pmak sprachen, wird sich nicht ausmachen lassen. — 

11. Als Subjekt ist im zweiten Päda nach V, 29, 7 höchst 

wahrscheinlich Agni zu ergänzen, wie Ludwig gesehen hat. Aber 

darum ist es im ersten Päda doch nicht Agni, den die Maruts 

stärken. Ich übersetze: „(Dir) den alle Maruts einträchtig stärken 

sollen (vgl. VI, 34, 4), dir, o Indra, hat er (nämlich Agni) hundert 

Büffel gebraten; Püsan und Visnu haben ihm etc." Griffith 

hat das Richtige. — Der Auffassung von S(y6säh^ wo es wie hier 

neben einen Nom. plur. steht, als Nom. plur. sollte man m. E. nicht 

niit Bergaigne (Quar. h. p. 2 Anm. 6) aus dem Wege zu gehen 

suchen ; da der Stamm jö^a über jeden Zweifel gesichert ist , ist 

Änch ein Stamm aajösa (= avest. kazaosa) unanfechtbar. An den 

wenigen Stellen, wo für sajösäh weder diese Auffassung als Nom. 

plur. noch diejenige als Nom. sing. masc. von sajösas normale 

Konstruktion ergiebt, wird entweder syntaktische Unregelmässigkeit 

<>^er ein adverbiales Neutrum sajösäh, dem von Lanman 560 

^d Joh. Schmidt, Pluralbildungen 132 fi^. erörterten Typus 

^^gehörig, anzunehmen sein. — 12« a. — Die sich aufdrängende 
Zusammengehörigkeit von dnu mit pravdtah sollte man nicht mit 
Pischel, Ved. Stud. II, 67 umgehen; vergl. pi'avdto mahir dnu 
X 14, 1. Doch sehe ich hier von eingehenderer Kritik der Ansicht 
dieses Forschers über pravdt ab. — 14. Grassmann und Lanman 
(521) nehmen, entgegen dem Padap., dyumdte an, zu räyi in der 
That gut passend. Aber mir scheint doch dyumdtah an sich 
einwandfrei (vgl. I, 63, 3; V, 34, 3; X, 11, 7; 69, 7), und die 
oftenbare Parallelität von dyumdta indra vlprän und nrvdta indra 
*|«"m spricht dafür auf das Entschiedenste. — 15« Zum Versbau 
«ehe Proleg. 65. Zum zweiten Päda siehe zu 4, 8. 



322 Oldmberg, Rgveda Vll—20. 

18. 

4« In der durch die drei letzten Pädas sich hindurchziehenden 
Kette etymologisch zusammengehöriger Wortpaare bezieht sich meist 
das eine auf Indras Kraft, das andere auf Indra selbst {sdhah — 
sahi'stha] tigrdm — icgrdsya etc.). Aber das Gefühl für Symmetrie 
ist bei den alten Dichtem noch zu unbestimmt, als dass nicht 
einigemal von diesem Ausdruckstypus abgewichen und ein Paar 
allein auf Indra bezüglicher Worte kombiniert würde: so turatds 
turdsya\ so femer dradhrasya radhrcUürah „des nicht Elenden, 
dessen der den Elenden überwindet*. Man möchte die Auffassung 
dieser Worte für selbstverständlich halten; dass das eine Illusion 
wäre, lehrt Ludwig 's Übersetzung und Kommentar. Näher steht 
meiner Auffassung Pischel (Ved. Studien I, 124-126), dem ich 
nur den Sprung in den Vorstellungskreis der Freigebigkeit und 
des Freigebigmachens nicht nachthun kann. — 5« Nicht ,den Aä- 
giras, die von Vala hier erzählen" (Ludwig). Die Konstruktion 
geht in den nächsten Päda hinüber: „mit den Aögiras, welche 
(heilige Litaneien) sprachen, tödtetest du den Vala*. vddadbhik 
deutet auf die geläufige Vorstellung, dass die Aögiras bei der Kuh- 
gewinnung heilige Lieder recitierten; vgl. vdvadadbhih X, 67, 3^ 
Bergaigne II, 311fg.; Macdonell, Ved. Myth. 142; Pischel,^ 
GGA. 1894, 423. — hdnn offenbar zweite Person, also wird hdn z«^ 
lesen sein (Proleg. 429 fg.). — Grassmann will isaydntam be — 
tonen, aber die Betonung i^dy^ ist bei diesem Verbum durchgehend — 

Vgl. die Bemerkungen zu 5 , 7 über den Accent von vöjay^. 

6, Bartholomae (Studien I, 93) u. A. lesen bhavat, um Raunci 
für dreisilbige Aussprache des -ät/yo zu gewinnen. Aber an zwei- 
silbigem 'dyyo sollte hier so wenig Anstoss genommen werden wie 
I, 129, 2 an ddksäyyah oder wie an den Formen auf -efiya- nebezi 
denen auf -ema- (Arnold, JAOS. XVIII, 244). Dazu ruiniert die 
Lesung bhavat das Metrum. — 7. Auf die nach der vierten Silbe 
stehende Cäsur ioigi jdnima III, 31, Ö; 54, 8; VI, 15, IS, jdnima 
hier und VII, 62, 1. An der letzten Stelle, sowie an den drei 
ersten geht vidvä vorher, so dass die Auffassung als Plural ge- 
sichert ist. Ist es Zufall, dass eben an den zwei Stellen, welche 
mä haben , mämisänäm folgt ? Wollte man den Gleichklang des 
-inä mä' vermeiden? — Offenbar dmartiena aufzulösen, nicht 
ndmnä dti. — 8. Jana auf die einzelne Person bezüglich ist aller- 
dings im ?,v. selten (vgl. Delbrück, Vergl. Syntax I, 155), 
wenigstens dann, wenn man jeden Beleg, der eine andere Auf- 
fassung irgend zulässt, prinzipiell eliminiert. X, 60, 1 ist die Ver- 
meidung jener Auffassung m. E. doch recht gezwungen; in der 
späteren Sprache überdies ist die Beziehung des Wortes auf Einzel- 
wesen bekanntlich häufig. Unter diesen Umständen scheint mir 
der Konjektur mithvjano (Foy, KZ. 36, 127), deren Begründung 
in so weite Ferne greifen muss, wie zu lat. malignus, der Boden 



Oldenherg, Bgveda VI, 1—20. 323 

zu fehlen. — 9« udüvatä ist wohl in der That, mit der indischen 
Tradition (Präti^. 181), nicht als Ableitung von üt^ sondern als 
Partie, von ud-av aufzufassen. Das ä erscheint auch in dvyä 1, 166, 13, 
dessen Zugehörigkeit zu av durch III, 50, 2 bestätigt wird. Vgl. 
Benfey, Quantit. IV, 3, 35. — d: „mache schwach, o Gabenreicher, 
den bösen Zauber* Ludwig; „weaken, bounteous lord, his art 
and magic* Griffith; „ziehe aus gegen die Zaubereien* Geldner 
(Ved. Stud. II, 133). Soll etwas anderes vorliegen als das öfters 
erscheinende abkC-pra-mand mit seiner sonst stets auftretenden 
Bedeutung? Ist nicht zu übersetzen: „setze deine Wunderkräfte 
m freudige Erregung* ? Die Strophe geht Indras Kampfmittel 
durch, die er alle in Bereitschaft setzen soll; zuerst ist von seinem 
rdiha die Rede, daim vom vdfra, endlich von seinen mäyak, die 
auch in V. 1 2 gerühmt werden. — 10« heti Instrum. ; Padap. hetfkf 
Ton Bergaigne (Mölanges Renier 99), übrigens nur als möglich, 
bum überzeugend verteidigt. BR. vermuten ^WraÄcf/Ä, schwerlich 
zutreffend. Vgl. L an man 380. — 12. In Päda a will Bloom- 
field (PAOS. May 1883, p. CLXII) die überschüssige Silbe durch 
die Konjektur sthurasya, M. Müller (SBE. XXXII, p. CXXV) 
durch Synizese in athdvirasya beseitigen. Beide Vorschläge ergeben 
Unbefriedigendes in Bezug auf Cäsur und Rhythmus, sthdvirasya 
gltfsveh ist nicht anzutasten (vgl. III, 46, 1; VII, 93, 2), vielmehr 
muss der Eingang des Päda mit seinen sechs statt fünf Silben vor 
<ier Cäsur als Sitz der Unebenheit angesehen werden. Bollensen's 
(Or. u. Occ. n, 480) Tilgung von jird empfiehlt sich wenig. Ver- 
mutlich wurde tuvi- einsilbig gesprochen; allenfalls Hesse sich an 
den Voc. tuvidyumna oder (auf mahimä bezüglich) den Nom. tu- 
^dyumnd{k)^) denken, welche Formen durch den Einfluss der 
folgenden Genetive wohl zum Gen. entstellt werden konnten. — 
1». Bilden bc einen Nebensatz, wäre an die Betonung niSiddh 
"^ denken (doch s. oben zu 16, 17). Aber nichts hindert, c als 
Hauptsatz aufzufassen, indem man zu b ein Verbum des Sinnes, 
'welcher etwa durch das arandhanäyah I, 53, 10 angezeigt wird, 
er^zt. 



19. 

1. amindh schwerlich von am-. Es wird zu minäti gehören, 
wie wohl auch Ludwig (Y^ 106: „der nicht abnimmt*) glaubt; 
ich tibersetze „der nicht zu nichte gemacht werden kann". Ber- 
gaigne (Joum. As., Avril-Juin 1884, 530) beurteilt das Wort 
richtig und vergleicht anämrndh. Neben dvibdrhäh steht das Wort 
auch X, 116, 4. — vavrdheV Vgl. zu 17, 3. — 2.' WahrscheinUch 
sadidä cid, — vavrdhä*? Vgl. zu 17, 3. — 8. dämü nah Bar- 

1) tuvidytannä auch Bartholomae, Stadien I, 78 Anm-., der jedoch die 
Form ab „KürzuDg*' eines Geu. giebt. Unmöglich ist das nicht. 



324 Oldenberg, Rgveda VI, 1^20. 

tholomae, Bezz. Beitr. XV, 195 fg. , mir nicht überzeugend. — 
Wohl aufzulösen aamdn indrohhi ä vavj'tsuä/aü, — 4. äcUinam 
(Ludwig) für catinam empfiehlt sich wenig; das Wort kommt 
fast nur neben sahcLartn- vor (doch vgl. VII, 57, 7). Wie wäre 
der Fehler entstanden? Und warum überhaupt conjicieren? — 
5« rdyah als Nom. pl. ist gezwungen; VII, 18, 3 zeigt mit grosser 
Wahrscheinlichkeit, dass Gen. sg. vorliegt. Einer Accentänderung 
bedarf es nicht. — ?• jigivärfisah steht, wie hier, unmittelbar nach 
der Cäsur noch II, 18, 8; V, 62, 9; ausserdem noch X, 78, 4 im 
Pädaeingang. jigivdn nach der Cäsur II, 12, 4 ; im Ausgang III, 15, 4. 
Im Atharvaveda : jigivdn FV, 22, 6. 7 im Pädaausgang ; VIII, 5, 22 
im Pädaeingang. Mir scheint die Vermutung berechtigt, dass neben 
Jigtv^ auch ju/iv^ vorhanden war und an Stellen wie der nnsrigen 
gesprochen wurde. Jüngere vedische Texte kennen die kurzvokaliscbe 
Form (Whitney, Roots 53; Wackernagel, Gramm. I, 46). — 
Am Versschluss: tuötäh. — 8« äüduvdmsam, wo es hinter der Cäsur 
steht, in ^uä^ zu ändern, haben wir schwerlich das Recht. Eine 
Vergleichung der in Betracht kommenden Formen nach M. Müller's 
Index (von äüduydma bis dühbve) ergab, dass das ü 13 mal durch 
das Metrum des Pädaausgangs geschützt ist; 4 mal würde die 
Stellung nach der Cäsur Kürze empfehlen; Imal erscheint die 
Silbe in anderweitiger Stellung. Speciell das Part. perf. act {SUiu- 
vdmsah äuduvdrnaam Mduvdrnsä) erscheint 6 mal im Ausgang, 2 mal 
nach der Cäsur. Un^ einen Maassstab darüber zu gewinnen, was 
für Zahlenverhältnisse hier zu erwarten sind, habe ich die von 
Delbrück, Ai. Verbum 234 — 236^) verzeichneten Formen des- 
Part perf. act. auf -vämS' zu Grunde gelegt. Ich habe die Formern 
untersucht, welche mit Silben - - - anheben (eventuell, welche aug 
den Silben - ^ ^ bestehen) und bei welchen die Länge der erste 
nicht wie bei düduvdmsam oder jägi'vdmsam etc. in Zweifel ge- 
zogen werden kann, sondern durch Position (z. B. cakru^am) oder* 
anderweitig (z. B. ücd^e sedü^dk) über jeden Zweifel feststeht*). 
Hier fand sich nun : Stellung im Eingang des Päda 5 mal ; Stellung 
unmittelbar nach der Cäsur 11 mal; Stellung in dem metrisch be- 
stimmten Ausgangsteil des Päda 36 mal; vermischte sonstige Fälle 
18 mal. Man sieht daraus, dass die in Rede stehenden Formen von 
ää die Stellung unmittelbar nach der Cäsur, verglichen mit der- 



1) Von § 229 Anfang bis ezcl. zu den Formen „ohne Reduplikation der 
Wurzel". 

2) Ausgeschlossen wurden die Formen mit Präfix oder a privatiTum. Be- 
rücksichtigt sind demnach mit allen Belegen Delbrück'», welche yon dieser 
Ausschliessung nicht betroffen werden: lyivämsam iyuainäm ücüse okivätnsä 
cakrüsam cakruse jagmusah jagmüsi jagmüsih jigyuae jtgyüstih jigyusäm 
paptivämsah pipt/üsl pipyuslm pipyuaih bibhyüsä bibhyüse bibhyuscüi bibhy- 
üai mamHuüh «uäruvän äuäruvdmsä sedüsah sctsrusih tasthivän tasthwäni' 
nam tasthivümaah tasthivdinßä tcuthüsah Uuthusih tustuväiMoh jagknüfoh. 



Oldenherg, ^gveda VI, 1^20, 325 

jenigen im Pädaausgang , nicht in höherem Maasse bevorzugen als 
solche andere Formen der gleichen Formenkategorie, bei denen 
Länge der ersten Silbe unzweifelhaft feststeht. — 10« va/mdm, — 

dhä(h): ein so häufiger Fall des zweisilbigen Vokals, dass man 
diese Lesung der ebenfalls denkbaren sthürdm vorziehen wird. 
Bloom field (PAOS. May 1883, p. CLXH) will die fehlende Sübe 
durch die Konjektur sthdviram einbringen, umgekehrt wie er 18, 12 
ändert. Solche Vertauschung von sthürd und sthdvira empfiehlt 
sich wohl wenig. — , Vielleicht statt mahirayim zu lesen*, Ludwig 
willkürlich und überflüssig, denn an der Verbindung von brhdntam 
mit rdtnam ist kein Anstoss zu nehmen. — 18« tuötäh. 



20. 

Dies Lied hat zahlreiche zehnsilbige Pädas von einem Bau, 
welcher wohl als identisch mit demjenigen vieler Pädas von I, 61 
(Proleg. 90 fg.)*), als sehr ähnlich dem vielfach in II, 11 erscheinen- 
den (daselbst 87 fg.) aufzufassen ist. Auch VI, 63 (2*»^ S^, 4^ 
6**'. 7*) tritt derselbe oder ein ihm sehr ähnlicher Typus häufig 

auf. Die Silben 5—10 haben die Gestalt - ^ ^ ; die Cäsur 

wird ganz unregelmässig gehandhabt. Diesem Typus rechne ich 
zu 2^^. Vielleicht 3^, wenn hier nicht {ndro dreisilbig. Ferner 
4*. S*'. 7®^. 12^ wenn nicht ein Vokal von sirak zweisilbig. An- 
nähernd auch 7**, wenn nicht unterzählig in dem Proleg. 68 fg. 
«röiierten Sinn. Auch im Übrigen ist das Metrum recht frei be- 
^delt: so 5®. 7*. Im Allgemeinen vergleiche zu diesem Metrum 
^' Bradke, Dyaus Asura 27. 

1*. Aufzulösen : dyaxlr nd yd! ivdra abhC bkuma arydh. Zur 
Erklärung vgl. ZDMG. 54, 169. — janän? vgl. Proleg. 478 fg. — 
•• div^ (Grass mann) mit Recht abgelehnt von v. Bradke, 
%aus Asura 44. — Für den als asuryh überlieferten Stamm ver- 
fugt Grassmann, wo das abstrakte Substanti vum vorliegt , die 
Accentuierung asuryd^ während das Adjektiv asxirfa lauten soll. 
Kese Auffassung erkennt v. Bradke, Dyaus Asura 23 ff. als 
Wahrscheinlich an , während Bergaigne (Joum. As. , Nov. Dec. 
1884, 510) Grassmann 's Distinktion illusorisch findet. Natür- 
lich lässt sich die substantivische oder adjektivische Geltung des 
Portes, gelegentlich auch die vokalische oder konsonantische 
^Itung des y nicht für jede Stelle mit unbedingter Sicherheit 
feststellen. Doch werden divergierende Ansichten über Einzelheiten 
an folgender Statistik nur unerhebliche Änderungen herbeiführen 
können : 



1) Auch dass diese abnormen Pädas mit regelmässigen nntermbcht sind, 
welche der Häufigkeit nach vorherrschen, hat unser Lied mit 1, 61 gemein. 



326 



Oldenbergy ftgveda VT, 1—20. 




Substantiv mit y 
Substantiv mit i 
Adjektiv mit ^ 
Adjektiv mit i 



12 



1«) 

7 



21) 
4«) 

1*) 
15) 



14 
4 
2 

8 



Wir gelangen m. E. zu dem Ergebnis, dass in der That in der Be- 
handlung des Substantivs und Adjektivs ein Unterschied obwaltet, 
der schwerlich zufällig ist. Dass die Kasusendungen mit ihrer ver- 
schiedenen prosodischen Beschaffenheit ihn nicht erklären können, 
sieht man leicht. Die Ausnahmen von der Regel sind, wenn man 
die überall in der Behandlung des y auftretenden Schwankungen 
in Betracht zieht, nicht zu häufig. So muss man, meine ich, in 
der That der Vermutung Grassmann 's zustimmen, dass ein Adj. 
asurta und ein Subst. asuryd (wie indriyd, rctjyd etc.) unter- 
schieden werden müssen. An unserer Stelle dürfte asurydm zu 
lesen sein. — Für dhäyi wird mit Grassmann und v. Bradke 
Dyaus Asura 27 däyi (II, 20, 8; VI, 25, 8) zu vermuten sein. — 
hdn Proleg. 429 fg. Einsetzung der augmentierten Form (das. 70, 
A. 1) ist wegen der metrischen Beschaffenheit dieses Liedes nicht 
am Platze. — 3« indro wegen des eigentümlichen Metrums un- 

sicher. — puräm. d : die natürlichste Auffassung scheint mir zu 
sein: als er (der Soma) dem Zerbrecher aller Burgen half. Vgl. 
II, 11, 11; IX, 61, 22, Bergaigne 11, 263. — 4. pandyendra 
dtra oder pandya! indrätra? Gegen die erste Auffassung sprich^ 
die mindere Häufigkeit der Krasis wie des Hiatus, gegen die zweit« 
— wohl weniger entschieden — die Quantitäten der viert- uni 
drittletzten Silbe. — Der Vers geht von dem Paiiimythus (a) zun 
Susnamythus (b-d) über, der dann auch den ganzen v. 5 füll" 
Trotzdem ist datafh in a und vadhafk in c gewiss nicht, wi 
Delbrück, Vgl. Syntax I, 237 vorschlägt, zu trennen (vgl. anan 
ta(h . . . vadhaih I, 121, 9). Unter hundert Schlägen des Indrs 
fielen die Panis, (fielen) zu Gunsten des Daäoni die Zauberkünste 
des Susna. Über die arkdsäti vgl. P i s c h e 1 , Ved. Stud. 1 , 2i; 
doch glaube ich kaum, dass die Bedeutung , Hymnus* bei diesem 
Wort ganz aus dem Spiel zu lassen ist. Dass die arkdsäti an 
allen drei Stellen, wo sie auftritt, stets in Verbindung mit dem 
hav( steht , ist schwerlich ein Zufall ; üöanä (d. h. doch wohl der 



1) Dies ist V, 66, 2 und unsere Stelle VI, 20, 2 (man berücksichtige die 
metrische Besonderheit des Liedes). 

2) II, 35, 2 ; III, 38, 7 ; VII, 21, 7; X, 50, 3. 

3) IX, 71, 2. 

4) VIII, lOl, 12, gewiss eine junge Stelle. 

5) VII, 22, 5. 



Oldenberg, ^gveda VI, 1^20. 327 

kavi^ um den es sich hier handelt, s. unten), trug das ukthdm 
ror (IV, 16, 2), und wenn es heisst svär ydd vSdi sudfdikam ar- 
haih IV, 16,4, so machen die vorangehenden Verse wohl wahr- 
sclieinlich, dass carkd hier die Bedeutung „Hymnus* hat oder sie 
wenigstens auch hat. Es konnte sich um einen Zauber handeln, 
dessen Pointe eben auf der Doppelbedeutung von arkd beruhte; 
d 13. roh den Hymnus sollte das Licht erlangt werden (vgl. VIH, 
,10). — Ist nun in unserm Verse nicht zu verstehen : dem 
iopi ^ u n d dem kam (Ü6anä) ? Da eben der letztere in den 
ICiatsa-Sus^akampf verwickelt war, läge diese Annahme nah. Aber 
&i3.ch dass DaSoni ein anderer Name des Uäanä wäre, ist denkbar. 
fl. zu unserer Stelle besonders VI, 26, 3 und I, 174, 7^): dass 
als TcavC eben USanä zu verstehen ist, hat für die letzte Stelle 
sclion Geldner, Ved. Stud. II, 168 vermutet. Dass nach unserm 
Vers, Päda d, Indra bei dieser Gelegenheit vom Trank nichts übrig 
liess, passt zu X, 96, 12, vgl. I, 51, 11; VIII, 52, 2. — 5. Vgl. 
Geldner, Ved. Stud. H, 172. Die nächstliegende Übersetzung 
von a = rv, 28,2* mdhö druhö dpa viSväyu dhäyi ist sicher 
dieGeldner's: „des grossen Zauberers Lebensmaass war zu Ende '^. 
Aber mich macht bedenklich, dass X, 22, 14 zu lesen ist: düsnam 
p<6i pradaJc^nid viäväyave ni äünathah. Ist die Wiederkehr 
desselben Schlagwortes viäväyu in Bezug auf denselben Mythus 
Zufall? Um sicher zu beurteilen, was es mit diesem Worte für 
eine Bewandnis hat, müssten wir von dem Mythus mehr kennen 
*ls die Trümmer, mit denen wir uns nun einmal zu begnügen haben. 
So können wir nur eine Auffassung, die vermutlich erst durch 
Hinzufügung konkreter uns fehlender Züge wirklich zutreffend werden 
'^e, als Versuch einer Annäherung an den Sinn der Stellen 
vorschlagen. Hier und IV, 28 : „Dem grossen Unhold wurde, was 
*Ue8 Leben enthält, entzogen*. X, 22: „Du hast ihn nieder- 
geschmettert um dessen willen, was alles Leben enthält*. In wesent- 
lichen Punkten sind mir Ludwig und Bergaigne (11, 337) 
▼orangegangen. Der Letztere sieht in dem viivdyu die Sonne, 
'^ürde dann nicht das Masc. stehen? Vielleicht kann das Sonnen - 
i'ad gemeint sein, an welches die Erzählung in einer nicht mehr 
^ ermittelnden Weise das Schicksal alles Lebens geknüpft haben 
^^> Eine wie bedeutende Bolle dies Rad im Suspamythus spielt, 
ist bekannt; dass es vi^äyu ist, würde FV, 28, 2 geradezu gesagt 
sein, wenn wir mit Ludwig dort die Pädas cd zu einem Satz 
▼ereinigen dürfen (einigermaassen ähnlich auch Säyaija). — 6« „Wie 
^er Falk für ihn den rauschbringenden Stengel (geraubt hat , so) 
^ Haupt des D. N. herunterwirbelnd . . .* (ähnlich Ludwig; 
<^nffith; Hillebrandt, Myth. 1,279; Bergaigne, Rha 25). 

1) Es tritt hier eine nahe Berührung unseres Liedes mit I, 174 hervor, 
w die dann auch die Gleichheit von v. 10 c mit I, 174, 2^ und von v. 12 mit 
^y 174, 9 anzonihren ist. 

Bd. LV. 22 



328 Oldenberg, ftgveda VI, 1—20. 

Das asmai geht über die gewöhnlich bei den nrf- Vergleichen inne- 
gehaltenen Grenzen hinüber; der Dichter folgte aber, indem er es 
setzte, geläufiger Bahn (cf. 17, 11). — Säpidm besser bezeugt als 
SG,yidm\ ein p las offenbar auch Säya^a, siehe denselben zu 
X, 48, 9. — ?• dflh&h. — vajrin d^. Die Vergleichung ädvaaä 
nd ist überaus befremdend; Grassmann 's Vermutung davdsäna 
scheint wohl glaublich. — rSknah kann mit e zu lesen sein (VIT, 40,2; 
VIII , 46 , 15), aber die metrische Eigentümlichkeit unseres Liedes 
macht dies fraglich. Ebenso ist über dätrdm (cf. IV, 38, 1. Oder 
dätrdTn?) zu urteilen. — 8. Die Behandlung dieses Verses ist recht 
schwierig. Ich nehme Folgendes an: Vetasu, DaSo^, wohl auch 
Tütuji sind Schützlinge Indras (Vetasu : VI, 26, 4 ; anders vielleicht 
X , 49 , 4 , aber die Stelle , die in der Nachbarschaft der unsrigen 
steht, ist maassgebender *). Da^oni oben v. 4; X, 96, 12, vgl. Vlll, 
52, 2. Tntuji scheint mit dem Tuji unten 26, 4 ; X, 49, 4 identisch). 
Andererseits Tugra wird von Indra bekämpft, unten 26, 4 ; X, 49, 4. 
Also kann der Acc. Tügram nicht mit Vetasum etc., wovon er ja 
auch durch die Wortstellung weit getiennt ist, parallel stehen; 
beide werden von verschiedenen Verben abhängen. Als solche bieten 
sich dar upa-srfä und ä . . , tyddhyai, üpa-a^j steht sehr häufig 
vom Zulassen des Kalbes zur Mutterkuh ; dass es hier eben in diesem 
Sinne zu verstehen ist, wird durch mdtdh bestätigt; vgl. IX, 69, 1; 
Väj. Saiph. VIII, 51. Objekt zu ripa-srjä werden also die Indra 
freundlichen Helden sein. Für d-iyddhyai scheint mir VIII, 45, 14 
entscheidend : a tvä panirn ydd tmake ,,wenn wir dich (Indi*a) um 
den Pani (d. h. wie Grassmann erklärt, um seine Auslieferung) 
angehen*^ (davon, dass Indra selbst hier als Pani gedacht sei, ist 
wohl keine Rede; mehr über den Pani wird v. 15 gesagt). Der 
Sinn wäre der : Indra soll den Vetasu etc. wie (Kälber) zur Mutter 
zulassen, damit sie ihn um (Preisgabe des) Tugra etc. angehen 
mögen, zu Gunsten des Dyotana. Oder: Indra soll Vetasu etc. zum 
Dyotana wie (Kälber) zur Mutter lassen u. s. w. Befremdend ist 
dann allerdings der Gen. mätüh neben Dyötanäya\ vgl. aber 
Delbrück, Ai. Syntax § 110, Speyer, Ved. u. Sanskr. Syntax 
§ 72 — oder ist nach IX, 69, 1 udhani zu mätuh zu ergänzen^? 
Von Einzelheiten verlangt eine Bemerkung zunächst dd^ad ibham. 
Das adverbielle äddvad heisst im ^v. meines Erachtens nur «immer 
wieder, allzeit*. Man könnte das Erscheinen des Wortes an unserer 



1) Lässt übrigens X, 49, 4 nicht eine Deutung zu, bei welcher die be- 
fremdende Verschiebung der Rolie von Vetasu gegenüber den sonst so nahe 
stehenden Parallelstellen vermieden wird? „Ich (bratshte) wie ein Vater die 
Vetasus zur Überlegenheit" {abhisH bedeutet dies, vgl. ahhi-cu). Vgl. etwa 
tdm abhütaye kdrah . . vdjinam I, 129, 1. 

2) Wesentlich anders legt die Rollen der hier auftretenden Persönlich- 
keiten Th. Baunack (KZ. 35, 520 ff.) zurecht. Er irrt vor Allem in der Auf- 
fassung des sdcä VI, 26, 4; was im Übrigen gegen ihn zu sagen w&re, bt in 
dem oben Bemerkten impUcüe enthalten. 



Oldenberg, Rgveda FI, 1—30, 329 

Stelle danach auffallend finden: meines Erachtens nicht mit Recht; 
man vergleiche etwa I, 116, 6. So scheint mir die Vermutung von 
Lud VT' ig und Grassmann ddivadibham der Grundlage zu ent- 
behren. Der Text ist wohl in Ordnung; Ibha mag Kurzform des 
Namens Smadibha X, 49, 4 sein, wie Pischel-Geldner, Ved. 
Stud. I, XYI annehmen, doch möchte ich bei dem Nebeneinander- 
stehen von ibha und smddibha für X, 49, 4 eher an eine Zusanmien- 
setznng mit smdd (,samt Ihha*^) denken. Man könnte sich übrigens 
auch durch die Vergleichung der unserm Verse so nahe stehenden 
Parallelstelle X , 49 , 4 zu der natürlich unbeweisbaren Vermutung 
i Tügram ca srnddibhatn führen lassen. Für üpa sjjä (üpa srja 
Padap. ; vgl. Piüt. 177) vermutet Grassmann üpäsj'jäd: mir 
scheint ohne Grund und zum Nachteil des Metrums. Auch Baunack's 
(KZ. 35 , 522) Annahme einer 1. Sing. Conj. ist gewaltsam. Ich 
balte den überlieferten Text und mit Wahrscheinlichkeit auch — 
obgleich ja 8}jä{h) ein möglicher Ausweg ist — seine Auffassung 
im Padap. für richtig. Dass indraJi im Nom. vorangeht, kann 
nicht gegen die Annahme eines Imperativs entscheiden; derartige 
Unebenheiten sind ja häufig (vgl. z. B. III, 54, 15). Ebenso, dass 
Indra hier aufgefordert wird eine That zu thun, die er in Wirk- 
lichkeit längst gethan hat. Er soll eben zu Gunsten seiner jetzigen 
Anbeter die alte Handlungsweise erneuern, vgl. Vers 12 (^ I, 174, 9) 
päräyä Turvddam Yddum sudstC, Verlängerung des schliessenden 
Endvokals endlich vor vokalischem Anlaut sollte nicht geleugnet 
werden, vgl. B e n f e y , Quantitätsverschiedenheiten IV, 3, 10, meine 
Prolegomena 60, Anm. 1, Wackernagel, Gramm. I, p. 311, 
Zubaty, WZKM. II, 139 A. 1. Dass der Hiatus des überlieferten 
wie des wirklichen Textes gegen die Annahme des Imperativs srjä 
Dicht entscheiden kann, braucht kaum hervorgehoben zu werden. — 
9» dhdrt Pragfhya. — 10« Gegen end (so Grass mann; anders 
Benfey, Quant. IV, 1 , 27 fg.) wird man nach den Ausführungen 
von Zubat^ WZKM. IH, 303 bedenklich sein. — ddrd (vgl. 
^ackernagel 1,304) ist verdächtig. Allem Anschein nach ist 
^ß 2. pers. gemeint (ebenso I, 174, 2); was dasteht ist doch wohl 
^' pers. Mir scheint, vielleicht unter Einfluss des nicht weit ent- 
fernten ddrt VI, 27, 5, eine Verwechslung der beiden Formen vor- 
legen und dar (ddh) zu lesen. Dass der gleiche Fehler auch 
M74, 2 ergriffen hat, bewegt sich in der gewöhnlichen Bahn yg- 
vedischer Textschicksale. Für unmöglich können wir es allerdings 
^cht erklären, dass die Fälle des Gleichlautens zweiter und dritter 
Personen des Aorist hier die Übertragung des -rt von der dritten 
Jjf die zweite herbeigeführt haben. Wahrscheinlich ist doch eine 
^rtragong kaum, welche durch Verpflanzung eines gewiss bestimmt 
^ eines solchen empfundenen Charakteristikums der 3. pers. auf 
"je zweite das Sprachgefühl verletzen musste. Auch die Annahme 
ßines lautgesetzlichen Übergangs des im absoluten Ausjaut stehenden 
^hen rf in rt (Bartholomae, Ar. F. II, 85) ist mir nicht 

22* 



330 Oldenberg, ftgveda VI, 1—20, 

Wahrscheinlich. Ebensowenig die Hypothese einer mechanischen 
Verstümmelung von ddrdar (Delbrück. GGA. 1881, 399). — 

däsik? c2^^ ? L u d w i g 's Saudäslfei st«ht in der Luft. Gaedicke 
(Accus. 55 Anm.) ddno ddaih nach I, 174, 2: scharfsinnig abei 
entbehrlich. — 11, Wohl tnd'ra. Doch ist das eben in diesem 
Liede nicht sicher. Ebenso zweifelhaft hier ndvat^ästuam, — 
12. (= I, 174, 9) tnd'ra? Zu beurteilen wie 11. Auch das Lied 

I, 174 enthält viele defekte Pädas. — strä(h)? sirä(h)? In diesem 
Lied imsicher ob aufzulösen. — ]3. tnd'ra? wie oben, tdbhya 
(Grassmann) würde man in einem metrisch korrekteren Liede 
mit grösserer Zuversicht annehmen. — Das überlieferte pakthy be- 
sagt offenbar, dass der Betreffende Lidra neben Soma etc. aucb 
gekochte Opfer darbringt, vgl. U, 12, 14. 15; IV, 24, 5. 7; 25, 6. 7; 
V, 29, 11; 34, 1; VI, 29, 4; VH, 32, 8; VIH, 31, 1. Soll es ein 
*pakthd „gekochte Speise" gegeben haben, von dem palähin^ nom. 
paktht abgeleitet wäre? Möglich ist das. Aber nicht unwahr- 
scheinlich ist, dass das Wort unter dem Einfluss des Namens 
pakthd verderbt ist, in der That aber das häufige paktC im Instr 
paktt (vor Vokal paktC) vorliegt. 



331 



Zu Payne-Smith Thesaurus Syriacus Fascic. IX u, X. 

Von 

Siegrniiind FraenkeL 

Im Anschlösse an die Bemerkungen Löw's (Zeitschrift 47, 514 fif. 
nnd 52 , 308 ff.) gebe ich hier noch eine kleine Nachlese von Be- 
richtongen und Zusätzen, indem ich mich dabei zum Teil der von 
Low angenommenen Rubriken bediene. 



I. Griechisches. 
)i^ 3499 , Cursor* ^^^t 1. \r^ 3763 ^^\ Tuxqqdqiog. Das- 
selbe fi]£ G. JV^O) 3570. — 

^alOOH)^ 8509 jLVo.J »mit Bildern" verderbt aus >olQ^O^ 
8509 %tiqonoirixov bezogen auf j ^^^K^^^ H Sam. XIII, 19, erklärt 
durch jLVop jLv-i». — 

LO 3543 nicht „figurativus* vielmehr ist jflQX^ 
Barhebr. Nomoc. (Bedjan) S. 125 Transcription des 
römischen „Connubatus*, wie ebenso das Col. 255 nicht erkannte 
QpQjJl^^/ (BA l-jpö) des römischen ,Indigenatus*. — 

\-L^^ 3518 oJ Plural von Koxxog „Würfel*. — 

J;gwO£) 3522 |2L*t*. j't^Q** *Ä-V^J J^J, wo Loj das arab. 

_! , Lanzenspitze* ist, 1. );AjaO d. i. kovxccqiov, .^o^r^f^ 1743 
%vq>(ov (so auch Duval). J9QQD9QO 3568 Juüüt d. i. Kovqacoq, — 

]X1^;^ 3598 luoku^; }0^ %^aiL 1. ]a^^^ 3573 xcaaöUrir 
wo dieselbe Erklärung. — 

qP^X]qKo 3582 BB j fS r ^ ^ ist trotz der Bemerkung ziemlich in 
Ordnung; vgl. «^^^i]DQ^J0O9 1045 Ixarocrrif. Dort «^^^i]DQ^J0O9 Jfeul^n 

.^i;s^K.Ke y 3574 «^Ut ^ vJLX^t wohl ein ungenau erklärtes 
Kxtixi%6v , besitzanzeigend*. — 



332 Fraenkel, Zu Payne-Smith Thesaurus Syriacus Fascic. IX u. X. 

r yv^fH -*r^f^Olf^^ <> ^ ^loAiO 3590. Das Letztere ist gewiss 
iMxxonxqi%G)g. Vorher wahrscheinlich ^;KOkiKo wxxomQov, — 

f vyNl ^,^ ^<> 3599 Nom. propr. 1. Opol^^xO d- i- KavdtSazog 
Candidatus. 

Jnor^-ri 3609 vJukSt 1. J^^*^ KccvtoMOv 3662. 

3624 j*^ o^vv% Dicht ^cidaris*, sondern ent-stellt aus 
KoX6ßiov, 

^\soj6^J^ 3626 xäjJii xXvöoivag, 

IhSLTpß 3745 , Leuchter* ist uriquinxrig Ducange 645. Daneben 
mit genauerer Transskription des griech. x \^2^\o 3744. Für die 

Popularität des Wortes spricht die Form jbs^vo 3755. Auch 
mittellat. Ceraptum Cereaptum. — 

Jv^rLyif^ 3743 jllQfiD wohl nicht «linea*^ sondern xivrrifia .Stich* 
(.Pünktchen" cfr. Matth. V, 18). — 

I^JO^O 3759 erklärt durch ot Joe oder ot Js^t . Dies Letztere 
.Schleuse" also 1. JAjo;AjO Tuxta^^dKrtig. 

IL Zu den Glossen. 

Li der Erklärung von ji;DaD sind zwei verschiedene Dinge 
zusammengeworfen, vgl. Low, Pfln. 118. — 

Unter |\dqo 3519 1. 21 als Erklärung JJb ^. Das ist 

an eine falsche Stelle geraten ; zu schreiben ist Jjb ^QO so 

3519 1. 40. — Die ebenda gegebene Deutung von Jj,doJJ ist falsch. 
Das ^ ist die Präposition; die Erklärung bezieht 
sich auf Jbi^oJJo Ezech. 10,13! — 

^gSÄJ^QO 3546 sehr. ^^ Jjo^ vgl. 3580 1. 29 Jiio^ 

«o^t, -^*3^t 3648.1. 3 ist arabisiert aus pers. j^ .Scbinunel* 
^j^ Vullers i, 275. Vgl. noch |»o/ 68, (Auch 3531 paenult L 
^yi] für ^yü\). 

j&wQXlO 3648 nicht schlechthin .placenta", vielmehr erklärt 
Ephr. I Eeg. 14, 3 |2Cu<\j *|t^v durch )bSLQ2QiD in der Bedeutung 
von jyböQjO ; vgl. 3648 1. 2. 



FrcLenkel, Zu Payne-Smüh Thesaurus Syriacus Fascic, IX u. X. 333 



jLooiO 3653 L^^^t ^.mju jJt Ki^Ut^ iUiäJt d. i. ^Grund- 
besitz' im Gegensatz zu »beweglichen Gütern*. 

Durch die Belegstelle )'-.*Krir\ » jfck-aOJ \mS 3656 s. v. jboaiO 
zeigt sich, dass in )bk<aiOJ 940 das j von den Glossenschreibem als 
mit zum Worte gehörig betrachtet wurde, wie in ^ ^coo) ib. 7 v. u. — 

j ^^^ fn 4110 erklärt durch |a»9Q^ 1. |m9QO 1679, also mit 
Recht = i^jn\S gesetzt. 

ni. Falsch überlieferte Stichwörter. 



3570 „arm, mager*, völlig ohne etymologischen Zu- 
sammenhang und nui' in den Glossen vorkommend, ist Fehler für 
OCuü 2334 (liegt näher als Jiso-L). 

)9«mJ0 3570 wird in den Glossen durch J^^oi JJL wieder- 
gegeben, das dann in den arabischen Erklärungen als „Sti'oh* oder 
„Schildkröte* gedeutet wird. Das Wort ist blosses ^^^.^ajlj für 
JlJO Low Pfl. 159, gesichert durch das dort von Fleischer an- 
gefahrte ^yka5. — 

jj^OpO 3569 1. ]Uo\0. 

jiOQJ) 3938 erkl. ^JoUüt wohl „der Schleuderer*, also 1. JjOQJj. 

Jt^ 4089 1. );,^jt 4143. Dies ist zwar etymologisch ebenfalls 

nicht ganz deutlich; doch scheint die Tradition für das R jeden- 
falls gesicherter als für das D (vgl. namentlich Bar Bahl. 2019 
1. 7 u. Opusc. Nestor. 104, 6). 

Ko^^ 4134 „Ballspielstock* 1. Jbi^Om^ Aram. Frdw. 291. 

I^Q^VA 4143 xliü 1. I^ol*^. 

)^vp 4145 „sedimentum urinae* 1. J^^^ 4155 oder jj^kQit 4162. 



IV. Zur Sprachvergleichung. 

Zu Jb^Ä^Ä 3498 noiKlXog vgl. targ. ^'p^'pll Levy II, 344. — 

Zu ^^\äO „schinameln* 3647 vergl. «n-'awip „Schimmel* Levy, 
Neuhebr. Wörterb. IV, 265 (mit Wechsel von L und N bei M 
wie in ^ju^ nbs: u. a.). — JjQjOIQO 3758 = '\n';^ni';> Levy, 
Neuhebr. Wörterb. IV, 389 (vielleicht aus dem jüd.-aram. ent- 
lehnt). — |»o)l 3859 («TT. Xey.) „Pflegekind* gehört zu ^^ j.t^t. 



334 Fraenkel, Zu Payne-SmUh Thesaurus Syriaeus Fascic, IX u, X. 

— |aoi 3980 , Täfelung** (nur in den Wörterbüchern) = nDD-«^ 
Targ. I Kön. 6, 9 in derselben Bedeutung (Levy , TWB. 11 , 425). 

Der Lautwandel deutet vielleicht auf fremde Herkunft (vgl. äa^I 
tlpttiT?), und bei einem Architekturausdrucke würde man zunächst 
an das Assyrische denken. rvJcbu^ Delitzsch, Assyr. Hwb. 620 ? — 
j; K^^ 4031 {ccTt, Xey,j so 1. auch für das von den Lexx. aufgeführte 

j; K\^ 4254) gehört anscheinend zu ti.viwl - Beachtenswert wegen 
der verhältnismässigen Seltenheit solcher Bildungen im ürsemitischen. 

,? .waschen* 4087 jüd.-ar. a-iD (Kuhn, Littbl. I. 416). 



7>r ♦ r« 



V. Varia. 

3514 nach Qp«Ai9;aO Epiphan. 3, 24. (Brockelm.) — Vorher 
^OaIJOlO (Brockelm.) d. i. okoSocqiov in der, wie es scheint, im 
Griechischen noch nicht belegten Bedeutung . Beutel", cfr. Epiphan. 
52, 15 |o^cY%o y j% V ^V»/ V-s^ ^^OO (eigentlich .kleines Fell*, 

vgl. •'pa^N |aj9o/f für welche durch die aufgewiesene Analogie der 
Ursprung aus a^vaxlg wohl gesichert wird). — 3637 s. v. ]npN.<%<^ 

ist die seltsame Mischform w-of\\<^r^ (mit griech. Pluralendung) 

hinzuzufügen aus ZDMG. 29, 91, 8 (so 1. dort sicher für Qp«CD^XC 

neben oiSQd) d. i. ,xaAw^-Rufe". (Das Wort hat — g^g^^ 
PSm. — mit KXiog nichts zu thun). — Jnf^.nrv^n 3551 (Anecd 
Syr. II, 337, 1) = Koaaiaat .ohrfeigen* (vgl. Nöldeke, Orient. Skizzen 
247. — ^\o ;o 3759 (Barhebr. Chr. 147,20) d, i. twyxvkiov 
.PurpurwoÜe*', mit Wandel von N zu R bei L, Oder 1. .^oJ^kauO? 
— ÄJbüO 3775 (An. Syr. II, 236, 8) 1. ^Jb^. Zu übersetzen ist 
dort: .Und als er einen beschriebenen Zettel (jjOLQd = ittxtmuov) 
am Thore eines Hauses befestigt fand**. Vgl. die Vermietungs- 
ankündigungen in Pompeji CIL. IV. 138. 1136 u. ö. — Zu JiutQjt 
4108 ergänze I Maccab. 6,37, (Ceriani) wo es 6 Ivöog avrai) über- 
setzt. So 1. auch für Nüttsra Levy, Neuhebr. Wörterb. IV, 227. — 



335 



Uigurisches. 

Von 

J. H. Mordtmann« 

Nedjib Assym bey, der Verfasser des verdienstvollen türk 
tcarichi (Stambul 1318, 551 SS.), welchem ich vor einiger Zeit die 
Entdeckung von Stücken des Kudatku bilik mit Transskription in 
arabischer Schrift (vgl. diese Zeitschr. 52, S. 152) mitgeteilt hatte, 
schreibt mir kürzlich folgendes: 

(f^p. jj^^i y»^Lj; w^ ^y^^H^' *^-j-^^ ^ yj^i-^ jy^i «^t 

(/^it jULä »Ju^ibu.! ^^^ ^jÄMjir ,^Jo1y?> ^J^y:>lJl »^^ 



336 Mordtmann, üigurisches, 

^\f) [^LäT 1.] v.£5UM'^ ^oSoS^ ^^^3' LT-^ >^'-^.^ 

*.jjJLjt d. h. , Dieses Werk [das Kudatkubilik] ist nach den Orchon- 

inschriften unser ältestes Schriftdenkmal und daher von besonderer 
Wichtigkeit. Die uigurische Schrift vermag unsere Sprache nicht 
ganz wiederzugeben und ich bemerke daher in den Ausgaben des 
Kudatku bilik von Vamböry und Radioff mehrere Fehler. Das in 
Kairo zu Tage gekommene Exemplar mit arabischer Transskription 
wird jedenfalls diese Fehler zu verbessern beitragen. Ich hoffe 
jedoch, dass ein Werk, welches ich hier in Stambul in der Biblio- 
thek der Aja Sofia entdeckt habe, noch mehr Dienste bei der 
Erforschung und Entzifferung der uigurischen Sprache und Schrift 
leisten wird. In dem Kataloge der Bibliothek der Aja Sofia wird 
dies Werk als mongolisches Glossar aufgeführt, während es vielmehr 
uigurisch ist. Die Handschrift ist in sehr schönen uigurischen 
Charakteren geschrieben, auch befindet sich darunter eine Trans- 
skription in unserer Schrift. Was den Inhalt anbetrifft, so steht 
ganz zu Anfang eine paränetische Abhandlung an den Ddd s^pA- 
sdlär beg; hierauf folgt die Schrift machzen el esrdr des .medjzub* 
Mir Haider^ endlich einige Gedichte des Lutß. Wer der ,Dftd 
Sipehs&lftr beg** gewesen, vermag ich nicht zu sagen. Ich bezweifele 
indes nicht, dass dieses Buch demselben Eigentümer gehört hat 
wie die in Wien befindliche Handschrift des Kudatku bilik und 
mit ihr zugleich von Herat nach Anatolien gekommen ist; die eine 
blieb in Stambul, die andere ging nach Wien ; diese Persönlichkeit, 
welcher das Buch gewidmet ist, war zweifellos sipehsalar zur Zeit 
der Grossmogule. Obwohl aus dem Inhalt für die Geschichte kein 
Nutzen zu ziehen ist, so hoffe ich doch, dass dieses Werk für die 
Erforschung und Lesung des Uigurischen grosse Hilfsmittel bieten 
wird. Einen Teil der Handschrift, welchen ich vor Zeiten kopiert 
habe, lege ich bei.* 

Die Abschrift, von welcher zum Schlüsse dieses Briefes die 
Rede ist, habe ich unserer Gesellschaft zur Verfügung gestellt 
Nedjib Assymbey fügt noch hinzu , dass Ismet bey , Sohn S. Eic 
Hussein Riza Paschas (ZDMG. 54 , 283) , die Handschrift der Aja 
Sofia ?u photographieren beabsichtigt. 



337 



Zu B. Jacob's Aufsatz S. 135 ff. 

Von 

Friedrich Scliultfaess. 

Herr Babbiner Jacob hat meine Liste von Verbesseningen der 
christL -palästin. Texte vervollständigt, — leider mit Übergehung 
der Land'schen Fragmente, die des Schweisses der Edlen wohl wert 
sind — und obendrein die Güte gehabt, mir einen Korrekturabzug 
zu schicken. Hierin, sowie in der Wahl der Überschrift und in dem 
Winke für die Art und Weise, wie ein Lexikon dieses Dialekts zu 
verfahren habe, glaube ich eine Bezugnahme auf mein angekündigtes 
Lexikon erkennen zu dürfen und nehme mir daher die Freiheit, 
meinen Dank durch eine kurze Besprechung auszudrücken. 

Manche von den zahlreichen Emendationen sind überzeugend 
und haben sich mir selbst schon ergeben, nämlich alle irgend wahr- 
scheinlichen, mit Ausnahme von J) ^v% (S. 138) und l\,\D (S. 139), 

die mir nicht ganz sicher sind. Dagegen vermag ich Anderes nicht 
anzuerkennen oder wenigstens nicht in der kategorischen Fassung, 
in der es J. vorbringt. Dies betrifft übrigens vor Allem die Be- 
merkungen auf S. 140. Eine , vergleichende lexikalische Bearbeitung '^ 
dieses Dialekts zu liefern, wäre heute m. E. ein methodischer 
Missgriff, der sich rächen würde. Ehe wenigstens die wichtigsten 
aram. Dialekte, und zwar nicht bloss die von J. dort angeführten, 
auf Grund kritisch gesichteter Texte in gesonderten Glossaren ver- 
arbeitet sind, ist in einem Lexikon imseres Dialekts nicht an Ver- 
gleichung zu denken, wie sie J. versteht, nämlich hinsichtlich des 
Sprachschatzes; so wenig als sich ein Bearbeiter jenes Lexikons 
beifallen lassen kann, speciell das edessenische Syrisch zu berück- 
sichtigen, was J. befürchtet. Die einzige Aufgabe ist die, das sprach- 
liche Material vollständig zu sammeln und vorzulegen, wobei nur 
gegebenen Falls, d. h. meist nur in linguistischen (auch gramma- 
tischen) Fragen, auf diese oder jene verwandten Dialekte verwiesen 
wird. Die Vei'suche, den Sprachschatz vergleichend zu erörtern, 
sind heute notwendig etwas Halbes und können leicht tendenziös 
ausgebeutet werden; das zeigen wieder Dal man 's Listen, — eine 
der schwächsten Seiten seiner sonst , in Anbetracht des in ihr an- 



338 SchuUhesa, Zu B. Jacob'» Auftatz. 

gehäuften Materials, so nützlichen Grammatik. Vor der Hand lehrt 
noch ein Tag den andern. Übrigens hätte J. sich ans Lagarde's 
Aufsatz im 4. Bande seiner Mitteilungen gewiss eines Andern be- 
lehren lassen können. 

Nun zu ein paar Einzelheiten. 

S. 185, Zu Luc. 24, 29. Wollte man die Schreibweise J2iS^ 
,, gegen '^ mit Jacob in Jo\ ändern, so hätte man folgerichtig die 
verschiedensten Codices, vor Allem aber den sinaitischen Codex C, 
von Anfang bis zu Ende zu korrigieren. Jacob hat, sonderbarer- 
weise nicht bemerkt, dass namentlich in C dieses ^ = p durch- 
aus vorherrscht. Entstanden ist diese Manier dadurch, dass hartes 

p^ zunächst das p mverstmu, nicht nur ^, sondern auch 3 ge- 
schrieben wurde; und wie dann mit Weglassung der Punkte 3 
geschrieben wurde, so auch einfach o* So schreibt C fast stets 
j!pcifNir"> statt QpQ^Sk^ (Pilatus) u. s. w. (Umgekehrt ist sehr 

häufig |s/j |fS/ statt 1^/ „Vater* u. s. w.) Darum ist also auch 
das von Jacob S. 137 korrigierte ^-rg%^ zu belassen. 

S. 186. v^i. hat Mt. 25,14 nicht die Bedeutung luXXtiv, 
sondern die gewöhnliche. 

8* 137. . -\"N ist nicht in ^^Om zu ändeiii, sondern kommt 
von der Wurzel *ind , gleichviel, ob man mit Schwally erklärt, oder 
aber besser mit Praetorius in dieser Zeitschr. Bd. 48, S. 364 (auch 
dieser Aufsatz ist J. entgangen; schon hier findet sich die Emen- 
dation von ^jtobj in ,£LOh^, bei Jacob S. 137). — ^o^oi ist in 
JOOmO; zu ändern ; der Vokal der ersten Silbe braucht nicht xmter- 
schlagen zu werden. — Job. 18,36 ist JJ ausgefallen, aber . ^ -^ 
nach . J r>n\v> bleibt bestehn ; vgl. zu diesem, ja auch im Syrischen 
häufigen, Pleonasmus Mt. 18,20. 24,35. Rom. 10, 1. Nil-Liturgie 
705, 10, etc. — Was J. über ^^a-J- ®^' sagt, ist nur zum Teil 
richtig. Hebr. 10,35 passte ;jli, das ja = Jo (^Ai), aram. ibü 
(auch in unserm Dialekt) ist, durchaus nicht; una Luc. 21,30 ist 
zu übersetzen „wenn sie zu treiben beginnen*. Ich bleibe also bei 
meiner Korrektur. 

8* 138. o;fiQ2DL/ in o^CQjI./ zu ändern, geht aus graphischen 
Gründen nicht gut, ist aber auch gar nicht nötig, da das Targn- 
mische ein no» „sägen* (d. h. ein Derivat von N'i©73 ,Säge') j» 
auch hat.^) — ^^qpi'nvn hat schon Nestle verbessert, ^-s^ als ^o^q 



^ V 



1) Vgl. syr. >^^l/ u. s. w. 



SchuUhess, Zu B, Jacob'a Aufsatz. 339 

habe schon ich erklärt. — Das ^;oJ.L Is. 43,18 darf nicht, der 
im jüd.-aram. gewöhnlichen Form zu liebe (es ist natürlich Ithpe,, 
nicht jiphA)^ in ^VOji geändert werden, wenn es auch bis jetzt 
-vereinzelt dasteht neben v^jj./ und v^j/. Jene Schreibweise, mit 
.Assimilation des ersten (dentalen) Radikals an das Reflexiv-^ 
kommt auch im Edessenischen einigemal vor, u. A. gerade bei 
^esem Verbum. — Die Emendation -. )w^ ist mir völlig dunkel, 
ebenso diejenige S. 137 zu Luc. 24, 4 (wo etwa ^ ^V^ys zu lesen), 
S. 139 zu Job. 17, 2. — ^ 

8. 139« ) Q^ nr ,1 gesund* kommt öfters vor, in allen mög- 
lichen Codices; v*«*'» ^^^ ^®°^ ^^ dieser Bedeutung J. „überhaupt 
icein Fall erinnerlich ist« 2 Tim. 1,13. Tit. 1, 13. 2,2.8 (alles in 
-Ajiecd. Oxon. 5), wo es direkt für vyir^g {vyiaiviiv) steht; ausserdem 
t^ertihrt es sich sonst gelegentlich nahe mit dieser Bedeutung.^) — 
^exi. 19, 8 ist fälschlich sreändert; ^^^^^^^K^vn findet sich bei Land 

175, 26 = Prov. 5, 5. — ^^J^^^^ (cf- ^^q^k^Ex. 10, 21) 

'^- 11 in JVp; v^ zu ändern (wohl weil ^^jt^^o den Paralytischen 
.eutet!), muss aus graphischen Gründen bedenklich erscheinen. 
Die Korrekturen zu 1 Cor. 15 , 10 fc^JJ und die zu Act. 2, 23 
>€n schon Mrs. Gibson im Glossar, bezw. Nestle p. XXXVIII, 

^«^^ebrachi 

8. 140, Das Impf, der r ina auf n findet sich auch bei 

^^-'«^xid 183, 15. Etwas dilettantisch ist die Erörterung über );§ etc. 
Änsgefallen. .-*^ "n Land 206, 15 verbessert J. Seite 145 selber 
^^^ohträglich richtig in ^p^s; Land wird sich da verlesen haben; 

^^>er J;^ Jes. 9, 18. 10, 16 (neben ;v"n) darf man doch nicht ernst- 
lich als nvQOio erklären. Die Formen J;Sl, -t^- \'\^, J^^^ 
(Jo. 2, 3) können nur zu einer semit. Wurzel ult. -^ gehören, deren 
**tymologie bislang dunkel ist (wie Manches ili unserm Dialekt!); 

^'tir die Schreibung mit ä mag allerdings auf Einwirkung von nüq 
\ Truhen, wie vielleicht — so schrieb mir Hr. Prof. Nöldeke — im Syr. 
\ ^e Schreibweise \-^)J / (mit 1). — Zu }jodS^ vgl- schon Levy's 
Nenhebr. Wb. 2, 477 und Löw's Aram. Pfl. S. 98 s. v. ^jj. 

8. 143, Der Wechsel von ^ und ^ beruht auf Schreibfehlem 



1) Jacob hätte auch hier yom Syrischen lernen können, s. Payne-Smith 
^302 und Wellhausen, Nachrichten von der Gesellschaft der Wissenschaften zu 
Q«tÖngen 1895, 8. ö. 



\ 



340 S<Avit}>M*, Zu B. Jacob'» AuftaU. 

(niBB vergegenwärtige sich den handschrifU. Dnktas!). — J^ 
(^Of geschrieben) kommt aach Mt. 19, 18 vor. 

S. 114. o^Jl .Boss«* 2 Tim. 2,25 braucht nicht ge&nd 
zu werden; )l,Qa[^]I. kommt Mt. S, 8 A vor, wenn auch viellei< 
als Syriaamus: Solche sind den Lewis'schen Patimpsesten fiberhai 
nicht fremd. — Zu den Bemerkungen zu S. 70 und 64 : .„f^ } , ^ 
und J fn-'^\rt bitte ich den Zusammenhang einzusehen ! — )y>,' 
^^ (S. 102) ist richtig. 

Dass aus diesen jüngst pnblicierten Palimpseat- Texten d( 
noch Einiges mehr herauräubolen ist, namentlich durch zu Bi 
ziehen der Faksimilia, nird meine Besprechong in den GGA. zeig 
die sich schon nicht mehr in meinen Händen befindet. 



341 



Zu Zeitschrift 54, S. 661 ff. 

«Ein arabisches Karagöz-Spiel". 

Von 

CL Huart. 

S. 6^6, 1. 12. hdda bdrid ne signifie pas »Der ist [ein] un- 
angenehm[er Kerl]*, mais ,Cela est d^sagr^able *, ou plutöt «cela 
est de mauvais goüt, n'est pas fameux*. 

— Ibidem, 1. 19. haiäa^ dans y^haida 'amäi, est le turc »JwjLP 

,allons! marchel*. II naurait donc pas fallu traduire: ,ünd das 
ist(!) die Peitsche I* 

— Ibid., 1. 20. v-AAöA/to signifie plutöt ,le ciel est bnimeux, 

la terre est couverte de brouillard** (cf. R. P. Cuche, Dictionn, arabe- 
fran^aia^ Beyrouth, l*'' 6d. 1862, p. 344), et Ton comprend mieux 
la r^ponse de Karagueuz: Ld^ ^dhä »Nein, [der Himmel] ist klar** 
S. 668, avant-demifere ligne: ^ana lifi traduit par „Bin ich 
ein Lappen?*; c'est un contresens qui aurait pu ötre facilement 
6vite. ^ana n'est pas le pronom personnel »moi*, c'est le pronom 

interrogatif Ut ana ou Lut ^na „quel?* que j'ai explique dans mes 

Notes sur quelques eocpressums du DiaJecte arabe de DamaSy 
dans le Journal AsüUique, VIIP S6rie, 1883, t. I", p. 57. Le 
sens de la conversation de Karagueuz et d'Afyoun est le suivant: 

,0u as-tu essuyö ton ? — Avec le chiffon (non .mit 

einem*). — Quel chiffon? — Ta barbe, que jai prise pour un 
chiffon". 

S. 674, note 3. hat est le pronom dömonstratif Syrien ha + 
article, de sorte que la forme du MS. est la seule bonne: 
hat'talaU tl-^andkil ,ces trois gar9ons*, non pas „die drei 
Kerle*. Pour Temploi de ce pronom |J> hd, hS, celui-ci, voir mes 

Notes, p. 80. 

S. 678, note 1. tüilcJc, etc. ä. Damas on prononce ülak. Je 

crois que cette expression se rattache au classique ^ J^t .malheur 

& toi!* Cf. M.-G. de Slane, Diwan d! Amroulkais ^ p. 29, note 2; 
S. de Sacy , SSances de Hariri^ 1*'® ^d. p. ||*|* et Dozy, SuppUm. 
t. n, p. 847. 



342 



^^Kuthbi, die Hebräerin." 

Von 

Eberhard Nestle. 

In den „Syrischen Miscellen* (54, 4, S. 561; NB. mir zu- 
gegangen am 3. Februar 1901!) bespricht S. Fraenkel eine dunkle 
SteUe in der Rede des Melito aus Curetons Spicilegium Sjriacum 
(p. 25, 12). Ellar scheint mir, dass mit der GothJbi^ mulier Hebraea, 
quam coluerunt Mesopotamienses (Thes. Syr. 1717) nichts anzu- 
fangen ist. R. DuYal, Histoire . . . d'Edesse 1892 p. 40 f. hat sie 
zwar beibehalten: ,Les habitants de la M^sopotamie adoraient la 
juive Koutbi^ parce qu'elle avait sauvö Bakrou, abbaya (prince) 
d'Edesse de ses ennemis**. Was Renan dazu an der von Duval 
citierten Stelle im Spicilegium Solesmense des Card. Pitra 11, 
p. XXXVin et suiv. sagt, ist mir unzugänglich*). 

Dass Clermont Ganneaus Deutung auf das jüdische Amulett 
und den Abgarbrief unannehmbar ist, sagt Fraenkel mit Recht 
Ebenso recht hat er, an einen Göttemamen zu denken; aber n&her 
als „die arabische ^üzza'', an die Fraenkel denkt, scheint mir «der 

Abendstem* zu liegen; J V -;''nv ^^too könnte aus J ^-'^y y JbCOQO 

verderbt sein. Für den Morgenstern ist j-»VÖ. I'^*^^^ belegt (s. 

Thes. Syr. 1694) ; für die stella Veneris, (pcoCfpoQog ist das Femininum 
das gewöhnliche (ebenda) ; dagegen ist allerdings |a^V^ für ia7K(uv6g 
nicht belegt. Andererseits ist zuzugeben, dass der Name T j'^f/y ^ 
an die .^"Nrfv%o oder "^STD von Num. 25, 15 und an den Bar Eoziba 
erinnert (Prot. Real. Enc.^ 2 , 405), nur freilich , dass diese Namai 

gleichfalls dunkel sind. Das im BB. aufgeführte /fcoLoo (Thes. 
Syr. 1852) wird mit jtoo (ib. 1687) zusammenhängen. Ich ver- 
öffentliche diese Bemerktmgen in der Hof&iung, dass jemand einen 
glücklicheren Einfall haben möge. 

1) Ebenso was J. Lövy in der Rev. de Tbist. des rel. iO (1899) 370—377 
über Nebo, Hadaran et S^rapis dans l'apologie da Pseado-M^liton scJirieb. 



343 



The inherent vowel in the aiphabet of the 

avesta-language. 

By 
L. H. Mills. 

In view of certaih propositions which were made by me al- 
xeady in the Sacred Books of the East, Vol. XXXI (1887), and 
continued in the commentary to the Gäthas pp. 394 — 622 (1892 

94), also in a few short articles in this penodical, I trust that 

I may hope that disinterested scholars will continue to agree with 
me in ray general suggestions as to the zend aiphabet, details 
belüg often of course only tentatively advanced. 

It is quite obvious then that certain of our zend characters have 
been misunderstood, and in the hope of engaging the interest of those 
"w-ho are specialists in zend phonology, I will dwell for a moment on 
some obvious peculiarities of the avesta aiphabet before discussing fully 

the inherent Yowel. The sign Mj for instance, ,is not at all properly 
«xplained as being in any sense whatsoever, the equivalent of the 
sound ^ in some of its uses. In its application, for instance, to 

«xpress the gen. s. m. of the J* (a) declension it is clearly an ancient 
^^gD retaining its original force, which was totally distinct from 
that which a similar character most often possesses in the zend 
^Ptabet. 

In the use to which I refer, that is to say, to express the 

*ast syllable in the genitive form of the Ji or a declension, it has 

'^othing whatever to do with the sound ^, and is altogether errone- 

ously replaced by such a transliteration (Darmesteter among others 

^Uowing me in this view). , 

The sound ^, or anything like it, is totally absent from this 
Kd^ü = sk. 'oaya, 

No such genitive singular masculine of the i», a, declension 
^ -oA^ ever eiisted, or was in any way thought of, by those who 

Bd, LV. 23 



344 Mals, The inherent vowel in the aiphabet of the avesta-languctge, 

spoke the language of the Avesta as their veraacular. The character 
HJ (^) ^^®^ ^^^ merely represent y + a {-ya) here as in -ahya 
(sk. -asya), gäthic -ahyä, but it is here the two characters for 
y + a themselves as usually cursively united as in the well-known 
pahlavi sign J^ = ya in the original avesta-pahlavi writing. 

fO (fü) ^s simply i(j accidentally or purposely lengthenedy 

and J(j (') is actually and literally avesta- pahlavi i» + J cursively 

written J(j , J being the original mark for y (among other sounds) 

in the pahlavi of our MSS., and i» in pahlavi equalling long ä 
(also at times initial short ä). 

Another ezample which I cited as striking was ^)Jjia, in 

which Word the sign Mj is again obviously the ancient Ji(j repre- 

senting Ji + J cursively written as it is in the pahlavi of our 

extant MSS. f{} being the same i(j accidentally or purposely 
lengthened perhaps especially to show more definitively a final 
long ji = a instead of a short J* (a). And this also especially 

lengthened J(j again does not merely represent i» + J = y ^a^ 
but it actually is the graphic combination of those characters, the 
Word is kainyä^ cf. ind. kanyä (so), n. s. f. of the a declension. I 
may add another more striking instance of this misuse in these 
preliminary remarks (as in passing). It occurs in that 2"^ sg. 
imper. ^JdiiK which, as no one doubts, in some way represents 

nasya. But this character f{j not only Stands (in some way) for 

J* + J = ya (or yä)j but it is (again) the actual original ancient 

avesta-pahlavi writing of the two letters, avesta-pahlavi J = later 

füll avesta ^J (= y) + ji = a or ä; it is old avesta-pahlavi 

J(j accidentally or purposely lengthened to Mj. Nas^ (sie) is a 
so-called "monier". To introduce the letter ^ in connection with 
^ as here used, is simply a negation of fact. No such sound 



1) Those who do not read zend ccnstantly are reminded that -^ is 
Chief ly used for i in the fally developed avesta aiphabet; bat so also in th» 

previous pahlavi «^ = y -|- a and also », etc. 



Mills, The inherent vowel in the alphabef of the avestailangtuige. 345 

as ^ was ever in any way used (or thought of) in this application 
by Speakers of a vernacular. 

But there is another usage which needs explanation quite as 
much, though from a somewhat diiferent point of view; and it is 
one which illustrates the presence of the "inherent vowel" in the 
language of the Avesta. 

There are some char acters which we are in the habit of trans- 
literating correctly from the zend into latin, bat which are them- 
selves, as clear zend characters, erroneoüs transliterations of the 
earlier and quasi original avesta- pahlavi alphabetical signs. 

Take for instance, the sign ^ = u in the termination of the 

2*** pl. imperative med. of our gäthic verbs. Surely no one will 
doubt that these forms are wholly disfigured by being represented 
as 6^, dum. rf, — ö, — m, are indeed sufficiently ample reproduc- 

tions of the signs i , — (^ ,— J , but no one should any longer suppose 

that 6<f^, dü/ntj really represents any sound that was ever spoken 
by an ancient iranian as a syllable expressing the termination of 
the second pl. imperative, Optative or preterit middle of any word. 
The man of the gäthic age never said: 

ijf^J^Vi^ gerez'düm (?) 

6^ -j^^s?* 'Völz-düm (?) 

6i3 " •?öl?^ 9^^0'düm (?) 

flS -^itt/O thräz-düm (?) 

Q^ - ^m^ säz-düm (?) 

and the like, while even the men of the later Avesta said: 

^{(j^ji^^ji /lAi^ därayadhweni ^) 

g{(j^jiJjji/iAi/^ värayadhwem^ 

the indians in the mean time having never varied with -d/ivam^ as 
in dliärayadhvam^ trädhvam, jushddhvam^ dadhüUivam, etc. And 

it must have been long doubted that fi^J , dum was genuine ; what 
I am offering here is an explanation of the phenomenon. 

1) tu 18 for English ir, and in fact the Indian interior half- vowel should 
strictly speaking be often transliterated w not t?; elsewhere otherwise. 

23* 



346 MüUf TJie ifüierent vowd in the aiphabet of the avesta-language, 

We decide at once that the reported form C?3 » dum, is a 

mere error in writing and of comparatively late origin ; and that it 
has nothing to do with any original sounds of the language in this 
place. But how did it arise?; and why was it perpetuated? I 
think that it is very evident how it arose. The original consonant 
of the avesta, like the sanskrit and old persian consonants and 
some of the half-vowels, and still more, like the more modern 
pahlavi (the mother-schrift of the avesta) possessed an tnherent 
vowel. In the sanskrit it is simply a, but in our pahlavi MSS. 
all the Short vowels are inherent in the consonants, save only that 

initial short a is reproduced by the same sign ii which expresses 
long a, whether initial or otherwise. 

The character which was mistaken by those who perpetuated 

the gäthic fi^j -dum was the original avesta -pahlavi sign which 

developed into the form of ) in our pahlavi MSS. here imitated 

in the only pahlavi types which we at present possess. (Let it 
be remarked that I do not say that the sign was | , but that it 

was that of which J was the result. ] was the oatcome of con- 

fusing different, though doubtless somewhat similar characters, as 
has happened in the case of many others of these ancient marks; 
and I have personally no doubt whatsoever that in many cases the 
original characters which became united in forms such as this were 
intentionally so confused for the purpose of establishing a writiog 
only intelligible to the initiated.) 

This quasi original avesta -pahlavi charaeter ] represents several 

different sounds in the pahlavi writing of our present MSS., and 
among other sounds it would undoubtedly represent the english «?, 
as also the closely related Spirant v. The use of this ) to express 

the w sound in the 2°^ pl. med. imperativ, Optative and preterit, 
was therefore not only appropriate, but very natural, though not 
positively necessary. It was not the only sign for the v or for 
the \o sound, but it was the simplest and the shortest. When 

then the ancient copyists wrote (say) 6)^(/{^ or something 

similar, they were completely in Order so far as ) was concemed, 

though the use of the more newly developed signs for the rest 
of the Word betrays a transition period. (quasi) original avesta- 
pahlavi ) very properly represented the (english) w sound in the 

2°^ pl. imper. med., but only when understood as possessing an 
tnherent füll vöwel sound, though being itself a semi-vowel. The 

6 ) of Cj^- well expressed the 6{CJ^(= wem) of i^(^(9-=.-dhwem 
(though the (^ in place of (o {dh) shows traces, analogous with 



MillSf The inherent vowd in the cUphabet of ihe avesta-language. 347 

those in ^ , of being a more rudimental form for the (• = dÄ, the 

rcUionale of which I will not discuss here.) ^ 

I am for the moment only concemed with ). This at one 

stage legitimate and, so to speak, original avesta-pahlayi ), well 

possibly = english w as well as v with its inherent füll vowel 
soond 6 or a, as english we or wa^ having retained its place as 
a relic of antiquity in the transcription of the 2°** pl. imper.. pret. 
and Optative middle^) in the oldest part of the Avesta the Gäthas, 
became in time misunderstood, as was only natural. 

Why should a more original avesta-pahlavi sign J be retained 

in the middle(?) of a word made up of fully developed avesta 
characters, the clear and copious schrift invented, say, so late as 
the third, fourth, or fifth Century after Christ (perhaps the plainest 
ancient aiphabet of Asia). The simple copyists, dissatisfied and puzzled, 
began to transliterate (?) this sign, as their predecessors had long since 

transliterated the signs which were the Originals of ""^"{'"f"^» 

the other signs in the word (whatever those original signs may 
actually have been). 

And what more natural choice could they have made for 
their blunder (if they were destined to make a mistake at all) than 

to choose «^ = ö?; for <! = ü was and is one of the most 

natural sounds among the several differing ones which in course 
of time had become clumsily included as represented by the quasi 
original avesta-pahlavi sign J ; and the result was our "monster" 

(I = ü in C<f^ = dwm which disfigures the otherwise so offcen^) 

superior writing of the Gäthas. 

This <l = is wholly out of place in the spelling of the word 
so long as we possess a ^(^we^) or a {» m?c^). No U sound (pure 

and simple) was ever uttered in this connection (as not having 
any other accompanying vowel) by a native iranian whose vema- 
cular was the language of the Avesta. 

The letter <l = ö should be as scrupulously avoided or ex- 

plained here as the spurious ^ of our faulty transliterations, distor- 
ting and falsifying, as it does, the ancient grammar, as we have 
Seen, by reporting a termination -ah^ (for the gen. s. m. of the a 
declension) which termination never came from human lips while 



1) not that other instances of defective transcription do not appear there. 

2) as to w and », english v for w and engl, w for » are convenient 
for nsual application, bat I do not think that this explanation holds without 
exception; see Whitney on ind. ^. 



wem 



**wem 



348 Müls, The inherent vowel m the aiphabet of the aveeta-language, 

uttering their mother speech. ^ should be replaced by the signs 

which alone could have any pretence to express the füll sound in 
this syllable of the language; that is to say, unless we wish to 

persist in the obscuration of the facts. We should write fU^or 

^TO (or {»** or ji»**) everywhere when representing the last 

syllable in the real iranian 2**** pl. imperative, Optative or preterit, 
middle; the words are: 

6{CX^*^5r{^ g^ezdh*wem 
ii^*(Sf\^h9 vöizdh^wem 

Cfo/*^-"*/© thräzdh 

C{^ ^(^ mi3 säzdh*w€m, etc. 

Cp. again ind. -ähvam (sie) in trddhvam etc., as above; but more 
especially the new avesta C{CA^(S' {'dhwem) in H^Q!^^^^\tfl\ 

zembayadhwem^ etc. (see above). 

It is then not conceivable that the contemporary of the Gäthas 

Said i^Vf^^i^ gerezdüm and the like, while the composers of the 
later avesta said C{Oi^^^^^/^^ * darayadhwem^ etc. 

The character ^ = ü used in this connection is a mistaken 
transliteration for a more original J (or for its predecessor). And 
this mistake in reproducing ) with a Single letter ^ instead of 

with ({)oi^with an expressed vowel shows that, as in the more 
original avesta aiphabet and as in our pahlavi, this ) itself, before 

its false transliteration into ^ = ü, expressed withoat any auxilianr 

sign an inherent vowel neceasary to maJce the sound represenled 
to be uttered intelligible to the hearer as the above meniimed 
form of speech^ viz. as the 2°^^ pl. imperative, preterit and Opta- 
tive med. 

Another familiär instance of this ancient error occurs in tbe 

reported form ficj^, tum, for the pronoun of the second person 

Singular. There is no question at all but that the word intended 

to be reproduced was 6{»^ english twem\ cp. gäthic Cp>^ = 



Mills, The inherent vowd in Üie aiphabet of the avesta-language, 349 

english twem, indian tväm (sie) spoken english twam^ and tudm, 
There was never any such a word as ^^^ tum = "thou" in either 

Sanskrit or zend. The word was of course originally (or better 
*previously*) written fi ) ^ , the ) being, as in the case of the spurious 
verbal termination treated above, a previous avesta-pahlavi sign 
expressing CX^or » = english w?, (as also english v, with other 
Sounds); and like all the pahlayi consonants or half-vowels it con- 
tained its original füll vowel sound, in this case { = 6 (or i» 

= ^)) 6 ) ^ representing tic(e)m (or tw(a)m), But, as in the cases 

mentioned above, some simple later copjrists found it necessary to 
abolish the old sign ) as their predecessors had abolished most of 

the dther quasi original avesta-pahlavi signs, replacing them by 
the characters of the fully developed avesta aiphabet. And in 
choosing a character which was not the right one, they again feil 

upon the very natural ^ == w, giving us our impossible Q^^ , 

tüm^^) with no expressed c, or a vowel, it being left as inherent 
in a mistaken fellow vowel as ftl(a)7n, or eise completely lost to 
sight thrpugh lack of scholarly capacity. 

To illustrate the matter a little further, I cite a few analogous 
occurrences. 

C^jjr 'jüm (?) should be restored as 6a»»a»JL*) (or fij»-), 

Javam ^) (or -vem), cp. ind. javdm, 

|(JJ bün* (?) should be restored |ji»Jn bavan, cp. bavän, 

6(f^*H)0* X;Aiföm (?) should be i^»^^jfy (or 6(»*)) 
khitvam (or -rem), cp. Ichätvö. 

6if2^ drum (?) should be 6ji»>M*) or fij»-) druvam (or 
-rewi), cp. dr(u)vöj ind. dhruvdm. 

1) as regards the exceedingly interesting and important gSthic and later 

ayesta f^T {tu)^ >5r tu^ it seems hazardoos to suggest a doabt of them; bat, 
the qaestion mast nevertheless be aaked whether an ancient sign of nasalisation 

has not been lost from them. Are they not in reality 'f^Ti *>5r for *)5r, cp. 

ind. ^, signs of the nasalisation having been often lost in the Avesta. 

2) perhaps more originally (?) = -vem everywhere instead of = -vam. 

3) B> a b twice inherent; ; (or its predecessor) here represented the spirant v, 
i) the first b not (?) so mach a latent inherent vowel as simply an omitted 

sign owing to the following ». 



350 MülSf The tnherent vowel- in the aiphabet of the avesia-language. 

6^f^fO thrüüm (?) should be 6i»»^J/0 (or Cj»^ •)r 

thrüvam (or -vem)^ cp. thrisva. 

The forms in their defective State are whoUy misleading ; they 

are each and all mistaken attemps to reproduce a previous ) 

(or its original), and this mistaken reprodaction omits to express 
the originally inherent vowel. 

A person to whom the language was vemacular would not 
have understood what was meant by the sound, if "iön" (or ''^bunT) 
were said to him instead of ^^bavan", 

Sometimes the transcribers, possibly influenced by a foregoing 

ji (= a), chose the letter ^ as the interpretation of the quasi 
original avesta-pahlavi ) (or for that sign which it saperseded), 

for, as they did not provide this S with the pendant stroke as 

the sign of Prolongation, i was even a more natural reproduction 
of ) (or of the sign into which | deyeloped in our MSS) ; and in 

so doing they again neglected to write the inherent vowel jj (= a); 
cp. for instance: 

jjjjiCoJi aomana (?) which should be ji}*iiiCji»jj i) ava- 
mäna, cp. ^^^lit}}^, avääi^ etc. 

^i^J^^JQ, 'fnraomna (?) which should be ii)'^iMCjj»ji/g <), 
-mravamäna, cp. ^^^jj»ji7C) mravaitij etc. 

\^^{ baon (?) which should be |ii»»JiM, bavan, cp« dbkavan, etc. 

JijCoi»^ daomna (?) which should be Ji|*iMCjJ»jiA i), data- 
mäna^ cp. ji^Ji»i»^ji, adavata, etc. 

i^^yi^ r/aom (?) which should be (or £{»-) i^»^)^^, yavam 
(or -rem), cp. -^»J^^H)? yarö, cp. ydvam, etc. 

Cdi»J^|^i»C mainyaom (?) which should be ^»Ji4^]^( 
(or 6{»-)> ifnamyavam [or -vem), cp. mainyava^ etc. 



1) an omitted or shortened long ', ä, shQold be discossed elsewhere* 



MiUSy The inherent vowel in the aiphabet of the avesta-langtiage, 351 

Finally, and as perhaps the most natural usage of all, in- 
flaenced by considerations which we need not State definitively here, 

they sometimes chose the sign > used in the later aiphabet for u 
to express the ) (or its predecessor) as equalling v with an inherent 
vo'^el ; 

C> />JbiJ^ paourum (?) should be (or .jii» ;>Jbii^ , (or fi{» -), 

/wtoiirram, (or -veiw), cp. paourvö, ind. parva, 

^>iAiL bäun (?) is to be restored as^) |ii»iil bavan, cp. {d)bha' 
van^ etc. 

^H bun (?) to be restored as |ii»iii , bavan^ cp. dbliavan^ etc. 

Ji^j^>iii4ii adäunta (?) to be restored as^) u^^u'^'^u^^ 
odcLV€Lnta^ cp. adavafa. 

Q>)>^^ haunm, (?) to be restored as iu'^ili^^ (or 6{» -)) 
^^**«>^am (or -vem)^ cp. särvam. 

C>iMMod-, 'fahäum (?) to be restored as 6ü»iif*od- (or g{» -)> 
'f^hctvam (or -vcm), cp. -fshav^.^ 

1) The Short j», a, is also to be restored as the sign; for the lengthened 
"^^^^^ m ä was evidently intended to express accent, bat was doubtless at times 
»^«orrectly nsed. 

2) There are very many other instances of the inherent vowel in the 
'^^^*te langnage, many irrational variants having resuUed from unsuccessfal 
^5^*>kpt8 to reproduce them. See for other instances this Zeitschrift Bd. 49, 
"^- Meft, 581, 1895. 



852 



Berichtigung zu S. 136. 

In dem interessanten und auch für die Sprache. des Talmuds 
lehrreiche Bemerkungen darbietenden Aufsatze von B. Jacob über 
^Christlich-Palästinisches*' (ZDMG. Bd. 55 , S. 136) findet sich ein 
bedauerliches Versehen in der Wiedergabe einer Talmudstelle, das 
hiermit berichtigt werden möge. Jacob sagt; „Er — der babylo- 
nische Talmud in Pesachim 7 b — fragt nrnr ''«m T12idt2 -»»72 uncL 
antwortet Nin ■'»inpfin K3«''b*. Die citierten Worte aber, die vom. 
Jacob als Frage und Antwort betrachtet werden, bilden einetB. 
einzigen Satz und stellen bloss die Frage dar: „Was macht es er^ 
sichtlich, dass jenes nrnr — in dem vorher citierten Ausspruche 
des Amoräers Samuel — ein Ausdruck für das Vorhergehende ist ? "^ 
Die Antwort auf diese Frage wird dann von späteren Amoräem_ 
mit Heranziehung der von Jacob citierten Bibelstellen erteilt. 

W. Bacher. 



Berichtigung zu S. 145 ff. 

* 

Ich bedaure sehr übersehen zu haben, das» bereits L. St* 
im 23. Bd. der Ägypt. Zeitschr. S. 119 die ägypt. -arabischen Fra. 
Sätze richtig erklärt hat. Herr 0. v. Lemm hat mich darauf 
merksam gemacht. F. Praetorius. 



t 



353 



Anzeigen. 

Griechische und lateinische Lehnwörter im Talmud^ Midrasch 
und Targum von Samuel Kr aus s. Mit Bemerkungen 
von Immanuel Low, Preisgekrönte Lösung der Lattes- 
sehen Preisfrage. Teil IL Berlin 1899. X u. 684 S. S^. i) 

In dem vorliegenden zweiten Bande giebt Herr Erauss eine 
Saininlnng aller aus den klassischen Sprachen in die jüdische 
Litteratur eingedrungenen Lehn- und Fremdwörter in alphabetischer 
•Ajiordnung. Das bekannte Levysche Wörterbuch ist dabei in mehr- 
facher Hinsicht durch ihn tiberholt worden. Er übertrifft diesen 
seinen Vorgänger in der Reichhaltigkeit seiner Belege, in der Ver- 
wertung von Material, namentlich aus den späteren Midrä^im, das 
fieser noch nicht gebucht hatte, und in einer bei Weitem pünkt- 
scheren Zusammenstellung der Varianten und Parallelstellen. Auch 
^® genauen Angaben über die bisherigen Erklärungsversuche sind 
!J^e sehr nützliche Beigabe. Das Ganze ist mit unverdrossenem 
fleisse gearbeitet, und der Verfasser hat sich damit um das von 
^*^*^ behandelte Wissensgebiet sehr wohl verdient gemacht. — y 

!Nicht so günstig kann das Urteil über die eigenen neuen 
J^y^n ©logischen Versuche des Herrn Ki*auss lauten. Ich kann ihm 
Ji^er nur in seltenen Fällen beistimmen; z. B. unter N nur seinen 
Deutungen für N'»OD''übK 63 und vr^c^^^« 73. Zur näheren Be- 
^]f^iidung dieser Ablehnung müsste ich meine methodischen Aus- 
^^nrongen aus der Recension des ersten Bandes wiederholen, was 
^^hl nicht gut angeht. Ich kann darauf aber auch um so eher 
/erzieht leisten, als in den meisten Fällen die nötige Kritik bereits 
^^ dem Buche selbst von berufenster Seite gegeben ist.^). 



1) Vgl. Zeitschrift 52, 8. 290—300. 

2) Anch auf die einzelnen Bemerkungen des Herrn Krauss gegen meine 

^^«eiiaon kann ich hier nicht eingehen, und stelle nur gegen seine Anführung 

^ ^«r Vorrede IV fest, dass ZiqonLog fiir 'EiQanLog (Sl^n) auch dann für 

^^ Möglichkeit des Ersatzes eines Asper durch D in Lehnwörtern nichts be- 

^^Uen würde, wenn es mehr wäre als eine nichtsnutzige Variante resp. ein 

•Jt« Sehrdbfehler. {CIPCOMOC .us €1P0)M0C.) 



354 Anzeigen, 

Der Verfasser hat nämlich, wie wir schon aus dem ersten 
Bande wussten, den besten Kenner dieses Gebietes, Immanuel Low, 
zur Mitarbeit an seinem Buche gewonnen, und diesem verdankt er 
es in erster Linie, dass sein Werk wirklich auch einen erheblichen 
Fortschritt in der Lexikographie des späteren jüdischen Schrifttums 
bedeutet. 

Löws Anmerkungen durchziehen das ganze Buch. In ausführ- 
lichen Erörterungen kritisiert er die von dem Verf. vorgeschlagenen 
Etjmologieen , so dass dieser selbst vielfach am Schlüsse seinen 
Irrtum eingesteht, und auch, wo Low sich mit einem oder zwei 
vielsagenden Fragezeichen begnügt, wird ihm der kritische Leser 
stets beipflichten. Low betont namentlich gewagten Etymologieeu. 
gegenüber, dass wir bei der Verwahrlosung der Texte vielfach voo^ 
der ars nesciendi Gebrauch machen müssen, und so sind seine Frage- 
zeichen in der That zur Zeit häufig die einzige Lösung. 

Aber über der Abwehr gewagter Deutungen hat Low auch 
positiv höchst wertvolle Beiträge geliefert. An einer Reihe von 
Schlagworten hat er zunächst in methodisch musterhafter Weise 
gezeigt, wie ein Zukunfts-Lexikon dieser Litteratur wird angeordnet 
sein müssen. Vgl. z. B. seine Zusammenstellungen unter ^ina*«:» 72, 
ppm 194, «»inrn 590. — 

Mehrfach, namentlich wo es sich um Realien handelt, giebt er 
ausführliche und auf weite Gebiete orientalischer Sprach- und Alter- 
tumskunde sich erstreckende Exkurse über einzelne Namen und 
Stoffe, Abhandlungen, die in uns das Bedauern erwecken, dass er 
seine reichen Sammlungen hier so nur gelegentlich ausschüttet, statt 
sie systematisch zu verwerten. Vgl. seine Anführungen s. v. on^bOD» 
46 ff., oi:^ncoK 93, n-»-»©« 105, K73"«pocK 112, «npi-ip« 125, obnil 
164, »üp^ü 274, oipnmb 307 u. s. w. 

Vortreffliche Erklärungen schwieriger Stellen giebt er z. B. 
s. V. üiTZ^n 227, iid:'»o 390, n'»i-ip 530, v^^P ^63; unter den 
schlagenden Emendationen hebe ich namentlich nT»3"«a*iü für nT^DSHTa 
323, ür20i2 für 07:07a 398 hervor. — Es ist hier natürlich nicht 
möglich, auf alle gelungenen Einzelheiten hinzuweisen; nur der 
methodischen Wichtigkeit wegen möchte ich auf seine zweifellos 
richtige durch Codd. unterstützte Korrektur ^nniTio für das sonst 
fast ausnahmslos gelesene und als TtQoC^vga erklärte *nnnTi*^D 484 
aufmerksam machen, durch die die Entstehung des Wortes aus 
TtQoöxcida sichergestellt ist. 

Low hat dann noch die Resultate der gesamten kritischen 
Arbeit in einem Anhange zusammengefasst, in dem die Lehn- und 
Fremdwörter nach sachlichen Rubriken geordnet und mit Nachweisen 
über ihre Verbreitung in der jüdischen Litteratur und sonst im 
Orient versehen sind. Lehnwörter und Fremdwörter sind dabei^ 
soweit als möglich, reinlich geschieden. Auch der Index, der all^- 
in dem Buche behandelten griechischen und lateinischen Wörter im. 
alphabetischer Anordnung enthält, ist Löws Werk. 



Fraenkel, Krauss^ Griechische und lateinische Lehnwörter etc. 355 

Ich gestatte mir nan auch selbst noch einige Bemerkungen 
an dieses Buch anzuknüpfen. 

Mit Löws neuen Erklärungen bin ich fast durchweg einver- 
standen. Nur möchte ich in v^^^^ (\^^) nicht gern oblatio sehen, 
weil uns dies Wort in griechischer Form nicht überliefert ist und man 
überdies nach sonstiger Analogie als Endung ond zu erwarten hätte 
(optio K3rüt)N). — ^pT^D (381) als saracenischen Getreide- 
händler zu fassen, ist mir deshalb bedenklich, weil es nicht recht 
wahrscheinlich ist, dass Saracenen gerade als Getreidekaufleute im 
römischen Reiche bekannt waren. Vgl. auch noch Ammian. Marcell. 
XIV, 4. 6. — pi-.ü:o (403) ist wohl am Bequemsten als Zavaxqovmiq 
zu deuten. — 

Zu den Sammlungen des Herrn Krauss ist noch allerlei nach- 
zutragen, namentlich was die Fremdlinge in den Targumen anlangt. 
Ich vermisse •pTiD Jes. 49,22 = q)oqHov (Kuhn, Litteraturbl. I, 417 
Anm.); «3inn"i (so lies für N3^äm) Esther II, 3, ii = aqqaßiov 
(ZA. IX, 4); '>72TT»n Ez. 27, e = -^^coina. — Ein griech.-röm. Fremd- 
wort ist gewiss auch das nur in jerusalemischen Targumen vor- 
kommende "nümp Levy II, 387. KovQctxtoqdcc Ducange 736 be- 
deutet auch „fiscus pubiicus* (nach dem ^ovQaxtoq, der ihn ver- 
waltete, benannt). Es ist wohl denkbar, dass dies das Original zu 
dem jüdischen Wort bildet, das mehrfach , Schatz* übersetzt. — 
Dagegen gehört das merkwürdige KpnmnD Esther II, 6, lo nicht in 
dies Buch; es ist nicht, wie Herr Krauss annimmt, aus Ni2:nniD 
korrumpiert, sondern wie Nöldeke (ZDMG. 46, 139) und Hübschmann 
(ib. 326) erkannt haben, mittelpers. fravartak „Schreiben*, also in 
NpnTiiD zu ändern. Zu streichen ist auch K3•'*»nn^n 585 vgl. Barth, 
Nominalbildung 310. — 

Ich erlaube mir nun in alphabetischer Folge einige weitere 
Berichtigungen und Nachträge zu geben. Eingehender, habe ich 
dabei nur den Buchstaben M behandelt. 

•T^büi« 5 nicht TltoXUtov, das nicht nachweisbar ist^ sondern 
AinoUcov (Nöldeke). — rr'büa» 5 heisst nicht „Stadt* und kann aus 
dem nur poetischen nxoXig nicht entstanden sein. AvxoxiXtia 
.eigener Zollbezirk*? — «"»Ti« 16 (Var. «"OiN), Name eines Gewichtes, 
lies K'»pn» Ar. Frdw. 201. — v='-"'^ 22 (targ.) nicht VD:np, sondern 
Plur. zu ovvl; so richtig Levy, TWB. s. v. (auch äthiopisch, Prae- 
torius, BASS. I, 42). — "jnm« 26 „Urtica, Keule*. Aber „Urtica* 
heisst nur „Brennessel*. Zu lesen ist a. a. 0. ^ii"'N(n) mit Levy, 
TWB. I, 12. — 0"»0"^bDN 44 ^xdXaCig^ Fransen*. Aber xdXaaig heisst 
nie „Franse*, sondern nur „Nachlassen, Schlaffwerden*. Dazu passt 
„Franse*, die kurz vorher in demselben Kapitel der Tosephta wie 
sonst N*i7a*»M genannt wird, (Kil. V, 19 u. 24) durchaus nicht in den 
Zusammenhang. — nnc^« 49 ivcxega „in Bausch und Bogen*. 
Aber ivcxega heisst nur „hintereinander, allmählich*. — ""C^ias 64 
^viX(&7tLov Salbe,' Schminke*. Aber vexdmiov heisst nur „Bitter- 



356 Anzeigen. 

mandelöl*'. Dazu passt diese Bedeutung nicht in den Zusammen- 
hang und die Konstruktion (*»Dn:N mob). — ''^•»•'ncN 99 in der 
Schreibung an »mcK , Stirn* fälschlich angelehnt, richtig n:'*T3N, 

d. i. .Band*, ar. *i^ ^pt und wie im Aram. dissimiliert i^jJjjI 

.Fibel*. — Nn">'»:üiCK 100 (No. 2) ist aq>^ovla, (So richtig Levy, 
Neuhebr. Wörterb. I,137a.) — ^-''-^'^^^ ^^^ .Sterndeuter* ist 
noch unerklärt. Ich suchte darin nur eine Verstümmelung von 
aCxqoXoyovj mit Rücksicht darauf, dass diese Form hauptsächlich 
in babylonischen Quellen oder späteren durch deren Schrei- 
bung vielleicht schon beeinflussten Schriften vorkommt, während 
die palästinischen, die dem Griechischen näher stehen, die 
korrekte Transskription von aCxqiXoyog^ aaxqoXoyiu in •p-^"'^''^^^^ 
121 «""iibinüarN 122 zeigen, und glaubte auch in der babylonischen 
Form nur eine ursprünglich vielleicht *T'5:üarx (mit Elision des 
R und Wandel des L zu N) lautende Umbildung von aaxQoXoyoi 
sehen zu sollen. Indessen die konstante Schreibung des jerusa- 
lemischen Targums, Levy I, 44 spricht dagegen. Das rätselhafte 
Wort stammt vielleicht — wie diese ganze Weisheit — aus Baby- 
lonien. (Die Bildung nil'^riHSOfi« wie m2■«mD^lD von dem babyloni- 
schen Nrn»i\o.) — nNrmp« 123 s. v. «asip« ist nicht xofißog 
.Schleife*, da es sich um eine Mauer handelt. (Die var. 1. NpE^pK 
meint, wie es scheint, Npoip.) — S. 171 fehlt "^ivi (so 1. Tos. Kel. 
BM. in, 1 für V^"*^)) d- i- ycctaov .Wurfspiess*. (Daneben genannt 
Helm, Panzer u. a. Waffen.) — nmoobn 252 spätere Korruption 
mit volksetymologischer Anlehnung aus ursprünglichem nmDsbp, 
ebenso 0iü"»t3n (250) Korruption aus aTrjd-og. (Wie Low nachweist, 
steht an anderer Stelle 0"»*in .Schild* dafür.) Für die von mir 
angesetzte Bedeutung vgl. örrid'aQtov .munimentum pectoris equi 
bellici* Ducange 1446. — Kno^p'*b^ 251 hat neben sich die Variante 
KPOip"*bo. Ich möchte glauben, dass beide Formen entstellt sind 
aus Knoip'^bp, aramäische Umbildutig von Opbip (Low, Aram. 
Pflanzenn. 241) .Colocasia*. Die Bedeutung passt Bab. Kamm. 31a 
anscheinend in den Zusammenhang ; die Stelle Sabb. 50 b bleibt mir 
unklar. — Das korrumpierte mNO)3:^nT7a 329 (mit vielen Varianten), 
das eine Steuer bedeuten muss, ist wohl in mNn:iioi^D von XQva- 
ccQyvQov (vgl. 298) zu ändern. — Zu Di5D 371 wäre Hais Er- 
klärung hinzuzufügen, die allerdings erst in ihre richtige Form zu. 
bringen ist. Er glossiert es Köllm 29, 1 durch pp^a-Dbpo, lies 

Tip'»3"'nbpo, d. i. *axlaßtivix6v ; vgl. Zidccßtva, Ducange 1392 .vestis 

longa sagi militaris instar, Sclavis familiaris*. — Zu pno 411 

vgl. Nöldeke, Pers. Studien II, 45. — S. 414 fehlt yiiy Bab Bathi- 

V, 1, d. i. oyTiivog |uOo/ (Ar. Frdw. 229). — Zu N-i:nD 427 er 

ganze die Erklärung Hais zu Kßlim 29 T'm::p-CCN, d. i. aqptxrov- 
QLOv, Ducange 1498 .strictoria*. (Hai scheint zwei Bedeutungen 
des Wortes ni:id anzunehmen: 1. Kleidungsstück, 2. Geldtasche, 



IVaenkelj Krause' Griechische und lateinische Lehnwörter etc. 357 



m 3 



dazu seine Glosse »arab. nn^no, d. i. »yo* G- ^^^"»^ oder rrn^ix). 

— S. 432 fehlt .der Eigenname KT»yiD (KidduSin 66 a, so heisst 
der Vater eines Zeitgenossen des Königs Alexander Jannaeus), d. i. 
gewiss das griechisch-ägyptische IIoriQig. Die eigentümliche Ein- 
schaltang eines y statt K, das man zunächst erwarten würde, 
findet sich auch in Kp"»yDTiü TQOJtuMov (278) und dies macht es wahr- 
scheinlich, dass das griechische tt hier wie bei anderen Lauten (Aram. 
Fremdw. 277) eine Art Emphatisierung bewirkt hat. — 440 1. 2 
sehr, für das Citat Tosepht. Sanh. 5,2. — Zu miN"'D'»D 451 vgl. 
Bondi, Zeitschr. für Ägypt. Spr. 33. 65. — üttd (462) „Leuchter* 
scheint seiner Bildung nach ein Nomen oder Particip auf (otog oder 
(DTOv. Zweifelnd möchte ich als Original *q>nL(ox6v vorschlagen und 
darin nicht einen Leuchter schlechthin, sondern einen solchen finden, 
der mit einer zum Festhalten des Lichtes in der Tülle befindlichen' 
Zwinge versehen ist. Eine solche Zwinge konnte wohl q>nL6q heissen. 
Bei dieser Gelegenheit bemerke ich, dass der Grundsatz, möglichst 
nur auf belegte griechische Wörter zurückzugehen, doch auch 
gelegentlich, wie der Sprachgebrauch zeigt, verlassen werden muss. 
Gerade für Gegenstände des täglichen Lebens sind manche Bezeich- 
nungen in der Litteratur nicht vorhanden, die in der lebendigen 
Sprache, wie das Aramäische zeigt, wirklich gegolten haben; vgl. 

|1q\SLO »Nagel* (xe^aXcoro? ist so nicht belegt); Jßjio/ ^p2'nK 

^Geldbeutel" (agvcculg nur „Fell", worüber ich anderwärts noch 
handle). — '^'^'P'^'P 518 bezeichnet „Körbe zum Fischfang*. Das 
vom Verfasser vorgeschlagene kovkovqov „Köcher* ist also sachlich 
ganz unmöglich. Ob hier vielleicht eine Lautvariante von "»iTiA 
„Körbe* (Levy, Neuhebr. Wörterb. 1,354) vorliegt? — 1^o'^5-bp 
545 (ein Werkzeug) ist noch imenträtselt. Es steht unmittelbar neben 
bnD72, dem Schminkstift, in der Mil^näh, (Kölim 13,2) und so darf 
man vielleicht daran erinnern, dass auch KalXiyQutpBtv „schminken* 
bedeutet. Es müsste dann etwa ein *iiakXiyQag)ä)v als Original an- 
gesetzt werden. Die Erklärung Hais und der Späteren ist durch 
den Anklang an r|n:i beeinfiusst und daher nicht zu brauchen). — 
Zu 'püTlTap 551 war aQ(Aa TuxfiaQtotov aus Athenaeus IV. 139 f. zu 
citieren. — m»pm:p 552 zeigt durch seine Pluralbildung fremden Ur- 
sprung. Dass es eine Ai't Gebäck bezeichnet, ist durch den Zusammen- 
hang klar. Das Original ist unzweifelhaft Kavaßmov^ und in der 
That nennt Athenaeus XIV, 647 c itXanovvxa Kavioßvaa als besondere 
Art. Sie wurden also auch in Palästina so benannt. (Dass aus 
Ägypten auf dem Gebiete der Backwerke Manches entlehnt wurde, 

zeigt auch ^^>^ V33?3.) — Zu KD-»a:^nTö 580 vgl. |s i PSm. 3972. 

— rTü'C:i«3 580 „Treiber, Führer* scheint mir ein alter Fehler 
zu sein. Zu lesen ist dafür rt:t9i':3, das durch syrisches |ijtQjt 
PSm. 4108, worüber ich an anderer Stelle handle, in dieser Be- 
deutung gesichert ist. — ^ttf'pttJ 583 ist eine in unseren griechischen 



358 Anzeigen, 

Wörterbüchern noch fehlende Bildung von ca%ov *avxia(i€c, ^ 
^zaT"^*l5 *yiqi(5iujc von yccQOv, — 

Ich könnte natürlich noch allerlei Vermutungen zu einzeh 
Wörtern geben, indessen diese Anzeige ist schon zu lang gewon 
und ich will daher nur noch hervorheben, dass Druck und Korrek 
des Werkes nichts zu wünschen übrig lassen. Auch die Cit 
stimmen, so weit ich sie kontrolliert habe, alle. Mit besonder 
Vergnügen wird jeder Benutzer des Buches bemerken, dass • 
jerusalemische Talmud stets nach Folio, Kolumne und Zeile citi 
ist. Dies müsste allgemein usus werden. — 

Siegmund Fraenkel. 



359 



Zur hebräischen und aramäischen Grammatik. 

Von 

Franz Praetorins« 

1. Der Imperativ des Syrischen mit Suffixen. 

Der Imperativ masc. sing, nimmt im Syrischen bekanntlich die 
Pronominalsuffixe mittelst ae zu sich. Von^oAjO heisst es: MJLioAjO; 

-0>-Xq^, ^^Q^; ^Q^Lo. Für ^OjuikQ^ sagen aber die 

Ostsyrer beständig ^o^ohJD, während sonst für westsyr. ae' 

"®* den Ostsyrem nur vereinzelt ai auftritt; vgl. Nöldeke, syr. 
^rammat.« § 49 B, § 190 G. 

Reine andere aramäische Sprache, noch überhaupt eine andere 
^'Qitische Sprache kennt hier ai\ Das Targumische der beiden 

offiziellen Targume sagt z. B. "»wbiü j5 , N3Vi;:2]f5 , wie im Arabischen, 

«oenso bibl. aram. *»2b5^ri Dan. 2, 24 : während in anderen aramäischen 

^^ Rekten der Imperativ dem Perfektum gleich die Suffixe anfügt. 

Diesen spezifisch syrischen Bindelaut hat man auf verschiedene 
^^ise zu erklären versucht. Ich verweise auf ZDMG. 22, 275 f.; 
2^.295; 32,759; 51, 254 f.; GGA. 1871 S. 892 Anm.; Merx, 
^^min. syriaca § 70 Nr. XIII; Brockelmann, syr. Gramm. § 197 
Atim^ 4. In Nöldeke's Grammatik findet sich keine Erklärung; doch 
^^ Nöldeke durch Darlegung der Thatsache, dass die Ostsyrer 

stets ^cH-S.oAiO »töte ihn!** sagen, die m. E. richtige Deutung noch 

^^ber gerückt, als sie ohnehin schon zu liegen scheint. 

Nur in Duvals traite de gi*ammaire syriaque findet sich S. 201 

J^^ 220 d a. A.) ein unbestimmter, das Wesen der Sache keinesfalls 

^^ffender Vergleich mit den Verbis ult. y. In der That geht 

^^^ Erscheinung aus von den Pe'al-Imperativen der ult. y auf at] 

^^ früher zahlreich gewesen sein müssen, jetzt aber bis auf wenige 

^^^ verschwunden sind. Es finden sich im Pe^al nur noch 



\r *f 



^^ ^i^/j ^ßd von diesen sind Formen mit Suffixen m. W. nicht 

Bd. LV. 24 



360 Praetorius, Zur hebräUchen und aramäischen Chrammatik. 

überliefert. Häufiger sind ja freilich Etpe*el-Imperative auf ai^ aber 
auch bei ihnen sind Formen mit Suffixen m. W. nicht bekannt. 
Suffixe sind bei ihnen ja überhaupt nicht leicht denkbar und sind, 
wenn überhaupt, so doch sicher nur in ganz beschränktem Masse 

vorhanden gewesen. Wie aber die Suffixe bei wJO-», wNjt/ und 

ihren verschwundenen Ebenbildern gelautet haben werden, darüber 

wird höchst geringer Zweifel bestehen können: ««JuSQ«; ««0^2Qu, 

^^V^^ * yi2Qu. Statt ^o^2Ql» könnte man auch erwarten wOfQSQu ^). 

Dei^ Imperativ masc. sing, der ult. y war die einzige auf ai 
ausgehende Form des syrischen Verbums, die in dieser Weise mit 
verbalen Suffixen bekleidet werden konnte. Sowohl die 3 Pers. 
fem. plur. Perf. der ult. y, wie die Partizipia pass. Pa*el und Af 'el 
der ult. y konnten Suffixe nur in anderer Weise anfügen. Es isl 
daher begreiflich, dass die Endungen atn(i), ai{hi)^ eh, am auf den 
Imperativ masc. sing. des. starkauslautenden Verbums übertragen 
wurden und weiter auch auf die 2. Pers. masc. sing. Imperf. des 
starkauslautenden Verbums, zunächst wenn sie Imperativbedeutung 
hatte. — Die Westsyrer gestalteten schliesslich die Endung ai{ht) 
nach zahli'eichen Mustern in äiXhi) um. 

Der eigentümliche, gegen die Lautgesetze verstossende, innere 
Vokalismus des mit Suffixen bekleideten starkauslaut^nden Imperativs 
giebt uns auch Gewissheit darüber, wie dieser Imperativ in vor- 
geschichtlicher Zeit Suffixe angefügt hat. Sicher sagte man nicht 
qutlanii) töte mich!, qufleh t ö t e i h n I nach Weise des Mandäischen, 
babyl. Talmudischen; denn dann wäre später sicher qufl(xin{%)^ 
qutla{{hi) u. s. w. entstanden. Vielmehr sagte man, wie im bibl. 
Aramäischen, im Targumischen der beiden offiziellen Targume und 

wie im Arabischen, q^tolni (= '»rbi^P» jübcä!); (ftoVn (= "»rsbtaj:, 

:d^t), c^tolha (= «nbinsp, I^JUSt); <fplnä (= Njbiüp, Ulxät). 

Der durchaus berechtigte innere Vokalismus dieser Formen ver- 
harrte nun, als an Stelle der einfachen alten Suffixe sekundär 
die durch ai vermehrten eindrangen: Der innere Vokalismus von 

MaA.QAjO u. s. w. geht auf den von *«a\.oAiO u. s. w. zurück. 



1) Im Targumischen sind Pe'al-Imperative der ult. y auf e (die den 
syrischen auf ai entsprechen) häufiger. Es werden sich also, bei genauerer 
Durchsuchung der Texte vermutlich auch hinreichende Formen mit SuflEixen 
nachweisen lassen. Vorläufig kann ich nur verweisen auf Dalman, Grammatik 

S. 325: '*:''n72 streiche mich!, ^rm^ wirf ihn! Das an Stelle letzterei 

Form aus der Sabbioi^eta angeführt ^^S^??^. ist nicht klar. Ist es Fehler fu' 

^ni^S'l oder lür "^n^^isn, oder setzt es einen sufSxlosen Imperativ ^tlT vorau» 

— oder ist -^rTTa^ falsch? 




Praetorius, Zur hebräischen und aramäischen Grammatik, 361 

Dieser eigentümliche Yokalismus drang zugleich mit den durch 
at vermehrten Suffixen auch in die 2. Pers. masc. sing. Imperf. 

des starkauslautenden Yerbums ein: .^iXoKo l nach dem Muster 

von waioAjO, neben dem älteren ^^S^joL. Ich glaube wenigstens 

annehmen zu dürfen, dass der volle Vokal im Innern hier lediglich 
als Begleiterscheinung des Suffixes afn{{) auftritt; denn m. W. sind 

auf dem Gebiete des Aramäischen Jussivformen wie "^sViüpin 

nicht belegt. Es liegt um so weniger die Notwendigkeit vor, 

^^fXoKn l auf ein älteres **aA.OiAjoL zurückzuführen, als wir 

auch sonst noch suffixbekleidete Formen mit dem unregelmässigen 

vollen Vokal im Innern antreffen, bei denen jede Erklärung dieses 
eigentümlichen Vokalismus durch direkte Zurückführung auf eine 
ältere Form völlig ausgeschlossen ist. 

Der eigentümliche innere Vokalismus wurde nämlich später 
als ein Merkmal für den mit Suffixen bekleideten Imperativ des 
starkausl. Verbums überhaupt angesehen. Und so entstanden Formen 

wie .^t^^.^^ preise (f.) mich! und traten neben ältere, lautlich 
allein berechtigte, wie ^ ^^^ ' 



2. Hebräische Parallelen. 

Auch im Hebräischen sind die Suffixe der Verba ult. y auf 
das starkauslautende Verbum übertragen worden. Und zwar nicht nur 
auf den Imperativ masc. sing, desselben, sondern auch auf die endungs- 
losen Formen des Imperfektums; endlich auf Infinitiv und Partizip. 

Es finden sich im Hebr. keine Spuren, die darauf deuten, dass 
die Suffixe an den starkauslautenden Imperativ masc. sing, einst 
unmittelbar getreten wären, dass man also im Hebr. einst 
^fulni töte mich! gesagt hätte. Dagegen erkennen wir deutlich, 
dass bevor von den Verbis ult. y aus der .Bindelaut" e (a) ein- 
drang, beim starkauslautenden Imperativ sowohl wie beim Imper- 
fektum eine Antrittsweise der Suffixe statthatte, deren sekundärer, 
vom Perfektum ausgehender Charakter gleichfalls höchstwahrscheinlich 
ist. Davon haben sich im Hebräischen selbst noch genug, längst 
bemerkte Reste erhalten. 

Im Imperativ sind Formen wie "SnS Jes. 80, 8 schreibe sie!, 

msb 2 Sam. 12, 28 nimm sie!, nb^w Ps. 69, 19 erlöse sie!, 

r'JTsb Deut. 31, 19 lehre sie! häufig. Andere Suffixe dieser Reihe 

kommen m. W. beim Imperativ nicht mehr vor, denn aus D?X3 

Am. 9, 1 möchte ich keine Schlüsse ziehn. Ich zweifle aber kaum, 

dass zu dieser Reihe einst auch die anderen Formen vorhanden 

24» 



362 Praetonus, Zur helräischen und aramäiachen Grammatik. 

und (vielleicht) allein üblich gewesen sind, also *"»:nrb, *hnrb tu s.w., 
wie im Mandäischen, babyl. Talmudischen, Äthiopischen. 

Der hebr. Imperativ nbs entspricht syrischen wie ^^^iu, Jb^, 

targumischen wie •^:a, "»nn. Im Hebr. ist die MonophtoDgisierong 

des Auslautes jedenfalls schon früh eingetreten, wie man aus der 
Orthographie schliessen muss. Und auch beim Antritt von Suffixen 
erscheint, abgesehen von geringfügigen Ausnahmen, das y nicht 
mehr, nur e. So entsteht '^:r73 Ex. 32,32 streiche mich!, ^::r 

1 Kön. 18, 26 erhöre uns!, (von einer abgeleiteten Konjugation, 

auf die der Imperativ auf e übertragen worden ist) ^npct^ Prov. 25, 21 

tränke ihn!, DJ^i Ps. 28, 9 weide sie!. Mit dem Suffix der 

3. Pers. fem. sing, wird dieser Imperativ vermutlich lauten nb; 

m. W. sind solche Formen aber nicht belegt. 

Hier ist der Ursprung des „Bindelautes* e beim hebr. ImperaÜT. 
Er ist seiner Herkunft nach völlig identisch mit dem syr. Binde- 
laut ai. Durch Übertragung von den Imperativen ult. y aus ent- 
stand beim starkauslautenden Imperativ das herrschend gewordene 

Paradigma ^sbrjp, i:b::p, nnbpp, T^.^p (Prov. 4, 13), abrpp. Ans 

dem früheren Paradigma hat sich nur r;b::p neben Mbwp behauptet 

Bekanntlich finden sich auch beim hebr. Imperfektum noch 
genug Formen wie ""i^riis^ Gen. 29, 32 = .^^^Kq? i^'n^?: Jes. 63, 16 

= <^^^^ ^*r^^: Jes. 26, 5 = bii^y öC?b: Ex. 29, 30, icr: 
Hos. 8, 3 das man noch ungefähr = ^\Kn» setzen kann. Überall 

hier sind die Suffixe wie beim Perfektum angetreten, jedenfalls 
nicht mit Hilfe des „ßindelautes* e. 

Beim Imperfektum nb^"^ dagegen müssen beim Anti-itt von 
Suffixen Formen entstehen, ganz wie beim Imperativ nbi : "»rbs^ = 

nbs^ = oi-S^, ob?*;. Und alle diese Formen sind ja in der That 

vorhanden, und zwar nicht nur an ihrer Ursprungsstelle, bei den 
Imperfektis ult. y, sondern im Hebräischen auch in Übertragung 
auf das starkauslautende Imperfektum: ''?b;:2p^ ''-^•rh! ^- s. w.M. 

• • • • 

Beim Suffix der 2. Pers. masc. sing, würden beide Reihen 
wohl von vornherein zusammenfallen müssen: 'tit:^^ und Trbs-. Aber 

1) Andrerseits haben aber auch vom starkausUutenden Imperfektum an*, 
wenn auch nur vereinzelt, Übertragungen auf das Imperfektum alt. y stattge- 
funden, wie ■'^N'!^ Ex. 33, 20. 



Fraetarnu, Zur hebräischen und aramäischen Grammatik. 363 

die Entstehung der Con textform, ':rb::p7 ist eigentlich nur von tTb::]:^ 
aus verständlich; mindestens ist sie dort am nächstliegenden* 

ODbi^ (wie ^ ^*>X t ) liegt nicht vor, und es ist zweifelhaft, ob 

eine solche Form je vorhanden gewesen. Aus D2b::p"^ möchte ich 

• • • • 

keine Rückschlüsse und überhaupt keine Schlüsse ziehen : Diese sehr 
seltene Form bleibt nach den Ausführungen W. Diehl's (das Pronomen 
personale suffixum u. s. w. S. 61 f.) besser bei Seite. 

3. Alte Imperfekta ult. y auf i im Aramäischen 

(und Hebräischen). 

Unter den Formen des mit Suffixen bekleideten syrischen 
Imperfektums (und Infinitivs) vom starkauslautenden Verbum sondern 

sich von den übrigen ab »^ojqXAäT («^O^J^^ACü) und ö^J^^ACü, 

infolge ihres i. Dazu treten dann allerdings noch vereinzelte Formen, 

wie mJlJl^jo J,, mO)Q«j«j01)L (Nöldeke, syr. Grammat.^ § 188), die 

auch ein t aufweisen; aber wie es von vornherein scheint, erst in 
ganz sekundärem Gebrauch. 

Merx hat, grammat. syr. pag. 357, dieses l für einen Bestandteil 
des Suffixes selbst angesehen. Sonst hat man es gewöhnlich dem e 
in hebr. inb-jp: gleichgestellt; s. ZDMG. 23, 295 Anm. 1; 32, 759; 

51, 255; Duval, traite S. 200. Nur Brockelmann hat, syr. Grammat. 
§ 197 Anm. 5, diese Gleichung beanstandet, da syr. i und hebr. e 
sich nie direkt entsprechen. Ich glaube, dass Brockelmann Recht 

hat; gleichwohl stammen die Suffixe in »^0)Ql-.2^Aäj O^ A N /O » 

sowohl, wie in ^nb::p7, ?ib::p7 von Imperfektis ult. y her. 

Lindberg scheint auf S. 25 seiner Vergleichenden Grammatik 

jene Formen von ( )^>Xo!, herleiten zu wollen. — Sonst hat 

m. W. niemand darauf hingewiesen, dass in ^0)GL*Ss>. , ^^J^*^^^^i 

^O9aJ!l.0i^y Ö^Q^; ^Q^QlJS^^^ opb^^ ganz von selbst 

die gleichen Ausgange entstehen. Und ich glaube, man hat recht- 

gethan, an eine von »^0)Cu\^, Öp2i^^ ausgehende Übertragung 

nicht zu denken ; geschweige denn an eine von den anderen Formen 
heiTührende. Wären die Suffixe luilii) und ih beim Imperfektum 
des starkauslautenden Verbums nur auf die 2. Person masc. desselben 
beschränkt, so würde man darin allerdings einen Hinweis darauf 
erkennen können , dass sie vom Imperativ ult. y aus übertragen 
worden seien. Da die genannten Suffixe aber auch bei der 1. und 
3. Person Imperf. üblich sind, und ausserdem noch beim Infinitiv, 



364 Praetoritis, Zur hebräischen und aramäischen GhrammaUk. 

so scheint dieser Befund doch auf eine breitere Grundlage der Über- 
tragung zu deuten. Ich weiss wohl, dass dieser Schluss nicht 
zwingend ist, dass man vielmehr auch an ein allmähliches Umsich- 
greifen der in Eede stehenden Suffixe auf die 1. und 3. Person 
Imperf. und den Infinitiv denken könnte. 

Ich sehe in den besprochenen Suffixen mit i einen Hinweis 
darauf, dass die Imperf ekta ult. y im Syrischen vordem nicht 
durchweg auf e ausgingen, sondern auch auf t, wie das nach dem 
Vorbilde des Arabischen von vornherein zu erwarten ist. Erst 
später müssen im Syr. die Imperfekta auf e, wie im Hebr. die 
auf r.-7^, sich allgemein durchgesetzt und die auf i verdrängt haben. 
Ich konstruiere also zunächst im Pe'al ein vorgeschichtliches Imperf. 

n rmi (= c^yj)» ^^^ welches übrigens auch noch der Imperativ 
wÄi deutlich hinweist; ebenso im Pa*el n^rammi (= ^yj) und 
im Af'el narmi (= ^^jj). Auch im Etpe'el ist ein altes netr^ml 
sehr nahliegend (ungefähr = ^\j), und selbst in den beiden 

anderen Reflexivstämmen ist die Annahme von älterem netrammx^ 

nettarml durchaus nicht ausgeschlossen; denn arab. ^^Jü scheint 
erst nach dem Perfektum gebildet worden zu sein. 

Wie diese vorgeschichtlichen Imperfekta ult. y auf t mil 
Suffixen bekleidet ausgesehen haben, ist klar: nermin^i)^ nermik^ä) 
n€rmik(i)y nermluQii), nermik{a), nermin(ä\ nermikön^ nermlker 

(= JuyOjj, vi5oyo-j u. s. f.). Aus dieser imperfektischen Endungs* 

reihe traten nun die Endungen iu{hi) und ih{ö) — selten nocl 
andere — sekundär auch an das starkausl. Imperfektum und wurder 
als gleichberechtigt oder gar als mehrberechtigt angesehen, als die 

alten einfachen Suffixe. So entstand «^OfOJiAAJ neben dem alter 

P^\ Kq i <^ n\NOF neben dem alten oi^SAOJ^). Und schliesslicl; 
traten die Formen mit t gelegentlich auch an den starkausl. In- 
finitiv ^Kqv^ — Hier, beim starkausl. Imperfektum (und Infinitiv] 

haben sich die vom schwachausl. Imperfektum übertragenen Suffix« 
formen erhalten. An ihrer Ursprungsstelle aber mussten sie unter- 
gehen; denn hier wurde durch das Weichen der i-Imperfekta voi 
den ^-Imperfektis die Grundlage ihrer Entstehung weggezogen. 

1) Von den 3 Parallelformen bei der 2. Pers. masc. sing., ^OfQu^SAiOL 
^O^^QAjOL. ofji^J^Lj gehen also die beiden ersten auf die alt. y zorücki 



Fraetoriiu, Zur hebräischen und aramäischen Grammatik, 365 

Es giebt aber noch einen anderen Hinweis darauf, dass die 
Imperfekta ult. y nicht nur im Syrischen allein, sondern im 
Aramäischen überhaupt einst in weitem Umfange auf i ausgingen. 
Diesen Hinweis sehe ich in dem gemeinaramäischen Perfekt- 
aaslaute l dieser Verba. Im Syr., bibl. Aram., Targumischen, 
christL Palästinischen, Mandäischen, babyl. Talmndischen gehen die 
Perfekta sämmtlicher abgel. Stämme ult. y gleichmässig auf i aus. 
Davon giebt es nur hie und da geringfügige Ausnahmen. Ebenso 
die Imperative, ausser im Syrischen. 

Diesen gemeinaram. Perfektis wie ramml^ armi, etr^mi u. s. w. 
gegenüber stehen im Hebr. Perfekta auf ä: nVä, tibj}?!, ?iVsnn, 

und im Arab. ebensolche^): ^. ^A c^j'» c^r^» ^*° ^^^ 

nicht mehr behaupten, dass das Hebr. und Arab. hier die sekundären 
Bildungen aufweisen. Wie kommt es nun, dass das Aramäische 
dazwischen mit Perfektis auf i steht? Ich denke, die Perfekta 
sind, wie so oft, von den zugehörigen Imperfektis veranalogisiert 
worden. Man sagte auch im Aram. einst im Perfektum rammäy 
armäj eir^mä\ aber weil das Imperfektum lautete n^ammi^ narmi, 
netr^mi, so folgte ihm das Perfektum und bildete sich zu rammt, 
armlj netr^mi um. Hier blieb dann das i unverändert bestehen; 
an seiner ürsprungsstelle aber ging dieses i unter, denn die e-Im- 
perfekta der ult. y verdrängten im Aramäischen früh die i -Imperfekta. 
Gerade so trat im Hebräischen das hier entsprechende Imperf. auf 
n— auch an die Stelle sämmtlicher Imperfekta auf t-). 

Durch die Erkenntniss, dass im Aram. (und Hebr.) einst in 
weitem Umfange ein Imperfektum auf i bei den Verbis ult. y 
bestand, einfährt die von Barth in ZDM6. 48, 1 — 4 besprochene 
Erscheinung eine Bestätigung und Erweiterung. Dagegen wird der 
gleichfalls von Barth (zuerst Nominalbildung XXX f.) aufgestellten 
und öfters verteidigten These, dass nämlich auslaut. hebr. -aram. e, ä 
auch = fy sein könne, eine starke Stütze entzogen. 

4. Die aramäischen Imperative ult. y auf ä. 

Von den im Synschen fast ganz untergegangenen Imperativen 
Pe'al auf ai der Verba ult. y, die im Targumischen noch in grösserer 
Anzahl vorhanden sind (hier auf e ausgehend), sind im Syr. wie 
im Aramäischen überhaupt gewisse Übertragungen und Umge- 
staltungen ausgegangen, (nicht nur auf das starkauslautende Verbum, 
sondern) auch im Bereiche der Imperative ult. y selbst. 



1) Vgl. ZDMG. Bd. 48, S. 3, Anm. 1. 

2) Dass das gleichmässige n-77 der Imperfekta tl !? im Hebr. vom Im- 
perfektum Qal herstammt, hat m. W. zuerst Philipp! in Steinthals Zeitschrift X, 
8. 265 ausgesprochen. 



366 Praetorius, Zur hebräischen und aramäischen Grrammatik. 

Zunächst wüsste ich nicht, wie der syr. Imperativ Etpe'el, 

also ^^hj^/j andei-s erklärt werden könnte, als durch Übertragung 

vom Pe^al aus. Denn alles spricht dafür, dass der Imperativ Etpe*el, 
gleich den Imperativen der anderen abgeleiteten Stämme, ursprünglich 
auf i ausging. Vielleicht sind auch die Imperative dieser anderen 
abgeleiteten Stämme im Syr. einst von -t nach -at abgelenkt worden 
(wie entsprechend im Hebr. nach h-^t-): Jetzt lässt sich das nicht 

mehr erkennen, da im Syr. hier schliesslich eine ganz andere Bildung 

Platz gegriffen hat, nämlich -ö (statt -i oder -ai), also Jjoi, {x)^!?/ 

u. s. w. Und auch diese neue Endung geht, wie ich glaube, auf 
den Imperativ Pe*al auf ai zurück. 

Man hat zur Erklärung dieser Imperative auf ä bisher meist 
an die hebr. Cohortativendung gedacht, oder auch an den Einfluss 

der Verba ult. ». Namentlich zur Erklärung von /JL komml hat 

man gern ein ursprüngliches U konstruiert. Welche Bedenken 

gegen diese Annahmen geltend gemacht werden können, braucht 
kaum ausgesprochen zu werden. Ich glaube, mit der folgenden 
Erklärung der Wahrheit wenigstens etwas näher zu kommen. 

Die Imperative auf ai gehen im Plural masc. regelrecht auf 

au (aus oyü) aus; also z. B. ofi^Jt/ trinket!, qjäJL/ wendet 



o « o 



euch!, wie L/to.l. Entsprechend auf ö im bibl. Aramäischen, wie 

inN kommet!, und im Targtunischen der beiden offiziellen Targume 
irT'N. Ebenso müssten die Imperative im Femin. sing, auf ai (aus 

ayt) ausgehen, wie ^A ; und auf e im bibl. Aramäischen und 

Targumischen. Damit würde aber im Aramäischen völlige Gleichheit 
zwischen beiden Geschlechtern des Singulars der Imperative auf ai 
eintreten, während im Arabischen infolge der hier beim Masculinum 



.• o 



statthabenden Kürzung (jjoA) diese Gleichheit vermieden ist. Diesen 

Zusammenfall der beiden Geschlechter vermied das Aramäische, 
und deshalb finden sich im ganzen Bereich des Aram. m. W. keine 
Formen wie eätai trink (f.)!, 'ete komm (f.)! u. s. f. 

Vielmehr hat die Sprache an Stelle dieser unbrauchbareir 
Form eine andere, (zunächst) nicht miss verständliche Form für das. 
Femin. singul. der at- Imperative geschafien. Wie das vor sicF, 
gegangen, kann man ziemlich deutlich aus der Sprache der beiden 
offiziellen Targume erkennen. Im bibl. -Aramäischen sind hierher^ 
gehörige Formen leider überhaupt nicht überliefert; und in d^ 
übrigen aram. Dialekten ist der Vorgang bereits verdunkelt. 



Praetorius, Zur hebräischen und aramäischen Grammatik. 367 

Das Femin. plur. dieser ai*- Imperative lautet in den offiziellen 
Targumen z. B. riNpa weinet (f.)^)!, ?^fi*ri''N kommet (f.)O-; "°^ 
es ist wahrscheinlich, dass wir hier die altaramäische Form vor 
uns haben, dass also auch das Syr. einst so gebildet haben wird. 
Von diesen pluralisch- weiblichen Formen aus bildete man nun 
singularisch-weibliche Formen zurück, indem man die weibl. Plural- 
endung ä fortliess: Nn^«komm (f.)! Dalman S. 297, Jud. 9, 10. 12 

(meines Druckes), »?2'n wirf (f.)! Mi. 1, 16 (Merx, ehrest. S. 142); 

weiter, indem ich bereits auf die Übertragung dieses Imperativs 

auf die abgeleiteten Stämme vorgreife, »li» lobe (f.)! Jud. 5, 12. 

Derartige Formen waren zunächst ganz unmissverständlich, lediglich 
für das Femin. sing, geltend; aber sie blieben es nicht lange. 

Denn Nn"»«, »'^'i, «niN u. s. w. sahen gar nicht wie weib- 

liehe Imperative sing, aus, sondern wie männliche. Es fehlte ihnen 
das auslautende t, das die entsprechenden Formen des starkausl. 
Verbums sämtlich aufweisen, wie "»T^N sprich (f.)!, '•SiDa liege (f.)! 

Aus dieser Sachlage ergaben sich zwei Folgen: 1. Nn^fiH u. s. w. konnten 

wirklich auch männlich gebraucht werden, 2. »n*»« u. s. w. nahmen 

vom starkausl. Yerbum her die Endung t an, um ihre weibliche 
Bedeutung ausser jeden Zweifel zu stellen. 

Dass Formen wie Nn-N auch männlich gebraucht werden, finde 

ich in den offiz. Targumen nur bei KP^K selbst, s. Dalman S. 297, 

dazu noch Jud. 4, 22; 11, 6, also auch komm (m.)!. Und. indem 
ich wieder auf die Übertragung dieses Infinitivs auf die abgeleiteten 
Stämme vorgreife, Kn'^K kann auch bedeuten lass (m.) kommen!, 

zum Afel gehörig; s. Dalman S. 298. — Etwas häufiger ist die 
Anhängung von i zum unzweideutigen Ausdruck des Femininums. 
Aus der (ja erst sehr unvollständig bekannten) jemenischen Über- 
lieferung kenne ich freilich nur das sicher unrichtig vokalisierte 

*Nin oder •»äiri (Dalman S. 295), für welches -ISnn sei (f.)! zu 

schreiben sein dürfte; für die tiberiens. Überlieferung vgl. Dalman 
S. 288 vorl. Zeile und Anm. 4, ausserdem Lagarde, Symmicta II, S. 58. 

Das auf diese Weise entstandene Paradigma der e-Imperative 
des Pe*al, also sing. masc. •'DS (Nn^N) 

fem. ND2 ('NDS) 
plur. masc. iba 
fem. n«D3 

T - : 

hat in den offiz. Targumen das Paradigma der Mmperative des 
Pe'al ziemlich ganz verdrängt; nur im sing. masc. finden sich auch 



1) Ich behaupte hiermit natürlich nicht, dass gerade diese Verba schon 
Ton Anfang an den Imperativ auf ai gehabt haben. 



368 Praetarius, Zur hehräisehen und aramäischen OrammaUk, 

noch f-Formen (s. Dalman S. 288). Ebenso ist es in die abgeleiteten 
Stämme eingedrungen, auch hier meist nur im Sing. masc. die alte 
Endung i an ihrem Platz lassend *). Also z. B. ••:;n, N^n; i^n, (n?rn). 

Die Ausbildung des Imperativparadigmas der Verba ult. y ist 
nur in der Sprache der offiz. Targume noch so im Flusse befindlich; 
zugleich bietet nur noch die Sprache der offiziellen Targume die 
unveränderte altaramäische Form des weibl. Plurals des Imperativs 
(Nr'?2tb, HNDS). Somit ist nur hier die Entwickelung des Vorganges 

noch einigermassen zu erkennen. In den übrigen aram. Dialekten 
sind die im Targumischen noch im Flusse befindlichen Formen 
nach festen Regeln verteilt, aber auch ihrer Gestalt nach ein wenig 
weiterentwickelt. 



Man wird ^^*^^ schwerlich von ••NDa trennen wollen. Wie 

■ ^ • 

aber die Länge des a im Syr. entstanden, dürfte noch nicht sicher 
auszumachen sein. Man kann einfach an die längende Wirkung 

des emphatischen Rufes denken (die vielleicht auch ^^^ aiis bibl.- 
aram. abi gemacht hat). Man kann aber auch daran denken, wie 
•^NDSi mit Suffixen sich vielleicht umgestaltet hätte. Dalman bringt 
S. ^25 für das Targumische nur ein Beispiel, dies aber in doppelter 
Form, nämlich tränke (f.) mich! "^EiüN und ■<: •'|:u;N *). Ich denke, 
ersteres geht auf NJp'wN zurück; letzteres vielleicht auf '•NjlOK, 
stände also für ■'r'^Nj^tirfi?. Sollte nun in den übrigen aramäischen 

Dialekten, spez. im Syrischen die Länge des a zuerst in .^i Jx 

CH-»|js^U' s- w. entstanden sein, um Formen wie ^aA#JJ^^, ^M^^w 
(aus g^lain^ (flaih) zu entgehen^)? — Überdies lag im Syrischen 
die Gefahr ohnehin sehr nahe, dass bei Weiterentwicklung von 
•^^55a zu b^lcai das Femin. sing, wieder mit dem Masc. sing. (Ifkai) 
völlig zusammenfiele. (Im Targum. wäre zwischen Ifkai f. und ^ 
b^ke m. immer noch ein Unterschied geblieben). 

Dieses Femin. sing. Imperativi auf äy ist im Syr. bekanntlichcz] 
in alle Verbalstämme eingedrungen, ebenso wie der Plur. masc. auf-^ 
au. Auch der auf -aä zurückgehende und von hier aus weiter- — 
gebildete Plur. femin. Imperativi auf äyen ist im Syrischen allcK-^ 
Verbalstämmen eigen geworden. — Für den letzten Schritt d( 
Entwicklung des aram. Imperativs ist nun dieses Femin. sing, ai 



1) Auch bei den t-Imperativen konnte das Femin. sing, nar undeatli^ -^ 
oder gar nicht vom Masc. sing, unterschieden werden. Dieser Qrund mag i— ^ 
KinfUhrung fremder Formen in die Flexionsreihe mitgewirkt haben. 

2) Dies auch-Jud. 4, 19. 

3) Vgl. 0)fcL\l neben 0)lSII\L. 



PraetoriuSf Zur hebräischen und aramäischen Grammatik. 369 

&y entscheidend geworden. Es ist in den meisten aram. Dialekten 
ausgebildet und dort auch gewöhnlich in alle Yerbalstämme ein- 
gedrungen. Vgl. für das christl. Palästinische: ZDMG. 22, 497; 
für Ma^lülä: Joum. asiat. IX 11, S. 480 u. 482; für das Mandäische: 
Nöldeke, mand. Gramm. S. 259, 262 und 265; für das babyl. 
Talmudische: Hebraica 14, S. 111 § 551, S. 120 § 587, S. 123 § 603. 

Ist es nun nicht durchaus begreiflich, wenn von Femininis 
wie ^läy^ galläy aus sich Masculina wie c^lä, gallä rückgebildet 
haben? Im Syrischen ist das durchweg geschehen in sämmtlichen 
Verbalstämmen mit Ausnahmen des Pe'al und Etpe*el, so dass wir 
gar nicht mal mehr wissen können, ob das neuentstandene rammä, 
ormä u. s. w. zunächst ein älteres rammai^ armai u. s. w., oder 
ein noch urspmnglicheres rarnmt^ arml u. s. w. verdrängt hat. Im 

Pe*al ist nur aus ^L komm (f)! ein Masc. jL neugebildet worden. 

Beim Imperativ dieses Verbums hat diese Neubildung offenbar 
schon früh eingesetzt: Wir fanden ja auch in den offiz. Targumen 
bereits Nn"« komm (m.)! — Im Christ. Palästinischen herrschen 

die sing. Masculina auf t noch durchaus vor, aber es findet sich 

doch auch bereits Ja befreie!, Jfc^J bring!, die als pa^^ä^ CLÜa 

aufzufassen sein dürften (anders Nöldeke, ZDMG. 22, 497), und 
dazu wieder JLJ komm! — Am weitesten hat diese Neubildung 

in Ma*lülä um sich gegriffen, wo auch im Pe'al der männliche 
Imperativ sing, auf ö durchgedrungen ist, also üiä trink (m.)!, 
hmä sieh (m.) ! u. s. w. — Im Mandäischen scheint die Neubildung 
auch nur bei dem frühen ndn komm (m.) ! vorzukommen, während 
sonst die Formen auf i geblieben sind. — Und ähnlich liegt die 
Sache im babyl. Talmudischen, wo indess ausser «n'^fi«, Nn, doch 
noch einige wenige Imperative masc. sing, auf ä im Pe*al vorzu- 
kommen scheinen; s. Hebraica 14, S. 111 § 550b. 

5. Die hebräische Accusativpartikel m'fi«, n», nN. 

Als die Kanaanäer und Aramäer in die Länder eindrangen, 
die sie in geschichtlicher Zeit bewohnen, trafen sie dort eine Be- 
völkerung an, die vom Mittelmeer bis zum Euphrat im Lautbestand 
ihrer Sprache, oder ihrer Sprachen kein reines ä hatte, sondern 
nur a und im Westen sogar (vielleicht) nur ö. Es ist, wie ange- 
deutet, keineswegs die Annahme nötig, dass jene vorkanaanäische 
und voraramäische Bevölkerung auch nur annähernd eine sprachliche 
Einheit gebildet habe ; ebensowenig braucht sie ethnologisch gleich- 
artig gewesen zu sein. 

In der Sprache der eindringenden Kanaanäer, speziell der 
Hebräer herrschte das Gesetz, lange Vokale in geschlossener Silbe 
zu verkürzen. Sie sprachen qäm^ oder qdma, aber qämtä, wie 
die Araber; ebenso ^ogwm'* oder ähnl., aber yaqüm. So sprachen 



370 Praetoriußf Zur hebräischen und aramäischen Grammatik. 

sie auch {Iti mich, ütö ihn; dagegen äi^kum^ ÜJtkiMn oder ähnL 
euch. Schon aus diesem Lautgesetz würde sich ergeben, dass man 
auch bei folgendem Nomen z. B. at köl alle sprach, so dass wir 
gar nicht nötig hätten, für diesen Fall zu einer durch Accentent- 
ziehung vermittelten Kürzung unsere Zuflucht zunehmen. 

Als die Yorhebräische Bevölkerung die Sprache der eindringenden 
Hebräer anzunehmen veranlasst wurde, vollzog sich dieselbe Er- 
scheinung, die wir in gleichen Fällen öfters zu beobachten gelernt 
haben ^) : Die fremde Sprache wurde mit dem sich ihr nur unvoll- 
kommen anpassenden Lautsystem der einheimischen Sprache artikuliert 
So entstand öti, ötö aus ä/t, ätöj während ätkum und ät köl zunächst 
unverändert blieben und dann in ornN, bsTiN übergingen. Der 

lautliche Zusammenhang zwischen den letzten Formen und den 
ersteren war hierdurch völlig gelöst, und es wäre nicht verwunderlich 
gewesen, wenn ihn die Sprache dadurch wiederhergestellt hätte, dass 
sie ornö^, bisTN in 02*7«, bs-nN umgebildet hätte: So oder ähnlich 

ist die Sprache ja thatsächlich m. W. in allen übngen Fällen dieser 
Art verfahren. Der Umstand, dass eben sonst überall Ausgleichung 
stattgefunden, hat die an sich so nahliegende Möglichkeit bisher 
ganz übersehen lassen, dass in den Parallelformen nifi«, n« alte 

unausgeglichene Lautverhältnisse vorliegen. 

Aus dem unbetonten PN von DrnN und bJDT» ist endlich die 

betonte Sekundärform rN erwachsen: D"'72ien nö^. 



]) Vgl. Wechssler in Forschungen zur Romanischen Philologie (Pestgabe 
für Suchier), S. 444 ff. ; Erman in Berlin. Sitzungsberichte 1900 (5. AprU) S. 358 
(S. 36 des Sonderdruckes). 



371 



Mäldivische Studien IL 

Beiträge zur Grammatik der mäldivischen Sprache.^) 

Von 

WUh. Geiger. 

Der Wunsch, das Singhalesische im Zusammenhange mit den 
nächst verwandten Mundarten zu betrachten, hat mich bereits 
-während meines Aufenthaltes in Colombo veranlasst, auch dem 
Studium des noch so wenig bekannten Mäldivischen nachzugehen, 
soweit dazu Zeit und Gelegenheit sich fand. Durch die weite Ent- 
feniung, welche mich jetzt von meinem lieben Ceylon trennt, ist 
mein Interesse nicht vemngert worden. Es hat im Gegenteil nur 
zugenommen und erstreckt sich nicht bloss auf die Sprache, sondern 
auch auf das Volk der Mäldiven, seine Kultur und seine Geschichte. 
Ich denke mir, dass jeder von uns innerhalb des Bereiches seiner 
Studien ein bestimmtes engeres Gebiet hat, auf dem er mit be- 
sonderer Vorliebe und innerer Wärme sich bewegt, und zu dem 
er immer wieder zurückkehrt. Ein solches Gebiet sind zur Zeit 
für mich die weltfernen, von den blauen Wellen des Indischen 
Oceans umbrandeten mäldivischen Inseln. Es war anfangs wohl 
der besondere Reiz des Neuen und Unbekannten , der mich an- 
gezogen hat. Ich bekenne, dass ich für diesen Reiz immer sehr 
-empfänglich war, selbst wenn ich Gefahr laufe, deshalb von dem 
einen oder dem anderen meiner Fachgenossen getadelt zu werden. 
Mit jedem Schritte vorwärts in die mäldivische Wildnis wurde 
aber mein Wunsch lebendiger, hier in bescheidenem Umfange die 
Arbeit des Pioniers zu vernchten und wenigstens da und dort ein 
Stückchen Land zu roden. 

Was wir bis jetzt vom Mäldivischen wussten, war ja überaus 
dürftig. Nur die ersten schmalen Pfade waren gebrochen durch 
die von Pyrard und Christopher veröffentlichten Vokabulare. 
Über Sprachbau und Grammatik des Mäldivischen gaben sie fast 
gar keinen Aufschluss. An mäldivischen Texten waren nur zwei 
Zaubersprüche bekannt geworden, welche im Jouni. Roy. As. Soc, 
Ceylon Brauch VII, Nr. 24, 1881, S. 121 abgedruckt sind, sowie 
zwei kurze von Christopher-) und B e 1 T^) mitgeteilte Briefe. 



1) Vgl. Stzber. d. K. Bayer. Ak. d. W. 1900, S. 641 ff. 

2) Journ. Roy. As. Soc. VI, 1840. S. 73. 

3) The Maldive Islands, Colombo 1883, S. 78. 



372 Geiger, Mäldivische Studien IL 

Die Ausbeute, welche diese Texte für die Kenntnis der mäldivischen 
Grammatik boten, war freilich höchst spärlich. Zudem ist vieles 
in den Briefen, namentlich im zweiten, schwierig und dunkel. 

Ich habe daher von Anfang an mein Augenmerk darauf ge- 
richtet, ausser grammatischen Einzelformen namentlich einfache Sätze 
aufzuzeichnen, sowie zusammenhängende Erzählungen. Meine Ge- 
währsleute waren in Colombo Ebrahim Didi^) und seither, durch 
die Vermittelung meines Freundes A. Gunasekara, der bengalische 
Kaufmann Sheik Ali, der viele Jahre auf den Mäldiven gelebt 
hat und des Mäldivischen vollkommen mächtig ist. Immerhin müssen 
wir mit der doppelten Möglichkeit rechnen, dass in dem, was von 
Sheik Ali mitgeteilt wurde, hin und wieder eine Sprachunrichtigkeit 
unterläuft, und dass andererseits auch ich trotz aller Bemühung 
Irrtümern und Missverständnissen kaum völlig entgangen sein werde. 

Die Texte, welche ich gesammelt habe, und die in den Stzber. 
der K. Bayer. Ak. d. W. (1900, S. 661 flf.) abgedruckt sind, umfassen 
I. 30 Sätze in Deutsch und Mäldivisch; II. 30 Sätze in Deutsch, 
Singhalesisch und Mäldivisch; III. 3 Fabeln in Deutsch, Singha- 
lesisch und Mäldivisch : A) Das Pferd und der Esel, B) Der gerechte 
Richter, C) Der Löwe, der Esel und der Schakal. Beigegeben habe 
ich , der Vollständigkeit wegen , als Appendix A und B die Texta 
der beiden oben erwähnten Briefe. 

Ich muss hervorheben, dass die Fabeln, wie schon die wohl- 
bekannten Überschiiften zeigen, keine mäldivischen Originale sind, 
sondern nach englischen Vorlagen in das Mäldivische übersetzt 
wurden. Trotzdem glaube ich, dass mit der Veröffentlichung der 
Texte ein guter Schritt vorwärts gethan ist. Hoffentlich gelingt 
es durch den Beistand der Britischen Regierung in Colombo, an 
welche ich mich mit meinen Wünschen direkt gewendet habe, um- 
fangreichere Texte in mäldivischer Sprache zu beschaffen und nament- 
lich auch Kopien der noch jetzt auf den Mäldiven vorhandeneil 
Inschriften. Die Kenntnis von der alten Schriftgattung, in welche^ 
jene Inschriften aufgezeichnet sind, scheint ohnehin nur mehr aif 
einzelne Persönlichkeiten beschränkt zu sein. Mir selber wird sie^ 
wohl nie mehr die Gelegenheit zu einer zweiten Fahrt nach CeyW 
bieten , so gerne ich auch eine solche unternehmen würde. Net 
Verbindungen anzuknüpfen, stösst bei der Grösse der räumlichf 
Entfernung auf mancherlei Schwierigkeiten. So soll es denn i 
hauptsächlichste Zweck meiner „Mäldivischen Studien** sein, zu ^ 
energischen Inangriffnahme einer wissenschaftlichen Erforschung i 
mäldivischen Sprache und Kultur an Ort und Stelle, wo? 
allein wirksam und erfolgreich durchgeführt werden kann, die . 
regung zu geben. ( 



1) Vgl. meinen Reisebericht in den Stzber. d. K. Bayer. Ak. 4 
1896, S. 214. 



Geiger, MälcUvisehe Studien IL 373 

Auf den folgenden Zeilen beabsichtige ich, zunächst das gram- 
matische Material, welches die von mir gesammelten Texte enthalten, 
zu ordnen. Ich ergänze es dabei aus den Einzelformen und Para- 
digmen, die ich mir in Colombo niedergeschrieben habe. Dass sich 
natürlich noch durchaus kein abgerundetes Bild von der mäldivischen 
Sprache herstellen lässt, versteht sich von selber. 



I. Substantivum. 

a) Ausdruck der Numeri. 

e *) ,der Elefant" — emme ete „ein Elefant* — Ma , Ele- 
fanten*. 

rniha ,der Mensch* — emme mihe „ein Mensch* — mthuh 
„Menschen*. 

mi gas „ dieser Baum* — emme gahe „ein Baum* — gas- 
td „Bäume*. 

foi „das Buch* — fote „ein Buch*. 

ofi „der Zweig* — ofi-td „Zweige*. 

male „eine Blume* — mS „Blumen*. 

mule „eine Wurzel* — m.ü „Wurzeln* 

Vergleiche dazu in den Texten Pluralformen wie fas Icudifi 
„fünf Kinder* (I, 8); hataru dari „vier Kinder* (II, 16); tim-mthu 
„drei Leute* (I, 7); — kihä duvahuh „wie viele Tage?* (II, 28); 
— raru-gai kuri Jcabarun „die Neuigkeiten am Ort* (App. A). 
Femer mida-td „Ratten* (II, 7): harufä-td „Schlangen* (II, 24); 
divehi-nU'td „Cocosnusspalmen* (II, 4). Zuweilen wird das Sub- 
stantivum bei der Bildung des Plurals verdoppelt: faffalö-td „Früchte* 
(aus fal-falö)\ mis-mihun „Menschen* (II, 3. 8; III, A, 7). 

Die den Plural bezeichnende Partikel wird ta oder genauer 
td gesprochen. Auch hörte ich tan. In mäldivischen Briefen steht 
tan oder td (vgl. die Note). In Niederschriften mit singhalesischen 
Buchstaben, die von meinem Freunde A. Gunasekara herrühren, 
steht zuweilen tag. Hier soll das g doch wohl nur den Kehlkopf- 
verschluss zum Ausdruck bringen^). 

Formen mit dem sog. unbestimmten Artikel sind noch sitiye 
„ein Brief* (1,21.23); — baye „einen AnteU* (III, C, 3)-, — 
odie „ein Boot* (App. B); — balä-mihaku „ein Bote* (I, 22 
am Satzende: mlheka); — ekaku „einer, der eine, die eine* (11, 16 
in, B, 1. 5) ; — emme hujjayaf-takäi (III, B, 1 ; aus -ak-takäi) 



1) Den stammen Laut (Kehlkopfverschluss), der im Mäldivischen am Wort- 
ende an Stelle verschiedener Konsonanten erscheint — hier z. B. für t — habe 
ich im folgenden stets durch ' transskribiert. Die Mäldivianer selbst schreiben, 
da jede feste Orthographie fehlt, ganz verschieden, nämlich n oder f — das 
Zeichen für f steht dem für n sehr nahe — oder ' mit dem Zeichen, das 
dem arab. Elif entspricht. Aach in meinen Aofzeichnangen wechseln n und '. 

2) Vgl. aach b) 5 a. £. 



374 Geiger, Mäldivücke Studien IL 

- — ahaJc'äi himärak-äi „ein Pferd und ein Esel* (III, A, 1); — 
hiyalaJe-ä vagaJe-ä himärak-ä «ein Schakal, ein Löwe und ein 
Esel* (in, C, 1). 

b) Ausdruck der Kasus. 

1 . Genetiv, mi mlhä-ge ambi „dieses Mannes Weib* (II, 18) ; 

— e soni-ge bafäyd «dem Vater des Knaben* (I, 3); — fansäs 
käri-ge aga „der Preis von 50 Cocosnüssen* (11, 5); — '>'^jj^'9^ 
goi „das Klima des Landes* (II, 8); — dari-ge amä „des Kindes 
Mutter* (III, B, 6). — Ein Gen. Plur. ist gaa-gahu-ge fax „die 
Blätter der Bäume* (I, 29). 

Es bedarf keiner Bemerkung, dass die Genetivbildung des 
Mäldivischen mit der singhalesischen (-^e) sich vollkommen deckt. 
Über diese s. Geiger, Litteratur und Sprache der Singhalesen 
(Ind. Grdr. I, 10) S. 62. Ich habe im Mäld. -ge (nicht -gt) ge- 
schrieben, bemerke aber, dass die Quantität der Endvokale, nament- 
lich des -6, eine sehr unsichere ist. Nicht nur meine eigenen 
Niedei-schriften , sondern auch die von Mäldivianem schwanken be- 
ständig. 

Das Genetivverhältnis kann auch durch Komposition aus- 
gedrückt werden : e soru bafäyd steht neben e soru-ge b. Ebenso 
e himäru burilcari fnaucca „auf dem Rücken des Esels* (HI, A, 2); 

— himäru veri-mihä „der Eigentümer des Esels* (HI, A, 6); — 
kale bebe ata „in deines Bruders Hand* (I, 4). 

2. Instrumental, em-maguh (= ek-m^) „mittels des gleichen 
Weges ** = „auf dem gleichen Wege* (III, A, 1); — divehi-rukan 
„mit Cocosnussholz* (II, 6); — baliym „durch Krankheit* (II, 8)5 

— augayiii ,mit dem Munde* (III, B, 4). 

Die ersten beiden Fälle lassen verschiedene Auffassimg zu 
die letzten beiden aber zeigen die gleiche Bildungsweise, wie da« 
Singhalesische bei neutralen Substantiven. 

3. Dativ, bafäyd ,dem Vater* (I, 3); — mi-tand „a 
diesem Ort* = „hierher* (I, 23); — vald „zum Walde, in de 
Wald* (II, 9 = sgh. käle-fa); — ff^y^ „zum Hause, in das Hanf 
(II, 11 = sgh. ge-ta); — gonduaord „nach der Meeresküste, 
das Ufer (gegangen)" (II, 13); — jeld „in das Gefängnis* (III, ^ 
= sgh. hira'ge-td)\ — tim-bayd „in drei Teile (zu teilen)* 
C, 2 = sgh. tun'bliägayaka-ta)\ — funnakd ek-koffä „auf ei 
Haufen sammelnd* (Ell, C, 2 = sgh. godaJca-fa ek-kota); — 
niyakd aränume „wir werden auf ein Boot steigen* (II, 13). 

Man vergleiche femer c de anhenunnd «(gieb es) den b^ 
Frauen* (III, B, 3 = sgh. strin-fa)-, — aharamennd ,für * 
(II, 22 = sgh. ajya-td)] — timannayd „für sich selbst* (HI,? 

= sgh. tamä'td). gätd „hin zu, in die Nähe von* (z. B. 

rameh-gätd „zu uns* II, 8 = sgh. apa veta'ta\ niyäyaver% 
„zu dem Richter* HI, B, 1 = sgh. viniäcaya-kärayek laflf 



i 



Geiger f Mäldivüche Studien II, 375 

als Dat. zu der Postpos. -gai; — kaleyd ^an dich, an euch (werde 
ich schicken)* (11, 26 = sgh. urhba-td)\ — e-kabulegeya „ihr 
(gebend)* (UI, B, 6 = sgh. 5-to). 

Die Schreibung des Dativs schwankt wieder zwischen -an^ -a , 
-ar^ 'dg, -a. Ich hörte -a oder -ah aussprechen (s. die Texte), 
habe aber hier die Schreibung -a durchgeführt. Ich bin der 
Meinung, dass die maldivische Dativbildung sich vollkommen mit 
der singhalesischen deckt. Der Ausgang -ta muss lautgesetzlich 
zunächst zu -ra werden und statt des nach Abfall des kurzen 
Endvokales in den Auslaut gerückten r der Kehlkopfverschluss 
eintreten. Ganz ebenso wird aus dem Ger. sgh. kota im Mäld. 
kd „gemacht habend*, aus sgh. otu „Kamel* mäld. o. Erhalten 
hat sich der ursprüngliche Ausgang in mara „mir* = sgh. mata, 
z. B. foi mara badi „gieb mir das Buch* ; e nökiru mara genäi 
sitiye „der Diener brachte mir einen Brief* (I, 2. 21) u. s. w. 
Ebenso blieb der Ausgang bewahrt, wenn eine Verlängerung des 
Wortes eintrat, wie z. B. in dem Satze I, 28 ö m.eva vetuni gahun 
bimare „die Frucht fiel vom Baume zur Erde* = sgh. bima-ta. 
Das am Ende angefügte -5, welches dem im Sgh. die Sätze ab- 
schliessenden -ya zu entsprechen scheint, hat hier das Stummwerden 
des f verhindert. 

Wie im Sgh. so ei*scheint im Mäld. der Dativ in Vergleichungs- 
sätzen. So z. B. m,i gas tthe e gahd vureh^) „dieser Baum ist höher 
als jener Baum** (I, 14). Endlich scheint es, dass der gleiche Kasus 
auch zum Ausdruck des Agens bei passivischer Satzkonstruktion 
verwendet wird. Hieher gehört der Satz aharamennd magu nu- 
belene varakd „so dass der Weg von uns nicht gesehen wird* 
(n, 21 = apa-ta ma^a no-penena tarama-fa)] femer enäyd . . . 
nu-ivete „von ihr wird nicht gehört* (II, 18) und ttmannayd dart 
nu'libene „von mir wird das Kind nicht genommen* (HI, B, 5). 

4. Ablativ, gahuh „vom Baume (fallen)* (1,28): — raruh 
„(kam) aus der Stadt* (I, 22); — mage barun „(einen Teil) 
von meiner Last* (III, A, 3); — viläiun „aus Europa* (App. A); 
— mahä-radun „vom Grosskönige* (App. B). — Postposition zur 
Bezeichnung des Ablativ ist kuren, z. B. ahhenuh kureh ekaku 
„eine von den Frauen* (HI, B, 4 = sgh. e atrtn-gen ekiyak)\ mage 
rahv/maüterin kureh ekaJcu „einer von meinen Freunden* (11, 16 
= sgh. mage m,ürayek). Natürlich entspricht kureh dem sgh. 
Teeren, über das meine „Etymologie des Singhalesischen* Nr. 381 
zu vergleichen ist 2). Als ablativische Form erwähne ich noch 
viyäfärivertyaku furuh „(geschickt) von einem Kaufmanne* (I, 22). 
Im sgh'. bedeutet pera „in front of* (S. Clough u. d. W.); ob 

1) Das Wort vuren, das ebenso in den Sätzen I, 12, 15 and 18 hinter 
dem Dativ steht, ist mir noch anklar. 

2) Der Ablativ mit huren steht auch, wie im Sgh., bei dem Verb, ahan 
pfragen"; z. B. hiycd-hureh ehi „er fragte den Schakal" = sgh. hivalä-gen 
äsuvä (III, C, 7). 

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376 Geiger, Mäldiviache Studien II. 

auch das dem mäld. furun genau entsprechende *peren in ablati- 
vischem Sinne ,her von . . .* gebraucht wird, weiss ich nicht. 

5. Lokativ. Der Lokalkasus wird durch die Postposition 
-gai^ -gd ausgedrückt. Ob mit ihr sgh. gävä ^nahe* zusammenhängt, 
wie A. Gunasekara (private Mitteilung) veimutet, ist mir nicht 
sicher. In der dativischen Form lautet, wie wir oben gesehen 
haben, die Postposition -gätd^ was jenen Zusammenhang nicht zu 
bestätigen scheint. Beispiele für den Lokativ sind mi gahu-gd 
»an diesem Baume* (I, 5); — badge-gai ,in der Küche* (11, 2); 

— aharameii-ge raru-gai ,in unserem Lande* (II, 4); — eta-gai^) 
»dort* (11,10, vermutlich ^e-tag-gai = ^e-tan-gai za sgh, e-tanct)-^ 

— valu-gai »im Walde* (II, 24); — divehi-räjje-gai »auf den 
Mäldiven* (II, 3); — hüu-gai »im Geiste, im Sinne* (TT, 23). 
Ein Lokativ ist auch abhängig von dem Verb, talan »schlagen'' : 
balu-gd »den Hund*, und von däe-gannah »beissen" : kale-gäe-gd 
»dich* (I, 26). Bemerkenswert ist die Pluralform e rattaku-gat 
»auf den Inseln* (II, 7), die wohl aus *rar-taku entstanden ist 
Nicht völlig klar ist koh raren-he »in welcher Stadt?* (11, 29). 

6. Das Mäldivische besitzt auch einen Casus emphaticus, 
der auf -i endigt. Z. B. mt gaht »dieser Baum* neben m£ gas 
(I, 13. 14); — mi harufayt »diese Schlange* (I, 9). Als solchen 
Gas. emph. betrachte ich auch mii in dem Satze mit kale-ge niyä- 
hau viyä »wenn dies euer Urteilsspruch ist* (III, B, 5). 

7. Schliesslich seien einige Präpositional Verbindungen 
angeführt, wobei natürlich auch noch einmal auf 4 und 5 verwiesen 
sei: burikari m^Lcca »auf dem Rücken* (III, A, 2); — bim. mcicce 
»(er fiel) zu Boden** (III, A, 5); — aJiu macca »auf das Pfe